In Form einer Chronologie

an dieser Stelle das Wichtigste über den Verlauf der Hochwässer in der Spree, der Schwarzen Elster und in

der Lausitzer Neiße im September / Oktober 2010:

(Stand: 01.03.2016)

 

Alarm an Lausitzer Flüssen

 Dauerregen zwischen Elbe und Neiße / Keller vollgelaufen /Äcker überflutet

Cottbus." Dauerregen in der Lausitz. Seit Samstagmittag (25.09.2010) gibt es flächendeckend Niederschlag. Die Pegel von Spree und Neiße steigen an.

Am Oberlauf der beiden Flüsse hat sich am Montagnachmittag die Lage zugespitzt. Für die Neiße wurde die Alarmstufe 4 vorhergesagt. Feuerwehren in der Oberlausitz haben sich auf die Ausgabe von Sandsäcken vorbereitet. Erhöhte Pegelstände gibt es auch an den Spree-Nebenflüssen Schwarzer und Weißer Schöps sowie an der Schwarzen Elster. Die Behörden haben überall in der Region Unwetterwarnungen herausgegeben.

"Ein solcher Dauerregen ist für den September eher untypisch", erklärt Mario Fellmann vom Deutschen Wetterdienst in Cottbus gegenüber der RUNDSCHAU.

Er könne sich in seiner 45-jährigen Tätigkeit nicht an derart flächendeckenden September-Niederschlag erinnern. Während der Wetterexperte prognostiziert, dass das Regengebiet am heutigen Dienstagmittag (28.09.2010) durchgezogen ist, waren am Montag (27.09.2010) in der Region zahlreiche Keller vollgelaufen. In Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) musste die Feuerwehr zum Dauereinsatz ausrücken, weil Regenentwässerungen das Wasser nicht mehr aufnehmen konnten.

Land unter hieß es auch im Elbe- Elster-Kreis. Aquaplaning auf den Straßen führte zu Unfällen. Die Chefin der Agrargenossenschaft Elstertal Plessa, Kerstin Hennig weist auf mehr als 1000 Hektar überflutete Flächen. „Das Futter wird knapp, wir müssen zu kaufen", sagte sie. Eig.Ber./ta

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.09.2010

 

Nach dem Regen kommt die Flut

Alarmstufe 4 an Neiße, Elster und Pulsnitz / Keller unter Wasser / Straßen gesperrt

Cottbus. Überflutete Straßen. vollgelaufene Keller - die Lausitz kämpft erneut mit Hoch­wasser. Am Neiße-Oberlauf gilt die Alarmstufe 4. Diese Marke erreichten in der gestrigen Nacht auch die Pegel der Schwarzen Elster in Bad Liebenwerda und ihres Nebenflusses Pulsnitz in Ortrand.

Für die Spree am Pegel Spremberg wurde die Stufe 4 in den frühen Morgenstunden (29.09.2010) erwartet.

Von Christian Taubert

Infolge des Dauerregens standen am Dienstag (28.09.2010) vielerorts in der Region Keller, Grundstücke, Straßenabschnitte und Felder unter Wasser. Zum Schutz der Deiche würden wie beim Sommer-Hochwassser Sandsä­ke bereitgestellt, zudem würden Katastrophenstäbe gebildet, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in Potsdam.

Im Kreis Görlitz hatte sich die Situation nach Angaben des Katastrophenschutzstabes in der Nacht zum Dienstag (28.09.2010) zunächst zugespitzt. Der öffentliche Personennahverkehr war wegen überfluteter Straßen eingeschränkt. Während sich bis zum Mittag die Situation dort bereits entspannt hatte, war am Spree-Pegel in Spremberg die Alarmstufe 3 ausgerufen und die höchste Gefahrenstufe vorhergesagt worden.

Zwischen Elbe-Elster-Kreis und Senftenberg war unterdessen vielerorts Land unter. Deshalb wurden in Elsterwerda die B 101 und bei Senftenberg die B 169 gesperrt. Zudem waren die Autobahnauffahrt Ortrand und die A 13 in diesem Bereich nicht mehr befahrbar. Die Feuerwehren fuhren pausenlos Einsätze, um die auch aus den Flüssen Schwarze Elster und Pulsnitz stammenden Wassermassen abzupumpen, informierte die Polizei in Senftenberg. Wie die Kommunale Wohnungsgesellschaft der Stadt mitteilte, liefen mehr als 200 Keller voll.

Im Raum Elsterwerda und im Spree-Neiße-Kreis haben Bauern ihr Vieh von überschwemmten Weiden holen müssen.

In der Nacht spitzte sich die Lage bei Elsterwerda zu. An der Schwarzen Elster wurde die Freiwillige Feuerwehr von ei­nem Deichabschnitt abgezogen, der zu brechen drohte. Die Sicherheit der Feuerwehrleute konnte nicht mehr garantiert werden.

Zwischen dem Fläming und der sächsischen Oberlausitz sind in den vergangenen drei Tagen (von Freitag, 24.09.2010 bis Montag, 27.09.2010) teils mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen,

teilte der Wetterdienst Meteomedia mit.

Im Internet: Mehr Bilder aus der Lausitz zum Hochwasser finden Sie unter

www.lr-online.de/bilder

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.09.2010

 

Anm.: Am Mittwoch, 29.09.2009, 8.00 musste für Spremberg die Alarmstufe 4 ausgerufen werden.

 

Cottbuser Grundstücke unter Wasser

Kahren und Gallinchen stark betroffen / Spreepegel soll steigen

... Zur Entlastung des Kahrener Abwassersystems wurden die Wassermassen in den Ortsteil Branitz abgepumpt.

In Gallinchen musste am Tschugagraben durch die Feuerwehr ein provisorischer Graben (???) errichtet werden. Damit sollte das Regenwasser

um einen verstopften Durchlass geleitet werden. ...

(Frage: Warum können die Anwohner in derartigen Situationen  nicht zum

Freihalten der Durchlässe verpflichtet werden??)

 ... Die Wasser- und Bodenverbände hatten Mitarbeiter in die Cottbuser Ortsteile geschickt, um

verstopfte Durchlässe frei zuräumen und den Wasserabfluss zu regulieren.

 

"Eines der Hauptprobleme besteht darin, dass nicht alle Gräben frei sind",

sagte der Cottbuser Umweltamtsleiter Thomas Bergner. ...

 

 

Cottbuser Hobbymeteorologe misst 100 Liter Regen an drei Tagen

Kanu-Fahrt auf überfluteter Wiese bei Zahsow

Cottbus. Vom vergangenen Freitag, 15 Uhr, bis zum gestrigen Dienstag, 8 Uhr, sind in der Stadt Cottbus 100,7 Liter Regen je Quadratmeter gefallen.

Das hat der Schmellwitzer Hobbymeteorologe Erich Wunderlich ermittelt. Nach seinen Aufzeichnungen ergibt das für den September eine Gesamtstumme von knapp 135 Litern. "Der Durchschnitt in der Stadt im Monat September liegt bei rund 50 Litern", sagt Wunderlich.

Im Jahr 2005 habe es mit 70 Litern ebenfalls einen sehr feuchten September gegeben. Kaum geregnet hatte es laut Wunderlich hingegen im Jahr 2006. "Da habe ich für den gesamten Monat 3,5 Liter gemessen, das war wiederum ein Extrem in die andere Richtung", sagt der Hobby-Wet­terfrosch.

Für die restlichen Tage des Septembers gibt Erich Wunderlich Entwarnung. "Der große Regen ist durch, da kommt bis zum Wochenende kaum noch etwas dazu", sagt er.

In Zahsow hat am Dienstag (28.09.2010 )Ulli Meier aus der Not eine Tugend gemacht. Er holte sein  Kanu von seinem naheliegenden Grund­stück und machte gemeinsam mit Ortsvorsteher Martin Wehlan eine kleine Bootstour auf den sonst von einem Landwirtschaftsbetrieb bewirtschafteten Wiesen.

"Das Wasser stand teils bis zu 50 Zentimeter hoch", sagt der Zahsower Rudolf Fischer. "So viel Wasser gab es etliche Jahre nicht", staunte auch Martin Wehlan über die vielen kleinen Seen, die sich allerorts gebildete hatten. Auch in anderen Orten rund um Cottbus waren die Wasser­gräben übergelaufen, sodass sich die Bilder ähnelten. sh bild: Zahsow

 

Zum Thema:

Talsperren-Baustelle wird erneut geflutet.

Die Baustelle in der Talsperre Spremberg ist am Dienstag (28.09.2010) laut Cottbuser Stadtverwaltung zum zweiten Mal in diesem Jahr geräumt worden, um das Speicherbecken wieder füllen zu können.

Für Mittwoch (28.09.2010) und Donnerstag (30.09.2010) wird damit gerechnet, dass aus der Talsperre Spremberg 50 Kubikmeter Wasser je Sekunde in die

Spree abgegeben werden. 

Eine Menge, die Cottbus ohne große Probleme verkrafte, heißt es aus dem Rathaus. Am Dienstag (28.09.2010) wurden am Pegel Sandow 13,5 Kubikmeter je Sekunde

gemessen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.09.2010

 

Die Region kämpft gegen die Fluten

Evakuierungen im Elbe-Elster-Kreis / ...

Cottbus. Die Hochwasserlage in Südbrandenburg und Sachsens angrenzenden Regionen hat sich am Mittwoch (29.09.2010 )dramatisch zugespitzt. Die Menschen in der Region kämpfen gegen die Fluten. Im Elbe-Elster-Kreis herrscht Katastrophenalarm. Am Nachmittag begann die Evakuierung in der Innenstadt von Elsterwerda.

In der Stadt (Elsterwerda) gilt die Alarmstufe 4. Das Wasser in der Schwarzen Elster ist auf rund 3,50 Meter Höhe angeschwollen. In Elsterwerdas Innenstadt hatten zuvor die meisten der 2500 Betroffenen ihre Wohnungen verlassen, sagte eine Polizeisprecherin. Für 500 Menschen stünden Notunterkünfte bereit. Viele Einwohner kamen bei Verwandten und Bekannten unter, andere zogen in höhere Stockwerke. Rund 150 Patienten des Krankenhauses wurden in Kliniken in Finsterwalde und Herzberg gebracht.

Auch das Zentrum im benachbarten Bad Liebenwerda ist akut vom Hochwasser bedroht. Der Wasserstand (der Schwarzen Elster) überstieg den Wert der Stufe 4 um mehr als 30 Zentimeter und lag bei über 3,50 Me­ter. Etwa 250 Rettungskräfte waren im Einsatz. Mit einer Evakuierung ist jedoch nach Auskunft des Katastrophenstabes vorerst nicht zu rechnen.

In Spremberg, wo gleichfalls die Alarmstufe 4 ausgerufen wurde, musste das Klärwerk abgeschaltet werden. Behörden sprachen von der dramatischsten Situation für die Stadt seit langer Zeit. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der gestern (29.09.2010) auch die Stadt an der Spree besuchte, bezeichnete das Hochwasser in der Lausitz als das bislang schlimmste des Jahres. Mit Blick auf die Schwarze Elster sprach er von "historisch höchsten Wasserständen".

 

Im sächsischen Sagar (Lausitzer Neiße, Kreis Görlitz) brach unter dem Druck des Wassers ein Damm.

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Die wegen des Hochwassers gesperrte Autobahn A 13 Dresden-Berlin konnte am Mittwochnachmittag (29.09.2010) in Richtung Berlin wieder freigegeben werden. dpa/bl

 

                                          

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.09.2010

 

 

Durchgeweichte Deiche könnten an Spree und Neiße Problem werden

 

Cottbus. Erneut wälzt sich auf Spree und Neiße eine Hochwasser-Weile nach Brandenburg. Die anliegenden Ortschaften sieht Matthias Freude, der Präsident des brandenburgischen Landesumweltamtes. jedoch nicht von Evakuierung bedroht.

Herr Freude, wann erreicht das Hochwasser von Spree und Neiße im Süden Brandenburgs seinen Höchststand?

In Spremberg ist der Scheitelpunkt der Spree-Flutwelle schon am Mittwoch (29.09.2010) erreicht worden.

In Bademeusel erreicht die Neiße ihren Höchststand in der Nacht auf Donnerstag(29./30.09.2010). Ungefähr einen Tag später (30.09.2010) wird es in Forst ankommen. Die Pegelstände werden diesmal zwar nicht ganz so hoch sein wie bei dem Hochwasser vor sieben Wochen, aber vo­raussichtlich mehrere Tage nicht deutlich sinken.

Müssen sich an Spree und Neiße Ortschaften auf Evakuierungen einrichten, wie das im Elbe-Elster-Kreis bereits geschehen ist?

