Sie befinden sich hier auf der Seite, die einen kleinen Eindruck zu den

 

Auswirkungen von Niedrigwassersituationen, insbesondere in der Lausitz

 

geben  soll.

 

Ich wünsche allen Interessierten viel Spaß beim Lesen dieser Seiten !

 

In der Lausitzer Rundschau war am 04.06.2003 zur Niedrigwassersituation in Brandenburg Folgendes zu lesen:

 

 

Dramatischer Wassermangel in Brandenburg

 

Land droht Gefahr der Versteppung

 

POTSDAM. Trotz seines Reichtums an Flüssen und Seen droht Brandenburg eine dramatische Wasserknappheit. Die Stabilisierung des Landeswasserhaushalts sei eine der größten Herausforderungen für die Region, sagte Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) gestern in Potsdam.

 

Die Niederschläge lägen um etwa ein Fünftel unter dem bundesweiten Durchschnitt. Außerdem fielen sie zunehmend ergiebiger im Winter als im Sommer. Langfristig könnte die Region versteppen. Vor drei Jahren hatte Birthler eine Arbeitsgruppe eingesetzt und sie damit beauftragt, das Wasserangebot in Brandenburg zu analysieren. Detaillierte Ergebnisse würden in Kürze vorgestellt.

Ursache für den Wassermangel sei auch, dass das wertvolle Nass zu schnell abfließe. Deshalb komme es nun darauf an, durch eine bessere Gewässerbewirtschaftung, das Wasser "länger in der Landschaft zu halten". (Eig. Ber./thm/ta)

 

Brandenburg fehlt das Wasser

 

Niederschläge 20 Prozent unter deutschem Schnitt

 

Brandenburg, eigentlich das gewässer­reichste Bundesland, droht in den nächsten Jahrzehnten eine Versteppung. Auf diesen Trend hat gestern Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) hingewiesen, der von einer "der größten Herausforderungen in Brandenburg" sprach. Die Experten seines Ressorts sehen wegen der zunehmend knappen Wasserressourcen bereits eine " wasserhaushaltliche Sondersituation " Brandenburgs in Deutschland.

 

VON THORSTEN METZNER

 

Denn das Szenario des märkischen Klimawandels spielt nicht in ferner Zukunft, sondern ist bereits Realität. Der Grund: Seit Jahrzehnten nehmen die für die für die Grundwasser-Neubildung entscheidenden Sommerniederschläge in der „märkischen Streusandbüchse“ ab – so wie in keinem anderen deutschen Bundesland. Die Niederschläge in Brandenburg liegen laut Birthler bereits jetzt 20 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt.

 

Schon jetzt seien die alljährlichen Niederschläge so gering wie in der sibirischen Waldsteppe, in Spanien oder Mexiko, erläuterte Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes. So regnet es in der amerikanischen Prärie öfter als in der Lausitzstadt Cottbus. Gleichzeitig sind die Temperaturen in Brandenburg in den letzten vierzig Jahren um mehr als 1,5 Grad gestiegen, in Angermünde sogar um 3,5 Prozent (?).

 

Die Folge: Eine negative Wasserbilanz in mehr als der Hälfte des Landes. Das heißt, es verdunstet mehr Wasser als Grundwasser neu gebildet wird. Die Grundwasserstände gehen landesweit bereits seit 1960 zurück. Aber auch die jahrzehntelangen Meliorationsprogramme - 80 Prozent der 33 000 Fließgewässer sind solche künstlichen Gräben - sowie in der Lausitz der Braunkohletagebau wirken sich nach Einschätzung von Experten bis heute ungünstig aus, da sie das Wasserdefizit verstärken.

 

In der Braunkohleregion besteht gegenwärtig ein Grundwasserdefizit von fünf bis sieben Milliarden Kubikmetern, wobei das jährlich neugebildete Grundwasser bei 3,7 Milliarden Kubikmetern liegt.

 

 

Hintergrund

 

Steppe ist nicht Wüste

 

Um dem Trend der Versteppung durch Wassermangel entgegenzuwirken, haben Experten  bereits Szenarien entwickelt. So soll versucht werden, die bislang abfließenden hohen Winterniederschläge zurückzuhalten, die Grundwasserneubildung zu fördern.

Stauanlagen sollen umgebaut, nicht mehr benötigte Entwässerungsgräben geschlossen werden, um den Abfluss von Brandenburger Wasser zu bremsen.

Im Klimawandel sieht Minister Birthler kein Horrorszenario: Steppe sei nicht Wüste. 

 

0406031lr.rtf

 

 

Dazu eine Anmerkung des Verfassers dieser Seite:

 

Eine effektive Grundwasserneubildung findet nur durch hohe Winterniederschläge statt; am günstigsten wirkt sich auf diesen Prozess eine relativ hohe Schneedecke, die langsam abtaut, aus. Bei einer normalen jährlichen Verteilung der Niederschläge ist aus dem Gang der Grundwasserstände zu erkennen, dass fast ausnahmslos die höchsten Grundwasserstände in den Monaten März / April und die niedrigsten in den Monaten September / Oktober als Folge der Vegetation zu verzeichnen sind.

 

Insofern muss der oben aufgestellten Behauptung: dass die Sommerniederschläge für die Grundwasser-Neubildung entscheidendend sind widersprochen werden.

 

 

Eine Maßnahme, um einen gewissen Ausgleich in der Wasserführung der Spree zu schaffen und zu erwartende negative Auswirkungen der

 

Niedrigwasserperiode zu dämpfen: 

 

 

Bericht der Lausitzer Rundschau vom 12.06.2003:

 

Wasser aus Sachsen gegen die Ebbe in der Spree

 

Kostbares Nass kommt aus zwei Talsperren

 

POTSDAM. Die anhaltende Hitze und zu geringe Niederschläge haben den Wasserstand der Spree dramatisch absinken lassen. Das in der Talsperre Spremberg gestaute Wasser reiche nicht mehr aus, erklärte Jens-Uwe Schade vom Brandenburger Umweltministerium gestern in Potsdam. Seit An­fang Mai seien 5,7 Millionen Kubikmeter Wasser von der Talsperre in die Spree geleitet worden. Die Folge: Der Wasserstand im Staubecken sinkt täglich um sechs Zentimeter . Deshalb fordert Brandenburg "deutlich früher als im Vorjahr" Wasser aus Sachsen an. Potsdam hatte vor drei Jahren mit dem Freistaat einen Vertrag über den Bezug von jährlich bis zu 20 Millionen i Kubikmeter Wasser geschlossen. Bei Bedarf können 16 Millionen Kubikmeter aus der Talsperre Bautzen und vier Millionen Kubikmeter aus der Talsperre Quitzdorf bezogen werden. (Eig. Ber./sm)

 

120603lr.rtf

 

Bericht im WOCHENKURIER vom 23.07.2003:

 

Spree und Neiße: Wasser muss her !

Fehlende Niederschläge machen Brandenburgs Flüsse schwer zu schaffen

 

REGION. Nach der Jahrhundertflut im vergangenen Jahr kämpfen die Flüsse im Land Brandenburg nun mit einer beispiellosen Trockenperiode, die deren Wasserpegel von Tag zu Tag sinken lässt. Besonders stark davon betroffen sind Spree und Neiße. Guben meldete in der vergan­genen Woche nur etwa 20 Zentimeter mehr als der hi­storische Pegeltiefststand von 85 Zentimeter. Die Neiße bei Forst hatte einen Durchfluss von 6,7 Kubikmeter pro Sekunde - nur 0,3 mehr als der niedrigste je gemessene Wert. Doch welche Auswirkungen hat dieses extreme Niedrigwasser für unsere Flüsse ? Dazu befragte der WochenKurier Dr. Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes.

  

Ob diese Methode hilft, die Wasserstände in den Flüssen anzuheben ?

 

                                                                                   

"Der Fluss stinkt!"

 

Brandenburg: "Das Hauptproblem ist, dass durch die geringen Pegelstände der Flüsse die Fließgeschwindigkeit herabgesetzt wird. Das führt zu einer schlechteren Wasserqualität und kann zur Vergiftung der Flüsse führen." Die­se Vergiftung wird durch die vermehrte Produktion von Blaualgen hervorgerufen. Sie verursachen bei warmem Wetter wie in den vergangenen Tagen einen unangenehmen Geruch, der besonders an der Spree bei Spremberg einigen Anwohnern schon aufgefallen ist. „Im Rückblick betrachtet“, so Schade "haben wir die schlimmste Trockenheit der letzten Jahre. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.“

Das sieht auch der Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg, Prof. Mathias Freude so: "Die Niederschläge der vergangenen Woche waren nichts weiter als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Allein durch Regen werden Spree und Neiße den Normalpegel nicht erreichen. Da braucht es schon mehr.“

Maßnahmen gibt es viele. So zapft man für die Spree die Talsperre Spremberg an, die man im Winter randvoll laufen ließ. "Ein Risiko, was sich jetzt ausgezahlt hat", fügt Freude hinzu. Auch Wasser aus Sachsen hilft dabei, den Wasserpegel der Brandenburger Flüsse halbwegs normal zu halten. "Trotz der ganzen Einleitungen aus der Talsperre in Spremberg, der effektiveren Nutzung von Wehren und Wasser aus Sachsen, ist die Lage angespannt", meint der Landesumwelt­Chef.

 

Fred Schimmank ist Inhaber eines Fährhafens in Burg/Spreewald und lebt von der Spree. Er schätzt die momentane Niedrigwasserlage nicht so dramatisch ein. "Dadurch, dass der Wasserstand reguliert wird, hat das Niedrigwasser zum Glück im Moment noch keine Auswirkungen auf unseren Kahnbetrieb."

 

Der Spreewald spielt auch bei der Frage, wie man solchen Niedrigwasserphasen in Zukunft besser entgegenwirken kann, eine wichtige Rolle. Dazu Schade: "Aus den Erfahrungen müssen wir lernen. Insbesondere Niedermoore und der Spreewald können mit ihrer Wasserspeicherkapazität dazu beitragen, dass sich der Wasserpegel auch bei Trockenperioden im Rahmen hält." Diese Maßnahmen können jedoch nur über einen längeren Zeitraum Wirkung zeigen. 

 

Und so kann es auch im nächsten Jahr wieder lauten: In Neiße und Spree - Wasser ade!

 

230703woku.rtf

 

 

Bericht der Lausitzer Rundschau vom 17.07.2003:

 

 

Flüssen der Region fehlt Wasser

 

Pegelstände von Spree, Neiße und Eibe nähern sich historischen Tiefstständen

 

COTTBUS / POTSDAM / DRESDEN . Die Pegelstände der Flüsse in der Region nähern sich auf­grund der anhaltenden Trockenheit historischen Tiefstständen. Die Spree liegt derzeit noch zehn bis 20 Zentimeter von den tiefsten Werten seit Jahrzehnten entfernt. Bei Bad Muskau beträgt die Wassertiefe der Neiße noch 56 Zentimeter, 

nur 30 Zentimeter über dem Tiefstwert. Während auf der Oder bei einem Pegel von rund einem Meter (durchschnittlicher Juli-Wert 2,10 m) die Schifffahrt weitgehend eingestellt ist, verkehren auf der Elbe in Dresden bei rund 80 Zentimetern keine Transportschiffe mehr. Die Weiße Flotte kann Touristen nur noch eingeschränkt befördern.

"Nur länger anhaltender starker Regen kann die fallende Tendenz noch aufhalten", erklärt der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude, gegenüber der RUNDSCHAU. Da die Niedrigwasserstände der Flüsse üblicherweise aber erst im August/September erreicht würden, müsse mit einer dramatischen Situation gerechnet werden.

 

Der Wasserstand der Spree könne noch bis Mitte August durch den Zukauf aus Sachsen und die Talsperre Spremberg gut geregelt werden. " Wir brauchen aber auch die Mithilfe der Spreewälder", mahnt Freude. "Ungebremst Flusswasser zum Bewässern zu entnehmen, schadet bei der gegenwärtigen Verdunstung immens." (Eig. Ber./ta)

 

170703.rtf

 

                                         

Einen Überblick über die Situation bringt die Lausitzer Rundschau in ihrer Ausgabe vom 26.07.2003

 

 

Peitzer Teichwirte bereiten Notabfischen vor

 

Wasser aus Sachsen hilft / Aus dem Spreewald fließt wenig Wasser ab / Mangel in der Spree reicht bis in die Hauptstadt

 

Über 380 Kilometer schlängelt sich die Spree vom Lausitzer Bergland nach Berlin. Überall zeigen die Pegel Niedrigwasser an. Der Wassermangel ist in Teilen der Lausitz und vor allem in der Hauptstadt spürbar. Tote Fische in den Kanälen oder wild wuchernde Algenteppiche rund um die Museumsinsel ­das wäre keine schmeichelhafte Werbung für das neue Berlin. Doch völlig aus der Luft gegriffen ist dieses Szenario nicht. Die Spree, warnen Ökologen, leidet in diesem heißen Sommer unter einem Rekord-Wassermangel.

 

VON WOLFGANG SWAT UND ULRIKE VON LESZCZYNSKI

 

Nur von Stauwehren einigermaßen in Form gehalten, quält sich das Flüsschen im Schneckentempo am Regierungsviertel vorbei bis zur Havel-Mündung. Auf längere Sicht könnte Berlin mit seinem Fluss große Probleme bekommen - und Brandenburg erst recht.

Seit Wochen hängt der Fluss am Tropf der sächsischen Talsperren, um den Wasserstand zu halten. Das Lausitzer Braunkohlerevier zapft die Spree seit Monaten nicht mehr an, um seine Tagebaurestlöcher in Freizeit-Seen zu verwandeln. Im Gegenteil. Fast 2000 Pumpen heben zur Sicherung der Kohleförderung täglich rund 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser. Damit werden die Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe, aber auch die Spree versorgt. Der Spreewald lebt zu zwei Dritteln vom Grubenwasser. Noch gibt es deshalb nach Auskunft des Tourismusverbandes Spreewald in Raddusch keine Einschränkungen bei Kahnfahrten.

 

Kreuzgefährliche Situation

 

Die Wassernot ist dennoch spürbar, so bei den Peitzer Edelfischern. 

"Die Wasserknappheit begann schon im Winter mit wenig Schnee und Kälte

Jetzt im Sommer verschärft sich die Situation noch", schätzt Wilfried Donath, Geschäftsführer der Peitzer Edelfisch GmbH, ein. Seit Jahresbeginn sind in der Lausitz und in der Region Hoyerswerda und Weißwasser sowie in Teilen des EIbe­Elster-Landes erst ein Fünftel der sonst üblichen Niederschläge gefallen. In den insgesamt rund 1000 Hektar großen Peitzer Teichen fehlen 15 bis 20 Zentimeter an den normalen Teichhöhen. In anderen Teichen wie in Sergen, Eulo, Fürstlich Drehna sind nur ein Drittel der sonstigen Wassermenge drin. Der Kathlower Großteich mit seinen 

35 Hektar Wasserfläche musste aus Not schon abgefischt werden. Wilfried Donath bezeichnet die gegenwärtige Situation für die Binnenfischer, die mit dem Spreewasser produzieren, als "kreuzgefährlich." Im August könnte es bei anhaltend heißem Wetter zu weiterem Sauerstoffmangel in den Teichen kommen. "Wir bereiten uns auf Notabfischungen vor. Allerdings ist es schwierig, bei dem Wassermangel Teiche zu finden, wo wir die Fische einsetzen kön­nen", beschreibt Donath die Lage. Außerdem ist die Zeit des Not­Fischzuges auf wenige Stunden am Morgen begrenzt. Später wird es zu heiß. Karpfen, Forellen und andere Fische würden in den Netzen und Behältern qualvoll ersticken. " Wir tun in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft und Vattenfall alles, um ein Notabfischen zu verhindern." Fischereichef Donath rechnet auf jeden Fall mit Ertragseinbußen, weil die Fische bei sinkender Wassermene, steigender Temperatur und abnehmendem Sauerstoffgehalt auch weniger fressen.

Die diesjährige Situation zeigt, wie wichtig es ist, Wasser möglichst lange im Binnenland zu halten, meint Donath. "Im Einzugsbereich der Spree in Sachsen und Brandenburg gibt es Teiche von insgesamt 5000 Hektar Größe. Diese gut zu füllen, ist von enormer Bedeutung", sagt der Fischerei-Chef.

 

Dabei ist die Lage an den Flüssen durchaus sehr unterschiedlich. "Spree ist nicht gleich Spree“, beschreibt Dietmar Steyer, Sachgebietsleiter Gewässergüte im brandenburgischen Landesumweltamt in Cottbus, bildlich die verschiedenen Abschnitte. Die Wasserqualität wird ständig überwacht. Im Flussgebiet in der Lausitz sind noch keine gravierend negativen Auswirkungen erkennbar. "Noch ist ausreichend Sauerstoff im Wasser," erklärt der Cottbuser Laborchef des Landesumweltamtes, Hans-Joachim Mäder.

 

Wasser im Binnenland halten

 

Die Talsperre Spremberg lässt nach Auskunft des Landesumweltamtes in Cottbus in diesen Tagen mehr als neun Kubikmeter Wasser je Sekunde in den Fluss strömen. Die Mindestabgabe beträgt sieben Kubikmeter je Sekunde. Der Wasserspiegel des Sees liegt gegenwärtig 80 Zentimeter unter der normalen Stauhöhe. Dass es nicht mehr ist, ist der Wasserzufuhr aus der Talsperre Bautzen zu verdanken. Seit der Vereinbarung zwischen Brandenburg und Sachsen, von dort 20 Millionen Kubikmeter Wasser abzuleiten, sind seit Anfang Juni elf Millionen Kubikmeter geflossen.

"Wir hatten im Winter die Talsperre so gut es ging gefüllt. Das Wasser aus Sachsen wird direkt weiter in die Spree geleitet", erklärt Dietmar Steyer .

