"Tagebauflutung in der Lausitz und das Entstehen des Seenlandes Lausitz"  

 

(Erläuterung: Texte in der Schriftart "Times New Roman" sind Original-Artikel.  Texte in der Schriftart "Arial" sind Bemerkungen des Verfassers)

 

An dieser Stelle gibt es Informationen zum entstehenden Seenland Lausitz und den damit verbundenen Problemen

 

Einleitung: Kaum zu glauben

der Senftenberger See (früher: Speicherbecken Niemtsch) wurde 2008

35 Jahre alt.

Die Idee von der Schaffung eines Lausitzer Seenlandes nach Ende der bergbaulichen

Tätigkeit ging vom "unbequemen, aber stets visionären: Otto Rindt aus.

(Ich durfte während meines Studiums an der Hochschule für Bauwesen Cottbus

einige Vorlesungen von Otto Rindt hören).

   

 

 

 

 

Matthäus war der „Vater" der Tagebauseen 

Reinhard Heepe aus Senftenberg schreibt zu "Quantensprung in den Köpfen" (LR vom 27. Juli 2016):

 

Wer war denn nun der "Vater" der Tagebauseen? Schon mehrfach habe ich gelesen und auch gehört, dass Otto Rindt der "Vater" der Lausitzer Tagebauseen gewesen sei. Das ist nicht zutreffend, und mit der Entstehung des Gewässers Senftenberger Sees hat er auch gar nichts zu tun.

Wenn man schon einen Vater für die Seenkette benennen möchte, dann muss man den genialen Wasserwirtschaftier Hermann Matthäus nennen. Matthäus, der in den 30er-Jahren in die Lausitz kam und nach dem Krieg bis zu seinem Arbeitsende leitender Mitarbeiter in der zuständigen Wasserbehörde in Bad Liebenwerda war, hatte schon frühzeitig die Nutzung der entstehenden Tagebaurestlöcher als wasserwirtschaftliche Anlagen, als Speicherbecken und Einrichtungen für den Hochwasserschutz als alternativlos benannt. So hat er maßgeblichen Anteil an der Entstehung des Senftenberger Sees in den 60er-Jahren. Das, was er seinerzeit propagierte, ist nun hoffentlich bald in der Vollendung. Dr. Otto Rindt, den ich auch in den 60er-Jahren in meiner beruflichen Tätigkeit kennenlernte, ist mir als ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch bekannt, der sich für eine Nachnutzung der Seen, der naturräumlichen Gestaltung, eingesetzt hat. Er war meines Wissens auch derjenige, der sich vehement für die Nutzung der Findlinge aus dem Tagebaugeschehen eingesetzt hat. Damit hat er sich zweifelsfrei ein Denkmal gesetzt. Eine Initial­ündung für das Festhalten am Seenland in der Nachwendezeit bezüglich der wasserwirtschaft­lichen Nutzung ist nun tatsäch­lich nicht mit ihm in Verbindung zu bringen. Ehre, wem Ehre gebührt.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.08.2016

 

Anm.:

 

Werter Herr Heepe, 

man sollte sich mit der Biografie von Otto Rindt (1906- 1994) vertraut machen.

Ideen haben ist die eine Seite, Machen die andere.

  

Hier der Auszug aus der Biografie von Otto Rindt (Quelle: WIKIPEDIA)

  

Otto Rindt (* 16. Dezember 1906 in Apenrade in Nordschleswig; † 3. Januar 1994) war ein Landschaftsarchitekt. Er gilt als geistiger Vater des Lausitzer Seenlands. 

Der Landschaftsgestalter Rindt hatte zwischen 1958 und den 1990er Jahren einen wesentlichen Anteil an der Rekultivierung und Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft im Lausitzer Revier. Dabei wurden mehrere ehemalige Braunkohletagebaue geflutet, die zu einer Seenkette ausgehend von Senftenberg verbunden wurden. Er arbeitete seit den 1960er Jahren an der Vision einer Seenkette vom Senftenberger See über den Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See, im Bereich ehemaliger und noch aktiver Tagebaue. Dieser weitsichtige Ansatz wird heute ergänzt durch den Tagebaubereich Bluno-Spreetal, Burghammer und Scheibe.

Die auf 5.000 Quadratkilometern entstehende Landschaft der Lausitzer Seenkette wird ungefähr 12.200 Hektar neue Wasserfläche und 42.200 Hektar neues Festland umfassen.

 

…und so durfte ich auch ihn und sein Wirken als Student an der Hochschule für Bauwesen Cottbus

 Ende der 50-er Jahre wahrnehmen.

 

An den Bau des Speicherbeckens Niemtsch (Senftenberger See) erinnert

 folgender Artikel:

 

Der Senftenberger See als technisches Wunderwerk

Fehlender Zement auf der Baustelle des Speicherbecken Niemtsch /

Bauleiter Kurt Irmscher erinnert sich

Was vielen Leuten kaum bewusst ist: 

Als Speicherbecken der Schwarzen Elster übernimmt der Senftenberger See seit fast 35 Jahren eine wichtige wasserwirtschaftliche' Funktion. 

"Die Geburtsstunde einer Talsperre ist immer ein technisches Jahrhundertbauwerk" , meint Kurt Irmscher (72). Er beschreibt damit ein ausgeklügeltes System an innovativen Monumenten aus Stahl und Beton, das Planer, Ingenieure und Bauleute von 1968 bis 1974 bei Niemtsch, Groß- und Kleinkoschen zur Regulierung des Wassers in die Landschaft gezaubert haben.

Im Frühjahr 1969 wechselte Irmscher mit einem Meisterabschluss in der Tasche nach Senftenberg in die Bauleitung der Speicherbecken Niemtsch (heute der Senftenberger See) und Koschen (Geierswalder See). Der junge Flussmeister kannte die Hochwassersituation am Oberlauf der Elster bei Hoyerswerda aus dem Effeff. "Die neue Baustelle war für uns aber fachlich und technisch höchst interessant", erzählt er rückblickend.

Parallel zur Flutung des Senftenberger Sees entstand bereits damals eine hydraulische Verbindung mit der heutigen Seenkette in Brandenburg und Sachsen. "Nur standen uns vor über 35 Jahren viel primitivere Mittel zur Verfügung als in der jetzigen Zeit", sagt er.

Am Wehr bei Kleinkoschen wird die Schwarze Elster mit einer 2,75 Meter hohen Stautafel auf einer Breite von 13 Metern angestaut. Durch zwei seitliche Einläufe strömt das überschüssige Wasser in die Stollen und damit zu den jeweiligen Speicherbecken. Etwa 900 Meter lang ist der unterirdische Zulauf zum Senftenberger See. "Der Stollen gleicht dem gedrückten Kreisprofil eines Eis. Dies aber bei einem Innendurchmesser von 2,80 Meter", erklärt der einstige Bauleiter. Errichtet wurde die riesige "Betonröhre" in einem großen Kanaleinschnitt von fast zehn Metern Tiefe.

Unter- und Oberschale des Stollens betonierten die Bauleute zeitlich versetzt in einem so genannten Vakuumverfahren, um dem Baukörper technologisch das Wasser zu entziehen. Für alle Beteiligten war das Verfahren absolutes Neuland. "Wasser- und Sandeinbrüche im Stollen oder der fehlende Zement auf der Baustelle haben uns immer wieder beschäftigt. Aber es gab für jedes Problem eine Lösung", erinnert Kurt Irmscher an ein typisches Kapitel aus der DDR-Geschichte.

Der Stollen zum Senftenberger See endet am Einlauf in Höhe der Ortszufahrt Großkoschen. Durch ein übergroßes, hydraulisch angetriebenes Segmentschütz kann der Zufluss aus der Schwarzen Elster in den Stausee reguliert werden.

Das Auslaufbauwerk mit einer hydraulisch betriebenen Stauklappe steht am Ortsende von Niemtsch unmittelbar am Park. Von hier wird das Wasser noch in einem 1,5 Kilometer langen Abflussgerinne zum Deichsiel Biehlen geleitet, bevor es wieder kontrolliert in die Schwarze Elster fließt. Nach dem Jahrhundertbau am Speicherbecken Niemtsch wirkte Kurt Irmscher ab 1974 bis zur Pensionierung vor acht Jahren als Staumeister am Senftenberger See. Schon im Herbst und Winter des ersten Jahres schwoll das Rückhaltebecken bis zur Höchstmarke an. "Wir haben in der Folge oft das Hochwasser aus der Schwarzen Elster weggefangen, ohne dass die Senftenberger davon überhaupt Wind bekommen haben", schmunzelt der 72-Jährige.

Oliver Sobe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.08.2008

 

Die Ausgangssituation, bezüglich der vom Bergbau beeinflussten Flächen in der Lausitz:

Der nachfolgenden Karte sind die Abgrenzung der Verantwortlichkeiten, sowie das Ausmaß des (der) Absenkungstrichters

zu entnehmen

 

Es dauerte recht lange  bis es solche Bilder vom Senftenberger See gab:

 

                  

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.08.2008

 

 

                              

 

Warum bereitet die Flutung so viel Schwierigkeiten ?

 

Zu  den weiteren Problemen ist in der "Lausitzer Rundschau" vom 10.12.2002 

bzw. im "Märkischen Boten" vom 08.01.2003 Folgendes zu lesen:

 

Wassermangel gefährdet neue Lausitzer Seen

Grubenwasserhebung geht zurück

SENFTENBERG. Die Flutung der Lausitzer Tagebauseen wird immer stärker von den Niederschlägen in der Region abhängig. Ursache dafür ist der weitere Rückgang der Grubenwasserhebung im Bergbausanierungsgebiet.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) fördert nach eigenen Angaben in diesem Jahr nur noch etwa 300 Millionen Kubikmeter Wasser, das zur Restlochflutung verwendet oder in Flüsse geleitet wird.

Gert Gockel, Leiter Geotechnik der LMBV, geht trotzdem davon aus, dass die Flutung der Lausitzer Tagebauseen wie geplant bis etwa 2020 abgeschlossen wird. Er hofft, dass nach mehreren sehr trockenen Jahren die Niederschlagsmengen in der Region wieder ansteigen werden.
Wissenschaftliche Untersuchungen liefern außerdem Hinweise, dass die Versauerung der Tagebau-Restlöcher stärker ausfällt als bisher vermutet.
Die LMBV will dem mit neuen chemischen und biologischen Methoden entgegenwirken.

(Eig. Ber./sim) SEITE 3

 

Neißewasser für die Spree 

Sächsische Landesregierung erteilte Freigabe 

Region (gk). Die Flutung der sächsischen Tagebaurestlöcher mit dem Wasser der Spree hat gravierende Auswirkungen auf den Wasserhaushalt in Spremberger Talsperre und im Spreewald. Dies besonders in niederschlagsarmen Zeiten.

Jetzt hat die sächsische Landesregierung der Erteilung des Planfeststellungsbescheides zur Neißewasser- überleitung in die Lausitzer Seenkette zugestimmt.

Damit ist es der LMBV möglich die erforderlichen Baumaßnahmen auszuschreiben.

Über eine Rohrleitung soll das Wasser über den Weißen  Schöps in die Spree und dann über eine Pumpstation bei Spreewitz in die zu flutenden Tagebaue fließen. Die ab 2005 jährlich 17 Millionen Kubikmeter Neißewasser sollen damit eine  normale Wasserführung der Spree zu jeder Zeit garantieren.

Ausführlicher dann auf Seite 3 der "Lausitzer Rundschau" vom10.12.2002: 

 

Schwierige Wasserregulierung in der Lausitz

Wenig Wasser fließt in der Spree / Suche nach neuen Verfahren gegen Versauerung /

Hilfe für Schwarze Elster durch Anzapfen der Neiße

Viele neue Seen mit einer Gesamtfläche von 130 Quadratkilometer entstehen in der Lausitz durch Flutung alter Tagebaue. Außerdem fehlt noch immer viel Grundwasser in der Region, Folge des zu DDR-Zeiten ausufernden Braunkohlebergbaus. Insgesamt braucht das Lausitzer Bergbausanierungsgebiet noch fünf bis sechs Milliarden Kubikmeter Wasser. Das ist etwa die Hälfte der Elbeflut. Die Regulierung des Wasserhaushaltes erweist sich inzwischen als schwieriger, als noch vor Jahren vermutet.

VON SIMONE WENDLER

Leipsch ist ein kaum bekannter, kleiner Ort am Nordrand des unteren Spreewalds. Für die Fachleute, die sich mit der Wasserregulierung in der Lausitz beschäftigen, ist Leipsch jedoch ein Begriff. Hier befindet sich ein wichtiger Messpunkt für die Wassermenge, die hinter dem Spreewald noch in der Spree fließt. Zu DDR-Zeiten wurde so viel Grubenwasser in die Spree gepumpt, dass in Leipsch noch bis zu 30 Kubikmeter pro Sekunde vorbeiflossen, im vorigen Jahr jedoch durchschnittlich nur noch zehn Kubikmeter, Tendenz fallend.

Gemeinsame Flutungszentrale

Neueste Prognosen, die der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude, kürzlich in Cottbus vorstellte, kündigen für das Jahr 2005 sogar nur noch sieben Kubikmeter durchschnittlich an. Erst ab 2010 soll nördlich von Lübben wieder etwas mehr Wasser in der Spree fließen. An trockenen Sommertagen sind es jedoch schon heute oft weniger als fünf Kubikmeter pro Sekunde, obwohl bei so großer Trockenheit kein Spreewasser mehr zur Füllung alter Kohlegruben abgezogen werden darf.

                        

"Im Sommer 2000 gab es sogar wochenlang fast keinen Abfluss mehr, da stand die Spree fast still," sagte Freude. Für einige Lebewesen wie seltene Flussmuscheln, die auf eine bestimmte Strömung angewiesen sind, ein lebensbedrohlicher Zustand. Ein kompliziertes Regelsystem von Staubecken, Wehren und Wasserüberleitungssystemen kann daran nichts ändern, denn verteilt werden kann nur, was da ist.

Gesteuert wird die Flutung der Tagebau-Restlochkette in der Lausitz von einer gemeinsamen sächsisch-brandenburgischen Flutungszentral~ bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg. Ursprünglich, sagt Gert Gockel, Leiter Geotechnik der LMBV, sei davon ausgegangen worden, dass etwa 2,4 Milliarden Kubikmeter Wasser aus Schwarzer Elster, Spree und noch gehobenem Grubenwasser innerhalb von zehn Jahren für die Flutung der Alttagebaue zur Verfügung stehen.

Optimistische Prognosen

"Das war sehr optimistisch", sagt Gockel heute. In den vergangenen Jahren habe es jedoch wenig Niederschläge gegeben, andererseits seien aus Naturschutzgründen die Anforderungen an die Mindestwassermengen in den Flüssen gestiegen. Die Folge: Die zur Flutung zu verteilenden Wassermengen bleiben hinter den alten Prognosen zurück. Gockel ist jedoch optimistisch, dass die Lausitz, niederschlagsmäßig die trockenste Region in Deutschland, in den kommenden Jahren wieder mehr Regen und Schnee abbekommt und sich die Situation wieder bessert. Das vorige Jahr sei schon "ein nasses Jahr" (Anm. des Verfassers: 2001) gewesen.

Wissenschaftliche Begleitung

Fest steht jedoch: Die Entwicklung der Niederschlagsmengen in der Lausitz hat immer stärkeren Einfluss auf die Regulierung des Wasserhaushaltes in der Region, denn die Menge an Grubenwasser geht weiter drastisch zurück. 1989 wurden noch jährlich 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser vom Bergbau in der Lausitz gehoben und in die Flüsse geleitet. In diesem Jahr sind es noch etwa 450 Millionen Kubikmeter.

Zwei Drittel davon pumpt die LMBV ab, ein Drittel die Laubag. Die LMBV hebt das Wasser jedoch nur noch so lange, wie es notwendig ist, um die Grubenböschungen zu sichern und die Ufer der künftigen Seen zu modellieren. Sind diese Arbeiten abgeschlossen wird auch kein Wasser mehr gehoben, denn der pausenlose Pumpbetrieb ist teuer.

Einzige Ausnahme ist die gezielte Befeuchtung wichtiger Naturschutzflächen, die ohne vorübergehende Bewässerung zerstört würden. In Sachsen wird schon jetzt überhaupt kein Wasser durch die LMBV gehoben und in die Flüsse gepumpt. Die Hälfte des derzeit zur Flutung von Restlöchern verwendeten Wassers ist jedoch immer noch Grubenwasser.

„Das ganze ist ein Lernprozess für alle Beteiligten", sagt Gockel, der Wasserexperte der LMBV, „für diesen ganzen Vorgang gibt es weltweit kein Vorbild." Deshalb wird

die Regulierung des vom Bergbau nachhaltig veränderten Wasserhaushaltes der Lausitz seit Jahren wissenschaftlich begleitet.

Partner der LMBV ist die Brandenburgische Technische Universität (BTU) in Cottbus. Dabei spielt nicht nur die Menge, sondern auch die Wasserbeschaffenheit in den Tagebau- Restseen eine Rolle. Ein wichtiges Ergebnis dieser Forschungen: Trotz Zufluss von Oberflächenwasser aus Flüssen werden die Seen durch Auswaschungen aus den Kippenböden offensichtlich saurer als bislang vermutet.

Deshalb, so Gockel, müssten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um mit chemischen und biologischen Mitteln dem entgegenzusteuern und das Wasser zu neutralisieren. Ein Forschungsprojekt dazu gehe im kommenden Jahr zu Ende. "Dann werden einzelne Verfahren weiter bearbeitet bis zur Anwendungsreife", kündigt Gockel an.

Eine Versauerung der Restlöcher zu verhindern, ist nicht nur für eine uneingeschränkte Nutzung nötig. Die Seen müssen, wenn sie vollständig gefüllt sind, wieder mit den Oberflächengewässern, also Flüssen und Bächen verbunden werden. Dazu muss ihre Wasserqualität unbedenklich sein.

Weg frei für Neißewasser

Voraussichtlich im April kommenden Jahres (Anm. des Verfassers: 2003) wird erstmals Wasser aus der Neiße zur Flutung eines Lausitzer Tagebaurestloches beitragen. Der deutsch-polnische Grenzfluss wird dann mithelfen, den ehemaligen Tagebau Berzdorf zu fluten.

Etwa zwei Jahre später soll dann Neißewasser auch über eine nördlich von Rothenburg beginnende Rohrleitung in das Gebiet der Schwarzen Elster fließen. Vor wenigen tagen wurde der LMBV dafür die gemeinsam mit Polen erarbeitete Genehmigung übergeben. Fachleute wie Gockel haben darauf schon lange gewartet. „Die Neiße ist der wasserreichste Fluss in der Region", betont der Geotechniker.

Befürchtungen auf polnischer Seite, durch die Ableitung von Neißewasser könnte der Grundwasserspiegel sinken, hält Gockel für unbegründet: „Nach Ansicht der Wissenschaftler ist da nichts zu befürchten."

Nur bei Wassermengen von mehr als 17,5 Kubikmetern pro Sekunde dürfe die Neiße angezapft werden. Das sei, so der LMBV-Experte, doppelt so viel, wie derzeit durchschnittlich in der Spree fließt. Die geplante Ableitung werde den Wasserspiegel der Neiße nur um wenige Zentimeter schwanken lassen, viel weniger als die wetterbedingten Schwankungen ausmachten. Außerdem würden die Wasserentnahme und ihre Auswirkungen von deutschen und polnischen Fachleuten regelmäßig geprüft und überwacht.

Bis etwa um 2020, so bisherige Planungen, sollen die ausgekohlten Lausitzer Tagebaue geflutet sein. Gockel glaubt, dass dieser Zeitplan noch immer geschafft werden kann.

Ganz regeneriert sei der Wasserhaushalt der Region auch dann jedoch nicht: "Es dauert dann noch eine gewisse Zeit, bis sich das Grundwasser wieder angepasst hat."

 

Hintergrund

Wasserdefizit als Folge des Bergbaus

. Durch die Kohleförderung aus zahlreichen Gruben wurde zu DDR-Zeiten ein riesiger unterirdischer Trichter erzeugt, in dem das Grundwasser fehlte. Dazu kamen Hohlräume, aus denen die Kohle gebaggert wurde.

Das daraus resultierende Wasserdefizit im Lausitzer Revier wurde insgesamt auf 13 Milliarden Kubikmeter geschätzt.

. Bei der Aufteilung in aktiven Bergbau (Laubag) und Sanierungsbergbau (LMBV) wurde auch die fehlende Wassermenge aufgeteilt.

Sieben Milliarden Kubikmeter wurden der LMBV zugeordnet.

. Dieses Defizit wurde inzwischen auf viereinhalb Milliarden Kubikmeter reduziert. Der Gesamtwassermangel der Region im stillgelegten und aktiven Bergbaugebiet beträgt danach grob geschätzt noch etwa zehn Milliarden Kubikmeter.

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Berzdorfer See bei Görlitz ist voll ­- Flutung steht vor dem Abschluss

Görlitz. Der Berzdorfer See bei Görlitz ist voll. Die Flutung des östlichsten Sees in Deutschland steht kurz vor dem Abschluss, wie der Bergbausanierer LMBV am Mittwoch mitteilte. Begonnen hatte sie im Jahr 2002.

Nach Abschluss der Flutung wird der See eine Tiere von 71 Metern und eine Fläche von 960 Hektar haben.

Das Wasser wurde aus der Neiße sowie aus mehreren kleinen Gewässern eingeleitet.

Insgesamt flossen 333 Millionen Kubikmeter Wasser in den See. Er wird bereits touristisch genutzt. 170 J ahre lang war die Region Berzdorf südlich von Görlitz Tagebaurevier. 1997 wurde der Braunkohleabbau beendet. dpa/bl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.02.2013

 

Anm.: Eine Beschleunigung der Füllung erfuhr der Berzdorfer See durch teils unbeabsichtigten Einleitung von Neißewasser während des

 Hochwassers August 2010.

 

 

Die "Lausitzer Rundschau" berichtet am 20.11.2002 :

 

Lausitzer Seenkette nimmt erste Formen an

Bauarbeiten für schiffbaren Kanal starten heute                                                                    

                                                                                           

     VON MARKUS FÜLLER

Sie gehört zu den Top-Attraktionen der regionalen Tourismusplaner: die Lausitzer Seenkette. Neun Bergbaufolgeseen an der sächsisch-brandenburgischen Grenze mit einer Gesamtfläche von 5500 Hektar sollen durch schiffbare Kanäle verbunden werden. Für das erste dieser Bauwerke zwischen den Restseen Skado und Koschen fällt heute der offizielle Startschuss.

 

Eine Vision wird konkreter. "Leinen los für die Lausitzer Seenkette", heißt es euphorisch bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Für die obersten Bergbausanierer in Ostdeutschland beginnt eine weitere Etappe auf ihrem Weg, der von der Braunkohle gezeichneten Landschaft ein neues Gesicht zu geben.

 Aufwändiges Wassermanagement

Jahrelang bewegten die Sanierer vor allem Erde und verdichteten Böden. Mit dem Fortschritt der Erdarbeiten geht es nun immer mehr um den Wasserhaushalt. Dort wo nach Kohle gegraben wurde, sollen Seen entstehen. Diese Aufgabe allein dem Wiederansteigen des Grundwassers zu überlassen, hätte zwei Nachteile: Es dauert sehr lang und die Seen werden sauer. Um sowohl das Tempo zu erhöhen und die Qualität zu verbessern, wird den entstehenden Seen Wasser aus umliegenden Flüssen zugeführt. Dafür sorgt ein aufwändiges Wassermanagement. Dieses beinhaltet, die Seen zugunsten optimaler Flutungswege

Diese Notwendigkeiten der Bergbausanierung nahmen Verantwortliche aus der Region als Steilvorlage: Wenn zwischen den Seen ohnehin ein Wasseraustausch stattfinden muss, sollten die Verbindungen gleich so gebaut werden, dass Sportboote durchpassen. Die Lausitzer Seenkette trat heraus aus der regionalen Träumerei in den Bereich des Möglichen. Offen blieb einzig die Frage: Wer trägt die Mehrkosten?
Die LMBV winkte ab. Die Tochter des Bundes darf lediglich die Mittel zur Verfügung stellen, die sie für einfache Überleiter benötigen würde. Im Rahmen der Lausitzinitiative erklärten sich schließlich die Länder Sachsen und Brandenburg grundsätzlich bereit, die Finanzierungslücke zu schließen.

Mit dem ersten Kanal zwischen den Restseen Skado und Koschen ist nun der Freistaat gefordert. " Wir wollten ein politisches Zeichen setzen", begründet Bernd Sablotny, zuständiger Referent im sächsischen Wirtschaftsministerium, der RUNDSCHAU die Zustimmung zu dem Projekt. " Wir geben der Region Hilfestellung." Das 1150
Meter lange Verbindungsstück kostet 3,3 Millionen Euro. Rund zwei Drittel davon fließen aus dem LMBV - Topf für die Grundsanierung. Rund ein Drittel übernimmt das Land Sachsen. Sablotny ist überzeugt, dass das Geld gut eingesetzt ist. Eine von Sachsen und Brandenburg in Auftrag gegebene Studie zur touristischen Nachnutzung habe in einem ersten Schritt ergeben, dass die Investition auch in wirtschaftlicher Hinsicht Erfolg verspricht, erinnert er.

Die Verbindung der Seen schaffe vielfältige und sich ergänzende Nutzungsmöglichkeiten, betont LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Die Lebensqualität in der Lausitz könne erhöht und der Region eine überregionale Anziehungskraft verliehen werden.

 Befahrbar ab 2008

 Bis dahin bedarf es aber noch ein wenig Geduld. Der Kanal werde zwar schon im kommenden Jahr fertiggestellt sein. Befahrbar werde er aber erst, wenn beide Seen fertig geflutet sind. Das soll bis 2008 geschehen.

 

Hintergrund

Zwölf Verbindungen

In ihrer aktuellen Planung geht die LMBV von zwölf Verbindungen zwischen den Seen aus. Die Finanzierung ist noch nicht in allen Fällen gesichert. Mit rund 13,5 Millionen Euro Kosten ist die Verbindung zwischen Koschen und dem Senftenberger See, die die Bundesstraße und die Bahn- Bahntrasse queren muss, gleichzeitig die teuerste und unwahrscheinlichste.

Acht der zwölf schiffbaren Verbindungen liegen auf sächsischem; vier auf brandenburgischen Terri- torium. Die Kosten für die Verbindungen in Sachsen sind mit 20,6 Millionen Euro veranschlagt. Rund 14 Millionen müsste das Land beisteuern. Da die Überleiter in Brandenburg viel aufwändiger sind, summieren sich die Kosten dort auf 30,7 Millionen Euro. 21 Millionen müsste das Land tragen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.11.2003

 

Woher soll das Wasser kommen, auch die "Nachbarn" müssen gefragt werden:

 

... und das macht die "BILD" daraus:

 

                                              

 

Frühestens 2004 Neiße-Wasser für Lausitzer Tagebauseen

Weiterhin Bedenken auf polnischer Seite

SENFTENBERG. Frühestens Ende 2004 wird das erste Wasser aus der Neiße in die Lausitzer
Seenkette fließen. Bis dahin sollen die technischen Voraussetzungen für eine Überleitung geschaffen sein, sagte der Leiter Geotechnik bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-VerwaltungsgeseIlschaft (LMBV), Gert Gockel, gestern in Senftenberg.

Im Dezember 2002 war ein entsprechender Planfeststellungsbeschluss ergangen. Danach darf die Neiße zunächst ab einem Durchfluss von 17,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde angezapft werden. Auf polnischer Seite gibt es aber weiterhin Bedenken gegen eine Wasserentnahme. Anwohner befürchten, dass private Brunnen austrocknen. "Nach Gutachten auf deutscher und polnischer Seite sind keine nachteiligen Auswirkungen zu erwarten", versichert dagegen Gockel. Bereits ab April soll Neiße-Wasser in den früheren sächsischen Tagebau Berzdorf fließen. (dpa/sm) 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.03.2003                      

 

Am 21.03.2003 erschien zu der o.g. Problematik in der Lausitzer Rundschau 

folgende Nachricht :

 

Neißewasser fließt ab Mai (2003) in die Lausitz

 Schäden auf polnischer Seite sollen ersetzt werden

GÖRLITZ. Wasser aus der Neiße  soll in wenigen Wochen erstmals zur Flutung der Lausitzer Tagebaue herangezogen werden. Im Mai falle der Startschuss für die Überleitung des Neißewassers in den Tagebau
Berzdorf. Voraussichtlich im ersten Quartal 2005 könne die sehr viel kompliziertere Einleitung in die Lausitzer Seenkette begonnen werden. Das geht aus den Planfeststellungsbeschlüssen hervor, die die Lau-
sitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gestern auf einer deutsch-polnischen Pressekonferenz in Görlitz vorstellte.
Der polnischen Seite wurde zugesichert, dass etwaige Schäden durch die Wasserentnahme in gleicher Weise reguliert würden wie in Deutschland.

Die LMBV sei "als ein Unternehmen des Bundes stets gehalten, Rechte Dritter gebührend zu beachten", erklärte Geschäftsführer Mahrnut Kuyurncu. Als erste Anlaufstation für Schadensfälle soll der auf deutscher Seite für Sanierungsplanung zuständige Steuerungs- und Budgetausschuss (Stuba) fungieren. Über Details
müssten sich die beiden Länder diesseits und jenseits des Grenzflusses noch abstimmen.

Auf polnischer Seite gibt es weiterhin Bedenken gegen eine Wasserentnahme. Anwohner befürchten, dass private Brunnen austrocknen. LMBV- Wasserexperte Gert Gockel versicherte dagegen, dass "keine nachteiligen Auswirkungen zu erwarten" seien. Voraussetzung sei allerdings, dass stets für einen Mindest- abfluss Sorge getragen wird. Das habe die LMBV durch das polnische Institut für Meteorologie und
Wasserwirtschaft (IMGW), Breslau, untersuchen lassen.
Die Neiße soll an zwei Stellen angezapft werden. In der Nähe des Tagebaus Berzdorf ist in den vergangenen Monaten ein relativ kurzes Einlaufbauwerk entstanden. Dieses dient allein der Flutung des Tagebaus. Die zweite Stelle liegt rund 50 Kilometer weiter nördlich in der Höhe von Steinbach. Von dort ab wird bis
Anfang 2005 ein kompliziertes Überleitungssystem aus Bauwerken, Pumpstationen Rohrleitungen und bestehenden Fließgewässern entstehen, das das Wasser schließlich der Lausitzer Seenkette zwischen
Hoyerswerda und Senftenberg zur Verfügung stellt. Auf diesem Weg sind insgesamt rund 70 Kilometer zurückzulegen.
Der Braunkohleabbau in Ostdeutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einer erheblichen Senkung des Grundwasserspiegels geführt. Dabei ist ein Wasserdefizit von 13 Milliarden Kubikmetern entstanden. (Eig. Ber./maf)

 

Die sich bei der Flutung abzeichnenden Schwierigkeiten 

(Lausitzer Rundschau, 07.07.2003):

"Wir sind schon im Klimawandel drin"

Wassermangel könnte zur Versauerung von Lausitzer Tagebauseen führen

Der Lausitz droht in den nächsten 50 Jahren zunehmender Wassermangel. Die Temperatur steigt, die Niederschläge gehen zurück. So die Prognose einer kürzlich in Potsdam vorgestellten Klimastudie. Die zu erwartenden Änderungen werden die Flutung der Lausitzer Seenkette beeinflussen. Davon gehen Wissenschaftler der BTU Cottbus, aber auch der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes aus. Bisherige Nutzungskonzepte der Bergbau-Seen müssten auf den Prüfstand.

VON SIMONE WENDLER

Wenn es um die Zukunft der Lausitzer Wasserprobleme geht, scheut Professor Uwe Grüneberg nicht vor klaren Worten zurück. "Der zu erwartende Klimawandel frisst den Vorteil des Baus von Speicherbecken in einigen Jahren wieder auf", sagt der Professor für Hydrologie und Wasserwirtschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus. Das resultiere aus Untersuchungen, die in Cottbus vorgenommen wurden.

Grundlage dafür waren die Ergebnisse der Potsdamer Klimaforscher, ihre kürzlich veröffentlichte Voraussage über den zu erwartenden Klimawandel in Brandenburg in den kommenden 50 Jahren. Mit diesen Zahlen als Grundlage wurde an der BTU die künftige Wasserführung in der Spree und Schwarzen Elster berechnet. Das Ergebnis ist deutlich. Trifft die Klimaprognose aus Potsdam zu, dann wird es in den Jahren 2013 bis 2017 eng.

"Viele Überraschungen"

Die Wahrscheinlichkeit, dass dann in den Sommermonaten noch genug Wasser kurz vor Berlin in der Spree fließt, geht von 85 auf nur noch 65 Prozent zurück. Das ist genau so viel, wie durch die Speicherwirkung der entstehenden Tagebauseen vorher an Sicherheit dazu gewonnen wurde. Für Professor Grünewald, der sich seit Anfang der 90er-Jahre mit der Wasserregulierung des Lausitzer Bergbaureviers befasst, werden die Folgen des Klimawandels die Probleme mit der Wasserqualität der Tagebauseen verschärfen. "Wir stehen da noch vor vielen Überraschungen", warnt er .

Um den Wasserstand in Spree und Schwarzer Elster und die Flutung der leeren Tagebaugruben besser steuern zu können, wurden und werden Stauseen errichtet. Bis 2010 entstehen an beiden Flüssen in Sachsen und Brandenburg insgesamt rund 180 Millionen Kubikmeter Speicherraum. Trotz dieser Anstrengungen bleibt die Flutung der leeren Lausitzer Gruben bereits deutlich hinter ursprünglichen Plänen zurück.

Die Ursachen dafür sind verzögerte Genehmigungsverfahren beim Speicherbau, niederschlagsarme Jahre und höhere Mindestwassermengen in der Spree. Von 1997 bis 2001 stand deshalb nur etwa halb so viel Wasser für die Grubenfüllung zur Verfügung wie noch wenige Jahre vorher angenommen.

Das hat nicht nur Folgen für die Fülldauer der Löcher, sondern vor allem für die Wasserqualität. Denn das aufsteigende Grundwasser wäscht aus den Kippenböden Stoffe aus, die die Seen versauern lassen. Flusswasser, das eingeleitet wird, verdünnt diese Substanzen, drückt gegen das Grundwasser und bremst dadurch das Säureproblem. Jeder Liter Flusswasser, der bei der Flutung fehlt, verschlechtert deshalb die Wassergüte. Angesichts der jetzt prognostizierten zunehmenden Wasserknappheit in der Region fordert Professor Grünewald deshalb ein Überdenken der bisher geplanten Nutzung der neuen Gewässer.

