Ablauf des Hochwassers in der Lausitzer Neiße Anfang August 2010

und am Ende der Seite einige Bemerkungen

zum Hochwasser Juni 2013 in der Lausitzer Neiße

 

Schwere Regenfälle und ein Dammbruch verursachten das größte Hochwasser der Neiße seit 100 Jahren. Es starben elf Menschen

 

 

 Es war als hätte der Wettergott die Uhr gestellt:

 Vor acht Jahren begann die Katastrophe am 12. August.

 Dieses Mal kam die Flut fünf Tage früher. Ohne Vorankündigung brach sie über Mensch. Stadt    und  Land herein.

 Schwerste Regenfälle mit Rekordmengen von 160 Litern pro Quadratmeter haben am     Wochenende innerhalb kurzer Zeit Flüsse und Bäche im Dreiländereck Deutschland- Tschechien- Polen zu reißenden Fluten anschwellen lassen.

 Dammbruch löste die Katastrophe aus

Als dann auch noch auf polnischer Seite am späten Samstagnachmittag der Witka-Staudamm (7.8.2010)  bei Radomierzyce auf einer Länge von 180 Metern brach. war das Unglück nicht mehr aufzuhalten. In Minutenschnelle stürzten die Wasser der Witka in die Neiße. Wenig später waren deren Dämme überflutet.

 Verwüstungen. Das Wasser kam schnell, viel zu schnell. Am Samstag (7.8.2010) kurz nach 17 Uhr hörte Konrad Lindner aus Hartau ein Krachen : ".... Plötzlich stürzte die Neiße meterhoch über mein Grundstück. Es war als würde ein Tanker sinken. niemand hatte uns gewarnt."

 Wenige Minuten später. ein paar Kilometer flussaufwärts: Die Neiße schoss über den Damm in das Zittauer Wohngebiet Ost, in eine Plattenbausiedlung.

Als der Staudamm in Polen brach, begann das Chaos

 

Rettungsaktionen. Auch in Ostritz (2600 Einwohner) wütete die Flut. Anwohner Peter Kaeseler (68) schlief seit Samstag in der Turnhalle. "Beim Frühstück am Samstag wussten wir. da könnte was kommen.

Ich sah,dass der Mühlgraben voll war. Das Wasser stieg weiter. Die Feuerwehr forderte uns ab frühem Nachmittag auf. die Wohnungen zu verlassen, sie zog Stahlwände der Hochwasserschutzanlage hoch.

Ich habe meine Tasche gepackt. Gegen 22 Uhr verließ ich mein Haus. Da kam das Wasser schon über die etwa 1,60 Meter hohe Stahlwand."

 

 

 

 

                                    

 

Nach der Flut die Kritik

Ermittlungen gegen Staudamm-Betreiber in Polen

Dresden. "Ganz Sachsen wusste Bescheid, nur wir nicht!" Pensionsbetreiber Andreas Wendler aus Görlitz ist nicht der Einzige, der sich über ungenügende Warnungen vor dem katastrophalen Hochwasser in Sachsen beschwert.

Während am Fluss in der deutsch -polnischen Grenzstadt am Samstag (07.08.2010) die ersten Evakuierungen liefen, wurde in anderen Ortsteilen noch unwissend munter gefeiert. Selbst direkt an der Neiße saßen Menschen in ihren Wohnungen, ohne etwas von der drohenden Gefahr zu ahnen.

Zu diesem Zeitpunkt versank im 35 Kilometer entfernten Zittau ein ganzer Stadtteil im Wasser der Neiße.

Aus dem benachbarten Polen rollte nach einem Dammbruch bereits eine Flutwelle auf Görlitz zu. Vielerorts regt sich seitdem in Sachsen Kritik.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) äußerte Kritik an den polnischen Behörden. "Meine sächsischen Kollegen haben berichtet, dass die Vorhersagen verbesserungsfähig sind", sagte der Bundesinnenminister. Die deutsche Seite werde sicher Gelegenheit haben, "das mit den Polen für das nächste Mal so zu besprechen, dass die Zusammenarbeit da noch reibungsloser wird". Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht Reserven beim grenzüberschreitenden Informationssystem.

"Daran wird man arbeiten müssen", sagte er. Hintergrund sind offenbar ungenaue Angaben von polnischer Seite über das wahre Ausmaß der Flut nach dem Bruch der Witka-Staumauer.

Seit Montag ermittelt die Staatsanwaltschaft von Zgorzelec beim Staudamm - Betreiber, dem Kohlekraftwerk Turow. "Wir müssen klären, wie es zum Bruch der Staumauer kommen konnte und ob jemand schuld daran ist", erklärt Staatsanwalt Dariusz Konczyk. Überprüft werde - zunächst aufgrund der Unterlagen ­der technische Zustand der Staumauer vor ihrem Bruch, die Sanierungsarbeiten und die Sicherung des künstlichen Stausees. Gutachter seien vor Ort unterwegs, um die Ruinen des Staudamms zu inspizieren. Die Staatsanwaltschaft kläre auch die genaueren Todesumstände der in den Fluten Ertrunkenen.

Rafal Jurkowlaniec, der Woiwode von Niederschlesien, wies Vorwürfe zurück, dass die Meteorologen die Bevölkerung nicht rechtzeitig vor den massiven Regenfäl­len gewarnt hätten:

"Das zentrale Wetteramt hat 24 Stunden vor den verheerenden Regenfällen Warnungen an die Kreisämter geschickt, die diese wiederum an die Gemeinden weiterleiten. Dort aber werden die Wetterwarnungen häufig nicht ernst genommen.

So auch dieses Mal."

Der Witka-Stausee und der gebrochene Staudamm, der auf einen Schlag mehrere Millionen Kubikmeter Wasser freisetzte, waren bislang nicht in das Hochwasser­Frühwarnsystem eingebunden.

"Der Stausee ist Eigentum des Elektrizitätswerks Turow und wird von diesem ausschließlich für seine Zwecke genutzt", so der Woiwode. Obwohl die Staudammbe­treiber offenbar die Höchstmenge an Wasser abfließen ließen, hielt die Staumauer dem Druck der Wasserrnassen nicht stand.

 dpa/Gabriele Lesser/jgls

Neuer Staudamm in fünf Jahren

Polen will den zerstörten Witka-Staudamm durch eine moderne Anlage ersetzen. Innerhalb der nächsten fünf Wochen werde eine provisorische Sperre entstehen, sagte der Direktor des Kraftwerkes Turow, Roman Walkowiak, am Dienstag. In anderthalb Jahren solle dann eine neue Talsperre gebaut werden. Geplant sei dabei auch ein Entlastungskanal, um bei Hochwasser große Wassermengen abfangen zu können, erläuterte Walkowiak. Der Bruch sei Folge des extremen Wetters gewesen.

Innerhalb von drei Stunden waren in den Stausee 30 Millionen Kubikmeter Wasser geflossen bei einer Kapazität von fünf Millionen Kubikmeter",

sagte Walkowiak.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2010

 

Im Klosterstift St. Marienthal gibt es seit 2002 Hochwasserschutzanlagen - geholfen haben die nicht viel. Am Samstagabend (7.8.2010) stieg das Wasser im Minutentempo in dem frisch renovierten Kloster. Es zerstörte Mobilar, verwüstete den Garten. Noch am Sonntagmittag (8.8.2010) stand das Wasser 20 Zentimeter hoch.

Nachdem es am frühen Nachmittag genauso schnell verschwand. wie es gekommen war, packten Helfer mit an: "Wir lassen unser Kloster nicht im Stich", sagten alle.

In Görlitz stieg der Pegel auf 7,07 Meter

 Katastrophe. Weiterrauschte die Flutwelle der Neiße auf Görlitz zu. Hier wurde die Situation am Sonntagmorgen (8.8.2010) dramatisch.

Binnen drei Stunden war der Pegelstand um vier Meter angestiegen, auf 7,07 Meter (am 08.08.2010 etwa um 12.00 Uhr gemessen,

höchster Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1912).

Normal sind im Jahresmittel 1,70 Meter.

Die Bevölkerung der flussnahen Stadtteile wurde aufgefordert die Häuser zu verlassen. 1450 Menschen wurden evakuiert.

Straßen, die noch nie unter Wasser standen, wie die Hotherstraße, sind komplett geflutet; und auch der „Griechische Boulevard“ in Zgorzelec stand unter Wasser.

 

Glück im Unglück: Fünf Millionen Kubikmeter der Wasserrnassen konnten in den Tagebaurestsee Berzdorf umgeleitet werden. Dessen Wasserspiegel stieg um 45 Zentimeter an.

Die Neiße hatte sich hier südlich von Görlitz auf 300 Metern ein eigenes Bett gesucht.

 

Noch am Montag hatten rund 5000 Görlitzer Haushalte keinen Strom. weil 14 Umspannstationen aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen wurden. Die

Versorgung mit Trinkwasser erfolgt über Notbrunnen und Wasserwagen.

                                     

 

 

                                                                                                                  

Trauer und Bangen. Elf Opfer forderten die Fluten in Polen, Tschechien und Deutschland. Die materiellen Schäden können noch nicht beziffert werden. Zum

Redaktionsschluss waren die Pegel in Sachsen gesunken. Derweil herrscht Ausnahmezustand f1ussabwärts in Brandenburg.

Und: Die Meteorologen sagen neue Niederschläge voraus.

 

... In Bad Muskau wurde der Hochwasserscheitel der Neiße für die Nacht (8.8./9.8.2010) erwartet und damit auch starke Überflutungen.