 

Vor allem der Spreewald profitiert von diesem zusätzlichen Wasser. "Hier liegt aber auch der Knackpunkt," so Steyer. Von den über neun Kubikmetern, die je Sekunde in die Spreewaldarme strömen, fließen nur noch gut zwei Kubikmeter je Sekunde am Pegel in Leibsch aus dem Spreewald ab. Normal verlassen an dieser Stelle jede Sekunde mindestens 

4,5 Kubikmeter Wasser die Lagunenlandschaft. Verdunstung und Bewässerung nennt Steyer als Ursache für die enormen Verluste. Er appelliert an die Spreewälder, "sehr verantwortungsbewusst mit dem Wasser umzugehen".

 

In Berlin ist die Geschwindigkeit der Spree inzwischen nämlich fast bei Null angelangt - als normal gelten rund zehn Zentimeter pro Sekunde. "Selbst ein starker Gewitterregen bringt keine Abhilfe", sagt Eva Milbrodt vom Berliner Wasser- und Schifffahrtsamt. 

 

In Brandenburg sieht Matthias Freude, Präsident des Potsdamer Landesumweltamts, bereits Fische und Muscheln bedroht.

 

Bei der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz verwahrt sich Wasseexperte Dietrich Jahn allerdings gegen Öko-Panikmache. 

 

"Die Spree müffelt nicht und es werden auch keine toten Fische durch das Regierungsviertel treiben", betont er. 

 

Ausgeprägte Niedrigwasser-Perioden habe es bereits vor 100 Jahren gegeben, nur die massenhafte Einleitung des abgepumpten Tagebau-Wassers aus der Lausitz habe diese Tatsache bis in die 90er-Jahre überdeckt."

 

Für den Umweltforscher Norbert Walz vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie ist die dahindümpelnde Spree nicht nur das Ergebnis der Hitzewelle. Menschliche Eingriffe in das Ökosystem, sagt er, machten dem Fluss weit mehr zu schaffen. So litt das natürliche Wassersystem von der Regentschaft des Alten Fritz angefangen bis hin zu DDR-Zeiten, damit Acker- und Grünflächen entstehen konnten. Feuchtgebiete verschwanden, künstliche Gräben durchziehen die Landschaft.

 

Die Natur rächt sich

 

Nun rächt sich die Natur: Der Boden speichert weit weniger Wasser als früher, natürliche Reserven für den Sommer gibt es kaum. Die Studie könnte vielen eine Warnung sein: Sie stellt klar, dass Wassermangel für Wirtschaft und Landschaft ebenso gravierende Folgen haben kann wie Hochwasser. Schon jetzt beziffert der Chef des brandenburgischen Landesbauernverbandes, Udo Folgart, den Ernteschaden durch Wassermangel auf 225 Millionen Euro. Nach Schätzungen des Landesbauernverbandes in Sachsen stehen aufgrund von Dürreschäden ein Sechstel der etwa 6000 bäuerlichen Betriebe im Freistaat vor dem Aus.

 

Um das Öko-System Spree wieder ins Gleichgewicht zu bringen, fordern Ökologen ein Umdenken. Flüsse müssten renaturiert und Wasser gespeichert werden. 

 

Die Zeit drängt: Das Potsdamer Klimaforschungsinstitut sagt voraus, dass die Sommer in Berlin und Brandenburg bis 2055 noch heißer und trockener werden.

 

260703lr.rtf

 

 

Die Situation im Wasserhaushalt hat sich noch nicht verändert: Lausitzer Rundschau vom 23.08.2003

 

Talsperrenreserve in der Lausitz geht zur Neige

 

Wasserpegel im Stausee Spremberg um zwei Meter gefallen

 

Die Sommerhitze und die lang andauernde Trockenheit haben zu einem extremen Wassermangel in der Region geführt. Falls es nicht regnet, wird die Talsperre Spremberg in wenigen Wochen kein Wasser mehr in die Spree abgeben können. Brandenburg verhandelt deshalb mit Sachsen über weitere Wasserlieferungen. 20 Millionen Kubikmeter flossen in diesem Jahr bereits aus Staubecken des Freistaates nach Brandenburg.

 

VON SIMONE WENDLER

 

Seit Wochen fällt der Wasserspiegel im Spremberger Stausee. Insgesamt sind es bisher zwei Meter und es geht weiter , täglich um vier bis fünf Zentimeter. Das Wasser wird gebraucht, damit der Spreewald nicht austrocknet. In etwa vier Wochen wird die Wasserreserve des Spremberger Stausees jedoch erschöpft sein, sagt Matthias Freude, Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes (LUA): "Dabei haben wir schon günstig gerechnet."

Eine Entspannung der Situation könnten nur sehr ausgiebige und sehr lang dauernde Regenfälle bringen. Da aber niemand weiß, ob und wann die kommen, verhandelt Brandenburg erneut mit Sachsen, um zusätzliche asserlieferungen aus Talsperren des Frei­staates zu vereinbaren. Fünf Millionen Kubikmeter sollen abgegeben werden, doch noch ist nichts perfekt. "Es gibt aber erste positive Signale aus Sachsen", zeigt sich Matthias Freude optimistisch.

Vor zwei Jahren hatte sich Sachsen bereit erklärt, zur Unterstützung der Spree in Brandenburg 20 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Talsperren der Oberlausitz abzugeben. In diesem Sommer wurde von diesem Angebot erstmals Gebrauch gemacht. Zurzeit fließen pro Sekunde noch dreieinhalb Kubikmeter Wasser aus den Talsperren Bautzen und Quitzdorf in Richtung Brandenburg. Die vereinbarte Gesamt­menge von 20 Millionen Kubikmetern wird in diesen Tagen erreicht­

Doch in der Spree sieht es schon jetzt schlimm aus. Aus dem Spremberger Stausee fließen zwar noch siebeneinhalb bis acht Kubikmeter Wasser pro Sekunde in Richtung Spreewald, doch hinter dem Biosphärenreservat kommt davon nur noch wenig an. Über den Fließen ist die Verdunstung groß. Am Messpegel Leibsch bei Neu Lübbenau fließen durchschnittlich nur noch knapp zwei Kubikmeter pro Sekunde vorbei. Aus ökologischer Sicht wären für eine gute Wasserversorgung des Spreewaldes sieben bis acht Kubikmeter pro Sekunde wünschenswert.

Zeitweise wurden jedoch an dieser Stelle in den vergangenen zwei Wochen nicht mal mehr die zwei Kubikmeter geschafft. "An einigen Tagen wurde schon weniger als ein Kubikmeter gemessen", bestätigt der Chef des LUA, Matthias Freude.

                                                         

Spree steht in Berlin still

 

In Berlin warnt die Deutsche Umwelthilfe inzwischen vor einem Kollaps der Spree. In Berlin-Mitte bewege sich der Fluss nur noch durch die Zufuhr von trübem Abwasser, in Köpenick fließe er bereits rückwärts in Richtung Müggelsee, sagt Martin Pusch vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Die Trinkwasserversorgung der Stadt ist jedoch trotz eines historischen Tiefstandes der Spree nach Angaben der Senatsverwaltung nicht gefährdet.

 

Dabei sah es im Frühjahr mit der Spree noch sehr gut aus. Die Talsperren waren sehr gut gefüllt, auch der Stausee in Spremberg. "Unsere Fachleute hatten da hineingepackt, was nur ging" , sagt Freude, "den Leuten ist es zu verdanken, dass jetzt überhaupt noch Wasser in der Spree fließt."

 

Keine Tagebauflutung mehr möglich

 

Bei der Abwägung, wovor man größere Angst habe, vor Hochwasser oder Dürre, habe man sich für die Dürre entschieden und damit Recht behalten.

 

Denn die große Hitze brachte die Spree bald schon in Bedrängnis. Schon Anfang Juni musste zusätzliches Wasser aus den Talsperren in die Spree geleitet werden, um einen Mindestdurchfluss zu sichern.

Für die Flutung der Tagebaurestlöcher in der Lausitz wird schon seit Mitte April kein Liter Spreewasser mehr abgeleitet. Die Flutung der Gruben habe deshalb nichts mit dem derzeitigen Wassermangel zu tun, versichert Uwe Steinhuber, Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwal­tungsgesellschaft mbH (LMBV). Von Januar bis März seien in diesem Jahr auch nur 51 Millionen Kubikmeter Wasser in die Bergbaufolgelandschaft gepumpt worden, halb so viel wie im Jahr 2002. 

 

Wissenschaftler warnen seit einiger Zeit vor einer langsamen Klimaänderung in der Lausitz mit höheren Durchschnittstemperaturen und weniger Niederschlag. Trotzdem könne man für die derzeitige kritische Situation der Spree nach Überzeugung von Freude niemanden verantwortlich machen: "Wir wussten, dass es eine Dürreentwicklung gibt, aber dass es so schnell und heftig wird, konnte niemand ahnen."

 

230803lr.rtf

 

Was sagen die Experten zur Situation: Lausitzer Rundschau vom 06.09.2003

 

„Was wir brauchen, sind drei Tage Landregen“

 

Niedrigwasser der Spremberger Talsperre lockt Schaulustige / Noch keine dramatische Situation

 

BAGENZ. Der schwimmende Steg am Bagenzer Strand liegt auf Sand. Im See selbst haben sich Inseln gebildet, auf denen Hundefreunde ihre Vierbeiner ausführen und Mountainbike-Liebhaber tollkühne Kunststückchen ausprobieren. Sonntags machen Familien auf dem inzwischen trockenen Seegrund Spaziergänge mit Kind und Kegel. Boote liegen auf dem Trockenen, Sammler finden massenweise Muschein, aber auch Krebs- und Fischkadaver. Was für die Ausflügler eine interessante neue Erfahrung ist, bedeutet für das Naturbiotop auf die Dauer eine Belastung.

 

VON CHRISTIANE BERTRAM­

Grund allen Übels - das Niedrigwasser der Spree nach der außergewöhnlichen Hitzeperiode in den letzten Wochen. Man kann quasi zuschauen, wie das Wasser täglich um bis zu fünf Zentimeter sinkt. Im "Prinzip waren die Niederschläge aber schon seit Januar viel zu ge­ring, als dass ein kontinuierlicher Wasserzu- und -ablauf der Spree gegeben gewesen wäre", erklärt Eckhard Schaefer, Referent im Landesumweltamt in Cottbus. "Auch die paar Tropfen momentan sind im Prinzip bedeutungslos, was den Wasserhaushalt des Stausees betrifft. Wir bräuchten jetzt einen dreitägigen ununterbrochenen Landregen, nur der könnte helfen. Aber aus wasserwirtschaftlicher Sicht steht fest - die Lage ist noch nicht so dramatisch, wie es vielleicht für viele Besucher und Anwohner aussieht."

 

Denn die Talsperre erfüllt nun einmal die Funktion eines Speicherbeckens, und als solches müsse eine Talsperre in Extremsommern wie dem diesjährigen auch an ihre Grenzen kommen dürfen. Momentan steht das Wasser 2,20 Meter unter dem Normalwert, eine Absenkung auf drei Meter wären ohne Weiteres verkraftbar, rechnet Eckhard Schaefer vor. Und sogar dann sei ein nochmaliges Fallen um einen halben Meter möglich.

 

Der Spremberger Stausee hat ein Speichervermögen von 17 Millionen Kubikmetern Wasser. In diesen Tagen sind es nur noch 3,5 Millio­nen Kubikmeter. Die Mindestabgabe von sieben Kubikmetern Talsperrenwasser pro Sekunde in die Spree Richtung Cottbus ist zurzeit auf 6,3 Kubikmeter je Sekunde reduziert worden. Das hat bereits heftige Auswirkungen auf den Flussverlauf  Richtung Berlin. Und im Spreewald müssen erste Kahnfährbetriebe eine Zwangspause einlegen und bestimmte Routen aus dem Programm nehmen.

Bleibt die Frage, ob das teuer eingekaufte Wasser aus Sachsen ­ immerhin 20 Millionen Kubikmeter - nicht irgendwo Abhilfe schaffen könnte. "Dieses Wasser ist in diesem Jahr längst schon die Spree hinuntergeflossen", sagt Eckhard Schaefer. "Momentan hat Brandenburg bereits um weitere fünf Millionen Kubikmeter Wasser gebeten 

­ beispielsweise aus der Talsperre Bautzen und aus sonstigen Reservoiren in Sachsen."

Doch je mehr Zuleitungsquellen angezapft werden, desto ungünstiger könnte sich das auf die Wassergüte auswirken. Wenn sich Sommer wie diese in Zukunft häufen, wird der Anblick von Spaziergängern auf dem Talsperrengrund wohl keine Seltenheit mehr sein.

 

060903lr.rtf

 

 

Wieviel Kubikmeter pro Sekunde  in dieser Periode den Querschnitt der Spree durchfließen, kann nur durch exakte 

 

Messergebnisse dokumentiert werden.

                                                                    

 

Auch der Herbst brachte mit seinen vergleichsweise geringen Niederschlagsmengen keine Entspannung der Situation 

 

(s. LR, 11.12.2003)

 

 

Lausitzer Wasserspeicher füllen sich nur langsam

 

Nach extrem trockenem Sommer auch zu wenig Herbst-Niederschläge

 

Der Wasserhaushalt der Region bleibt vorerst angespannt. Die Speicherbecken füllen sich nach einem extrem trockenen Sommer nur langsam, weil die Niederschläge im Herbst ebenfalls zu niedrig ausfielen. Auch der Grundwasservorrat ist noch immer zu gering. Ob und wieviel Oberflächenwasser nächstes Jahr wieder für die Restlochflutung bereitgestellt werden kann, ist deshalb noch fraglich.

 

VON SIMONE WENDLER

 

Wasserfachleute in der Lausitz hofften in den extrem heißen und trockenen Wochen des vergangenen Sommers, dass es wenigstens im Herbst lange und ausdauernd regnen würde, damit sich der Wasserhaushalt der Region wieder normalisiert und sich die Speicherbecken zügig füllen. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Auch Oktober und November brachten nicht die erwarteten und dringend notwendigen Niederschläge.

Am Messpunkt der Außenstelle Cottbus des Landesumweltamtes Brandenburg (LUA) gingen im Oktober nur 

91 Prozent soviel Niederschläge zu Boden wie im langjährigen Durchschnitt. Im November blieb die Regenmenge mit nur 75 Prozent vom Durchschnittswert noch weiter zurück. Schon heute kann Wolfgang Genehr, Referatsleiter Wasserwirtschaft der LUA-Aussenstelle, mit Sicherheit sagen, dass insgesamt in der Region nur 68 Prozent der durchschnittlich beobachteten Niederschlagsmenge erreicht werden.

Verglichen mit den Sommermonaten seien der Oktober und November "nicht schlecht" gewesen, so Genehr , doch um das vorhandene Wasserdefizit in der Region aufzufüllen, sei es viel zu wenig. "Das Jahr geht viel zu trocken zu Ende", so seine Bilanz.

 

Hoffen auf nassen Winter               

 

Das hat Folgen. Die Vorratsspeicher in der Region für das lebensnotwendige Nass füllen sich zur Zeit nur sehr langsam wieder. Der Spremberger Stausee hat nach Auskunft von Wasserfachmann Genehr erst wieder ein Drittel seines Speichervolumens erreicht, der Senftenberger See sogar nur ein Viertel der Vorratshaltung. Zwei Kubikmeter pro Sekunde werden zur Zeit von dem aus Sachsen in die Region fließenden Wasser in den Speichern zurückgehalten. "Wenn der Winter nicht nass wird, dann wird es eng", befürchtet Genehr, der doch noch hofft, im Frühjahr mit randvollen Speicherbecken dem nächsten Sommer entgegen zu gehen.

Bis in den September hinein, länger als jemals zuvor, kam die Niederlausitz ohnehin nur durch zusätzliche Wasserlieferungen .aus sächsischen Speicherbecken über die Runden. Dort bleibt die Wassersituation jedoch ebenfalls vorerst angespannt. Die Flüsse und Bäche im Freistaat führen nach Auskunft des sächsischen Umweltministeriums erheblich weniger Wasser als normaler Weise um diese Jahreszeit. Die Grundwasserstände seien wie in Südbrandenburg erheblich gesunken. Auch in der Oberlausitz regnete es im November viel weniger als erwartet. In Görlitz gingen im Vormonat nur zehn statt der üblichen 51 Millimeter Regen nieder, in Zinnwald waren es nur zwölf statt 82 Millimeter. Die Speicherbecken im Freistaat sind bisher ebenfalls nur zu zwei Dritteln gefüllt.

 

Fraglich ist angesichts dieser Situation, wieviel Oberflächenwasser im nächsten Jahr für die Flutung der Tagebaurestlöcher in der Lausitz zur Verfügung stehen wird. In diesem Jahr musste die Lausitzer und Mitteldeut­sche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) durch die extreme Trockenheit bereits auf 120 Millionen Kubikmeter Flutungswasser verzichten, mit dem geplant worden war. "Wir sind zuversichtlich, dass wir im Frühjahr wieder fluten können", gibt sich Klaus Zschiedrich, Bereichsleiter Ingenieurwesen bei der LMBV, optimistisch. Inzwischen seien auch neue Überleitungssysteme im Bereich Schwarze Elster fertiggestellt, sodass auch kleinste Hochwasserspitzen, die nur wenige Tage dauern, für die Restlochflutung vollständig genutzt werden könnten. Eine dieser Überleiter ist der neue Kanal bei Geierswalde in der Nähe von Senftenberg, der am Dienstag eingeweiht wurde. Er gestattet künftig Wasser vom Geierswalder in den Partwitzer See zu leiten. Ab Januar sei es nun auch möglich, bei entsprechendem Angebot Neißewasser in die stillgelegte Grube Berzdorf in der Oberlausitz zu schicken. Bisher gab es dafür ein technisches Hindernis. Für die Einleitung ist eine bestimmte Füllhöhe des Grubenwassers notwendig, die erst jetzt erreicht wurde. Eine Verschlechterung der Wasserqualität in den Tagebaurestlöchern durch die weitgehend ausgebliebene Flutung mit ­Oberflächenwasser im zu Ende gehenden Jahr sei nicht zu befürchten.