Nein, in Spremberg werden maximal die Alarmstufe 4 ausgerufen und Sandsäcke gestapelt. In Cottbus dürfte die Alarmstufe zwei ausrei­chen. Dabei muss ein Kontrolldienst eingerichtet werden und sich der Katastrophenstab mit Firmen abstimmen, die Arbeitskräfte,  Hochwasserschutzmaterial und Transportraum zur Verfügung stellen, falls sich die Lage weiter verschärft.

Kann das Spree-Hochwasser aus Sachsen in der Talsperre Spremberg zunächst wieder aufgefangen und dann nach und nach ab­gelassen werden, so wie das schon vor sieben Wochen gut funktioniert hat?

Ja, die Talsperre Spremberg wurde am Mittwoch (29.09.2010)geöffnet, nachdem zwei sächsische Talsperren bereits fast randvoll gelaufen waren. In Spremberg strömten 92 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Talsperre ein, 100 Kubikmeter werden es noch werden. Ablassen werden wir stufenweise erst 30, dann 40, schließlich 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Mit dieser Regulierung können wir das Hochwasser dreieinhalb Tage festhalten. Das müsste reichen, um die Situation zu meistern.

Ist ein zweites Hochwasser innerhalb von so kurzer Zeit nicht problematisch?

Die Abläufe bei der Hochwasser-Abwehr sind jetzt natürlich richtig gut eingespielt. Das kommt uns jetzt zugute. Es gibt aber auch einen Nachteil. Gerade an der Neiße sind die Deiche nach dem letzten Hochwasser noch etwas durchgeweicht. Das könnte für uns zum Problem werden.

Mit Matthias Freude sprach Daniel Preikschat

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.09.2010

                                                                                   

 

 

... ohne Kommentar ...

 

Land unter Beobachtung (auszugsweise)

Post aus Potsdam

Von Johann Legner

Matthias Platzeck hat am Donnerstag (30.09.2010) vorläufig seine Herbst-Karriere als Deichläufer beendet, die Staatsgeschäfte riefen ihn zur Bundeskanzlerin und seinen anderen Ministerpräsidentenkollegen.

Die Hochwasser im Lande sind inzwischen ja auch so zahlreich, dass ein Landesvater in den immer gleichen Stiefeln und mit dem immer sorgenvollen Blick auf die steigenden Wassermassen in Gefahr gerät, als moderner Don Quichotte der nassen Mark wahrgenommen zu werden.

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 PS: Lobenswert ist es immerhin, dass Platzeck sich deswegen am Freitag in ein anderes Krisengebiet des Landes aufmachte und seinen Wahlkreis in der Uckermark beehrte. Denn dort tut sich nach wie vor nicht allzu viel auf dem Arbeitsmarkt und alles wartet auf die Stellenflut.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.10.2010

 

Keine Entwarnung an der Schwarzen Elster

Alarmstufe 4 gilt weiter / Sinkende Pegelstände am Wochenende / Entspannl

Potsdam/Herzberg/Boxberg. In den Hochwassergebieten war die Lage am Freitag (01.10.2010) trotz sinkender Wasserstände zum Teil angespannt geblieben. An der Schwarzen Elster im Elbe-Elster-Land und Sachsen-Anhalt bestand weiter die höchste Alarmstufe 4. Der kleine Ort Waltersdorf wurde vollkommen von Wassermassen umschlossen. Für das Wochenende erwarten die Behörden weiter fallende Pegel. In Sachsen hat sich die Lage bereits entspannt.

Von Peter Jähnel

Das Wasser schwappte schon über die Deichkronen, doch die Dämme hielten: Der tagelange Druck des Hochwassers im Süden Brandenburgs wird auch am Wochenende für bange Blicke der Anwohner sorgen.

Die Schwarze Elster werde am Pegel Herzberg voraussichtlich erst in der Nacht zum Sonntag (02./03.10.2010) unter die höchste Stufe 4 fallen, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, am Freitag.

Die Scheitelwelle des Nebenflusses der Elbe erreichte am Freitagmorgen (01.10.2010) in Herzberg ihr Maximum bei 3,69 Meter, das ist mehr als doppelt so hoch wie sonst.

 

Derweil fließt der Scheitelpunkt des Neiße-Hochwassers nun in die Oder, wo zwischen der Neiße-Mündung bei Ratzdorf und Frankfurt (Oder)

die Alarmstufe 2 galt. Dort sei für Sonntag (03.10.2010) mit einem Anstieg auf die Stufe 3 zu rechnen, sagte Freude.

 

Die Wasserstände der Spree in Spremberg und der Neiße in Guben sanken. Sie bewegten sich im Bereich der zweithöchsten Stufe 3 - was noch dreimal höher ist als sonst um diese Jahreszeit. In der polnischen Schwesterstadt Gubin überschwemmte die Neiße mehrere Straßen der Innenstadt.

 

Für Cottbus galt die Alarmstufe 1.

Im Elbe- Elster- Land waren mehr als 1600 Helfer pausenlos bemüht, undichte Stellen in den brüchigen Deichen der Schwarzen Elster zu befestigen und Keller auszupumpen. Zwei Hubschrauber der Bundeswehr transportierten seit dem Morgen Sandsäcke zu einem gefährdeten Deichabschnitt bei Uebigau-Wahrenbrück.

Dort kam es in der Nacht zu einer Überschwemmung. Das Wasser strömte auf einer Länge von 40 Metern über die Deichkrone, berichtete der Katastrophenstab in Herzberg. Menschen seien aber nicht gefährdet. Die Evakuierung der Innenstadt von Elsterwerda dauerte vorerst an.

Allerdings können die Anwohner von Elsterwerda und Bad Liebenwerda langsam aufatmen. "Die Lage wird dort nicht schlimmer", schätzte Amtschef Freude ein. Im Herzberger Gewerbegebiet wurde eine zweite Verladestation für Hubschrauber eingerichtet.

Zur Entlastung der Spree werden seit Freitag (01.10.2010) aus der Talsperre Spremberg 75 Kubikmeter pro Sekunde abgelassen, zehn mehr als am Donnerstag (30.09.2010). Dadurch steigt der Pegelstand im 15 Kilometer entfernten Cottbus, wo am Wochenende (02./03.10.2010) die Alarmstufe 2 erwartet wird. Wie schon beim Hochwasser im August wurden die Ufer gesichert.

Mehrere Schulen im Elbe- Elster­Kreis sollen weiterhin geschlossen bleiben.

Dramatisch gestaltete sich der gestrigen Tag in dem 20-Seelen-Ort Waltersdorf (Kreis Wittenberg) in Sachsen-Anhalt - direkt an der brandenburgischen Grenze. Er war vollkommen von der Umwelt abgeschnitten, weil das Hochwasser der Schwarzen Elster nach einem Deichbruch Straßen überflutet hatte. "Helfer vom Deutschen Roten Kreuz sind mit zwei Booten unterwegs, um die Einwohner in Sicherheit zu bringen“, sagte die Sprecherin des Landkreises, Angelika Vorig.

                                                                    

 

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Während an der Schwarzen Elster noch Hunderte Helfer gegen die Wassermassen kämpften, entspannte sich die Lage in der sächsischen Lausitz am Freitag (01.10.2010) weiter.

Der Pegel des Schöps bei Boxberg (Kreis Görlitz), der noch am Donnerstag (30.09.2010) einen historischen Höchststand von 4,58 Meter erreicht hatte, sinkt inzwischen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02./03.2010

 

Hilfe für Schwarze- Elster- Deiche

Anhaltend hoher Druck auf die Dämme - Hochwasser geht langsam zurück

Herzberg. Die Wassermassen gehen langsam zurück, doch der Druck auf die Deiche in den Hochwassergebieten Brandenburgs blieb am gestrigen Sonntag (03.10.2010 )unverändert hoch. Keine Entwarnung also. "Die Wälle sind weich wie Pudding", heißt es aus dem am stärksten betroffenen Hochwassergebiet an der Schwarzen Elster.

In Südbrandenburgs Flutgebieten sind die Helfer trotz zurückgehender Fluten weiter im Dauereinsatz. Die Wassermassen drückten am Sonntag im Überschwemmungsgebiet Elbe- Elster noch immer auf die völlig durchfeuchteten Deiche, sagten Experten.

Deich noch nicht dicht

An der Schwarzen Elster in Sachsen-Anhalt galt weiter Katastrophenalarm. Trotz des Einsatzes von 600 Helfern sei es immer noch nicht gelungen, den am Donnerstag (30.09.2010) gebrochenen Deich bei Meuselko wieder restlos zu schließen.

"Aber wir sind zuversichtlich, dass dies bald gelingt." "Die Situation ist unverändert angespannt", sag­te die Sprecherin des Landkreises Wittenberg an der Schwarzen Elster, Angelika Vorig, am Sonntag.

 

            

 

 

 

 

 

Zwar sei der Pegelstand des Flusses in Löben seit Samstag um etwa 20 Zentimeter auf rund drei Meter gesunken, doch der Druck auf die Deiche sei nach wie vor enorm.

"Die Wälle sind weich wie Pudding." Bislang seien die Deiche mit etwa 700 000 Sandsäcken verstärkt worden. Der Scheitel des Hochwassers an der Schwarzen Elster hatte in der Nacht zum Sonntag (02./03.10.2010) den Landkreis Wittenberg erreicht.

In der Schwarzen Elster komme zwar kein weiteres Wasser hinzu, aber es könne auch nicht schnell abfließen, sagte eine Sprecherin der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg. Grund sei unter anderem der Wasserstau auf der angeschwollenen Elbe, in die der Fluss mündet.

Kontrolle rund um die Uhr

Schutz vor Brüchen seien seit vergangenem Mittwoch (29.09.2010 )weit mehr als 100 Schadstellen ausgebessert worden, teilten die Behörden mit. Die Einsatzkräfte, die von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt werden, arbeiten ständig an der Sicherung der Schutzdämme. Größere Deichschäden und Überflutungen habe es in Saat­hain gegeben.

In Südbrandenburg wurden 179 Kilometer Deiche rund um die Uhr kontrolliert dpa/bl

Gaffer gefährden Deichsicherheit

"Sofort runter von den Deichen!" So lautete die unmissverständliche Aufforderung der Polizei am Sonntag (03.10.2010) für Hochwasser-Touristen im Landkreis Eibe-Elster in Brandenburg. Bei warmer Herbstsonne waren Schaulustige über die aufgeweichten Deichanlagen an der Schwarzen Elster und den Nebenarmen spaziert, berichtete die Polizei in Finsterwalde. Die Menschen würden sich damit ohne nachzudenken in akute Lebensgefahr bringen. Zudem verstoßen die "Hochwasser-Gaffer" auch noch gegen amtliche Anordnungen. Seit der Auslösung des Katastrophenalarms sei es verboten, Deiche und Dämme entlang der Schwarzen Elster, Pulsnitz und Kleinen Röder zu befahren oder zu betreten.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.10.2010

 

Stadtverwaltung hebt Hochwasser-Alarm auf   (Anm.: Es ergibt sich wieder die Frage: Vor welchem Hochwasser  sollte in Cottbus gewarnt werden?) 

Cottbus. Die Hochwasseralarmstufe für die Stadt Cottbus ist am Sonnabend (02.10.2010) aufgehoben worden. Wie der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Peter Lewandrowski, weiter mitteilt, gibt die Talsperre Spremberg jedoch weiterhin erhöhte Wassermengen ab. Die Hochwasserschutzanlagen im Stadtgebiet seien stabil. "Der Führungsstab der Feuerwehr arbeitet weiter", erklärt Lewandrowski. "Die Käthe-Kollwitz- Brücke und der Wernersteg bleiben für den gesamten Verkehr gesperrt, die Brücke an der Kutzeburger Mühle für den Fahrzeugverkehr." Die Radwege beiderseits der Spree seien jedoch wieder befahrbar. wr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.10.2010

 

Aufatmen in Elsterwerda – Bangen in Herzberg

Herzberg/Wittenberg Noch immer drücken die Wassermassen gegen die durchweichten Deiche in Südbrandenburg.

Dennoch: Bei langsam sinkenden Pegelständen lässt der Druck nach und die Hochwasserlage an der Schwarzen Elster beginnt sich leicht zu entspannen, wie das Innenministerium am Montag in Potsdam mitteilte.

Für Teile des Landkreises Elbe-Elster sei der Katastrophenalarm aufgehoben worden. Aber noch immer waren laut Ministerium fast 650 Helfer im Einsatz. Von Entwarnung sei noch keine Rede.