Betroffen sein könnten dann auch der zum Unesco-Weltkulturerbe und zu beiden Seite der Neiße Fürst-Pückler-Park und Teile der Altstadt von Bad Muskau.

 

Quelle: SuperIllu 33/2010 (auszugsweise)

           Lausitzer Rundschau, Montag, 09.08.2010 (auszugsweise)

 

Dienstag, d. 10.08.2010:  Ausfall Pegel: Podrosche

 

Lage in Sachsen normalisiert sich

Katastrophenalarm in Görlitz aufgehoben / Mindestens 50 Millionen Euro Schaden

Görlitz. Die Lage in den Hochwassergebieten Sachsens normalisiert sich langsam. Am Dienstagmittag wurde für den Landkreis Görlitz der Katastrophenalarm aufgehoben. Für Menschen bestehe keine akute Gefahr mehr, sagte Andreas Johne vom Katastrophenschutzstab des Landkreises. Im Görlitzer Ortsteil Hagenwerda waren erst am Dienstag die Aufräumarbeiten angelaufen. "Einige Häuser stehen noch unter Wasser", sagte eine Stadtsprecherin. Deshalb seien noch nicht alle Bewohner in ihre Häuser zurückgekehrt.

Nach ersten Schätzungen hat das Hochwasser im Landkreis Görlitz einen Schaden von mehr als 50 Millionen Euro an Straßen, Brücken und öffentlichen Gebäuden angerichtet.

Hinzu kämen Zerstörungen an privaten Häusern, an der Bahnstrecke zwischen Zittau und Görlitz und an Einrichtungen wie dem Kloster St. MarienthaI in Ostritz und dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, sagte der für Schadensermittlung zuständige Landratsdezernent Werner Genau. In den kommenden Tagen werde mit weiteren Schadensmeldungen gerechnet.

Auch für den Tourismus hat die Flut Folgen: Große Abschnitte des Neiße-Radweges sind nicht befahrbar. Sachsen legt für die Opfer des Hochwassers ein Darlehensprogramm im Umfang von 100 Millionen Euro auf. Neben finanziellen Soforthilfen gibt es auch Steuererleichterun­gen. dpa/roe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2010

 

Hochwasserwelle bedroht Pückler­Park

Bad Muskauer evakuieren Schlossvorwerk

Bad Muskau. Das Neue Schloss in  Bad Muskau ist geschlossen, die Orangerie mit Sandsäcken verbarrikadiert, die Bewohner des Schlossvorwerkes sind evakuiert und Teile des Geländers der Doppelbrücke, die die deutsche und polnische Parkseite verbindet, abgebaut. Mit diesen Maßnahmen versuchte am Sonntag (8.8.2010) die Pückler- Park-Stiftung in Bad Muskau (Kreis Görlitz), die Parkanlage, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, gegen die Hochwasserwelle der Neiße zu wappnen. Sind doch Millionen Euro in den vergangenen Jahren investiert worden, um Park und Gebäude zu neuem Glanz zu verhelfen.

....

Alle Verantwortlichen wussten da schon seit Stunden, dass das Hochwasser die Pegel von 1981 übertreffen wird.

Im Juli vor 29 Jahren stand nicht nur ein Großteil der Parkanlage unter Wasser, sondern auch Bereiche der Bad Muskauer Innenstadt und des Ortsteils Köbeln. An allen neuralgischen Punkten musste Vorsorge getroffen werden.

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(Sonntag, 8.8.2010) Gegen 16.00 Uhr begann die Neiße, in dem Bereich über die Ufer zu treten.

Regine Weiß

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.08.2010

 

Grundwasser drückt weiter auf Pückler- Park

Bad Muskau. Trotz eines sinkenden Neiße-Pegels dringt noch immer Grundwasser in die Orangerie und in die Gebäude im Schlossvorwerk des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau. Solange das Wasser in das Mauerwerk drücke, könne nicht mit dem Abpumpen begonnen werden, teilte die Park-Stiftung am Mittwoch mit. Für Besu­cher geschlossen bleibt bis ein­chließlich Freitag auch das Neue Schloss. Der Schlosspark ist wegen der Flutschäden weiterhin gesperrt. Die Aufräumarbeiten im Park und an den Schlossgebäuden werden nach Angaben der Stiftung noch mehrere Tage dauern. Bereits am Donnerstag solle jedoch der Kernbereich des Parkes wieder geöffnet werden. dpa/roe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2010

 

Hochwasser aus Pückler- Park abgelaufen

Bad Muskau. Das Hochwasser im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist weitgehend abgeflossen ­ und die Schäden scheinen sich in Grenzen zu halten. "Wir haben Glück gehabt", sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Fürst- Pückler- Park, Cornelia Wenzel, am Dienstag. Wenzel zufolge lief das Neiße-Wasser beim Neuen Schloss nur in die Keller. Bereits am kommenden Samstag soll im Südflügel wieder die Dauerausstellung öffnen. In der Orangerie, die einen Meter unter Wasser stand, liefen am Dienstag die Pumpen. Der Park sei weniger vom Schlamm betroffen als von Ausspülungen, hieß es. Nun müsse geprüft werden, ob ein Hang auf dem Parkgelände stabil ist. Die Aufräumarbeiten im Park sollen bis zum Wochenende abgeschlossen sein. dpa/roe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2010

Glück im Unglück für den Muskauer Park

Bad Muskau. Der Pückler-Park in Bad Muskau (Kreis Görlitz) ist beim Hochwasser im August nur mit Glück vor größerem Unheil bewahrt geblieben.

Wäre das Wasser zehn bis zwanzig Zentimeter höher gestiegen, hätten sich die Schäden vervielfacht, teilte die Stiftung "Fürst - Pückler- Park" am Samstag (04.09.2010) mit. So seien lediglich zwei Keller vollgelaufen, zwei Brücken und zwei Wasserfälle im Park wurden beschädigt. Die Schäden summierten sich auf 1,5 Millionen Euro. dpa/tra

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.09.2010

                                                                

Welterbestatus in Bad Muskau nicht gefährdet

1,5 Millionen Euro Flutschäden an Gebäuden und Wegen im Pückler-Park

Bad Muskau. Nasse Keller in Orangerie und Neuem Schloss, beschädigte Brücken und Wasserfälle, ausgespülte Wege, entwurzelte Bäume - das sind die Folgen des Neißehochwassers im Fürst-Pückler-Park.

Von Regina Weiß

"Ich hätte nie gedacht, dass Wasser ausreicht, um einen solchen Kerl zu strecken", so Wolfgang Voß, Stiftungsratsvorsitzender der Pückler-Stiftung, am Samstag

in Bad Muskau (Kreis Görlitz). Dabei schaut er auf das Bild einer stattlichen Eiche, die die Neiße­flut Vor knapp vier Wochen entwurzelt und zu Fall gebracht hat.

Entwurzelte Bäume gehören mit zu den Schäden, die nach der Flut im Park dokumentiert werden mussten. "Glücklicherweise sind wir aber mit einem blauen Auge davon gekommen, die Situation ist beherrschbar, und die derzeit festgestellten Schäden stellen keine Gefährdung des Welterbestatus dar", schätzt Voß in einem Pressegespräch ein. Auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen sich derzeit die Schäden auf der deutschen Parkseite. Sie zu beseitigen, wird Zeit brauchen. "Das Geld für erste Reparaturarbeiten, die wir jetzt angehen müssen, wollen wir durch Einsparungen aus den eigenen Mitteln erwirtschaften", so Voß. Vordringlich sind die Gebäude- und Bauwerksschäden im Umfang von rund 200 000 Euro zu behe­ben. Für 2011 und 2012 heißt es, in Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen zu treten, wenn es um den Etat der Stiftung geht.

Einsam schwimmt ein Schwan in den spärlichen Resten des Schlossteiches. Derzeit führt die Hermannsneiße, die sich sonst malerisch durch den Park schlängelt, kein Wasser. Dafür gibt es im Flusslauf und den Seen jede Menge Schlamm. "Wenn wir Wasser einleiten würden, könnten wir es auch nicht halten, denn infolge des Hochwassers ist zum Beispiel der Eichseewasserfall nicht mehr dicht, das Wasser würde versickern", erklärt Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung. Ebenso hat auch der zweite Wasserfall im Blauen Garten Schaden genommen. Wenn aber nicht bald wieder Wasser in die Hermanmsneiße geleitet wird, gibt es Problerne mit der Schlossgründung weist Panning hin.­

Im Neuen Schloss laufen nach einer Unterbrechung von rund zehn Tagen zum einen die Bauarbeiten im Westflügel weiter. Zum anderen lädt die Pückler-Dauer­ausstellung wieder zu einem Besuch ein. Rund 22 000 Euro Einnahmeverlust musste die Stiftung wegen des Hochwassers verbuchen. "Jetzt besteht kein Anlass, dass Parkliebhaber ihren Park im Stich lassen, sie sollen uns besuchen kommen", fleht Wolfgang Voß regelrecht um Gäste.

"Das Medieninteresse war größer als beim Weltkulturerbe", erinnert Cord Panning daran, dass vor gut vier Wochen das vom Wasser umschlossene Neue Schloss deutschlandweit auf allen Titelseiten zu finden war. Noch jetzt fragen deshalb Reisegruppen an, ob sie den Park jetzt wieder besuchen können.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 6.9.2010

                         

Deiche bei Forst sollen verbessert werden

Forst. Die Deiche an der Neiße im Forster Ortsteil Klein Bademeusel (Spree-Neiße) sollen noch in diesem Jahr verbessert werden.