 

Spreewald leidet

 

Matthias Freude, Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, blickt derzeit in Sachen Wasserhaushalt der Lausitz noch sorgenvoll in die Zukunft. Schon das Jahr 2000 sei sehr niederschlagsarm gewesen. Nur weil man die regionalen Wasserspeicher im Frühjahr 2003 etwas über das eigentlich zulässige Maß gefüllt habe, sei es möglich gewesen, sich überhaupt durch den vergangenen Sommer "durchzumogeln". Landschaften wie Moorgebiete litten erheblich unter dem seit Jahren sinkenden Grundwasser. Auch die Natur im Spreewald wurde durch die Wasserknappheit der vergangenen Jahre strapaziert.

Alles, was in den kommenden Wochen an Wasser in der Region ankommt und aus den Flüssen abgezweigt werden kann, muss erst mal in die Speicherbecken. Daran lässt der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes keinen Zweifel. Erst wenn die Becken reichlich gefüllt seien, könne der Hahn für die Grubenfüllung wieder geöffnet werden. "Man muss sich darauf einstellen, dass sich die ganze Flutungsplanung noch zeitlich nach hinten verschieben kann", warnt Freude.

 

111203lr.rtf

 

 

Welche Auswirkungen eine Dürreperiode noch haben kann, zeigt der nachfolgende Überblick:

 

                                                               

 

                                                                 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2003

 

 

Der folgende Auszug ist dem Beitrag unter der Überschrift „Bauern der Region hoffen auf mehr Regen“, erschienen in der 

 

„Lausitzer Rundschau" vom 09.02.2004, entnommen:

 

„... Ein Wetterumschwung mit strengen Frösten ohne Schnee ist gegenwärtig die größte Sorge der Bauern. "Kahlfröste würden den Wintersaaten schaden", begründet Gerhard Kockert aus Wittichenau.

Schnee, durchaus auch mit etwas Kälte, und Regen wünschen sich die Landwirte. 

"Das Wasserdefizit ist noch längst nicht ausgeglichen, so Kockert. Trotz überreicher Niederschläge im Januar sei das Regen-Defizit noch hoch, stellt Agrarmeteorologin Brigitte Klante vom Deutschen Wetterdienst fest.

 

200 Liter pro Quadratmeter fehlen örtlich, um die noch tief im Bodensteckende Trockenheit auszugleichen, schätzt sie ein. Februar und März müssten, gemessen am langjährigen Mittel, zu nasse Monate werden, um die Wasservorräte aufzufüllen. (Anmerk.  d. Verfassers: Stand Februar 2004)

 

"Diejenigen, die nur Sonnenschein wollen, würden verhungern", gibt die Agrarwetter-Expertin Regenmuffeln mit auf den Weg. ...“

 

090204lr.rtf

 

 

Aus dem oben Geschriebenen ist ersichtlich, dass sich das Thema „Niedrigwasser“  noch lange nicht erledigt hat.

 

 

Damit sich die Niedrigwassersituation weiter entspannt, hoffen wir auf „maßvolle“ Winterniederschläge 

 

 

 

In den Jahren 2004 und 2005  gab es einen fast ausgegelichenen Wasserhaushalt. Das  Grundwasserdefizit hatte 

 

sich auf aufgrund der für unsere Breiten großen Schneemengen im Winter 2005 / 2006 stabilisiert. 

 

 

Aber im Juni 2006 erreichte Deutschland eine  Hitzewelle, deren Auswirkungen gegenwärtig in 

 

der Wasser-  und Landwirtschaft zu spüren sind. (Stand: 22.07.2006)

 

 

Headline der Lausitzer Rundschau vom 20.07.2006

 

Heute 38 Grad - heiß, heißer, Lausitz

 

Spree fehlt Wasser / Mehrere Brände

 

COTTBUS. Brütende Hitze in der Lausitz: Heute steht der vorläufig heißeste Tag des Jahres bevor. Die Temperaturen sollen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Potsdam bis auf 38 Grad steigen. Waldbrände und Wassermangel in der Spree gefährden die Region.

 

'Bereits gestern erreichten die Temperaturen vielerorts neue Jahres-Höchststände. Angesichts von Hitze und Trockenheit befürchten Landwirte erhebliche Ernteausfälle. Mit Einbußen bis zu 60 Prozent ist zu rechnen.

 

Die Spree führt nach Angaben des Brandenburger Landesumweltamtes unterhalb des Spreewaldes so wenig Wasser, dass sie kaum noch fließt und seltene Flussmuscheln bedroht sind.

 

Bei Luckau (Dahme­Spreewald), Drebkau (Spree-Neiße) und Hennersdorf (Elbe-Elster) brannten Getreidefelder und Wald. Bei Pinnow (Spree-Neiße) ging ein munitionsbelastetes Waldstück in Flammen auf. (Eig. Ber./roe/sim)

 

 

 

Heute in der Lausitz bis zu 38 Grad schreibt die Lausitzer Rundschau vom 20.07.2006

 

                                                                      

 

Gewitter kaum in Sicht / Ozonwerte steigen / 13 Hitzetote in Europa

 

BERLIN, Rekordtemperaturen, Ozon-Höchstwerte, Waldbrände und Hitzetote: In vielen europäischen Ländern wird die Hitzewelle zur Plage, Die Deutschen schwitzen bei extremer Sommerhitze - und es soll in den nächsten Tagen noch heißer und schwüler werden.

 

"Deutschland hat Fieber", sagte der Wetterexperte Jörg Kachelmann gestern (19.07.2006).

 

"Der Sommer 2006 liefert sich im Augenblick ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Rekordsommer 2003. "Die Hochs "Bruno" über Südosteuropa und "Claus" über Skandinavien vereinigen sich zu einer ausgedehnten Hochdruckzone. Diese schwächt sich allmählich etwas ab, bringt Berlin und Brandenburg aber weiterhin viel Sonnenschein. Die Hitzewelle setzt sich heute fort, es wird sogar noch etwas heißer. Mit 35 bis 38 Grad erreichen die Temperaturen verbreitet neue Höchstwerte für 2006, am heißesten wird es vom Fläming bis zur Lausitz.

 

Die höchste je in Brandenburg gemessene Temperatur liegt bei 39,8 Grad ­ dieser Wert wurde am 9. August 1992 in Lübben (Dahme­Spreewald) erreicht.

 

Ab Freitag bis zum Wochenende (Anmerkung d. Verf.: 22. / 23 .7.2006) werden die Wolkenfelder etwas zahlreicher, dennoch scheint noch häufig die Sonne und es bleibt meist trocken. Örtlich können sich Gewitter mit ergiebigen Regenmengen bilden. Es ist nicht mehr ganz so heiß - aber immer noch 30 Grad.

 

 

Lausitzer Rundschau, 20.07.2006

 

 

Lausitz stöhnt unter Sahara-Temperaturen

 

Hitze bringt Spree in Not

 

Kaum Wasser im Unterspreewald / Pflanzen und Tiere bedroht

 

Das Brandenburger Landesumweltamt (LUA) schlägt Alarm. In der Spree fließt so wenig Wasser, wie seit dem Rekordsommer 2003 nicht mehr. Im Unterspreewald bewegt sich der Fluss kaum noch. Der Wasserstand dort ist sogar noch niedriger als vor drei Jahren. Ursache sind nicht nur die große Hitze und der Niederschalgsmangel. Spendable 

Gartenbewässerung unterhalb der Talsperre Spremberg tut ihr Übriges.

 

 

VON SIMONE WENDLER

 

Leibsch bei Neu Lübbenau im Unteren Spreewald ist für die Wasserexperten des Brandenburger LUA ein wichtiger Ort. Hier befindet sich ein Messpunkt, an dem mindestens zwei Kubikmeter kühles Nass pro Sekunde vorbeifließen müssen, damit es der Spree auf dem Weg nach Berlin noch gut geht. Doch von zwei Kubikmetern pro Sekunde können die Fachleute im Moment nur träumen. Gemessen wird weniger als die Hälfte. Nur 0,7 Kubikmeter plätschern in Leibschnoch vorbei.

 

Die Auswirkungen auf sensible Pflanzen und Fische sind gravierend. Unterhalb des Spreewaldes leben bei Kossenblatt zwischen Neuendorfer und Schwielochsee 20 Millionen kleine und zwölf Millionen große Flussmuscheln in der Spree, die das Wasser reinigen. "Die sind durch den aktuellen Wassermangel bedroht, weil dort fast nichts mehr fließt", sagt LUA-Präsident Matthias Freude. Weiter in Richtung Berlin musste acht Kilometer Flusslauf für den Bootsverkehr gesperrt werden. "Da ist eine Schleuse dabei, die sonst pro Tag hundert Boote passieren", erklärt Freude.

 

Nur mit der Hitze sind die Probleme nicht zu erklären. An der Talspere Spremberg werden rund zehn Kubikmeter pro Sekunde losgeschickt, von denen noch sieben am Eingang des Spreewaldes ankommen. Die verschwinden jedoch fast vollständig in der Lagunenlandschaft. Über den Fließen verdunsten jedoch auch bei großer Hitze nur drei bis vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde. "Großzügige  Gartenbewässerung", so die Vermutung des LUA-Chefs, könnte das folgenreiche Verschwinden der restlichen Wassermengen erklären.

 

Tourismus auf Fließen gefährdet

 

"Wenn es so weitergeht, dann bekommt der Tourismus im Spreewald ein Problem", warnt Freude. "Wir können deshalb nur dringend an die  Leute appellieren, das Gartenwässern auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken." Zwar dürften Anlieger im Spreewald durchaus Wasser aus den Fließen für ihre Gärten nutzen, aber nur, wenn genug da ist. Das sei definitiv nicht der Fall. Wer sonst Wasser aus der Spree abzapfen will, braucht dazu eine Genehmigung der unteren Wasserbehörden. Die machen jetzt verstärkt Kontrollen, um illegalen Pumpen auf die Spur zu kommen.

         

 

Im Spremberger Stausee, der für die Spreeregulierung entscheidend ist, können 17 Millionen Kubikmeter Wasservorrat eingelagert werden. Ein Drittel davon ist bereits verbraucht, um den Spreewald ausreichend feucht zu halten. Seit einer Woche werden aus der sächsischen Talsperre Bautzen 4,7 statt knapp drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde abgelassen, um Brandenburg zu helfen. " Wenn es so extrem trocken bleibt, brauchen wir noch mehr Hilfe aus Sachsen", sagt Ernst Hanuschka von der Regionalabteilung Süd des LUA in Cottbus.

 

Seit 2001 hat Brandenburg mit dem Freistaat ein Abkommen, wonach bis zu 20 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aus den Oberlausitzer Speichern nach Brandenburg abgegeben werden können, um die Spree zu stabilisieren. Doch in der Talsperre Bautzen fällt inzwischen auch der Wasserspiegel. Vor einer Woche lag der Füllstand bei 85 Prozent, jetzt sind es nur noch 78. Beigleich bleibender Abgabemenge Richtung Brandenburg reicht der Vorrat nach Auskunft der sächsischen Talsperrenverwaltung noch bis Ende August.

   

Seit April hat es in der Niederlausitz kaum geregnet. Der wenige Niederschlag, auch die Gewittergüsse vor wenigen Tagen" habe nur die Erdoberfläche befeuchtet und sei gleich von den Pflanzen verbraucht worden, sagt Ernst Hanuschka: "Davon ist nichts ins Grundwasser gegangen." Für LUA-Chef  Freude und den Cottbuser Wasserfachmann Hanuschka ist die Situation jetzt ähnlich dramatisch wie im Sommer 2003. Mehr als 20 Millionen Kubikmeter Wasser aus sächsischen Talsperren waren damals notwendig, um der Spree durch den extrem heißen und trockenen Sommer zu helfen. In Berlin wurde der Fluss vor drei Jahren für einige Wochen zum stehenden Gewässer, obwohl im Frühjahr des gleichen Jahres die Spremberger Talsperre einen maximalen Füllstand aufwies.

 

Tagebauseen-Flutung gestoppt

 

Seit Anfang Mai dieses Jahres ist bereits wieder die Flutung der Tagebaurestseen in der Lausitz gestoppt. Im Frühjahr konnten jedoch durch die reichliche Schneeschmelze 100 Millionen Kubikmeter Wasser in die Restlöcher gepumpt werden. "Das ist relativ gut", so die Einschätzung von Günter Wannack von der Flutungszentrale der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungs­gesellschaftmbH (LMBV) in Senftenberg. Er kann auch deshalb gelassen bleiben, weil 2005 das bisher beste Flutungsjahr war. Fast 200 Millionen Kubikmeter Flusswasser konnten im Vorjahr in die neuen Lausitzer Seen umgeleitet werden.

 

Auch das ist einmal interessant ... Lausitzer Rundschau, 21.07.2006;:

 

 

In der Lausitz scheint es derzeit am heißesten in Deutschland  zu sein

 

Der heißeste Tag des Jahres in der Wetterwarte Cottbus

 

Wann kommt endlich die erhoffte Regenwolke?

 

Der Deutsche Wetterdienst betreibt landesweit 68 Wetterstationen, die rund um die Uhr besetzt sind. Eine davon steht 

 in Cottbus am Meisenweg. Hier wird seit 1946 kontinuierlich gemessen. gestern erwarteten die meteorologen den         heißesten Tag des Jahres. Schon die Tagesanfangswerte aus der Nacht zum Donnerstag standen auf Rekordniveau.

 

VON CHRISTIAN MATHEA

 

Das Büro steht voller Computer, die Jalousien sind heruntergelassen und der Ventilator läuft auf Hochtouren. Die Sonne musste gestern draußen bleiben. So waren die beiden Wetterwächter Mario Fellmann und Carsten Schneider ideal auf den heißesten Tag des Jahres vorbereitet.

Erste Messung um 10 Uhr: 29 Grad. Das sind genau zwei Grad wärmer als am vergangenen Mittwoch um die gleiche Zeit. Das Thermometer steht natürlich draußen.

"In einem weißen Kasten auf zwei Meter Höhe mit Tür nach Norden", erklärte Meteorologe Carsten Schneider. "Das ist durch die World Meteorological Organization in Genf so vorgeschrieben." Der 42-jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren an der Wetterstation im Meisenweg. Sie ist eine von 68 durchgängig besetzten Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes. Täglich werden hier neben Temperatur auch Niederschlag, Luftdruck, Windstärke und Sicht gemessen. "Wir müssen auch die Wolken beobachten und deren Struktur einschätzen", so Schneider.

 

Aber richtige Regenwolken sehen die beiden Wetterbeobachter aus Cottbus im Sommer nur selten. Das sei einerseits durch den starken kontinentalen Einfluss zu erklären.

 

Heranziehende Tiefdruckgebiete aus West oder Südwest würden durch ein stabiles, Hochdruckgebiet über Cottbus meist nach Norden weggedrückt. Die stabilen Hochdruckgebiete über der Lausitz würden langsamer als anderswo nach Osten weiterziehen.

 

Andererseits ist es laut Schneider für lokale Wärmegewitter zu trocken: "Die Luft kann sich nicht

genügend mit Wasser aufladen." In Berlin sei das anders, die vielen Seen' sowie sowie die Hitze und die Staubteilchen über der Stadt könnten schneller zu lokalen Wärmegewittern führen.

 

"Aber vielleicht ändert sich die Lage in Cottbus durch die neuen Seen, die hier mal entstehen sollen", fügt sein Kollege Mario Fellmann bei.

 

Mittlerweile ist es zwölf Uhr. Carsten Schneider geht zum Thermometerkasten und liest ab: 34 Grad. Das sind sogar vier Grad mehr als gestern. Obwohl die Sonne jetzt im Zenit steht, soll es im Laufe des Tages noch heißer werden. Denn zusätzlich zur Sonneneinstrahlung heizt sich tagsüber die Erde auf.

Die beiden Meteorologen tragen ihre Messwerte ständig in einen Computer im Büro ein. Einmal pro Tag lädt der Großrechner aus der Zentrale in Offenbach die Daten zu sich herüber. "In Zukunft werden wir auch ein Radar in Cottbus haben", freut sich Schneider.

 

In ganz Deutschland gibt es bisher nur 16 solcher Anlagen. Vom Boden werden Radarwellen in den Himmel geschossen und von den Wolkenschichten reflektiert. Dadurch lassen sich Angaben über Wolkengröße und Wolkendicke machen.

Der Deutsche, Wetterdienst hat sich zwar auf Unwetterwarnungen spezialisiert, aber dem einen oder anderen Anrufer helfen die beiden Meteorologen auch mal mit einem kleinen Wetterbericht weiter: "Normalerweise machen wir das nicht, nur wenn uns ein Kindergarten oder ein Partyveranstalter zwei Stunden vor der Feier fragt, ob es gleich Regen geben wird", sagte Schneider.

 

Gestern machten sie eine kleine Ausnahme und zeigten der RUNDSCHAU, woran man das Wetter der weiteren Zukunft erkennen kann. Dafür schauten sie sich die Satellitenbilder und die Radaraufnahmen an: "Von Westen kommt eine Tiefdruckzone und das stabile Hochdruckgebiet über unserer Region zieht langsam nach Osten weiter", erklärte Fellmann die vielen Striche und Farbpunkte auf dem Bildschirm. "Heute zeigt das Satellitenbild und das Radar schon eine Regenfront über Frankreich. Freitagabend müsste es höchstwahrscheinlich regnen." Als Nächstes analysierten die Meteorologen das Isobarenbild, das Luftmassen mit gleichem Druck zeigt. Danach ist das nächste Hoch mit dem gewohnten Sommerwetter schon im Anmarsch. Spätestens am Montag wird es seinen angestammten Platz über Cottbus einnehmen.

Inzwischen schlägt der Wecker in der Wetterwarte 18 Uhr. Das Außenthermometer zeigt 36,3 Grad. Damit wurde zwar nicht die 37 geknackt, aber eins ist sicher: Gestern war der heißeste 20. Juli seit Messbeginn im Jahre 1946.

 

Und noch etwas: Nimmt man den Durchschnitt aller bisherigen Julimonate von 1960 bis 1990, wäre der jetzige Juli um wahrscheinlich mehr als vier Grad wärmer als der Durchschnitt und so einer der drei heißesten Juli in den letzten 60 Jahren.