Auch in der Hochwasserregion um Elsterwerda beginnt sich das öffentliche Leben langsam wieder zu normalisieren. Am Montag nahm das Elbe-Elster-Klinikum Schritt für Schritt seinen Betrieb wieder auf, wie die Leitung mitteilte. Auch die geschlossenen Schulen in Bad Liebenwerda, Elsterwerda und Herzberg sollen einem Kreissprecher zufolge am Dienstag wieder öffnen. Laut Innenministerium wurde die Evakuierung für Teile der Stadt Elsterwerda aufgehoben. Nach wie vor müssten aber die Deichanlagen in der Ortschaft Friedrichsluga bis zum Schöpfwerk Herzberg gesichert werden. Dort fiel eine Pumpe aus. Daher setzt das Technische Hilfswerk (THW) seit Sonntag mehrere Hochleistungspumpen ein, um die Lage zu stabilisieren. Unterstützt wird es von neun polnischen Feuerwehrleuten. Im Kampf gegen das Hochwasser ist außerdem die Bundeswehr mit rund 120 Soldaten im Einsatz, 26 Helfer und fünf Boote stellt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zur Verfügung.

Im Nachbarland Sachsen-Anhalt allerdings ist die Lage im Hochwassergebiet an der Schwarzen Elster (Kreis Wittenberg) weiterhin ernst. In der Region nahe der brandenburgischen Landesgrenze herrscht seit Donnerstag Katastrophenalarm. Rund 500 Helfer stapelten an den Deichen am Montag unermüdlich Sandsäcke, um Ortschaften zu schützen.

»Die Schwarze Elster hat einen Wasserstand von drei Metern. Das ist nach wie vor Rekordniveau für den Fluss«, sagte der Sprecher des Landkreises Wittenberg, Ronald Gauert. Der Druck auf die teils sehr alten Deiche sei nach wie vor groß. Auch Bewohner unterstützten die Arbeiten, befüllten etwa Sandsäcke oder versorgten die Helfer.

Der am Donnerstag (30.09.2010) gebrochene Deich bei Meuselko konnte wieder abgedichtet werden, wie der Landkreis Wittenberg am Montag mitteilte. Zwei alte Strommasten seien von Hubschraubern quer an der Bruchstelle verankert worden. Dadurch konnten die Sandsäcke so positioniert werden, dass das Wasser sie nicht wegspült.

In Ortschaften der Region standen Straßen und Häuser weiter unter Wasser, Menschen bewegten sich in Gummistiefeln aus ihren Häusern. Die meisten Anwohner hätten das Angebot des Landkreises nicht angenommen, vorübergehend in eine Turnhalle zu ziehen.

Die Anrainer des Grenzflusses Oder konnten bereits aufatmen: »Die Alarmstufe 3 werden wir definitiv nicht erreichen«, hieß es am Montag (04.10.2010) aus dem Hochwassermeldezentrum in Frankfurt (Oder).

Hintergrund dafür sei, dass die Wasserstände des Bober und der Lausitzer Neiße sinken würden. dpa/beo

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.10.2010

 

Ein Blick auf das Abflussgeschehen in der Spree unterhalb von Cottbus:

 

Entspannung: Spree-Hochwasser bleibt im Flussbett

Lübbenau/Lübben. Nur langsam steigende Pegel in Lübben und Leibsch haben am Montag dafür gesorgt, dass die Alarmstufe 1 beibehalten werden konnte. Allerdings bewegt sich das Wasser am Pegel in Leibsch nur wenige Zentimeter unter dem Richtwert für das Ausrufen der Alarmstufe 2.

Diese könne noch erreicht werden, teilte das Hochwassermeldezentrum in Cottbus mit. Bislang aber blieb das Spree-Hochwasser im Flussbett. Für die Spree zwischen Lübbenau (Fluss-Kilometer 186) und dem Schwielochsee galt weiter die Alarmstufe 1. Die Pegel und Deiche werden kontinuierlich beobachtet, insgesamt zeichnet sich eine leichte Entspannung ab.

Auch am Messpunkt Spremberg sanken die Pegelstände leicht, sodass dort auf die Alarmstufe 1 zurückgegangen werden konnte.

Gleichzeitig wurde am Montagvormittag (04.10.2010) die Wasserabgabe aus der Talsperre Spremberg in den Unterlauf der Spree von 55 auf 59,9 Kubikmeter pro Sekunde erhöht.

Niederschläge seien derzeit nicht zu erwarten.

An der Dahme zwischen Golßen und Märkisch Buchholz ist die Alarmstufe 1 aufgehoben worden, nachdem der Pegel Prierow 2 unter den Richtwert gesunken war.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.10.2010

 

Hochwasserlage entspannt sich langsam

 

In Herzberg und an der unteren Schwarzen Elster gilt Katastrophenfall bis Donnerstag (07.10.2010)

 

Herzberg/Cottbus. Sinkende Pegelstände haben die Lage im Hochwassergebiet der Schwar­en Elster in Brandenburg und Sachsen-Anhalt stabilisiert. Deshalb hob der südbrandenburgische Landkreis EIbe-Elster am Mittwoch nach einer Woche den Katastrophenalarm für fast das gesamte Flussgebiet auf. Für die Stadt Herzberg bleibe aber der Katastrophenfall bis Donnerstag bestehen, teilte die Kreisverwaltung mit. Auch für den gesamten Abschnitt des Elbe-Nebenflusses im Nachbarlandkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt galt vorerst weiter Katastrophenalarm. Die höchste Alarmstufe 4 wurde allerdings in beiden Landkreisen bereits aufgehoben.

Weiter Kräfte im Einsatz

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und der Feuerwehren pumpten weiterhin Wasser von Wiesen und Feldern in den Fluss. Zudem kontrollierten sie brüchige Stellen in den teils 150 Jahre alten Dämmen. Schwerpunkte lagen in Herzberg, wo noch 100 Kräfte tätig sind, und in den Bereichen Kremitz und Jessen in Sachsen-Anhalt.

Obwohl die Deiche vollgesogen sind und zahlreiche Schwachstellen haben, hielten sie in Brandenburg bisher dem Wasserdruck stand.

Landrat dankt Helfern

Aus Herzberg, wo die Alarmstufe 3 galt, seien neun polnische Feuerwehrleute mit zwei starken Pumpen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, berichtete ein Sprecher des Krisenstabes. Landrat Christian Jaschinski (CDU) dankte ihnen und den anderen Helfern für die aufopferungsvolle Arbeit. Er äußerte sich zudem zufrieden über die Ankündigung der Umweltministerin Anita Tack (Linke) vom Dienstag (05.10.2010), mit der Deichsanierung an der Schwarzen Elster schneller als geplant zu beginnen.

Das Hochwassermeldezentrum Cottbus gab Mittwochmittag (06.10.2010) für Herzberg den Pegelstand mit 2,93 Meter an.

Damit lag der Wert noch vier Zentimeter über dem für die niedrigere Alarmstufe 2. Das Wasser sinke nur sehr langsam, alle zwei Stunden um einen Zentimeter.

In Herzberg und in Plessa-Süd waren noch zwei Straßen überflutet.

 

Ruhe an der Spree (und Oder)

An der Spree in Spremberg, Cottbus und Lübben galt die niedrigste Alarmstufe 1, während der Hochwasserscheitel flussabwärts in Leibsch (Dahme-Spreewald) zur Stufe 2 führte. In der Talsper­re Spremberg werden derzeit 60 Kubikmeter Wasser pro Se­unde in Richtung Spreewald und Berlin abgelassen.

Inzwischen geht der Wasserstand der Oder im Raum Frankfurt weiter zurück. Für die Stadt und den Oder-Spree- Kreis sei die Alarmstufe 1 am Mittwoch aufge­hoben worden, so das Hochwassermeldezentrum. dpajjs

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.10.2010

 

Talsperre Spremberg schafft Platz

Hoher Spreepegel in Cottbus / 2,40 Meter am Freitag

Cottbus. Ein Spree-Wasserpegel von fast 2,40 Meter ist am Freitag (08.10.2010) um 2 Uhr in Sandow gemessen worden. Ein Rekordwert für die vergangenen Tage. Vor einer Woche waren es noch rund 2,20 Me­ter. Normalerweise ist die Spree an der Sandower Brücke nur gut einen Meter tief.

Ab 2,30 Meter gilt die Alarmstufe 1, ab 2,70 die Hochwasser-Alarmstufe 2.

Am Nachmittag entspannte sich die Lage wieder etwas. So wurden um 14 Uhr in Sandow nur noch 2,05 Meter gemessen.

Heinz Stefan Jaunich aus Cottbus wundert sich über diese Entwicklung. Der Wasserstand in den letzten Tagen sei höher gewesen als während der tatsächlichen Hochwasserlage. Uferbereiche und nahestehende ältere Bäume würden beschädigt und unterspült. "Dann heißt es wieder, sie müssen gefällt werden", so Jaunich gegenüber der RUNDSCHAU.

Vor allem in den ländlichen Stadtteilen von Cottbus, so in Skadow, Döbbrick oder Mai­berg, sind die Auswirkungen des hohen Wasserstandes deutlich zu sehen. Dort ist zum Teil das Deichvorland komplett überflutet.

"Derzeit müssen die Speicherbecken Platz für mögliche Hochwasserereignisse schaffen", sagt der Cottbuser Rathaus-Sprecher Wieland Eschenburg. Deshalb sei in den vergangenen Tagen wieder mehr Wasser in Richtung Cottbus abgegeben worden. "In Spremberg kommt immer noch viel Wasser an, weil Bautzen eben auch ablässt", erklärt Eschenburg. sh

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.10.2010

 

Wernersteg bleibt trotz Pegelrückgangs gesperrt

Cottbus. Die Käthe- Kollwitz- ­Brücke und die Brücke an der Kutzeburger Mühle sind vom heutigen Mittwoch (13.10.2010)an wieder freigegeben. Das hat Rathaus­Sprecher Wieland Eschenburg mitgeteilt. Grund dafür ist der weitere Rückgang des Spreepegels.

"Die Talsperre Spremberg hat die abgegebene Wassermenge von 45 auf 37 Kubikmeter pro Sekunde reduziert", sagte Eschen­burg. Während der kritischen Phase wurden bis zu 80 Kubikmeter pro Sekunde abgelassen.

Der Wernersteg bleibt gesperrt. Grund seien Schäden im Holztragwerk und Pilzbefall. Untersuchungen zur Tragfähigkeit der Brücke seien nötig. Ue

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.10.2010

 

 

Es ist Zeit Bilanz zu ziehen:

 

Ursachenforschung ....

 

September –Wetter zu kalt Regen gleich für zwei Monate

Senftenberg Die diesjährigen monatlichen Wetterrückblicke haben eines gemeinsam: Sie enthalten für die Lausitz und den Spreewald eine Fülle von besorgniserregenden Extremen. Das Wetter spielt total verrückt. Das macht auch die Bilanz für September deutlich.

Regenmengen, die normalerweise den Bedarf für zwei Monate abdecken, fielen an drei Tagen, zwischen dem 25. und dem 28. September.

Mit 121 Millimetern Niederschlag hatte Günter Kobel in Ortrand den Rekordwert für diesen kurzen Zeitraum im Messbecher. Alle Messstellen in der Region meldetenüber 100 Millimeter für diese drei Tage.

Da es bereits in den sechs zurückliegenden Wochen Rekordmengen an Niederschlägen bis zu 350 Millimeter gab, waren Hochwasser an der Schwarzen Elster, Pulsnitz, Schwarzwasser und Pößnitz die Folge.

Der 51-jährige Landwirt Siegfried Klaus aus Ortrand hat so ein Hochwasser an der Pulsnitz noch nicht erlebt. Das Wasser war über die Ufer getreten und strömte zum Teil so stark, dass sogar zeitweise Straßensperrungen zwischen Lindenau und Ortrand, Frauwalde und Schraden und anderen Orten nötig waren.

Sämtliche Bestell- und Erntearbeiten auf den Feldern mussten komplett für mehrere Tage eingestellt werden. In dramatischen Aktionen wurde das Weidevieh von überfluteten Grünlandflächen bei Dauerregen auf höheres Gelände umgesetzt. Erfreulich, wie in Gemeinschaft von Feuerwehr, Einsatzkräften und Betroffenen überall Maßnahmen ergriffen wurden, um noch größere Schäden zu verhindern.

Für das laufende Jahr hat Dieter Sawall in Großräschen mit 746 Millimetern Niederschlag einen Wert zu Buche stehen, der bereits zwei Monatsmengen über dem Jahressoll von 626 Millimeter liegt.

In Erstaunen versetzte Ingo Nowack aus Schipkau, dass die gewaltigen Wassermassen im September ohne Gewitter kamen, ganz im Gegensatz zum Vormonat.