Das teilt das Landesumweltamt mit. Demnach ist geplant, die Deichkronen um 40  bis 50 Zentimeter zu erhöhen.

Noch vor dem Winter sollen die Arbeiten beginnen.­

Während der Neißeflut hatten sich die Anlagen als nicht ausreichend erwiesen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.08.2010

 

Zaghaftes Aufatmen in Guben und Gubin

 

Guben und Gubin haben am Dienstag (10.08.2010) den Höhepunkt des Neiße-Hochwassers mit relativ geringen Schäden überstanden. Einige Keller, Straßenzüge und Gärten in Ufernähe wurden beid­seits der Neiße überflutet.

Von Simone Wendler und Jörg Ciszewski

An den breiten feuchten Rändern auf dem Pflaster der Alten Poststraße in Guben sieht man am Mittag, dass sich die Flut langsam zurückzieht. Doch noch stehen etwa zwanzig Häuser im schlammig-braunen Neißewasser. In der Nacht ist der Fluss an dieser tiefsten Stelle im Gubener Stadtgebiet über die Hochwasserbefestigung gestiegen und in die Straße geflossen.

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Auch die Lubza, ein Seitenarm der Neiße, ist über die Ufer getreten und hat die Hauskeller in der Ulica Piastowska überschwemmt.

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Auch außerhalb von Guben und Gubin gibt es am Dienstagnachmittag (10.08.2010) langsam ein erstes Aufatmen.

Der Dammbruch bei Grießen hat nur Ödland überschwemmt. Menschen kamen da durch nicht in Gefahr.

 

Bei Schlagsdorf hingegen musste am Nachmittag gegen 16 Uhr die Fernstraße gesperrt werden.

Zwar hielt der Deich, doch zu viel Wasser hatte sich seinen Weg durch den Schutz gebahnt. Eine sichere Verkehrsführung konnte nicht mehr gewährleistet werden.

Viele Sickerstellen am Neißedamm bei Groß Gastrose machen den Katastrophenschützern am Nachmittag noch Sorgen. Die überlegte Evakuierung des Gubener Krankenhauses scheint jedoch endgültig vom Tisch. cisl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2010 (auszugsweise)

 

Experten-Bericht zum August-Hochwasser

Dresden Der Dammbruch an der polnischen Niedow-Talsperre war nach Ansicht von Experten nicht allein ausschlaggebend für

das kataatrophale Neiße-Hochwasser  vom August diesen Jahres.

Wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Mittwoch (22.12.2010) in Dresden mitteilte, sei

schon durch die Überflutung der Stadt Zittau und die extrem hohen Wassermengen aus den Flüssen Miedzianka und Witka

absehbar gewesen, dass die Städte Ostritz und Görlitz  von einer schweren  Hochwasserkatastrophe heimgesucht werden würden.

Dies wäre auch ohne die Staudamm-Havarie geschehen.

Experten aus Polen, Tschechien und Sachsen haben ihren ersten gemeinsamen Bericht zur Augustflut (2010) erstellt.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.12.2010

 

Muskauer Benefizspiel für die Hochwasseropfer

Bad Muskau Am heutigen Mittwoch (22.06.2011) empfängt Bezirksligist Rot-Weiß Bad Muskau die Fußballer von Energie Cottbus.

Anstoß ist um 18 Uhr im Lindenhofstadion in Bad Muskau (Kreis Görlitz). Beide Fuß­ballteams treten in einem Benefizspiel gegeneinander an.

Die Einnahmen daraus sollen den Hochwasseropfern der Parkstadt zugute kommen. Die Karte kostet sechs Euro. rw

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.06.2011

 

 

Übrigens:

Das Spiel 6.-Ligist Rot-Weiß Bad Muskau vs. 2.-Ligist Energie Cottbus endete 10:0 für Energie und musste wegen Gewitter abgebrochen werden.  

 

Hier einige Informationen zum (Fast-) Hochwasser in der Lausitzer Neisse Juli 2011:

 

Hochwasseralarm nach Dauerregen in der Lausitz (hier: Lausitzer Neisse)

 

Die Lausitzer Neiße schwoll im sächsischen Oberlauf stärker an als bei Dauerregen üblich. Denn zusätzlich zum Hochwasser wird seit Donnerstag (21.07.2011) kontrolliert Wasser aus dem polnischen Witka-Stausee in den Grenzfluss abgelassen. Allerdings nur etwa 130 Kubikmeter pro Sekunde und damit deutlich weniger als von den Behörden in Polen ursprünglich angekündigt. Deshalb verläuft der Hochwasserscheitel auch flacher. Im vergangenen August war der Staudamm gebrochen, was zur Hochwasserkatastrophe in Görlitz führte.

An der Neiße steht das Wasser weit unter den Marken, die bei den Experten für Besorgnis sorgen. Bei rund 1,50 Meter steht die Spree in Bademeusel, bei 2,50 Meter in Guben. Da ist noch reichlich Platz bis zum Erreichen der ersten Warnstufe.

In Sachsen hingegen steigt das Wasser weiter. Auf 5,30 Meter hebt sich der Pegel bei Görlitz. Das bedeutet Warnstufe drei: Ein ständiger Wachdienst auf den Deichen wird vorbereitet, im Landkreis Görlitz wird der „Stab für außerordentliche Ereignisse“ eingerichtet – die Vorstufe eines Katastrophenstabes. Bis zur Warnstufe vier sind es noch vierzig Zentimeter. Bis dahin soll es aber nicht kommen. „Der Richtwert der Alarmstufe vier wird nicht mehr erreicht“, sagte die Hydrologin Petra Walther vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

...


Am späten Nachmittag (22.07.2011) steigen die Pegel an der Neiße weiter. Gegen Abend soll bei Bademeusel die Warnstufe eins erreicht werden. Dennoch scheint wenig Grund zur Sorge. Aus Sachsen wird gemeldet, dass die Pegel nicht weiter steigen. Ein lang gezogener Hochwasserscheitel rollt aber Richtung Norden. Für Brandenburg prognostiziert das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), dass die höchste Alarmstufe im Lauf des Wochenendes nicht erreicht wird.

 „Aus heutiger Sicht wird es diesmal nicht so dramatisch wie im vorigen Sommer“, versichert LUGV-Präsident Matthias Freude. Wichtig sei, erklärt Wolfhard Kätzmer, dass das Wasser der Neiße sehr schnell fließt, sodass die Massen rasch vorbeikommen und sich nicht aufstauen.

... Kritik wurde am Freitag (22.07.2011) aus Sachsen wie Brandenburg an den Vorhersagen und Informationen zur Hochwasserlage laut. Der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) beklagte, dass nördlich von Görlitz keine Pegel mehr existieren. „Da werden vermutlich erst zwei bis drei Jahre Studien gemacht, wo die Pegel hin sollen.“ Auch im Landkreis Spree-Neiße ist man unzufrieden, dass seit dem Hochwasser im Vorjahr bei den Pegeln nicht reagiert wurde.

Edith und Klaus Winter aus Lippstadt sind derzeit auf dem Oder-Neiße-Radweg unterwegs.

Es ist ihre Hochzeitsreise nach 50 Ehejahren. Von Zittau bis ans Oderhaff führt sie ihre Radtour,

bei der sie am gestrigen Freitag (22.07.2011) an der Pegelmessstelle bei Schlagsdorf kurz anhielten.

2.30 Meter war zu diesem Zeitpunkt der Wasserstand des ungewöhnlich braun gefärbten Grenzflusses.

Foto: FOTO-Werner/rww1

„Wir leben von den Erfahrungen“, drückt es Kätzmer diplomatisch aus. Genaue Vorhersagen, wie sich das Hochwasser entwickelt, sind hingegen schwierig. Das zumindest erinnert fatal an die Erfahrungen aus dem Vorjahr. Ansonsten aber scheint es diesmal glimpflicher abzugehen. „Es sieht so aus, als ob wir mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt Kätzmer.

An der Lausitzer Neiße wird die Hochwasserwelle aus Ostsachsen für die Nacht zum Samstag (
23.07.2011) erwartet. Dort kann am Wochenende der Wert für die Alarmstufe 2 erreicht werden, teilte das Landesumweltamt mit. Kurz vorher wurde noch die zweithöchste Stufe 3 vorhergesagt.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.07.2011 – 23.07.2011

 

Hochwasserlage in Brandenburg entspannt

Cottbus. Die Hochwasserlage in Brandenburg hat sich in der Nacht zum Montag nicht verschärft. Nach wie vor gilt an der Neiße in Guben die Alarmstufe zwei, wie das Hochwassermeldezentrum in Cottbus mitteilt. An der Oder steige das Wasser noch leicht an. Laut Landesumweltamt ist die Lage dort aber nicht mit dem Hoch­wasser 2010 vergleichbar. Außerdem hat sich die Lage an der Spree weiter entspannt. Statt der Alarmstufe zwei gilt hier seit Sonntag (24.07.2010) die niedrigste Stufe eins.dpajamh

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.07.2011

Tonnenweise Schadstoffe durch Neiße--Hochwasser

Kamenz. Durch das Hochwasser an der Lausitzer Neiße sind 2010 tonnenweise wassergefährdende Stoffe freigesetzt worden. Mehr als 1000 Kubikmeter Öl, Treib­stoff und andere gefährliche Che­mikalien gelangten in die Umwelt, teilte das sächsische Statistikamt mit. Rund die Hälfte verblieb im Boden oder im Wasser. bkh/sd

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.08.2011

 

Witka-Staudamm soll bis 2015 fertig sein

Görlitz. Der beim Neiße- Hochwasser im Jahr 2010 zerstörte Staudamm an der Witka-Tal­sperre in Polen soll bis Mitte Juni 2015 neu entstehen, teilt das Landratsamt Görlitz mit. Derzeit werden die Bauunterlagen in der Landesdirektion Dresden geprüft. Das beste­hende Provisorium soll dann ersetzt werden.ang

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.01.2012

 

Millionen für Gubener Hochwasserschutz

Guben. Mit einer neuen Spundwand und einem neuen Einlaufwehr an der Egelneiße soll der Hochwasserschutz an der Gubener Neiße optimiert werden. Im Sommer soll mit den Bauprojekten begonnen werden. Drei Millionen Euro sind dem Landesumweltamt zufolge als Kosten dafür veran­schlagt. SvD

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.01.2012

 

Witka-Staudamm entsteht aus Beton

Görlitz. Die polnische Witka­Talsperre nahe Görlitz soll aus Betondämmen errichtet werden, die fest im Felsuntergrund verankert sind. Das ist den Planungsunterlagen zu entnehmen, die gegenwärtig von der Landesdirektion Sachsen geprüft werden. Das Vor­gängerbauwerk, ein Erddamm, war beim Hochwasser im Sommer 2010 gebrochen.