 

Unter  dem Titel "Hitze-Sommer trocknet die Lausitz aus" ist in der "Lausitzer Rundschau"vom 26.07.2006 zu lesen:

 

                                                                    

Erste Notabfischungen in, der Region

 

COTTBUS. Anhaltende Hitze trocknet Flüsse und Teiche in der Lausitz aus. Teichwirte mussten bereits die ersten Gewässer aus Not abfischen.

 

In Rietschen, Kreba-Neuendorf und Klitten im Niederschlesischen Oberlausitz-Kreis wurden aus Wassernot Fische umgesetzt. In Betrieben in Uhyst und Wartha bei Hoyerswerda ist das Wasser in den Teichen dramatisch gesunken.

 

In der Talsperre Spremberg schrumpft der Vorrat. Täglich wird eine Million Kubikmeter Wasser in die Spree geleitet. In der gleichen Zeit fließen in den Speicher nur gut 600 000 Kubikmeter: Ein Teil des Wassers wird über den Nordumfluter erst in der Mitte des Spreewalds abgegeben. 

Dadurch soll die. Entnahme für Gartenbewässerung eingeschränkt werden. Bei einem Durchfluss von 0,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde am Pegel Leibsch ist die Spree praktisch zum Stillstand gekommen. Normal sind dort 13 Kubikmeter.

 

"Wir sind mitten in einem Klimawandel, daran ist nichts zu deuteln" , sagt Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg.

(Eig. Ber./sw) SEITE 3

 

hitze_1_260706lr.doc

 

 

Notstand in Lausitzer Teichen und Flüssen, 

 

Schwarze Elster stellenweise ausgetrocknet  / Spree fließt kaum noch / Notabfischung in Teichwirtschaften

 

Der Hitzesommer hält unvermindert an. In den Flüssen, Seen und Teichen wird das Wasser knapp. Pflanzen verdorren, Fische müssen gerettet werden. Die Lausitz trocknet aus. Umwelt- und Klimaexperten gehen davon aus, dass in diesem Landstrich in den nächsten 50 Jahren die Niederschläge so dramatisch zurückgehen könnten wie sonst nirgendwo in Deutschland.

 

VON WOLF GANG SWAT

 

Ruckzuck ist der etwa fünf Hektar große Teich geleert. Weniger als eine Stunde dauert das Ablassen des Wassers. Dann beginnen der Teichwirt Christoph Junghanns (45) aus Forst-Eulo und seine Mannen bereits mit dem Abfischen. Normal dauert es fünf bis sieben Tage, bis solch ein Gewässer geleert ist. "Es war halt kaum noch etwas im Teich", stellt Junghanns nüchtern fest.

 

23 Teiche werden abgefischt

 

Seit knapp drei Wochen, drei Monate früher als geplant, sind die Fischer nun bereits dabei, um die Fische aus 23 Teichen mit einer Gesamtgröße von 40 Hektar zu retten, weil die Gewässer ihnen kaum noch Lebensraum geboten haben. Dabei hätten die Tiere noch drei Monate heranwachsen sollen. "Ein Teich ist ganz umgekippt, weil plötzlich kein Wasser mehr zugeflossen ist. Da konnten nur noch die Fischreiher ernten", klagt Junghanns. Auch in den anderen Teichen verschärft sich die Lage. "Die Wasserqualität lässt nach, die Brühe wird immer dicker."

So hitzig wie in Eulo ist die Situation in vielen Teichwirtschaften. "Wenn das Wetter so bleibt, müssen wir in Größenordnung abfischen und die Fische in andere Teiche umsetzen", befürchtet der Präsident des Landesfischerverbandes in Sachsen, Wolfgang Stiehler. Die Teichwirte in Rietschen, Kreba-Neuendorf und Klitten im Niederschlesischen Oberlausitzkreis mussten bereits damit beginnen.

Was Binnenfischer wie Christoph Junghanns aus Forst beunruhigt, ist die "auffällige Häufigkeit" und die kürzer werdenden Zyklen von trockenen Sommern. 

"Ich betreibe seit 14 Jahren die Teichwirtschaft. In elf Jahren war nicht ausreichend Wasser da", stellt er fest.

 

Matthias Freude, Präsident des brandenburgischen Landesumweltamtes, sieht es nicht anders. "Wir sind mitten im Klimawandel, daran ist nichts zu deuteln", sagt er. Der Blick in die Zukunft verspricht keine Besserung. Laut Freude gehen Klimaexperten davon aus, dass es bis 2055 in der Lausitz den dramatischsten Niederschlagsrückgang innerhalb Deutschlands geben könnte. .

 

Wie groß regionale Unterschiede sind, zeigt ein Blick auf die Regenmengen im Juli. 

 

Danach hat es in Cottbus und dem Spreewald gerade mal drei Liter je Quadratmeter "zusammengetröpfelt". 

Im Raum Potsdam flossen dagegen stattliche 64 Liter Wasser vom Himmel ins Grundwasser, in Flüsse, Seen und Teiche.

 

Bei der Analyse der gegenwärtigen Situation gebraucht Freude Superlative, die ihm nicht oft über die Lippen kommen. "Noch nie" sei aus der Talsperre Spremberg so viel Wasser abgeleitet worden, um die Spree vor dem Austrocknen zu bewahren.

Eine Million Kubikmeter sind es jeden Tag. Trotz dieser gewaltigen Menge stellt der Chef der märkischen Umweltbehörde fest: "Praktisch steht die Spree." Am Pegel in Leibsch im Unterspreewald quälen sich höchstens noch 0,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde Richtung Berlin. Normal sind 13 Kubikmeter. Und das, obwohl aus der Talsperre Bautzen die Wasserzufuhr ins Brandenburgische um 1,6 auf 4,6 Kubikmeter je Sekunde erhöht wurde. Zum Glück sind die Talsperren in Sachsen mit 92 Prozent überdurchschnittlich gut gefüllt. Normal ist laut Katrin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung für diese Jahreszeit ein Füllstand um 85 Prozent. Laut Staatsvertrag füllen die Talsperren Bautzen und Quitzdorf die Spree  jährlich bei Bedarf mit bis zu 20 Millionen Kubikmeter Wasser auf. "Wenn es so weitergeht, ist die Menge im August ausgeschöpft", so Schöne.

 

Mehr Abfluss als Zufluss

 

Trotz alledem nimmt der Vorrat im Speicherbecken in Spremberg ab. Tag für Tag sinkt der Wasserspiegel um etwa vier Zentimeter, weil mit elf Kubikmetern je Sekunde vier mehr in die Spree gepumpt werden als in die Talsperre zufließen.

Das Zusatzwasser wird seit Anfang der Woche über den Nordumfluter an Teilen des Spreewaldes vorbeigeleitet und erst später in die Lagunenlandschaft eingespeist. "Das haben wir, noch nie gemacht", erklärt Freude. Die Umweltexperten erhoffen sich davon; die "Lecks" zu finden, in denen das Wasser bislang verschwand. Dass es aus den Fließen für die Bewässerung von Gemüse, Rasen, Bäumen genommen wird, ist für Freude nahe liegend.

 

Laut Wasserhaushaltsgesetz sei die Entnahme jedoch verboten, wenn Gefahr für die Umwelt droht. "Die ist da", warnt Freude. Schon sind die ersten der 30 Millionen Flussmuscheln, die die Spree reinigen, gestorben.

 

Auch in anderen Flüssen hinterlassen extreme Hitze und Trockenheit Spuren. In der Schwarzen Elster oberhalb von Senftenberg ist das Flussbett staubtrocken. "Das gab es zwar schon, ist aber dennoch eine absolute Seltenheit", schätzt Freude ein. Dabei hat die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV) allein im Juli 

1,9 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Grubenentwässerung und dem Tagebau-Restloch Sedlitz in die Schwarze Elster bei Senftenberg gepumpt.

 

Trinkwasserversorgung gesichert

 

Für die Spree ist eine solche Zugabe in Notzeiten aus dem LMBV­Reservoir noch nicht möglich. Der Wasserspiegel in den sächsischen Bergbausanierungsgebieten Dreiweibern, Lohsa 2,  Burghammer und Bärwalde liege noch unterhalb des Ausleiters, so die Begründung von Rudolf Heine von der LMBV­Flutungszentrale in Senftenberg.

 

Nicht "ganz so gruselig" wie in "Spree und Elster" ist nach Angaben des Landesumweltamtes die Lage in den anderen Flüssen. Am Neißepegel in Guben fließen noch sieben Kubikmeter je Sekunde, zwei Drittel weniger als normal Die Elbe bei Mühlberg ist nur noch etwa zur Hälfte gefüllt. Teilweise ist der Schiffsverkehr eingeschränkt.

   

                                                       

 

                                                    

 

 

 

... und so sah die Elbe in Dresden im September 2008 aus:

 

 

                                                           

 

 

 

... es ist eben alles relativ !

 

 

Trotz der extremen Trockenheit war die Trinkwasserversorgung in der Region gesichert. "Unsere Wasserwerke sind noch nicht an der Kapazitätsgrenze", beruhigt Heidrun Dittmann von der Lausitzer Wassergesellschaft in Cottbus. Mit 25 700 Kubikmeter wurde am 19. Juli der diesjährige Spitzenverbrauch gemessen. "Gut das Doppelte könnten wir liefern", so Dittmann.

 

hitze_2_260706lr.doc

 

Heute auf Seite 1 der "Lausitzer Rundschau": 

 

Die Hitzeperiode ist vorbei

 

August beginnt wechselhaft und mit Regen / Bauern klagen über Verluste

 

COTTBUS, Die Hitzeperiode ist endlich vorbei - der August beginnt wechselhaft. Tief "Xaviera" bringt ein Mix aus Sonne und Schauern sowie niedrigeren Temperaturen nach Deutschland.

 

Bereits heute (Anm. d.Verf.:01.08.2006), meldet der Wetterdienst Meteomedia, 

 

setzt Regen ein, die Temperaturen klettern noch auf Spitzenwerte zwischen 21 und 29,Grad..

 

Das kühle Nass von oben wird das Wasserdefizit in der Region vorerst jedoch nicht ausgleichen können.

 

Die Probleme durch den Wassermangel im Spreewald haben sich vor allem für die Landwirte weiter zugespitzt. Nach den ersten Ernteeinsätzen ist klar, dass beim Getreide zum Teil mit hohen Verlusten gerechnet werden muss. Noch schlimmer sieht es beim Mais und bei den Kartoffeln aus, wenn die Felder nicht bewässert werden können.

Sehr gut fällt in diesem Jahr hingegen offenbar die Gurkenernte aus. (dpa/roe)

 

hitze_5_010806lr.doc

 

 

 

Der interessierte Leser kann auch einmal die Adresse www.luis.brandenburg.de anklicken, um durch das 

 

Studium der Hydrologischen Wochenberichte immer auf dem laufenden zu sein.

 

 

Um künftig gegen Niedrigwasserperioden gefeit zu sein: 

 

Behörde erstellt Konzept gegen Wassermangel im Spreewald

 

Landesumweltamt erarbeitet Bewirtschaftungsplan

 

COTTBUS. Das Landesumweltamt, Regionalabteilung Süd in Cottbus, arbeitet an einem Wasserbewirtschaftungsplan für den Spreewald in ausgeprägten Trockenperioden.

 

Die notwendigen Daten dafür werden gerade erhoben, sagte Re­gionalleiter Wolfgang Genehr.

Dieser Plan, der mit den Nutzern abgestimmt wird, soll Festlegungen treffen, bei welcher Wassermangelsituation in dem Feuchtgebiet welche Nutzungseinschränkungen vorgenommen werden. 

 

Dazu gehört beispielsweise die Schließung von Fließen für den Kahnverkehr.

 

Das Landesumweltamt reagiert damit auf die Situation während der extremen Trockenheit in der Region in diesem Sommer. (Eig. Ber./sim)

nwspreew_170806lr.doc

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.08.2006

 

Vielleicht hat dieser Zustand nichts mit der Klimaveränderung zu tun, sondern ist einfach der verminderter Einleitungsmenge 

 

von Grubenwässern geschuldet ???   (siehe auch Bemerkung des Verfassers: unter dem "Wasser")

 

 

 

Regenmangel bereitet Lausitzer Flüssen Probleme

 

Spree und Schwarze Elster fehlt Wasser

 

COTTBUS. Wochenlanger Re­genmangel hat nach Einschät­zung von Wasserexperten zu Problemen bei der Spree und der Schwarzen Elster in Süd­brandenburg geführt. "In dem Abflussgebiet verdunstet zwar nicht mehr so viel Wasser wie im Sommer, doch der Wasser­stand ist niedriger als sonst", sagte gestern Wolfgang Genehr  vom Landesumwelt in Cottbus. "Die Schwarze Elster ist sogar streckenweise trocken gefallen." Es dauere somit länger, die im Sommer stark reduzierten Wasserspeicher zu füllen. "Das Wasser in der Talsperre Spremberg reicht aber aus, um damit den Spreewald ausreichend zu versorgen", betonte der Abteilungsleiter.

 

"Zurzeit fließen 8,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Talsperre", berichtete Genehr. Das sei ein Drittel weniger als im durchschnittlichen Oktobermittel. "Zugleich werden etwa 6,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus der Talsperre abgelassen, das sind zwei Drittel des Monatsmittels. " Auf diese Weise solle der Vorrat in dem nur halb gefüllten Speicherbecken langsam wieder erhöht werden. Am Pe­gel der Spree in Leibsch (Dahme-Spreewald) werde jetzt ein Viertel weniger Wasser abgelassen als normalerweise.

 

Als Konsequenz aus den trockenen Sommern der vergangenen Jahre bereite das Landesumweltamt jetzt ein Konzept für den Spreewald vor, damit er auch bei Niedrigwasser funktionieren könne.

 

"Nur die Hälfte der Wasserverluste entstehen dort durch Verdunstung", bemerkte Genehr. "Deshalb soll gemeinsam mit Kommunalvertretern, Fischern, Kahnfährleuten, Landwirten und Privatleuten ein Programm erarbeitet werden, wie die geringere Wassermenge in trockenen Sommern am besten verteilt werden kann."

 

So gehe es darum; wie viel Wasser in die einzelnen Fließe geleitet und an den Stauanlagen abgelassen wird. (dpa/lh)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.10.2006 

 

 

 

Hier kommt ein Vorreiter zu Wort mir echten Ideen.

 

Das heißt: Sich Gedanken um den Wasserhaushalt machen und die Ärmel hochkrempeln ....

 

und nicht auf Bundes- oder Landessubventionen warten

 

 

Landwirte im Trockenstress

 

Neue Ideen, Methoden und Pflanzen sind gefragt

 

REGION. Es war der wärmste und trockenste April seit Aufzeichnung der Wetterdaten. An trockene Sommer und nasse Winter müssen wir uns gewöhnen, sagen die Experten. Lausitzer Landwirte stellen sich darauf ein.

 

Der Ruf nach Subventionen ist das eine, das andere sind neue Strategien, damit die Landwirte auch in den kommenden Jahrzehnten in der Lausitz ihr Auskommen haben. Einer, der sich intensiv mit neuen Anbaumöglichkeiten befasst, ist Egon Rattei, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und außerdem Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Forst.

 

2.200 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bieten neben der herkömmlichen Bewirtschaftung Platz für wissenschaftliche Versuche. Experten der BTU Cottbus, der Universität Göttingen und des Zentrums für Agrarlandschaft- und Landnutzungsforschung Müncheberg testen den Pflanzenanbau auf sandigen Böden, die das Wasser kaum halten können.

 

Die Lausitz hat davon reichlich - rund 34 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

 

Der Mais ist die Pflanze, an der sich das Dilemma bestens darstellen lässt. Als Futterpflanze oder Rohstoff für Bioenergie überaus beliebt, benötigt er viel Wasser.

 

Das heißt, für die vielbesungene Märkische Heide ist der Mais eigentlich nicht

geeignet und wird doch vielerorts angebaut.

 

Für die sandigen Böden prädestiniert wären Roggen, Lupine oder auch Luzerne. Roggen jedoch bringt wenig Geld, Lupine wenig Ertrag. Bleibt die Luzerne, die ein gutes Viehfutter ergibt und zu­dem noch klimagünstig ist, denn sie nimmt sich Stickstoff aus der Luft und trägt zum Abbau des klimaschädlichen Lachgases bei.

 

 

Davon lässt sich so mancher Landwirt überzeugen.

"Schwierier ist es, wenn es um den Anbau untypischer Pflan­zen geht", stellt Egon Rattei fest. Auf Flächen bei Welzow laufen zur Zeit Versuche mit Energiehölzern wie Robinie und Pappel. "Mal sehen, was dabei herauskommt", ist er selbst gespannt.

 

Eine weitere Richtung, die man seiner Meinung nach nicht verteufeln sollte, ist die Biotechnologie. "International gibt es züchterische Erfolge bei Mais, Reis, Soja und Ölpflanzen, gerade in Bezug auf die Trockenverträglichkeit. Auch die deutschen Züchter sind dicht dran. Politisch ist das momentan aber sehr schwierig."

 

Daher setzt er mittelfristig erst einmal auf die dritte Säule, nämlich 

 

das regionale Wassermanagement.

 

Über' Jahr betrachtet habe die Niederschlagsmenge kaum abgenommen - von trockenen Jahren wie 2003 oder 2006 abgesehen. Auffällig ist jedoch, dass die Sommerniederschläge abnehmen und die Winterniederschläge zunehmen. Deshalb müssen Lösungen gefunden werden, das Wasser im Winter zu speichern, um dann Trockenperioden wie jetzt im April 2009 (4,8 Liter/Quadratmeter zu 60,1 Liter im März 2009) überbrücken zu können.

 

In Zusammenarbeit mit dem Forster Boden- und Wasserverband sind schon einige Wasserläufe mit Stau­werken und Stützschwellen versehen worden, die das Wasser zurückhalten. Die Erfahrungen sind gut.

 

Wasserhaushalt

 

Eine Doktorandengruppe des Klimaforschungsinstitutes Potsdam begleitet diese Maßnahmen. Vor allem aber ist der Umbau der Wasserläufe mit hohen Kosten verbunden. Hier fordert Egon Rattei die Hilfe der Landesregierung ein.