Gerd Gockel, Leiter Geotechnik der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die die Flutung der Restlochkette steuert, teilt die Skepsis von Grünewald kaum. Die meisten Seen, so Gockel, sollten etwa 2015 schon gefüllt sein, also nach einem Fünftel des Prognosezeitraums. Deshalb werde eine mögliche Klimaänderung nur von untergeordneter Bedeutung sein. Doch auch Gerd Gockel räumt ein, dass Füllgeschwindigkeit der Lausitzer Seenkette vom künftigen Wasserangebot in der Region abhängt. Die Entwicklung sieht er jedoch noch immer recht optimistisch. Die Klimastudie sei nur ein Szenario, könne eintreten, müsse aber nicht: "Ich habe Bedenken, dass das so wird."

"Wir sind doch schon mitten Klimawandel drin, besonders in Lausitz", hält Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes, dagegen. So früh wie noch nie zuvor musste Brandenburg in diesem Jahr (Anm. d. Verfassers: 2003) Wasser aus sächsischen Speicherbecken zukaufen. "Das Problem verschärft sich ohne Frage", versichert Freude, "die Dauer der Flutung ist deshalb völlig offen und auch die zu erreichende Wasserqualität." Das Wasser komme, doch ungewiss sei wann und in welcher Qualität.

Bei den mit der Restlochkette verbundenen Projekten müsse deshalb, so Freude, mehr Realismus einkehren. "Vielleicht kann man nicht alle Seen miteinander verbinden, sondern muss einige versauern und links liegen lassen" , sagt er. In einem See mit einem pH-Wert um drei könne man, wenn man nicht besonders empfindlich sei, auch baden, so Freude. Eine umfangreiche chemische oder biologische Behandlung des sauren Wassers hält er für nicht bezahlbar .

Sorge um die Spree

Für mindestens genau so wichtig wie die Frage der Versauerung der Restlochkette hält der Chef des Landesumweltamtes jedoch die Frage, wie man bei noch größerer Wasserknappheit in den nächsten Jahren die Spree am Fließen hält. Wenn der Fluss in heißen Sommermonaten zum stehenden Gewässer würde, hätte das gravierende ökologische Folgen. Tausende Großmuscheln im Unteren Spreewald, die in erheblichem Umfang zur Reinhaltung des Flusses beitragen, könnten dann absterben, warnt Freude.

Hintergrund

Flutung der Lausitzer Restlochkette

. In ehemaligen Braunkohlengruben der Lausitz entstehen mehr als ein Dutzend Seen mit insgesamt l30 Quadratkilometern Oberfläche.

. Der Berzdorfer und der Greifenhainer See werden mit etwa 330 Millionen Kubikmetern Volumen die größten der neuen Flutungsgewässer.

. Bis 2020, so die bisherigen Planungen, soll die Flutung der Kohlegruben weitgehend abgeschlossen sein. Experten rechnen inzwischen mit einer längeren Dauer.

. Weil die Hebung von Grubenwasser abnimmt, wird die Restlochflutung zunehmend von Niederschlägen abhängig.

. 85 Prozent des Flutungswassers kam in den vergangenen drei Jahren aus der Spree.

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Trotz ungünstiger Prognosen: 

Eine "Jahrhundertmaßnahme" nähert sich der Vollendung ...

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.12.2003 :

Die LMBV braucht immer weniger Leute

Vier Fünftel der Tagebau-Sanierungen erledigt

BERLIN. Die Sanierung ehemaliger ostdeutscher Braunkohle-Tagebaue bietet den Regionen immer weniger Arbeitsplätze. Bis Ende 2004 werde die Zahl der Mitarbeiter in der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) um weitere 200 auf etwa 900 verringert, sagte der Pressesprecher des Unternehmens, Uwe Steinhuber, gestern. Das Personal werde "sozialverträglich" abgebaut. Noch hat die LMBV rund 1100 Mitarbeiter, darunter 230 Lehrlinge.

Das bundeseigene Unternehmen ist Projektträgerin für die Sanierung der Bergbaugebiete im Osten Deutschlands. Bisher flossen rund 7,1 Milliarden Euro unter anderem für die Sicherung von stillgelegten Tagebauen, speziell die Kippenverdichtung. Aber auch Erdtransporte, der Abriss von Brikettfabriken und Kraftwerken sowie die Flutung von Ex-Kohlengruben wurden mit dem Geld finanziert.

Rund vier Fünftel aller Arbeiten seien bereits erledigt, berichtete Steinhuber. Die Bergbausanierung erweise sich als "eine deutsche Erfolgsstory mit internationaler Ausstrahlung". Mit den Sanierungsarbeiten seien 2003 in verschiedenen Unternehmen insgesamt 7600 Jobs verbunden gewesen.

Auch 2004 würden wieder Kanäle und Rohrleitungen von Vorflutern zu stillgelegten Tagebauen gebaut, kündigte Steinhuber an.

Nachdem Mitte Dezember der erste schiffbare Kanal zwischen den Tagebauseen Skado und Koschen an Brandenburgs Landesgrenze zu Sachsen eröffnet worden war, werde nun der Bau des zweiten Kanals zwischen den Tagebauseen Koschen und Spreetal/Bluno geplant.

Im Ex-Tagebau Espenhain sollen die Arbeiten an der Trasse für die künftige Autobahn A 38 zur Südumfahrung von Leipzig weitergehen.

Wegen des trockenen Sommers 2003 sei die LMBV gezwungen gewesen, ihre Pläne für die bereits begonnene Wassereinleitung in der Lausitz anzupassen. So musste die Einleitung von Neißewasser in den künftigen Berzdorfer See in der Oberlausitz in das Frühjahr 2004 verschoben werden. Dagegen konnte die mit Wasser aus aktiven Tagebauen gespeiste Flutung des Störmthaler Sees bei Espenhain im Herbst 2003 problemlos starten. (dpa/rb

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In der Lausitzer Rundschau, 05.07.2003 war zu lesen:

Weitere Flutung für Lausitzer Seenkette

KLEIN PARTWITZ. In der Drehscheibe der Lausitzer Seenkette, dem Restloch Skado (Landkreis Kamenz), steigt seit gestern das Grundwasser an. Manfred Kolba, Sanierungsbereichs­leiter Brandenburg der LMBV, legte die Wasserhaltung am Partwitzer See lahm. 25 Jahre hielten Pumpen den Grenzwasserstand stabil, damit Kohle abgebaut werden konnte. Jetzt läuft das Wasser ungehindert. Der Restsee Skado ist das Eingangstor zu drei schiffbaren Verbindungen der Lausitzer Seenkette. (Eig. Ber./KaWe)

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Die Lausitzer Rundschau vom  17.10.2003 berichtet:

 

Im Lausitzer Seengebiet wird ein zweiter Schiffskanal gebaut Länder über

Entwicklung zu Tourismusregion erfreut

POTSDAM. Das Lausitzer Seengebiet in der Bergbaufolgelandschaft im Süden Brandenburgs und in Ostsachsen nimmt Gestalt an. Wie die Wirtschaftsministerien beider Länder am Wochenende mitteilten, sollen noch in diesem Jahr 

vorbereitende  Arbeiten für eine Schleuse zwischen Skado und Bluno beginnen. Außerdem ist für November die Freigabe der ersten schiffbaren Verbindung - zwischen Geierswalder und Partwitzer See vorgesehen. Beide Länder leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz. "Wir sind auf dem Weg zu einer überregional interessanten Tourismusregion" , sagte Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Vogel. (dpa/dpg)

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Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.12.2003

 

Erster Kanal für die Lausitzer Seenkette

Mehr als einen Kilometer lange Verbindung zwischen Ex- Tagebauen Koschen und Skado freigegeben

HOYERSWERDA/BERLIN. Der erste schiffbare Kanal der Lausitzer Seenkette ist gestern an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze eröffnet worden. Die 1150 Meter lange Wasserstraße nahe Geierswalde verbindet die ehemaligen Tagebaue Skado und Koschen. Die Verbindung mit Brücke und Schleuse wurde nach Angaben der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) innerhalb von zwölf Monaten  realisiert.

                        

Mit dem Anstieg des Grundwassers können voraussichtlich in sechs Jahren die ersten Schiffe zwischen dem künftigen Geierswalder See (Koschen) und dem Partwitzer See (Skado) fahren. Bis dahin soll die Flutung der Tagebau-Restlöcher in dieser Region abgeschlossen sein. "Das ist der Startschuss für die touristische Entwicklung der Lausitzer Seenkette", betonte Sachsens Wirtschafts-Staatssekretärin Andrea Fischer. In dem Gebiet sollen später Segler, Surfer , Wasserwanderer, Angler und Naturfreunde Erholung finden.

Zugleich beauftragte die Staatssekretärin die LMBV, einen zweiten Überleiter zwischen Partwitzer und Neuwiesener See (Ex-Tagebau Spreetal/Bluno) in Angriff zu nehmen. Der Freistaat stellt dafür 2,5 Millionen Euro bereit.

Die Lausitzer Seenkette zwischen Senftenberg, Hoyerswerda und Spremberg wird sich auf einer Wasserfläche von rund 7000 Hektar erstrecken. (Eig. Ber./ta/ddp)

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Es geht weiter voran: 

Zwei neue Kanäle

im Lausitzer Seenland

BERLIN. Im Lausitzer Seenland beginnt am 14. September der Bau zweier schiffbarer Kanäle bei Kleinkoschen (Oberspreewald-Lausitz). Das teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) gestern mit. Die Kanäle entstehen zwischen dem Sedlitzer und dem Geierswalder See sowie zwischen Sedlitzer und Partwitzer See. Die Fertigstellung ist für Mitte 2005 geplant. (dpa/bw)

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Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.09.2004

Neues Millionenprojekt für Lausitzer Seenland geplant 

Fünfter schiffbarer Kanal soll gebaut werden

 ELSTERHEIDE. Der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) soll am 23, August den ersten Spatenstich für einen neuen schiffbaren Kanal im Lausitzer Seenland setzen, Das Bauwerk soll später den Neuwieser See mit dem Blunoer Südsee verbinden. Die Kosten für den Kanal betragen nach Angaben der LMBV rund 1,6 Millionen Euro. Mit dem neuen Überleiter sind dann insgesamt vier schiffbare Verbindungen im Seenland in Arbeit. Diese sind vor allem für die touristische Entwicklung der Region von Bedeutung. Sie ermöglichen später Bootsfahrten zwischen den Gewässern. Der Barbarakanal vom Geierswalder zum Partwitzer See ist bereits fertig. Für drei weitere Kanäle würden derzeit die Kosten geprüft, so die LMBV. (Eig. Ber./nd)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.08.2005  

Auch in anderen Teilen der Lausitz macht die Bergbausanierung Fortschritte,

siehe: Lausitzer Rundschau vom 17.02.2004:

 

Baubeginn 2007 ?

Kanal vom Senftenberger zum Geierswalder See erhält zwei Tunnel

Im Lausitzer Seenland sind zwischen den sich füllenden Tagebaurestlöchern mittlerweile drei schiffbare, aber wegen des niedrigen Wasserstandes noch nicht nutzbare Kanäle angelegt worden. An weiteren auf brandenburgischer und sächsischer Seite wird derzeit geplant. Baubeginn für die Verbindung zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See könnte im nächsten Jahr sein.

VON MANFRED FELL ER

"Wir rechnen bald mit der Genehmigung", zeigte sich Gerd Richter, Leiter Verfahrensmanagement Lausitz bei der LMBV, bei der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Meuro/Senftenberger Seengebiet des Brandenburgischen Braunkohleausschusses zuversichtlich. Der Antrag zur Plangenehmigung beim Landesumweltamt sei eingereicht, das Beteiligungsverfahren laufe. "Ich bin sehr optimistisch, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist", so Gerd Richter weiter. Mit der Inbetriebnahme des Kanals rechnet er 2008.

Aus Landessicht ist dieser Überleiter ein Schlüsselprojekt bei der Entwicklung des Seenlandes, ergänzte Manfred Becker, Referent im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung. Deshalb stehe Brandenburg hinter diesem Vorhaben. In besonderer Weise auch finanziell. Denn der Kanal sei keine Aufgabe für die Bergbausanierung, sondern eine "reine touristische Aufwertung" der wasserreichen Gegend. Der Überleiter zwischen dem Sedlitzer und dem künftigen Ilse-See werde in Potsdam gleichwertig behandelt. Finanzielle Zusagen machte Manfred Becker dazu aber nicht. Bei Sedlitz könnte in den Jahren 2009/10 Baubeginn sein. Auch dort soll die Bundesstraße untertunnelt werden.

Gleich zwei unter der Oberfläche versteckte, beschiffbare Bauwerke entstehen zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See. Im Vergleich zur ersten Variante mit einem sehr langen Tunnel konnten dadurch die Kosten deutlich gesenkt werden, nannte LMBV-Manager Gerd Richter den aktuellen Planungsstand. Der Überleiter südlich von Kleinkoschen hat eine Länge von 1050 Metern. Unterbrochen wird die offene Bauweise von einem 110 Meter langen Tunnel unter der Schwarzen Elster und von einer 65 Meter langen Röhre unter der B 96. Die Kostensenkung gelingt, indem die Schwarze Elster am Beginn des Überleiters aus Richtung Geierswalder See bogenförmig verlegt wird (siehe Zeichnung). Dadurch kreuzen sich Tunnel und Fluss im rechten Winkel und damit auf kürzestem Wege.                                                         

Weitere Kosten werden durch "Einheitsschleusen" gleich für mehrere Überleiter gespart. Zwischen dem Senftenberger See (98/99 mNN) und dem Geierwalder See (100/101 mNN) sind in der nahen Zukunft je nach Wasserstand zwei bis drei Meter Höhenunterschied zu überwinden. Während sich auf den Kanälen im Seenland zwei Fahrgastschiffe in der Größe der 28,5 Meter langen Santa Barbara vom Senftenberger See begegnen können, hat jeweils eines im entsprechend groß ausgelegten Tunnel Platz. "Wir haben also an die Zukunft gedacht", versi­cherte Gerd Richter. Die genannte Schiffsgröße sei wirtschaftlich vertretbar - sowohl für die Kanalfinanzierer als auch für die Reeder im Seenland.

 

Hintergrund

Noch mehr Kanäle

Fertige Bauwerke:  Barbarakanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See,

                                   Sornoer Kanal zwischen Sedlitzer uns Geierswalder See,

                                  Rosendorfer Kanal zwischen Sedlitzer und Partwitzer See.

 

In Sachsen wird derzeit an weiteren Kanälen geplant. Dazu gehören die Überleiter

zwischen              

  Blunoer  Südsee und Partwitzer See sowie zwischen

  Spreetaler und Sabrodter See.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.11.2006

 

 

Der Freistaat ist sehr optimistisch.... (Stand: 23.08.2012)

 

Sachsen hält fest an der Vision für Spreewald-Kanal

Seenland-Touristiker bleiben skeptisch / Enorme Kosten

Geierswalde Sachsen-Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hält an der Zukunftsvision einer Wasserstraße vom Lausitzer Seenland zum Spreewald und damit weiter über Berlin bis zur Ostsee fest.

Ungeahnte touristische Entwicklungen sind mit Bootstouren vom Geierswalder See über Berlin bis zur Ostsee drin. Das glaubt der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. Zunächst aber stünden die fest geplanten Kanäle im Seenland an – rudert Stanislaw Tillich bei einem Arbeitsbesuch in Geierswalde aber vorerst wieder zurück.

Bislang sind drei schiffbare Kanäle vollendet, zwei befinden sich im Bau, ein weiterer ist durch den Erdrutsch im Oktober 2010 in der Bergbaufolgelandschaft weitestgehend zerstört worden. Für eine schiffbare Verbindung vom Großräschener See über den Altdöberner und den Gräbendorfer See zum Spreewald müssten weitere rund 30 Kilometer überbrückt werden. Ein Hindernis bildet der Lausitzer Landrücken, der sich auf Höhen von bis zu 161 Metern aufschwingt.

"Technisch ist das Vorhaben durchaus machbar", erklärte Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). "Allerdings gibt es Studien, und die haben mit Geld zu tun." Wie viele Euro die Umsetzung der Vision genau kosten würde, sagt er nicht. Allerdings würden die Kosten die der bisherigen Kanalbauten erheblich übersteigen. "Vielleicht", so Kolba scherzhaft, "wird in der Lausitz noch so viel Kohle gefördert, dass es für den Bau reicht."

Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, hat die schiffbare Verbindung zum Spreewald längst zu den Akten gelegt. "Das Vorhaben ist in der nächsten Zeit völlig unrealistisch." Indes würden selbst die Touristen nicht mehr nach einer solchen Verbindung fragen, wisse sie aus vielen Gesprächen. "Zudem gibt es jede Menge anderer Möglichkeiten, um vom Seenland in den Spreewald zu gelangen, sei es mit dem Auto, per Bahn, auf dem Fahrrad oder per Inline-Skatern." Die Touristikerin empfiehlt, alle Kräfte vielmehr auf die Vollendung der konkret geplanten 13 Kanäle im Seenland zu setzen. "Da haben wir genug Arbeit", so Kathrin Winkler.

Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.08.2012

 

Morgen (18.02.2004) beginnt Flutung des Berzdorfer Sees mit Neiße-Wasser

GÖRLITZ. Der Berzdorfer See bei Görlitz kann trotz Verzögerung bei der Flutung bis Ende 2007 komplett gefüllt sein. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) geht davon aus, dass das Ziel noch zu erreichen ist, so der Leiter des Sanierungsbereichs Ostsachsen, Michael Illing. Die Flutungsanlage wird morgen offiziell in Betrieb genommen. Wegen der extremen Trockenheit im vergangenen Sommer kann das Neißewasser erst jetzt und damit später als geplant in den ehemaligen Tagebau eingeleitet werden. (ddp/kr)

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Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.02.2004

 

Traumhafte Aussichten am Berzdorfer See

Einstige Grube vor den Toren von Görlitz füllt sich zusehends /

Investoren für Vorgaben am Ufer gesucht

VON ANETT BÖTTGER

Der Berzdorfer See südlich von Görlitz füllt sich. Seit November 2002 speist das Flüsschen Pließnitz den ehemaligen Braunkohletagebau. Wenn nun auch die Neiße hineinfließt, wird der Wasserspiegel schneller steigen. Gespannt und neugierig schaut die Öffentlichkeit auf die Verwandlung der einstigen Grube. Ende 2007 soll vor den Toren der deutsch-polnischen Grenzstadt Görlitz ein See mit rund 960 Hektar Fläche liegen. Ideen, was das Leben rund um das Gewässer attraktiv machen könnte, gibt es reichlich. Ein Entwicklungsplan liegt vor .

Die Anliegerorte Görlitz, Schönau-Berzdorf und Markersdorf wollten den See als Ganzes entwickeln, nennt Andreas Schaaf vom Stadtplanungsamt in Görlitz einen Grundsatz. Längst ist klar, dass am nördlichen Ufer ein Campingplatz und ein großer Badestrand entstehen sollen. Im Süden, in Tauchritz, ist ein Wassersportzentrum mit Segel- und Jachthafen geplant. Eine Halbinsel ragt an dieser Stelle in den See hinein. Dort befand sich einst der Grabenbunker, wo die Kohle aus dem Tagebau ankam und ins benachbarte Kraftwerk Hagenwerder weiter transportiert wurde. Aus dem m ehemaligen Graben ist inzwischen ein Hafenbecken geworden, mit 65 Metern Breite, vier Metern Tiefe und einer etwa 150 Meter langen Kaimauer.

Dorfrest als Anziehungspunkt

Eine Fahrgastschifflinie könnte im Hafen starten und vier weitere Anlegestellen ansteuern, etwa bei den Tagesanlagen in Tauchritz. Wo einst die Dusch- und Umkleideräume für die Bergleute unter- gebracht waren, wird möglicherweise eine Ferienhaussiedlung mit Abenteuerspielplatz Urlauber anlocken. Touristisch anziehend sollen die Reste von Deutsch-Ossig werden. Das Dorf musste einst dem Braunkohleabbau weichen. Drei Höfe mit jeweils mehreren Gebäuden den und einige Einzelhäuser stehen noch am Rand der früheren Grube.

Anspruchsvoll nennt Andreas Schaaf die Aufgabe, den Überbleibseln des ehemaligen Ortes wieder Leben und Ausstrahlung zu geben. "Neben Gaststätten, Unterkünften und einer Tauchsportbasis könnten sich vielleicht Kunsthandwerker in den Häusern ansiedeln", überlegt der Stadtplaner. Behutsam sollte der alte Bestand von Deutsch-Ossig ergänzt werden. Für größere Bauten, etwa Hotels, eigne sich das Hafengelände in Tauchritz besser, findet Schaaf. Ein etwa 18 Kilometer langer Rundweg wird alle Bereiche am See miteinander verbinden. Das erste asphaltierte Stück - 1,6 Kilometer lang - wurde bereits im August vergangenen Jahr unweit von Deutsch-Ossig übergeben.

Nun gilt es, keine Zeit verlieren, während das Tagebauloch voll läuft. Schnellstmöglich müssen die Ideen auf Papier im Detail umgesetzt werden. "Gesucht werden Leute mit finanziellem Potenzial, die Freizeit- und Erholungsanlagen am See betreiben wollen", sagt Schaaf.

Sichttiefen bis zu zehn Meter

Experten haben herausgefunden, dass Wassersportler am Berzdorfer See dauerhaft gute Windverhältnisse und Sichttiefen bis zu zehn Metern vorfinden werden. Das allein sowie die traumhafte Lage mit der Nähe zur Heide- und Teichlandschaft, zum Riesengebirge und zur Denkmalsstadt Görlitz reichen jedoch nicht aus, um Touristen von weither anzulocken.

Im Verkehrskonzept wird davon ausgegangen, dass sich an Spitzentagen 5500 bis 7500 Besucher südlich der Europastadt Görlitz/Zgorzelec tummeln könnten. Die Planer setzen dabei auch stark Gäste aus Polen und Tschechien. Auf den Erlebnistag, der vergangenen Jahr am See stattfand, hatten erstmals Faltblätter in Deutsch und Polnisch hingewiesen. Zwischen 3000 und 4000 Menschen waren damals zur Veranstaltung gekommen. Wenn morgen südlich von Deutsch-Ossig offiziell das erste Wasser aus der Neiße in den See strömt, werden sicher zahlreiche Schaulustige das Ereignis beobachten.

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Seit Herbst 2004 hat sich auch in der Lausitzer Neiße auf Grund der ausreichenden 

Niederschlagsmengen eine für die Füllung des ehem. Tagebaus Berzdorf  

günstige Abflusssituation ergeben:

  

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.01.2005

 

Und hier sind die Visionen schon Wirklichkeit (Lausitzer Rundschau, 31.05.2003):

Vom schwarzen Gold zum blauen Paradies

Der Senftenberger See feiert seinen 30. Geburtstag /

Zukunftsvisionen zur Tagebaunachnutzung wurden Realität

Das Lob ist überschwänglich. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck spricht von einer " Vorbildfunktion für das künftige Lausitzer Seen-Land". Landrat Holger Bartsch schwärmt von der " Vision, die Realität wurde". Der Senftenberger See, 60 Kilometer nördlich von Dresden und 100 Kilometer südlich von Berlin, wird an diesem Wochenende 30.

VON JÜRGEN BECKER

Wo einst Bagger ein 1544 Hektar großes Loch in die Erde rissen und 132 Millionen Tonnen Kohle ans Tageslicht beförderten, kräuseln sich heute die Wellen an Sandstränden. Wo einst junge Mädchen und Frauen auf dem Grund des Tagebaus das schwarze Gold frei fegten, tummeln sich Hechte, Barsche, Zander, Kleine Maränen, Aale, Welse und Karpfen. Wie kaum ein Zweites spiegelt das Senftenberger Revier die Zerstörungs- und Schöpferkraft des Menschen wider. Vor 125 Jahren hatte der Tagebau begonnen, das Landschaftsbild in dieser Region völlig zu verändern. Bergarbeiter wühlten die Erde um, verlegten die Kläranlage Senftenberg, die Eisenbahnlinie von Senftenberg nach Kamenz und die heutige Bundesstraße 96. Die Schwarze Elster rückten sie näher an Senftenberg heran, ließen 50 bis 60 Familien ihre Häuser räumen. Auf Mensch und Natur nahm niemand Rücksicht.

Doch dann, in den 60er-Jahren, kam das Nachdenken - darüber, ob es nicht sinnvoll wäre, schon beim Kohleabbau für Zeiten vorzusorgen, in denen das schwarze Gold die Menschen nicht mehr über

Wasser halten würde. Und es war da die Idee: Warum nicht den Tagebau Niemtsch in einen naturnahen, gefahrlosen Tagebausee verwandeln und dadurch "Defizite bei den Erholungsmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung schließen und Urlaubsmöglichkeiten für die Werktätigen anderer Regionen zu schaffen".

Bis dato gab es kein vergleichbares Projekt in der DDR. Der Senftenberger See sollte das Musterbeispiel für eine gelungene Tagebaufolgenutzung werden. Er wurde es.

            

Fünf Jahre lang ergoss sich das Wasser der Schwarzen Elster in das Restloch, bis der Wasserspiegel bei 98 Metern über Normalnull lag und 1972 der Grundstein für das Erholungsgebiet Senftenberger See gelegt werden konnte. „Der Grundstein muss doch eine gute Sache gewesen sein, wenn man sich so ansieht, was darauf aufgebaut werden konnte", erinnert sich der heute 81-jährige Günter Flack, von 1973 bis 1976 Direktor des neuen Erholungsgebietes.

Entstanden ist ein grün-blaues Paradies. Der Senftenberger See ist heute einer der größten künstlichen Binnenseen Europas. Und er ist der erste in der Reihe der geplanten Lausitzer Seenkette von der schon Otto Rindt, der Nestor der ostdeutschen Landschaftsplanung geträumt hatte.

Auf dieser größten Landschaftsbaustelle Europas werden in den nächsten zehn Jahren 5000 Quadratkilometer der Landschaft umgestaltet. Milliarden Euro fließen in die Region. Allein in die Sanierung und Sicherung des Ufers und der Strände des Senftenberger Sees haben das Land Brandenburg, die Bundesanstalt für Arbeit und der Landkreis Oberspreewald - Lausitz in den vergangenen zehn Jahren umgerechnet knapp 20 Millionen Euro gesteckt. Es entstanden Wege, Rampen, Treppen, ein Rundwander- und Radwegenetz, Liegewiesen, Strände, Schiffsanlegestellen und Sportanlagen, Bungalowsiedlungen, Zeltplätze und Gaststätten. Die Seestrände Großkoschen und Buchwalde erhielten die "Blaue Flagge" für hervorragende Badewasserqualität.

Doch ohne den ständigen Zufluss aus der Schwarzen Elster wäre es mit den Badefreuden schnell vorbei. Zwar belasten weder industrielle noch kommunale Direkteinleitungen den See. Das aufsteigende Grundwasser ist aber äußerst sauer und eisenhaltig.

Ernährte früher die Kohle die Menschen, ist es heute mehr und mehr: Er dient der Trinkwasserversorgung, beliefert die Landwirtschaft und die Industrie mit Brauchwasser, gleicht Hoch- und Niedrigwasserstände aus, ernährt etliche Fischer und ist ein touristischer Publikumsmagnet.

Jeder vierte Gast, der in der Niederlausitz übernachtet, nimmt Quartier am Senftenberger See. Bei den Campern seien es sogar sieben von zehn, wie Kathrin Winkler vom Tourismusverband Niederlausitz beobachtet hat. Und die Gäste bleiben vergleichsweise lange: Packen sie im Durchschnitt sonst nach 2,9 Tagen in der Niederlausitz ihre Koffer, verweilen sie am Senftenberger See 4 - 6 Tage.

Dennoch mahnt der Senftenberger Bürgermeister Klaus-Jürgen Graßhoff, sich nicht auf den erreichten Lorbeeren auszuruhen. "Wir wollen die Nummer eins in Brandenburg werden", sagt auch Michael Vetter, Vorsteher des Zweckverbands Erholungsgebiet Senftenberger See, der daran arbeitet, die Region noch attraktiver zu machen. Ein Aussichtsturm, ein Amphitheater und ein Komfortcampingplatz gibt es bereits. Bald sollen 40 neue Ferienhäuser in Großkoschen fertig gestellt sein. Und dann soll das wassersporttouristische Zentrum folgen.

Die Seefestspiele am Wochenende zum 30. Geburtstag des Senftenberger Sees sind da nicht mehr als ein Moment des freudigen Innehaltens - auf dem Weg, auf dem Visionen wahr geworden sind.

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Zu den bevorstehenden Aufgaben der Restlochnutzung schreibt die 

"Lausitzer Rundschau" am 26.02.2004: 

Im Netz ist das Lausitzer Seenland schon Realität 

Internet-Auftritt präsentiert / Landräte fordern Planungssicherheit 

Das Lausitzer Seenland, die große touristische Hoffnung der brandenburgisch-sächsischen Grenzregion, hat seine Pforten für Besucher aus nah und fern geöffnet. Im Internet. Vertreter aus Regionalmanagement und Kommunen präsentierten gestern den neuen Auftritt. Er soll helfen, Investoren für die Lausitz zu begeistern. Für die Umsetzung zahlreicher Projekte fehlt es aber noch an Planungssicherheit. 

VON MARKUS FÜLLER 

Ein Wort bestimmt die Veranstaltung: Chancen. "Große Chancen" sogar, sagt Holger Bartsch, Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises (OSL), seien mit dem Lausitzer Seenland verbunden. Die Chance auf Besucher, die Chance auf Investoren, die Chance der regionalen Entwicklung, die Chance eines doch noch erfolgreichen strukturellen Wandels. Bis heute stehe die Lausitz außerhalb der Region für überholte Industrien, für industrielle Altlasten, betont Bartsch. Deswegen müsse mit verstärktem Bemühen darauf hingewiesen werden, "dass sich die Region prinzipiell wandelt". 

Größtes europäisches Seenprojekt 

Auch dafür gibt es längst Sichtbares. Da ist zu allererst die IBA Fürst-Pücker-Land mit ihren Projekten. Noch deutlicher werde die Seenkette den Wandel der Region belegen, sind sich Bartsch und seine Landratskollegen Petra Kockert aus Kamenz und Bernd Lange aus dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL) einig. Immer­hin entstehe "die größte künstlich geschaffene Seenlandschaft Europas". Bis zur vollständigen Flutung aller Seen vergehen jedoch noch mindestens zehn, zwölf Jahre, wissen die Experten. "Dennoch müssen wir schon jetzt mit der Vermarktung beginnen", meint Markus Heberle, Regionalmanager für die sächsische Lausitz. Zum einen sei­en einige Seen, vor allem auf sächsischer Seite, schon früher fertig. Zum anderen könnten die Kommunen die geplanten touristischen und wassersportlichen Projekte niemals allein finanzieren. Damit werde es höchste Zeit, finanzstarke Investoren sowie potenzielle Touristen auf das Lausitzer Seenland aufmerksam zu machen. Helfen soll dabei der Internet-Auftritt. Im weltweiten Netz ist die Vision schon Realität. Die Seen schimmern in klarem Blau. Die schwimmenden Häuser vor Geierswalde sind ebenso sichtbar wie der Stadthafen von Großräschen. Wer hier vorbeisurft, erfährt neben den geplanten Attraktionen das Wesentliche zum Wandel der Region ebenso wie Ansprechpartner für Besucher oder Investoren. Noch sind die Erklärungen einzig in deutscher Sprache. Polnische und englische Zusammenfassungen sollen folgen.

So schön die Internet-Welt auch ist: Im wirklichen Leben ist längst nicht alles eitel Sonnenschein. Darauf wei­sen die Kommunalvertreter hin. Der Verkauf der Seen sei der Knackpunkt, "an dem das ganze Projekt sterben kann", warnt Landrätin Kockert. "Wir brauchen endlich Planungssicherheit", fordert auch ihr sächsischer Kollege Lange, "und zwar jetzt und nicht erst in zehn Jahren".

Das Problem: Derzeit befinden sich die Seen im Besitz des bundeseigenen Sanierungsträgers, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Für den Kauf der Seen fehlt den Kommunen das Geld. Das sei aber nicht der einzige Punkt, erinnert OSL-Landrat Bartsch.

Geklärt werden müsse, wer dafür gerade steht, langfristig die Qualität der Gewässer zu sichern. Die Verantwor­tung habe über die LMBV der Bund. Will er aus dieser Pflicht entlassen werden, müsse sich das in den Modalitäten des Verkaufs niederschlagen. 

Klarheit für Investoren 

Den Sachsen brennt dieses Thema deswegen besonders auf den Nägeln, weil sie schon bald einige Projekte realisieren könnten. Als Beispiel nennt Petra Kockert die Wasserski - Seilzug ­ Anlage auf dem Geierswalder See. Nicht nur dafür gebe es Investoren, versichert sie. Werde nicht bald Klarheit geschaffen, bestehe die Gefahr, dass sie wieder abspringen.

Die Länder haben die Dringlichkeit des Problems erkannt, betont Christian Epperlein vom Wirtschaftsministerium in Dresden. Sachsen und Brandenburg seien mit dem Bund im Gespräch. Für den Freistaat hoffe er, "dass das Problem bis zum Frühjahr nächsten Jahres vom Tisch ist". 

Hintergrund 

Gemeinschaftswerk 

Die Vermarktung der Lausitzer Seenkette sowie der Internet-Auftritt sind ein Gemeinschaftswerk des brandenburgischen und sächsischen Regionalmanagements sowie der IBA Fürst-Pückler-Land. An der Finanzierung des Internet-Auftritts,

 Kosten: 30.000 Euro,

haben sich zudem die beiden  Wirtschaftsministerien mit jeweils  10.000 Euro beteiligt. 

Die Seite ist zu finden unter: 

www.lausitzerseenland.de 

 

 

Auf den Bau des Barbara-Kanals, der Verbindung zwischen Geierswalder und 

Partwitzer See ist schon weiter oben verwiesen:

 

Für den interessierten Leser soll es an dieser Stelle chronologisch weitergehen:

 

Schon im Abflussjahr 2003 mit einem stattlichen Wasserdefizit gestartet setzte 

sich das Problem zumindest im ersten Halbjahr 2004 fort:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.03.2004

 

Lausitzer Wasserspeicher nicht genug gefüllt

 Schlechte Ausgangslage für Spreeregulierung im Sommer /

Kaum Aussicht auf Tagebaurestlochflutung

Den Wasserfachleuten der Lausitz steht vermutlich ein äußerst schwieriger Sommer bevor. Die Speicherbecken entlang der Spree sind nicht, wie sonst um diese Jahreszeit üblich, reichlich gefüllt. Wenn es nicht in den nächsten Wochen kräftig regnet, drohen handfeste Probleme.

VON SIMONE WENDLER

"Die Lage ist angespannt und kritisch", sagt Wolfgang Genehr, Referatsleiter Wasserwirtschaft beim Landesumweltamt (LUA) Bran­denburg, Außenstelle Cottbus. Zusammen mit seinen Kollegen von den sächsischen Talsperren in der Oberlausitz und der Flutungszen­trale der Lausitzer und Mitteldeut­schen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist Genehr für die Steuerung des Wasserstandes in der Spree zuständig. Der droht Ungemach." Wenn es bis Mai nicht noch ausdauernd regnet, wird es schwieriger als in den Jahren zuvor", warnt der Wasserexperte. Grund seiner Sorge ist Niederschlagsmangel in der Region und dadurch ein zu geringer Füllstand einiger Speicherbecken am Spreelauf. Im vorigen Jahr regnete es in der Lausitz viel zu wenig. Am Messpunkt Cottbus wurde ein Drittel weniger Niederschlag registriert als im langjährigen Durchschnitt. Nur im Juli 2003 sorgten heftige Gewittergüsse dafür, dass die jahreszeitlich normale Monatsmenge an Regen übertroffen wurde.