Die neue Talsperre in der Witka, einem Zufluss der Lausitzer Neiße, soll bis zum Jahr 2015 fertiggestellt werden.dh

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.03.2012

 

... und es geht weiter

 

Landkreis Görlitz ruft für Teile Katastrophenalarm aus

Görlitz Nach erneuten Regenfällen (bis zu 120 pro Quadratmeter in 24 Stunden) in der Nacht von Freitag zum Samstag (06./07.07.2012) ist Samstagvormittag (07.07.2012) in Teilen des Landkreises Görlitz Katastrophenalarm ausgerufen worden. Betroffen sind die Gebiete im Spreeeinzugsgebiet Schwarzer und Weißer Schöps, wo heute Nacht Alarmstufe IV erneut ausgelöst werden musste.

Gebiet Schwarzer Schöps:

Sohland a. R., Schöps., Meuselwitz, Döbschütz sowie Niederseifersdorf und Jänkendorf.

Gebiet Weißen Schöps:

Gemeinde Markersdorf mit den Ortsteilen Holtendorf, Gersdorf, Friedersdorf, Paulsdorf , die Gemeinde Schöpstal mit den Ortsteilen Girbigsdorf, Kunnersdorf und Ebersbach sowie Kodersdorf mit dem Ortsteil Särichen.

Kritisch bleibt es am Unterlauf des Stausees Quitzdorf, da ein Überlaufen in den Abend- oder Nachtstunden erwartet wird. Davon sind folgende Gemeinden betroffen Quitzdorf am See, Mücka, Kreba und Boxberg. Derzeit gilt am Unterlauf des Staussees beim Pegel Sproitz noch die Warnstufe 1.

Angespannt ist die Lage von Särichen bis Boxberg, wo langsam steigende Pegel am Weißen Schöps und Neugraben erwartet werden. Die Freiwilligen Feuerwehren sind bereits vor Ort, um vorbeugende Maßnahmen einzuleiten. Auch das Technische Hilfswerk ist derzeit nach Mückenhain und Horka unterwegs, teilt das Landsratsamt mit.

Die Sperrungen auf der A 4, Abfahrt und Auffahrt Nieder Seifersdorf konnte aufgehoben werden, ebenso auf der S 122 in Nieder Seifersdorf. Das Wasser richtete in allen betroffenen Gemeinden erhebliche Schäden an. Landrat Bernd Lange geht von Millionenschäden allein an der Straßeninfrastruktur aus. Personen kamen nicht zu Schaden.

pm/rw

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.07.2012

 

Neue Hochwasserschutzmauer an der Hochschule Zittau Görlitz

Die neue Hochwasserschutzmauer an der Hochschule Zittau / Görlitz oberhalb der Görlitzer Stadtbrücke ist fertiggestellt.

Görlitz: Die feierliche Übergabe durch die Landestalsperrenverwaltung (LTV) fand am 13. November (2012) in der Aula der Hochschule durch LTV-Geschäftsführer Dr. Hans-Ulrich Sieber statt. im Beisein von Landrat Bernd Lange, des Rektors der Hochschule Prof. Friedrich Albrecht sowie des Leiters des Stadtplanungsamtes Görlitz, Hartmut Wilke.

                                    

Diese Hochwasserschutzmauer wird die Hochschulgebäude sowie die benachbarte Grundschule und das Schulungszentrum künftig vor Hochwasser schützen, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt (HQ100). Das Projekt ist Teil des Hochwasserschutzinvestitionsprogramms des Freistaates Sachsen (HIP) und wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Baukosten betrugen etwa 1,3 Millionen Euro.

Die neue Hochwasserschutzmauer hat laut LTV eine Länge von rund 300 Metern. Es handelt sich dabei um eine Stahlbetonwand auf Bohrpfählen. Diese technische Lösung ergab sich aufgrund der engen Platzverhältnisse sowie des Bauuntergrundes. Die Feuerwehrzufahrt zum Hochschulgelände wurde angehoben und ist nun bis zu einem 50-jährlichen Hochwasser (HQ50) befahrbar. Die Durchfahrtsöffnung ist mit einem stationären Hochwasserschutztor versehen, das bei einem größeren Hochwasser geschlossen wird.

Die Arbeiten wurden während des laufenden Schulbetriebes durchgeführt und dauerten nur rund ein halbes Jahr.

Quelle: PM des Landratsamtes Görlitz

 

Wenn Sie dem Link (durch Anklicken):

http://picasaweb.google.com/pschulze.cottbus/hochwasserderlausitzerneisse

 

folgen, können Sie sich historische Fotos von den in der Lausitzer Neisse 1958 und 1981 abgelaufenen

Extrem-Hochwässern anschauen.

Die Fotos wurden mir dankenswerterweise von Herrn (Ing. i.R.) Siegmar Tilgner, Forst / L. zur Veröffentlichung

überlassen.

Sollten Sie für Ihre private Nutzung Fotos downloaden, setzen Sie mich bitte vorher in Kenntnis! Danke!

Eine gewerbliche Nutzung ist nicht gestattet!  

 

Im Gegensatz zu den Hochwässern vergangener Jahre ist das

Hochwasser Juni 2013 in der Laustzer Neisse glimpflich verlaufen:

 

Lausitzer Neiße quillt über die Ufer

Hochwasser weckt bei Skerbersdorfer Familie Erinnerungen an 2010

Beim August-Hochwasser 2010 hat sich die Neiße die alte Förs­terei in Skerbersdorf (Landkreis Görlitz) ohne Rücksicht auf Ver­luste einverleibt. Die Bewohner hoffen an diesem Dienstag (04.06.2013), dass ihnen das 2013 erspart bleibt,

Von Gabi Nitsche

Skerbersdorf. Die Neiße hält es an diesem Vormittag nicht mehr in ihrem Bett. Auch in dem Krauschwitzer Ortsteil Skerbersdorf breitet sie sich auf den weiten Wiesen aus. Ob die nahen Andreas Stiller, Wohngrundstücke ver­schont blei­ben? Bei Stillers hinter der alten Försterei "suppt" der Damm schon mächtig, der den Grenz­fluss und die ersten Häuser trennt. Das Erdreich ist so nass, dass ein Baumstamm keinen Halt mehr hat und umgestürzt ist.

"Wir müssen hier auf den fünfzig Metern eine ordentliche Fuhre Sand verkippen und den Damm sichern, damit es nicht wieder in Wolfgangs Teich läuft", erklärt dessen Bruder Andreas. Denn was das bedeu­tet, wissen sie zu gut. Bei Wolf­gang Stiller im Haus war beim August-Hochwasser 2010 nicht nur der Keller so gut wie randvoll mit Neißewasser gefüllt, sondern auch das Erdgeschosss etwa in 30 cm Höhe. …

                            

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.06.2013 (gekürzt)

 

Dauerregen lässt Neiße und Spree wieder ansteigen

Görlitz/Cottbus. Nur wenige Wo­chen nach Hochwasser und Un­wetter hat heftiger Dauerregen die Flüsse besonders in Ostsachsen erneut stark anschwellen lassen.

An der Neiße in Görlitz seien für den heutigen Mittwoch (26.06.2013) 5,80 Meter prognostiziert und damit die höchste Alarmstufe 4, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes in Görlitz am Dienstag (25.06.2013).

"Wir sind vorgewarnt und haben die Situation im Blick", sagte Landrat Bernd Lange (CDU). Seine Behörde habe zusammen mit der Stadt Görlitz und der Polizei vorsorglich einen Koordinierungsstab eingerichtet. Sandsäcke lägen bereit oder seien bereits verteilt. Im Süden des Kreises kam es gestern zu Straßensperrungen. Wegen ergiebigen Dauerregens hatte der Deutsche Wetterdienst für die Region Görlitz eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Die aus Sachsen anrollende Nei­e-Hochwasserwelle werde Brandenburg heute (26.06.2013) erreichen und den Wert der niedrigsten Alarmstufe 1 überschreiten, hieß es am Dienstag (25.06.2013) aus dem Landesumweltamt Cottbus.

Die Wasserstände in Oder, Spree und Schwarzer Elster stiegen nach dem stundenlangen Regen wieder an. dpa/uj

 

Tack pocht auf nationale Flutkonferenz

Potsdam. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) hat ihre Forderung nach einer. nationalen Hochwasserkonferenz er­neuert.