In Klettwitz hat Michael Wesnigk 154 Sonnenstunden für September registriert. Vor allem unter dem Eindruck von drei Tagen Dauerregen und anderen trüben Tagen könnte dieser Wert angezweifelt werden, doch die Messgenauigkeit am Standort Klettwitz ist exakt. Es gab keinen einzigen Sommertag mit Werten über 25 Grad.

In seinen Wetteraufzeichnungen hat Karl-Heinz Buchan in Boblitz herausgefunden, dass es 1952 einen ähnlichen Verlauf wie in diesem Jahr gab. Damals setzte Ende Oktober bereits der Winter ein.

Der 100-jährige Kalender sagt für Oktober schönes und trockenes Wetter vorher, aber mit ziemlich kalten Nächten. Allerdings lag er mit seiner Vorhersage für September völlig daneben.

Auf die Regel: »Ein pilzreicher Herbst sagt, der Winter wird streng und hart«, baut Kurt Grünig in Grünewalde nicht.

Das gegenwärtig noch festsitzende und größtenteils grüne Laub an den Bäumen verleitet Ronny Sommer nicht zu Vorhersagen, außer mit einsetzenden Nachtfrösten wird zunehmend belebende Farbe in die Landschaft kommen. ruk1


Von Rudolf Kupfer

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.10.2010

 

September-Wetter zu nass und zu kalt

Als zu kalt schätzt der Deutsche Wetterdienst den Monat September in Cottbus ein. Demnach hat die durchschnittliche Lufttemperatur lediglich bei 13 Grad Celsius gelegen - ein Kelvin unter dem Normalwert.

Mit 126,6 Litern Niederschlag pro Quadratmeter sei der September auch zu nass gewesen. Seit Messbeginn wurde nach Angaben des Wetterdienstes nur im August 1952 ein höherer Wert registriert. Rekordhalter im vergangenen Monat: der 27. September mit 47,3 Millimetern.

 »Ein so hoher Tageswert wurde bisher noch nicht in Cottbus gemessen«, heißt es in der Mitteilung des Wetterdienstes. Die Sonne schien im September jedoch nur geringfügig weniger als im Vergleichszeitraum vergangener Jahre. Wr

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.10.2010

 

Aus den Hochwasserereignissen abzuleitende Maßnahmen ...

 

Platzeck will Flüssen mehr Raum bieten

Brandenburgs Ministerpräsident für intensivere Kooperation mit Polen und Tschechien

Potsdam. Angesichts des aktuellen Hochwassers will Brandenburgs Ministerpräsident Mat­thias Platzeck (SPD) zügig mehr Überflutungs- und Polderflächen schaffen. Nötig sei dabei eine noch engere Zusammenarbeit mit den angrenzenden Ländern Polen und Tschechien.

"Retentionsräume bei uns sind notwendig. Sie nutzen aber auch in den Fluss-Oberläufen, wo die Hochwasser entstehen. Durch sie kann vermieden werden, dass die Gewässer 1:1 ins Tal stürzen ", sagte Platzeck am Freitag in Potsdam.

 "Die Oberläufe liegen aber selten in Brandenburg, wir haben die Unterläufe." Darum seien gemeinsame Anstrengungen - auch mit Hilfe der Europäischen Union - nötig. Platzeck sprach sich für eine Hochwasserschutz- Konferenz aus.

Bei dem jüngsten Treffen der Ost-Ministerpräsidenten am Donnerstag in Schwerin sei erneut deutlich geworden, wie insbesondere Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt unter den immer häufigeren Hochwassern litten.

"Ich gehe davon aus, dass auch der Bundesumweltminister - gerade nach Dichte der Ereignisse - die Notwendigkeit des Themas sieht", sagte Platzeck.

Vorwürfe aus den Kommunen, die Sanierung von Deichen im Land sei vernachlässigt worden, wies Platzeck zurück.

"In Brandenburg haben wir 1560 Kilometer Deiche. Allein daran sieht man schon, dass Deichbau eine Generationenaufgabe ist." dpa/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.10.2010

 

Lausitz baut Hochwasserschutz aus

Cottbus Zwei Hochwasser sind innerhalb von zwei Monaten durch die Lausitz geflutet. Brandenburg und Sachsen werden deshalb Deiche ausbauen und Schwachstellen zügig schließen.

Von Simone Wendler

Kaum war der Schrecken des Hochwassers an Neiße und Spree im August (2010) verblasst, hatten extreme Regenfälle Ende September (2010) erneut den Grenzfluss zu Polen, aber auch die ansonsten unspektakulär ruhige Schwarze Elster in reißende Ströme verwandelt. Nach bisheriger Auswertung der Messdaten in Sachsen und Brandenburg blieb die Neiße jetzt unter den August-Pegelständen. Für die Schwarze Elster deutet sich jedoch ein Jahrhundert-Höchststand an.

In beiden Bundesländern steht fest, dass in den kommenden Jahren weiter massiv in den Hochwasserschutz an Neiße, Spree und Schwarzer Elster investiert werden muss. Viele Deiche sind mehr als 100 Jahre alt und an manchen Stellen zu flach.

Es fehlen jedoch gerade an der Schwarzen Elster noch Überflutungsflächen, die bei extremem Wasserstand Ausgleich schaffen, besonders um Städte an den Flussläufen zu schützen.

Sachsen wird bis 2015 rund eine Milliarde Euro für Hochwasserschutz ausgeben, kündigte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) vor wenigen Tagen an. Nach dem verheerenden Elbe-Hochwasser von 2002 hatte der Freistaat zunächst dort den Schwerpunkt des Hochwasserschutzes gesetzt. Jetzt werde es ein Umschwenken in Richtung Neiße geben, vermuten Fachleute im Landkreis Görlitz.

In Brandenburg, so der Präsident des Landesumweltamtes (LUA), Matthias Freude, werde seit Jahren kontinuierlich am Ausbau des Hochwasserschutzes gearbeitet. Allein an Elbe und Oder wurden dafür bereits über 238 Millionen Euro verbaut.

Bis Ende 2015 müssen alle EU-Mitgliedsländer Pläne für ihr Hochwasser-Risikomanagement in Brüssel vorlegen. Die EU will damit auch für die nötige Abstimmung zwischen verschiedenen Flussanliegern wie beispielsweise an Oder und Neiße sorgen. In Brandenburg soll des Gebiet der Schwarzen Elster Modellregion für die Umsetzung des Hochwasser-Risikomanagements werden, kündigt Matthias Freude an.
 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.10.2010

 

Ein Resume zu den Verhältnissen in den Hauptvorflutern in Südbrandenburg / Sachsen:

 

Die Neiße

In der Gemeinde Krauschwitz (Landkreis Görlitz) kam es jetzt an zwei Stellen zu Deichbrüchen, Wohnhäuser standen unter Wasser. An diesen Stellen waren die Dämme bereits im August beschädigt und danach ausgebessert worden. "Genau an diesen Stellen waren die Brüche", so Karola Henke, Leiterin der unteren Wasserbehörde im Landkreis Görlitz. Zur Stabilität sei eine feste Grasschicht auf dem Damm wichtig. Die habe nach der Reparatur noch gefehlt. In Krauschwitz habe eine nicht ordnungsgemäß geräumte Brückenbaustelle zusätzliche Probleme bereitet. Insgesamt seien an mehreren Deichstellen im Landkreis Görlitz noch Verbesserun­gen an den Dämmen notwendig. Im August hatte das Neißehochwasser auch den Muskauer Pücklerpark überflutet.

Im Brandenburger Teil der Neiße erwies sich erneut die Alte Poststraße in Guben als neuralgischer Punkt. Hier standen wieder zahlreiche Häuser tief im Wasser.

Seit Jahren gibt es Pläne, den Neißedeich hier auszubauen, um die tiefer liegenden Häuser zu schützen. Doch bisher wurde nichts verändert. Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt in Cottbus macht dafür eine Verzögerung durch Personalprobleme, aber auch bauliche Veränderungen durch die Stadt verantwortlich. Das habe eine neue Planung erfordert, die jetzt vorliegt. Fred Mahro (CDU) , stellvertretender Bürgermeister von Guben, weist den Vorwurf an die Stadt zurück. In drei Jahren soll die Straße nun gesichert sein.

Als günstig erwies sich südlich von Guben, dass ein Deichbruch am Wasserkraftwerk in Grießen noch nicht repariert war. "Eine Baustelle hätte es dort glatt weg­gerissen", so Genehr. Mit zusätzlichen Sicherungen versehen konnte die durch den Deichbruch vorhandene Überflutungsfläche auch im September für eine Entlastung sorgen.

 

Die Schwarze Elster

Die Schwarze Elster ist für Matthias Freude der verbauteste Fluss Mitteleuropas. "Der Flusslauf sieht aus wie ein Kanal", sagt der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes. Daran gemessen sei das jüngste Hochwasser noch glimpflich abgelaufen. Hier gab es in den vergangenen Tagen jedoch die dramatischsten Situationen bei der Flutabwehr. Auch am Dienstag waren an dem Fluss noch 340 Helfer im Einsatz. In den Vortagen war das Wasser an einigen Stellen über die Deichkronen gelaufen. Es gab zahlreiche Sickerstellen. Die Dämme konnten nur mit Mühe verteidigt werden. Veränderungen sind dringend notwendig. Das bedeutet an einigen Stellen eine Erhöhung der Deiche, aber auch die Schaffung von Flutungsflächen. "Dazu müssen wir die Zusammenarbeit mit den Landwirten suchen", so Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt, Regionalabteilung Süd in Cottbus.

Als schwierig erweise sich jedoch die Situation in Städten wie Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg. Dort sei die Infra­struktur eng, für Deichverlegun­gen oder Erhöhungen kein Platz. "In diesen Orten müssen intelligente technische Lösungen her", so Wolfgang Genehr.

Der Präsident des Landesumweltamtes Matthias Freude weist Vorwürfe zurück, dass der Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster vernachlässigt worden sei. Baumaßnahmen an Elbe und Oder hätten Vorrang gehabt, weil dort mehr Menschen von einer Flut bedroht gewesen seien.

"Schwarze Elster und Spree sind jetzt planmäßig dran."

Die Planung für das Hochwasser-Risikomanagement an der Schwarzen Elster soll bis 2013 komplett fertig sein. Einzelne Baumaßnahmen werden jedoch schon vorher in Angriff genommen, kündigt Freude an. Umweltministerin Anita Tack (Linke) habe dafür eine Kabinettsvorlage angekündigt.

 

Die Spree

Spremberg konnte bei dem Hochwasser in der Spree sowohl im August (2010) als auch im Septem­ber (2010) vor Überflutung geschützt werden. Südlich der Stadt erwies sich die Talsperre Spremberg als wirkungsvolles Mittel zur Hochwasserregulierung. Das Staubecken konnte das von Sachsen anströmende Wasser auffangen, das dann mit der größten noch kontrollierbaren Menge in Richtung Cottbus und Spreewald abgegeben wurde.

Als Glück im Unglück erwies sich dabei, dass die Talsperre im I Sommer bis auf einen minimalen Wasserstand abgelassen worden war, um notwendige Sanierungen vorzunehmen. Da es bereits im Frühsommer ein Hochwasser an der Spree gegeben hatte, musste diese Baustelle im Laufe des Jahres insgesamt dreimal geflutet werden. Dadurch konnte die Sanierung nicht beendet werden. Die Restarbeiten sollen nun 2011 erfolgen, jedoch erst im Herbst, um den Tourismus am Stausee nicht zu behindern.

Die erheblichen Wassermengen, die aus der Talsperre abfließen mussten, um das Staubecken nicht überlaufen zu lassen, führten in Cottbus zu einem stark erhöhten Spreepegel. In der Stadt wurden am Flussufer vorsorglich Sandsäcke zu provisorischen Deichen gestapelt. Das Stadtgebiet blieb von Überschwemmungen aber ver­schont.

Als Lehre aus der Situation soll zwischen Spremberg und Cottbus ein zusätzlicher Messpegel eingerichtet werden. An den Spreedeichen in Cottbus sind nach Auskunft des Präsidenten des Landesumweltamtes, Matthias Freude keine großen Baumaßnahmen mehr notwendig. "Es reicht aus, Problemstellen auszubessern."

Außerdem müss­ten Unterhaltungsarbeiten fortgesetzt werden, mit denen Bäume und Sträucher von den Deichanlagen entfernt werden. Solche Arbeiten seien bereits seit über einem Jahr im Gange.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.10.2010

 

Flut bringt Landwirte der Region in Bedrängnis

Millionenschäden nach Hochwasser / Ernte gefährdet

Cottbus. Die Landwirte in der Region haben durch das Hochwasser einen Millionenschaden zu beklagen. Allein im Bereich Elbe-Elster wird mit ei­er Summe von zehn Millionen Euro gerechnet.