 

Seine Auffassung: Langfristig gesehen ist es besser, die regionalen Wasserkreisläufe zu stärken, die Biotechnologie zu fördern und trockenresistente Pflanzen anzubauen, als in jeder Trockenperiode in Potsdam um finanzielle Überbrückungshilfen bitten zu müssen.

 

rka/möb

 

Quelle: Wochenkurier, 13. Mai 2009

 
 

Cottbuser Institut tüftelt an Bewässerungssystemen für Bauern

 

Weniger Wasser für umfangreichere Gemüse-Produktion

 

Cottbus. Staubwolken über den Feldern und stark abgesunkene Pegelstände in den Fließen sind während des Sommers im Spreewald keine Seltenheit mehr. Der Wassermangel könnte sich in den kommenden Jahren nach Einschätzung von Fachleuten sogar noch verschärfen. Damit auch bei wachsender Trockenheit die Gemüsebauern ihre gefragten Proukte weiter anbieten können, arbeitet das Cottbuser Institut für Wetterforschung und Energie an neuen Bewässerungssyste­men. Sie sollen auf die Bedürfnis­se der Gemüsebauern der Region zugeschnitten werden.

"Wir wollen die Tröpfchenbewässerung und Feuchtesensoren mit einer Chipsteuerung kombinieren", erläutert Geschäftsführer Axel Hübner. "Dabei wird das Wasserangebot an den Wurzeln gemessen, und abhängig vom Bedarf der Pflanzen erfolgt dann die Bewässerung."

Bei dem Projekt geht es einerseits um Wassereinsparungen. Zwischen 20 und 50 Prozent sollen gegenüber derzeitigen modernen Bewässerungsmethoden gespart werden, die von den Landwirten zurzeit nach Erfahrung und subjektiver Einschätzung gesteuert werden. Gegenüber den längst nicht mehr zeitgemäßen Schlagregnern und Sprengern wäre die gesparte Summe noch deutlich höher. Zudem soll nach Auskunft des Instituts die Ertragsfähigkeit der Pflanzen optimal genutzt werden, was derzeit noch nicht gelingt. Über die Schläuche der Bewässerung könnten in einem weiteren Schritt auch Nährstoffe oder Präparate zur Schädlingsbekämpfung direkt an die Pflanze gebracht werden.

Das vor einem halben Jahr gegründete Institut wirkt bereits mit Spreewälder Landwirten zusammen. Kooperiert wird auch mit dem Pflanzenschutzdienst des Landes Brandenburg, der seine Wetterdatenbank zur Verfügung stellt. Derzeit bemüht sich Axel Hübner um Fördergeld des Landes, um für die Boden- und

Gemüsearten des Spreewaldes Informationen zu sammeln. So können die für die Steuerungen nötigen Profile erarbeitet werden. Spreewaldbauer Karl-Heinz Ricken will 20 Hektar Versuchsflächen für einen Praxistest zur Verfügung stellen.

Dabei sollen bei verschiedenen Kulturen Nachbarparzellen mit dem neuen und dem bisherigen System mit Wasser versorgt werden, um. Vergleichsdaten zu erhalten.

Ronald Ufer

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.06.2009 

 

Dürre und Trockenheit im Freistaat

 

Leipzig Der Klimawandel sorgt in Sachsen für immer neue Hitzerekorde. Kälterekorde wurden schon lange nicht mehr aufgestellt. Eine Herausforderung für Land-, Forst und Wasserwirtschaft.

Dürre und extreme Wetterlagen werden Sachsen wegen des Klimawandels künftig stärker heimsuchen. Das sagen Klimaforscher des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in einem neuen Klimaatlas voraus. Besonders die Land- und Forstwirtschaft, aber auch andere Branchen wie die Wasserwirtschaft müssten sich auf die Veränderungen einstellen, sagte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am Montag (06.06.2011) in Leipzig bei der Vorstellung des „Kompendiums Klima – Sachsen im Klimawandel.“

Die Experten erwarten bis zum Jahr 2100 in Sachsen eine Erwärmung um etwa 3,5 Grad Celsius. Je nachdem, wie sich die weltweiten Kohlendioxid(CO2)-Emissionen entwickelten, sei auch eine Erwärmung um sechs Grad nicht auszuschließen, hieß es. Dazu regne es im Sommer immer weniger.

 

In den vergangenen 100 Jahren sei die Niederschlagsmenge im Sommer um 16 Prozent zurückgegangen, sagte Klimaforscher Udo Mellentin. Ähnlich stark sei der Rückgang bundesweit nur noch in Brandenburg gewesen. Diese Sommer-Trockenheit werde sich zuspitzen.

„Bei den Land- und Forstwirten ist es existenziell notwendig, sich auf den Klimawandel einzustellen“, betonte Minister Kupfer. „Ein Weg ist es, Sorten zu züchten, die mit höheren Temperaturen und weniger Niederschlägen zurechtkommen.“ Auch beim Waldumbau müsse die Entwicklung bedacht werden. Das Klima-Kompendium enthalte die nötigen Informationen. Es solle ständig erweitert werden; das Landesamt werde die neuesten Daten jeweils im Internet zum Download bereitstellen.

Neben Dürre und Trockenheit prophezeien die Experten dem Freistaat auch mehr Extremwetterlagen mit Folgen wie Tornados oder Hochwasser. Kupfer äußerte deshalb Unverständnis für örtlich heftige Proteste gegen Hochwasserschutzmaßnahmen. „Man weiß, dass extreme Witterungslagen mit Hochwasser zunehmen. Das wird in Zukunft so weitergehen.“
Auf die Landwirte sieht Präsident des Landesamtes Norbert Eichkorn noch weitere Herausforderungen zukommen. So behindere fehlendes Wasser nicht nur das Wachstum, auch Nährstoffe im Boden würden sich schlechter lösen und seien so für die Pflanzen nicht verwertbar. Da helfe auch Kunstdünger nicht mehr. „Wasser ist der entscheidende Faktor“, sagte Eichkorn.
In Zukunft würden dürreresistente Pflanzen immer wichtiger.
dpa/roe

 

 

                                                                                  

Trockene Zeiten: Ein Mann sitzt am Montag (06.06.2011) bei einem Pegel von 1,14 Meter an der Elbe in Dresden unterhalb der Augustusbrücke . Foto: ZB

Foto: ZB

07. Juni 2011 01:26:34

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.06.2011

 

Der Wald gefährdet die Lieberoser Heide-Moore

 

Lieberose Die Moore in der Lieberoser Heide drohen auszutrocknen. Wissenschaftler beobachten seit rund 20 Jahren einen Rückgang des Wasserspiegels um bis zu drei Meter. Jetzt will das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz mit verschiedenen Maßnahmen gegensteuern.

Der Wald gefährdet die Moore. Was auf den ersten Blick paradox klingen mag, ist in der Lieberoser Heide traurige Wirklichkeit. Denn die monotonen Kiefernbestände saugen den Mooren regelrecht das Wasser weg. Beispiel Kesselluch: In diesem Moor, das sich ganz versteckt zwischen Schönhöhe und Staakow (Spree-Neiße) erstreckt, wachsen die Kiefern bereits direkt auf dem Moorkörper. Auch rund um das mehrere Hektar große Feuchtareal dominiert die Nadelbaumart.

Forstrat Arne Barkhausen, der die Oberförstereien Cottbus und Tauer leitet, weiß, dass Kiefern sehr viel mehr Wasser verbrauchen als Laubbäume. Seit einem halben Jahrzehnt baut Barkhausen deshalb Waldflächen um die Moore in der Lieberoser Heide gezielt um: „Eiche statt Kiefer“.

Insgesamt zehn Hektar neuer Laubwald an fünf Moorstandorten bei Staakow und Pinnow seien inzwischen zusammengekommen. Zwei weitere Hektar sollen im Jahr 2012 am Kesselluch folgen. „Auch dort bringen wir Traubeneichen in den Boden“, kündigt der Forstmann an.

Damit folgt er einer Empfehlung de
r Arbeitsgruppe „Stabilisierung der Grundwasserstände in der Lieberoser Hochfläche“. Dieses Gremium, das sich aus verschiedenen Fachleuten und Wissenschaftlern zusammensetzt, befasst sich mit der seit zwei Jahrzehnten anhaltenden Austrocknung der Moore und Gewässer in der Lieberoser Heide.

In einer Untersuchung, die durch zwei Ingenieurbüros im Auftrag des Brandenburger Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz erstellt wurde, heißt es, dass sich die Grundwasserneubildung im 450 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet in den Jahren zwischen 1998 und 2007 um bis zu 40 Prozent verringert habe. Zudem sei die Jahresdurchschnittstemperatur auf mehr als 9,5 Grad Celsius angestiegen. Noch in den 1990er-Jahren habe sie sich unter neun Grad bewegt. Dadurch werde die Wasserverdunstung erhöht. Nicht zuletzt wirke sich die Wiederbewaldung des einst offenen Lieberoser Schießplatzes negativ auf den Grundwasserstand und damit auf die Moore aus.

„Mancherorts ist der Wasserstand um zwei bis drei Meter gefallen“, weiß Dr. Christian Gerstgraser vom gleichnamigen Cottbuser Ingenieurbüro.

Er empfiehlt gegen die Austrocknung der Moore

neben dem Waldumbau den Wasserrückhalt in Fließgewässern sowie die Wiederherstellung von lokalen Wassereinzugsgebieten, beispielsweise dem Quellmoor Atterwasch bei Guben.

 

Der Wissenschaftler betont aber auch, dass Trockenphasen im natürlichen Zyklus der Moore lägen. So kämen in manchen dieser Feuchtgebiete alte Wurzelstubben zum Vorschein, die auf eine mögliche Dürrezeit vor langer Zeit hindeuten.

Der Ansatz mancher Leute, dass alles so bleiben müsse wie es derzeit ist, betrachte ich als Quatsch.

Denn Natur bedeutet auch immer Veränderung“,

 

sagt Gerstgraser. Torsten Richter / trt1

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.07.2011

 

Kaum sind die Hochwässer 2011 vorbei:

 

Spree-Wasser in Cottbus knapp

 

Niedriger Pegel sorgt für Probleme / Fährleute im Spreewald gelassen / Nachschub kommt

 

Cottbus/Lübbenau/Lübben Eher Flüsschen als Fluss. Die Spree zeigt sich in Cottbus von ihrer harmlosen Seite. Gerade einmal noch 89 Zentimeter Pegelstand wurden am Dienstag an der Sandower Brücke gemessen. Während dort erste Sorgen laut werden, gibt der Spreewald zwischen Lübbenau und Lübben Entwarnung.

Bei Thomas Bergner sorgte eine Mitteilung am Dienstagvormittag für ein wenig mehr Gelassenheit. Ab sofort, so wurde der Cottbuser Umweltamtschef informiert, wird aus der Talsperre in Spremberg wieder mehr Wasser in die Spree gelassen. In den vergangenen Tagen gab es laut Bergner 7,96 Kubikmeter je Sekunde aus der großen Badewanne. "Das war nicht besonders viel", so der Umweltamtschef.

Seit Dienstag (29.05.2012) fließen immerhin 9,55 Kubikmeter in den Fluss. Damit wird die Stadt vorerst wohl auf eine drastische Reaktion verzichten können. "Wir hätten uns sonst über ein Verbot der Wasserentnahme Gedanken machen müssen". Zuletzt hatte die Stadt im Jahr 2010 eine entsprechende Allgemeinverfügung verhängt. Die Flussanlieger mussten damals ihre Pumpen, die zum Beispiel zur Bewässerung der Grundstücke eingesetzt worden waren, abstellen.

Ein paar kräftige Regengüsse und mehr Wasser aus dem Speicherbecken – das wünscht sich Gerd Michaelis vom Teichgut Peitz. "Wir haben zwar Staurechte, doch wenn kein Wasser da ist, gibt es auch nichts zu verteilen", so Michaelis. Dabei stecken die Karpfenfischer auch ein wenig in der Zwickmühle. Zum einen freuen sie sich über sonniges Wetter, weil bei höheren Temperaturen die Tiere besonders gut gedeihen. Andererseits wird bei zu wenig Wasser der Lebensraum für die Karpfen knapp. Dann drohen Notabfischungen. "Wir hoffen, dass es nicht soweit kommt", sagt Michaelis.

Alarmsignale gibt es auch aus dem Spreewald – wenn auch nicht ausschließlich wegen des Wasserpegels. Denn trotz anhaltender Trockenheit ist das Wasser in den meisten Burger Fließen noch nicht knapp geworden. Das betont Bernd Lehmann, Inhaber des Bootshauses am Leineweber. Probleme gebe es lediglich dort, wo das Hochwasser des vergangenen Jahres zu Sedimentablagerungen geführt hat. "Dadurch gibt es Stellen, die flacher sind als früher", so Lehmann.

Der Wasserstand an den Bootsstegen sei völlig normal. So könne er auch die üblichen Kahntouren durch Ostgraben, Greifenhainer Fließ, Scheidungsfließ, Kleines Leineweberfließ und Große Wildbahn anbieten. Lediglich die Stradower Kahnfahrt finde derzeit nicht statt. Bernd Lehmann: "Dort gibt es Sedimenteinspülungen aus dem Südumfluter."

Deshalb werden aus dem Spreewald Forderungen laut, den Schlamm aus den Fließen abzubaggern. Das Problem: Nach einer neuen Richtlinie wird der Schlamm als Sondermüll behandelt. Das macht die Entsorgung unbezahlbar.

Weitaus gelassener beobachten die Fährleute zwischen Lübbenau und Lübben das Geschehen. "Man merkt zwar, dass die Strömung nicht gar so stark ist", sagt Steffen Franke, Chef der Fährmanns-Genossenschaft vom Großen Hafen in Lübbenau. Es gebe aber kein Niedrigwasser. Lübbenau sei durch seine Lage ohnehin vor größeren Schwankungen gefeit. Bei den Kahnfahrten gebe es keine Einschränkungen. Lediglich an einzelnen Fließen, so heißt es beispielsweise am Kleinen Hafen, sei spürbar, dass Paddelboote tiefer eingelassen werden müssen.

Noch weiter flussabwärts in Lübben (Dahme-Spreewald) gibt es ebenfalls keine Bedenken. "Der Wassermangel beeinflusst uns überhaupt nicht", erklärt Martin Matthei aus dem Vorstand des Fährmannsvereins "Flottes Rudel". Auch in Lübben habe man bemerkt, dass die Pegel sinken. "Die Strömung verlangsamt sich und das Kahnfahren fällt dann etwas leichter", sagt Matthei. Er habe in den letzten 20 Jahren noch nie erlebt, dass Kahnfahren wegen zu niedrigem Wasserstand nicht möglich gewesen wäre. Ein voll besetztes Boot habe schließlich nur 40 Zentimeter Tiefgang.

 

Ulrike Elsner, Sven Hering,Jan Gloßmann und Anne Guckland

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.05.2012

 

 

 

Trocknet die Schwarze Elster aus?

Flussabschnitte 2003 und 2006 trocken / Wasser aus dem Senftenberger See wird in die Elster gespeist

 

Bad Liebenwerda/Herzberg Nur noch 30 Zentimeter Pegelstand an der Schwarzen Elster bei Bad Liebenwerda. Und der Regen in der Nacht zum Freitag entspannt die Situation nicht – war eher der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Trocknet die Schwarze Elster aus?

 

So mancher Kurstädter unkt in diesem Jahr schon: "An der Elster haben wir schon viel erlebt. Aber ausgetrocknet war der Fluss noch nie." Momentan ist dieses Szenario noch nicht zu erkennen. Die geringe Wassermenge macht dennoch Sorgen.

Christian Harig, Bereichsingenieur des Landesumweltamtes, hat genauere Zahlen parat.

"Das Mittelwasser der Elster liegt bei Bad Liebenwerda etwa bei 1,10 Metern. Jetzt haben wir schon 80 Zentimeter weniger als normal", erklärt er.

Bei Mittelwasser fließen etwa zwölf Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. Jetzt sind es gerade mal noch zwei bis drei Kubikmeter pro Sekunde.

Und je näher die Elbemündung rückt, desto weniger Wasser fließt in der Elster. Bei München und Bomsdorf ist der Wasserstand noch niedriger, in Arnsnesta ragen die Sandbänke deutlich aus dem Wasser. Zwischen dem alten Wehr und Arnsnesta sind die Ausschwemmungen zwischen einem und 1,40 Meter hoch. Sie verhindern den natürlichen Durchfluss des Wassers. An ihnen bleibt Treibgut hängen, was in einer Hochwassersituation zu großen Problemen führt. Im Winter können sich hier die Eisblöcke stauen. Auf die Situation wurde schon mehrmals hingewiesen.

An den Bootsanlegern in München und Neumühl sind Holzpaletten auf den ausgetrockneten Flussgrund aufgestapelt worden, damit Gewässertouristen mit ihren Booten überhaupt anlegen können. Immer wieder kommen im Flussverlauf die Ablagerungen vergangener Hochwasser zutage. "Die wollten wir eigentlich schon raushaben. Aber dafür fehlt angesichts von Dammbauarbeiten das Geld", sagt Harig.

Auch im Landesumweltamt Cottbus hat man die Pegel der Flüsse genau im Auge. Wie Eckhard Schaefer erläutert, werde vom Senftenberger See, der auch als Speicherbecken fungiert, jetzt täglich ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Schwarze Elster abgegeben. Das wirke sich bis Bad Liebenwerda allerdings nicht aus. "Das reicht nur, um bis Plessa/Elsterwerda aufzufüllen. Bad Liebenwerda lebt eher vom Zulauf aus der Großen Röder. Und die führt gegenwärtig auch wenig Wasser", sagt der Gewässerspezialist.

Und er erinnert an die Trockenheit in den Jahren 2003 und 2006. Damals war im Senftenberger Ortsteil Buchwalde und bei Biehlen die Elster ausgetrocknet.

Schaefer erläutert: "Der Senftenberger See hat ein Stauziel von 99 Metern. Das erreichen wir meist im Winterhalbjahr. Doch diesmal fehlten Anfang Mai schon 20 Zentimeter." Jetzt sei der Staustand schon auf 98,75 Meter gefallen. In den Dürrejahren 2003 und 2006 wurde schon an der 98-Meter-Marke gekratzt. Fällt der Pegel des Senftenberger Sees noch weiter, ist ein natürlicher Abfluss in die Elster nicht mehr gegeben. Dann müsste gepumpt werden.