"Es bleiben viele Fragen offen, die länderübergreifend geklärt werden müssen", sagte sie am Dienstag (25.06.2013), nachdem der Bundestag zum ersten Mal über die Pläne für einen Fluthilfefonds zur Beseitigung der Hochwasserschäden beraten hatte. Als Beispiel nannte Tack die mögliche Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden mit bezahlbaren Prämien.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 26. 06.2013

 

Hochwasser erreicht die Niederlausitz

Cottbus/Görlitz Die tagelangen Regenfälle haben die Wasserstände einiger Flüsse in Südbrandenburg schnell ansteigen lassen. Die Spree führt wieder Hochwasser und überschritt Mittwoch am Pegel Spremberg (Spree-Neiße) den Richtwert für die Alarmstufe 2, wie das Landesumweltamt in Cottbus mitteilte.

Mit der Stufe 3 müsse in Spremberg am Donnerstag gerechnet werden, das wäre ein Pegelstand von 3,60 Meter. Beim vorigen Hochwasser war der Spitzenwert in Spremberg am 6. Juni mit 4,49 Meter registriert worden. Derweil hat der Regen in Brandenburg nachgelassen, so dass die Pegelstände wieder langsamer steigen.

Die Hochwasserwelle der Lausitzer Neiße wurde Mittwochabend (26.06.2013) am Pegel Klein Bademeusel (Spree-Neiße) erwartet. Der Fluss, der im sächsischen Oberlauf den Richtwert für die höchste Stufe 4 überschritt, werde aber in Brandenburg nicht so hoch steigen, sagte Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt.

Elbe und Schwarze Elster haben bisher noch keine Hochwasserwerte erreicht.

Aus der Talsperre Spremberg werden zurzeit 36 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kontrolliert nach Cottbus abgegeben. Zugleich fließen 80 Kubikmeter pro Sekunde aus Sachsen in das Staubecken.

Unterdessen hat sich die neuerliche Hochwassersituation in Ostsachsen entspannt.

Während die Wasserstände in Lausitzer Neiße, Spree sowie Weißem und Schwarzem Schöps in der Nacht geringer als vorhergesagt stiegen und schon wieder sanken, schwoll aber die Elbe stärker und schneller als erwartet an.

"Dort gibt es noch keine Entwarnung", sagte Uwe Höhne vom Landeshochwasserzentrum am Mittwoch in Dresden. Es werde aber nicht so gefährlich wie vor 14 Tagen. "Größere Überflutungen wird es nicht geben", sagte Höhne.

dpa/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau. 27.06.2013

 

Rand-Bemerkungen zu Hochwasserschutzmaßnahmen an der Lausitzer Neiße

 

Wutbürger verhindern Flutschutz

90 Einwände von Anwohnern, Firmen und Behörden gegen Schutzwand in Guben

An der Hochwasser-Vorsorge von Ländern und Kommunen gibt es häufig Kritik. Nicht selten sind es aber Bürger in den flutgefährdeten Gebieten selbst, die einen besseren Schutz verzögern oder gar verhindern.

Von Benjamin Lassiwe

Potsdam. Brandenburger Wutbürger und Behörden tragen offenbar eine Mitschuld, dass sich Hochwasserschutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren unnötig verzögerten. Wie aus einer der RUNDSCHAU vorliegenden Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Chefs der CDU- Landtagsfraktion, Dieter Dombrowski, hervorgeht, gab es allein

gegen den Bau einer Spundwand in Guben 13 Einwände betroffener Bürger, sechs Einwände von Firmen und 71 von Behörden. Ein umfangreicher Schriftwechsel sei zudem mit der polnischen Generaldirektion Umwelt in Warschau zu führen gewesen.

Ein noch krasseres Beispiel ist die Gemeinde Breese im Landkreis Prignitz im Nordwesten Brandenburgs, wo eine kleine Siedlung in der Nähe des Flüsschens Stepenitz als einzige Brandenburger Ortschaft bei der vergangenen Flut komplett unter Wasser stand. Gegen den dort geplanten Deichbau habe es 18 Einwände betroffener Bürger und 109 Einwände von Behörden gegeben. Dombrowski ist vor allem über die hohe Zahl der Einwendungen aus Behörden empört. 

In der Antwort der Regierung findet sich auch eine Prioritätenliste des Landes zu Baumaßnahmen der nächsten Jahre. Demnach sollen 2013/2014 vordringlich die aktuellen Hochwasserschäden behoben werden. Als wichtig angesehen werden ferner die Generalsanierung der Talsperre Spremberg, der Hochwasserschutz für Guben im Einlaufbereich der Egelneiße und die Sanierung des Elbedeiches bei Mühlberg.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.07.2013

 

Grießener Deich wird endlich geflickt

Bauarbeiten könnten laut Brandenburger Landesumweltamt noch im August beginnen

Guben An fünf Stellen gebrochen: Das Hochwasser vor vier Jahren beschädigte den Wasserschutzdeich im Jänschwalder Ortsteil Grießen stark. Auch 2011 hielt der Deich dem Wasser nicht stand. Seitdem kämpft Grießens Ortsvorsteher Hartmut Fort dafür, dass das Land Brandenburg den Deich endlich richtig repariert. Nun hat er Erfolg: Im September (2014) soll tatsächlich gebaut werden.

 

Lange wurde der Grießener Deich nur provisorisch geflickt. Nun bestätigte das Landesumweltamt: Der Bauauftrag ist vergeben. Schon Ende August sollen die Arbeiten beginnen, um den Deich umfassend zu reparieren. Foto: Bodo Baumert

Dabei schrieb Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) vor zwei Monaten auf die Frage ihres Parteifreundes und Landtagsabgeordneten Jürgen Maresch, wann der Deich endlich wieder richtig hergerichtet wird, dass "Hochwasserschutz eines unbesiedelten Gebietes keinen Vorrang vor Deichbaumaßnahmen in städtischen Bereichen genießt (…)".

Deshalb wurde der Deich, der die letzte grüne Oase Grießens, am Rand vom Tagebau Jänschwalde schützt, bisher nur provisorisch ausgebessert.

Doch die Grießener ließen nicht locker. Politik, Presse, Fernsehen – alle holten sie ins Boot, um etwas zu bewirken. So wie es aussieht mit Erfolg: Vier gebrochene Stellen sollen verschlossen werden – zwei Deichbruchstellen am Triebkanal, eine dort, wo Neiße und Triebkanal zusammenfließen und eine Bruchstelle an der Neiße.

Wenn kein Hochwasser oder ein früher Wintereinbruch für Verzug sorgen, soll bereits im November alles fertig sein. Dies geht aus den Antworten auf eine Kleine Anfrage hervor, die ebenfalls Linken-Landtagsabgeordneter Jürgen Maresch an die Brandenburger Landesregierung gestellt hat.

….Denn wie Thorsten Thaddey, Referatsleiter für Hochwasserschutz und Wasserbau beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) berichtet, sei am gestrigen Montag (11.08.2014) der Zuschlag für den Bauauftrag gegeben wurden. Die Kosten für die Reparaturen am Grießener Deich betragen demnach rund 450 000 Euro. "Wir hoffen, dass wir vielleicht schon im August anfangen können, denn momentan ist bestes Bauwetter."

Während die Risse und Lücken im Grießener Deich nun geschlossen werden sollen, wird der Kies der vergangenen Hochwasser erst einmal bleiben. Auch wenn dies aus Sicht von Elvira Hölzner, Direktorin des Amtes Peitz, eine Ursache für den schlechten Abfluss des Wassers ist. Warum zurzeit dort noch nichts passiert, auch dazu äußert sich die Landesregierung in der Kleinen Anfrage. Demnach erfordere die Ausbaggerung der Posener Schlingen eine Beteiligung der polnischen Seite und eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Eine Vorplanung soll bis Ende 2014 erarbeitet sein.

Wie es dann weitergeht, ist ungewiss. Treibgut und Totholz sollen allerdings demnächst entfernt werden, wie es in der Antwort auf die Kleine Anfrage heißt: "Zwischen dem LUGV und der Unteren Naturschutzbehörde wurde abgestimmt, das im Jahr 2014 circa ein Drittel der ufernahen Weidengehölze an den Posener Schlingen entnommen werden darf." Ein Teil davon sei bereits vergangenen Winter beseitigt wurden, der Rest soll noch diesen Herbst weggeräumt werden.

Lydia Schauff

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.08.2014 (auszugsweise)

 

Hochwasserschutz nimmt Fahrt auf

Bau der Spundwand beginnt im Januar / Einlaufwerk an Egelneiße fast fertig

Guben Mit dem Hochwasserschutz an der Gubener Neiße geht es jetzt endlich voran. Herzstück der Drei-Millionen-Euro-Investition ist die Spundwand in der Alten Poststraße. Das Einlaufbauwerk an der Egelneiße soll im kommenden März (2014) fertig gestellt sein. Bauherr für das Mammut-Projekt ist das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Andreas Noack (r.), Bauleiter vom Tief- und Wasserbau Boblitz am Einlaufbauwerk Egelneiße. Foto: S. Halpick

Sandsäcke stapeln sind die Bewohner der Alten Poststraße gewöhnt. Erst im Juni 2013 mussten sie wieder verbissen Sack über Sack packen, um ihr Hab und Gut vor den Wassermassen der Neiße zu schützen. Im Gegensatz zu den beiden Hochwassern im Jahr 2010 kamen sie diesmal jedoch mit nassen Füßen davon.