Alle anderen Monate des vori­gen Jahres, waren viel zu trocken. Im Januar und Februar besserte sich die Situation zwar, doch Schnee und Regen zum Jahresbeginn reichten längst nicht aus, um alle Speicher in der Region ausrei­chend zu füllen.

Das betrifft vor allem den sächsischen Oberlauf der Spree. In der Talsperre Bautzen fehlen zurzeit noch etwa zehn Millionen Kubik­meter Wasser zur normalen Stauhöhe. In der Talsperre Quitzdorf sind knapp acht Millionen Kubikmeter zu wenig vorhanden. Das entspricht Füllmengen von 75 und 60 Prozent.

Keine Hoffnung für Quitzdorf

"In Bautzen wird noch gestaut, da kann der Wasserstand noch steigen", sagt Britta Andreas, Pressesprecherin der sächsischen Talsperrenverwaltung. Für Quitzdorf gebe es solche Hoffnungen jedoch nicht. Um diese Talsperre zu entlasten, so Britta Andreas, könnte eventuell Wasser aus dem Speicherbecken Lohsa abgegeben werden. Doch der Speicherraum in Lohsa ist mit 2,8 Millionen Kubikmeter relativ klein und auch dieses Reservoir ist nur zu 90 Prozent gefüllt.

In der Talsperre Spremberg sieht es besser aus. Die normale Stauhöhe ist dort gerade erreicht worden. Doch wie in den Vorjahren, sagt Genehr, werde gerade versucht, "noch etwas drauf zu packen".

Die Chancen dafür stünden nicht schlecht, denn in diesen Tagen werde gerade im Spreewald das vom Winter auf den Wiesen zurückgehaltene Wasser jetzt ablaufen. Dadurch fließe unterhalb des Spreewaldes mehr Nass als oberhalb des Biosphärenreservates. Die Talsperre Spremberg braucht da­durch noch kein zusätzliches Wasser abzugeben.

Der Blick auf die unzureichend gefüllten Speicher in der Oberlausitz bereitet Genehr jedoch Sorge. Gerade am Oberlauf der Spree müsse genügend Wasser in den Fluss gelangen, damit in Berlin noch etwas ankäme. In dem extrem trockenen Sommer des Jahres konnte der Fluss nur durch die zusätzliche Abgabe von 20 Millionen Kubikmetern Wasser aus den sächsischen Speichern Bautzen und Quitzdorf am Leben gehalten werden. Seit drei Jahren gibt es dazu eine Ländervereinbarung zwischen Sachsen und Brandenburg. Doch der Freistaat kann nur liefern, wenn seine Talsperren voll sind. Noch ist Genehr optimistisch, dass der kommende Sommer lange nicht so heiß und trocken sein wird wie der vorige. Wenn sich jedoch der Regenmangel des vorigen Jahres fortsetzt, könne es zu massiven Problemen in der Natur kommen. Schon die Trockenheit vergangener Jahre habe Pflanzen und Tiere im Biosphärengebiet Spreewald und in Moorgebieten stark strapaziert.

Spreewald vor Restlochflutung

Bei der Verteilung des knappen Nass' würden auch in diesem Jahr dieselben Prioritäten gesetzt wie bisher, sagt Genehr. Zunächst müsse der nötige Mindestabfluss für den Spreewald gesichert sein, sowie das nötige Wasser für Fische­reibetriebe und andere Unternehmen. Was dann noch übrig bleibt, könnte in die Tagebaurestlöcher der Region fließen.

"Es sieht denkbar ungünstig aus in diesem Jahr", räumt Eckhard Scholz, Leiter der Flutungszentrale der LMBV ein. Bevor die noch aus dem Vorjahr vorhandenen Defizite in den Staubecken nicht ausgeglichen seien, werde es kein Flutungs­wasser geben. Schon im vorigen Jahr flossen nur 64 Millionen Kubikmeter in die Restlöcher. Rund 130 Millionen wären "günstig gewesen", so Scholz.

Der trockene Sommer des Vorjahres habe ein spürbares Wasserdefizit in den Restlöchern hinterlassen. Verzögere sich die Flutung weiter, könne das zu Problemen bei der Böschungssicherung führen. Als Beispiel nennt Scholz den Speicher Dreiweibern bei Weißkollm (Landkreis Kamenz). Auch er hält die Situation für kritisch und angespannt: " Wenn wir nächste Woche schon wieder 20 Grad haben, ist das ein schlechtes Zeichen."

Lausitzerwasserlr180304.rtf

Zu den ohnehin großen Schwierigkeiten, hervorgerufen durch das

Niederschlagsdefizit, gesellt sich der "Streit" der Wissenschaftler und Praktiker um 

die zweckmäßige Verteilung des wenigen zur Verfügung stehenden Wassers 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.04.2004:

Streit um Wasser im Spreewald droht

Wissenschaftler uneins über Prognosen / Warnung vor Panikmache

Für die einen ist es eine ernst zu nehmende Warnung, für andere möglicherweise Panikmache. Wissenschaftler warnen vor zunehmender Trockenheit im Spreewald. In einigen Jahren, so Prognosen, könnte es sogar zu harter Konkurrenz bei der Wasserverteilung zwischen Bauern, Teichwirten, Fährleuten und anderen Nutzern kommen.

 VON SIMONE WENDLER

Die Göritzer Agrar GmbH hat schon in eine wassersparende Tröpfchenberegnung für ihre Gurkenpflanzen investiert. Wasser holt sie nicht nur aus Fließen und Gräben, sondern auch aus Tiefbrunnen. "Insgesamt wird aber im Spreewald noch sehr egoistisch mit dem Wasser umgegangen, wir müssen alle an einen Tisch und langfristig Pläne machen, wie es weitergeht", sagt Thomas Göbel, Ge­schäftsführer der GmbH.

Der Agrarbetrieb bewirtschaftet 1900 Hektar, drei Viertel davon im Biosphärenreservat Spreewald. Ge­treide, Mais, Kartoffeln und Gemüse werden angebaut. "Ich muss die Gemüsepflanzen jetzt schon bewässern", sagt Göbel. Der Boden sei völlig trocken. Sorgen macht sich Göbel auch um die Senfsaat: "Die Samen liegen in der trockenen Erde, jetzt Wind oder ein Platzregen, dann geht ein Teil nicht auf." Schon in den vergangenen Jahren, so der Chef des Agrarunternehmens, habe sich gezeigt, dass der Spreewald trockener werde. Es werde immer schwieriger, ausreichend Feuchtigkeit auf die Fel­der zu bekommen.

Damit spricht er der Verwaltung des Biosphärenreservates aus dem Herzen. Die veranstaltete kürzlich in Lübbenau einen Workshop mit dem provokanten Titel:

"Fällt der Spreewald trocken?" Fachleute, darunter Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, stellten Hochrechnungen vor, welche Auswirkungen der sich abzeichnende Klimawandel für den Spreewald haben könnte. 

Fazit: Auch wenn es erhebliche Wetterschwankungen von Jahr zu Jahr gibt, wird es in der Region in den nächsten 50 Jahren wärmer und trockener.

In einem hochgerechneten Vergleich der Jahre 1951 und 2051 wurde für den Spreewaldort Burg beispielsweise ein Rückgang der Niederschlagsmenge in diesen hundert Jahren um ein Drittel ermittelt.

Hagen Koch vom Lehrstuhl Hydrologie und Wasserwirtschaft der BTU unterbreitete in Lübbenau einen scheinbar paradoxen Vorschlag. Gerade wegen des zunehmenden Wassermangels in der Region müsse ernsthaft darüber nachgedacht werden, eine garantierte Mindestmenge für die Flutung der Tagebaurestlöcher festzulegen.

Seen versauern

Dafür hat Koch gute Argumente. Wenn, wie im vorigen Jahr wegen Wasserknappheit die Tagebauflutung längere Zeit unterbrochen und dem aufsteigenden Grundwasser das Feld überlassen werde, versauerten die Seen immer mehr. Die positive Wirkung des bis dahin bereits eingeleiteten Oberflächenwassers werde damit zum Teil wieder zunichte gemacht. Je eher außerdem die Gruben komplett gefüllt seien, um so eher würde sich wieder ein sich weit gehend selbst regulierender Wasserhaushalt in der Region einstellen.

Doch eine Mindestflutungsmenge ohne die Zuführung von Wasser aus anderen Flüssen würde die Konkurrenz um das kostbare Nass noch anheizen.

Günter Stache, stellvertretender Leiter des Biosphärenreservates, will sich zum Vorschlag von Koch nicht äußern. Dazu fehlten ihm noch ausreichend Hintergrundinformationen, sagt er.

Stache glaubt jedoch, dass die Spreewälder noch nicht ausreichend auf eine schwieriger werdende Wasserverteilung im Reservat vorbereitet seien. "Die Leute sind mit dem künstlichen Überfluss durch das reichliche Grubenwasser zu DDR-Zeiten aufgewachsen, das hat geprägt", sagt der stellvertretende Reservatschef.

Als Zeichen für dieses Denken beschreibt er eine Situation aus dem vorigen Sommer. Landwirte aus Boblitz hätten damals verlangt, dass die noch vorhandene nasse Ecke einer Wiese trocken gepumpt wird, um darauf fahren zu können: "Wir hatten Not, das abzuwehren, obwohl die Trockenheit in unmittelbarer Nähe schon greifbar nah war." Bauern, Teichwirte, Kahnfährleute, private Grundstücksnutzer, alle hätten sich daran gewöhnt, dass genug Wasser da sei.

"Einen gewissen Egoismus bei der Wasserverteilung wird es immer geben", räumt Dieter Irlbacher, Chef des Spreewaldvereins, ein. Der Verein soll die Interessen der verschiedensten Spreewaldbewohner und -nutzer bündeln und die Region vertreten. "Ich nehme das schon ernst, was die Klimaforscher sagen", versichert Irlbacher. Gleichzeitig warnt er vor Panikmache: "Wir können das vernünftig steuern, ich bin da relativ gelassen."

Der Spreewald habe schon viele Höhen und Tiefen durchgestanden. Anfang des 20. Jahrhunderts habe es schon einmal eine sehr trockene Periode in diesem Gebiet gegeben.

Teichwirtschaft verteidigt Priorität

Eine Debatte über Mindestmengen für die Tagebauflutung sieht Irlbacher skeptisch. Nur wenn es genug regne oder aus anderen Flüssen, beispielsweise der Neiße, zusätzlich Wasser geholt werde, sei das möglich. Vom vorhandenen und künftig vermutlich knapper werdenden Nass abgeben, scheidet für ihn aus: "Man kann nicht etwas aufbauen und dafür anderes kaputt machen."

Wilfried Donath, Chef der Peitzer Edelfisch GmbH, will an der derzeitigen Priorität der Teichwirtschaft bei der Wasserverteilung nicht rütteln lassen. Seine Firma bewirtschaftet auch Teiche im Spreewald. Dadurch würde ja auch Wasser zurückgehalten und durch Versickerung die Grundwassersituation in der Umgebung verbessert, argumentiert er. In regenarmen Jahren könne sich die Teichwirtschaft einschränken, aber nicht überall. Wenn es knapp wird mit dem Wasser, müssten alle zurückstecken, so Donath.

Professor Uwe Grünewald von der BTU Cottbus glaubt, dass es schwierig ist, die Wasserprobleme der Region in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Auch er warnt vor Panik und schränkt die Sicherheit der vorliegenden Klimaprognosen ein: " Wir wissen nicht genau, was passieren wird." Seine Schlussfolgerung: " Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass die Prognosen eintreten könnten und die Forschung weiter vorantreiben."

wasserstreispeewlr230404.rtf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.04.2004

Aus dieser Mitteilung ist ersichtlich, dass die Wassermenge der Spree zumindest 

2004 für die Tagebauflutung nicht ausreichend ist.

Neben der Flutung der Tagebaurestlöcher ist  noch das immense Problem der

Versauerung der Gewässer durch das aufsteigende saure Grundwasser zu lösen.

Dazu folgender Beitrag:

Bergbausanierer nehmen sich saurer Seen an

    Unternehmensnetzwerk stellt Weichen für künftige Arbeit

 

 Das Lausitzer Netzwerk "Bergbau, Sanierung und Revitalisierung von

 Industrielandschaften" (BSR) hat die Weichen für seine künftige Arbeit gestellt. Als

 Schwerpunkt wollen sich die Unternehmen dem Problem des sauren Wassers in den 

 Bergbauseen annehmen. Für die touristische Entwicklung der Region ist das 

 Thema  von herausragender Bedeutung.

VON MARKUS FÜLLER

 

 Die Lausitzer Sanierungsgesellschaften ringen um die Zukunft. Um ihre und um die der 

 Region. Beides, so will es ihre Aufgabe, ist eng miteinander verbunden. Jeder Fortschritt,

 den sie bei der Wiederherstellung früherer Braun­kohleflächen erzielen, erhöht die

 Attraktivität der Landschaft und eröffnet insbesondere im Tourismus neue wirtschaftliche

 Chancen. Gleichzeitig nä­hern sie sich dem Ende des milliardenschweren Sanierungs-

 projektes und damit stark gestutzter Auftragsbücher.

 Netzwerkförderung vom Bund

 Sich neue Märkte und Geschäftsfelder zu suchen, ist nicht nur nahe liegend, sondern

 notwendig. Aus diesem Grund bündelten mehrere Unternehmen im Herbst 2001 ihre Kräfte,

 gründeten ein Netzwerk und starteten gemeinsam die Suche nach einer Überlebensstrategie. 

 "Potenzial ist vorhanden", hat Netzwerkchef Werner Daus keine Zweifel. Ein Indiz: Das 

 Bundeswirtschaftsminis­terium gewährt im Rahmen des Netzwerkmanagements Ost   

 (Nemo) noch bis Mitte 2006 Fördermittel in Höhe von rund 250 000 Euro.

Die erste Phase der Förderung ist abgeschlossen. Stärken und Schwächen seien analysiert,

sagt Daus. Zudem hätten sich die Unternehmen zusammengerauft. Damit könne das

Tempo der gemeinsamen Arbeit nun gesteigert werden.­

 

Zu den Stärken der Lausitzer Sanierer gehören nach Auskunft des Netzwerkchefs

eindeutig die "langjährigen Erfahrungen und das immense Know­how". Die erworbenen 

Kenntnisse seien ein Pfund, mit dem weltweit gewuchert werden kann. Problematischer

stehe es dagegen um die Aufstellung der Firmen. Für internationale Engineering-Aufgaben

gebe es noch zu viele gewerbliche Mitarbeiter. Wichtiger seien jene, die sowohl die

technische als auch die planerische Seite des Projektgeschäftes beherrschen.

 Eine erste Lehre hat das BSR-Netzwerk aus den Analysen gezogen: die Konzentration auf

einen Schwerpunkt. Die Firmen widmen ihre gemeinsamen Anstrengungen künftig dem

Problem sauren Wassers in den Bergbauseen. Ein ebenso anspruchsvolles wie 

zukunftsträchtiges Thema, meint Daus.

Die Seen könnten nur dann Touristen anlocken, wenn sie eine entsprechende Qualität

haben. Das aufsteigende Grundwasser aber sei sauer. Dieses saure Nass über angrenzende

Flüsse wie die Spree abzuführen, verbiete sich, da dadurch beispielsweise der Spreewald

 in Mitleidenschaft gezogen würde. Neben der ohnehin eingeleite­ten zusätzlichen Flutung

der Restlöcher bleibe nur ein Weg: "Wir müssen das Wasser behandeln." 

In Pilotprojekten arbeiteten die Sanierer bereits erfolgreich an Lösungen. Ein

großtechnisches Verfahren gebe es aber in der ganzen Welt noch nicht.

Die BSR-Mitstreiter hoffen nun, ihren Wissensvorsprung auszubauen und international zu

verwerten. Profitieren davon, so Daus, würden die Unternehmen und die Region. Der Weg

allerdings ist noch weit, warnt er vor zu viel Euphorie. Es gehe nicht nur um eine

technische Lösung des Säure-Problems. Sie müsse auch bezahlbar sein.

  Frage der Finanzierung

  Damit stehen die Firmen vor der gleichen Frage wie Kommunen im Umfeld der Seen: Wer

  wird für deren Unterhaltung und Finanzierung verantwortlich sein? Noch kommt das Geld

  aus dem Verwaltungsabkommen von Bund und Ländern. Das läuft 2007 aus. Daus: "Wir

  brauchen unbedingt eine Regelung für die Zeit danach."

 

Hintergrund

Verein der Sanierer

Das Unternehmensnetzwerk hat am 3.Juni (2004) den Verein BSR e.V. gegründet. Beigetreten sind

bisher elf Unternehmen :

BIUG beratende Ingenieure für Umwelttechnik und Grundbau GmbH, Freiberg

BUL-S Bergbausanierung und Landschaftsgestaltung Sachsen, Spreetal

eta AG Engineering, Schwarze Pumpe

GMB Gesellschaft für Montan- und Bautechnik mbH, Senftenberg

Hoogen Bodensanierung GmbH, Alpen (NRW)

LAG Lausitzer Analytik GmbH, Schwarze Pumpe

LUG Engineering GmbH, Laubusch

NSG Niederlausitzer Sanierungsgesellschaft, Großräschen

SGL Sanierungsgesellschaft Lauchhammer

UIT Umwelt- und Ingenieurgesellschaft GmbH, Dresden

VKTA Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik, Rossendorf

Der Verein hat seinen Sitz bei der  LUG in  Laubusch

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.06.2004

 

Alle Maßnahmen kosten Geld, viel Geld ...

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.05.2004

 

Bewegung im Streit um Lausitzer Seen

LMBV: Verwaltungsabkommen wird Kosten für Gewässer-Nachsorge regeln

KLEIN PARTWITZ. In den Streit um die Übertragung der Lausitzer Seen an neue Eigentümer kommt Bewegung. Bund und Länder hätten sich verständigt, die Finanzierung der Gewässer-Nachsorge in einem Verwaltungsabkommen zu regeln, erklärte Friedo Ulpts, kaufmännischer Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau­Verwaltungsgesellschaft(LMBV), am Rande der Bilanzpressekonferenz gestern in Klein Partwitz (Kreis Kamenz).

Brandenburg und Sachsen drängen auf eine Einigung, um potenziellen Investoren für touristische Attraktionen im entstehenden Lausitzer Seenland Rechtssicherheit zu verschaffen. Grundsätzlich wollen die Länder die Seen nach ihrer Fertigstellung kaufen und in eigene Verantwortung übernehmen. Haupthindernis dafür seien bislang die Folgekosten, sagte Ulpts. 

Da es sich um künstliche Gewässer handelt, könne derzeit niemand sagen, welche finanziellen Risiken darin in Zukunft lauern. 

Die LMBV jedenfalls stehe zu ihrer Pflicht der bergbaulichen Nachsorge, betonte LMBV­Chef Mahmut Kuyumcu. "Dazu haben wir uns bekannt."

Zwischen Hoyerswerda und Senftenberg entsteht bis 2018 eine Landschaft mit neun Seen, die durch Kanäle verbunden sind. Die gesamte Wasserfläche wird rund 7000 Hektar betragen.

(Eig. Ber./maf) SEITEN 2 & WIRTSCHAFT

   

Bergbausanierer treiben den Umbau der Lausitz voran

 LMBV investierte 370 Millionen Euro 2003 / Beschäftigung nimmt ab

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft(LMBV) treibt die Sanierung der ost­deutschen Braunkohlereviere erfolgreich voran. Im vergangenen Jahr investierte sie weitere 370 Millionen Euro in die Umgestaltung der ausgekohlten Tagebaue in ein attraktives Seenland. Die Kehrseite des Fort­chritts bleibt die abnehmende Beschäftigungswirkung.

 VON MARKUS FÜLLER

 Mahmut Kuyumcu ist stolz auf das Erreichte. Die Braunkohlesanierung erweise sich zunehmend als "eine deutsche Erfolgsstory auch mit internationaler Ausstrahlung",' betont der LMBV-Chef bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2003. Die Zahlen, die er nennt, belegen: Hier geht es nicht darum, ein örtliches Freigelände zu begrünen, sondern um die "größte Landschaftsbaustelle Europas".

Bedeutsame Flächen

Für rund 100 000 Hektar steht die LMBV mit ihren Vorgängerunternehmen seit 1990 in der Verantwortung. Knapp die Hälfte davon ist mittlerweile saniert, nutzbar gemacht und veräußert. Der Rest ist im Werden. Zum größten Teil entstehen neue Forste und landwirtschaftliche Nutzflächen. Von besonderer Bedeutung sei für die Regi­on aber etwas anderes, sagt Kuyumcu. 26 Prozent der ehemaligen Bergbau­flächen würden zu Seen, weitere sechs Prozent zu erschlossenen Gewerbe­ und Industriegebieten. In beidem sieht er einen entscheidenden Beitrag einerseits für die touristische, andererseits für die wirtschaftliche "Revitalisierung der von Arbeitslosigkeit gebeutelten Region".

Die Sanierung selbst hat ihre besten Beschäftigungsjahre indes längst hinter sich. Je näher die LMBV ihrem Ziel kommt, um so weniger Arbeit bleibt für sie und die Sanierungsgesellschaften. Im Jahr 2003 lebten noch rund 7550 Menschen von der ostdeutschen Braunkohlesanierung, erklärt LMBV­Arbeitsdirektor Jürgen Wingefeld. Bis zum Ende des dritten Verwaltungsabkommens 2007 werde sich diese Zahl noch einmal nahezu halbieren. Mitte der 90er-Jahre sicherte die Sanierung knapp 25 000 Arbeitsplätze.

Dieser Beschäftigungsabbau liegt in der Natur der Aufgabe. Daran lassen die LMBV-Chefs keinerlei Zweifel. Um so wichtiger sei es, das bestmögli­che aus der vom Braunkohletagebau gezeichneten Landschaft zu machen. Große Zuversicht besteht in den neu zu schaffenden Attraktionen rund um das Lausitzer Seenland. Sie sollen Touristen und Investoren gleichermaßen in die Region locken und dadurch Arbeitsplätze schaffen.

Einzelne Seen sind bereits soweit geflutet, dass die Urlauber kommen können. An anderer Stelle braucht es noch etwa zehn Jahre und weiterhin hinreichend Regen, bis der beabsichtigte Wasserstand erreicht ist.

Erste Investoren haben bei den Kommunen schon angeklopft (die RUNDSCHAU berichtete). Was fehlt ist Rechtssicherheit über die künftige Verantwortung für die Seen. Kuyumcu sieht die "Länder gefordert, klar Position zu beziehen, welche Seen sie .übernehmen wollen". Verhandlungen zwischen Brandenburg,. Sachsen und dem Bund laufen. Eine Einigung .soll bis Ende 2004 erzielt sein.

Absprache mit dem Bund

Etwas Bewegung gebe es bereits, verrät der kaufmännische LMBV-Chef Friedo Ulpts. Vor allem strittig seien die schwer einzuschätzenden Nachsorgekosten für die Gewässer, erinnert er. Zwischenzeitlich hätten sich die Verhandlungspartner darauf "verständigt, diese Kosten weiter aus einem Verwaltungsabkommen zu finanzieren".

 

Zahlen und Fakten

Milliarden-Etat

Die Finanzierung der ostdeutschen Bergbausanierung regeln Bund und Länder jeweils in einem Verwaltungsabkommen.

Der augenblickliche Etat umfasst für die Jahre 2003 bis 2007

rund 1,8 Milliarden Euro 

Von 1990 bis Ende 2003 sind 7,1 Milliarden Euro in die Sicherung der stillgelegten Tagebaue und die nötigen Arbeiten der Wiedernutzbarmachung geflossen.

Für das Gesamtprojekt sind insgesamt rund 8,8 Milliarden Euro veranschlagt.

Die Arbeiten im Bereich Abriss, Massenbewegung und -verdichtung sind weitestgehend abgeschlossen. 

Die Rekultivierung ist zu 61 Prozent, die Altlastensanierung zu 49 Prozent und die Wiederherstellung des Wasserhaushaltes zu 43 Prozent erledigt. 

(Stand: Mai 2004) 

 

Nach dem die Finanzierung weitgehend gesichert ist, geht es an die nun zu bewältigenden Aufgaben:

Altlastensanierung, Sanierung des Wasserhaushaltes:

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.08.2005

Pilotversuch für saubere Lausitzer Tagebauseen

 Sand-Asche-Gemisch soll saures Wasser reinigen
 

 SENFTENBERG. Die Wasser­qualität in Lausitzer Tagebau­seen soll mithilfe eines

 Großversuchs verbessert werden. Durch den auf zwei Jahre angelegten technischen

 Pilotversuch solle eine kostengünstige Technologie zur Behandlung des sauren

 Grundwassers entwickelt werden, teilte die in Berlin ansässige Lausitzer und Mitteldeutsche

  Bergbauverwaltungsgesellschaft gestern mit.

Das Testgelände befindet sich auf dem geschütteten Kippenbereich zwischen den

Bergbauseen Sedlitz - dem künftigen Sedlitzer See - und Skado ­dem künftigen Partwitzer

See ­an der Landesgrenze Brandenburg - Sachsen. Der Wasserspiegel beider Seen hat

eine Differenz von etwa fünf Metern,

 

Auf der Kippenfläche baut das Sanierungsunternehmen BUL Sachsen 150 

Asche-Sand­Säulen in einem vorgegebenen Raster 15 Meter tief ein, die vom Wasser

durchflossen werden. (dpa/roe)

 

Sanierer nutzen Bakterien-Fresslust

Hungrige Bakterien fressen sich im Skadodamm zwischen dem Partwitzer und dem Sedlitzer See erfolgreich durch Eisen und Sulfate. Damit wird der Zustrom von saurem Wasser aus den Bergbau-Kippen in die Gewässer deutlich gebremst. Experten des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde und der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus beweisen mit dem Sanierungsverfahren, dass der Selbstheilungsprozess der Natur mit gefräßigen Mikroben im Wohlfühlklima beschleunigt werden kann.

Senftenberg/Cottbus/Finsterwalde. Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) Finsterwalde ist gemeinsam mit Forschern der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus am Skadodamm im Lausitzer Seenland ein Durchbruch gegen das Versauern der Seen gelungen: Eisen und Sulfat fressende Bakterien reduzieren den Zustrom sauren Wassers aus den Kippen.


                                       


Die Mikroben, die in den Lausitzer Böden naturgemäß vorhanden sind, arbeiten so langsam, dass der Selbstheilungsprozess der durch den Kohleabbau verletzten Erde nur im Schneckentempo abläuft. In der Kippe zwischen dem Partwitzer und dem Sedlitzer See haben die Sanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Fresslust der Bakterien nach den Vorgaben der Wissenschaftler deshalb kräftig angeheizt.

Der Tisch wird mit organischen Substanzen im Kippenuntergrund so gut gedeckt, dass die Mikroben sehr effektiv futtern und die eigentlich gefährlichen gelösten Sulfate als Feststoffe ausfällen. Damit wird der Prozess des Ausschwemmens sulfathaltiger Verbindungen praktisch umgekehrt und das Versauern der Seen gebremst.

Der kleintechnische Versuch ist in Grünewalde gefahren worden – mit dem Ziel, das Versauern des Grundwassers zu stoppen. Im Zeitraum eines Dreivierteljahres waren 10 300 Kubikmeter Kalkmilch in einer Tiefe bis zu zwölf Metern infiltriert worden.
                                                         
Mit guten Ergebnissen. Großtechnisch ist das Prinzip in der Sanierungspraxis am Skadodamm auf den Prüfstand gestellt worden. Mit durchschlagendem Erfolg. Lokal wurde Grundwasser gehoben, mit Glycerin als mikrobiell verwertbarer Kohlenstoffquelle und Nährstoffen angereichert und über Infiltrationslanzen in den Kippengrundwasserleiter zwischen den beiden Bergbaufolgeseen zurückgeführt.

„Mit diesem Pilotvorhaben haben Sanierer und Forscher erfolgreich nachgewiesen, dass durch die Stimulation von in der Kippe vorhandenen sulfatreduzierenden Bakterien eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität möglich ist – und dies relativ einfach und preiswert“, konstatiert Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft.

Zum Thema:

Zum Thema Der Gehalt von Eisenverbindungen im behandelten Grundwasser ist mit dem mikrobiellen in-situ Sanierungsverfahren um bis zu 90 Prozent gesenkt worden. Die Sulfatkonzentrationen im Abstrom zum Sedlitzer See erreichten in der Grundwasserbehandlung rund 40 Prozent. Diese Behandlung des Grundwassers mit Eisen und Sulfat fressenden Bakterien in der Kippe führt dazu, dass die ursprünglich sehr starke Säurewirkung vollständig abgebaut werden kann. Dies ist auch nachhaltig, das belegt eine Betriebspause von 110 Tagen. Die Sulfatkonzentrationen, die zum Versauern der Seen führen, bleiben 80 Tage im Zielwertbereich.

Quelle: Lausitzer Rundschau,  08.09.2011

 

Zunächst mal wieder zur Auflockerung ein Bild, um sich noch einmal zu 

vergegenwärtigen, um welche Dimensionen es sich bei den Tagebaurestlöchern 

handelt:

       

... und das ist nur ein kleiner Teil der geschundenen Landschaft.

 

Der Tagebau schreitet voran und mit mit jedem Tag nehmen die Visionen für eine 

Nachnutzung der Tagebaurestlöcher  mehr und mehr Gestalt an und 

es wachsen die Begehrlichkeiten:

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.10.2004

AMT PEITZ  

Wo die Bergleute einmal baden gehen

 Das Umfeld des Cottbuser Ostsees wird bereits geplant

 

                

Noch schlagen die Wellen des Cottbuser Ostsees nicht an die Ufer bei Neuendorf oder Schlichow, ist der See nur ein Umriss auf einer Karte. Doch in den Köpfen des Inselrates nimmt die Vision immer mehr Gestalt an. Es wird bereits das Umfeld geplant, wie Helmut Geissler, Bürgermeister der Gemeinde Teichland und Mitglied des Inselrates erklärt.

 VON JANA POZAR

 Den Inselrat bilden die Bürgermeister von Cottbus, Haasow, Kathlow, Wie­sengrund und Teichland. "Inspiriert von der Außergewöhnlichkeit der Ta­gebaulandschaft haben wir die Vision für dieses Umfeld entwickelt", erklärte Geissler, der das Projekt während des jüngsten Peitzer Amtsausschusses vorstellte.

Der Cottbuser Ostsee soll das Größte sein, was in der Zukunft in Brandenburg geschaffen wird. Auch der Klinger See wird mit genutzt. Der künstliche Cottbuser Ostsee soll eine Gesamtfläche von 19 Quadratkilometer haben. 42 Kilometer wird das gesamte Ufer messen. Der See wird im Norden zirka zwei bis zweieinhalb Meter tief sein wird, in der Region um Maust und Neuendorf sogar eine Tiefe von etwa 30 Metern erreichen soll. 

"Damit wird der Ostsee auch für Taucher attraktiv werden", ist sich Geissler sicher. Ein Ideenwettbewerb wurde ausgeschrieben, immer mit Blick auf die finanzielle Machbarkeit. Fünf Arbeiten sind in die engere Wahl gekommen, aus diesen soll ein Projekt entstehen. Die große Stadt am See wird Cottbus sein. Eine Ferienhaussiedlung um Merzdorf und Schlichow und eine Dünenlandschaft wird Südseestrandgefühl nach Brandenburg bringen. Nahe Neuendorf soll ein Jugendcampingplatz entstehen. "Ein Rahmenabschlussplan zum Projekt wird derzeit von Vattenfall erarbeitet", so Helmut Geissler. Der gesamte Ostbereich des Sees kann für den Naturschutz genutzt werden.

Aber nicht nur der unmittelbare Strandbereich wird attraktiv gestaltet. "Radwanderwege rund um den See sind geplant", so Geissler. Natürlich wird auch die Bärenbrücker Höhe fester Bestandteil des Projektes. "Hier ist beispielsweise eine Sommerrodelbahn angedacht, ebenso ein botanischer Garten oder ein Eiszeitgarten", erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Teichland. Schon festgeschrieben ist eine Seebühne. "Etwa 8000 Zuschauer werden dort Platz finden."

Viele Ideen sind beim Inselrat eingegangen, angefangen von Leuchttürmen, Stegen über Anlegestellen, Inseln, Lagunen bis hin zu Fjordlandschaften bei Willmersdorf. Was tatsächlich realisiert werden kann, muss noch geklärt werden, so Geissler. Sicher ist nur, dass das gesamte Projekt im Jahr 2030 abgeschlossen sein soll. Auch an die Wasserqualität wird jetzt schon gedacht. "Nur wenn das Wasser langsam in den Ostsee einfließt, ist die Qualität gewährleistet", betont Geissler. "Was hier vor unserer Haustür passiert, ist sehr interessant und wird mit Sicherheit den Tourismus in unsere Gegend locken", freut sich Ausschussvorsitzender Helmut Fries.

... oder so wie hier:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.12.2004

 

 Während die Einen schon für die Zukunft planen, sorgen sich andere um die 

Füllung der schon bestehenden Restlöcher:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.11.2004

Kaum Flusswasser für Tagebauflutung

Trotz normaler Sommerniederschläge fehlt der Lausitz Wasser /

Leere Speicherbecken

Gärtner und Landwirte in der Region konnten mit dem vergangenen Som­mer zufrieden sein. Nach großer Trockenheit 2003 gab es wieder normale Regenmengen. Die Natur konnte sich erholen, die Grundwas­servorräte und die Speicherbecken in der Region nicht. Die Tagebaurestlö­cher bekamen erneut kaum Flutungs­wasser. Die Flutung soll die Gruben nicht nur schneller füllen, sondern auch der Versauerung der Seen ent­gegen wirken.

 VON SIMONE WENDLER

Seit Januar regnete es in der Lausitz fast jeden Monat in gewohnten Men­gen. Nur April und September waren zu trocken, ansonsten fiel immer so viel Niederschlag, wie langjährige Statistiken erwarten ließen. Trotzdem sind die Wasserprobleme der Region nicht geringer geworden. "Das Defizit vom trockenen Sommer 2003 belastet uns noch immer", sagt Wolfgang Genehr, Leiter der in Cottbus ansässigen Regionalabteilung Süd des Brandenburger Landesumweltamtes. 2003 ging ein Drittel weniger Niederschlag als in normalen Jahren in der Lausitz nieder. 200 Liter pro Quadratmeter fehlen.