Und Schaefer zeigt ein weiteres Problem auf. In der Region Senftenberg wolle man eine Stauhaltung von möglichst nur 98,50 Metern im See haben, da man den höheren Pegelstand für die vernässten Keller in den Häusern verantwortlich macht. Schaefer zufolge habe die Stauhöhe im See aber nichts mit dem Grundwasseranstieg zu tun. "Uns würde ein halber Meter Wasser fehlen." Und das auch in trockenen Jahren, wie 2012 momentan eins zu werden scheint.

Und warum trocknet die Elster in Seenähe zuerst aus? "Auf dem Abschnitt zwischen Neuwiese in Sachsen und dem Pegel Biehlen versickert ein halber Kubikmeter pro Sekunde", erklärt Schaefer.

Brandenburg ist insgesamt für seinen angespannten Wasserhaushalt bekannt. Nach Angaben des Landesumweltamtes sind die Jahresniederschläge mit Werten zwischen 500 und 760 Millimeter die geringsten in Deutschland. Das Niederschlagswasser ist im Land Brandenburg die maßgebliche Quelle des Wasserhaushaltes. Rund zwei Drittel des verfügbaren Wassers wird aus den Niederschlägen und nur ein Drittel durch Zuflüsse aus den angrenzenden Gebieten gedeckt.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.06.2012

 

 

Karpfen und Co. drohen trockene Teiche

Anlagenbetreiber sehnen Regen herbei / Hohe Verluste befürchtet

Teichwirtschaften in der Region drohen herbe Verluste. Mangels Wasser können in Kreba, Klitten und Rietschen die Gewässer noch nicht für das Übersetzen der Fische aus den Hälterteichen vorbereitet werden, was regulär Mitte März beginnt.

Klitten/Kreba/Rietschen. Helmut Tusche würde gern im Boot auf einen der Hammerstädter Teiche hinausfahren und endlich mit der Arbeit beginnen. Zu tun gäbe es genug. Die Gewässer müssten für das Übersetzen der Fische aus den Hälterteichen vorbereitet, dazu unter anderen Kalk eingebracht werden. Auch der Frühjahrsbesatz, Larven und kleine Fische, müssten dringend ins Wasser. An Wasser jedoch herrscht derzeit akuter Mangel.

"Bei einem Pegel von 20 Zentimetern kann man nicht mit dem Boot fahren", sagt der Mann von der Fischzucht Rietschen GmbH.

Tusche hat mit seinen 40 Jahren Berufserfahrung schon so manche trockenen Jahre erlebt. 2014 aber scheint alle Rekorde zu brechen.

"So extrem trocken fing das Jahr noch nie an." Derzeit verdunste in den Teichen fast mehr Wasser als nachfließt. Woher sollte es auch kommen, fragt sich Tusche. Seit dem Herbst habe es keinen ergiebigen Regen mehr gegeben. Der Winter war so mild, dass im Oberland auch keine Schneeschmelze zu erwarten ist, die Wasser bringt.

Schließlich sei es auch nicht so, dass viele große Wasserläufe die Region durchziehen, so Tusche weiter. Sämtliche Fischwirtschaften hingen am Tropf des Schöps. Konkret sind das neben den Rietschener Fischwirten noch die Kreba Fisch GmbH und die Teichwirtschaft Klitten.

Auch dort schrillen schon die Alarmglocken. "Es sieht sehr kritisch aus", sagt Kreba Fisch-Geschäftsführer Wolfgang Stiehler.

Auch er könnte nicht sagen, wann es zuletzt einen so trockenen Winter gegeben hat. Die Fische müssten jetzt aus den Winterteichen geholt werden. Doch auch in Kreba stehen die Sommerteiche noch fast leer. Bei zu geringer Wasserhöhe fänden sie außerdem nicht genug Nahrung und wären eine leichte Beute für Kormorane. Stiehler bleibt jedoch optimistisch. Es müsse doch nun endlich mal regnen.

Sollte das nicht bald passieren, müsse man allerdings einen "Notstandsplan" schmieden. Daran will der Fischwirt heute noch nicht denken. Doch würde dabei wohl auch eine Rolle spielen müssen, wie das Schöpswasser verteilt wird.

Dietmar Bergmann, Chef der Teichwirtschaft Klitten, kann nur bestätigen, was seine Kollegen sagen. Im Frühjahr oder Herbst sei es sicherlich schon mal so trocken gewesen. "Aber schon im Winter? Ich kann mich nicht erinnern", sagt er. An drohende Verluste, die das zur Folge haben könnte, will er noch nicht denken. Der Rückstand ließe sich noch aufholen, ist er sicher.

Helmut Tusche sieht das etwas anders. Selbst wenn sich die Teiche noch vollständig füllen, würde doch den Fischen Wachstumszeit fehlen und am Ende Gewicht.

An den Klimawandel könnte man in diesem Zusammenhang schon denken, so Tusche. Doch könne das nicht der alleinige Grund sein.

In jedem Fall aber erachte er die Investition des Unternehmens in eine Zander-Aufzuchtanlage im Rietschener Ortsteil Hammerstadt mit Wasserkreislaufwirtschaft nun erst recht für sinnvoll. Damit mache man sich vom Wetter unabhängiger.

Daniel Preikschat

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.03.2014

 

Niedrigwasser - Elbdampfschiftfahrt stellt Betrieb ein

 

Dresden. Auf der Elbe sind wegen Niedrigwassers vorerst keine Dampfer und motorisierten Ausflugsschiffe der Sächsischen Dampfschiffahrt mehr unterwegs. "Die weiter fallenden Pegel zwingen uns, den Betrieb einzustellen", teilte das Unternehmen am gestrigen Montag (08.06.2015) in Dresden mit. Bis zum Montagmittag (08.06.2015) sei der Betrieb noch eingeschränkt möglich gewesen, am heutigen Dienstag sollen dann alle Verbindungen ausfallen. Tickets könnten umgebucht oder storniert werden.

 

Zuletzt hatte der Pegelstand der Elbe in Dresden nur noch bei 69 Zentimetern gelegen. Normal sind etwa zwei Meter.

"In ganz Sachsen sind die Wasserstände derzeit sehr niedrig", erklärte eine Sprecherin des Landesamtes Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Schuld daran seien neben der fehlenden Schneeschmelze,  die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen.

"Jetzt hilft nur noch Regen."

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.06.2015

 

 

Großer Strom, ganz klein: Abendrot färbt in Dresden das Wasser der Elbe. Bei einem Pegel von 90 Zentimetern liegt an der Marienbrücke ein großer Teil des Flussbetts auf dem Tockenen.

 

 

 

Foto: Matthias Hiekel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.06.2015

 

«Annelie» bringt Werte nahe der 40-Grad-Marke

 

Offenbach (dpa) Am Mittwoch (01.07.2015) kriegt zumindest der Norden noch ein wenig lauwarme Luft. Ab Donnerstag ist es dann im ganzen Land heiß - richtig heiß. Und die Hitze wird nicht so schnell wieder verschwinden.

Deutschland steht eine extreme Hitzewelle bevor. Am Mittwoch bleiben die Temperaturen nur im Norden noch unter 30 Grad, im Süden und Südwesten kann das Thermometer bereits auf 35 Grad klettern….

… «Ab Donnerstag (02.07.2015) kommt der Sommer dann in ganz Deutschland so richtig in Fahrt», sagte Meteorologe Marcus Beyer am Dienstag. Lokal sind 39 Grad Celsius möglich. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen voraussichtlich zwischen 32 und 38 Grad.

Der deutsche Hitzerekord wird zunächst wohl trotzdem nicht geknackt. Die magische Marke liegt bei 40,2 Grad. Viermal wurde laut DWD diese Temperatur bisher gemessen: einmal 1983 und dreimal 2003….

…Niedrigwasser hat bereits die Schifffahrt auf der Elbe ausgebremst. Die Ausflugsschiffe blieben am Dienstag (30.06.2015) an den Anlegestellen. Eine Containerlinie wurde eingestellt. Der Pegelstand der Elbe in Dresden lag nur noch bei 69 Zentimetern, normal sind etwa zwei Meter.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.06.2015 (auszugsweise)

 

 

Ausflugsdampfer fahren wieder auf Elbe

 

Dresden. Motorisierte Ausflugsschiffe und Dampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt fahren wieder auf der Elbe.

Eine Wasserwelle' aus Tschechien hat den Pegelstand in Dresden um 20 Zentimeter erhöht.

"Wir fahren, mit kleinen Einschränkungen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Donnerstag (02.07.2015) .

Der Prognose nach soll auch in den nächsten Tagen ge­fahren werden. dpa/juf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.07.2015

 

 

Hitze - und ihre Schattenseiten

Frankfurt/Main (dpa) Braun-gelber Rasen, Brandgefahr, Badeseen von Algen getrübt, Niedrigwasser in den Flüssen, Scharen von Wespen - der Sommer 2015 bietet neben Ferienlaune auch Widrigkeiten. Und wochenlang muss der menschliche Organismus in der Hitze Hochleistung bringen.

Mit 40,3 Grad ist 2015 schon zweimal die höchste Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen vor 134 Jahren gemessen worden - zuletzt am Freitag wieder im fränkischen Kitzingen, wie bereits am 5. Juli. Seit Wochen gibt es Sonne satt hierzulande, das mag Urlaubern gefallen. Aber dieses Wetter hat auch Schattenseiten:

TROCKENE FLÜSSE UND SEEN: Wenn Regen ausbleibt, bekommt die Schifffahrt Probleme. Frachtschiffe können bei Niedrigwasser weniger laden. Kubikmeter Wasser. Mit dem Wasser, das er abgibt, wird der Pegel auf der Weser für die Schifffahrt konstant gehalten. Ohne Niederschläge könnten in eineinhalb Wochen viele Schiffe nicht mehr fahren, sagt Odo Sigges vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden. Auch am Mittelrhein sinkt der Wasserspiegel. An der Elbe wird derzeit extremes Niedrigwasser registriert, der Fluss führt so wenig Wasser wie seit 51 Jahren nicht mehr, die Schifffahrt ist ausgebremst. Auch kleine Flüsse in Sachsen seien vom Austrocknen bedroht - «Fische und Pflanzen bekommen

 dann richtig Stress», sagte Uwe Höhne, Leiter des Landeshochwasserzentrums in Sachsen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.08.2015 (auszugsweise)

 

              

 

Wüstenwind in der Lausitz brachte Hitzerekord

Wetterrückblick Juli: In Boblitz kletterte das Thermometer auf 38,5 Grad Celsius / Bauernregeln sagen Frostgefahr voraus

Boblitz Das tropische Hitzehoch "Annelie" hat Anfang Juli mit fast 40 Grad Celsius für eine heiße Überraschung gesorgt. So mancher sehnte sich nach einer Abkühlung.

Wer gestärkt über den Winter kommen will, muss im Sommer fleißig sammeln wie diese Hummel auf der Sonnenblume. Foto: Bernd Marx/bdx1

Vielleicht gehen die Wünsche schneller als gedacht in Erfüllung, denn Bauernregeln halten einige Überraschungen parat. Die Einwohnerschaft in und rund um den 555-jährigen Lübbenauer Ortsteil Boblitz pendelte innerhalb von nur 36 Stunden zwischen "Eisschrank" und "Kachelofen". Am 5. Juli zeigte das Thermometer den Jahresrekord von 38,5 Grad Celsius für das Spreewalddorf an. Ähnliche Temperaturen wurden auch in Cottbus, Hähnchen und Preschen (beide Spree-Neiße) gemessen.

Der bisherige Hitzerekord im Land Brandenburg wurde 1992 mit 39,2 Grad Celsius in Lübben (LDS) gemessen. Was unterhielten sich die Boblitzer Landwirte an diesem Tag? Im Juli warmer Sonnenschein – macht alle Früchte reif und fein.

Schon die Altvorderen tuschelten: Der Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten. Einig waren sich die örtlichen Bauern in der Aussage: Im Juli will der Bauer schwitzen, als untätig hinterm Ofen sitzen. Denn, was der Juli verbricht, rettet der September nicht. Doch nur zwei Tage später sackte der Quecksilberstreifen im Thermometer in den frühen Tagesstunden auf recht kühle 10 Grad Celsius herunter. Am 11. Juli sogar noch auf sechs Grad Celsius in der Nacht.

Prompt gab es einen Jahresrekord bei der Registrierung der größten Tages-Temperaturdifferenz. Es wurden 24 Grad Celsius, denn am 7. Juli kletterte das Thermometer von 10 Grad Celsius in der Nacht auf 34 Grad Celsius am Tage.

Wer in diesen Tagen von Schneewehen und Eiszapfen träumte, könnte diesen Wunsch bald erfüllt bekommen. Denn eine Bauerweisheit besagt: Wenn die Ameisen im Juli ihre Haufen höher machen, folgt ein strenger Winter.

Und auch St. Jakobi, der 25. Juli, wartete mit einem Spruch auf: St. Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein. An diesem Tag gab es 29 Grad Celsius Tageshöchsttemperatur, aber keinen Niederschlag. An 14 Juli-Tagen wurde mit insgesamt 71,0 Millimetern (71 Liter) pro Quadratmeter Niederschlag registriert.

Der höchste Niederschlag fiel am 14. Juli mit 19 Millimeter (19 Liter) pro Quadratmeter. Nach sieben Monaten stehen jetzt 350 Millimeter (350 Liter) pro Quadratmeter in der Statistik des Jahres 2015.

Im Jahre 2014 waren es bis dahin 360 Millimeter (360 Liter) pro Quadratmeter. Von 212 Tagen im Jahre 2015 fiel an 103 Tagen Niederschlag.

Es gab im Juli vier Gewitter, sodass jetzt 11 Gewitter in der Jahresbilanz 2015 stehen.

Da hatten Spreewälder Bauern auch einen passenden Spruch parat: Ein tüchtiges Juli-Gewitter ist gut für Winzer und Schnitter. Die Sonne strahlte im Juli an allen 31 Tagen, insgesamt 264 Stunden lang. Von 212 Tagen zeigte sich die Sonne an 167 Tagen. Unser Heimatstern zeigte sich in den ersten sieben Monaten des Jahres 2015 insgesamt 1069 Stunden lang. Im Vergleichszeitraum 2014 waren es 1087 Sonnenscheinstunden. Die Tageshelligkeit sinkt im August vom Monatsanfang bis Monatsende um fast zwei Stunden. Am 31. August werden den Bauern, Kleingärtnern, Wanderfreunden und Freizeitsportlern aber noch 13 Stunden und 38 Minuten Helligkeit für ihre Betätigung in freier Natur zur Verfügung stehen.

Die höchste Windstärke wurde mit Stufe 6 der Beaufort-Grad-Warnskala am 7., 25. und 26. Juli gemessen. Bei dem starken Wind schwankten starke Äste, und so mancher Ast und unreifer Apfel fiel vom Baum. bdx1

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.08.2015

 
 

Elbe-Wasserstand sinkt weiter - Kleine Bäche in Sachsen trocken

 

Dresden Die Elbe in Dresden ist nur noch ein Viertel ihrer selbst. Der Wasserstand am Pegel Augustusbrücke lag am Montag noch bei 50 Zentimetern - normal sind zwei Meter. Mit 59 Kubikmetern pro Sekunde war auch der Durchfluss nur fast halb so groß wie der untere Mittelwert.

 

Der Pegel zeigt fünfzig Zentimeter, etwa ein Viertel des normalen Wertes. Foto: Matthias Hiekel (dpa-Zentralbild)

 

Vom historischen Tief sei der Fluss aber weit entfernt, sagte Hydrologe Uwe Höhne vom Landeshochwasserzentrum in Dresden. So sei es 1947 und 1952 bis auf 21 Zentimeter runtergegangen, seitdem habe sich aber auch das Flussbett ständig verändert, etwa durch Ausbaggerungen.

Laut Höhne wird in den tschechischen Talsperren kein Wasser mehr zurückgehalten, da die Schifffahrt eingestellt ist und die Talsperren im Einzugsgebiet der Elbe keine Kapazität mehr haben. «Alles, was reinkommt, läuft durch.» Der Fluss profitiere derzeit von aus Felsen laufendem Nass und Grundwasser. Obwohl kleine Bäche in Sachsen schon versiegt sind, rechnet Höhne trotzdem nicht damit, dass auch die Elbe trocken fällt. «Der Wasserstand wird noch eine Weile gleichbleiben oder langsam weiter fallen.» dpa

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.08.2015

 

Hitzestress in Südbrandenburger Fischteichen

 

Update | Spree-Neiße Extreme Trockenheit und Hitze machen den Teichwirten zu schaffen, die nicht von Spree und Oder profitieren, sondern mit dem auskommen müssen, was Grundwasser und Himmel hergeben. Um Forst, in Groß Schacksdorf und in Guben ist die Lage kritisch.

 

 

Der Euloer Teichwirt Christoph Junghanns sorgt sich um den Fischbestand in seinen Teichen. Der Wasserstand und der Sauerstoffgehalt sinken dramatisch. Im Hintergrund ist schon der Teichboden zu sehen. Die Frischwasserzufuhr aus der Malxe und Grabensystemen ist erschöpft. Helfen können nur noch 150 Liter Regen pro Quadratmeter, möglichst bald. Foto: Beate Möschl

 

150 Kilogramm Zander hat der Euloer Teichwirt Christoph Junghanns am Montag aus dem Großen Rosswinkel im Forster Ortsteil Mulknitz ablesen müssen. Sie haben das Hitzewochenende nicht überlebt. Die Karpfen versuchen noch, dem Hitzestress standzuhalten. Am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr zeigt das Messgerät an der tiefsten Stelle des Fischteiches 25,7 Grad Celsius Wassertemperatur und 1,1 Milligramm Sauerstoff pro Liter.