Das Sandsäcke-Stapeln soll nun aber der Vergangenheit angehören: Der Bau der insgesamt 400 Meter langen Spundwand im Bereich zwischen Hohms Gasse und der Alten Poststraße 21 beginnt am 6. Januar 2014. Darüber informiert Sven Rogoski, Leiter des Fachbereiches Bau- und Instandhaltungsmanagement im Gubener Rathaus. Schon jetzt werden am Neißeufer Bäume gefällt sowie Garagen und Gärten zurückgebaut.

Mit dem Bau der Spundwand werden die Pläne für den Hochwasserschutz an der Neiße in Guben, die seit 2004 in den Schubladen des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) liegen, endlich Realität. "Ich hatte gewettet, dass die Baumaßnahmen nicht mehr 2013 beginnen. Doch diese Wette verliere ich gern", sagt Fred Mahro, amtierender Bürgermeister der Stadt vor dem Umweltausschuss. Rund drei Millionen Euro stellt das Land bereit, um die Gubener Altstadt vor weiteren Hochwasserschäden zu schützen.

Betonarbeiten abgeschlossen

Erster Bauabschnitt ist das Einlaufbauwerk zur Egelneiße. "Die Betonarbeiten sind abgeschlossen, die Restarbeiten werden noch bis März 2014 andauern", sagt Bauleiter Andreas Noack von der beauftragten Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz. Der ursprünglich anvisierte Fertigstellungstermin Ende 2013 konnte Rogoski zufolge aufgrund von Schwierigkeiten mit dem Baugrund nicht gehalten werden.

Der zweite Bauabschnitt ist insgesamt 640 Meter lang, reicht von Hohms Gasse bis hin zur Nordbrücke und gliedert sich in drei Teilbereiche. Zuerst wird die Spundwand von Hohms Gasse bis zur Logopädiepraxis von Kerstin Kunze gezogen. Mit der Fertigstellung rechnet Rogoski Ende September 2014. In ihrer Höhe variiert die Spundwand zwischen 1,30 Meter und 2,35 Meter. Der Blick auf die Neiße soll durch Bullaugen ermöglicht werden. "Auch für die spätere Bewirtschaftung der Mauer ist das Land zuständig, selbst im Fall von Vandalismus muss die Stadt keinerlei Kosten tragen", betont Mahro.

Spundwand bis Plastinarium

Die Spundwand selbst wird erst am Plastinarium enden. Dieser zweite Teilbereich beinhaltet den Bau des Auslaufbauwerkes Egelneiße als Pendant zum fast fertig gestellten Einlaufbauwerk. Mit der Realisierung ist aber erst 2015 zu rechnen. "Mitte 2014 soll das Planfeststellungverfahren beginnen", so Rogoski. Noch ein Jahr später ist dann der Bereich zwischen Plastinarium und Nordbrücke an der Reihe. Hier soll die schon vorhandene Ufermauer saniert werden. Für den dritten Bauabschnitt, der bis zu den Kleingärten in Groß Breesen reicht, gibt es noch keine zeitlichen Planungen.

Ungeklärt ist nach wie vor, ob die Neiße zusätzlich ausgebaggert wird. Aus Sicht der Stadt ist das eine sinnvolle ergänzende Hochwasserschutz-Maßnahme. Insbesondere im Bereich der Oberneiße lagern sich angeschwemmte Flusssande und Kies ab, die die Situation bei Hochwasser weiter verschärfen.

Zum Thema:
Beim Hochwasser im Juni 2013 ist auch der Deich in Grießen wiederholt gebrochen. Ortsvorsteher Hartmut Fort kämpft für eine fachgerechte Reparatur. Bei einem Vor-Ort-Termin mit dem LUGV wurde jetzt zugesichert, dass das Schwemmgut in den Posener Schlingen entfernt und die Weiden am Ufer verschnitten werden. Im Frühjahr (2014) sollen die Löcher im Deich provisorisch geschlossen werden

Silke Halpick 

Quelle: Lausitzer Rundschau; 21.12.2013

 

Guben bekommt Hochwasserschutzwand

Guben. Der Hochwasserschutz in Guben an der Neiße wird ausgebaut. Die Arbeiten laufen seit Wochenbeginn (seit 27.01.2014) - bis März (2014) werde eine Stahlspundwand als Fundament für die eigentliche, rund 270 Meter lange Hochwasserschutzwand errichtet, teilte das Umweltmi­nisterium am Freitag (31.01.2014) mit. Die Gesamtkosten liegen bei drei Millionen Euro.

 "Mit der kompletten Uferwand werden viele Bürger in der Innenstadt von Guben künftig besser vor Hochwasser geschützt wer­den", erklärte Umweltministerin Anita Tack (Linke). dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.02.2014

 

Guben rüstet sich weiter gegen Flut

Hochwasserschutzwand an Neiße in Kürze fertig / Polen will Millionen in Ufersicherung stecken

Guben Die Arbeiten für den Hochwasserschutz an der Neiße kommen voran. Eine Schutzwand wird im nächsten Monat fertig. Das Auslassbauwerk der Egelneiße soll 2015 folgen. Doch das Millionenprojekt zieht sich in die Länge.

 

Mit Argusaugen wacht Bauleiter Andreas Noack über die Arbeiten an der Neiße-Hochschutzwand. Foto: Bernhard Schulz

Mit großen Schritten eilt Bauleiter Andreas Noack über die matschigen Hügel an der Neiße. Der Bauleiter und seine Kollegen von der Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz haben derzeit alle Hände voll zu tun. Bis Ende September soll die Hochwasserschutzwand im Bereich zwischen Hohms Gasse und der Alten Poststraße 21 komplett stehen. "Es geht also in den Endspurt", sagt Noack.

Seit Januar werkeln die Bauarbeiter an der rund 240 Meter langen Spundwand. Nachdem der Bewehrungsstahl auf dem Fundamentstreifen aufgebracht wurde, werden nun die letzten Betonplatten gegossen. Parallel dazu wird ein kleiner Deichweg für Fahrradfahrer und Fußgänger asphaltiert. "Ein Blick auf die Neiße ist trotz der bis zu zwei Meter hohen Wand noch möglich", erklärt Noack. Diesen ermöglichen 16 druckwasserdichte Bullaugen von jeweils 80 Zentimeter Durchmesser.

Der in Kürze fertiggestellte Bauabschnitt ist allerdings nur ein Puzzleteil eines großen Vorhabens für den Hochwasserschutz an der Neiße. Um künftig besser gegen die Fluten gewappnet zu sein, hatte das Landesumweltamt Ende 2013 mit dem Mammut-Projekt begonnen. Zunächst wurde im Mai ein Einlaufbauwerk an der Egelneiße samt Fischpass fertiggestellt.

 

Pläne ruhen in der Schublade

Auch für die weiteren Arbeiten liegen die Pläne längst in der Schublade. An die jetzt errichtete Uferwand schließt sich künftig ein weiteres Stück an, das bis zu einem neuen Auslaufbauwerk der Egelneiße führt – als Pendant zum Einlaufbauwerk. "Wir rechnen Anfang Oktober mit dem Planfeststellungsverfahren dafür", sagt Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser und Bodenschutz im Potsdamer Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV). Wenn alles optimal läuft, könnte der Bau Mitte 2015 starten.

In ferner Zukunft liegt hingegen der Rest des Hochwasserschutz-Projekts. Für eine an das Auslaufbauwerk anschließende Spundwand bis zum Plastinarium ist Augustin zufolge zwar ein Planungsauftrag erteilt worden. Aber einen Bautermin dafür kann er ebenso wenig nennen, wie für die anvisierte Uferwand-Sanierung zwischen Plastinarium und Nordbrücke. Für den letzten Bauabschnitt, der bis zu den Kleingärten in Groß Breesen reicht, gibt es ebenfalls noch keine zeitlichen Planungen.

Ein Umstand, der im Gubener Rathaus auf Unbehagen stößt: "Es stimmt uns traurig, dass es nicht so zügig vorangeht – planerisch ist bereits ein Jahr verloren", erklärt Sven Rogosky, Fachbereichsleiter Bau- und Instandhaltungsmanagement. Nur das gesamte System biete künftig wirksamen Schutz, im Ernstfall würde das Wasser am Ende der bisherigen Spundwand vorbeilaufen, erklärt er.

 

Misere erhöht Gefahr

  

Auf der Gubiner Seite sind Arbeiter derzeit noch damit beschäftigt, die Schäden am Neiße-Ufer vom Juni-Hochwasser 2013 zu beseitigen. Foto: Bernhard Schulz

Nicht das einzige Problem, das Kopfzerbrechen bereitet. Das Juni-Hochwasser 2013 hat das Flussbett der Neiße um mehr als einen Meter verkiest, erklärt der Chef des Gubener Bootsvereins, Joachim Klos. Hinzu komme die Misere der Verlandung. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1953 sei das Neiße-Ufer von Hohms Gasse bis etwa 100 Meter vor dem Zufluss der Egelneiße mit Bombenschutt aufgeschüttet worden. Das auf deutscher und polnischer Seite verkleinerte Flussbett sorgt nun für erhöhte Strömungsgeschwindigkeiten. Das erhöht wiederum die Gefahr von Überflutungen. Aus dem MUGV heißt es diesbezüglich nur: "Die Notwendigkeit der Ausbaggerung wird immer noch geprüft", sagt Wasserexperte Augustin. In der Stadtverwaltung würde ein Aushub in jedem Fall begrüßt: "Zu DDR-Zeiten ist das noch regelmäßig gemacht worden", erläutert Rogosky.