Durch den Regen des vergangenen Sommers konnte sich die Natur in der Region erholen, die Flüsse und Bäche indes nicht. "Die Feuchtigkeit ist in die Pflanzen gegangen und verdunstet", so Genehr. In der Spree floss trotz Sommerregens nur so viel Wasser, wie notwendig ist, damit der Spreewald keinen Schaden nimmt. Doch selbst das konnte nur durch zusätzliches Nass aus Speicherbecken garantiert werden. Die waren im Frühjahr nicht alle gut gefüllt. Während die Talsperre Spremberg ausreichend Wasser fassen konnte, gingen die Speicher Bautzen und Quitzdorf mit nur 75 beziehungsweise 30 Prozent ihrer bewirtschafteten Kapazität in die Sommersaison.

Trotzdem half Sachsen in der warmen Jahreszeit erneut mit Wasserlieferungen nach Brandenburg. Neun Millionen Kubikmeter flossen aus der Oberlausitz in die Spree. Im trocke­nen Vorjahr waren es 20 Millionen Kubikmeter. Das ist die zwischen beiden Ländern vereinbarte jährliche Maximalmenge. Zurzeit ist in der Talsperre Quitzdorf der zur Regulierung vorgesehene Stauraum leer. Das Speicherbecken Bautzen hat nur noch sechs Millionen Kubikmeter Reserve, die abgegeben werden könnten.

 Volle Speicher unwahrscheinlich

Mit wie viel Wasser Sachsen im kommenden Jahr Brandenburg unterstützen kann, ist ungewiss. Denn abgegeben werden kann nur, was vorher in. den sächsischen Staube­cken eingelagert wurde. "Der jetzt niedrige Wasserstand macht es eher unwahrscheinlich, dass wir bis zum Frühjahr wieder die maximale Stau­höhe erreichen", sagt Ulf Winkler, Referatsleiter der sächsischen Landestalsperrenverwaltung.

Dass Sachsen 20 Millionen Kubik­meter Wasser pro Jahr aus seinen Speichern in Richtung Brandenburg schicken kann, sei nur mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlich­keit von 80 Prozent garantiert: "Das bedeutet, dass es alle fünf Jahre nicht klappt, oder in zehn Jahren auch mal zwei Jahre hintereinander." 

                       

Längere  Trockenperioden seien auch in der Vergangenheit schon in der Lausitz aufgetreten, so Winkler. 

Zurzeit kämen jedoch verschiedene Probleme zusammen:

die Trockenheit, der Vertrag mit Brandenburg und 

steigende Anforderungen aus den sächsischen Binnenfischereibetrieben.

In der Talsperre Spremberg gibt es zurzeit einen niedrigen Füllstand, weil an der Staumauer gebaut wird. In zwei Wochen wird wieder mit der Bevorratung begonnen. "Wir könnten mal ein kleines für die Anwohner ungefährliches Spreehochwasser brauchen", sagt der Cottbuser Was­serfachmann Wolfgang Genehr. Dass würde nicht nur den Vorratsspeichern gut tun, sondern auch Flüsse und Bäche "durchspülen" und Ablagerungen beseitigen.

Auch Eckhard Scholz hätte nichts dagegen einzuwenden, im Gegenteil. Er ist Chef der Flutungszentrale der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die Flusswasser in die Lausitzer Tagebaurestlochkette dirigiert. Nur 33 Millionen Kubikmeter waren es in der ersten Jahreshälfte, ein Drittel davon kam aus der Neiße und floss in das sächsische Tagebaurestloch Berzdorf.

Bis Dezember werden insgesamt vermutlich nur 40 bis 45 Millionen Kubikmeter Flutungswasser in die stillgelegten Lausitzer Kohlegruben fließen. Im trockenen Jahr 2003 waren es noch 60 Millionen Kubikmeter. 2002 floss dagegen dreimal so viel Flusswasser in die Restlöcher. "Es ist schon das zweite schlechte Jahr und wir schieben noch ein Minus von 60 Millionen Kubikmetern aus dem Vorjahr vor uns her", sagt Eckhard Scholz, Chef der Flutungszentrale.

Im Sommer sei der Wasserstand im sächsischen Restloch Dreiweibern, das seit einigen Jahren geflutet wird, so niedrig gewesen, dass die Böschung gefährdet war. Deshalb, so Scholz, musste über die kleine Spree Wasser aus dem Speicherbecken Lohsa I nach Dreiweibern geschafft werden. "Die Situation ist schon prekär" , fasst er die Lage zusammen.

Kein Grundwassernachschub

Die Wasserfachleute vom Brandenburger Landesumweltamt, Regionalstelle Süd in Cottbus, beobachten auch, dass sich der Grundwasserspiegel in der Region seit einigen Jahren nicht erholt. "Die Tendenz zeigt abwärts", sagt Wolfgang Genehr. Kleingärtner und Landwirte würden das kaum merken und auch die Tiefbrunnen der Trinkwassergewinnung seien nicht gefährdet. Doch das niedrige Grundwasser habe negative Auswirkungen auf Flüsse, Bäche und Teiche der Region.

Probleme drohten dem Wasserhaushalt der Lausitz auch aus anderer Richtung. Untersuchungen hätten gezeigt, so Genehr, dass eine Versauerung nicht nur in den Tagebauseen stattfinden könne, sondern auch in nicht abgebaggertem Boden, unter dem jahrelang das Grundwasser ab­gesenkt war. Durch chemische Umwandlungen seien offenbar dort auch Mineralstoffe entstanden, die in den kommenden Jahren im ansteigenden Grundwasser für eine Versauerung sorgen könnten. Genehr ist sich sicher:

"Das ganze Problem ist vermutlich viel größer als bisher gedacht. "

 

Innerhalb von nur drei Wochen kann sich auch für Wasserexperten 

(der Begriff "Experte" ist nicht gesetzlich geschützt, so dass sich ein jeder so nennen darf und kann)

und solche, die sich dafür halten sehr viel ändern ....

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.11.2004

Nachschub für Lausitzer Tagebauseen

 BERLIN. Nach den zuletzt ergiebigen Niederschlägen läuft die Flutung der Lausitzer Tagebauseen auf vollen Touren. Die Flüsse Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße führten mehr Wasser als sonst, teilte der Bergbausanierungsträger LMBV gestern mit. Allein vom 17. bis 23. November (2004) konnten 

1,15 Millionen Kubikmeter Wasser in die brandenburgischen und 

4,6 Millionen Kubikmeter in die ostsächsischen Bergbaufolgeseen 

eingeleitet werden. (Eig. Ber./maf)

 

Die mit der Flutung in Zusammenhang stehenden Probleme sind auch die 

Probleme des Braunkohlenausschusses :

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.11.2004

Braunkohlenausschuss vor neuen Herausforderungen

Probleme rund um Lausitzer Seen immer wichtiger

COTTBUS, Die bevorstehenden Aufgaben des Brandenburger Braunkohlenausschusses werden "nicht einfacher". Das prognostizierte der scheidende Ausschussvorsitzende und jetzige Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) gestern (24.11.2004) bei der Sitzung des Ausschusses in Cottbus. 

Die Probleme rückten zunehmend "in den Wasserbereich". 

Er selbst werde sich in neuer Funktion diesem Thema mit der Novelle des Wassergesetzes stellen, kündigte er an. Sein Ziel sei es, einen Gesetzentwurf "bis Ende nächsten Jahres" vorzulegen.

Das geplante Seenland sei "bedeutend für den gesamten Wirtschaftsstandort Lausitz", betonte Reinhold Dellmann, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung (MIR). Für die künftige Entwicklung der Lausitzer Seen sei es sinnvoll, "ein hohes Maß an Eigentum in öffentli­cher Hand" zu behalten. Er wisse aus anderen Bereichen: "Wenn etwas erst einmal pri­vatisiert ist, wird es schwierig. " Nicht nur die Eigentumsfra­ge brenne unter den Nägeln, hieß es ergänzend aus dem Ausschuss. Ebenso "dringend erforderlich sei es, sich um das Problem der Wasserqualität" zu kümmern. Der Ausschuss beschloss, sich im kommenden Jahr verstärkt diesen Fragen zu widmen.

Woidke und Dellmann versicherten, die Bergbausanierung in der Lausitz mit den vereinten Kräften des Umwelt- und des Infrastrukturministeriums zu unterstützen. 

Im Zuge der neuen Zuschnitte der Ministerien wechselt der Braunkohenausschuss in die Zuständigkeit des MIR. 

Woidke bedauerte dies, da ihm die Arbeit in der Braunkohlen- und Sanierungsplanung besonders "ans Herz gewachsen" sei. Dennoch werde er dem Thema "eng verbunden bleiben". Brandenburg nutze seit einiger Zeit Mittel aus dem EU-Landwirtschaftsfonds zur Ko-Finanzierung der Sanierung, erinnerte der Minis­ter. Damit sei er als Zuständiger für die Landwirtschaft auch offiziell weiter mit im Boot.

Dellmann betonte, dass das MIR "die bewährte Arbeit des Ausschusses beibehalten" wird und versprach eine "intensive Kooperation" mit dem Woidke-Ministerium.

Woidke gab gestern als frisch gekürter Landesminister Mitgliedschaft und Vorsitz im Braunkohlenausschuss auf. Die Neuwahl. seines Nachfolgers findet in der ersten Sitzung 2005 statt. (Eig. Ber./maf)

 

Und zum zu Ende gehenden Jahr 2004 noch eine erfreuliche Nachricht: 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.12.2004

Sicherheit für Investoren im Lausitzer Seenland

 Wasserrechtliche Planungsgrundlagen für die "Drehscheibe" der Seenkette übergeben

SENFTENBERG. Seit gestern (20.12.2004) sind die berg- und wasserrechtlichen Entwicklungsziele für die "Drehscheibe" des Lausitzer Seenlandes amtlich verzahnt. Mit dem ersten länderübergreifenden Planfeststel­lungsbeschluss für die Restseen Koschen (Geierswalder See), Skado (Partwitzer See) und Sedlitz (Sedlitzer See) hat Mahmut Kuyumcu, Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV), nun alle rechtlichen Grundlagen für das größte wasserwirtschaftliche Sanierungsprojekt der Lausitz erhalten.

In den 64 Genehmigungen und 171 Nebenbestimmungen sind Vorgaben zur künftigen wasserwirtschaftlichen Nut­zung der drei Tagebaurestseen, die Steuerung der Wassermengen und -qualität und die Umweltverträglichkeit für das Herzstück der Seenkette geregelt.

Das bringt Sicherheit für die Investoren, die das touristische Potenzial zügig weiter erschließen wollen.

Am Partwitzer See wurde gestern der Startschuss gegeben für die Bauleitplanung für eine Hotelanlage, einen Country­Campingplatz und eine Geländereitstrecke. Die 16-Millionen-Euro-Investition soll 81 Arbeits- und zehn Ausbildungsplätze schaffen. Die Reit-Anlage wird vom Landesverband Pferdesport Sachsen unterstützt als Ersatz für das bei Moritzburg geplante Vorhaben das nach dem Aus der Leipziger Olympiabewerbung auf Eis gelegt wurde. 

(Eig. Ber./Ka We)

 

Wie schon mehrfach vom erwähnt, ist es bis zu der uneingeschränkten Nutzung der entstehenden 

Lausitzer Seen ein beschwerlicher Weg, besonders das Problem der Wasserqualität bedarf einer

Lösung:

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.01.2005

 130 Experten loten Zukunft des Lausitzer Seenlandes aus

 HOYERSWERDA. 130 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik haben gestern über die Probleme der Wasserqualität im entstehenden Lausitzer Seenland diskutiert. Es gebe "keinen Grund, an den langfristigen Finanzplanungen Veränderungen vorzunehmen" , erklärte Mahmut Kuyumcu, Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Rande der Fachtagung in Hoyerswerda. Seit Monaten warnen Wissenschaftler und Kommunalvertreter davor, dass sich das Problem der Versauerung der Seen durch geringere Niederschläge zuspitze und teure Verfahren zur Qualitätsverbesserung notwendig würden.

(Eig. Ber./maf)

 

Man sollte zwar die geringeren Niederschläge der letzten beiden Jahre berücksichtigen, aber nicht dramatisieren:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.01.2005

 

LMBV rückt saurem Wasser in Lausitzer Seen zu Leibe

 Fachkonferenz widmet sich Qualitätsproblemen / Verfahren im Test

 Tausende Touristen sollen in einigen Jahren das Lausitzer Seenland besu­chen und Geld in die Region bringen. Passieren wird das nur, wenn die Qualität des Wassers stimmt. Bis dahin muss noch einiges geschehen, weiß der oberste Bergbausanierer LMBV. Auf seiner Fachtagung in Hoyerswerda diskutierte er gestern mit Wissenschaftlern, Politikern, Firmen- und Kommunalvertretern, wie der Versauerung am besten begegnet werden kann.

VON MARKUS FÜLLER

Das Thema hat es in sich. Bürgermeister hoffen auf Investoren, Sanierungsgesellschaften auf Aufträge, Landespolitiker auf eine sich selbst tragende Entwicklung und alle zusammen auf reichlich Niederschlag. Den braucht es, damit die Flüsse Spree, Neiße oder Schwarze Elster genug Wasser führen, um möglichst viel davon in die Tagebauseen abzuzweigen. 2003 und 2004 waren in diesem Sinne äußerst schlechte Jahre. Folglich wurden die warnenden Stimmen in den vergangenen Monaten immer lauter (die RUNDSCHAU berichtet). Aus der fehlenden Menge resultiere ein Qualitäts- und daraus wiederum ein Finanzproblem, hieß es. Je weniger Wasser zugeführt wird, desto höher ist der Anteil des ansteigenden Grundwassers. Da dieses sehr sauer ist, muss technologisch nachgebessert werden. Und das kostet.

Strenge Kriterien

Die Lausitzer Seen hätten ein "erhebliches Versauerungspotenzial", räumt Mahmut Kuyumcu, Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Rande der Fachtagung ein. Das sei aber keine neue Erkenntnis. Zudem zeigten die ersten fertig gestellten Seen, dass das Problem der Wasserqualität "in den Griff zu bekommen" ist.

Anders als im mitteldeutschen Raum mit den großen Flüssen Mulde und Saale fielen die Flutungsmengen in der Lausitz unabhängig von schwankenden Niederschlagsmengen bescheiden aus. Daher steht für Kuyumcu ohnehin fest: "Wir werden einen Teil der Seen behandeln müssen." Nicht nur das Tourismus-Ziel mache dies erforderlich. Die Seen seien am Zu- und am Ablauf mit dem öffentlichen Gewässernetz verbunden. Für die Einleitung in Flüsse gelten "strenge Qualitätskriterien". So müsse der ph-Wert "oberhalb von sechs" liegen. Davon sind einige Seen mit ph-Werten zwischen drei und vier noch weit entfernt.

Die LMBV arbeite schon seit Jahren gezielt auf die Verbesserung der Wassergüte hin, erinnert Chef-Geotechniker Friedrich Carl Benthaus. Zusammen mit den Sanierungsgesellschaften würden unter wissenschaftlicher Begleitung die unterschiedlichsten technologischen Verfahren getestet. Dabei gebe es ebenso Rückschläge wie Erfolge. Die entscheidende Hürde sei, dass Maßnahmen, die im Kleinen funktionieren, sich auch in einem großen See bewähren. Mittlerweile seien "vier Verfahren in der großtechnischen Erprobung".

1m vergangenem Jahr hätten die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen erstmals den größten Teil des Sanierungsbudgets in Anspruch genommen, betont LMBV-Chef Kuyumcu. Von einer drohenden Erhöhung der Kosten will er nichts wissen. Aus heutiger Sicht habe er "keinen Grund, an den langfristigen Finanzplanungen Veränderungen vorzunehmen".

Verhandlungen ab Ende 2005

Bis 2007 ist die Finanzierung durch das dritte Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und den ostdeutschen Braunkohleländern gesichert. Wie es danach weiter geht, hängt von den Verhandlungen um ein Folgeabkommen ab. Nach Angaben Kuyumcus beginnen diese Gespräche wie geplant Ende diesen Jahres.

 

Hintergrund

Künstliches Seenland

Mit der Sanierung der Tagebaurestlöcher entstehen in der Lausitz 28 künstliche Seen. Sie speisen sich aus zwei 

Quellen:

dem Wiederanstieg des Grundwassers, das durch den Abbau der Braunkohle künstlich abgesenkt wurde, und

der Einleitung von Oberflächenwasser aus umliegenden Flüssen (Flutung).

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts hat der Großteil der Seen seinen Soll-Wasserstand erreicht.

Im gefüllten Zustand werden alle LMBV-Seen zusammen 4,5 Milliarden Kubikmeter Wasser beinhalten.

Sie dehnen sich auf einer Gesamtfläche von 28 000 Hektar aus.

Dadurch vergrößert sich die Seenfläche in Deutschland um ein Fünftel.  

 

Die Lausitzer Seenlandschaft wird nicht nur von großer wasserwirtschaftlicher Bedeutung 

sein, sondern ein kultureller Tourismusmagnet im Rahmen der Internationalen 

Bauausstellung  Fürst-Pückler-Land sein.

Einen kleinen Eindruck von den Visionen gibt der nachfolgende Artikel der Lausitzer  

Rundschau vom 15.04.2005 wider:

 

Die Zukunftslandschaft in der Lausitz nimmt Gestalt an

IBA-Fürst-Pückler-Land zieht mit neuer Ausstellung Halbzeit-Bilanz

Auf dem lindgrünen Zeitstrahl, der die letzten 12 000 Jahre in Stunden und Minuten transformiert, dauern zehn Jahre Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land nur ein paar Minu­ten. Wie radikal die Umwälzungen in der Lausitz sind, die sich während dieses winzigen Zeitfensters vollzie­hen, verdeutlicht die Ausstellung "Be­wegtes Land" auf den IBA-Terrassen in Großräschen, die morgen zur Halb­zeit eröffnet wird.

VON ANNETTE SIEMER

 "Die Erde ist in stetiger Veränderung begriffen", heißt es am Anfang der Ausstellung. Von dieser Veränderung ist die Lausitz besonders betroffen: Die Eiszeit formte die Landschaft, Men­schen zerstörten sie mit dem Kohleabbau und mit der IBA Fürst-Pückler­Land vollziehen sich nicht weniger radikale Veränderungen von gewalti­ger Dimension. Die Ausstellung reflektiert diesen Umwandlungsprozess, die Gestaltung einer Zukunftslandschaft mit sieben neuen Seen, in die die Industriekultur mit eingebunden wird. 

Was hier entsteht, ist keine Neuauflage der Mecklenburgischen Seenplatte, 

wie der IBA-Geschäftsführer Rolf Kuhn nicht müde wird zu betonen. Kein neues Naherholungsgebiet also, sondern eine Landschaft mit starker Anziehungskraft und Vielfalt, der die einzelnen IBA-Projekte ihre Prägnanz verleihen, dem Raum seine Prägung geben. Die Ausstellung hat eine klare Botschaft, die Prof. Rolf Kuhn so formuliert: "Die neue Landschaft wird nach dem Bergbau attraktiver sein als vor dem Bergbau. Sie wird wirtschaft­lichen Erfolg kreieren und neue Arbeitsplätze schaffen. In dieser Landschaft wird ein neues Lebensgefühl entstehen, das da lautet: Es macht Spaß hierzubleiben. "

Auf der ersten Terrasse hat seit gestern das riesige Schaufelrad seinen Platz gefunden - gestern noch Werkzeug im Tagebau, heute ein Objekt, das die Verbindung zwischen Kohlen­grube und Ausstellung herstellt. Das Spatenfeld hingegen, bestehend aus Leihgaben von Bürgern, steht für das Arbeitsmaterial, mit dem der Namensgeber Fürst Pückler einst seine Parklandschaften gestaltete.

Mit blau-violetten, raumgreifenden pyramidenförmigen Körpern und schrägen Flächen haben die Ausstel­lungsdesigner von mech design Berlin, der Ire Noel McCanley und der Englän­der Tom Duncan, in Haus 2 die Zwi­schenlandschaft stilisiert: Kippenland­schaft und Lausitzer Seen, in der die Industriemonumente wie die F 60 oder das Kraftwerk Plessa als zukünftiges Erlebniskraftwerk eine Brücke zwi­schen Vergangenheit und Zukunft schlagen. Dass die Biotürme in Lauchhammer nun doch vor dem Abriss gerettet werden konnten, auch das ist ein Verdienst der IBA.

Auf dem Zwischendeck, der zweiten Terrasse, setzten die Ausstellungsma­cher auf spielerische Weise das Thema regenerative Energie um: Der Weg ins dritte Haus führt über ein Strohlabyrinth, wo eine Windharfe, Solarpfeife und Wassertrommel den Energiefluss hörbar machen. Einen grandiosen Ausblick auf den zukünftigen Ilse-See bietet die eigens für die Ausstellung gezimmerte Holzbühne. Blaue Sonnenschirme und Liegestühle lassen Strandgefühle aufkommen.

In Haus 3 erfahren die Besucher etwas über die kleinen Pioniere, die schon lange vor der IBA die Zukunftslandschaft bevölkerten: die Sandstrohblume, der Sandohrwurm, die Kreuzkröte und der Steinschmätzer. Auch die Möwen zeigen Pioniergeist. Seit Ende der 80er-Jahre erobern Silbermöwen, Sturm- und Mittelmeermöwen die Lausitz und haben sich die Inseln in den wassergefüllten Restlöchern als Brutgebiete auserkoren.

Eine Antwort auf die wohl am häufigsten gestellte Frage erhält, wer dann die Treppe hoch steigt,. um über das "Oberdeck" zurückzulaufen. Wann ist der Ilse-See voll? Nicht vor 2016. 

Aber nicht ungeduldig werden. Warum? 

Das sagt Ihnen Fürst Pückler beim Weitergehen.

              

Um die Attraktivität der Gewässerlandschaft zu erhöhen, müssen energische Maßnahmen 

zum Abbau der Versauerung getroffen werden: 

LMBV rückt saurem Wasser in Lausitzer Seen zu leibe

Fachkonferenz widmet sich Qualitätsproblemen / Verfahren im Test

Tausende Touristen sollen in einigen Jahren das Lausitzer Seenland besu­chen und Geld in die Region bringen. Passieren wird das nur, wenn die Qualität des Wassers stimmt. Bis dahin muss noch einiges geschehen, weiß der oberste Bergbausanierer LMBV. Auf seiner Fachtagung in Hoyerswerda diskutierte er gestern (Anm.:28.01.2005) mit Wissenschaftlern, Politikern, Firmen- und Kommunalvertretern, wie der Versauerung am besten begegnet werden kann.

VON MARKUS FÜLLER

Das Thema hat es in sich. Bürgermeister hoffen auf Investoren, Sanierungsgesellschaften auf Aufträge, Landespolitiker auf eine sich selbst tragende Entwicklung und alle zusammen auf reichlich Niederschlag. Den braucht es, damit die Flüsse Spree, Neiße oder Schwarze Elster genug Wasser führen, um möglichst viel davon in die Tagebauseen abzuzweigen. 2003 und 2004 waren in diesem Sinne äußerst schlechte Jahre. Folglich wurden die warnenden Stimmen in den vergangenen Monaten immer lauter (die RUNDSCHAU berichtet). Aus der fehlenden Menge resultiere ein Qualitäts- und daraus wiederum ein Finanzproblem, hieß es. Je weniger Wasser zugeführt wird, desto größer ist der Anteil des ansteigenden Grundwassers. Da dieses sehr sauer ist, muss technologisch nachgebessert werden. Und das kostet.

Strenge Kriterien

Die Lausitzer Seen hätten ein "erhebliches Versauerungspotenzial", räumt Mahmut Kuyumcu, Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Rande der Fachtagung ein. Das sei aber keine neue Erkenntnis. Zudem zeigten die ersten fertig gestellten Seen, dass das Problem der Wasserqualität "in den Griff zu bekommen" ist.

Anders als im mitteldeutschen Raum mit den großen Flüssen Mulde und Saale fielen die Flutungsmengen in der Lausitz unabhängig von schwankenden Niederschlagsmengen bescheiden aus. Daher steht für Kuyumcu ohnehin fest: "Wir werden einen Teil der Seen behandeln müssen." Nicht nur das Tourismus-Ziel mache dies erforderlich. Die Seen seien am Zu- und am Ablauf mit dem öffentlichen Gewässernetz verbunden. Für die Einleitung in Flüsse gelten "strenge Qualitätskriterien". So müsse der ph-Wert "oberhalb von sechs" liegen. Davon sind einige Seen mit ph-Werten zwischen drei und vier noch weit entfernt.

Die LMBV arbeite schon seit Jahren gezielt auf die Verbesserung der Wassergüte hin, erinnert Chef-Geotechniker Friedrich Carl Benthaus. Zusammen mit den Sanierungsgesellschaften würden unter wissenschaftlicher Begleitung die unterschiedlichsten technologischen Verfahren getestet. Dabei gebe es ebenso Rückschläge wie Erfolge. Die entscheidende Hürde sei, dass Maßnahmen, die im Kleinen funktionieren, sich auch in einem großen See bewähren. Mittlerweile seien "vier Verfahren in der großtechnischen Erprobung".

Im vergangenem Jahr hätten die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen erstmals den größten Teil des Sanierungsbudgets in Anspruch genommen, betont LMBV-Chef Kuyumcu. Von einer drohenden Erhöhung der Kosten will er nichts wissen. Aus heutiger Sicht habe er "keinen Grund, an den langfristigen Finanzplanungen Veränderungen vorzunehmen".

Verhandlungen ab Ende 2005

Bis 2007 ist die Finanzierung durch das dritte Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und den ostdeutschen Braunkohleländern gesichert. Wie es danach weiter geht, hängt von den Verhandlungen um ein Folgeabkommen ab. Nach Angaben Kuyumcus beginnen diese Gespräche wie geplant Ende diesen Jahres.

 

... und hier für die oben genannten Vorhaben zwei gute Nachrichten.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.03.2005 bzw. 07.04.2005

Tagebau-Sanierung finanziell gesichert 

Rat der Braukohle-Stiftung konstituiert

POTSDAM/COTTBUS. Die Sanierung ehemaliger Braunkohletagebaue in der Lausitz ist nach Angaben der brandenburgischen Landesregierung bis 2007 gesichert. Wie Infrastrukturminister Frank Szymanski (SPD) gestern sagte, werden von 2003 bis 2007 Sanierungsleistungen in Höhe von insgesamt 841 Millionen Euro erbracht, die von Bund und Ländern finanziert werden. Weitere 39 Millionen Euro kommen aus Mitteln der EU-Strukturfonds dazu.

Geplant sind zum Beispiel Projekte für die Rekultivierung und Renaturierung, die Wiederherstellung unterbrochener Verkehrswege und Leitungen sowie die Regulierung der natürlichen Wasserhaushalte.

Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Jahren 1991 bis 2002 für die Sanierung ehemaliger Braunkohle­Bergbauflächen Leistungen von insgesamt 

rund 6,7 Milliarden Euro 

bundesweit realisiert. Davon entfielen 2,7 Milliarden auf Brandenburg. Für den Zeitraum 2003 bis 2007 haben sich Bund und Länder auf einen Finanzrahmen von bundesweit insgesamt 1,7 Milliarden Euro geeinigt.

Nach Aussage des Ministers unterstützt die Bergbausanierung auch einen Strukturwandel in der Region. Bereits jetzt seien "von den 100 größten Unternehmen Brandenburgs 20 aus der Lausitz". Nach Aussage des Ministeriums waren im Jahr 2003 in Brandenburg 4700 Menschen direkt und direkt mit dem Bereich Braunkohle beschäftigt.

Unterdessen hat der Rat der neuen "Stiftung Lausitzer Braunkohle" vom Energiekonzern Vattenfall Europe Mining AG seine Arbeit aufgenommen und auch schon erste förderwürdige Projekte beraten. Es gebe eine Vielzahl eingereichter Förderanträge mit hoher Qualität, berichtete die Stiftung gestern in Cottbus.Aus den Zinserträgen der 4,3 Millionen Euro ausgestatteten Stiftung will Vattenfall sozialpolitisches Engagement in der Braunkohleregion Südbrandenburg und Ostsachsen verstärken.

Nach Angaben einer Sprecherin wurden schon Mitte erste Projekte bewilligt. Nähere Angaben machte sie nicht. Die beratenen Projekte sind laut Mitteilung aus den Bereichen internationale Jugendarbeit, Bildungsförderung und Kinderbetreuung. 

Zum Vorsitzenden des Stiftungsrates wurde der Vattenfall-Arbeitsdirektor Hermann Borghorst gewählt. (dpa/rb)

 

                                

 

Gewässer im Lausitzer Seenland sind etwa zur Hälfte gefüllt 

KAMENZ/GROSSRÄSCHEN. Die Gewässer des Lausitzer Seenlandes haben sich im Schnitt etwa zur Hälfte gefüllt. In den ehemaligen Tagebaulöchern, von denen die meisten im sächsisch-brandenburgischen Gebiet zwischen Hoyerswerda und Senftenberg liegen, befinden sich mehr als 500 Millionen Kubikmeter Wasser, berichtete gestern das Regierungspräsidium Dresden. Letztendlich sollen es 1058 Millionen Kubikmeter sein.

Das Lausitzer Seenland soll einmal 28 Seen zählen, die zum Teil durch schiffbare Kanäle verbunden sein werden. Wann die Seen komplett geflutet sein werden, könne niemand sagen. Nach jetzigem Plan soll 2017 das letzte Restloch auf sächsischer Seite geflutet sein. In Brandenburg dagegen werde der Flutungsprozess nach jetziger Einschätzung länger dauern, bestätigt Volker Mie1chen von der IBA Pückler­Land gegenüber der RUNDSCHAU. Denn Ilse-, Greifen­hainer und Sedlitzer See gehören zu den größten Gewässern der künftigen Seenkette.

Bei der Entwicklung des Gebietes hat nach Angaben von Karl-Heinz Meier vom Dresdner Regierungspräsidium die Sicherheit der Menschen oberste Priorität. "Wir können es uns nicht leisten, dass dort etwa durch einen Böschungsrutsch jemand zu Schaden kommt." Auch wenn die Begehrlichkeiten nach einer raschen Umsetzung von Projekten noch so groß seien. Mit der Sicherung der Flächen wie der der Flutung der Restlöcher ist die LMBV befasst. (dpa/ta)

 

Durch die Niederschläge im Jahr 2005 ist ein Ende der trockenen Jahre in Sicht, 

in der Lausitzer Rundschau vom 25.07.2005 war dazu Folgendes zu lesen:

 

Wasserhaushalt  der Lausitz erholt sich

 Ergiebige Niederschläge entlasten Staubecken

 COTTBUS. Ergiebige Niederschläge haben bei der Regulierung der Spree nach mehreren problematischen Jahren erstmals wieder zu einer entspannten Situation geführt. Das bestätigte Wolfgang Genehr, Leiter der Regionalabteilung Süd des Brandenburger Landesumweltamtes. Im Juli fielen bislang mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Üblich seien 60 Liter. Bisher habe nur wenig Wasser aus dem Stausee Spremberg in die Spree geleitet werden müssen. "Die Talsperren Spremberg und Bautzen haben noch 80 Prozent ihres nutzbaren Speichervolumens", so Genehr. 2005 wird Brandenburg vermutlich kein Wasser zukaufen müssen, um den Mindestpegel der Spree zu sichern. 2004 lieferte Sachsen neun Millionen Kubikmeter Wasser nach Brandenburg. (Eig. Ber./sim)

 

Diese Situation erlaubt natürlich auch ein zügiges Füllen der künftigen Tagebauseen

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.07.2005

Neißewasser füllt künftig Lausitzer Tagebauseen

 Bergbaugesellschaft testet bereits neue Leitung

 DRESDEN. Das Dresdner Regierungspräsidium hat den Weg für die Nutzung von Neißewasser zur Flutung der Lausitzer Tagebauseen frei gemacht. Einem entsprechenden Antrag der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) erteilte das Präsidium grünes Licht, erklärte Sprecher Holm Felber gestern in Dresden. Das Wasser soll über den Neugraben eingeleitet werden und danach den Weißen Schöps östlich von Rietschen (Niederschlesischer Oberlausitzkreis) erreichen. Zunächst hatte die LMBV die direkte Einleitung über den Weißen Schöps beantragt. Dies hatte das Präsidium mit Verweis auf Wassergüte und Umweltbelange abgelehnt.

Derzeit läuft die Testphase der Leitung. Im September soll der Probebetrieb starten. Ge­plant sind Zuflussmengen von bis zu 2000 Litern pro Sekunde, sofern der Fluss genug Wasser führt. (Eig. Ber./mhs)

 

"Die Lausitz ist unser Schwerpunkt" erklärte der LMBV-Chef Kuyumcu im 

RUNDSCHAU- Gespräch  (20.05.2005) über die Konzentration auf neue Aufgaben:

Danach steht die Flutung der künftigen Tagebauseen im Mittelpunkt der Tätigkeit 

der LMBV:

Seit 1990 sind 7,5 Milliarden Euro in die Braunkohlensanierung geflossen. Davon 

wurden 7,1 Milliarden Euro für die Sicherung stillgelegter Tagebaue und für 

Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung verwendet.

Das Jahr 2004 markiert einen Wendepunkt in der Sanierung. Im Mittelpunkt steht 

die Flutung der Bergbaufolgeseen. An 28 von 46 größeren Seen ist mit der 

Flutung begonnen worden. Bereits 5,83 Milliarden Kubikmeter Wasser sind 

geflossen. In neun Seen ist der Endwasserstand erreicht.

Die Bergbausanierung sichert insgesamt etwa 6000 Arbeitsplätze. In der LMBV

selbst waren Ende 2004 noch rund 800 Ingenieure, Immobilienwirte und Kaufleute 

und 212 Auszubildende beschäftigt.

 

Nachfolgend noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

 

 

An dieser Stelle noch einmal interessante, sehenswerte Orte im Lausitzer Seenland:

            

 

 

Schon Ende des 19. und im 20. Jahrhundert gab es Pläne, Cottbus  durch den 

Bau des Elbe-Spree-Oder-Kanals zu einer Hafenstadt zu machen ... das waren 

natürlich visionäre Vorstellungen, aber in absehbarer Zeit wird Cottbus am Ostsee mit seinen 

Hafenstädten Merzdorf und Neuendorf  liegen. 

Der Masterplan zur Nachnutzung des Tagebaues Cottbus-Nord liegt schon vor. 

 

Näheres zur Hafenstadt Cottbus ist  hier  zu lesen. 

Im Wochenkurier vom  22.03.2006 ist Folgendes zu lesen:

Eine Urlaubsregion entsteht

Lausitzer Seenland wächst weiter zusammen

Das Lausitzer Seenland, Europas größte "künstliche" Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet, wächst langsam aber sicher zusammen.

REGION. Anfang des Jahres wurden zwei weitere schiftbare Verbindungen feierlich eingeweiht. Dabei handelt es sich um den Somoer und den Rosendorfer Kanal, die nun die Flutung der Seen vorantreiben werden. Besonders für die vom Bergbau geprägte Region bietet das Lausitzer Seenland die Chance auf wirtschaftJiche Impulse. "Das zukünftige Lausitzer Seenland ist europaweit einmalig und kristallisiert den erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz: Dank dieses innovativen Projektes bekommt die Region ein touristisches Alleinstellungsmerkmal und hat damit das Potenzial, sich zu einem wirtschaftlichen Eckpfeiler in der Lausitz zu entwickeln.