Von Jürgen Scholl

Dabei handelt es sich nach Angaben von Günter Barth, dem Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Elbe- Elster, um eine erste grobe Schätzung. Anfang kommender Woche wird mit konkreteren Daten gerechnet. Derzeit werden Angaben der Betriebe in den Kreisverbänden gesammelt. Egon Rattei, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Spree­Neiße, geht davon aus, dass der Schaden an Neiße und Spree etwa eine Million Euro beträgt. Der Kreisverband Südbrandenburg (Dahme Spreewald und Oberspreewald- Lausitz) wagt keine Schätzung in Euro.

 

In beiden Kreisen seien 6600 Hektar Grün- und mehr als 2500 Hektar Ackerfläche überschwemmt, so Geschäftsführerin Carmen Lorenz.

Der Schaden könnte noch höher ausfallen. Allein im Elbe- Elster- Kreis sind laut Barth mehr als 12 000 Hektar nicht befahrbar.

Mais und Gerste können nicht geerntet, Flächen nicht bestellt werden, verdeutlicht Barth das Dilemma. Wenn auch noch das Gras unter dem Wasser faule, müssten selbst die Wiesen neu gesät werden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.10.2010

 

Hochwassereinsatz an der Elster kostete zwei Millionen Euro

Cottbus. Das Hochwasser im Süden Brandenburgs zieht sich weiter zurück. Vor allem entlang der Schwarzen Elster laufen unterdessen die Aufräumarbeiten an. So werden alle nicht mehr benötigten Sandsäcke abtransportiert.

Die Kosten für den neuntägigen Katastropheneinsatz im Kreis Elbe- Elster betragen schätzungsweise zwei Millionen Euro.

An der Schwarzen Elster galt am Sonntagmorgen (10.09.2010) bei einer Höhe von 2,54 Metern nur noch am Pegel Herzberg die Alarmstufe 2, wie das Hochwassermeldezentrum Cottbus mitteilte. Damit lag der Fluss hier vier Zentimeter über dem Richtwert.

Die Spree übertraf weiterhin am Pegel Leibsch den Richtwert der Alarmstufe 2 um sechs Zentimeter und erreichte 4,66 Meter.

Wie an der Schwarzen Elster wird der Wasserstand somit hier weiterhin kontinuierlich überwacht.

Aus der Talsperre Spremberg werden den Angaben zufolge derzeit

46 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgegeben, um das Hochwasser der Spree zu regulieren. Dpajjs

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.10.2010

 

Bombardier in Bautzen produziert wieder (auszugsweise)

Bautzen/Cottbus Während im Bombardier-Werk Bautzen nach dem August-Hochwasser seit Montag die Produktion wieder schrittweise beginnt, hat in Brandenburg an Spree, Neiße und vor allem Schwarzer Elster die Aufnahme der Schäden des Septemberhochwassers erst begonnen. Vor allem die Landwirtschaft ist betroffen, eine Hotline der Industrie- und Handelskammer Cottbus für Südbrandenburg wurde bislang nicht in Anspruch genommen.

Von Uwe Menschner

Bis zu anderthalb Meter stand das Wasser vor zwei Monaten im Bautzner Bombardier-Werk, wo am Montag die ersten Schweißer wieder ihre Arbeit aufnahmen. Bis zum Jahresende soll die Produktion wieder auf vollen Touren laufen.

In Bautzen hat die Bombardier Transportation GmbH die Aufräumarbeiten zwei Monate nach dem verheerenden Hochwasser vom 7. und 8. August nahezu vollständig abgeschlossen. »Die Produktion hat wieder begonnen und wird in den nächsten Wochen schrittweise hochgefahren«, erklärte der Leiter der Unternehmenssparte Light Rail Vehicles, Germar Wacker, am Montag. Derzeit erfolge die Fertigung einzelner Bauteile und Komponenten für Straßenbahnwagen. »Wir wollen bis zum Jahresende die volle Produktionsbereitschaft erreichen«, so Wacker.

Deichbruch flutete Werk

Von dem Augusthochwasser (2010), das in den Landkreisen Bautzen und Görlitz Schäden von insgesamt zirka 800 Millionen Euro angerichtet hatte, war auch das unmittelbar am Spreeufer gelegene Bombardier-Werk verwüstet worden.

Nach dem Bruch eines Deiches stand das Wasser bis zu eineinhalb Meter in den Werkshallen, zerstörte oder beschädigte die Ausrüstung und die in Fertigung befindlichen Straßenbahnwagen. »Für uns gab es nie einen Zweifel daran, dass wir zu unserem Bautzener Werk stehen und die Produktion wieder aufnehmen«, betont Wacker. ....

... Von dem mit der Versicherung festgestellten Schaden wird Bombardier 14,4-Millionen-Euro übernehmen müssen. Die Summe entspreche dem in den Policen definierten Selbstbehalt, so Bombardier-Pressesprecher Heiner Spannuth. Hinsichtlich der Hochwassersicherheit wirkt das Unternehmen auf einen Schutz vor einem 200-jährigen Ereignis hin. »Im Frühjahr sollen die entsprechenden Arbeiten beginnen«, so Werksleiter Volker Eickhoff.

 

Schäden werden noch ermittelt (auszugsweise)

Hotline der IHK bisher nicht gefragt / In Ostsachsen 2000 Hektar unter Wasser

Senftenberg/Görlitz Südbrandenburgische Betriebe haben die Hotline 0180 5445282 der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) nach dem jüngsten Hochwasser nicht in Anspruch genommen.

Das sagte der Geschäftsführer der Senftenberger IHK-Außenstelle, Dan Hoffmann. ...

... 

Der Kreisbauernverband im am schwersten betroffenen Kreis Elbe-Elster kommt nach Auswertung von rund 75 Prozent der betroffenen Betriebe auf einen Schaden von schätzungsweise rund sieben Millionen Euro.

Die Landwirte müssten nun für Hilfe nachweisen, dass mehr als 30 Prozent des Gesamtbetriebes vom Hochwasser betroffen sein, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Reinhard Klaus. Das werde in der Praxis relativ schwierig, da der Viehbestand mit einbezogen werden müsse.

 

In Ostsachsen sind allein im Neiße-Gebiet bis zu 2000 Hektar Acker- und Grünflächen betroffen, sagte der Sprecher des sächsischen Landesbauernverbandes, Frank Fischer. Mancher Acker sei innerhalb von acht Wochen zweimal unter Wasser gesetzt worden. Die ausgebrachten Wintersaaten seien vernichtet. Unklar sei, was mit beschädigten Schlägen geschehe. Stellenweise habe die Flut bis zu ein Meter hohe Sandbänke auf die Äcker gespült. Andernorts habe das Wasser bis zu vier Meter tiefe Krater hinterlassen. Die Frage der Kostenübernahme sei noch nicht geklärt. dpa/js



Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.10.2010

 

Neue Neiße-Messpegel vorerst nicht in Sicht

Bad Muskau. Neue Hochwasser- Messpegel in der Neiße wird es wohl so schnell nicht geben. Das sächsische Umweltministerium erklärt in einem Schreiben an den SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Jurk, dass den Anregungen nachgegangen werde, verweist aber auch auf einen "Prüfzeitraum". Eig. Ber./rw

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.10.2010

 

Landwirte der Region fordern bessere Gewässerbewirtschaftung

 

Cottbus. Die Landwirte in Bran­denburg fordern vom Land als Schlussfolgerung aus den Hochwässern in diesem Jahr eine bes­sere Instandhaltung der Gräben,

Vorfluter und Schöpfanlagen.

Der Präsident des Brandenburger Landesbauernverbandes, Udo Folgart (SPD), stellte in einem Gespräch mit der RUNDSCHAU fest, dass es aus seiner Sicht "bei Gräben und Vorflutern der ersten Ordnung, die in der Verantwor­tung des Landesumweltamtes lie­gen, Mängel bei der ordentlichen Bewirtschaftung gab".

Durch Ver­krautungen und Bodeneinspülun­gen staue sich das Wasser auf den Feldern und Wiesen. Folgart geht davon aus, dass sich die Hochwas­serfolgen auch noch im nächsten Jahr durch Ertragseinbußen und Mehrkosten auswirken werden.

Eig. Ber.jwswlSeite 3

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.10.2010

 

 

„Hochwasserfolgen bis ins nächste Jahr spürbar“

Bauern in der Region rechnen mit Schäden in Millionenhöhe / Forderung nach besserer Gewässerpflege

 

Gespräch der Lausitzer Rundschau mit Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes in Brandenburg, auszugsweise

....

Welche Schlussfolgerungen sind aus den Wetterextremen zu ziehen?

Wir müssen uns jeden Graben, jeden Vorfluter, jeden Deich genau ansehen. Wir ha­ben schon beim ersten Hochwasser im Oderbruch, als an die Überschwemmungen an Elster und Pulsnitz noch gar nicht zu denken war, festgestellt, dass es bei

Gräben und Vorflutern der ersten Ordnung, die in der Verantwortung des Landesumweltamtes liegen,

Mängel bei der ordentlichen Bewirtschaftung gab. Das hat sich dann beim zweiten Hochwasser bestätigt. Ich denke dabei an eingeschränkte Breiten und Tiefen der Gräben durch Verkrautungen und Bodeneinspülungen, wodurch das Wasser nicht abfließen konnte. Und dort, wo das Wasser über Schöpfwerke aus Wirtschafts- und Siedlungsräumen herausgeführt werden soll, müssen diese eben auch funktionieren. Es muss kritisch überprüft werden, ob beim Hochwasserschutz für Siedlungs- und Wirtschaftsräume jeder Euro wirklich richtig an­gelegt ist.

Brauchen die Landwirte unmittelbare finanzielle Hilfe?

 

Anmerkung: Wann brauchen Landwirte keine Hilfe???

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.10.2010

 

Die Stadt Cottbus scheint ein besonderer Schwerpunkt im Hochwasserfall zu sein ...

 

Pegel der Spree

Seit dem gestrigen Donnerstag (14.10.2010) gibt die Talsperre Spremberg ungefähr 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab.

Der Pegelstand der Spree an der Sandower Brücke beträgt laut Cottbuser Fachbe­reich für Umwelt 1,72 Me­ter - normal ist nach Angaben von Experten ein Meter.

 

Große Sorge um das Grabensystem der Stadt

Kommunalpolitiker fordern Fachberatung zu Hochwasser-Folgen / Problemliste angekündigt

Cottbus. Für den Leiter des städtischen Umwelt - Fachbe­reichs, Thomas Bergner, hat sich das Cottbuser Hochwasser- Problem noch lange nicht erledigt. "Das wird uns noch eine Weile begleiten", sagt er. "Denn das Wasser sucht sich nach wie vor seinen Weg über Bäche und Flüsse."

Dieser Einschätzung kann der Ortsvorsteher von Skadow, Rainer Lauk, nur verärgert bei­pflichten.

"Der Graben, der in den Jahren 1988 und 1989 für den Wasserabfluss aus dem Schmellwitzer Grabensystem gebaut wurde, ist in Richtung Sielow nicht nutzbar",

erklärt der Ortsvorsteher.

"Hier sind durch die mangelnde Pflege die Wasserdurchlässe verstopft: Bis heute habe sich an dieser Situation nichts geändert.“

Auch für Thomas Bergner von der Stadtverwaltung stellt sich die Lage dramatisch dar. "Wir erleben eine Ausnahmesituation, die im Grabensysten ihre Spuren hinterlassen hat -  der Boden war völlig gesättigt, in Kiekebusch, Kahren und in Gallinchen traten die Gräben über die Ufer."

In nördlichen Gebieten wie Skadow habe sie noch mehr Wasser angesammelt.    

"Wir mussten die Zuläufe auf der Spree sperren, damit nicht noch mehr Wasser hineindrückt", sagt Thomas Bergner.

Nun plane die Stadt weitere Kontrollen in den betroffenen Gebieten, und die Untere Wasserbehörde werde eine Liste der anstehenden Probleme aufstellen. "Für den Monat März sind außerdem erneut Deichschauen vorgesehen", kündigt der Leiter des Fachbereichs für Umwelt an.

Das alles reicht dem Cottbuser CDU-Stadtverordneten Hans-Joachim Pschuskel noch nicht. "Wir brauchen so schnell wie möglich eine Fachberatung bei der Stadtverwaltung, die sich auch mit den vorhandenen kompletten Unterlagen zum Schmellwitzer Grabensystem aus der Zeit der Projektierung befasst", erklärt er.