 

Hoffnung auf Förder-Millionen

Auf der Gubiner Seite spielt das Thema Hochwasserschutz ebenfalls eine große Rolle. "Wir erarbeiten derzeit ein neues Konzept, für das Fördergelder 2016 in Aussicht gestellt wurden", bestätigt Bartlomiej Bartczak auf Nachfrage. Der Gubiner Bürgermeister rechnet mit bis zu 13 Millionen Euro aus Warschau. Momentan sei leider nur Geld dafür da, die Uferschäden vom letzten Hochwasser auszubessern. "Aber unsere Regierung hat das Problem erkannt."

Zum Thema:
Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) investiert in den Hochwasserschutz an der Neiße mindestens vier Millionen Euro. Allein die noch laufenden Arbeiten an der Schutzwand zwischen Hohms Gasse und der Alten Poststraße summieren sich auf rund 1,4 Millionen Euro.In Gubin rechnet man für 2016 mit rund bis zu 13 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

Bernhard Schulz

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.08.2014

 

Katastrophenschützer üben an der Neiße

"Hochwasser" überflutet Chemiewerk in Görlitz / Mehr als 100 Rettungskräfte proben mit neuer Technik den Ernstfall

Görlitz Tsunami, Erdbeben, Überschwemmungen – bei großflächigen Katastrophen ist es wichtig, dass Einsatzkräfte aus oftmals unterschiedlichen Ländern reibungslos zusammenarbeiten. Damit dies gelingt, müssen zahlreiche Techniken und Standards geübt und kommuniziert werden. Das Fraunhofer-Institut trainierte gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz das Szenario Hochwasser am Samstag in Görlitz.

Die Einsatzkräfte übergeben den Patienten im Zelt zur Dekontamination.

Foto: Lovis-Marie Trummer

Nahe der Stadthalle, am Ufer der Neiße, ist eine große Absperrung errichtet worden. Für den Samstag (04.10.2014) um 10.30 Uhr ist hier das Training eines EU-Katastrophenschutzprojektes angesetzt. Nur involvierten Mitarbeitern und ausgewählten Beobachtern ist der Zutritt gestattet, denn hier will man heute ungestört einen Feldversuch durchführen.

Das Szenario: Ein Hochwasser ist über die Ufer getreten. Dabei wurde ein Chemiewerk überflutet. Giftige Chemikalien gelangen in die Neiße und verseuchen diese großflächig. Die betroffenen Personen müssen aus dem Wasser gerettet, an Land gebracht, registriert und dekontaminiert werden. Viele Zelte sind aufgebaut, in denen die einzelnen Stationen der Rettung durchgeführt werden. Zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen und an die 100 Einsatzkräfte stehen auf ihren Positionen bereit.

Im Katastrophenschutztraining arbeiten Rettungskräfte aus Deutschland und Polen Seite an Seite. Überprüft wird das Geschehen von offiziellen Partnern des Forschungsprojektes Idira (Interoperabilität von Daten und Verfahren in multinationaler Katastrophenhilfe). Das von der Europäischen Union geförderte Vorhaben steht unter der Führung des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme unter Beteiligung des Deutschen Roten Kreuzes. Innerhalb der Laufzeit von Mai 2011 bis April 2015 wurden bereits einige Szenarien trainiert, so zum Beispiel vor drei Wochen in Österreich das eines Tsunamis oder im kommenden November in Italien der Fall Erdbeben. Insgesamt 18 Organisationen aus sieben EU-Staaten arbeiten am Projekt mit.

Die Testbedingungen in Görlitz sind so real wie möglich. Ein Boot mit Wasserrettungskräften holt einen jungen Mann aus den Fluten und bringt ihn an Land. Per Tablet und Funk teilen Abschnittsleitende dem System mit, wann welcher Schritt erfolgt ist. Aufgrund der chemischen Giftstoffe im Wasser müssen alle Beteiligten aus dem Boot umgehend durch die Feuerwehr dekontaminiert werden. Zunächst wird der Patient im ersten Zelt von Einsatzkräften in weißen Schutzanzügen und Mundschutz aufgenommen. Auf einer Trage und mit der ausgefüllten Karte für Verletzte und Kranke um den Hals gelangt er in das nächste Zelt. Hier erfolgt die Abnahme der Kleidung durch Rettungskräfte in Ganzkörperschutzanzügen und Sauerstoffmasken. Um den Patienten vor Unterkühlung und Nässe zu schützen, wird ihm eine Rettungsdecke übergelegt. Der darunter nackte Patient wird nun der Feuerwehr zur Dekontamination übergeben. Diese erfolgt durch Abduschen der Giftstoffe am Körper in Zelt Nummer drei. An der vierten Station erhält der Patient durch das DRK medizinische Versorgung und ärztliche Betreuung. Anschließend erfolgt die Aufnahme in das Personenauskunftswesen, dieses soll eine verbesserte und schnellere Auskunft für Angehörige ermöglichen. Schließlich wird der Patient zur weiteren Behandlung abtransportiert werden .

Die über die Tablets eingetragenen Informationen und Uhrzeiten machen es möglich, die Abläufe nachzuvollziehen. Neben der Einsatzleitungszentrale können alle Helfer die Situation n Standpunkt der einzelnen Rettungseinheiten verfolgen.

Massimo Cristaldi fungiert als technischer Direktor. Er schätzt das Trainingsszenario zu 60 Prozent als realistisch ein – "es ging ja auch darum, das technische System zu testen". Der Reifegrad TRL (Technology Readiness Level) des Projekts läge ungefähr bei einem Wert von sechs, das heißt: Prototyp in Einsatzumgebung. Auf einer Skala von eins bis neun sagt das TRL aus, wie weit die Technologie entwickelt ist. Dabei bedeutet eins Beobachtung und Beschreibung des Funktionsprinzips und neun das fertig qualifizierte Endprodukt.

Bis die neuen IT- und Kommunikations-Systeme tatsächlich im Katastrophenschutz integriert sind, kann es allerdings noch dauern. Vorher müssen sowohl auf der EU- als auch der Institutsebene zahlreiche Richtlinien und Prozesse durchlaufen werden.

Lovis-Marie Trummer

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.10.2014

 

Deich in Grießen zum dritten Mal gebrochen

Grießen. Der Deich in Grießen (Amt Peitz) ist nach Regenfäl­len zum dritten Mal gebrochen. Ein Loch von 15 mal zwei Metern klafft in dem erst im Dezember (2014) aufgeschütteten Deich. In die provisorische In­standsetzung hat das Land Brandenburg seit 2010 rund zwei Millionen Euro inves­tiert. Nun soll der Hochwas­serschutz für das Areal komplett erneuert werden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.01.2015

 

Anm.: Es ergibt sich die Frage:

Wer ist für diese provisorische Instandsetzung verantwortlich und trägt die Kosten?

 

 

Wiederbelebung eines verschwundenen Flusses

Renaturierung der Malxeaue schreitet voran / Erster Bauabschnitt wird 2016 begrünt

Neugierige Radtouristen können schon jetzt einen Blick auf die künftigen Malxeauen werfen, ein kleiner Radweg führt bereits zum ersten Abschnitt der künftigen Flusslandschaft. Doch noch dauert es Jahre, bis wieder Wasser zwischen Bohrau und Heinersbrück fließt.

 

Cottbus/Bohrau. Die Referentin für Bergbauplanung Birgit Schroeckh von der Cottbuser Vattenfallverwaltung arbeitet seit 2011 an einem Projekt, dass sie noch mindestens zehn weitere Jahre begleiten wird: der Renaturierung der Malxeauen zwischen Bohrau und Heinersbrück, im jetzigen Tagebau Jänschwalde.

Lange vor der Wende war hier das Flussbett der Malxe trockengelegt worden, das Wasser wurde umgeleitet in den Malxe-Neiße-Kanal. Vattenfall ist nun dabei, den im Braunkohleplan festgeschriebenen "vorbergbaulichen Zustand" wiederherzustellen.

 

                                                         

 

                     Die Malxeauen werden sich von Bohrau bis Heinersbrück schlängeln und Pflanzen und Tieren neuen Lebensraum bieten.

                     Foto: Grafik: Vattenfall

Birgit Schroeckh: "Das Wasser soll künftig durch ein rund sechs Kilometer langes Flussbett in den Altarm der Malxe bei Heinersbrück geleitet werden." Der Fluss soll rund zehn Meter breit werden, auf einer Breite von 135 Metern sind naturnahe Auenflächen vorgesehen.

Das erste Drittel des künftigen Flusslaufes ist bereits erkennbar. Hier wurde das vorgesehene Bodenrelief bereits durch Material vom Absetzer geschüttet. Birgit Schroeckh: "Eine große technische Leistung. Die Geologen vom Vorschnitt, die Planer, die Techniker und nicht zuletzt der Baggerfahrer vor Ort müssen sich sehr genau abstimmen, welcher Boden wann auf welchen Untergrund aufgebracht wird, damit wir später eine sichere und naturnahe Fläche bekommen." Wie überall im Lausitzer Bergbau, werden auch hier die wassernahen Flächen mit Rüttelverdichtern behandelt, die Hälfte des ersten Bauabschnittes ist bereits verfestigt. Noch in diesem Jahr wird Vattenfall die Vorschläge zur Bepflanzung einreichen. Einzelne Bäume, heimische Gräser und Lesesteinhaufen sollen eine Landschaft entstehen lassen, die heimischen Tieren und Pflanzen die Ansiedlung ermöglicht. Bereits im kommenden Jahr soll mit der Bepflanzung der ersten Flächen begonnen werden, parallel dazu wird der zweite Bauabschnitt verdichtet.