Hier gibt es über über 100.000 Menschen, von denen bereits heute ein Teil direkt oder indirekt schon vom Wassertourismus lebt“, so die Worte vom Brandenburger Minister für Infrastruktur und Raumordnung, Frank Szymanski.

                                           

   Still ruht der See...noch. Denn langsam läuft die Werbemaschinerie für das Lausitzer Seenland an.

                                                                                                   

Hauptstädter auf dem Weg ins Seenland

Die Berliner Zeitung plant nach Angaben der Redakteurin Regine Sylvester eine große Reisereportage über das Lausitzer Seenland. „Damit wollen wir den Hauptstädtern zeigen, dass sich ein Trip in die Region wirklich lohnt“, so  Regine Sylvester. Der Bericht soll im Herbst erscheinen und so helfen, den Tourismus in der Region anzukurbeln. Die Redakteurin weilte erst kürzlich hier und zeigte sich von Land und Leuten restlos begeistert.

 

Zur Lage im Wasserhaushalt und zum Wasserdefizit in der Lausitz war in der Lausitzer Rundschau vom 25.03.2006 zu lesen:

 

Trotz Wasserdefizits in der Region kein Grund zur Sorge

COTTBUS. Für den Präsidenten des Landesbergamtes Brandenburg, Klaus Freytag, ist das Wasserdefizit in der Lausitz nach dem Braunkohlebergbau keineswegs Besorgnis erregend. "Berlin wird nicht trocken fallen. Und auch für den Spreewald ist genug Wasser vorhanden", betonte er gestern vor dem CDU-Wirtschaftsrat im Cottbuser Lindner- Kongress- Hotel.

"Die Wiederherstellung des Wasserhaushaltes ist das Zukunftsthema für die Region", sagte Freytag. Mit dem entstehenden Lausitzer Seenland biete die Region eine tragfähige Lösung an. (Eig. Ber./ta)

 

Nun stellt sich die Frage: Wie groß ist denn eigentlich das Wasserdefizit in der Lausitz ?

 

Auf jeden Fall keineswegs Besorgnis erregend oder so ähnlich.

 

BILD-BERLIN schreibt u.a. am 01. April 2006:

Seen geflutet  

Cottbus. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in die Lausitzer 

Bergbaufolgeseen 

60 Millionen Kubikmeter Wasser

geflutet.

2005 flossen insgesamt 190,6 Millionen Kubikmeter.

 

Information vom 29.08.2006

Lausitzer Seenland soll wachsen

Projektträger plant Ankauf weiterer Flächen im Raum Hoyerswerda

DRESDEN. Das Naturschutzprojekt Lausitzer Seenland in den ehemaligen Braunkohletagebauen um Hoyerswerda soll vergrößert werden. Der Projektträger plane den Ankauf von insgesamt 3000 Hektar Naturschutzfläche, teilte das Umweltministerium gestern in Dresden mit. Davon sollen rund 600 Hektar für Nutztiere wie Rinder, Pferde und Schafe verwendet werden, um Teile der Landschaft dauerhaft zu erhalten. Zudem sollen zur touristischen Entwicklung Aussichtstürme und Informationstafeln errichtet werden.

Vor neun Monaten begann die Umsetzung des Projektes. Der Projektträger, die Lausitzer Seenland gGmbH, kaufte dazu rund 960 Hektar Naturschutzflächen vom Bund auf. Der Ankauf wird den Angaben zufolge unter anderem für den ökologischen Waldumbau, die Entstehung von Feuchtheiden und Kleingewässern genutzt. Zudem sollen Sandtrockenrasen und Heiden erhalten und gefördert werden.

Laut Umweltministerium kann der Projektträger bis zu sechs Millionen Euro Fördermittel bekommen. (ddp/roe) ,

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.08.2006

 

Die künftigen Tagebauseen werden lukrativ:

 

Brandenburg will Tagebauseen von LMBV erwerben

Weg für touristische Nutzung soll geebnet werden

POTSDAM/COTIBUS. Nach dem Freistaat Sachsen nimmt jetzt auch das Land Brandenburg Verhandlungen zum Erwerb der Tagebauseen in der Lausitz auf. Möglichst noch in diesem Jahr solle mit dem bundeseigenen Bergbau-Sanierer LMBV eine Rahmenvereinbarung zum späteren Kauf der einzelnen Seen geschlossen werden, sagte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) gestern (09.07.2007) in Potsdam. Zuvor hatte das Kabinett für Verhandlungen gestimmt.

Dellmann betonte, mit dem Kauf solle eine Privatisierung der Seen verhindert werden. Zug1eich werde den umliegenden Gemeinden ein Vorkaufsrecht für die Randflächen der Tagebauseen eingeräumt. Auf diese Weise hätten die Kommunen die Chance, das Seen­land für eine touristische Nutzung zu erschließen. (ddp/ta) SEITEN 2 & BRANDENBURG

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.01.07

 

Brandenburg will Tagebauseen von LMBV übernehmen

Neuer Mut fürs Seenland

VON CHRISTIAN TAUBERT

Auf diese Initiative aus Potsdam haben die Kommunen im künftigen Lausitzer Seenland lange gewartet. Seit gestern gibt es berechtigte Hoffnungen, dass ein großer Hemmschuh für die Verwertung der künftigen Tagebauseen und ihrer Uferbereiche auch im Brandenburgischen beseitigt wird. Denn nach Sachsen hat nun auch der neue Potsdamer Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) im Kabinett grünes Licht für Verhandlungen mit dem Bergbausanierer LMBV zur Übernahme der Tagebauseen in Landesbesitz erhalten.

Das Aufatmen in der Lausitz, bei der IBA Pückler-Land, den Städten und Gemeinden vor Ort dürfte bis in die Landeshauptstadt zu hören gewesen sein. Jetzt gibt es gute Chancen, dass die Kommunen im Seenland bei der Übernahme von Wasser- und Uferflächen nicht allein gelassen werden. Das Land hat sich damit eindeutig für die Fortsetzung und Unterstützung des IBA-Prozesses und die künftige touristische Nutzung des Lausitzer Seenlandes entschieden. Das nimmt kommunalen Akteuren manche Last und macht neuen Mut.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.01.07

Flüsse zur Ader gelassen

Elster, Spree und Neiße geizten in diesem Jahr mit Flutungswasser

Die Schwarze Elster hat sich in diesem Jahr sichtlich gequält durch Senftenberg geschlängelt. Sie war fast schon ein stehendes oder gar streckenweise trockenes Gewässer. In Zeiten, in denen sie reichlich Wasser führte, wurde sie zur Ader gelassen. Bis Mitte Dezember wurden dem Fluss immerhin noch 32 Millionen Kubikmeter des kostbaren Nass für das Fluten der Tagebaurestseen abgezapft. Das waren etwas mehr als ein Kubikmeter je Sekunde.

VON KATHLEEN WESER UND MANFRED FELLER

Im nunmehr zu Ende gehenden Jahr sind den Restseen im Lausitzer Seenland aus Neiße, Spree und Schwarzer Elster bisher 128 Millionen Kubikmeter Süßwasser zugeführt worden. "Das ist nicht die Größenordnung, die nach dem Frühjahrshochwasser euphorisch erwartet worden war", erklärt Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter Brandenburg und Ostsachsen bei der LMBV. Der Berzdorfer See bei Görlitz (44 Millionen Kubikmeter), der Bärwalder See (19,7), der Sedlitzer See (14,3) und das Speicherbecken Lohsa II (5,9) haben davon den größten Anteil erhalten.

Der Schwerpunkt der Flutung lag den Angaben der LMBV zufolge

mit 90 Millionen Kubikmetern in Ostsachsen.

Die Restseen auf Brandenburger Seite erhielten

nur etwa 38 Millionen Kubikmeter Wasser.

Mit dem Bau des Ableiters zum Schwarzen Schöps einschließlich der Wegeverbindung über 1,5 Kilometer ist am Bärwalder See im Herbst begonnen worden. "Bis März wollen wir die Arbeiten abgeschlossen haben", sagt der Sanierungsbereichsleiter. Auch das Ohr, das Landschaftskunstbauwerk, wächst dort planmäßig aus dem Boden, versichert Kolba. Vom Sanierungsfortschritt sollen sich die Neugierigen im Sommer selbst überzeugen können.

Denn: "Die Besuchertage im Lausitzer Seenland sollen im nächsten Jahr am Bärwalder See stattfinden", erklärt Manfred Kolba.

Auf der Projektliste der Vorhaben, die aus dem Sachsen-Topf des Braunkohleverwaltungsabkommens finan­ziert werden, um die Bergbaufolgelandschaft für den Tourismus flott zu machen, steht der See deshalb ganz oben. Das Maritim Touristische Zen­trum am Bärwalder See mit Steganla­gen in Klitten, Uhyst und Boxberg sowie die Fertigstellung des Ohres mit Amphitheater sind demnach für das Jahr 2007 konkret ins Auge gefasst. "Wir wollen den Gästen die Erfolge der Entwicklung im Lausitzer Seenland ja auch zeigen“, sagt der Bereichsleiter der LMBV.

 Aufgrund des Sanierungsfortschrittes werden die noch ausstehenden Arbeiten mit immer weniger Beschäf­tigten erledigt. Nach wie vor eine feste Größe sind die geförderten Arbeitnehmer. Im Monatsdurchschnitt 2006 standen im Sanierungsbereich Brandenburg etwa 960 Frauen und Männer in Lohn und Brot. "In einer Region mit ungefähr 25 Prozent Arbeitslosigkeit ist das keine unwichtige Größe", so Manfred Kolba. Hinzu kommen noch die fest Angestellten. Allerdings werde es zu Beginn des neuen Jahres einen Abbruch geben.

Gerechnet wird nur noch mit rund 680 geförderten Arbeitnehmern im Durchschnitt der Monate. Im Sanierungsraum Ostsachsen sinkt der Schnitt von 150 auf  87. Besonderen Wert legt Manfred Kolba auf die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften. Momentan erlernen bei der LMBV 135 junge Leute einen Beruf. Kolba spricht von einer "guten Zahl".

Im Revier sind für die LMBV zahlreiche Firmen tätig. Darunter befinden sich vier große Sanierungsgesellschaften mit insgesamt mehr als 650 Arbeitnehmern.

 

ZUM THEMA

Millionen für die Sanierung in der Lausitz

Im Sanierungsbereich Brandenburg sind im Jahr 2006 in die Grundsanierung  128 Millionen Euro investiert worden. Die Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg umfasste 17,45 Millionen Euro, In die Erhöhung der Folgenutzungsstandards in der Bergbaufolgelandschaft sind 4,9 Millionen Euro geflossen.

Im Sanierungsraum Ostsachsen sind 2006 in Regie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für die Grundsanierung (Paragraf -2-Mittel des Braunkohlenverwaltungsabkommens  43,3 Millionen Euro ausgegeben worden. In  die  Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg (Paragraf 3) flossen 8,5 Millionen Euro. Zur Erhöhung der Folgenutzungsstandards (Paragraf 4) wurden 2,1 Millionen Euro eingesetzt.

Für den  Sanierungsbereich Lausitz – also Brandenburg und Ostsachsen – stehen im nächsten Jahr 124,6 Millionen Euro für die Grundsanierung, 32,1 Millionen Euro für die Gefahrenabwehr beim  Grundwasserwiederanstieg, und 16,3 Millionen Euro zur Standarderhöhung für die Folgenutzung der Bergbaulandschaft zur Verfügung.

 Aus dem letztgenannten Topf entfallen den Planungen zufolge

5,8 Millionen Euro auf das brandenburgische und

10,5 Millionen Euro auf das sächsische Seenland.

Datenquelle: LMBV

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.12.2006

 

... wenn Maßnahmen von der "öffentlichen Hand" finanziert werden, spielt Geld nur eine untergeordnete Rolle:

Stand: 24.08.2012

 

Kostenexplosion: Seenland - Kanal 45 Millionen Euro teurer als geplant

Senftenberg. Starkregen im Sommer 2010 und eine verstärkte Grundwasserneubildung haben nach Darstellung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau­Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zu einer massiven Kostenexplosion beim Bau des Überleiters zwischen Senftenberger und Geierswalder See geführt. So habe sich allein die Wassermenge, die bei der Errichtung zweier Tunnel aus der Baugrube abgepumpt werden musste, vervierfacht, sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Auch die Pläne für eine Schleuse hätten überarbeitet werden müssen.

Der Brandenburger Landesrechnungshof hat das Projekt wegen der Kostensteigerung von 6,5 Millionen Euro in der Mach­barkeitsstudie auf voraussichtlich 51,4 Millionen Euro bei Fertigstellung 2013 hart kritisiert.

Es handele sich um die Vergeudung von Landesmitteln in zweistelliger Millionenhöhe durch Missmanagement und fehlende Kontrolle. Sim

Quelle:Lausitzer Rundschau, 24.08.2012

                                           

 

Ein nicht zu unterschätzendes Problem ....

Kampf gegen Salz im Tagebausee

Forschung und Praxistest in Lausitzer Gewässern

Aus ehemaligen Tagebauen entsteht in der Lausitz eine Seenkette. Forschung und Erfahrung führen dabei immer wieder zu Änderungen der Flutungspläne, um alle Gruben ohne zu hohe Säure- und Salzbelastung zu füllen.

 VON SIMONE WENDLER

 "Bei uns klopfen viele Ingenieurbüros an, die ihre Ideen zur Verbesserung der Wasserqualität umsetzen wollen", sagt Klaus Zschiedrich, Technischer Leiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Platz dafür wäre genug, denn in Südbrandenburg und Ostsachsen entstehen rund 30 Tagebauseen, etwa die Hälfte davon miteinander verbunden als eine Kette zwischen Hoyerswerda und Senftenberg. Doch die LMBV, von Bund und Ländern mit der Sanierung des DDR-Altbergbaus beauftragt und dafür auch finanziert, hat bereits vor Jahren zusammen mit Wissenschaftlern der BTU Cottbus und anderen Forschungseinrichtungen eigene Untersuchungen auf den Weg gebracht. Inzwischen haben einige Vorhaben einen Praxistest hinter sich. Eine neu entwickelte Elektrolysetechnik muss ihn in diesem Jahr bestehen.

Hintergrund ist die Versauerung der Tagebaugewässer durch Stoffe, die mit dem aufsteigenden Grundwasser aus den Kippen gespült werden. Das parallele Einleiten von Flusswasser wirkt dem entgegen. Doch eingeleitet werden kann nur, was Niederschläge in Spree, Neiße und Schwarze Elster spülen, und was nicht für Speicherbecken wie den Spremberger Stausee und als ökologisch notwendige Mindestwassermenge im Fluss benötigt wird.

Erste Hochrechnungen Mitte der 90er-Jahre, die von 200 bis 250 Millionen Kubikmetern Flutungswasser pro Jahr ausgingen, wurden schnell nach unten korrigiert. Der extrem trockene Sommer 2003 wirbelte die Prognosen zusätzlich durcheinander, auch wenn das nasse Jahr 2005 den Rückstand weitgehend wettmachte. Die Ungewissheit großer Niederschlagsschwankungen bleibt.

Seit Jahren werde deshalb mit Hochdruck an technischen Maßnahmen gegen das Säureproblem in den Tagebauseen gearbeitet, so Zschiedrich. Ein Pilotprojekt ist die "reaktive Wand" zwischen Partwitzer und Sedlitzer See. Sie soll wie ein Filter saures Grundwasser neutralisieren.

"Diese Wirkung ist jedoch nur halb so groß, wie wir erwartet haben", fasst Friedrich-Carl Benthaus, Leiter Geotechnik der LMBV, die Messergebnisse nach zwei Jahren Praxistest zusammen. Trotzdem sei die Wand kein Flopp. "Wir haben dabei ein sehr preiswertes Verfahren für den Bau von unterirdischen Dichtungswänden entwickelt" , sagt Benthaus.

In den Praxistest geht in diesem Jahr bei der LMBV eine Elektrolyseanlage, die Sulfat abscheiden soll. Tausende Tonnen dieses Minerals, das ebenfalls aus dem Kippenboden ausgewaschen wird, belasten alljährlich Tagebauseen und Spree. Das soll sich nun ändern. "Die bisherigen Ergebnisse der Pilotanlage sind vielversprechend", sagt Zschiedrich.

Als wenig tauglich für ein Zurückdrängen des Säuregehaltes in den entstehenden Seen hätten sich mikrobiologische Verfahren erwiesen, sagt Zschiedrich. "Sie sind aber wirkungsvoll für die Nachsorge, wenn das Wasser annähernd Neutralwerte erreicht hat." Denn auch wenn die Restlöcher gefüllt sind, kann sich die Wasserqualität noch lange immer wieder verändern.

"Vielleicht werden wir ein Schiff einsetzen, das verschiedene technische Möglichkeiten zur Verbesserung der Wasserqualität bietet", nennt Klaus Zschiedrich neueste Überlegungen, die gerade bei der LMBV geprüft werden. Schließlich würden die Seen miteinander verbunden, sodass das Schiff immer dorthin fahren könnte, wo es Probleme gibt. Abgeguckt habe man sich die Sache von den Berliner Gewässern, wo im Sommer ein Schiff unterwegs ist und Sauerstoff ins Wasser pumpt, wenn der zu knapp wird.

Schneller als ursprünglich geplant soll nun der Ilse-See gefüllt werden, 

dessen Flutung in der nächsten Woche beginnt. 

Steigt das Wasser dort nicht rasch genug, so die Erkenntnisse bei den LMBV-Fachleuten, entsteht ein unterirdisches Grundwassergefälle, das wie auf einer Rutschbahn verstärkt saure Stoffe in den Ilse-See spült. 

Möglichst schon 2015, drei Jahre früher als bisher vorgesehen, soll der Ilse-See deshalb fertig werden, so das anvisierte Ziel.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.03.2007

 

Dokumentation zur Flutung des vorerst letzten Tagebaurestloches:

 

Wasser marsch für den Ilse-See

Flutung vollendet Lausitzer Seenland / Besucherzentrum eröffnet / Woidke: "Region muss Buga tragen"

GROßRÄSCHEN. Bereits im Jahr 2015 soll es im Lausitzer Seenland einen regen Schiffs- und Bootsverkehr geben. Zu diesem Zeitpunkt wird das letzte der gefluteten Tagebaurestlöcher, der Großräschener Ilse-See (Oberspreewald-Lausitz), in der einstigen Braunkohleregion nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwal tungsgesellschaft (LMBV) mit Wasser gefüllt sein.

Den Start für die Flutung des Ex-Tagebaus Meuro vollzog gestern (15.03.2007) Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke, der den erkrankten Regierungschef Matthias Platzeck (beide SPD) vertrat.

                            

In den nächsten acht Jahren strömen 120 Kubikmeter aufbereitetes, Grubenwasser pro Minute in den Ilse-See, 

der künftig touristischer Ausgangspunkt ins schiffbar verbundene brandenburgisch – sächsische Seengebiet sein wird. Woidke und die Staatssekretärin im sächsischen Wirtschaftsministerium Andrea Fischer (CDU) eröffneten auf den IBA-Terrassen der Seestadt Großräschen zugleich das "Besucherzentrum Lausitzer Seenland".

Zu der Initiative, die Bundesgartenschau (Buga) 2015 ins Lausitzer Seenland zu holen (die RUNDSCHAU berichtete), erklärte Minister Woidke: "Eine solche Buga müsste von der ganzen Region getragen werden und sie braucht ein tragfähiges Konzept." Mit zusätzlichen Geldern des Landes dürfe aufgrund knapper Kassen in Potsdam nicht gerechnet werden. (Eig. Ber./ta)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.03.2007

 

Nicht immer geht es so schnell, wie gewünscht:

 

Ebbe bei Flutung von Lausitzer Tagebauseen

Anhaltende Trockenheit belastet Wasserhaushalt

CO'ITBUS/SENFTENBERG. Bei der Flutung der Lausitzer Tagebaurestlöcher herrscht zurzeit Ebbe. Wegen niedriger Pegel der Flüsse Spree und Schwarze Elster aufgrund der anhaltenden Trockenheit werde bereits seit Mitte April kein Wasser mehr eingeleitet, teilte die Bergbausanierer LMBV gestern ( 03.05.2007) mit.

"Wir haben in diesem Jahr die Einleitung von Flusswasser vier Wochen früher als üblich gestoppt", erklärte LMBV­Sprecher Uwe Steinhuber gegenüber der RUNDSCHAU. Davon betroffen ist auch der künftige Ilse-See bei Großräschen (Oberspreewald-Lausitz). "Im Herbst hoffen wir aber, wieder Wasser aus Spree und Schwarzer Elster entnehmen zu können", sagte Steinhuber.

Die Talsperre Spremberg (Spree-Neiße), die den Wasserhaushalt des Spreewaldes und flussabwärts bis Berlin regelt, ist dagegen trotz des seit Wochen ausbleibenden Regen noch gut gefüllt.

Auch die Talsperre Bautzen gibt gegenwärtig zusätzlich Wasser in die Spree ab.

Die LMBV stützt mit Sümpfungswasser den zurzeit niedrigen Wasserstand der Schwarzen Elster. (Eig. Ber./ta)

 

        

   

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.05.2007

 

Am Ufer des künftigen Ilse-Sees in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) ist gestern (23.05.2007) Richtfest für eine vier Meter hohe Aussichtsplattform gefeiert worden. Das 180 000-Euro­Projekt auf der Victoriahöhe wurde vom Senftenberger Architekturbüro Joswig geplant.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.05.2007

 

Der eine muss noch etwas warten, der andere ist schon fast gefüllt ...

 

          

 

300 Kilometer Strand entstehen in der Lausitz

8,1 Milliarden Euro bisher für Sanierung

SENFTENBERG. Bei der Sanierung der ostdeutschen Berg­aulandschaften hat die dritte und letzte Phase begonnen. Nach der Flutung der Bergbau-Seenkette in der Lausitz werden hier Strände und Uferflächen mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern entstehen.

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts sollen die Seen im Wesentlichen gefüllt sein, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gestern (30.05.2007) in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit. Große Fortschritte machte die Sanierung in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier rund um Leipzig, südlich von Halle und bei Bitterfeld. Von 1990 bis Ende 2006 seien 8,1 Milliarden Euro Bundes- und Landesmittel in die Sanierung der Braunkohlegebiete geflossen. 2007 kommen weitere 250 Millionen hinzu.

Fortschritte gibt es laut LMBV bei den Verhandlungen mit den Landesregierungen in Sachsen und Brandenburg zur Übernahme der Bergbaufolgeseen. Sachsen will 23 übernehmen, Brandenburg nur vier.

(Eig. Ber.ldpa/ta/sw) SEITE 3

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.05.2007  

 

Luftsprung übers Seenland

Bergbausanierer LMBV geht in die letzte Phase bei der Sanierung der Braunkohlegebiete

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat in diesem Jahr die dritte und letzte Phase bei der Sanierung der ausgekohlten ostdeutschen Bergbaugebiete begonnen. Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts werde die Herstellung von 51 größeren Bergbaufolgeseen abgeschlossen sein, kündigte gestern LMBV-Chef Dr. Mahmut Kuyumcu in Senftenberg an.

VON WOLFGANG SWAT

Wenn von den neuen Landschaften auf Europas größter Naturbaustelle die Rede ist, dann fallen überwältigende Zahlen. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der LMBV-Geschäftsführung, hat bei der Pressekonferenz zur Bilanz 2006 eine Menge davon parat

(siehe Hintergrund).

Der Chef des Bergbausanierers spricht von Milliarden Euro, die seit der Wende in die Sanierung der "Mondlandschaften" geflossen sind, die die DDR als einst größter Braunkohleförderer der Welt vor allem in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz und an anderen Standorten in Sachsen und Sachsen-Anhalt hinterlassen hat. Drei Viertel davon sind vom Bund gekommen, den Rest haben die drei Länder zugeschossen. Inzwischen ist das vierte Abkommen zwischen Bund und Ländern zur Fortsetzung der Bergbausanierung für die Jahre 2008 bis 2012 auf dem Weg. Kuyumcu hofft, dass es im ersten Halbjahr 2007 endgültig unter Dach und Fach gebracht wird.

Dann geht es weiter mit. den gewaltigen Summen. Millionen Kubikmeter Erdmassen seien bewegt worden, um in den Ex-Tagebauen Böschungen zu stabilisieren. Aneinander gereiht ergäben sie rund 1000 Kilometer und damit mehr als die Strecke von Berlin bis Paris. Milliarden Kubikmeter Wasser würden benötigt, um den Wasserhaushalt wieder zu regulieren. Noch Jahrzehnte werde es aber dauern, bis das saure Wasser in den künftigen Seen mit viel Aufwand für die Menschen verträglich werde, warnt Kyumcu vor unrealistischen Träumereien.

Insgesamt aber überwiegt beim LMBV-Chef der Optimismus beim Blick in die Zukunft, wenn er weitere Details der bisherigen und künftigen Arbeit nennt und dabei vor allem über das Lausitzer Seenland spricht. Elf Seen wird es umfassen, und alle werden miteinander verbunden sein.

 Große Zahlen nehmen Gestalt an

 Leicht geht der Über- und Durchblick bei all den Zahlen verloren. Ein Flug über das Seenland soll Abhilfe schaffen. Der Luftsprung über das einstige Lausitzer Revier zwischen Cottbus, Senftenberg, Lauchhammer, Spremberg, Hoyerswerda und Görlitz beginnt und endet auf dem Verkehrslandeplatz in Welzow (Spree-Neiße).

          

 

Bei der Fahrt dorthin fallen Schilder auf. Darauf sind Forderungen gepinselt, nicht noch mehr menschliche Ansiedlungen den Kohlebaggern zu opfern. Auf dem Flugplatz stehen kleine, viersitzige Flugzeuge bereit. Pilot Martin Janzen, der vom Flugplatz in Kamenz (Sachsen) eigens für den Rundflug herbei beordert wurde, schnallt seine dreiköpfige Mannschaft auf den schmalen Sitzen der PB 9, einer Propeller­Maschine, fest. Los geht's.

Der Partwitzer See, der beim Abheben kurz zu sehen ist, verschwindet zunächst unter der Nase, die der Flieger in die Höhe reckt. Dem Himmel 300 Meter näher, eröffnet sich der erste Ausblick. Die Millionen und Milliarden werden fassbarer, die Mahmut Kyumcu kurz vorher aufgezählt hatte. Sie nehmen Gestalt an.

Das Ufer des Partwitzer Sees lässt von oben noch ein Stück der einstige "Mondlandschaft" erahnen. Ein paar Minuten später und weitere 500 Meter höher können die Augen noch mehr erfassen. Die Wunden, die der Bergbau der Landschaft und den Menschen zugefügt hat, sind unübersehbar. Mehr aber noch wird deutlich: wie sie heilen, wie sich das Revier erholt und sich neue Perspektiven ergeben.

Von den 51 Seen, die entstehen, liegen 27 in der Lausitz und 24 in Mitteldeutschland. Sie eröffnen touristische und damit ökonomischen Chancen in der einst monostrukturierten und inzwischen so arg gebeutelten Region immerhin 

vergrößert sich durch die 8000 Hektar Wasserfläche, die hier von Menschenhand geschaffen wird, die gesamte Wasserfläche Deutschlands um ein Fünftel, wenn der Bodensee nicht mitgerechnet wird.

                      

Heiß begehrte Seen

Das erste Schwimmende Haus mit einer Tauchschule im Gräbendorfer See, das aus dieser Höhe natürlich nicht mehr sichtbar ist, ist ein Stück bereits verwirklichter Vision. An sonnigen Tagen ist dieser See unweit von Cottbus bei Badenden bereits heiß begehrt, obwohl er laut LMBV noch nicht offiziell freigegeben ist.

Die Wasserqualität ist aber sehr gut", stellt Kyumcu erfreut fest.

Die IBA- Terassen in Großräschen, das Naturschutzgebiet Skado sind andere Fixpunkte. "Es wird aber noch Jahrzehnte brauchen, bis aus den Einzelbeispielen eine Gesamtausstrahlung erwächst" , mahnt Kuymzu Geduld an.

Beim Luftsprung über das Seenland mit der PB 9 geht es über Hoyerswerda. Einst als Wohnstätte der Berg- und Energiearbeiter in den Lausitzer Sand gesetzt, hat die Stadt unter dem Strukturwandel am meisten zu leiden. Von       150 000 Beschäftigten in der Kohleindustrie der DDR sind nur 10 000 übrig geblieben. Hoyerswerda hat knapp die Hälfte der Einwohner verloren. Deshalb setzen die Gebliebenen Hoffnungen auf. die Seen vor der Haustür: in Dreiweibern, Bluno, Sabrodt, Spreetal, Geierswalde, die wir überqueren. In luftiger Höhe verschärfen sich die Kontraste. Rechts aus dem Fenster gesehen fällt der Windpark auf einer einstigen Kippenfläche auf, links das neu gebaute Kraftwerk in Schwarze Pumpe und vorn steigen die Dampfwolken aus Kühltürmen des Kraftwerks Boxberg in den Himmel.

Pfütze im Ilse-See

Langsam verlieren wir an Höhe. Der Überleiter vom Senftenberger in den Geierswalder See ist erkennbar. Bis 2010 sollen die 13 Verbindungen zwischen den elf Seen hergestellt sein, verspricht der LMBV-Chef. Fertig sind erst drei.

Wir nähern uns dem Ilse-See. Richtiger dem einstigen Tagebau Meuro.

Die eine Million Kubikmeter Wasser, die seit März in den riesigen, bis zu 55 Meter tiefen Krater geflossen sind, bilden nicht mehr als ein Pfützchen. Weitere 152 Millionen Kubikmeter müssen zufließen, bis die geplante Wasserfläche von 7,7 Quadratkilometern erreicht ist. Im trockenen Frühjahr 2007 versiegte der Wasserstrom zunächst einmal. Aus der Schwarzen Elster, über Verbindungen zu Spree und Neiße sowie aus Grubenwasser sollen sich die Tagebaurestlöcher füllen.

Kurz vor der Landung wird der Widerspruch, der die Lausitz prägt, greifbar. Zurück liegt die Landschaft, die ökologisch nachhaltig und ökonomisch chancenreich Gestalt annimmt. Es taucht der Tagebau Welzow auf, der bereits viele Häuser und Bäume geschluckt hat, und der sich laut aktueller Bergbauplanung in 20 Jahren Teile der Stadt einverleiben will.

Die Landung ist hart.

 

ZUM THEMA

Von 1990 bis Ende 2006 flossen 8,1 Milliarden Euro in die Braunkohlesanierung. Im vergangenen Jahr waren es 290 Millionen Euro.

Die 23 größeren Lausitzer Seen, die gegenwärtig geflutet werden, sind über die Hälfte gefüllt.

In diese Seen flossen bisher 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser.

114 Millionen  Kubikmeter Wasser wurden 2006 allein in der Lausitz und weitere 66 Kubikmeter in Mitteldeutschland aus Flüssen in die Seen geleitet.

Das Volumen des Grundwasserdefizits wurde seit 1990 um 7,2 Milliarden  Kubikmeter auf 5,5 Milliarden Kubikmeter verringert.

Gegenwärtig laufen Untersuchungen und Maßnahmen zur Abwehr der Gefahren durch den Grundwasseranstieg, beispielsweise in Senftenberg. 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.05.2007

 

Der dritte von insgesamt 13 Kanälen im Lausitzer Seenland darf im Herbst gebaut werden. 

Die Genehmigung für die künftige schiffbare Verbindung zwischen Senftenberger und Geierswalder See hat gestern das Landesumweltamt Brandenburg an das Bergbauunternehmen LMBV üibergeben.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.07.2007

 

An dieser  Stelle noch einmal eine Übersicht über das entstehende Lausitzer  Seenland:

               

 

 

Schiffsverkehr unter der Bundesstraße

Im Herbst Baustart für Kanal mit zwei Tunnel-Abschnitten 

vom Senftenberger See zum Geierswalder See 

In das Lausitzer Seenland kommt Bewegung: Ab November dürfen in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) bis zu 40 Meter lange und fünf Meter breite Schiffe mit 1,30 Meter Tief­gang in See stechen. Ab 2009 können die Schiffe über einen 1050 Meter langen Kanal zum Geierswalder See vorstoßen. Dabei unterqueren sie einen Fluss und eine Bundesstraße.

VON DANIEL PREIKSCHAT

 Im Herbst dieses Jahres bekommt die touristische Erschließung des Lausiter Seenlandes einen kräftigen Schub. Zum einen hat Brandenburgs Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) den Senftenberger See diese Woche für schiffbar erklärt. Damit können ihn ab dem 1. November dieses Jahres motorisierte Schiffe befahren. Zum anderen startet ebenfalls noch im Herbst dieses Jahres der Bau eines Kanals, der den Senftenberger mit dem benachbarten Geierswalder See in Sachsen verbindet. 2008, spätestens 2009, so Volker Krause von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV), könne er in Betrieb gehen ­ 

als erster von insgesamt 13 Kanälen im Seenland.

Dieser Kanal ist zugleich der als Bauwerk anspruchsvollste, so Krause weiter. Sechs Meter breit wird er auf 65 Metern Länge als Tunnel zunächst unter der Bundesstraße B 96 zwischen Senftenberg und Lauta (Kamenz) hindurchgeführt, dann auf 110 Metern Länge unter der Schwarzen Elster. Hinzu kommt, dass der Kanal mit einer Schleuse versehen werden muss. Denn der Wasserstand des Senftenberger Sees liegt einige Meter niedriger als der des Geierswalder Sees. 

                                                                           

 

 

 

 

Doch nicht nur der Bauherr LMBV steht vor einer Herausforderung. Wenn ab der Feriensaison 2008 Fahrgastschiffe, Hochseejachten und Kajütboote über den Senftenberger See ziehen, muss an den Ufern einiges passieren, so Michael Vetter, Chef im Zweckverband Erholungsgebiet Senftenberger See (ESS). So werden wohl schon im kommenden Jahr an zwei Strandabschnitten neue Anlegestellen entstehen. 

Aber noch weit ehrgeiziger ist das Projekt Stadthafen. Dabei werde der See in Richtung Senftenberg erweitert und nahe des Stadtkerrns Anlegestellen gebaut. "Ein Traum", so Michael Vetter, der 2010, 2011 in Erfüllung gehen könnte.

 

Wie Verkehrsminister Dellmann sieht auch Vetter die Schiffbarkeit des Senftenberger Sees und den Bau des Kanals als "wichtigen Meilenstein für das Gesamtprojekt Lausitzer Seenland." Immerhin: Ab 2009 stünden dem Schiffsverkehr im Lausitzer Seenland auf einen Schlag drei Seen zur Verfügung. Denn der Geierswalder See ist seinerseits bereits mit dem Partwitzer See per Kanal verbunden. Beide Senftenberger Nachbarseen dürften 2009 fertig geflutet sein.