"Schließlich müssen wir dar an denken, dass in Kürze der Winter kommt und das Wasser dann wieder stehenbleibt. "

Ihm pflichtet der SPD-Stadtverordnete Denis Kettlitz bei: "Die Verwaltung muss so schnell wie möglich einen Weg finden, damit wir nicht schon bald vor einer Katastrophe stehen." Rene Wappler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.10.2010

 

Anmerkung:

Die in Cottbus früher vorhandenen und der Entwässerung dienenden Grabensysteme sind in der Vergangenheit oft überbaut bzw. verrohrt worden, um u.a. Bauland zu gewinnen

(z.B. Tschugagraben - Gallinchen, Priorgraben teilweise, Hechtgraben – Ströbitz, ehem. überbaute Grabensysteme in Sandow, Gräben in Maiberg) und können ihrer

Entwässerungsfunktion nur teilweise eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr nachkommen. Noch vorhandene Gräben sind schlecht oder überhaupt nicht gewartet.

In den Trockenperioden der vergangenen Jahre sind diese Umstände überhaupt nicht aufgefallen.

Aus diesen aufgezeigten Gründen kann nach Meinung des Verfassers nur von einer teilweise „selbstverschuldeten“ Ausnahmesituation  gesprochen werden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.10.2010

 

Naturschützer warnen vor löchrigen Dämmen

Landesumweltamt kündigt gewissenhaftes Entfernen von Bäumen für den Hochwasserschutz an 

 

Cottbus. Vor den Folgen eines mangelhaften Hochwasserschutzes in Cottbus und dem Spree­Neiße-Kreis warnt Harald Wilken vom Naturschutzbund:

"Die Dämme könnten noch zu einem Schweizer Käse werden, wenn rechts und links von ihnen Hunderte Bäume abgesägt werden, die Wurzeln jedoch im Erdreich

bleiben."

In zehn bis 15 Jahren, so prophezeit es Harald Wilken, seien diese Wurzeln verfault ­ was wiederum den Hochwasserschutz auf dramatische Weise beeinträchtigen würde. "Entweder werden die Bäume ganz rausgenommen, oder man lässt völlig die Finger davon", sagt Wilken. "Alles andere ist Schwachsinn."

Darauf entgegnet Wolfgang Genehr Abteilungsleiter beim Landesumweltamt: "Grundsätzlich hat der Naturschutzbund mit seinen Warnungen zwar Recht ­ aber genau das ist ja auch der Grund, weshalb wir die Wurzeln auf lange Sicht nicht in der Erde lassen werden." So plane das Landesumweltamt, spätestens im Frühjahr oder Sommer des kommenden Jahres die betroffenen Bäume komplett von den Dämmen in Cottbus und Umgebung zu entfernen.

Einen kompletten Kahlschlag wird es laut Landesumweltamt jedoch nicht geben. Wie die Behörde mitteilt, werden Birken und Kiefern herausgenommen, während Eichen stehenbleiben.

Unterdessen plant die Cottbuser Stadtverwaltung weitere Kontrollen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten. Zudem wird die Untere Wasserbehörde ­nach Auskunft des städtischen Fachbereichs für Umwelt eine Liste der Probleme aufstellen.

"Für den Monat März sind erneut Deichschauen vorgesehen", sagt der Leiter des Fachbereichs, Thomas Bergner.

Bereits im August dieses Jahres zog Karin Kühl (Linke), Vorsit­zende des Cottbuser Umweltausschusses, ein erstes Fazit: Das Hochwasser hat uns eine Reihe von neuen Erfahrungen gebracht."  Rene Wappler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.10.2010

 

Hochwasser im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster und seine Folgen... ein Ende ist nicht abzusehen:

 

Zur Not auch Winterdienst im Wald

Herzberg Das Jahr 2010 hat die Förster in der Region Herzberg (Elbe-Elster) regelmäßig vor neue Probleme gestellt. Erst der massive Schneebruch zu Beginn des Jahres, dann umgeknickte und abgebrochene Bäume zu Hauf durch Sommerstürme und jetzt das Hochwasser an der Schwarzen Elster, das einfach nicht verschwinden will.

Die Folgen des Hochwassers wie nicht versickerndes Oberflächenwasser und das immer wieder ansteigende Grundwasser wirken nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in den Forstbetrieben im Raum Herzberg noch nach.
 

Oberforstrat Hubert Prause, Leiter der Herzberger Oberförsterei, treibt vor allem der Zustand des Waldbodens die Sorgenfalten auf die Stirn. »Die Waldwege sind derart aufgeweicht, dass wir Probleme haben, das Holz aus dem Wald herauszubekommen«, sagt er. Noch haben die frostigen Temperaturen nicht ausgereicht, den Boden unter dem Schnee fest werden zu lassen. Der ist an vielen Stellen noch extrem matschig .
 

...
 

Von den Hochwasserfolgen besonders hart betroffen ist das Revier von Förster Klaus Mann in und um Fermerswalde nahe Herzberg. Es umfasst etwa 1000 Hektar.

»Viele Waldbestände und Wiesen stehen auch kurz vor dem Jahreswechsel noch unter Wasser.

Das frisch geschlagene Holz haben wir noch aus dem Wald herausbekommen oder es liegt zur Abfuhr bereit. Aber wir können seit Anfang November keine weiteren Bestände schlagen, weil wir wegen des aufgeweichten Bodens mit der erforderlichen Technik nicht in den Wald kommen. Und wer weiß, wie das im Januar weitergeht. Wenn das Wetter so bleibt, können wir auch im neuen Jahr vorerst nicht schlagen«, sagt der Förster.

Forstrat Nico Friedrich, im Betriebsteil Doberlug-Kirchhain des Landesbetriebes Forst Brandenburg zuständig für Holzvermarktung, räumt ein, dass es wegen des Hochwassers und der überfluteten Flächen im Raum Herzberg punktuell Probleme mit dem Holzeinschlag und dem Abtransport aus den Wäldern geben kann.

...

Der Landesbetrieb schließt wegen der schwankenden Holzmarktbedingungen halbjährlich Verträge mit der Holz verarbeitenden Industrie ab. »Es ist üblich, dass das geschlagene und bereits verkaufte Holz ein paar Wochen liegt. Der Wald wird von den Firmen gern als Lagerplatz genutzt, denn im Winter schadet das dem Holz nicht, während es im Sommer schnell raus muss, damit es nicht von Pilzen befallen wird«, so der Forstrat.

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Nach seiner Einschätzung gibt es trotz des winterlichen Wetters derzeit in Brandenburg keine generellen Abfuhrprobleme mit Auswirkungen auf die Holzindustrie, auch nicht wegen der Hochwasserprobleme in der Region Herzberg.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.12.2010 (auszugsweise)

 

Bürgermeister Hübner: „Das Land hat kläglich versagt

Guben Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) hat im RUNDSCHAU-Interview erneut harsche Kritik am Hochwasser-Management des Landes Brandenburg geübt.

Zudem plädiert Hübner für eine umfassende Kreis- und Gemeindegebietsreform und betont: „Die Kommunen sind keine Selbstbedienungsläden für Landkreise.“

Herr Hübner, das Jahr 2010 ist vorbei, welche Schulnote würden Sie ihm verpassen?

Aus persönlicher Sicht bekommt das Jahr eine schlechte Note, eine Vier. Bei mir hat das Schicksal mehrfach zugeschlagen, neben auch sehr positiven persönlichen Ereignissen. Dienstlich gesehen bekommt 2010 eine Zwei. Die 775-Jahr-Feier im Juni war der unbestrittene Höhepunkt und bekommt eine glatte Eins. Super Wetter, mehr als 100 Wagen und zwei- bis dreitausend Mitwirkende – mich hat sehr beeindruckt, mit wieviel Engagement und Hingabe hier gearbeitet wurde.

 

links: Bürgermeister Hübner

Durch weniger schöne Dinge rutscht das Jahr in der Gesamtschau auf eine zwei.

Was schlägt negativ zu Buche?

Der klare Flop waren die beiden Hochwasser. Allerdings ganz klar ein Riesenlob an den Krisenstab hier in Guben, die Feuerwehr und alle Helfer vor

Ort, natürlich auch an die betroffenen Hauseigentümer. Kläglich versagt hat aber das Land Brandenburg. Hätten wir uns auf das Land verlassen,

wären wir gnadenlos verloren gewesen.

 

Was lief schief?

Vieles. Jedes Jahr besteht an der Neiße Gefahr durch Hochwasser, doch es wird zu wenig dagegen getan. Wir müssen endlich aus der Diskussionsphase herauskommen.

Statt zu handeln, wird ein Planfeststellungsvorhaben für die Erhöhung der Deiche verlangt.

Dringend etwas passieren muss am Informationssystem, zusätzliche Pegel müssen eingerichtet werden.

Es gibt viele Baustellen. So kann es nicht sein, dass jemand von uns zum Landkreis nach Forst fahren muss, um sich sagen zu lassen, dass es nichts Neues gibt.

 

Es ist auch völlig verfehlt, dass die Alarmstufe Vier erst bei einem Pegelstand von 6,40 Meter gilt. Da steht die Altstadt längst unter Wasser.

 

Angesichts dessen brauchen wir auch nicht über das Thema Innenstadt-Entwicklung zu sprechen. Jeder, der kommt, will wissen, wie es um den Hochwasserschutz steht. Kurzum: Das Thema wird uns in 2011 begleiten.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.01.2011 (auszugsweise)

 

20 Jahre Landesamt für Umwelt: Ministerin begeistert

Potsdam. Die Behörde hat Milliarden-Investitionen für Windkrafträder und Biogasanlagen ermöglicht, ein Atomkraftwerk zu­ückgebaut

sowie 137 Kilometer Oder-Hauptdeiche saniert.

Das ist die Bilanz des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), das am Mittwoch (14.09.2011) seinen 20. Geburtstag feierte. Bei einer Festveranstaltung in Groß Glienicke würdigte Umweltministerin      Anita Tack (Linke) die mit 950 Mitarbeitern größte Landesbehörde "als erste Adresse im Land mit Fachverstand".       (… ohne Kommentar)

Hochwasserschutz und -vorhersagen seien untrennbar mit dem LUGV verbunden.

 Das aus 15 Großschutzgebieten bestehende System der Nationalen Naturlandschaften glänze als Tafelsilber über die Grenzen des Bundeslandes hinaus. "Das im Gesundheitsamt eingeführte zentrale Einlade- und Rückmeldewesen für Vorsorgeuntersuchungen hat sich bewährt und erhöht die Chance für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen", erklärte Ministerin Tack bei den Feierlichkeiten.

Zwischen 1991 und 2011 ermöglichte das Landesamt Investitionen in Höhe von 23,5 Milliarden Euro durch die Erteilung von mehr als 5500 neuen immissionsschutz-rechtlichen Genehmigungen. dpa/ald

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.09.2011

 

Simulation lässt Spree von Cottbus bis zur Talsperre über Ufer treten

Cottbus Mit einer Hochwasser-Simulation zwischen dem Großen Spreewehr in Cottbus und der Talsperre Spremberg beschäftigt sich derzeit das Ingenieurbüro Gerstgraser. Das berichtet Firmeninhaber Christoph Gerstgraser.

 „Das wird erstmals in diesem Umfang gemacht“, erklärt er. Anfang September werden die Ergebnisse vorgestellt.

Anhand der Simulation soll gezeigt werden, was passiert, wenn die Spree über die Ufer tritt. Dabei wird sich zeigen, welche Deiche für den Hochwasserschutz unerlässlich sind. „Denn es gibt Stellen, da verlaufen mehrere Deiche parallel“, sagt er. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie die Stadt besser geschützt werden kann.

Darüber hinaus beschäftigen sich die Experten mit der Frage,

ob ein Hilfspegel für das Hochwasser-Management notwendig ist.

Derzeit gibt es in dem Fluss-Abschnitt nur an der Talsperre Spremberg und in Sandow eine Messstation.

Christoph Gerstgraser schildert das Problem: 

„In Maiberg gab es schon Warnstufe zwei, während in der Stadt noch nicht einmal die eins ausgerufen werden musste.“ So sei Hochwasser-Management schwierig. pk

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.08.2011

 

Spremberger Talsperre voraussichtlich erst im Jahr 2014 fertig

Spremberg Die Sanierung der Talsperre am Spremberger Stausee verzögert sich mindestens um ein Jahr. Das geht aus einem Schreiben der Landesregierung hervor.