"2,5 Milligramm sind die physiologische Untergrenze für Karpfen. Sinkt der Sauerstoffgehalt unter den Wert, ist mit dauerhaften Schäden zu rechnen." 2500 zweisömmrige Karpfen hat der Teichwirt hier im Frühjahr eingesetzt. Die müssten jetzt eigentlich viel fressen, damit sie zu Weihnachten und Silvester ordentlich Gewicht auf die Waage bringen und gut gefragt über den Ladentisch gehen. Doch in diesem Sommer ist alles anders. "Die Karpfen schieben jetzt Kohldampf. Wegen des Sauerstoffmangels im Teich mussten wir die Fütterung einstellen, sonst sterben sie uns weg." Statt der für die Jahreszeit üblichen zwei Kilogramm haben die Karpfen erst 1200 Gramm Gewicht erreicht. Abfischen und Umsetzen kann der Euloer seine Fische nicht. "Es sind alle Teiche betroffen, uns fehlt der Frischwasserzulauf. Die meisten Gräben sind trocken oder haben nur noch stehendes, mit Eisenocker belastetes Wasser. Das können wir nicht zuführen", sagt Junghanns und fügt an: "Was wir jetzt bräuchten, wäre ein kräftiger Regen, mindestens 150 Liter pro Quadratmeter. Das muss ja nicht alles an einem Tag runterkommen."

Ähnlich sieht es Ralf Müller, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Janke&Müller GbR, aus Tauche bei Beeskow (Oder-Spree), die unter anderem Fischteiche in Guben und der Gemeinde Schenkendöbern bewirtschaftet. Aus dem Schwarzen Fließ in Guben komme zu wenig Wasser. "Die Niederschläge fehlen und der Grundwasserspiegel ist stark abgesunken", sagt Müller. Das mache die Situation in den Sprucker Teichen kritisch. "Noch geht es, aber wir prüfen das Notabfischen und Umsetzen der Karpfen. Ich hoffe, es regnet bald." Im Speicherbecken Krayne und den Lübbinchener Teichen sehe es noch ganz gut aus. "Hier profitieren wir von Quell- und Schichtenwasser, aber auch das ist niederschlagsabhängig."

Auch der sächsische Teichwirt Armin Kittner, der seit 2013 die Schacksdorfer Teiche (Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf) bewirtschaftet, sehnt Regen herbei. Er nennt die Situation "katastrophal, weil wir nicht eine Stelle haben, von der wir Wasser aus der Malxe bekommen, und allein auf das angewiesen sind, was die Himmelsteiche hergeben". Das ist nicht viel, wie er sagt. Schon der Winter sei zu trocken gewesen. "Der Schnee hat gefehlt. Deshalb waren schon im Frühjahr nicht alle Teiche voll. Die Trockenheit ist absolut extrem."

Kittner betreibt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, bei Quitzdorf, seit 1992 eine eigene Teichwirtschaft. Die Schacksdorfer Teiche hat er zusätzlich gepachtet, von der Peitzer Edelfisch GmbH. Auch der Euloer Teichwirt Christoph Junghanns ist Pächter bei der Peitzer Edelfisch-GmbH. Bis 2023 läuft sein Pachtvertrag. Ob er sich dann noch einmal langfristig festlegen wird, das vermag er heute nicht zu sagen. Überlegt hat er schon, ob es sich lohnt, unter den Bedingungen weiterzumachen.

1992/93, 2003 und 2006 habe es bereits ähnliche Extreme gegeben. "Doch so trocken, wie in diesem Sommer, hatten wir es noch nicht. Natürlich haben wir gelernt und in weiser Voraussicht in diesem Jahr einige Teiche gar nicht geflutet, darunter die drei großen Teiche, die ich 2006 abfischen musste. Aber, alles kann der Teichwirt nicht alleine stemmen", sagt Junghanns mit Blick auf das, was die Teichwirte in der Extremsituation zusätzlich belastet: das In-Schach-Halten von Kormoran und Fischreiher und die Pflege der Teichlandschaft, in der sich ein Tausendfaches mehr an Artenvielfalt entwickelt als in einem Maisfeld, wie der Euloer sagt. "Wenn wir das Teichgebiet erhalten wollen, muss auch ein Ertrag rauskommen. Ich bestelle den Teich wie ein Landwirt sein Feld. Ich muss die Fische vorher großpäppeln. Wenn mir dann jemand die Fische wegnimmt, kann ich die Anfangskosten nicht decken." 70 000 bis 80 000 Euro Verlust bescheren Kormoran und Fischreiher dem Euloer nach eigenen Angaben schon bei normalen Wasserständen. "In diesem Jahr wird es erheblich mehr sein." Mitleid könne er nicht gebrauchen, äußert Junghanns. "Hilfreich wäre ein flächendeckendes Management geschützter Arten, die in Teichwirtschaften große Schäden zufügen". Beate Möschl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2015

 

Fische- Rettungsaktion in der Schwarzen Elster

 

Senftenberg. Die Natur leidet ex­trem unter der anhaltenden Hit­ze. Die Schwarze Elster ist bei Kleinkoschen fast trocken gefal­len. Aus der noch etwa 40 Zenti­meter hohen Schlammbrühe im Flussbett retten Naturfreunde in Regie von Kreisgewässerwart Ralf Stephan deshalb jetzt die Fi­sche vor dem Erstickungstod. Stattliche Karpfen sind überraschend im Kescher gelandet. kw

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.08.2014

 

Trotz Regen weiterhin Waldbrandgefahr

 

Oder-Pegel sinkt noch immer / Juli heißester Monat seit 135 Jahren

 

Der Juli 2015 war der weltweit hei­ßeste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880. Im Schnitt war es 16,61 Grad warm - 0,81 Grad mehr als im Mittel des 20. Jahrhunderts. Folgen in der Region: sinkende Flusspegel, brennende Wälder.

 

Potsdam. Die wenigen Regenfälle der vergangenen Tage haben gegen die Trockenheit in Brandenburg kaum etwas ausrichten kön­nen. In vielen Regionen ist die Waldbrandgefahr weiter hoch.

Auch die Flüsse führen immer noch Niedrigwasser. An der Oder sinken die Pegel derzeit sogar weiter, sagte eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde am Donnerstag (20.08.2015)…..

 

… Auch Flüsse haben kaum vom Regen profitiert. Am Elbepegel Wittenberge wurde am Donnerstagnachmittag (20.08.2015) eine Wasserhöt von 118 Zentimetern gemessen. Das sind zwar 20 Zentimeter mehr als noch vor zehn Tagen, der Wert liegt aber deutlich unter dem für das Mittlere Niedrigwasser, teilte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit.

Noch schlimmer ist es an der Oder. "Die Pegel sinken immer noch", sagte eine Sprecherin des Schifffahrtsamtes. An der Messstation Frankfurt (Oder) sei der Wasserstand auf 92 Zentimeter gesunken. Für die Schifffahrt habe das weitreichende Folgen. Bei einer solchen Wasserhöhe könnten nur noch Schiffe mit einen Tiefgang von maximal 50 Zentimetern fahren. Das gelte eigentlich nur für Sportboote. dpa/bf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.08.2015 (auszugsweise)

 

Dampfschiffe auf Elbe legen wieder ab

 

Dresden. Nach fast zwei Wo­chen Pause wegen Niedrigwas­sers der Elbe will die Sächsische Dampfschiffahrt am heutigen Dienstag (18.08.2015) den Betrieb wieder aufnehmen. Aufgrund des leicht gestiegenen Wasser­stands und der Vorhersage wer­de davon ausgegangen, dass Stadtrundfahrten sowie die Na­tionalparklinie und eine weite­re verkürzte Tour in der Sächsi­scben Schweiz wieder angebo­ten werden können, teilte das Unternehmen am Montag (17.08.2015) mit. Es gelte ein Sonderfahrplan. Die historischen Raddampfer lagen seit dem 5. August (2015) am Pier fest, nachdem der Pegel­stand unter 60 Zentimeter ge­fallen war. dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.08.2015

 

 

Kein Niedrigwasser in Spreewaldfließen - Kahnfahrt ungehindert

 

Lübbenau/Burg Kein Niedrigwasser in den Spreewald-Fließen: Die Kähne können trotz der großen Hitze ungehindert durch das kleinteilige Wassernetz fahren. «Wir schwitzen, aber sonst ist alles ok», sagte der stellvertretende Hafenmeister am Spreehafen Burg, Thomas Petsching, am Dienstag (11.08.2015).

Wegen der andauernden Trockenheit führen Elbe und Oder in Brandenburg derzeit starkes Niedrigwasser - nicht so im Spreewald.

Das liegt laut Petsching auch daran, dass die Fließe keine direkte Sonneneinstrahlung haben. «Wir haben zu 80 Prozent Schatten durch die vielen Bäume.» Sein Kollege Steffen Franke von der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau ergänzte: «Der Spreewald ist wie ein Schwamm.» Er sauge sich an Uferbereichen in niederschlagsreichen Zeiten mit Wasser voll. Dieses fließe derzeit zurück in die Fließe. dpa

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.08.2015

 

Anm.: Ganz so wie oben geschildert, ist es nicht. Ohne Zuschusswasser aus der

Tagebauentwässerung von Vattenfall sehe es schon ein wenig dramatischer aus.

 

Wasser aus aktiven Tagebauen hilft dem Spreewald gegen Trockenheit

 

Cottbus. Alle verfügbaren Brunnen in den Vattenfall-Tagebauen laufen nach derzeit auf vollen Touren, um möglichst viel Wasser in die Spree zu leiten. Damit käme das Unternehmen einer Bitte der Wasserbehörden angesichts der großen Trockenheit nach.

 

Der­zeit würden täglich 600 Millionen Liter (entspricht 600.000 m3 bzw. 6,9 m3/s) in den Fluss abgegeben, was fast der Gesamtmenge entspricht, die am Eingang des Spreewaldes fließe.

 

Die drei Braunkohlekraftwerke der Region fahren gleichzeitig im oberen Leistungsbereich. Sie müssten auf ein geringes Angebot an Wind-, aber große Mengen Solarstrom in der Mittagszeit reagieren und entsprechend den Anforderungen für Versorgung und Netzstabilität hoch- und runtergefahren werden. Sim

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.08.2015

 

Region: Hunderte Brunnen füllen die Spree

 

21. August 2015 | Von CGA Verlag | Kategorie: Region

 

 

 

 

 

Der Durchflussmesser dieses Brunnen im Tagebau Jänschwalde zeigt:

178 Liter Grundwasser werden von diesem pro Minute gehoben (links)

 

 

 

 

                                                                                                                                                                  So sieht ein Brunnen zur Tagebauentwässerung aus.

                                                                                                                                                                  Hier handelt es sich um einen Randriegel (rechts)

 

                                                                                                                                               

 

 

 

 

 

 

 

Über eintausend Punkte zeigt diese Karte vom Tagebau Jänschwalde. Dr. Stephan Fisch weiß, dass jeder Punkt für einen Brunnen steht. Außenherum die Randriegel und innen die Feldriegel. Der Leiter der Tagebauentwässerung erklärt, dass die Region bei Trockenheit ein großes Niedrigwasserproblem ohne dieses zusätzliche Wasser hätte Fotos: Mathias Klinkmüller

 

 

 

Lausitz profitiert von der Tagebauentwässerung:

 

Region (mk). Auf der Elbe bei Dresden kann derzeit kein Schiff mehr fahren. Die Trockenheit führt zu Niedrigwasser. Rein rechnerisch, da ist sich Dr. Stephan Fisch sicher, hätten die Spreewälder Fließe ohne das Tagebaugrundwasser ein ähnliches Schicksal. Der Leiter der Tagebauentwässerung bei Vattenfall verweist auf den derzeitigen Wasserstand der Spree. Oberhalb von Boxberg bei Lieske kommen derzeit 3,3 Kubikmeter Spreewasser pro Sekunde an. Aus den Tagebauen Reichwalde, Jänschwalde, Welzow, Nochten  und Cottbus-Nord werden 6,75 Kubikmeter Tagebaugrundwasser hinzugegeben.
Im Ergebnis fließt in Cottbus im Vergleich zur Messung in Lieske die dreifache Wassermenge Richtung Spreewald. 583 Millionen Liter zusätzliches Wasser sind das täglich. Gerade bei Trockenheit ist dieser Zufluss durch die Tagebaue ein Segen, sagt Dr. Stephan Fisch. Ein Segen, mit dem in Zukunft immer weniger zu rechnen sein wird. Weniger Tagebaue bedeuten auch weniger Grundwasser, das eingeleitet wird. Der Experte verweist darauf, dass es bei der Tagebauentwässerung vordergründig auch nicht um Spreewald-Hilfe bei Trockenheit geht, sondern um die Standsicherheit der Großgeräte und somit der Mitarbeiter in den Tagebauen. Die Entwässerung ist dabei eine Mammutaufgabe für die Planer. Im gesamten Lausitzer Revier werden Jahr für Jahr 420 Millionen Kubikmeter Wasser gehoben. Dreitausend Brunnen, davon allein 1056 im Tagebau Jänschwalde, erledigen diese Aufgabe.
Dabei unterscheidet der Leiter der Tagebauentwässerung Randriegel von Feldriegeln. Die Rand-riegel sorgen dafür, dass kein neues Wasser dem Tagebau zufließt. Die Feldriegel verlaufen parallel zum Bagger und sorgen für stabile Böschungen. Wie viel Wasser jeder einzelne Brunnen fördert, kann vor Ort aber auch vom zentralen Leitstand in Schwarze Pumpe abgelesen werden. Zwischen 50 und 2000 Liter pro Minute schafft ein Brunnen nach oben zu pumpen. Das Tagebaugrundwasser fließt dann zunächst zu den Grubenwasserbehandlungsanlagen an den Kraftwerken. Hier wird es als Kühl- und Brauchwasser genutzt. Das restliche Grubenwasser wird dann an die Spree abgegeben. „Unsere Daten werden wöchentlich an die Wasserbehörden sowie der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft übergeben, die mithilfe ihrer Flutungszentrale den Spreeabfluss in der Region steuert“, erklärt Dr. Stephan Fisch. Auch die Neiße profitiert mit zehn Millionen Kubikmeter pro Jahr. Die Malxe oder die zwischen Jänschwalde, Tauer und Peitz gelegenen Laßzinwiesen, aber auch die Peitzer Teiche werden mit Tagebauwasser unterstützt.

 

Quelle: Märkischer Bote, 22.08.2015

 

Fehlende Staustufe bereitet Saspower Anwohnern Sorgen

Grundwasserspiegel sinkt, Brandgefahr steigt

 

Cottbus Auf seiner diesjährigen Sommertour hat der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Schierack (CDU) in Saspow Station gemacht. Die Anwohner haben ihn zunächst mit einem ganzen Bündel von Problemen konfrontiert und ihn dann auf den Saspower Spreedeich "entführt".

 

 

 

Hans Pschuskel (v. l.) und Karsten Gohr zeigen Michael Schierack, wie hoch der gestaute Wasserpegel der Spree früher war. Foto: hil

 

Dort stiegen die Saspower Hans Pschuskel und Karsten Gohr sogar ins Wasser, um zu demonstrieren, was ihrer Meinung nach schief gelaufen ist.

"Hier wurde nämlich eine Fischtreppe eingebaut und eine kanugängige Fahrrinne", erklärt Hans Pschuskel.

Jetzt aber fließe das Wasser so rasch ab, dass die Wiesen – auch wegen des sinkenden Grundwasserspiegels – immer mehr abtrocknen und irgendwann zur Brandgefahr für den Ort werden.

Michael Schierack will sich zunächst einen Überblick verschaffen, warum die Staustufen abgebaut wurden. "Nach einem Gespräch mit dem Landesumweltamt wissen wir, ob es eine Lösung für das Problem gibt." Hil

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.08.2015

                                      

Anm.:  Sind das die Folgen des Projektes „Renaturierung der Spree“.?

 

BUND drängt Sachsen zu neuer Elbe-Politik

 

Dresden. Angesichts der sin­kenden Wassermenge hat der Umweltverband BUND Sach­sens Ministerpräsidenten Sta­nislaw Tillich (CDU) zu einer Neuausrichtung seiner Elbe-Politik aufgefordert. Die Vor­stellung eines logistisch sicheren und planbaren Güterver­kehrs auf der Elbe habe sich als Chimäre erwiesen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Freitag (11.09.20015) in Dresden. „Das Monate währende Niedrigwasser der Elbe hat den Schiffsverkehr lahmgelegt." Stattdessen solle der Güterver­kehr vom Wasser auf die Schie­nen verlagert werden. dpa/jbl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.09.2015

 

 

Anm.: Es ist ein großer Irrtum anzunehmen und zeugt von wenig Sachverstand, dass die

 

Schifffahrt von einer „sinkenden Wassermenge“ abhängig ist.

 

Es interessieren für die Schiffahrt nur Wasserstände und Tauchtiefen.

 

Aber irgendwie muss man ja seine Existenzberechtigung nachweisen.

 

Da kann man nur gespannt sein, welche Argumente (z.B. zusätzliche Landinanspruchnnahme,

 

Lärmbelästigung, Naturschutzbelange u.ä.) bei einer Verlagerung des Güterverkehrs auf die

 

Schiene ins Feld geführt werden.

 
 

Trennmole für Mühlbergs Hafen

Eine Million Euro werden investiert / Naturschützer bleiben skeptisch

Mühlberg Die wasserseitige Einfahrt zum Elbehafen Mühlberg wird für fast eine Million Euro saniert. Zwei Hochwasser haben die aus Sand bestehende alte Trennmole komplett abgetragen und im Flussbett abgelagert. Jetzt wird sie mit Wasserbausteinen neu errichtet. Für Naturschützer ist das Geldverschwendung. Die Elbe habe zu wenig Wasser, um sie ganzjährig befahren zu können, sagen sie.