Der ESS-Chef ist sich aber auch der Pflichten bewusst: "Der Schiffsverkehr muss kontrolliert werden. " Auch werde sich nichts daran ändern, dass der Senftenberger See sein familienfreundliches Profil bewahrt. "Wir müssen uns", so Vetter, "eng mit den drei anderen Zweckverbänden im Seenland abstimmen." Das Ziel sei klar: Jeder See soll sein eigenes Profil haben, um Touristen anzuziehen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.08.2007

                      

 

Das Problem der Versauerung ist nicht so einfach zu beherrschen:

 

Neue Ideen gegen saure Seen in der Lausitz

LMBV ändert Flutungskonzept

COTTBUS. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) steuert bei der Rekultivierung  jetzt um. Mit neuen Ideen versucht die LMBV, das starke Versauern der Gewässer umzukehren.

Laut Chef-Geotechniker Friedrich-Carl Benthaus zielt das veränderte Flutungskonzept darauf ab, die unterschiedlich hohen Wasserspiegel der Seen anzugleichen. Nur so sei der Zustrom von sauren Kippengewässern zu beseitigen. Laut Benthaus waren nicht alle bisherigen Verfahren im Groß versuch erfolgreich. Derzeit konzentrieren sich die Bergbausanierer auf ein elektrochemisches Verfahren zur Schadstoffbindung und auf Kalkbeimischung in losem Kippensand. Beides sei aber nicht überall praktikabel. Darum soll künftig ein Schiff Kalk gezielter einbringen, als dies von bislang geplanten stationären Anlagen zu erwarten ist. Die LMBV wird die neue Strategie auf einer Wasserkonferenz Kommunen und Investoren vorstellen. (Eig. Ber./ab)

Näheres : Lausitzer Rundschau, 14.09.2007, SEITE 3

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.09.2007

 

Der Kanal am Fuße der Wassertreppe

Am Senftenberger See startet ein anspruchsvolles und aufwendiges Projekt

Am 16. Oktober (2007) startet mit dem Bau eines schiffbaren Kanals zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See eines der anspruchsvollsten Projekte bei der Gestaltung des Lausitzer Seenlandes. Der Kanal - die Fachleute sprechen vom Überleiter zwölf - liegt am Anfang einer Wassertreppe vom Senftenberger bis hoch zum Spreetaler See. Er ist Ausgangspunkt für die Verbindung von Gewässern mit einem Pegel von knapp 98 bis 108 Metern über dem Meeresspiegel. Damit  schließt das Bauwerk den Wasserkreislauf der künftigen Lausitzer Seenkette auf.

Und es ist Zünglein an der Wasserhaushalts-Waage des Systems.

 VON HARRY MÜLLER

Prjektmanager Gerd Richter von der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sagt zu dem Vergleich nicht nein: Wie ein Tunnel des Intercityexpress nur wesentlich kleiner sehen die Eingänge aus für das anspruchsvolle Bauprojekt zur Realisierung der Lausitzer Seenkette, den Überleiter zwölf. Die Eingänge sind Teile des Kanals, der sich unter der Bundesstraße B 96 und der Schwarzen Elster vom Senftenberger See über 1050 Meter hin zum Geierswalder See ziehen soll. Zu dem Bauwerk gehören außer den beiden Tunneln ein 848 Meter langer offener Überleiter sowie eine 48 Meter lange Schleusenanlage.

Schwarze Elster wird verlegt

Die Baukosten, die vom Land Brandenburg getragen werden, können nach Auskunft von LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen. Richter beschreibt die beiden Tunnel als das Besondere am Überleiter zwölf: Einer führt in der Ortslage Koschen (Oberspreewald-Lausitz) unter der B 96 bei Koschen durch. Der zweite wird mit einer Länge von 90 Metern unter der Schwarzen Elster - einem zeitweise Hochwasser führenden Fluss - hindurchgeleitet.

„Dabei verlegen wir die Elster in einem Bogen. Dadurch können der Tunnel minimiert und die Geradlinigkeit der Schwarzen Elster aufgelockert werden.“

Ein derartiges Wasserbauwerk gibt es bislang im Osten Deutschlands noch nicht. Im Westen existiert bei Weilburg ein einziger schiffbarer Tunnel, der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Fels geschlagen wurde.

Höhenunterschiede überwinden

Anspruchsvoll ist auch der Bau des anschließenden Kanals, weil Wassertandsschwankungen im Speicherbecken Senftenberger See zwischen 97,7 und 99,25 Metern über dem Meeresspiegel zu berücksichtigen sind, wie die Experten erläutern. Der Geierswalder See soll künftig einen Wasserstand zwischen 100 und 101 Metern über dem Meeresspiegel haben. Das heißt, er liegt höher als bisher. Deshalb müsse auf Schutz und Sicherung der guten Wasserbeschaffenheit des tiefer liegenden Senftenberger Sees besonders geachtet werden.

Der Kanal liegt an der untersten Stufe einer ganzen Wassertreppe im Seenland. Die einzelnen Stufen dieser Treppe bestehen aus dem Geierswalder, dem Partwitzer, dem Sedlitzer und dem Ilse-See; aus dem Spreetaler Gebiet mit der Blunoer Südsee, dem Neuwieser See, dem Bergener See und dem Sabrodter See sowie dem Spreetaler See als der obersten Stufe. Hier geht es von etwa 108 Metern des Spreetaler Sees auf 98 Meter des Senftenberger Sees abwärts. Die Kanäle zwischen den Stufen gestatten es, bei Bedarf überschüssiges Wasser herunterzulassen und in die Schwarze Elster zu leiten, erklärt Richter.

Der Projektmanager beschreibt eine weitere wichtige Aufgabe: "Beim Geierswalder See müssen wir die durch den Plangenehmigungsbescheid vorgegebene Wassergüte erreichen. Erst dann ist Schleusen von Booten zum oder vom Senftenberger See aus möglich." Dabei könne die LMBV auf Erfahrungen bei der bisherigen Sanierung und entsprechende Konzepte zurückgreifen.

Die Planer rechnen damit, ab dem Jahr 2010 die ersten Schiffe durch den Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See zu leiten. Damit wäre dann auch der Senftenberger See mit der aufsteigenden Lausitzer Seenkette verbunden. Für Wassersportler wird er so attraktiver. Auch Wanderer und Radler profitieren davon, denn mit dem Kanal ist dem Projektmanager zufol­ge ein ansehnliches Kreuzungsbau­werk an der B 96 mit Fußgänger- und Radwegtunnel verbunden. Gerd Richter, seit 1995 an Bergbausanierungsobjekten in der Lausitz verantwortlich beteiligt, freut sich auf sein neues Projekt Überleiter zwölf.

Nach dem offiziellen ersten Spatenstich in der kommenden Woche stehen die Erdarbeiten neben der "planerischen Untersetzung der Ingenieurbauwerke" auf dem Pro­gramm. Ab dem zweiten Quartal 2008 so11 der Tunnel unter der Schwarzen Elster in Angriff genommen werden.

Der Namenlose schließt den Kreis

Der Überleiter zwölf hat zwar noch keinen so klangvollen Namen wie seine kleineren Ableger, von denen vier bereits fertig sind: 

der Barbara­kanal (Überleiter neun) zwischen Geierswalder und Partwitzer See oder der Rosendorfer Kanal (Überleiter acht) vom Partwitzer zum Sedlitzer See. 

Aber er liegt am An­fang, am Fuße der künftigen Wasserkette. Der Überleiter zwölf schließt sie für den Wasserkreislauf und für den Tourismus auf. Er rückt die Vision von der Verbindung der Lausitzer Seenkette mit den Gewässern im Norden der Republik näher in die Wirklichkeit.

ZUM THEMA

Zehn der 28 größeren und kleineren Seen ehemaliger Tagebaue der Lausitz werden den Planungen zufolge durch insgesamt 13 Überleiter, Kanäle sowie vier Schleusen miteinander verbunden. Die meisten davon, außer die Flachwasserzonen um Spreetal, sind für Sportboote und Fahrgastschiffe tauglich. Neun der 13 Kanalprojekte liegen in Sachsen, vier in Brandenburg. Drei sind bereits fertig. Die anderen befinden sich im Bau oder in der Genehmigungsphase. Ab 2010 könnten sie nach Auffassung des Bergbausanierers LMBV je nach Stand der Flutung schrittweise genutzt werden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.10.2007 

 

Spatenstich für neuen Kanal im Seenland                

SENFTENBERG. Den ersten Spatenstich für den sechsten schiffbaren Kanal im Lausitzer Seenland haben gestern (16.10.2007) die Regierungschefs von Sachsen, Georg Milbradt (CDU), und Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), vollzogen. Der 1050 Meter lange und bis zu 70 Meter breite Überleiter zwischen Senftenberger und Geierswalder See verbindet beide Länder im Seenland. Anfang 2011 soll das Zehn-Millionen-Euro-Projekt vollendet sein. (Eig. Ber./ta)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.10.2007

 

Wanka für Erhalt von Wasserbauwerken

Kulturministerin eröffnet 16. Denkmaltag

GROßRÄSCHEN. Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) hat sich für den Erhalt von technischen Denkmalen am Wasser ausgesprochen. Nichts habe die Brandenburger Kulturlandschaft so nachhaltig geprägt wie das Leben am und auf dem Wasser, sagte sie gestern zum Beginn des 16. Brandenburger Denkmaltages in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz). Deshalb sollten Wasserwerke, Wassertürme, Hebewerke, Schleusen, Kanäle oder Wasserfahrzeuge für die Nachwelt erhalten bleiben. Heute wollen die Teilnehmer Denkmale der Industriekultur in der Niederlausitzer Bergbauregion besichtigen.

Wanka verwies auf die Flutung der Lausitzer Tagebaurestlöcher, die nach dem jahrzehntelangen Raubbau begonnen 

habe.

 "Die neue Landschaft soll und wird die Menschen entschädigen für die lange Phase der Zerstörung",

betonte die Ministerin.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land habe dort einen großen Anteil am Erhalt von technischen Denkmalen, darunter die frühere Förderbrücke F60, die Biotürme in Lauchhammer oder das Erlebnis-Kraftwerk Plessa. In Brandenburg gebe es 77 museale Standorte für Technik, Arbeit und Verkehr.

Wie der Technikhistoriker Matthias Baxmann sagte, erschweren neue Normen und ökologische Erfordernisse die Pflege des Museumsbestandes, etwa von Schleusen und Wehren im unteren Spreewald. (dpa/mb)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.10.2007

 

... andere sehen die künftige Landschaftsgestaltung wieder anders:

 

Bergbausanierer weisen Pücklers Kritik zurück

IBA verteidigt Landschaftsgestaltung

COTTBUS. Die Kritik Hermann Graf von Pücklers an der Re­kultivierung der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft stößt bei Landschaftsgestaltern- und sanierern auf Unverständnis. Befremden löst Pücklers Drohung aus, der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst Pückler-Land die Namensrechte zu entziehen.

Pückler hatte in einem Zeitungsinterview den Stopp weiterer Tagebau-Aufschlüsse in der Lausitz gefordert. Als Grund führt der Urgroßneffe des bekannten Landschaftsarchitekten Fürst Pückler gegenüber der RUNDSCHAU die "katastrophalen Ergebnisse" der bisherigen Rekultivierung der Bergbaufolgelandschaft an. Eine IBA-Sprecherin wehrt sich gegen diese Einschätzung mit Verweis auf die 25 Projekte, die gut angenommen würden. Sprecher der Lausitzer ­und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft sowie des Energiekonzerns Vattenfall weisen die Kritik als unberechtigt zurück. (Eig. Ber./dpr)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.10.2007

 

Lausitzer Wasserweg in fünf Jahren komplett nutzbar /

Die Tagebauseen sind schon zur Hälfte gefüllt

2015 sollen die meisten der 28 großen Flutungsseen voll gefüllt sein. Rund die Hälfte der benötigten Wassermenge ist den Seen bereits zugeführt worden.

(Eig. Ber./rb) WIRTSCHAFT

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.11.2007

In fünf Jahren Bootsfahrt von Spreetal nach Großräschen

Die meisten der 28 neuen Tagebauseen sind 2015 gefüllt

In acht Jahren wird die neue Lausitzer Seenkette zu einem großen Teil fertig sein. Die touristische Nutzung vieler Gewässer kann aber schon vorher beginnen. Derzeit sind die 28 zu flutenden ehemaligen Tagebaue in der Gesamtheit etwa zur Hälfte gefüllt. Das teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Mahmut Kuyumcu, gestern auf einer Fachkonferenz in Großräschen (Oberspreewald-Lau­sitz) mit.

 VON ROLF BARTONEK

Auf die Frage, wann eine Schiffsfahrt etwa vom künftigen Spreetaler See in Sachsen, gelegen nördlich von Hoyers­werda, bis ins brandenburgische Großräschen möglich sein wird, wollte sich Kuyumcu nicht genau festlegen. Mit dem Boot, sagte er, werde das aber schon Ende 2012 der Fall sein. Dann sind nach LMBV-Angaben alle 13 Kanäle sowie die Wehre und Schleusen zwischen den Gewässern fertig.

Die Fahrt würde vom Spreetaler über den Sabrodter, Blunoer, Neuwieser und Partwitzer See in den Sedlitzer führen und von dort in den Ilse-See. Abstecher in den Geierswalder und Senftenberger See empfehlen sich. Zwischen diesen bei den Seen und dem Partwitzer See soll es schon 2010 eine Schiffsverbindung geben.

Von den Niederschlägen her, die entscheidend sind für die zur Verfügung stehende Menge an oberirdischem Flutungswasser (neben Grundwasser), war 2007 laut LMBV bislang ein "durchschnittliches Jahr" und damit deutlich besser als die trockenen Jahre 2003 und 2006. 

Bis zum gestrigen Tage flossen seit Januar 2007 bereits 114 Millionen Kubikmeter Wasser in die zu füllenden Lausitzer Tagebauseen. 

Im gesamten Jahr werden es rund 140 Millionen Kubikmeter sein. 2006 waren es zirka 130 Millionen Kubikmeter. Kuyumcu sagte

bisher seien von der Niederschlagsmenge her keine Beeinträchtigungen zu spürn, die auf eine Klimaveränderung hindeuten würden. In der Lausitz wechselten sich wie früher nasse und trockene Jahre ab.

Bei der Flutung jedenfalls liegt die LMBV im Zeitplan, allerdings wurden Veränderungen bei den Wasserzuleitungen vorgenommen. Danach wird beispielsweise der Ilse-See bei Großrä­schen schon 2015 und nicht erst 2018 voll befüllt sein. Im Gegenzug erreicht der Greifenhainer See seinen vorgesehenen Wasserstand erst deutlich nach 2018 - zwei bis drei Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Klaus Zschiedrich, Leiter des LMBV-Ingenieurbereichs Sanierung, begründete dies mit einer Anpassung der Pläne an die hydrologischen Bedingungen.

111 kleine und große Seen

Insgesamt wird es nach Angaben von Eckhard Scholz, Leiter des Sanierungsstabes der LMBV, in der Lausitz 31 große Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 14200 Hektarn geben. Kleinere Gewässer eingerechnet, beläuft sich die Zahl der Seen künftig auf 111. Für die Sanierung der ehemaligen Bergbaureviere hat die LMBV bisher rund acht Milliarden Euro ausgegeben, davon 4,5 Milliarden in der Lausitz, wie LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber mitteilte. Für die Jahre 2008 bis 2012 sei eine weitere Milliarde bewilligt.

Derzeit arbeiten Fachleute des Sanierungsunternehmens gemeinsam mit Wissenschaftlern von Universitäten und Instituten mit Hochdruck an Lösungen zum Abbau der Versauerung der Tagebauseen durch Substanzen, die mit dem aufströmenden Grundwasser aus den Kippen gespült werden.

Dazu befinden sich etliche Verfahren von chemischen über elektrochemische bis hin zu biologischen - im Labor- beziehungsweise Feldversuch. Nach Angaben der LMBV wird es rechtzeitig gelingen, bis zur Fertigstellung der Seenkette die Wasserqualität so zu verbessern, dass Badestellen errichtet werden können.

Prioritäten der Wasserverteilung

Bei der Versorgung mit Wasser stehen die Tagebauseen in der Priorität erst an vierter Stelle, wie Zschiedrich berichtete. Auf dem ersten Platz rangieren de natürlichen Gewässer, deren Mindest -Durchflussmenge gegebenenfalls mithilfe der Talsperren gesichert werden muss. Danach kommen die Talsperren selbst und an dritter Stelle die Gewährleistung eines ausreichenden Wasserstandes im Oder-Spree-Kanal. Dann erst können die Flutungsseen mit Wasser aus dem Einzugsgebiet von Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße bedient werden.

Das hatte zur Folge, dass im laufenden Jahr wegen der Trockenheit in den Monaten April und Mai durch die LMBV lange Zeit kein Wasser aus den Vorflutern entnommen werden konnte. Der nasse Sommer und der nass­kühle Herbst bringen nun doch noch ein ordentliches Flutungsergebnis zustande.

HINTERGRUND

25 Jahre Nachsorge

Sind die Zielwasserstände in den Seen erreicht, beginnt die Nachsorge. Bis zu 15 Jahren dauert die Stabilisierung 

der vorgesehenen Pegelstände.

Die Stabilisierung der Wasserbeschaffenheit kann sogar bis zu 25 Jahren in Anspruch nehmen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.11.2007

 

Flutungsbilanz 2007:

 

Lausitzer Gruben füllen sich schnell

Spree gab 55 Mio. Kubikmeter Wasser ab / Flutungszentrale steuert Zufluss

Region (GHZ) Die „Flutungszentrale Lausitz“ in Senftenberg meldete zum Jahreswechsel eine positive Bilanz:

Rund 146 Millionen Kubikmeter Flutungswasser aus Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße sind 2007 zur Flutung in die Bergbaufolgeseen in der Lausitz geflossen. Damit wurde das Flutungsergebnis des Vorjahres            (130 Millionen Kubikmeter) übertroffen.

In den Mangeljahren 2003 und 2004 lagen die verfügbaren Mengen nur bei rund 65 Millionen Kubikmeter. Zu dem guten Ergebnis 2007 trugen auch die ertragreichen Niederschläge in der Region bei,

Rund ein Drittel der Flutungsmenge wurden in die brandenburgischen Bergbauseen eingeleitet.

Bis Mitte 2008 werden viele Seen ihren endgültigen Wasserstand erreicht haben.

Im Frühjahr 2007 hatte der Gräbendorfer See (Drebkau) damit als erster Brandenburger Bergbaufolgesee nach der Wende seinen Endwasserstand erreicht.

Aus der Spree wurden im Jahr 2007 bisher rund 55 Millionen Kubikmeter verfügbar gemacht. Dieses Wasser wurde u.a. in den Geierswalder See (rd. 5  Millionen Kubikmeter abgeschlagen.

Im südlichen Brandenburg konnte insbesondere der Bischdorfer See (11 Millionen Kubikmeter) profitieren. Damit stieg der Wasserspiegel um mehr als 4 Meter und liegt nur noch 0,7 Meter unter dem Zielwasserstand.

Auch der Bergheider See bei Lichterfeld hat um 6,6 Millionen Kubikmeter zugenommen.

Seit März wird auch der Tagebau Meuro zwischen Senftenberg und Großräschen  geflutet. Dem künftigen Ilse-See sind seit dem rund 5,7 Millionen Kubikmeter zugeflossen. Sein Wasserspiegel stieg damit inzwischen insgesamt um fast 15 Meter.

Quelle: Märkischer Bote, 29.12.2007

 

Nicht nur bei der Flutung der Tagebaue muss Wasserbewirtschaftung betrieben werden ....

Die Landschaft erhält wieder mehr Wasser

.....Die Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes und die Verbreitung der Wölfe werden in den nächsten Jahren die Naturschutzarbeit im Spree-Neiße-Kreis prägen.Darauf hat Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) während der Jahresnaturschutztagung des Spree­Neiße-Kreises in Drachhausen hingewiesen. Beide Themen seien langfristig mit völlig neuen Anforderungen an die haupt- und ehrenamtlich Tätigen verbunden.

 VON RONALD UFER

"Brandenburg muss zur Umsetzung der neuen EU-Wasserrichtlinie in den nächsten Jahren zwischen 500 und 900 Millionen Euro aufwenden", kündigte Dietmar Woidke an. "Neben der Weiterführung der Hochwasserschutzarbeiten an Elbe und Oder sind zahlreiche Projekte an den kleinen Gewässern nötig. Damit werden die Anstrengungen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes. weitergeführt. "

"Trotz vieler Fortschritte - so setzt Brandenburg bundesweit das erste Projekt zur Deichrückverlegung bei Lenzen um - wird das Programm nicht wie angestrebt bis 2015 abgeschlossen werden können", sagte Dietmar Woidke. Er plädierte dafür, 

die Anstrengungen zur Instandsetzung und Neustrukturierung des Netzes der Be- und Entwässerungsgräben, Wehre und Schöpfwerke zu verstärken. 

Dabei sollen auch Fehler aus den 70er­Jahren, die zu einer übertriebenen Entwässerung der Böden führen, korrigiert werden.

(Anm.: Die 70-er Jahre waren auch oft extrem nasse Jahre, so dass zum damaligen Zeitpunkt, die durchgeführten Meliorationsmaßnahmen völlig richtig waren) 

Der Kreisbauernverband Spree­Neiße hat nach Einschätzung des Ministers eine Schlüsselrolle bei der Revitalisierung von Moorflächen und der Verbesserung das Landschaftswasserhaushaltes übernommen. "Der Verband hatte als erster in Brandenburg zu Gesprächen mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wasserwirtschaft und Naturschutz zu diesem Themenkreis eingeladen. Die Teilnehmer berieten über die Wasserverteilung und Umgestaltungen. " Als weiteren Schwerpunkt bei der Verbesserung des Wasserhaushaltes bezeichnete Woidke die Moorvitalisierung.

...

Und so begann in der Lausitz alles ....

 

Schlabendorf-Nord: Vor über 50 Jahren erste Entwässerungsarbeiten

Vor über 50 Jahren, 1957, begannen die Entwässerungsarbeiten für den Tagebau Schlabendorf-Nord - einen der großen Braunkohletagebaue, die zur Energiegewinnung in der DDR beitrugen. 

Etwa 137 Millionen Tonnen Braunkohle für die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau kamen von 1961 bis 1977 aus Schlabendorf-Nord. Inzwischen läuft die Rekultivierung der Tagebaulandschaft.

Bis zum Jahr 2020 sollen vier Seen entstehen: der Hindenberger, Stöbritzer, Stoßdorfer und Lichtenauer See

Sie liegen im Naturpark "Niederlausitzer Landrücken".

Einen Großteil der Finanzierung des Artenschutzprogrammes übernimmt die Heinz-Sielmann-Stiftung. Insbesondere wird hierbei die Naturlandschaft "Wanninchen" in ihrer Entwicklung unterstützt. Die meisten Mittel gehen in Artenschutzmaßnahmen. Die Verbesserung der Brutmöglichkeiten für Wiedehopf, Schellente, Steinschmätzer und Uferschwalbe stehen im Vordergrund. Auch die Lebensbedingungen des in Vergessenheit geratenen Feldhasen sollen besser werden.

Schon jetzt existiert ein Radweg rund um den ehemaligen Tagebau. Tafeln an den Naturschutzzonen informieren zu den Vorhaben, die Landschaft mit neuem Leben zu erwecken. Henry Lehmann

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.03.2008

An dieser Stelle noch einmal das Flutungskonzept der Tagebaurestlöcher in der Lausitz und der Stand der Füllung:

 

 

 

IBA startet heute (21.03.2008) ins Wasserjahr "Seensucht Lausitz“

                                                                                                                   

GROßRÄSCHEN. Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land startet heute in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) in ihr Wasserjahr. Neue, attraktive Projekte - von der Landmarke Lausitzer Seenland am Sedlitzer See bis zur Schaubaustelle am Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See stehen dabei im Mittelpunkt.

                                         

Quelle: Lausitzer Rundschschau, 21.03.2008

          

 

Millionen-Ströme für eine neue Lausitz

 

Wie Bergbausanierer LMBV die Tagebaugebiete fit für die Nachnutzung macht /

58 Prozent der Wasserflächen bereits geflutet

 

Wer sich zum ersten Mal im Lausitzer Seenland umschaut, mag sich wie ein Abenteurer vorkommen. Viel Wald, einsame Wege, große Seen - ein Hauch von unberührter Natur. Doch hinter dieser Idylle steckt jahrelange Planung. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft ) arbeitet seit mehr als 15 Jahren daran, die früheren Tagebaue umzugestalten. Allein im vergangenen Jahr sind 231 Millionen Euro für die Bergbausanierung ausgegeben worden, davon 130 Millionen Euro in Brandenburg.

VON SASCHA KLEIN

Die neue Verbindung von der säcl:1sischen Staatsstraße zum Partwitzer See ist gerade einige Tage freigegeben. Wer glaubt, die Straße führt ins Nirgendwo, der irrt. Sie führt zu einem der Pioniere der Region. Die Reiterhof-Besitzerin Karin Mietke aus Spohla bei Wittichenau (Landkreis Kamenz) entwickelt gemeinsam mit ihrem Mann eines der ersten Urlauberzentren im Lausitzer Seenland. Ihre Vision: Dort, wo zurzeit noch Sandhaufen das Ufer zieren, soll in einigen Jahren ein Hotel mit 80 Betten stehen. Kostenpunkt: rund drei Millionen Euro. Ein schwimmendes Haus ist bereits gebaut. Es ist das Referenzobjekt für weitere. ,,40 bis 50 schwimmende Häuser wollen wir eigentlich bauen", sagt Karin Mietke und deutet auf das Ufer auf der Gegenseite. Dort sollen sie entstehen und den Partwitzer See einzigartig machen. Rechts neben dem schwimmenden Haus lassen sich bereits die Konturen des Hafens erkennen. Dieser ist durch Mittel der LMBV entstanden. Die Bergbausanierer sollen möglichen Investoren mit ihrer Arbeit den Weg ebnen. Neben der Sicherung der früheren Kippenflächen ist es auch Aufgabe des Bundesunternehmens, die Bergbaufolgeseen durch neue Infrastruktur aufzuwerten. Unter dem etwas starr anmutenden Begriff "Paragraf-4-Mittel" stellen die Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Geld zur Verfügung, um Investoren eine bessere Ausgangslage zu schaffen. 23 Millionen Euro sind allein im vergangenen Jahr dafür ausgegeben worden, davon 7,36 Millionen Euro in Brandenburg und 8,81 Millionen Euro in Sachsen.

Aus Paragraf-4-Mitteln entstehen unter anderem 13 schiffbare Überleiter, die elf Seen zwischen Senftenberg und Spreetal miteinander verbinden. Einer der Vorzeige bauten ist der Überleiter Nummer 12, der ab dem Jahr 2010 den Senftenberger mit dem Geierswalder See verbinden wird.

Er schafft eine Brücke zwischen dem ersten touristisch genutzten Bergbaufolgesee der Lausitz und der neu entstehenden Landschaft. 17 Millionen Euro wird das rund einen Kilometer lange Bauwerk inklusive Schleuse kosten. Um diese Verbindung, durch die später auch Fahrgastschiffe pendeln sollen, zu realisieren, muss nicht nur die Schwarze Elster, sondern auch die Bundesstraße B 96 gekreuzt werden. Dort entsteht eine Brücke für den Fahrzeugverkehr.

                                        

Wenige Kilometer weiter, an der Steganlage unweit von Geierswalde, steht Dr. Mahmut Kuyumcu, Geschäftsführer der LMBV, und schaut auf das Wasser hinaus. Für ihn sei es immer wieder ein Vergnügen, sich die Fortschritte bei der Bergbausanierung in der Lausitz anzusehen, sagt er. "Wir haben hier eine einzigartige Aufgabe zu erfüllen", betont er. Nirgends sonst sei eine Region derart vom Wandel in der Landschaft betroffen wie diese. Kohlengruben seien auch in Westdeutschland geschlossen worden, jedoch nicht so abrupt wie zum Ende der DDR im Jahr 1990, so Kuyumcu.

39 Braunkohlentagebaue hat es noch zur Wende gegeben, die wenigsten haben überlebt. Heute sind es noch fünf in der Lausitz.

Fast wie in einem gerade ausgekohlten Tagebau sieht es noch abseits der drei Hauptseen an der Verbindung vom Blunoer Südsee zum Sabrodter See aus. Dort sind die Einschnitte des Tagebaus in die Natur bisher deutlich zu erkennen. Spätestens in zwei Jahren sollen die Erdrnassen, die dort noch angehäuft sind, im künftigen See verschwunden sein. Mittels Sprengungen wird das Erdreich in der Fläche aufgehen.

                                         

Weiter westlich, am Sornoer Kanal, der Verbindung zwischen Geierswalder und Sedlitzer See, wird bereits wieder ein Stückchen Infrastruktur errichtet. Ein Aussichtsturm wird ab Herbst einen Blick über die Seen ermöglichen - finanziert über die Paragraf-4-Mittel der Länder. Es ist die erste Landmarke im Gebiet der Seenkette.

Stolz sind die Bergbausanierer auch auf den Start der Flutung des Ilse-Sees bei Großräschen, dem früheren Tagebau Meuro. Bis zum Jahr 1999 ist dort noch Braunkohle gefördert worden, bis zum Jahr 2015 sollen dort 153 Millionen Kubikmeter Wasser einen der größten Bergbaufolgeseen in Brandenburg entstehen lassen.

Trotz allen Fortschritts gibt es zwischen den Anrainern auch Streit um das kühle Nass. Erst vor wenigen Wochen hatte sich die Kamenzer Landrätin Petra Kockert (CDU) über das veränderte Flutungskonzept für die Seenkette ereifert und der LMBV vorgeworfen, die handelnden Personen nicht genügend eingeweiht zu haben. Sie befürchtet, dass Investoren abspringen, falls der Partwitzer See seinen Endwasserstand später als geplant erreicht. Aus dieser Kontroverse will die LMBV nun die Schärfe nehmen. Es habe Abstimmungen mit dem Ergebnis gegeben, so Geschäftsführer Kuyumcu, dass am vereinbarten Flutungsende im Jahr 2012 nicht gerüttelt wird.

In vier Jahren will Investorin Karin Mietke am Geierswalder See möglichst schon Urlauber im geplanten Hotel und in weiteren schwimmenden Häusern begrüßen können. Die LMBV wird es dann auch noch geben. Das vierte Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern endet im Jahr 2012, die Arbeit für die Sanierer der Lausitz wird dann aber noch lange nicht abgeschlossen sein.

Hintergrund

Zahlen und Fakten in der Lausitz

231 Millionen Euro hat die LMBV im Jahr 2007 für die Bergbausanierung ausgegeben. Davon entfallen auf Brandenburg 130 Millionen Euro, auf Sachsen 61 Millionen.

Die bisherigen Kosten der Bergbausanierung im Osten Deutschlands belaufen sich zurzeit auf etwa 8,3 Milliarden Euro.

Zu 58 Prozent sind die 31 größeren Tagebau-Restseen in der Lausitz bereits geflutet. Laut LMBV sollen noch in diesem Jahr der Geierswalder See und der Bernsteinsee bei Burghammer (Kreis Kamenz) fertig geflutet sein.

In den kommenden Jahren folgen unter anderem das Speicherbecken Bärwalde im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (2010) sowie der Schlabendorfer See und der Partwitzer See (beide 2012). Der Sedlitzer See, der Ilse-See bei Großräschen, der Neuwieser, Sabrodter, Bergener See sowie der Blunoer See sollen bis 2015 ihre Endwasserstände erreichen.

Bis zum Ende des Jahres 2007 sind laut LMBV

 

387 Millionen Kubikmeter Wasser

 

in die Brandenburger Restseen geflossen,

in die Ostsächsischen insgesamt

 

828 Millionen Kubikmeter Wasser.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.04.2008

 

Flutungswasser für die Lausitzer Bergbauseen

COTTBUS. Die Seenlandschaft in der Lausitz nimmt deutlich Gestalt an. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) informierte gestern, dass im ersten Halbjahr (2008) 93,4 Millionen Kubikmeter Flutungswasser aus Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße in die einstigen Tagebaurestlöcher geleitet wurden. Das war etwas mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, hieß es. (dpalab)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.07.2008

                               

Bis 2018 enstehen durch die Flutung früherer Braunkohletagebaue zwischen dem südbrandenburgischen Senftenberg und dem ostsächsischen Hoyerswerda 21 Seen mit einer Gesamtwasserfläche von 140 Quadratkilometern. Neun Seen werden durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Auf diesem Foto von 2003 ist der Partwitzer See im Vordergrund, daneben der Geierswalder und der Sedlitzer See. Im Hintergrund der Tagebau Meuro, der spätere Ilse-See.

 

In einem Jahr Baustart (2009) für den letzten Seenland-Kanal

 

Kernstück ist 200-Meter- Tunnel unter der B 169

GROßRÄSCHEN. Ende 2009 wird mit dem Bau des Ilse-Ka­nals zwischen dem Ilse- und dem Sedlitzer See (Oberspree­wald-Lausitz) begonnen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft mbh (LMBV) als Berg­bausanierer hat das Projekt um ein Jahr vorgezogen, um mit der gleichzeitigen Flutung des früheren Tagebaus Meuro (Ilse­-See) den "Restpfeiler" zu stabi­lisieren, auf dem die Bundes­straßen 96 und 169 sowie zwei Bahntrassen verlaufen. Der rund 1,2 Kilometer lange Ilse-­Kanal wird LMBV-Angaben zufolge mit einem 200 Meter langen Tunnel die Verkehrs­adern unterqueren.

Der letzte der zwölf Überleiter im See­nland soll 2011/12 in Betrieb gehen. (Eig. Ber./tr)

   

Ilse-Kanal wird bereits ab Herbst 2009 gebaut

 

Bergbausanierer LMBV will für hervorragende Wasserqualität sorgen

 

Schon im vierten Quartal des kom­menden Jahres soll mit dem Bau einer schiffbaren Verbindung zwischen dem Ilse-See und dem Sedlitzer See (Ober­spreewald-Lausitz) begonnen werden. Die Planer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungs­gesellschaft mbH (LMBV) als Land­schaftssanierer beabsichtigen damit ei­nen zügigeren Anschluss des Ilse-Sees als Großräschener Badewanne an die Restlochkette. Auch die Flutung des früheren Tagebaus Meuro soll drei Jahre eher beendet sein.

 

VON TORSTEN RICHTER

 

Wer heute auf der Bundesstraße zwi­schen Sedlitz und Allmosen unterwegs ist, kann schon an den blauen Fähnchen der Internationalen Bauausstellung

(IBA) "Fürst-Pückler-Land" die unge­fähre Kreuzung zwischen der B 96/ B 169 und dem zukünftigen Kanalbau­werk erkennen. Es soll einmal den Ilse-See bei Großräschen mit dem Sed­litzer See nordöstlich von Senftenberg verbinden.

 

Ein Tunnel als Kernstück des Kanals

Bereits im Herbst des nächsten Jahres wollen die Bergbausanierer der LMBV mit dem Bau des Kanals zwischen den ehemaligen Tagebaugruben beginnen. "Ende 2009 geht es mit den Erdbauarbeiten los. Das ist der letzte Kanal im Seenland, den die LMBV bauen wird", kündigt Klaus Zschiedrich, Leiter des Ingenieurbereichs Sanierung bei der LMBV, an.