So teilt Umweltministerin Anita Tack (Die Linke) in einer Antwort an den Landtagsabgeordneten Jürgen Maresch aus der gleichen Fraktion mit: „Die hochwasserbedingten Unterbrechungen der Arbeiten am Tosbecken im Jahr 2010 verlängern die Bauzeit und führen auch zu Verzögerungen bei den übrigen Vorhaben.“ Aufgrund des Hochwassers sei die Baustelle vier Mal geflutet worden. Damit gehen laut Ministerin Anita Tack zusätzliche Kosten von 400 000 Euro einher – bei einem Gesamtaufwand von ungefähr 15 Millionen Euro.

Allerdings verteidigt die Landesregierung die verzögerten Bauarbeiten: Diese hätten so früh wie möglich wieder begonnen, und zwar, als der Zufluss in die Talsperre bei maximal elf Kubikmetern pro Sekunde lag. Das regenreiche Wetter habe die Böden in den Flusseinzugs-Gebieten der Spree, Schwarzen Elster und Lausitzer Neiße stark gesättigt. Dies führte nach Angaben der Landesregierung sofort zu erhöhten Abflüssen. Die Ministerin erläutert: „Erst mit Beginn der Vegetationsperiode und dem ausbleibenden Regen im April kam es zu einer allmählichen Entspannung.“

Die Sanierung der nahezu 50 Jahre alten Talsperre ist laut Umweltministerium unerlässlich. Trotz der Bauarbeiten habe die Talsperre entscheidend dazu beigetragen, dass noch größere Hochwasserschäden ausblieben. Zudem habe die verzögerte Sanierung keine Auswirkungen auf den Hochwasserschutz in Cottbus und den anliegenden Gemeinden.

Dennoch fordert die Stadt Cottbus die Einrichtung eines zweiten Hochwassermeldepegels zwischen der Talsperre Spremberg und dem Wohngebiet Sandow, um die jeweilige Hochwasserlage genauer einschätzen zu können. Das Land will wiederum im Jahr 2015 einen neuen Plan zum Schutz vor Hochwasser vorlegen.

René Wappler

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.09.2011

 

Anmerkung des Betreibers der Homepage::

Dieser nachfolgende Leitartikel ist sehr zwiespältig zu sehen, außerdem entbehrt er nicht einer gewissen Polemik.

 Bevor derartige Äußerungen zum Baugeschehen an der Talsperre Spremberg  artikuliert  werden, 

sollte eine sachkundige Recherche dem voraus gehen..

Jürgen Heinrich: Vorsicht, Dauer-Baustelle

Das öffentliche Bauen gerät im Dickicht von Landes-, Kreis-, Verbands- und Kommunalzuständigkeiten zum Dauerchaos. Was Straßenanlieger längst zu erstaunlicher Leidensfähigkeit gezwungen hat - man schaue nur auf das skandalöse Schleppen der Baustelle in Sielow - trägt sich nun auch an Wasserwegen zu. Gravierend leidet der überschwemmte Spreewald unter landeshoheitlicher Planlosigkeit. Der Wasserstand und starke Strömung haben den Kahnbetrieb vielfach zum Erliegen gebracht. Die Tourismusbranche, die von Mai bis September boomen sollte, muss Einbrüche hinnehmen. Grund ist nicht etwa reichlicher Regen, sondern die verantwortungslos geführte Schönwetter-Baustelle am Spremberger Stausee, die sich dreist über Jahre hinzieht. Zuständige Experten brüsten sich gar als Hochwasser-Verhinderer. Es berührt sie nicht in ihrer öffentlich besoldeten Sicherheit, dass Unternehmen des Feriengeschäfts am Dauerbauplatz Stausee längst das Handtuch geworfen haben und im Burger Raum die Verluste täglich wachsen.
Logisch wäre es, überschüssiges Wasser durch den Nordumfluter um Burg herum zu leiten. Doch zu gleicher Zeit (!) wie in Bräsinchen werden zwei Wehre bei Neu Zauche gebaut. Das heißt, über Befindlichkeiten der Zivilisation dazwischen wurde gar nicht erst nachgedacht.
Offenbar haben Spreewaldhoteliers, Kahnvermieter und Handwerker keine Lobby. Handwerkskammer, IHK, und Unternehmerverbände müssten längst Sturm laufen bei Politik und Verwaltung. Denn die schädigen durch planloses Bauen nicht nur einzelne kleine Geschäfte, sondern das Image der ganzen Region. Und zwar heftig - zu Lande und zu Wasser.

Sie erreichen den Autor unter j.heinrich@cga-verlag.de

Quelle: Märkischer Bote, 13./14.08.2011

 

Auf Cottbuser Deichen fallen 4000 Bäume

Cottbus. Die Stadt Cottbus rüstet sich für das nächste Hochwasser. Dafür müssen ab der kommenden Woche etwa 4000 Bäume auf den Deichen gefällt werden. Auf ein entsprechendes Konzept hatten sich Hochwasserschutz-Experten und Naturschützer geeinigt. 60 Prozent der Bäume haben laut Stadtverwaltung einen Stammdurchmesser, der kleiner als 30 Zentimeter ist. Künftig sollen die Deiche im Hochwasserfall auch für Fahrzeuge befahrbar sein. sh

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.09.2011

 

Wird die Hauptstadt bald zu Bad Berlin?

Berlin Der Hauptstadt steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Weil die Berliner immer weniger Trinkwasser verbrauchen, steigen die Grundwasserpegel. Ohne Pumpen läuft in vielen Kellern gar nichts mehr.

                                      

                                                Klaus Seiler im Keller seines Hauses mit zwei Pumpen. Foto: dpa

Wird Berlin bald Bad Berlin? Das Grundwasser ist den Hauptstädtern Fluch und Segen zugleich: Die Metropole kann sich fast vollständig mit Trinkwasser aus dem eigenen Stadtgebiet versorgen. Doch weil die Berliner seit Anfang der 1990er-Jahre immer weniger Wasser verbrauchen, steigen die unterirdischen Grundwasserpegel teilweise wieder auf das vorindustrielle Niveau an. Zu spüren bekommen das sowohl Hausbesitzer als auch Betriebe.

Als Klaus Seiler aus dem Urlaub heimkehrte, war der Schock groß. „Obwohl die Pumpe im Keller die ganze Zeit lang gelaufen war, stand das Wasser 15 Zentimeter hoch“, erzählt der 69-Jährige. Seiler lebt in Berlin-Rudow, mitten in einem Urstromtal, das quer durch Berlin verläuft. Hier steht das Grundwasser besonders hoch, etwa drei Meter unter der Erdoberfläche. Jahrzehntelang war das für Seiler kein Problem, denn das benachbarte Wasserwerk Johannisthal sorgte für einen niedrigen Grundwasserspiegel.

Von Anja Sokolow

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.09.2011

 

Annahütter Pößnitz ist ihr Schlammbett los

Tausende Tonnen Eisenhydroxidrückstände aus Vorfluter und Vorland abtransportiert

Annahütte Regelmäßig bezieht der Gewässerverband "Kleine Elster-Pulsnitz" Prügel. Der Vorwurf: Die Vorflutgräben, davon gibt es Hunderte Kilometer im Verbandsgebiet, werden zu selten gekrautet oder entschlammt. Ländereien und Keller stünden deswegen unter Wasser. Ganz andere Töne kommen jetzt aus Annahütte.

                                                                       

                                                                          Foto: Manfred Feller

Die Pößnitz unweit der Annahütter Mühle am Ortseingang aus Richtung Klettwitz. Solange der Bergbausanierer LMBV hier eisenhydroxidhaltiges Wasser einleitet, wird es Ablagerungen in dem Vorfluter geben. Frank Hoffmann, Kerstin Müller und Ortsvorsteher Horst Pawlik (v. l.) wünschen sich, dass der Gewässerverband das Bett in Zukunft öfter entschlammt und die Überreste nicht wieder über viele Jahre an dem einen Ufer liegen lässt.                                                                                               

Der Aufschrei im Mai in Annahütte war groß. Hatte es doch der Gewässerverband "Kleine Elster-Pulsnitz" gewagt, auf einer privaten Wiese direkt an der Pößnitz insgesamt fast 7000 Tonnen unansehnlichen Eisenhydroxidschlammes aufzutürmen. Keiner der Anlieger war darüber informiert worden. Die klärende Vor-Ort-Runde mit Vertretern der Gemeinde und des Verbandes besänftigte die Gemüter. Binnen weniger Wochen sollten die rotbraunen Hinterlassenschaften aus dem entschlammten Vorfluter verschwinden. Kaum einer der Anlieger glaubte daran.

Doch das Wunder geschah tatsächlich. Die Annahütter hatten nicht nur eine beräumte Pößnitz und nach mehr als zehn Jahren endlich auch ein sauberes Vorland. Sie wurden auch die riesigen Schlammhaufen pünktlich los. "Selbst die abgesprochenen Transportwege der Lastwagen wurden eingehalten und später die Straßenschäden beseitigt", lobt Ortsvorsteher Horst Pawlik. "Der Verband hat alle Zusagen eingehalten." Verbandstechniker Bernd Richter als Ansprechpartner habe alles bestens koordiniert.

Von Annahütte bis zur Autobahn zeige sich die Pößnitz nun auf etwa 3,5 Kilometern Länge in einem Zustand, den sich die Einwohner und Flächennutzer entlang des Vorfluters immer wünschen. Doch die LMBV leitet weiterhin Grundwasser ein, das unterwegs die Eisenhydroxidbestandteile im Bett zurücklässt.

Landwirtin Kerstin Müller, sie wohnt gleich neben der traditionsreichen Mühle in Familienbesitz, ist von sich aus auf Ortsvorsteher Horst Pawlik zugegangen. Sie hat sich für dessen Einsatz und auch für die Arbeit des Gewässerverbandes bedankt. "Die letzten zwei, drei Jahre hatten wir im Keller der Mühle Wasser. Davor nie", sagt sie. Mit der Vorflutberäumung ab Herbst verbesserte sich die Lage.

Auch Bestatter Frank Hoffmann aus dem benachbarten Klettwitz, im Nebenerwerb Landwirt, hat den Einfluss des zugeschlammten Pößnitzbettes in Verbindung mit einem hohen Wasserstand gespürt. Seine landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang des Vorfluters waren auf einem immer breiter werdenden Streifen nicht mehr nutzbar. Es stand das Wasser. "Da konnte man nur Reis anbauen", hat er seinen Humor nicht verloren. Jetzt wachse wieder Getreide.

Und wie weiter? "Vom Verband haben wir die Zusage, dass er die Pößnitz künftig mehr beobachten wird", so Horst Pawlik.

Zum Thema:
Die mehrere Kilometer lange Pößnitz im Raum Annahütte war in diesem Jahr nicht das erste Großprojekt des Gewässerverbandes "Kleine Elster-Pulsnitz". Auch die Wolschinka ist auf einer Länge von nicht weniger als 6,5 Kilometern beräumt worden. Dies geschah nach Auskunft von Verbandstechniker Bernd Richter zwischen dem Klärwerk Brieske und der Wolschinka-Mündung in Schwarzheide-Ost. Wie in Annahütte war auch dort der über Jahre aus dem Gewässerlauf herausgeholte Eisenhydroxidschlamm neben dem Bett abgelegt worden. Nunmehr wurden der Vorfluter entschlammt und das Vorland beräumt. Immerhin 4800 Tonnen des rotbraunen Schlammes mussten abtransportiert werden. Er wurde nach Verbandsangaben auf einer Spremberger Deponie verkippt. Dort lagert auch der Pößnitzschlamm.

Mittelfristig soll laut Bernd Richter auch der Meuroer Graben auf etwa fünf Kilometern Länge beräumt werden. Gerechnet wird ebenfalls mit mehreren Tausend Tonnen Material.

Manfred Feller

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.06.2012

 

Die Stadt lässt das Wasser ab

Ausbau des Grabensystems soll vor Überschwemmungen bei Starkregen schützen

Cottbus Damit alte Gräben wieder ihre Funktion übernehmen können, hat die Stadt Cottbus im vergangenen Jahr fast 700 000 Euro investiert. In diesem Jahr sollen knapp 600 000 Euro ausgegeben werden, um Überschwemmungen zu verhindern.

 

Foto: Helbig (Archiv)

Nur noch mit Gummistiefeln konnten in den vergangenen Jahren einige Kahrener ihre Häuser verlassen. Auf den Grundstücken hatten sich riesige Wasserflächen gebildet. Weil es tagelang regnete und die Wassermassen nicht mehr abgeleitet wurden, hieß es dort Land unter.

Bange Blicke gen Himmel gehören aber dort spätestens seit dem Jahr 2015 der Vergangenheit an. Für 30 000 Euro wurde der Graben ausgebaut, sagt Umweltamtsleiter Stephan Böttcher. Ein Projekt von vielen.