 

 

Vor dem Baggerponton "Bussard” im Hintergrund verläuft die Elbe. Das Motorboot im Vordergrund liegt schon in der Hafeneinfahrt. Foto: Frank Claus

 

Ein Schiff wird kommen – Dalida hat es gesungen. Caterina Valente und Nana Mouskouri auch. Nur in Mühlberg ist das mit dem Schiffsverkehr nicht ganz so einfach. Auf der Kaimauer warten seit Wochen Holzstapel auf den Abtransport. Die Elbe hat wieder mal akutes Niedrigwasser. Die Schifffahrt war lange Zeit ganz eingestellt. Selbst "Kaiser Wilhelm" hat kürzlich kapituliert. Einer von nun noch zwei kohlebefeuerten Dampfschiffen auf der Elbe lag lange in Roßlau fest, bevor es zum ersten Mal seit seinem Stapellauf 1900 wieder nach Dresden fahren konnte.

Doch Vertreter von Bund, Land und Wirtschaft wollen nicht locker lassen, sehen in der Elbe eine auszubauende, wichtige Bundeswasserstraße. Für die Tschechen ist es der direkte Weg zu den Ostseehäfen.

In Mühlberg wird gegenwärtig die Hafeneinfahrt saniert. An der flussaufwärts liegenden Seite wird mit Schüttsteinen eine etwa 200 Meter lange Trennmole errichtet. Eingebaut werden etwa 9000 Tonnen Wasserbausteine in extra großer Kubatur. Die sollen so den starken Hochwasser-Strömungen standhalten. Die Mole wird sechs Meter breit sein. Bauleiter Stefan Kopplow von der Domarin Tief-, Wasserbau und Schifffahrtsgesellschaft mbH mit Sitz in Vilshofen an der Donau sieht allerdings ein Problem: "Wenn die Elbe weiter Niedrigwasser führt, kann ,Bussard', das ist ein Baggerponton, nicht weiterarbeiten. Dann haben wir wohl Baustopp." Denn der Bagger holt die durch die zurückliegenden Hochwasser angespülten Sande aus der Fahrrinne. Die sollen später im angrenzenden See des Hafenbeckens verkippt werden. Auch landseitig wird die Hafeneinfahrt direkt an der Einmündung neu gestaltet. 10 000 Kubikmeter Boden werden bewegt.

Wie die Hafeneinfahrt beschaffen sein muss, um nicht wieder durch die Strömungsverhältnisse zu versanden, ist vorher per hydronumerischer Modellierung am Computer bei verschiedenen Hochwasservarianten ermittelt worden.

 

Seit Wochen liegen die Holzstapel auf der Kaimauer. Das Niedrigwasser der Elbe verhindert den Abtransport. Foto: Frank Claus

 

Für den Naturschutzbund BUND ist das alles rausgeschmissenes Geld. Der Bundesvorsitzende Hubert Weiger hat auf dem kürzlichen Elbe-Kirchentag in Dessau-Roßlau erklärt: "Zu lange wurde an dem Glauben festgehalten, dass sich aus der Elbe eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße machen lässt. Dies ist gründlich gescheitert. Mehrere Hundert Millionen Euro wurden in den letzten 20 Jahren in die Häfen und die Wasserstraßen Elbe und Saale gesteckt. Die Elbe ist als Wasserstraße passé. Ein Verkehrsträger ohne Verlässlichkeit ist sinnlos. Für die Elbe brauchen wir andere Zukunftsvisionen, als sie die Bundesregierung und das Land derzeit mit utopischen Fahrrinnentiefen und der Fixierung auf die Güterschifffahrt verfolgen." Der naturnahe Charakter der Flusslandschaft Elbe müsse erhalten und gestärkt werden. Die Schifffahrt müsse sich den Bedingungen der Elbe anpassen und nicht umgekehrt, forderte der BUND-Vorsitzende.

Elbe-Experte Dr. Ernst Paul Dörfler erklärt gegenüber der RUNDSCHAU zu den Bestrebungen, Staustufen einzubauen. "Tschechien verfolgt den Staustufenbau bis zur deutschen Grenze. Innerhalb Deutschlands wären allein bis zum Wasserstraßenkreuz Magdeburg 20 Staustufen, bis Hamburg 30 Staustufen nötig, um die Elbe zu einer ganzjährig befahrbaren Wasserstraße auszubauen. Schon 1992 wurde dazu eine Kosten-Nutzen-Rechnung durch die Bundesregierung angestellt: Die Kosten würden den Nutzen um den Faktor zehn übertreffen."  Frank Claus

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.09.2015

 

 

Und so sah es an der Oder aus:

 

 

                                           

 
 
Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.09.2015

 

Zusätzliches Wasser für den Pastlingsee

Grabko Der Pastlingsee bei Grabko bekommt nun zusätzliches Wasser aus der Wasserfassung Drewitz. Darüber hat Vattenfall informiert.

Der seit Jahren sinkende Wasserstand des Sees und die extreme Verschlammung hatten im Juli zu einem dramatischen Fischsterben geführt. Mehrere Hundert Kilogramm tote Fische mussten die Bärenklauer Angler aus dem See bergen. Die noch lebenden Zander, Hechte, Plötzen und Bleie wurden in andere Gewässer umgesetzt. Laut Vattenfall sind natürliche Ursachen verantwortlich für den Zustand des Sees. Aufgrund fehlender Niederschläge habe sich in den vergangenen Jahren die Wasserfläche des Pastlingsees wie auch vieler anderer Flachwasserseen sichtbar reduziert. Es liege an dem extrem flachen Ufer, dass sich bereits bei Wasserstandschwankungen von zehn Zentimetern die Wasserfläche um einige Meter zurückziehe, so das Unternehmen. Ein Zusammenhang mit der Grundwasserabsenkung für den Tagebau Jänschwalde bestehe nicht. Sven Hering

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.10.2015

 

Elbe-Kommission sieht neues Problem in Niedrigwasser

Dresden Die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe sieht nach dem Erfolg beim Hochwassermanagement weitere Probleme. Präsident Helge Wendenburg zog zum 25-jährigen Bestehen am Donnerstag (08.10.2015)  in Dresden positiv Bilanz, nannte aber Nährstoffbelastung und die Folgen des Niedrigwassers als Aufgaben.

Der chemische Zustand der Elbe habe sich durch Reduzierung der Altlasten und der Belastung durch Abwasser zwar verbessert. "Es gibt aber nach wie vor eine zu hohe Belastung mit Nährstoffen aus Landwirtschaft und Industrie, die sich am Ende auch im Meer wiederfinden." dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.10.2015

 

Elbe- Dampfschifffahrt verkauft 30 Prozent weniger Tickets Dresden.

 

Die Sächsische Dampfschiffahrt hat nach einem schwierigen Vorjahr (2014) Verluste eingefahren. Die Zahl der verkauften Fahr­scheine ging um 30 Prozent auf rund 402 000 Tickets zurück, teilte das Traditionsunternehmen am Dienstag (22.03.2016) mit.

Zahlen zu Umsatz und Gewinn machte die Dampfschiffahrt nicht. Es werde aber ein deutliches Minus geben, so Geschäftsführerin Karin Hildebrand.

Wegen des extremen Niedrigwassers im vorigen Sommer (2015) musste an insgesamt 15 Tagen der Fahrbetrieb auf der Elbe eingestellt werden, über drei Monate hinweg konnten die historischen Schaufelraddampfer und Motorschiffe nur eingeschränkt fahren. dpa/bl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.03.2016

 

 

Umweltschützer lehnen Elbe-Staustufe ab

 

Chemnitz. Der Bund für Um­welt, und Naturschutz Deutschland lehnt die geplante Elbe-Staustufe im tschechischen Decin ab. Gestern (09.05.2016) gab die Organisation ihre Stellungnahme zu dem Projekt ab und bezweifelte dessen Sinn und Nutzen.

"Seit Jahrzehnten geht der Güterverkehr auf der Elbe in Tschechien wie in Deutschland zurück und ist inzwischen bei einem histori­schenTief angekommen", sagte Sachsens Bund-Vize Lars Stratmann. Eine Belebung der Güterschifffahrt sei auch durch den Bau von Staustufen nicht zu erwarten. dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.05.2016

 

 

Anm.:

 

Vielleicht ist der Güterverkehr auf der Elbe gerade wegen der fehlenden Staustufe auf einem „historischen Tief“ angekommen. Die fehlende Staustufe sollte sicher auch einen Beitrag zur Niedrigwasser-Aufhöhung leisten, die auch der deutschen Seite zugutekommen könnte.

Musste in den vergangenen Jahren nicht öfter die Elbeschiffahrt wegen Niedrigwasser eingestellt werden und zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führte.

 

Natürlich müssen alle Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs sorgfältig abgewogen werden.

 

 

Die Elbe steht im Stau

 

Sachsen lehnt Staustufe Decin ab / Land macht sich große Sorgen um bedrohte Fische

 

Dresden Trotz aller Bedenken will Tschechien eine weitere Staustufe in die Elbe bauen. Aber von den neuen Plänen hält Sachsen so wenig wie von den alten.

Ein tschechisches Frachtschiff vom Heimathafen Decin fährt voll beladen auf der Oberelbe in Dresden Richtung Hamburg. Foto: dpa

Die Pläne zum Bau der Staustufe haben die tschechischen Behörden nun zwar nochmals überarbeitet – soweit das Neue. Aber auf sächsischer Seite bleibt alles beim Alten: Die Bedenken bleiben schwer. Insoweit hatte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) am Dienstag in Dresden wenig Spektakuläres zu berichten. Man habe über die Jahre nun schon die vierte oder fünfte Stellungnahme zu dem umstrittenen Bauprojekt geschrieben, sagte er. Trotzdem hat sich "grundsätzlich nichts geändert". Die entsprechende Stellungnahme zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung ging Ende vergangener Woche fristgerecht beim Umweltministerium in Prag ein.

Große Umweltauswirkungen

Sachsen hält grundsätzlich wenig davon, dass Tschechien die Elbe bei Decin stauen will. Das hat Schmidts Amtsvorgänger Frank Kupfer (CDU) zuletzt 2012 in einer Stellungnahme klargemacht. Die geplante Staustufe soll zwar elf Kilometer vor der sächsischen Grenze entstehen, hätte aber flussabwärts gravierende Umweltauswirkungen. Aber da hat der überarbeitete Vorschlag aus Prag wenig an Verbesserungen zu bieten, meint Schmidt.

Zwar sind für wandernde Fische inzwischen Fischtreppen an der Staustufe vorgesehen, aber die führen nur aufwärts, nicht abwärts. Der Fischbestand hat sich zwar in den letzten Jahren erholt – auf tschechischer wie auf deutscher Seite. Wenn aber den Fischzügen ein weiteres Hindernis in den Weg gestellt wird, kann es wieder trübe werden im Lebensraum Elbe.

Besonders für geschützte Fischarten wie Neunauge, Lachs, Rapfen, Bitterling und Groppe. Sie können an Rechenanlagen hängen bleiben oder in die Turbinen geraten. Ihre Laichplätze könnten verschwinden oder unerreichbar werden. Der Nachweis, "in welchem Maße Ökosysteme und Arten im sächsischen Abschnitt der Elbe beeinträchtigt werden können", ist nach Ansicht Sachsens in den neuen Planungsunterlagen nicht erbracht.

Außerdem fordert die schwarz-rote Staatsregierung von den Tschechen eine Zusicherung, dass sich der Wasserzustand der Elbe auf sächsischem Gebiet nicht verschlechtern wird.

Die inzwischen geplante Renaturierung im Umfeld der Anlage wertet Schmidts Haus positiv. Trotzdem bleibt das Ungetüm im Wasser ein Hindernis, das Strömungsverhältnisse elbabwärts völlig auf den Kopf stellt.

 

Fachleute warnen

 

Die sächsischen Experten warnen deshalb in der Stellungnahme vor einer "hohen Wechseldynamik von Sedimentations- und Rücklösungsprozessen", wenn die Anlage denn einst im Dauerbetrieb laufen sollte. Aber ob die Staustufe wirklich kommt, ist durchaus fraglich. Prag verspricht sich davon mehr Schiffsverkehr, denn bislang fließt die Elbe oberhalb Sachsens eher flach. Zwar haben die deutschen Elbländer ein Wörtchen mitzureden, aber mehr als Bedenken äußern können sie nicht. Sachsen hat in der Sache kein Klagerecht, tippt aber in seiner Stellungnahme auf die Wasserrahmenrichtlinie der EU. Wenn das Staustufenprojekt die Umweltanforderungen aus Brüssel nicht erfüllt, werden kaum Fördermittel für den Bau fließen.

 

Zum Thema:


Staustufen sind Wasserbauwerke zum Aufstauen eines Flusses. Damit soll der Wasserstand flussabwärts oder auch flussaufwärts beeinflusst werden. Im Unterschied zu einem Staudamm sperrt eine Staustufe nicht die gesamte Breite des Flusstales ab, sondern nur den Fluss selbst. Oft werden für Staustufen Wehre verwendet, die auch beweglich sind. Hinzu kommt eine Anlage, mit der Schiffe geschleust werden können. In Tschechien verspricht man sich von der umstrittenen Staustufe in der Elbe bei Decin eine ganzjährige Befahrbarkeit des Flusses für Frachtschiffe. Gerade in den Sommermonaten kommt es wegen Niedrigwasser immer wieder dazu, dass die Schiffe im Hafen bleiben müssen. Mit der Staustufe will Tschechien den Wasserstand in solchen Zeiten auf einem konstanten Niveau halten. Kritiker ziehen das aber in Zweifel und verweisen auf negative Folgen für den Naturschutz.

 

Christine Keilholz

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.05.2016 (auszugsweise)

 

 

Näheres unter :

 

 

http://www.lr-online.de/nachrichten/sachsen/Die-Elbe-steht-im-Stau;art1047,5465853

 

 

Anm.:

 

Damit vielleicht u.a. die Sächsische Dampfschiffahrt nach einem schwierigen Vorjahr (2014) keine Verluste bei Niedrigwasser in der Elbe

 

einfährt.

 

Es muss auch einmal geklärt werden:

 

Wer ist denn eigentlich für wen da:

 

Der Mensch im Einklang mit der Natur oder genießt die Natur Vorrang zu Ungunsten des Menschen.

 

 

Es ist wieder "Niedrigwasser-Zeit" in der Elbe:

 

Wassermangel in der Elbe

 

70 Zentimeter statt zwei Meter gemessen / Dampfschiffahrt muss Fahrten reduzieren

 

Dresden Wegen anhaltenden Niedrigwassers können Elbdampfer in der Sächsischen Schweiz nur noch eingeschränkt verkehren. Die Sächsische Dampfschiffahrt hat ihre Fahrten zwischen Dresden und Bad Schandau nach eigenen Angaben am Montag (29,08.2016)  reduziert.

Auch in diesem Jahr schrumpft die Elbe bei Dresden. Große Teile des Flussbetts sind ausgetrocknet. Foto: dpa

Am Pegel Dresden wurden am Morgen (29,08.2016) 70 Zentimeter – normal sind zwei Meter – gemessen, in Schöna an Grenze zu Tschechien 75 Zentimeter. "Vormittags reicht das Wasser noch", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Termine am Nachmittag könnten jedoch derzeit nicht bedient werden. Bei fallender Tendenz kämen Schiffe dann nicht mehr über die extrem flachen Stellen in diesem Bereich. Dienstag (30,08.2016) solle neu entschieden werden, hieß es. Zudem sind auf der Strecke nur noch historische Schiffe im Einsatz, die Passagierkapazität ist daher eingeschränkt. "Wir wollen den Fahrplan trotzdem so gut wie möglich aufrechterhalten." Schon im vergangenen Jahr (2016) hatte Niedrigwasser die Saison der Sächsischen Dampfschiffahrt beeinträchtigt. Niedrigwasser herrscht derzeit in drei Viertel aller sächsischen Fließgewässer, wie eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfUG) sagte. "Anhaltende Trockenheit und fehlende Niederschläge machen sich bemerkbar." Die Tendenz sei gleichbleibend. dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.08.2016

 

 

Niedrigwasser: Kaum noch Frachter und Dampfer auf der Elbe

 

Dresden. Das anhaltende Niedrigwasser bremst die Schiff­fahrt auf der Elbe aus. Sowohl Güter- als auch Fahrgastschiffe seien betroffen, sagte Klaus Kautz vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Dresden gestern (30.08.2016) .

"Mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen."

Auf der anderen Seite freuten sich Sportboot-Fahrer und Paddler über schönes Wetter - und wenig Verkehr auf der Elbe.

Der Pegel in Dresden. hatte am Dienstag (30.08.2016) einen Wasserstand von 61 Zentimetern, normal sind zwei Meter.dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.08.2016

 

 

Besser geschützt und planbarer befahrbar

Magdeburg Wie weiter mit der Elbe? Als naturnaher, besser geschützter Fluss oder als verlässlicher Transportweg? Ein neues Konzept will jetzt alle Interessen bündeln.

 

Blick über die Elbe auf Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg. Foto: dpa

 

Vertreter des Bundes und mehrerer Landesregierungen sowie von Naturschutz- und Wirtschaftsverbänden haben das neue langfristige Entwicklungskonzept für die Elbe als großen Fortschritt und Meilenstein bezeichnet. Damit sei eine gute Arbeitsgrundlage für die kommenden 20 bis 30 Jahre geschaffen worden, hieß es am Montag (27.03.2017) mehrfach auf einer Regionalkonferenz in Magdeburg zum neuen Gesamtkonzept. …

... Kern des neuen Papiers sei es, dass Baumaßnahmen und Veränderungen an der Elbe nur umgesetzt werden dürften, wenn sie sowohl der Ökonomie als auch der Ökologie nutzten…

…Nach Angaben der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler sind für die Umsetzung rund 300 Millionen Euro veranschlagt. Ein Großteil davon sei für Umweltmaßnahmen vorgesehen…

Trotz eines Grundkonsenses sind viele Streitpunkte nicht ausgeräumt…

…Vor allem in den vergangenen Jahren hatte die Branche mit langen Niedrigwasserphasen zu kämpfen.

Mit Veränderungen an den Ufern und Aufschüttungen soll künftig an mehr als elf Monaten im Jahr die Fahrrinne im Durchschnitt 1,40 Meter tief sein.

Franziska Höhnl und Christiane Raa

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2017 (auszugsweise)

 

 

Ausführlich unter:

 

http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Besser-geschuetzt-und-planbarer-befahrbar;art307853,5910430

 

zurück zur Startseite