Das Kernstück des 1,2 Kilometer langen "ingenieurtechnischen Meisterwerkes" bilde der 200 Meter umfassende Tunnel unter der B 96/ B 169 Cottbus-Senftenberg und der Bahntrasse zwischen der Spree und der Seestadt. .

Westlich des eigentlichen Kanals werde ein 2,5 bis drei Meter breiter kombinierter Rad- und Fußweg konzipiert. Die Trasse solle sich mit eleganten Bögen harmonisch in das Kanalprojekt einfügen. Klaus Zschiedrich beziffert die Gesamtkosten für den Überleiter 11, wie das Vorhaben derzeit noch genannt wird, auf rund zwölf Millionen Euro. Nach der Fertigstellung werde die Stadt Großräschen das Bauwerk übernehmen und betreiben. Darauf haben sich laut Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) seine IBA-Stadt und Senftenberg geeinigt. "Die Kreisstadt hat ja bereits mehrere schiffbare Verbindungen in ihrer Obhut", begründet Zenker. Mit diesem Schritt werde Großräschen "wirklich zum Eingangstor für das Lausitzer Seenland".

Ursprünglich war der Baubeginn für den Ilse-Kanal erst für die Jahre 2010/11 vorgesehen.

Im Jahr 2015 wird der Ilse-See fertig geflutet sein. Das sind drei Jahre eher als ursprünglich geplant. Allerdings ist LMBV-Angaben zufolge die jetzige Eile geboten, um dem "Sedlitzer Pfeiler", auf dem die Bundesstraße und die Bahntrasse verlaufen, zu einer höheren bergtechnischen Sicherheit zu verhelfen. Dazu sei vorerst die weitere Befüllung des Altdöberner Sees eingestellt worden.

2010 erhält Ilse-See mehr Neiße-Wasser

Betrug der Wasserspiegel im Ilse-See laut Klaus Zschiedrich zum Flutungsbeginn im März 2007 etwa 51,6 Meter, waren es Ende September 2008 schon 70,2 Meter. "Im Jahr 2010 wird die Flutung des Berzdorfer Sees bei Görlitz eingestellt. Dann führen wir verstärkt Wasser aus der Lausitzer Neiße dem Ilse-See zu", kündigt der Bergbauinge­nieur an. In sieben Jahren werde sich der Endwasserspiegel bei 100,5 Metern eingepegelt haben.

Hoher SulfatgehaIt bereitet Sorgen Die LMBV ist guter Dinge, das Gewässer vor den Toren Großräschens pünktlich den zukünftigen Nutzern übergeben zu können. Die Gewässergüte be­finde sich bereits heute fast im normalen Bereich. So sei der See mit einem pH-Wert 6,9 neutral. Lediglich der hohe Sulfatgehalt im Wasser bereitet den Bergbausanierern noch Sorgen. "Doch wir arbeiten mit Hochdruck daran", sagt Klaus Zschiedrich. Der jetzige Wert von 1100 Milligramm je Liter solle bis zum Jahr 2015 auf unter 800 Milligramm pro Liter abgesenkt werden. Immerhin gebe es bislang weltweit noch kein Patentre­zept für die Maßnahme. Der jetzt noch niedrige Eisengehalt des Ilse-Wassers wird sich laut LMBV bis Flutungsende erheblich erhöhen. Auch durch Starkniederschläge sei ein Anstieg möglich. Für diesen Fall hat der Bergbausanierer schon vorgesorgt: "Wir werden mit Sanierungsschiffen die Wasserqualität prüfen und gegebenenfalls Kalk zuge­ben. Dazu existiert bereits eine große Studie", erklärt Klaus Zschiedrich.

Im Jahr 2015 solle auch der benachbarte Sedlitzer See komplett neutralisiert sein. Bereits ab dem kommenden Jahr werde über den Oberen Landgraben Wasser aus der Lausitzer Neiße in das mit 1330 Hektar Wasserfläche größte künstliche Gewässer der Lausitz eingeleitet. Darüber hinaus ist laut LMBV ab 2013 eine Behandlung des Wassers mit Neutralisationsmitteln geplant. Bislang bewege sich dort der pH-Wert um drei. Ab 2015 würden der Sedlitzer und der Ilse-See eine hervorragende Wasserqualität bieten.

"Die große Mehrzahl der Großräschener glaubt inzwischen an die positive Entwicklung zur Seestadt", weiß Bürgermeister Thomas Zenker aus vielen Gesprächen. "Und unser Räschen wird noch viel schöner und attraktiver werden", verspricht das Stadtoberhaupt.

Mehr zum Seen land finden Sie unter:    www.lr-online.de/seenland

 

ZUM THEMA

36 Prozent aufgefüllt

Ursprünglich hat das bergbaubedingte Grundwasserdefizit in der Lausitz LMBV-Angaben zufolge

 rund sieben Milliarden Kubikmeter

betragen.

Bis 2008 seien davon bereits 2,5 Milliarden Kubikmeter aufgefüllt worden.

Das entspricht circa 36 Prozent. Die Bergbausanierer rechnen mit einem Abschluss des Prozesses um das Jahr 2030.

Würde kein zusätzliches Wasser zugeführt, hätte das Grundwasser erst in 60 bis 80 Jahren seinen Vorbergbaustand erreicht.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.10.2008

 

Kamera dokumentiert  Wachsen des Ilse-Sees Senftenberg.

In Großräschen (Oberspreewald- Lausitz) dokumentiert jetzt eine Web­Cam das Wachsen des Ilse­Sees. Wie der Bergbausanierer LMBV informierte, steht die Kamera direkt am See an der Victoriahöhe. Die alle fünf Minuten aktualisierten Bilder zeigen eine Panorama-Ansicht vom Seehotel über die Seebrücke, die IA-Terrassen bis hin zum steigenden Wasserstand des Ilse-Sees. Eig. Ber.jab

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.07.2009

 

Nun herrscht erst einmal auch in Brandenburg Rechtssicherheit:

 

Land Brandenburg übernimmt das Seenland

Brandenburg wird die auf dem Landesterritorium gelegenen Teile der Restlochkette mit dem 

Sedlitzer-, Partwitzer- und Geierswalder See sowie dem Ilse-See 

von den Bergbausanierern der LMBV übernehmen, sagte Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) in Altdöbern. Ob das Land auch 

den Altdöberner See übernehmen wird, sei bislang noch offen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.09.2008

 

Der letzte Stand:

 

Flutung der Bergbaufolgeseen kommt voran

SENFTENBERG. Die Lausitzer Seenlandschaft nimmt immer deutlichere Konturen an. In diesem Jahr seien bisher 142 Millionen Kubikmeter Flutungswasser aus der Spree, der Schwarzen Elster und der Lausitzer Neiße in die Bergbaufolgeseen geleitet worden. Das teilte der Bergbausanierungsträger LMBV am Donnerstag mit. Damit sei nach Angaben der Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) das Ergebnis des gesamten Vorjahres 2007 von 149 Millionen Kubikmetern fast erreicht, berichtete LMBV -Sprecher Uwe Steinhuber. 

Drei Viertel des Flusswassers, das waren 107 Millionen Kubikmeter, flossen Steinhuber zufolge in sächsische Bergbaufolgeseen, 

35 Millionen Kubikmeter wurden in brandenburgische Tagebauseen geleitet. (dpa/B.M.)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.12. 2008

   

      

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.07.2009

 

Sommer- Regen füllt die Lausitzer Seen

Gewässer zu zwei Dritteln geflutet

Senftenberg. Die einstigen Tagebaugruben im Lausitzer Seenland sind Ende August zu rund zwei Dritteln gefüllt gewesen. Laut Bergbausanierer LMBV hat auch der Sommer-Regen dazu beigetragen.

Nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau­Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wurde durch die kräftigen Niederschläge in den vergangenen Monaten mehr Wasser als im Vorjahreszeitraum eingeleitet.

Wie Rudolf Heine Leiter der LMBV-Flutungszentrale in Senf­tenberg (Oberspreewald-Lausitz), informierte, flossen in den ersten acht Monaten insgesamt 105 Millionen Kubikmeter Wasser in die Seen.

Das meiste Nass sei mit rund 48 Millionen aus der Lausitzer Neiße entnommen worden, gefolgt von Spree (46 Millionen) und Schwarzer Elster (elf Millionen). Von der Flutung hätten zu einem überwiegenden Teil die Gewässer in der sächsischen Lausitz profitiert (91 Millionen), während die Brandenburger Seen mit 14 Millionen auskommen mussten.

Im gesamten Jahr 2008 sind laut LMBV 155 Millionen Kubikmeter Wasser in die Bergbauseen geflossen, die derzeit 1,55 Milliarden Kubikmeter speichern. Die meisten sollen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts gefüllt sein. Eig. Ber.jtr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.09.09

 

Seenland bringt Millionen- Nutzen

Studie: Lausitz profitiert durch Sanierung ehemaliger Tagebaue

Leipzig. Die Sanierung der ehemaligen Braunkohletagebaue in der Lausitz ist nicht nur für die Umwelt gut. Laut einer Studie liegt der wirtschaftliche Nutzen für die neue Seenlandschaft in der Lausitz bei bis zu 16 Millionen Euro im Jahr.

 Für die Studie des HeImholtz­Zentrums für Umweltfor­schung (UFZ) wurden Fragebögen unter Besuchern und Bewohnern des Seelands ver­teilt. Anstatt potenzielle zukünftige Profite und Arbeitsplätze im Lausitzer Seenland zu berechnen, lag der Fokus der Studie auf der Quantifizierung von Nutzen, der nicht über den Markt erfasst wird, wie zum Beispiel der persönliche Nutzen, der durch Baden oder Radfahren am See entsteht. Die Befragten sollten demnach angeben, wie viel sie für die Entstehung von neun nutzbaren Seen im Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes und für die Erho­lungsinfrastruktur bezahlen würden. 

Nele Lienhoop vom UFZ bezifferte den künftigen Nutzen für das Gebiet mit neun sauberen Seen auf mindestens zehn bis sogar 16 Millionen Euro pro Jahr.

Derweil startete der Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) den Einsatz von Sanierungsschiffem. Am Freitag (20.0.2009) wurden am Bernsteinsee im Kreis Bautzen zwei Spezialschiffe zu Wasser gelassen, die das Gewässer in der nächsten Zeit pH-neutral machen sollen.

AFP/Eig. Ber/skl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.03.2009

 

Lausitzer Seen bekommen Kalk-Behandlung per Schiff

Modellprojekt am Freitag nahe Hoyerswerda gestartet

Von Sascha Klein

Es ist ein kalter Frühlingstag am Bernsteinsee nahe Burg (Kreis Bautzen). Fernab jeder Ortschaft, am Überleiter zwischen den Restlöchern Lohsa und Burghammer, haben sich zwei Sattelschlepper ihren Weg über die Betriebspisten der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gebahnt. Auf ihren Aufliegern ruht die Hoffnung der Lausitzer Bergbausanierer: Sanierungsschiffe, die innerhalb der nächsten Monate und vielleicht auch Jahre dafür sorgen sollen, dass sich die ph-Werte in den Lausitzer Bergbaufolgeseen von sauer in neutral wandeln.

Der Plan klingt simpel: Innerhalb der kommenden Wochen, veranschlagt sind 50 Werktage, werden die Schiffe zunächst auf dem Bernsteinsee unterwegs sein und zweierlei ins Wasser ein­bringen. "Wir beginnen mit zirka 10 000 Tonnen Kalkmehl", sagt Wolfgang König, Projektleiter Seenkalkung bei der Firma Rheinkalk. Dieser Stoff wird durch Silofahrzeuge angeliefert und per Schlauchverbindung in den Bauch des Schiffs gepumpt. Dieses verteilt das Kalkmehl auf dem gesamten See. In einem zweiten Schritt wird Kalkhzydrat in das Wasser eingebracht. Ziel ist, den ph-Wert auf bis zu 6,5 ansteigen zu lassen. Zunächst werden laut König Eisen- und Aluminiumbelastungen neutralisiert, ehe sich etwas am ph-Wert ändert. Der beträgt der LMBV zufolge im Bernsteinsee zurzeit 2,9. Das bedeutet: Das Gewässer ist zurzeit noch extrem sauer.

"Der Vorteil dieser Methode ist, dass wir uns teure Bauten sparen und jede Ecke des Gewässers erreichen können", sagt LMBV-­Sprecher Uwe Steinhuber. Der Kostenaspekt sei in diesem Fall von entscheidender Bedeutung. 

Würden Gebäude wie Grubenwasserreinigungsanlagen errichtet, müssten diese irgendwann zurückgebaut werden - ein zusätzlicher Kostenfaktor.

Dass gerade der Bernsteinsee für die Lausitzer Premiere ausge­ählt wurde, war eine bewusste Entscheidung. Da später auch das Restloch Burghammer für die Niedrigwasseraufhöhung der Spree eingesetzt wird, muss das Wasser ph-neutral sein.

Was in der Lausitz Neuheit ist, ist in Skandinavien bereits ein alter Hut. In Schweden, wo die Konstrukteure der Sanierungsschiffe zu Hause sind, wird dies;" Technik bereits seit rund 30 Jah­ren angewandt. Dort gibt es Hunderte Seen, die natursauer oder durch sauren Regen sauer geworden sind. Sie werden regelmäßig nach diesem Prinzip behandelt. Auch für die LMBV ist das Bekalken per Schiff kein Neuland mehr.

Die Premiere dieser Technik in Ostdeutschland hatte es in Thüringen bereits gegeben. Auch in der Lausitz hatte im Dezember ein erster Probelauf stattgefunden.­

Der Bergbausanierer betrachtet das Projekt als Qualitätsoffensive für das Seenland. Jedoch müsse der Versuch im Bernsteinsee erst zeigen, wie effektiv das System ist, sagt Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV.

HINTERGRUND

Der heutige Bernsteinsee, früher Tagebau Burghammer, ist im Jahr 1959 für die Bekohlung des Gaskombinats Schwarze Pumpe erschlossen worden und gehörte als östlichster Ausläufer zur Lagerstätte Spreetal. Bis zum 20. Sep­tember 1973 ist dort Braunkohle gefördert worden. In den Jahren bis zur Wende ist die Grube zur Verspülung von Industrierückständen benutzt worden und diente als Ort zur Verkippung von Bodenaushub des Tagebaus Scheibe.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.03.2009

 

Bakterien "versüßen" Lausitzer Seenland

Wasserqualität wurde deutlich verbessert

Senftenberg. Bakterien haben die Wasserqualität im Lausitzer Seenland deutlich verbessert. Das Grundwasser sei um drei Viertel weniger sauer, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau -Verwaltungsgesell­schaft LMBV am Montag (07.09.09) in Senf­tenberg (Oberspreewald - Lausitz) mit.

Seit gut einem Jahr läuft dort ein Versuch, mithilfe von Bodenbakterien das Grundwasser, das vom Partwitzer See zum Sedlitzer See fließt, von Säure und Schwefel zu befreien.

Das säurefördernde Sulfat sei um ein Drittel verringert worden, der Eisengehalt wurde um die Hälfte reduziert. Der Versuch soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Dpa/kr

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.09.09

 

Eigentlich sollten an dieser Stelle nur über die wasserwirtschaftlichen Aspekte der

Tagebaurestloch-Flutung  berichtet werden .... aber interessant ist auch die Nachnutzung

 

Lausitzer Seenland erhält neue Stadthäfen

Investitionen von 13 Millionen Euro

Senftenberg. In den kommenden Jahren sollen insgesamt 13 Millionen Euro in den Bau von Häfen und Anlegestellen im Lausitzer Seenland fließen. Damit erhoffen sich die Kommunen vor allem einen größeren Anreiz für die schiffbar verbundene Seenkette im Inneren des neu entstehenden Freizeitareals.

Allein das Projekt des Stadthafens in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) hat nach Aussagen von Stadtverwaltung und Erholungsgebiet Senftenberger See ein Investitionsvolumen von bis zu neun Millionen Euro. Dort hoffen die Verantwortlichen, den ersten Spatenstich im kommenden Jahr setzen zu können.

Die Finanzierung ist maßgeblich von Fördermitteln abhängig.

In Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) soll in Nachbarschaft zu den IBA­Terrassen ein Hafen sowie eine rund vier Millionen Euro teure Mehrzweckhalle mit Seeblick entstehen. Eig. Ber.jskl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.05.2009

 

Brandenburg übernimmt Tagebauseen

Weg frei für touristische Erschließung

Potsdam. Die Umwandlung ehemaliger Bergbaugebiete in der Region in Erholungsland­schaften hat eine weitere Hürde genommen: Brandenburg wird mehrere Tagebauseen in Landeshoheit übernehmen.

Das Kabinett habe am Dienstag einer entsprechenden Vereinbarung mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) zugestimmt, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Demnach übernimmt das Land Tagebaurestseen mit einer 

Gesamtgröße von rund 3300 Hektar.

Es handelt sich dabei um den Ilsesee, den Sedlitzer See, den brandenburgischen Teil des Partwitzer und des Geierswalder Sees sowie den Altdöberner See.

Die Seen zählen zum Kernbereich des Lausitzer Seenlandes. Mit der Vereinbarung wird es für Kommunen und Privatpersonen möglich, von der LMBV die an die Seen angrenzenden Grundstücke zu erwerben und zu erschließen.

Im Freistaat Sachsen wurde eine entsprechende Vereinbarung bereits 2008 geschlossen. pm/roe

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.10.2009

 

"Neue  Ideen" braucht das Land : siehe auch Hafenstadt Cottbus

Elbewasser fürs Lausitzer Seenland

Sachsen lässt Kanalbau prüfen

Dresden/Senftenberg. Die sächsische Staatsregierung will prüfen lassen. ob sich ein Elbe-Überleiter realisieren lässt, der die Lausitzer Seenkette dauerhaft mit Frischwasser versorgt.

Eine entsprechende Vergleichsstudie soll nach Angaben des sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft in den kommenden Monaten in Auftrag gegeben werden. Erste Ergebnisse werden noch in diesemn Jahr erwartet, heißt es.

Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Bergbaufolgeseen in der Lausitz auch weiterhin mit so viel frischem Wasser gespeist werden, um eine Versauerung zu verhindern. Ob ein solches Projekt notwendig und finanzierbar ist. soll die Vergleichsstudie zeigen, teilt die Staatsregierung mit. Eig. Ber /skl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.02.2009

Auf der Suche nach neuen Quellen

Mit dem Ende der Flutung der Bergbaufolgeseen ist der Wasserbedarf der früheren Gruben längst nicht gedeckt. Die sächsische Staatsregierung will prüfen lassen, ob ein kilometerlanger Elbe-Überleiter die Wasserprobleme der Lausitzer Seenkette lösen kann.

                                  
Wie sie genutzt wird, ist Zukunftsmusik. Eines ist jedoch sicher: Die Bergbaufolgeseen zwischen Boxberg (Kreis Görlitz) und Lichterfeld (Elbe-Elster) werden immer Frischwasser benötigen, um nicht dauerhaft sauer zu bleiben. Bislang löst die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) diese Aufgabe mit einem System, das Neißewasser bis ins frühere Revier bringt. Langfristig sei diese Variante jedoch riskant, ist Heepe überzeugt. Er vermutet, auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, dass über dieses System nicht genügend Wasser in die Seen kommt, um etwa auch die große Menge, die in den Sommermonaten verdunstet, ersetzen zu können.

So schlägt Heepe einen visionären Plan vor: eine Elbe-Überleitung, die die Nöte der Lausitzer Seen, in 50 oder 60 Jahren zu wenig Wasser zu bekommen, beseitigen könnte. Der Wasserwirtschaftler ist davon überzeugt, dass sich dieser Gedanke realisieren lässt. Ein Abfluss nahe Pirna könnte Elbewasser über einen Tunnel in fast durchgehendem Gefälle Richtung Kleine Spree leiten. Dort würde das gefragte Nass nach bekannter Methode in die Lausitzer Seen geleitet.

Im sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird bereits über Varianten einer Elbe-Überleitung nachgedacht. Wie Andreas Kunze, stellvertretender Sprecher von Minister Frank Kupfer (CDU) mitteilt, soll in den kommenden Monaten eine Vergleichsstudie in Auftrag gegeben werden. Erste Ergebnisse erwartet die Staatsregierung bis zum Jahresende. Falls sich dabei herausstellt, dass eine solche Baumaßnahme nötig ist und „nachhaltige Wirkung auf die Bergbausanierung ausübt“, werde es eine Bund-Länder-Finanzierung geben.

Die LMBV hält die Grundidee Heepes nach Aussage von Sprecher Uwe Steinhuber für sinnvoll: „Die Elbe führt meist genügend Wasser, um den Frischwasserbedarf der Lausitzer Seenkette abzudecken.“

Jedoch habe sich ein ähnliches Projekt, das die LMBV durchgerechnet hat, als illusorisch erwiesen. Ein Hindernis seien nicht allein die langen Strecken, sondern auch Rieseneinschnitte in die Natur, so Steinhuber.

Er hält das aktuelle LMBV-Wasserkonzept noch jahrzehntelang für tragfähig. „Wir sind optimistisch, auf diese Weise die Lausitz und das mitteldeutsche Revier ausreichend versorgen zu können.“

Heepe sieht in einem Elbe-Überleiter auch eine touristische Komponente. Als Mitstreiter in der sich in Gründung befindenden Arbeitsgemeinschaft zur Renaturierung der Schwarzen Elster macht er sich dafür stark, den Fluss zwischen Elbe-Elster-Land und Hoyerswerda für Kanuten interessant zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Elster auch in den Sommermonaten ausreichend Wasser führt.
Von Sascha Klein

 

HINTERGRUND

Seit März 1996 läst die LMBV Tagebaurestlöcher in der Lausitz fluten. Das erste war laut LMBV der heutige Gräbendorfer See, der in den Kreisen  Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße liegt. Es entstehen Seen in einer Gesamtgröße von 14 610 Hektar, davon 7686 in Brandenburg.

Auch beim Hochwasserschutz könnte die Lausitzer Seenkette laut Reinhard Heepe als Speicher fungieren. Der Senftenberger regt an, im Hochwasserfall die Bergbaufolgeseen als Speicher zu nutzen. Denn auch diese Wassermengenwürden dazu beitragen, die Verdunstungen des Sommers auszugleichen und Hochwasserspitzen abzufangen.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.02.2009

Sorge um Wassermangel

Seenland-Konferenz in Hoyerswerda zeigt Erfolge und Probleme

Das Lausitzer Seenland in Sachsen und Brandenburg wächst, die Gewässer füllen sich, doch die sächsische Landestalsperrenverwaltung hat große Bedenken um die Wasserversorgung der Zukunft.

Von Sascha Klein

Der Blick auf die Zukunft des Lausitzer Seenlands könnte unterschiedlicher nicht sein. Während IBA-Chef Prof. Rolf Kuhn die Lausitz zwischen Bergheider und Bärwalder See im Jahr 2020 als blühende und aufstrebende Tourismusregion mit Hunderttausenden Gästen sieht, malt Sebastian Fritze von der sächsischen Lan destalsperrenverwaltung, Bereich Spree/Neiße, in Bautzen ein schockierendes Zukunftsbild. Während der Regionalkonferenz Lausitzer Seenland am gestrigen Dienstag (Anm. 10.11.2009) in Hoyerswerda (Kreis Bautzen) sagte Fritze, dass in den kommenden Jahrzehnten durch den Klimawandel und das zu erwartende Minus von Niederschlägen in der Region weit weniger Wasser für das Lausitzer Seenland und die Flüsse wie Spree und Schwarze Elster zur Verfügung stehen als die bereits bestehende Neiße-Zuleitung liefern könne. Dazu komme noch die Gefahr durch Eisen und Sulfat aufgrund des aufsteigenden Grundwassers nach dem Bergbau, was die Wasserqualität negativ beeinflussen kann. 

"Durch den Bergbau herbeigeführte Eingriffe sind irreversibel", betont Fritze. Er fordert, dass sich die Handelnden vor Ort Gedanken über Alternativen machen müssen. Eine Chance wäre eine Zuleitung aus der Elbe (die RUND­SCHAU berichtete), die bereits in den 1990er-Jahren thematisiert worden war, aber aufgrund zahlreicher Probleme ad acta gelegt wurde. Anfang 2009 wurde das Thema erneut aktuell.

Zurzeit wird im Auftrag der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) geprüft, ob eine Elbe-Überleitung für die Wasserversorgung des Seenlands und damit auch von Spree, Schwarzer Elster sowie Spreewald machbar ist.

Eine Überleitung könnte bis zu 150 Millionen Euro kosten.

Laut LMBV soll das Gutachten Ende 2009 vorliegen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.11.2009

 

Woran man so alles denken muss .... (oder was die Leute so befürchten ...)

 

Im Seenland sind keine Tsunamis zu befürchten

Senftenberg Die maximale Wellenhöhe in den künstlichen Gewässern des Lausitzer Seenlandes beträgt 1,40 Meter.

Das haben Berechnungen der Bergbausaniererin LMBV ergeben.  

Somit seien hohe Flutwellen (Tsunamis) ausgeschlossen. Da Wellen Schäden in den Uferbereichen anrichten können,

beuge die Bergbausaniererin mit stabilen Gabionenwänden vor, erklärt Frank Laqua, Leiter des Stabes Sanierung bei der LMBV.

Gabionen sind in Metallkörbe gefasste Steine. Ein derartiges Bauwerk werde am Ostufer des Partwitzer Sees (Landkreis Bautzen)

 in der Nähe des dortigen Reiterhofes errichtet Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.03.2010

 

2009 und 2010 war die Sorge um einen Wassermangel wohl unbegründet:

Lausitzer Seenland zu zwei Dritteln geflutet

Senftenberg. Die 31 Bergbaufolgeseen in der Lausitz sind bereits zu mehr als zwei Dritteln geflutet. Seit dem Jahr 2000 flossen insgesamt rund 1,6 Milliarden Kubikmeter Flutungswasser in die einstigen Braunkohlegruben, informierte der bundeseigene Bergbausanierungsträger LMBV am Mittwoch in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). 

Allein 2009 kamen bisher 123 Millionen Kubikmeter Wasser aus Neiße, Spree und Schwarzer Elster hinzu, berichtete die LMBV. dpajab

 Quelle: Lausitzer Rundschau, Weihnachten 2009

 

... aber es treten auch Gefahren bei der Flutung auf:

 

Auf unsicherem Grund

Senftenberg . Die Sanierung des Alt-Bergbaus wird länger dauern und teurer werden, als erwartet. Steigendes Grundwasser und Dauerregen haben Kippenböden brechen lassen, die bisher als sicher galten.

Das an den Weihnachtsfeiertagen (
2010) abgesackte Waldstück auf einem alten Kippengelände bei Lohsa (Kreis Bautzen) zeigt beispielhaft das Problem. »Wir wissen inzwischen, was da passiert ist, aber noch nicht, warum«, sagt Eckehard Scholz, Leiter Geotechnik der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die LMBV ist für die Sanierung der Bergbaualtlasten in der Region zuständig.

Seit etwa zwei Jahren finden in der Lausitz vermehrt kleinere oder größere Brüche und Rutschungen in ehemaligem Kippengelände statt. Nur wenn sie größere Ausmaße haben, werden sie öffentlich bekannt. Dabei »verflüssigt« sich durchfeuchteter Boden, weil ein Auslöser die Struktur zusammenbrechen lässt und das Wasser aus den Hohlräumen zwischen den Sandkörnern treibt. Innerhalb weniger Minuten sackt der Boden zusammen, das Wasser schießt in Fontänen heraus. Ist Gefälle vorhanden, kann sich eine Schlammlawine in Bewegung setzten, das Erdreich seitlich wegrutschen.

Grundsätzlich ist das für Bergbau-Fachleute ein bekanntes Phänomen. Durch unterirdische Verdichtung werden Böschungen an Tagebaurestlöchern deshalb stabilisiert. Doch mit dem flächenhaften Wiederanstieg des Grundwassers in der Region bekommt das Rutschungsphänomen offensichtlich eine neue Qualität. Immer öfter bricht der Boden hinter diesen verdichteten unterirdischen Dämmen zusammen, obwohl auf ihm eine nach bisherigen Kenntnissen ausreichend dicke Abdeckung mit trockenem Erdreich liegt. »Das war bisher so nicht bekannt und auch nicht erwartet worden«, sagt LMBV-Chefgeologe Scholz.

Manchmal sind die Auslöser für diese gefährlichen Sackungen bekannt, wie bei der Rutschung in Spreetal (Kreis Bautzen), wo Erdmassen in einer nassen Senke gelagert worden waren. Manchmal bleiben nur Vermutungen, was die Erde in Bewegung setzte, so wie vor zwei Jahren an der Kleptna im ehemaligen Tagebau Seese (Oberspreewald-Lausitz) oder jetzt in Lohsa, wo die Untersuchungen noch laufen.

Auslöser für eine Erdverflüssigung, so Scholz, müssten nicht nur von außen kommen: »Das können auch Vorgänge sein, die sich in der Kippe abspielen und die wir vielleicht noch nicht kennen.«

Eine Ursache der veränderten Situation ist für die Fachleute das überall wieder angestiegene Grundwasser in der Region, das die Kippenböden von unten durchfeuchtet. Ungewöhnlich starke Regenfälle wie im vorigen August könnten ebenfalls eine Rolle spielen. »Wir brauchen mehr Informationen und Wissen über diese Böden, auch über die frühere Abbautechnologie, durch die die Kippen entstanden sind«, so der LMBV-Chefgeologe. Deshalb würden alle Erdsackungen und Rutschungen der jüngsten Vergangenheit nun genau aufgearbeitet. Enger Kontakt bestehe dabei zu Forschern an der Bergakademie in Freiberg (Sachsen), die sich mit dem Thema befassen.

Nach den Rutschungen der vergangenen Monate im sächsischen und brandenburgischen Teil der Lausitz wurden größere Kippenflächen vorsorglich gesperrt. Darunter sind Acker- und Waldgrundstücke, die noch unter Bergaufsicht stehen, aber mit Nutzungsauflagen bereits verkauft wurden.

Untersuchungen sollen nun bis Ende März klären, ob und in welchem Maße dort weitere Sicherungsarbeiten nötig sind, um sie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu den möglichen Konsequenzen will sich LMBV-Geologe Eckard Scholz nicht äußern. Er verweist jedoch darauf, dass die Lausitzer Seenkette dadurch nicht infrage gestellt wird und dass die unterirdischen Bodenverdichtungen alle gehalten hätten.

Die oberen Bergbehörden in Brandenburg und Sachsen sind bei der Frage nach den Konsequenzen der laufenden Untersuchungen nicht so zurückhaltend. »Es wird sicher insgesamt mehr Zeit und mehr Aufwand für die Bergbausanierung nötig sein«, räumt Peter Horler ein, Sprecher des Oberbergamtes von Sachsen. Dort gehe man davon aus, dass im Ergebnis der laufenden Prüfung an einigen Stellen Nacharbeiten notwendig seien: »Es ist natürlich auch eine politische Entscheidung, wie viele gesperrte Flächen man in Kauf nimmt - und wie lange.«

Klaus Freytag, Präsident des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, sieht es ähnlich. Wenn nachgearbeitet werden muss, werden sich Laufzeit und Kosten der Sanierung erhöhen. »Wir werden aber auch den einen und anderen Nachnutzungsgedanken noch mal kritisch hinterfragen müssen«, gibt Freytag zu bedenken. Je anspruchsvoller die spätere Nutzung, um so teurer wird es, die dafür nötige Sicherheit zu schaffen.

Friedrich von Bismarck, Leiter der Bund-Länder-Geschäftsstelle des Steuerungs- und Budgetausschusses (StuBa), der das Geld für die Bergbausanierung verwaltet, will noch nicht über mögliche Mehrkosten reden. Erst einmal müssten die laufenden Untersuchungen abgeschlossen werden. Alles andere sei Spekulation. Doch auch er räumt auf Nachfrage ein: »Vom Trend her wird das sicher länger dauern und teurer werden als gedacht.«

Dass die Bergbaukippen hinter den Stabilisierungsdämmen zum Problem werden könnten, hat der StuBa schon länger im Blick. Im vorigen Jahr wurde dazu ein zusätzliches Forschungsprogramm beschlossen.

von Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.01.2011

 

Erste Messstation für Cottbuser Institut

Forscher sammeln Daten für Landwirtschaft und Schule

Das Cottbuser Institut für Wetterforschung und Energetik (IWE) hat den Grundstein für ein künftig weite Teile Brandenburgs umfassendes Klimabeobachtungsnetz gelegt. Neben dem Institutssitz wurde die erste von künftig 30 Wetterstationen in Betrieb genommen. "Sie messen Niederschläge, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windstärke, barometrischen Luftdruck, Globalstrahlung und deren bei der Fotosynthese aktive Komponenten", sagte Dr. Tino G. Mosler, Mitinitiator des Projektes. "Die Station, die nach UNO-Normen errichtet wurde, ist in ein weltweites Netz integriert." Die Stromversorgung erfolgt über Solarzellen.

"Alle Werte werden regelmäßig erfasst, ausgewertet und können künftig im Internet abgefragt werden", erläutert Herr Dr. Christoph Burghardt vom IWE. "Wichtigste Nutzer werden die Landwirtschaft, Schulen für Unterrichtszwecke und Umweltprojekte sein. In einem nächsten Schritt werden auch die Daten des Pflanzenschutzdienstes des Landes Brandenburg integriert. Wenn die Fördermittel des Landes endlich bewilligt sind, wollen wir in einer spezielle Datenbank die gesammelten Informationen aufbereiten. "

Längerfristig soll sich das Netz der 30 Wetterstationen von Frankfurt (Oder) bis über ganz Südbrandenburg erstrecken.

"Wir werden in Nachbarschaft der Station neu­entwickelte Sensoren zur Erfassung der Bodenfeuchte installieren, damit die Messwerte ergänzen und Bodenfeuchteprofile erstellen", erläuterte IWE-Geschäftsführer Axel Hübner.

"Alle Daten und unsere Forschungen fließen dann in eine Versuchsanlage an diesem Standort ein. Eine Tröpfchenbewässerung soll über die Sensoren und die Messergebnisse gesteuert werden. So lässt sich der Wasserbedarf der regionalen Landwirtschaft stark absenken."(ru)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.06.2009

 

 

Anm.: Es ist außerordentlich ruhig um diese Institution geworden ... oder scheint es nur so

 

Vattenfall unterstützt Professur für Hydrologie an der BTU Cottbus

Cottbus. Mit jährlich 60 000 Euro wird die Vattenfall Europe Generation Verwaltungs-AG künftig fünf Jahre lang eine Professur für Hydrologie und Wasserressourcenbewirtschaftung an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus unterstützen. Das teilte BTU - Präsident Prof. Walther Ch. Zimmerli am gestrigen Donnerstag (11.06.2009) zur feierlichen Festveranstaltung Dies Academicus mit, die anlässlich des 18. Geburtstages der Hochschule begangen wurde.