In den Saspower Gräben zum Beispiel fließt statt brauner Brühe nun wieder klares Wasser. Dafür sorgt das neue Verteilerbauwerk, das im vergangenen Jahr übergeben worden ist. Ein defektes Einlaufbauwerk verhinderte, dass die Gräben mit Frischwasser versorgt werden. Eine bis zu 20 Zentimeter dicke Eisenschicht hatte sich abgesetzt. Statt Frösche, Fische oder Enten gab es nur noch ein paar Schnecken. Ansonsten war alles ökologisch tot. 51 000 Euro steckte die Stadt in das neue Bauwerk.

Ein paar Kilometer weiter – in Schmellwitz – sieht es aber noch immer so aus. Selbst der kleine Teich an der Zuschka in Neu-Schmellwitz ist ein unansehnlicher Tümpel. Fachleute haben sich die Gräben in dem Stadtteil angeschaut. Ein Vorschlag: Querschnitt verringern und die Sohle anheben. Erst dann sei dort gewährleistet, dass wieder regelmäßig Wasser durch die Gräben fließt. Das wird nun zunächst in einer Sanierungskonzeption zu Papier gebracht, verrät Stephan Böttcher. Bis Sommer 2016 soll der Plan fertig sein. Für die Umsetzung brauchen Stadt sowie Wasser- und Bodenverband dann allerdings noch bis zum Jahr 2019. In Schmellwitz will die Stadt jährlich eine Viertelmillion Euro ausgeben.

In Sielow ist der Schimmelgraben zum Teil wieder auf Vordermann gebracht worden. Dort wurden ein Staukanal und ein Einlaufbauwerk errichtet. Der Graben selbst wurde profiliert. Kosten: 310 000 Euro. In diesem Jahr geht es weiter. Bäume müssen gefällt, eine neue Verrohrung unter dem Parkplatz der Pension Nordstern errichtet werden. Wassertonnen, Blumenkübel und Stege hinter den Eigenheimen seien Abflusshindernisse und müssten deshalb verschwinden, so der Umweltamtschef. Kalkulierte Kosten: 100 000 Euro.

An der Alten Mühle in Madlow wurden ein neuer Rohrdurchlass eingebaut sowie das Ufer entlang des Mühlgrabens erhöht. "Das Gelände der Mühle war beim Hochwasser 2013 ein Gefahrenschwerpunkt", erklärt Stephan Böttcher. Kosten rund 50 000 Euro.

An der Kutzeburger Mühle geht es laut Cottbuser Umweltamt weiter. Durchlass, Ufersicherung und Staubauwerk werden dort errichtet. So soll es künftig möglich sein, die Wasserverhältnisse im Graben zu regulieren. Die Kosten belaufen sich auf 230 000 Euro.

Um Überflutungen der Ströbitzer Hauptstraße zu verhindern, soll auch der Abfluss im Zahsower Landgraben verbessert werden. Der Plan: Der Graben wird an zwei Stellen aufgeweitet, dadurch wird das Speichervolumen erhöht. Diese Arbeiten schlagen laut Stadtverwaltung mit rund 40 000 Euro zu Buche.

Sven Hering

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.01.2016

 

Anmerkung d.Verfassers:

So können relativ einfach sog. „Binnenhochwässer“ und ihre Folgen, verursacht durch

jahrzehntelange Ablagerungen, u.a. auch von sich ablagerndem Eisenhydroxidschlamm in kleinen

Vorflutern beseitigt werden.

Auf die Folgen der Überbauung, Zuschütten, Vernachlässigung von Rohrdurchlässen u,ä. alter Grabensysteme in Cottbus und nicht nur dort wurde vom Verfasser schon mehrfach hingewiesen.

Die Schäden, verursacht durch sog. Binnenhochwässer, sind hausgemacht, u.a. auch durch Realisierung ungenehmigter Bauvorgaben.

 

Karten für Flutungsgebiete werden ausgelegt

Potsdam/Goyatz. Das Branden­burger Agrar- und Umweltminis­teriumn hat die Entwürfe der Kar­ten für das Überschwemmungs­gebiet der Unteren Spree (Schwielochsee bis Berlin) erarbeitet. Diese werden vom 15. Feb­ruar bis 18. März (2016) bei den unteren Wasserbehörden, Städten, Äm­tern und amtsfreien Gemeinden der betroffenen Gebiete öffent­lich ausgelegt.

Bereits im Vorfeld sollen laut Ministerium Träger öffentlicher Belange und Bürger über die Plä­ne für die Überschwemmungsge­biete informiert werden sowie über die dort künftig geltenden Regeln und den Ablauf des Ver­fahrens. Dazu gibt es am 9. Febru­ar (2016) ab 18 Uhr eine Veranstaltung im Restaurant "Hafenterasse" in Goyatz, Am Bahnhof 31. Bis zum 4. April (2016) kann bei den Wasserbe­hörden der Landkreise Oder­-Spree und Dahme-Spreewald schriftlich zu den Kartenentwür­fen Stellung genommen werden.

Die Hochwasser der letzten Jahre haben dem Ministerium zufolge nochmals deutlich ge­macht, dass auch in Brandenburg große Gebiete betroffen sein kön­nen, die überflutet werden. Zur Minderung von Gefahren müss­ten deshalb Überschwemmungs­gebiete festgesetzt werden, für ' die besondere Schutzvorschrif­ten gelten.red/dh

 

Im Internet:

 

Überschwemmungsflächen (allgemein):

 

http://www.mlul.brandenburg.de/info/ueberschwemmungsgebiete

 

 

Überschwemmungsflächen für die Spree (Schwielochsee bis Berlin) :

 

http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.350600.de

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.01.2016

 

100 Millionen Euro für saubere Gewässer

Berlin. Für saubere Gewässer will Berlin in den kommenden Jahren rund 100 Millionen Eu­ro investieren. Allein für die Entwick1ung von Spree, Panke, Wuhle, Erpe und Tegeler Fließ sind 6l,5 Millionen Euro eingeplant, wie aus einer Antwort von Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) auf ei­ne Kleine Anfrage aus der Grünen-Fraktion hervorgeht. Weitere 40Millionen Euro sollen demnach dem Kanalnetz zugutekommen - mit dem Ziel, die Qualität der Oberflächengewässer zu verbessern. dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.01.2016

 

Grubenwasserleitungen aus Nochten werden unter der Spree verlegt

Nochten Ein außergewöhnliches Projekt plant Vattenfall gemeinsam mit den Firmen Trapp Infra GmbH und Visser & Smit südlich von Spreewitz (Gemeinde Spreetal). Wie der Energieerzeuger mitteilt, sollen zwei Rohrleitungen im Durchmesser von 1,2 und 1,4 Meter unter unter dem Flussbett der Spree eingezogen werden.

Die Leitung Nochtener Wasser 1 bringt seit 1998, Leitung 2 seit 2012 Grubenwasser aus dem Tagebau in die Grubenwasserbehandlungsanlage Schwarze Pumpe, wo es zu Trink- und zu Brauchwasser aufbereitet wird. Bisher führen sie als Rohrleitungsbrücke über die Spree. Diese soll nun durch die Unterführung ersetzt werden. Es habe sich gezeigt, dass die Brücke bei Hochwasser starkem Druck und Ausspülungen ausgesetzt sei. Das wirke sich auf die Statik des Bauwerks aus, erklärte Stephan Fisch, Leiter Tagebauentwässerung bei Vattenfall. Der unterirdische Leitungsbau sei weniger anfällig und eine Investition in eine sichere Wasserversorgung des Industrieparks Schwarze Pumpe mit Brauchwasser, auch über die Zeit des aktiven Tagebaus hinaus. red/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.02.2016

 

Hochwasser: Land schafft Fakten

Überschwemmungsgebiete entlang der Schwarzen Elster und ihrer Zuflüsse sind verbindlich

Elbe-Elster/Potsdam Die Überschwemmungsgebiete entlang der Schwarzen Elster und ihrer Nebenflüsse werden in ihrer ursprünglichen Planung festgeschrieben. Das hat Brandenburgs Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Ingo Senftleben erklärt.  

Hochwasser der Schwarzen Elster haben Teile des Landkreises,

hier bei Uebigau, bereits mehrfach bedroht. Foto: Klaus-Peter Manig

In den geplanten Überschwemmungsgebieten gelten besondere Schutzvorschriften und grundlegende Einschränkungen, damit in etwaigen Hochwassergefahrensituationen die negativen Auswirkungen minimiert werden können. Grundeigentümer und Unternehmen können insbesondere vom Verbot der Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen betroffen sein, Landwirte vom Verbot der Umwandlung von Grün- in Ackerland. Kommunen und Ämter sind besonders vom Verbot der Ausweisung von neuen Baugebieten in Bauleitplänen oder sonstigen Satzungen nach dem Baugesetzbuch betroffen.

In Schwarzheide im benachbarten Oberspreewald-Lausitz-Kreis formiert sich Widerstand. Dort fürchten Grundstückseigentümer in den betroffenen Gebieten um den Wertverlust ihrer Häuser. Ingo Senftleben erklärt: "In unserer Region wurde in den zurückliegenden Jahren viel geschaffen, oft mit der Unterstützung des Landes Brandenburg. Jetzt stellen die neuen Vorschriften aber eine Gefahr für Unternehmer, Privatpersonen und Kommunen dar. Wir brauchen einen besseren Hochwasserschutz statt weitreichende Nutzungsverbote."

Die Bürgermeister aus Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg, Dieter Herrchen, Thomas Richter und Michael Oecknigk, hatten bereits bei der Auslegung der Überschwemmungskarten gefordert, den Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen nun dringend zu forcieren, um die Entwicklung ihrer Städte nicht zu gefährden.

Das Land Brandenburg hatte in mehreren Veranstaltungen versichert, nach der Durchführung gezielter Hochwasserschutzmaßnahmen die Ausdehnung des Festsetzungsgebietes anzupassen. So sollen schnellstmöglich in Bad Liebenwerda und Elsterwerda die Deichanlagen saniert werden. In Elsterwerda ist im Zusammenhang mit dem Ersatzneubau einer Fußgängerbrücke über die Schwarze Elster bereits die Rede davon, dass Spundwände, die weitestgehend verkleidet werden, zum Einsatz kommen sollen. In Ortrand sollen die Deiche und Ufermauern der Pulsnitz saniert werden. Auch für Herzberg wurden bei Bürgerversammlungen Deichbaupläne vorgestellt. Zudem werden das Lausitzer Seenland zur Hochwasserrückhaltung zwischen Hoyerswerda und Senftenberg sowie die Deichrückverlegung der Schwarzen Elster zwischen Ruhland, Schwarzheide, Lauchhammer und Herzberg in Betracht gezogen. "Doch all diese Vorhaben befinden sich noch immer im Planungs- und Genehmigungsverfahren. Das dauert alles zu lange", unterstreicht Ingo Senftleben. Frank Claus

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.02.2016

 

Schäden sind nicht erst von gestern

Leserbrief Zum Artikel "Stadt sperrt marode Brücke Am Fließ in Neu-Schmellwitz" (RUNDSCHAU vom 6. August) äußert sich unser Leser Christian Lehm aus Cottbus:

Beim Lesen des Beitrages drängt sich die Frage auf, wieso merkt man erst dann, wenn das Bauwerk fast am Zusammenbrechen ist, dass Schäden aufgetreten sind.

Theoretisch müssten ja Holzbrücken jährlich überprüft werden (so kenne ich es noch) und festgestellte Mängel umgehend beseitigt werden.

Bei anderen Brücken wie Lönssteg und Wernersteg war es dann das Hochwasser, was die Schäden verursacht hat, obwohl dasselbe die zerstörten Bauteile kaum erreicht hat.

Aber man scheint auf solche Situationen zu warten, da es dann Fördergelder gibt. Gerade der Lönssteg fehlt vielen Leuten als Ausflugsweg. Das Foto der Brücke Am Fließ lässt erkennen, dass die Schäden nicht erst von gestern sind. (Manche Bürger denken eben noch mit.)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.09.2016

 

Anm.:

Wo der Leser Recht hat, hat er Recht!

Wann war denn  in Cottbus ein Hochwasserereignis, das solche gravierenden

Schäden an Brücken, nicht nur an Holzbrücken hervorruft?

Aus meiner Kenntnis wurden im

Juli 1981 ein Pegelstand von 354 cm und im

Juni 2013 ein Pegelstand von 239 cm (wie kann man da von „Hochwasser“sprechen)

am Pegel Cottbus, Sandower Brücke gemessen.

 

 

 

 

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