Im Jahr 2020, so die Planung, wird der Absetzer Heinersbrück erreicht haben und die letzten Meter der Auenlandschaft aufgeschüttet haben. Zwei bis drei Jahre später wird das endgültige, leicht geschlängelte Flussbett geformt. "Wir wollen die Baustelle zur Schaustelle machen", erklärt die Bergbauplanerin. Mit dem Fahrrad soll es möglich sein, die Auenlandschaft von Bohrau bis Heinersbrück zu durchqueren und die Bauarbeiten zu beobachten. "Wir wollen letztlich einen ruhigen Tourismus, keine motorisierten Jeeptouren."

Wann genau dann das Kommando "Wasser marsch" den Fluss zum Leben erweckt, ist unklar. Zunächst müssen alle wasserrechtlichen Verfahren abgeschlossen sein. Auch zu den Gesamtkosten macht Vattenfall noch keine Angaben.

Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer: "Abgerechnet wird am Ende." Sicher aber ist, dass an diesem "Ende" der Grundwasserpegel wieder auf einen vorbergbaulichen Stand von etwa 64 Metern gebracht wird, wie er zuletzt vor 45 Jahren gemessen wurde.

Andrea Hilscher

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.02.2015

 

Guben hofft auf Hochwasserschutz

Landesumweltamt informiert über nächstes Bauvorhaben / Zwei Millionen Euro eingeplant

Guben Der Hochwasserschutz an der Gubener Neiße geht weiter: Das Landesumweltamt rechnet aber erst Ende 2016 mit Baubeginn für die Spundwand und das Egelneiße-Auslaufbauwerk. Zwei Millionen Euro will das Land Brandenburg als Bauherr für den Abschnitt investieren.

                            

"Mit dem Planfeststellungsbeschluss rechnen wir Mitte des Jahres", sagt Marko Oelze vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV). "2016", schiebt er hinterher. Gemeinsam mit Ron Möller vom Ingenieurbüro Prokon stellt er den aktuellen Teilbereich für das Hochwasserschutzprojekt an der Gubener Neiße vor dem Umweltausschuss der Stadt vor. Das Vorhaben umfasst die nahtlose Fortführung der bereits vorhandenen Spundwand im Bereich Alte Poststraße sowie den Bau des Auslaufbauwerkes für die Egelneiße.

Nach "derzeitigem Stand" hofft das Landesumweltamt, "noch im Jahr 2016" mit dem Bau beginnen zu können. Das Geld dafür sei im Haushalt eingestellt, so Oelze. Zwei Millionen Euro seien eingeplant. Die tatsächliche Summe steht erst am Ende des Planfeststellungsverfahrens fest, heißt es.

Ganz einfach ist der Bau der 160 Meter langen Spundwand in dem von Wohnhäusern geprägten Bereich jedoch nicht: Weil man "rückwärts nicht an die Neiße rankommt", wie Ron Möller erklärt, sei eine Aufschüttung des Flussufers während der Bauzeit erforderlich. "Im Fall eines Hochwassers wird die Situation für die Stadt dadurch aber noch schwieriger", befürchtet Klaus Schneider, CDU-Stadtverordneter.

"Ein vollständiger Hochwasserschutz für Guben ist erst gewährleistet, wenn die Maßnahme komplett abgeschlossen ist", sagt auch Sven Rogosky, Bau-Fachbereichsleiter im Gubener Rathaus. Er ist dennoch optimistisch. Mit jedem fertiggestellten Bauabschnitt verringere sich im Hochwasserfall schließlich auch die Zahl der Sandsäcke, die gestapelt werden müssen, begründet er.

Wenn das Auslaufbauwerk für die Egelneiße steht, ist der zweite Teil des zweiten Bauabschnittes abgeschlossen. Dann folgt nur noch auf der Zielgeraden der dritte und letzter Abschnitt: die Rekonstruktion der Uferwand zwischen Plastinarium und Nordbrücke. Doch dafür gibt es aktuell noch keine zeitliche Planung.

Wichtig ist jetzt erst einmal das Auslaufbauwerk für die Egelneiße. Darin sind sich die Experten einig. Die Egelneiße ist ein Bach, der sich durch die Gubener Altstadt schlängelt und dann seinen Weg zurück in Neiße findet. In die Egelneiße wird mittlerweile aber auch das Regenwasser eingeleitet. Das Szenario für den Hochwasserfall sieht folgendermaßen aus: Sollte der Neißepegel steigen, werden Ein- und Auslaufbauwerk geschlossen, die Egelneiße ist abgeschottet. Steigt beispielsweise durch Starkregen auch noch der Pegel der Egelneiße, kann das Wasser über zwei Pumpen in die Neiße geleitet werden. Fazit: Die Häuser in der Altstadt sind sicher. Das System funktioniert aber erst, wenn das Auslaufbauwerk steht. Das Einlaufbauwerk samt Fischpass ist bereits seit Mai 2014 fertig.

Eigentlich sollte bereits Mitte 2015 mit dem Bau begonnen werden. Als Gründe für die Verzögerung von mehr als einem Jahr führte das Landesumweltamt bisher "fehlende Bearbeitungskapazitäten" sowie "zusätzlich erforderlich gewordene naturschutzfachliche Planungen" an.

 

Zum Thema:


Rund vier Millionen Euro hat das Land Brandenburg bereits in den Hochwasserschutz in der Neißestadt investiert. Angefangen mit den Planungen wurde bereits vor 15 Jahren.Auch die polnische Seite plant Maßnahmen im Gesamtumfang von rund sieben Millionen Euro, wie Sven Rogosky, Fachbereichsleiter im Gubener Rathaus informiert. Der Schwerpunkt liege hier jedoch auf dem Neiße-Nebenfluss Lubsza (Lubst).
Silke Halpick

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.09.2015

 

Hängepartie bei Hochwasserschutz entlang der Gubener Neiße

Zeitplan für die Fortführung der Spundwand offen / Guben empört über Hinhaltetaktik

Guben Rund 1,8 Millionen Euro will das Land Brandenburg in den Hochwasserschutz entlang der Gubener Neiße investieren. Für Empörung sorgte beim Erörterungstermin am Donnerstag im Rathaus die Information, dass der Zeitplan für die Umsetzung des Projektes noch völlig offen ist.

Der erste Abschnitt der Spundwand in der Alten Poststraße steht bereits. Wann der zweite Teil folgt, ist jedoch offen. Foto: S. Halpick

… Das Projekt ist bereits zeitlich stark in Verzug. Der ursprünglichen Planung zufolge sollte bereits Mitte 2015 mit der Umsetzung begonnen werden. Ziel ist, die bereits stehende Spundwand in der Alten Poststraße auf einer Länge von 160 Metern weiterzuführen sowie das Auslaufbauwerk für die Egelneiße zu bauen. Als Gründe für den Verzug von bisher mindestens zwei Jahren hat das Landesamt für Umwelt als Vorhabenträger in der Vergangenheit immer "fehlende Bearbeitungskapazitäten" angegeben.

… Beim letzten Hochwasser im Jahr 2013 ist Guben nur knapp einer Katastrophe entkommen. Tag und Nacht haben damals Einsatzkräfte der Feuer- und Bundeswehr sowie viele freiwillige Helfer in Hohms Gasse Sandsäcke gestapelt. Kniehoch standen sie im Wasser. Der Damm hat letztlich gehalten und die angrenzenden Wohnhäuser weitgehend vor den Neißefluten geschützt. Nur einige Gebäude wenige standen unter Wasser, darunter beispielsweise die Villa in der Alten Poststraße 21.

Genau vor diesem Haus endet jedoch der erste Teil der im Jahr 2014 gebauten und vom Land finanzierten Spundwand. Der Bereich gilt nach wie vor als neuralgischer Punkt bei einem neuen Hochwasserfall.

…Die Stadt Guben drängt auf eine schnelle Fortführung der Hochwasserschutz-Maßnahmen und signalisiert auch im Rahmen des Erörterungstermins eine hohe Kompromissbereitschaft bei strittigen Fragen. So wird beispielsweise in der offiziellen Stellungnahme der Stadt auf die starke Versandung der Neiße hingewiesen und eine Erhöhung der Spundwand um 50 Zentimeter vorgeschlagen. Letztlich gibt man sich aber mit der Aussage des Landesumweltamtes zufrieden, dass die Anlage "nicht zu knapp" berechnet wurde. Auch hinsichtlich des geforderten Graffitischutzes wollen Stadt und Landesumweltamt lediglich im Gespräch bleiben.

Das Landesbüro der anerkannten Umweltverbände drängt darauf, dass die vereinbarten Ersatzmaßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden, was die zuständige Behörde zusichert. Nicht durchsetzen kann sich hingegen der Gewässerverband Spree-Neiße mit seiner Forderung nach einer besseren Zuwegung für die Egelneiße. Diese sei "vollkommen zugewachsen" und derzeit nur per Fuß zugänglich, betont Verbandsingenieur Ulrich Fehlig. Aus Sicht der Planer gibt es für einen Bewirtschaftungsweg jedoch keinen Spielraum.

Silke Halpick

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.09.2016 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/regionen/spree-neisse/guben/Haengepartie-bei-Hochwasserschutz-entlang-der-Gubener-Neisse;art1051,5592218

 

 

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