Die Professur soll den Sonderforschungsbereich "Künstliches Wassereinzugsgebiet Hühnerwasser" weiter stärken, bei dem im Tagebau Welzow-Süd ein Ökosystem vom Punkt Null an entsteht (die RUNDSCHAU berichtete). Den Festvortrag zum Dies Academicus hielt der SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi. Außerdem wurde der Dr.- Meyer- Struckmann – Wissenschaftspreis verliehen. Eig. Ber.jsts Seite 3

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.06.2009

Prof. Dr. Uwe Grünewald vom Lehrstuhl Hydrologie und Wasserwirtschaft an der BTU Cottbus feierte seinen 65. Geburtstag,

bleibt der Uni aber erhalten, weil Vattenfall seine Professur jährlich mit 60 000 Euro unterstützt.

So kann das Know-How über künstliche Wassereinzugsgebiete weiter entwickelt werden.

 

 

Quelle: Märkischer Bote, 13.06.2009   

 

Seen - Kauf vom Bund als "Paketlösung"

Bundesfinanzministerium leitet Brandenburg Liste mit 143 Gewässern zu

Potsdam/Berlin. Brandenburg will nun doch dem Bund die Seen abkaufen, die sich noch in dessen Besitz befinden. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums besteht Einigkeit darüber, dass es eine "Paketlösung" geben soll. Brandenburg habe Unterlagen erhalten, die zu einem konkreten Angebot führen könnten, sagte eine Sprecherin am Freitag und bestätigte einen Zeitungsbericht. Bislang habe das Land aber noch kein konkretes Angebot abgegeben. "Wir wollen die Seen in öffentlicher Hand behalten", betonte ein Sprecher des brandenburgischen Infrastrukturministeriums in Potsdam.

Die Privatisierung ostdeutscher Gewässer sorgt seit Langem für Streit. Bis 2009 hatte der Bund sie meistbietend verkauft. Eine Bürgerinitiative kämpfte jedoch dafür, dass die Seen den ostdeutschen Ländern und Kommunen kostenlos übertragen werden. Mehr als 110.000 Unterschriften sammelten sie für eine Petition. Etwa 15.000 Hektar Seenflächen - meist in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - befinden sich nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland noch im Besitz der Verwertungsgesellschaft BVVG.

"Es muss sichergestellt werden, dass die Seen in öffentlicher Hand bleiben und damit jedermann zugänglich bleiben", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Mike Bischoff. Ei­nen Verkauf an Privatleute soll es auf gar keinen Fall geben. "Am besten aufgehoben wären die Seen sicherlich bei den jeweiligen Kommunen", meinte Bischoff.

Auch die Links-Fraktion lenkt ein: "Es bleibt bei dem Grundsatz, was Volkseigentum war, muss auch Gemeingut bleiben", betonte der parlamentarische Geschäftsführer Christian Görke. Von der CDU-Fraktion gab es Applaus: "Wir begrüßen, dass SPD und Linke zumindest in einem Punkt zur Realität zurückgefunden haben und sich endlich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, Seen vom Bund in einem fairen Verfahren zu erwerben", meinte der stellvertretende Frak­tionsvorsitzende Dieter Dombrowski. Wichtig sei, dass die Gewässer den Kommunen übertragen würden - und nicht Naturschutzverbänden.

Das Bundesfinanzministerium hat Brandenburg eine Liste mit 143 Gewässern im Land zugeleitet. Die Gesamtfläche umfasst knapp 5690 Hektar und verteilt sich auf 83 Seen und 60 Gewässeranteile. dpa/mb

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.02.2011

 

Noch einmal ein Blick in die Zukunft des "Lausitzer Seenlandes":

Die blaue Lausitz

Von Schwarz zu Blau – die Farbe der Lausitz ist in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten eine andere geworden. Das Schwarz der Kohlegruben, Brikettfabriken und Kokereien ist dem Blau des entstehenden Seenlandes gewichen – trotz der dominierenden Kohle- und Energiewirtschaft in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz.

Aus der Vogelperspektive wird deutlich, wo zwischen Senftenberg, Großräschen, Hoyerswerda und Weißwasser ausgekohlte Tagebaue geflutet und zum Lausitzer Seenland vereint wurden. Die Wasserfläche wird mit 14 000 Hektar zum Flutungsende in nicht einmal zehn Jahren größer sein als die der Mecklenburger Seenplatte. Hinzu kommen 13 schiffbare Kanäle – sogar ein Tunnel unter Bahngleisen und Bundesstraße 169. Damit wurden und werden Voraussetzungen geschaffen, das Zentrum des Seenlandes zum Mekka für Hobbysegler zu machen. Schon heute findet die schwimmende Architektur, Ferienhäuser auf dem Wasser, internationale Beachtung.

Der Senftenberger Landschaftsarchitekt Otto Rindt hatte bereits zu DDR-Zeiten eine Lausitzer Seenkette konzipiert. Sein „Kind“ war der Senftenberger See. Damit stellte er die Weichen für die Lausitz nach dem Braunkohlebergbau. Die sogenannten weichen Standortfaktoren, mit denen Investorenentscheidungen durchaus zu beeinflussen sind, sprechen immer mehr für Neuansiedlungen in der Region. Was noch vor einem Jahrzehnt mit 5000 Quadratkilometern größte Landschaftsbaustelle Europas war, hat Konturen angenommen und das Image eines ganzen Landstriches verändert. Aus der einst schmuddelig schwarzen wurde – die blaue Lausitz.

Christian Taubert

Quelle: Lausitzer Rundschau, 6./7.8.2011

 

Endspurt am Herzstück der Gewässerkette

Der Stadthafen Senftenberg, das Eingangstor zur Gewässerkette des Lausitzer Seenlandes, und eine Flaniermeile entstehen jetzt am Senftenberger See.

Zeitgleich befinden sich schiffbare Kanäle zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder sowie zwischen Sedlitzer und Ilse See im Bau. Das Herzstück der verbundenen Gewässer soll im Jahr 2013 nutzbar sein.

Die Hafenpromenade mit Geschäften und die Bootsanleger des Stadthafens sollen Mitte des nächsten Jahres fertig und nutzbar sein. Die Seebrücke, der Anleger für Fahrgastschiffe, braucht mehr Zeit. Die Anlage muss auf schwierigem Grund, einer Kippe des Alttagebaus Niemtsch, errichtet werden.

Die Grundidee vom Stadthafen stammt bereits aus den 70er-Jahren. Die Uferpromenade greift die Wege der Parklandschaft auf und bietet ausreichend Sitzgelegenhei­en. Terrassenartige Treppen und Rampen verbinden Steganlage und Promenade.

Ein Funktionsgebäude enthält die für den Hafenbetrieb notwendigen Einrichtungen wie Hafenmeisterbüro, Bootsverleih, Sanitär- sowie Ver- und Entsorgungsanlagen.

                                                                                                                

Der Hafen soll etwa zeitgleich mit der Freigabe des schiffbaren Kanals zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See fertig sein.

Im ersten Seenlandkanal zwischen dem Senftenberger und Geierswalder See sollen das Fahrgastschiff "Santa Barbara" und andere Wassergefährte spätestens im jahr 2013 Fahrt aufnehmen können.

Der Braunkohlebergbau hat die Topografie der Region völlig verändert. Der schiffbare Kanal unterquert daher den Heimatfluss Schwarze Elster, der deutlich höher im Gelände liegt als die benachbarten Seen, die verbunden werden.

Eine Schiffshebeanlage, deren Fundament ganze neun Meter unter dem Wasserspiegel des Geierswalder Sees liegt, wird derzeit gebaut. Etwa vier Meter Höhenunterschied haben die Wassergefährte zwischen dem Senftenberger, dem Muttersee der neuen Reiseregion, und dem Geierswaider See zu überwinden.

In dieser Fahrtrichtung müssen die Fahrgastschiffe und Boote gehoben werden. Mit einer Dauer von 30 bis 45 Minuten je Schleusung ist zu rechnen, zehn bis 15 pro Tag wird es wohl geben. Ein Schleusenwärter soll tätig werden. Für die Nacht ist eine Selbstbedienungsanlage geplant.

Da die bei den Schiffstunnel im Gegenverkehr nicht befahrbar sind, wird auf ganzer Kanallänge eine Ampelregelung installiert.

Nördlich von Senftenberg brummt die zweite große Kanalbaustelle auf der Brandenburg-Seite des länderübergreifenden Lausitzer Seenlandes.

Bei Sedlitz entsteht derzeit der Tunnel für den schiffbaren Überleiter vom Ilse See zum Sedlitzer See.

Die Neugier Lausitzer und Gäste an der entstehenden Wasserlandschaft ist groß. Auch diese Seenland-Baustelle ist von einem Besucher-Informationspunkt einsehbar.

Die gewaltige Röhre für die Fahrgastschiffe und Boote ist fast fertig. Auch der Bodenaushub für den Kanal hat begonnen.

Kathleen Weser

 

ZUM THEMA

Der Senftenberger und der Geierswalder See (Überleiter 12) werden über einen schiffbaren Kanal von gut einem Kilometer Länge miteinander verbunden. Davon bleiben etwa 850 Meter offen. Dieser Überleiter kreuzt die Bundesstraße 96 nach Hoyerswerda und die Schwarze Elster, die vom Kanal jeweils unterquert werden.

Der Schiffstunnel zwischen Ilse- und Sed!itzer See (Überleiter 11) wird 226 Meter lang und auch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar sein. Er unterquert die Gleise der Deutschen Bahn und die Bundesstraße 169 von Senftenberg nach Cottbus.

Der offene Kanal, über den diese benachbarten Gewässer verbunden werden, ist etwa 1,2 Kilometer lang. Ziel der Fertigstellung ist das Jahr 2012.KaWe

 Quelle: Sonderveröffentlichung der Lausitzer Rundschau am 18.10.2011

 

Großräschener Weitblick für einmaligen Stadthafen

Stadt ringt um Finanzhilfen aus den Fördertöpfen für das Berliner Eingangstor zum Lausitzer Seenland

Im alten Senftenberger Kohlerevier treiben die Lausitzer den Wandel von der Bergbaufolgelandschaft zum Ferienparadies voran – mit einem anspruchsvollen Investitionsplan für das Lausitzer Seenland. Am Großräschener See (Oberspreewald-Lausitz) soll im nächsten Jahr mit dem Bau des Stadthafens begonnen werden. Doch der Griff in die Fördertöpfe wird schwieriger.

Großräschen. Der Stadthafen am Großräschener See bleibt eine gewaltige Herausforderung für die 10 000-Einwohner-Stadt und den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Denn der Kampf um unverzichtbare Finanzhilfen aus den Förderprogrammen im Land Brandenburg ist für den jüngsten, den ungeplanten See der Bergbaufolgelandschaft des Senftenberger Reviers ungleich schwerer als bisher. Zehn Millionen Euro müssen beschafft werden, um den Stadthafen Großräschen bauen zu können. Und die laufende Förderperiode geht im nächsten Jahr zu Ende. Europäische Mittel, von denen die Lausitz bislang stark profitieren konnte, fließen spätestens ab dem Jahr 2014 weitgehend an der Region vorbei weiter gen Osten. Deshalb muss das Finanzpaket jetzt noch geschnürt werden.

Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) bleibt trotzdem optimistisch, dass dies gelingt. "Die größte Aufgabe war auch bisher immer, die Menschen vom Großräschener Zukunftsplan zu überzeugen und die Entscheider zu gewinnen", erklärt er mit dem Blick zurück – und nach vorn. Und das bisher Erreichte spricht für sich.

Tatsächlich ist der Großräschener Hafenplan deutlich älter als der jüngste See, der den ursprünglichen Abbauplänen zufolge gar nicht vorgesehen war und jetzt das Berliner Eingangstor zur schiffbaren Seenkette des Lausitzer Seenlandes werden soll. "Der Tagebau Meuro sollte eigentlich mit den Erdmassen aus dem weiteren Aufschluss des Braunkohlentagebaus Greifenhain, des heutigen Altdöberner Sees, verfüllt werden", bestätigt Thomas Zenker. Doch mit dem abrupten Ende des Lausitzer Kohleabbaus Anfang der 90er-Jahre fehlten die erforderlichen Sande dafür. Damit zeichnete sich ab, auch am Rand von Großräschen-Süd würde ein gewaltiges Bergbaurestloch bleiben. Schon lange bevor die Bagger im Jahr 1999 aufhörten, Braunkohle zu fördern, haben die Stadtväter deshalb den Plan für den Ilse See, den heutigen Großräschener See, geschmiedet – und den Hafenbau klug vorbereitet.

"Das Hafenbecken ist während des noch laufenden Tagebaubetriebes äußerst vorausschauend auf die schon geplante Nachnutzung als Böschungssonderausformung für einen Reparaturplatz für Tagebaugroßgeräte in die gewachsene Erde geschnitten worden", erzählt Thomas Zenker. Walter Karge, der letzte Tagebau-Chef des Abbaufeldes Meuro und spätere Sanierungsbereichsleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), hatte das Machtwort dazu gesprochen. Heute, so schätzt der Großrä schener Bürgermeister ein, würde dieses den entscheidungsfreudigen Bergmann beruflich mit Sicherheit den Kopf kosten. Doch für das Lausitzer Seenland zahlt sich der Weitblick optisch und kostenseitig aus – wenn der Bau des Stadthafens Großrä schen jetzt gestartet werden kann.

Denn die Flutung des Großräschener Sees schreitet rasant voran. Um noch im Trockenen und damit kostengünstiger bauen zu können, müssen dem bereits vorgeformten und bei 99 Metern über Normalnull in der Landschaft liegenden Hafenbecken noch etwa zwei Meter Erdreich entnommen werden – bevor planmäßig im Jahr 2014 das Wasser kommt. Auch dies ist praktisch eine Punktlandung, die die Großräschener im Blindflug geschafft haben. "Heute wäre dies undenkbar. Aber damals, als wir die Höhe festgelegt haben, lag für den Tagebau-Restsee Meuro noch keinerlei hydrologische Planung vor", erläutert Thomas Zenker. Das Erfolgsrezept der Stadt Großräschen "Gestaltung vor technischer Planung" geht auf. Die Fein-Einstellung des Wasserspiegels wird derzeit abschließend berechnet. Denn die Restloch-Kette, das Herzstück des Lausitzer Seenlandes, soll künftig auch dem Hochwasserschutz dienen. Die Staulamelle von gut einem Meter ist wiederum eine neue Herausforderung – vor allem am Großräschener See.

Doch Planer Wolfgang Joswig aus Senftenberg hat nicht gewartet, sondern "in Eigen-Beauftragung und oft auch Selbst-Ausbeutung", wie der Bürgermeister sagt, die 3-D-Planung für Großräschen-Süd schon frühzeitig sehr genau zu Papier gebracht und in einem Arbeitsmodell umgesetzt. Seine Philosophie "Modellbau vor fester Planung" passt zu dem der Stadt Großräschen.

Die zwischen zehn und 20 Meter hohe Böschung bettet den Hafen in eine Bucht ein, die im Seenland einzigartig ist und ein mediterranes Flair erzeugt. Diese Aussicht begeistert die Touristiker bereits, bevor die ersten 120 Bootsliegeplätze, für die jeweils auch ein Auto- oder Caravan-Parkplatz geplant wird, im inneren Hafen entstehen. "Das ist eher zu wenig als zu viel", schätzt das Stadtoberhaupt ein. Die Anlage kann perspektivisch im Außenbereich erweitert werden. "Wir haben schon jetzt Nachfragen, obwohl noch nichts im Bau ist", bestätigt Thomas Zenker. "Das ist wohl der Lebenserfahrung der Menschen geschuldet, dass man sich hier schon anstellt, wenn es noch gar nichts gibt", sagt er lachend. Dass der Stadthafen Großräschen wirklich attraktiv wird, davon ist Zenker allerdings schon im Voraus fest überzeugt. Die Gelände-Sprünge der hohen Böschung werden mit Treppenanlagen überwunden, aber auch barrierefrei gestaltet – beispielsweise über Aufzüge, die in die Hafen-Funktionsgebäude integriert werden. Die Hafenzufahrt soll als Serpentinen-Asphaltweg mit einem maximalen Gefälle von sechs Prozent ausgebildet werden. An den Hängen wird Wein wachsen. Eine große Spielecke ist geplant, mit der die Kinder den Weg zu den Schwimmstegen, über die der barrierefreie See-Zugang gewährleistet wird, auf der nächsten Böschungsebene über eine Rutsche abkürzen können. "Das einmalige Geländeprofil machen wir zur Chance", sagt der Bürgermeister selbstbewusst.

Planer Wolfgang Joswig, bekanntlich einer der Lausitzer Väter der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst-Pückler-Land", hat das Bild auf den Stadthafen aus dem derzeit im Bau befindlichen Ilse-Kanal (Überleiter 11) vom Sedlitzer zum Großräschener See heraus bereits sehr genau vor Augen. Majestätisch rahmen die Victoriahöhe (132 Meter über NN) und die Ilse-Höhe den Stadthafen ein. Und auch die viel gescholtene Seebrücke "ins Niemandsland", die drei Meter über dem Endwasserstand über den Großräschener See ragt, wird als Schiffsanleger nutzbar gemacht. "Mit einem seitlichen Abgang auf einen schwimmenden Steg, der auch als Wellenbrecher dient, wird der Außenhafen über die Seebrücke erreichbar werden", versichert der Planer.

Zum Thema:


An der schiffbaren Seenkette des Lausitzer Seenlandes mit zehn Gewässern in Brandenburg und Sachsen entstehen nur zwei Häfen mit direkter Stadt-Lage – am Senftenberger und am Großräschener See (Oberspreewald-Lausitz). Der Stadthafen Senftenberg ist im Bau. Im Sommer sollen Terrassen und Promenade nutzbar sein. 120 Liegeplätze für Sportboote werden planmäßig im Herbst fertig. Der Fahrgastschiffsanleger, eine 90 Meter lange und gut fünf Meter über die Wasseroberfläche ragende Seebrücke, soll bis Mitte 2013 errichtet werden. Das Investitionsvolumen für den Hafen wird derzeit mit zwölf Millionen Euro beziffert. Erste Planungen waren von neun Millionen Euro ausgegangen. Der Stadthafen und der schiffbare Kanal (Überleiter 12) vom Senftenberger zum Geierswalder See (Kreis Bautzen) sollen zeitgleich im Juni 2013 in Betrieb gehen. Der Stadthafen am Großräschener See soll im Jahr 2013 begonnen werden, damit weitgehend im Trockenen gebaut werden kann. Dem Flutungssee fehlen derzeit noch etwa zehn Meter bis zur Endwasserlinie. Die Hafen-Investition wird auf zehn Millionen Euro geschätzt.

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.05.2012

 

Naturschutzsee mit Naherholung

Vertragen sich Kunst, Kultur und Bergbaufolgelandschaft?

Am Altdöberner See soll diese Frage mit ,,"Ja" beantwortet werden.

Das im Sanierungsgebiet Greifenhain der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV) entstehende Gewässer soll zu einern Landschaftssee entwickelt werden, der vor allem der Naherholung und dem Naturschutz dient.

Bereits im Jahr 1998 wurde die Flutung des Sees aufgenommen. Bis zum Jahr 2021 soll am Rande Altdöberns einer der größten Binnenseen Brandenburgs entstehen. "Wir sind mit der Sanierung im Zeitplan", sagt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber. In zehn Jahren soll sich die Wasseroberfläche über eine Strecke (besser: Fläche) von 879 Hektar erstrecken.

Derzeit befindet sich der Füllstand bei 60 Prozent. Schon jetzt hat der See eine gute Wasserqualität mit einem ph-Wert von 8,0.

 

                                                     

 

Die Sanierungsarbeiten am Altdöberner See sind bereits weit fortgeschritten. In den letzten Jahren wurden Teile der Böschung stabilisiert, die Ufer abgeflacht und die Randbereiche rekultiviert. Um eine gefahrlose Nutzung des Sees zu er­möglichen, sind jedoch weitere Verdichtungsmaßnahmen notwendig.

Ein besonderes Kunstobjekt könnte am Altdöberner Ufer entstehen ­ eine über einem halben Kilometer lange und bis zu 20 Metern hohe begehbare Erdskulptur ist in Planung. Sie formt eine Hand, die sich zur Pritzener Halbinsel hin öffnet und nach dieser greift. Auf diese Weise könnte symbolisch die durch den Bergbau verloren gegangene Verbindung zu dem Ort wiederhergestellt werden.

Katrin Peter, Bauamtschefin im Amt Altdöberner Land, beobachtet die Sanierungsarbeiten genau, "Nach der Böschungssanierung, Flutung und Rütteldruckverdichtung wollen wir uns aktiv in die Gestaltung und Nutzbarkeit des Sees mit einbringen."

Während erste Entwürfe für die Erdskulptur schon vorliegen, müssten die Voraussetzungen für technische Machbarkeit und Finanzierung jedoch noch geprüft werden. Henry Blumroth / blu2

Quelle: Sonderveröffentlichung der Lausitzer Rundschau am 18.10.2011

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.01.2012

LMBV verbaut weitere 100 Millionen

Sanierungsmaßnahmen für 2012 in Brandenburg und Sachsen

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wird in diesem Jahr (2012) die Altlastsanierung in der Region vorantreiben. Ein Schwerpunkt ist die Sicherung von Kippen und Böschungen.

Cottbus. Die LMBV wird in 2012 voraussichtlich rund 72 Millionen Euro in Brandenburg und 30 Millionen Euro in Ostsachsen ausgeben können, um Böden zu verdichten, Böschungen abzuflachen und die Wasserqualität in Tagebaurestlöchern zu verbessern. Damit liegt das Finanzbudget für die Lausitz wie geplant leicht unter den Ausgaben für 2011. Für zahlreiche Einzelprojekte, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, sind die planerischen Vorbereitungen beendet.

"In den kommenden Monaten können die Sanierungsfirmen mit den Aufträgen betraut werden", so LMBV-Sprecher,  Uwe Steinhuber.

Gearbeitet wird an den Altbergbau - Hinterlassenschaften in der ganzen Region.

In Brandenburg sind das unter anderem die Restlöcher in Lauchhammer, das Gebiet um den Bergheider See (Elbe-Elster) und die Restlochkette Sedlitz-Skadow- Koschen (Oberspreewald- Lausitz).

In Sachsen sollen die Grundsanierung im Gebiet des ehemaligen Tagebaus Bärwalde und die Flutung des Berzdorfer Sees fortgesetzt werden.

An einigen Stellen soll in diesem Jahr nach Auskunft der LMBV auch die Sicherung der wegen Rutschungsgefahr gesperrten Altkippen in Angriff genommen werden.

Im Tagebaufeld Spreetal (Ostsachsen) sollen dafür ingenieurtechnische Vorbereitungen beginnen, die Ergebnis der Arbeit des geotechnischen Beirates der LMBV sind.

Im ehemaligen Tagebaufeld Seese-Ost südlich von Lübbenau soll gekippter Boden durch Sprengungen verdichtet und mit einer drei Meter dicken trockenen Erdschicht überdeckt werden.

Fortgesetzt werden in 2012 auch die Verdichtungsarbeiten an der Ostböschung des Silbersees und die Bauvorbereitung für die Ufersicherung am Knappensee (beide Ostsachsen).

Ein weiterer Schwerpunkt des Sanierungsbergbaus in diesem Jahr ist die weitere Abwehr von Gefahren durch den Wiederanstieg des Grundwassers zum Beispiel in Senftenberg. Im Stadtgebiet Laugkfeld wird die LMBV mit der Errichtung von Filterbrunnen beginnen. Für eine Fernwärmeleitung, die im auf­teigenden Wasser liegt, ist ein Ersatzbau vorgesehen. Filterbrunnen werden auch in anderen Orten der Region zum Einsatz kommen, um den Grundwasserstand zu beherrschen.

2012 ist das letzte von vier Jahren des laufenden Verwaltungsabkommens zwischen Bund, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zur Finanzierung der Altbergbausanierung. Zurzeit laufen die Verhandlungen über das Budget für 2013 bis 2017. Nach mehreren überraschenden Geländebrüchen in alten Kippenböden seit Herbst 2010 wird mit einem steigenden Finanzbedarf gerechnet. 

Simone Wendler

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.01.2012

 

Kalkmilchkur für Scheibe-See aus Düsenleitung geglückt

 

 

 

Wirksam hat die neuartige Düsenschwimmleitung der Vattenfall-Tochter GMB in Senftenberg dem sauren Scheibe-See bei Hoyerswerda die entscheidende Kalkmilch-Kur verpasst. Die Erstneutralisation des Seekörpers ist geglückt. Jetzt wird die notwendige Nachsorge organisiert.


Die Düsenleitung für die Kalkmilch-Kur musste mit Luftunterstützung im Scheibe-See platziert werden.

Senftenberg/Hoyerswerda. Den Lausitzer Bergbausanierern ist es gelungen, die Eigenkräfte des Scheibe-Sees bei Hoyerswerda für die Erstneutralisation des Gewässers zu nutzen. Die Kalkmilch-Kur der Vattenfall-Tochter GMB über eine neuartige getauchte Schwimmleitung, deren Düsen die basische Medizin über die Wintermonate einen halben Meter unter der Wasseroberfläche in den Seekörper abgegeben haben, ist geglückt. Das bestätigt Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Auch GMB-Projektleiter Michael Strzodka zeigt sich sehr zufrieden.

Generell werden die sauren Seen der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft mit Erreichen des Endwasserstandes einer Kalkmilch-Behandlung unterzogen. Die Wirkung der basischen Substanzen ist in der Fläche bisher allerdings begrenzt und muss weiter optimiert werden. Bislang wurde die Kalkmilch hauptsächlich über fest installierte Sprenkleranlagen über der Wasseroberfläche versprüht. Nach effektiveren Verfahren wird geforscht. Eines ist die neuartige Schwimmleitung, die die Eigenbewegung des Gewässerkörpers für die Durchmischung ausnutzt.

„In nur 16 Wochen sind gut 15 000 Tonnen Branntkalk in den Scheibesee eingebracht worden. Dies hat zu einer erfolgreichen Erstneutralisation des Wasserkörpers von 2,9 auf mehr als 7 des pH-Wertes geführt“, erklärt Uwe Steinhuber. Damit stehe nach diesem erfolgreichen Pilotvorhabens künftig eine weitere In-Lake-Technik (Einbringen von Chemikalien in den Seekörper) zur Neutralisation bereit.

Das Neue an der im Scheibesee getesteten Schwimmleitung ist, dass das Kalkgemisch mit Druck aus einem halben Meter unter Wasser aus vielen Düsen heraus im See verteilt wird. „Das genutzte physikalische Prinzip des Freistrahls führt zu einer sehr guten Vermischung des Seewassers mit der Kalksuspension“, bestätigt Steinhuber. Die natürliche Zirkulation im See sorgt anschließend dafür, dass das neutrale Wasser weiter verteilt wird. Das habe im Scheibe-See gut funktioniert. Lediglich in der letzten Woche, Mitte Januar, als der Scheibe-See mit Entstehen einer dicken Eisschicht erwartet stagnierte, sind Unterschiede im ph-Wert zwischen dem Hauptwasserkörper, den Flachwasser- und den Tiefenwasserbereichen festzustellen gewesen. Die Leitung wurde außer Betrieb genommen.

„Obwohl eine abschließende Kostenbetrachtung noch aussteht, kann aus Sicht der LMBV bereits eingeschätzt werden, dass das Verfahren für geeignete Bergbaufolgeseen wie den Scheibe-See effizient und wirtschaftlich sehr interessant ist“, schätzt Uwe Steinhuber ein. Die wissenschaftliche Auswertung des Pilotversuchs werde im Sommer vorliegen. „Parallel dazu wird genau beobachtet, wie sich die Wasserbeschaffenheit weiterentwickelt“, so der LMBV-Sprecher.

Deutlich ist die Durchmischung zu erkennen                                                                                         

 

Der unverzichtbaren Erstneutralisation muss in gut einem Jahr eine gezielte Nachsorge folgen. Denn der weitere Zustrom sauren Grundwassers aus den Kippenbereichen ist nicht zu verhindern, das Gewässer darf nicht wieder in den sauren Bereich umkippen. Auch für Schritt zwei soll am Scheibe-See die Düsenschwimmleitung eingesetzt werden. Dies will die GMB beantragen, sagt Michael Strzodka. Dann soll dem Wasser-Kalk-Gemisch zusätzlich Kohlendioxid beigefügt werden.                                                                                                                           Deutlich ist die Durchmischung zu erkennen

Das gebildete Hydrogencarbonat sorgt den Berechnungen der Experten zufolge dafür, dass das Seewasser dann ohne große Nachbehandlung etwa acht weitere Jahre neutral bleiben wird, obwohl ständig weiter saures Wasser zufließt.

Zum Thema:

Hintergrund Bei dem neuartigen Verfahren der Gewässerneutralisation ist saures Wasser aus dem Scheibesee angesaugt, mit dem Branntkalk-Gemisch angereichert und in das Gewässer zurückgeführt worden. Die stark basische Substanz wird unter der Wasseroberfläche mit großer Geschwindigkeit aus der schwimmenden Leitung gepresst. Der aus jeder der Düsen austretende druckvolle Strahl erzeugt somit vielfach hohe Turbulenzen im Wasserkörper. Das Neutralisationsmittel wird dadurch breit gefächert und tief in den Seekörper eingemischt. Für das großflächige Verteilen des Kalkhydrats, das sich in allen bisherigen Versuchen nicht am Gewässerboden abgesetzt hat, wird die naturgemäße Herbstzirkulation des Scheibesees genutzt. Auf Grund der sich ändernden Temperaturverhältnisse durchmischt sich dabei der ganze Seekörper mehrmals komplett.


 

Von Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.03.2012

 

Sanierungsschiff testet auf dem Lichtenauer See

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV testet auf dem Lichtenauer See bei Lübbenau jetzt das erste Sanierungsschiff. Der Katamaran "Barbara" absolviert dabei erste Belastungsproben, um leicht saure Bergbaufolgegewässer punktgenau dosiert der nötigen Kalkmilchkur zur Neutralisation des Wassers zu unterziehen. KaWe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.04.2012

                                                   

AUFGESCHNAPPT

 Cottbus ist Heimathafen für Barbara

Noch hat Cottbus keinen Hafen. Den gibt es in ein paar Jahrzehnten vielleicht einmal am Ostsee. Trotzdem ist Cottbus schon jetzt ganz offiziell Heimathafen. Das berichtet Jens-Erik Wegner ziemlich stolz. Er ist Technischer Geschäftsführer der Lausitzer Was­sergesellschaft (LWG).

Genau die ist in die Seefahrt gegangen ­sozusagen. Denn das Unternehmen be­teiligt sich an einem Pilotprojekt in der Berg­bausanierung, bei dem saure Seen großtechnisch bekalkt werden. Das übernimmt die LWG mit ihrem patentierten Spezialschiff. "Barbara" heißt es ganz passend und schippert derzeit über den Lichtenauer See bei Lübbenau. "Als wir es angemeldet haben, verlangte die Bürokratie einen Heimathafen", erzählt Wegner. "Da haben wir einfach Cottbus draufgeschrieben. Bislang hat sich keiner beschwert." Warum sollte er auch? pk

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21./22.04.2012

 

Sanierer braucht weitere Milliarde

Rutschungen, saure Seen, Grundwasseranstieg: Arbeit für LMBV komplizierter als gedacht

Die Sanierung der Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz und in Mitteldeutschland wird in den nächsten fünf Jahren eine weitere Milliarde Euro verschlingen und damit insgesamt die Zehn-Milliarden-Euro-Marke überschreiten.

Von Kathleen Weser

Senftenberg. Die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs, saure Bergbaufolgeseen und vor allem die rutschungsgefährdeten Kippenböden im Lausitzer Revier zwingen den Bund und die ostdeutschen Braunkohleländer den Sanierungstopf der nächsten Jahre deutlich aufzustocken.

Mahmut Kuyumcu. der Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) rechnet damit, dass das Budget des nunmehr fünften Verwaltungsabkommens für die Jahre 2013 bis 2017 spätestens nach der Sommerpause steht.

"Es wird eine bedarfsgerechte Finanzierung mit deutlich höheren Beträgen als in den vergangenen zwei Jahren geben", versicherte der LMBV-Chef am gestrigen Dienstag (22.05.2012) während der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Espenhain (Landkreis Leipzig). Im vergangenen Jahr sind 190 Millionen Euro investiert worden, um die vom großflächigen Kohleabbau hinterlassene Kraterlandschaften standsicher und für Nachnutzungen flott zu machen -

davon 80 Millionen Euro in Brandenburg und 85 Millionen Euro in Sachsen.

Mehr als 52 Millionen Euro wurden eingesetzt, um Gebäude und unterirdische Versorgungswirtschaft gegen den Auftrieb durch das ansteigende Grundwasser zu sichern.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.05.2012

Sanierungsschiff nimmt Kurs auf saure Seen

LMBV steuert das Flutungsfinale für die Bergbaufolge-Gewässer in der Lausitz und im Südraum Leipzig an

Sachsen Die Bergbausanierer steuern für die neuen Seen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier das Flutungsfinale an. Die Gewässer des Leipziger Neuseenlandes, die hauptsächlich mit abgepumpten Grundwässern der benachbarten aktiven Tagebaue geflutet werden konnten, glänzen bereits mit ausgezeichneten Wasserqualitäten. Im Lausitzer Seenland nimmt indes das erste Sanierungsschiff Fahrt auf, um das extreme Versauern der Seen effektiv zu stoppen.

Der Katamaran "Barbara", das erste Sanierungsschiff der Brandenburg Innovation GmbH Cottbus (Brain), wird derzeit auf dem Lichtenauer See bei Lübbenau getestet. Foto: LMBV/Uwe Steinhuber 

Espenhain/Senftenberg. Auf 3900 Quadratkilometern Fläche, das ist größer als das Saarland und Berlin zusammen, ist für den Braunkohlebergbau in Ostdeutschland über mehr als ein Jahrhundert das Grundwasser abgesenkt worden. Ein Wasserdefizit von 13,5 Milliarden Kubikmetern hat dies hinterlassen. Zu zwei Dritteln ist dieser künstlich geleerte Trichter inzwischen wieder gefüllt. Sichtbares Zeichen dafür sind die neuen Seen in den Bergbaufolgelandschaften. Die Wasserspiegel der sanierten Krater dieser Alttagebaue zeigen den offenen Grundwasserstand.

Im Jahr 2014 will die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Gewässer im Südraum Leipzig fertig geflutet haben. Den Aufwand für die Gütebehandlung schätzt der bergmännische Geschäftsführer Mahmut Kuyumcu dort als gering ein. In der Lausitz sollen die "künstlichen Badewannen" ein bis zwei Jahre später voll sein. Hier werden allerdings enorme Säurefrachten aus den Kippenmassiven der Alttagebaue in die Gewässer gespült. Diese müssen aufwendig mit Kalk-Gemischen neutralisiert werden, um die angestrebte Badewasser-Qualität zu erreichen. In Kürze muss die Lausitzer Seenkette planmäßig funktionieren und damit auch Wasser in die Fließgewässer wie die Spree abgeben können. Dies darf nur in sauberem Zustand erfolgen und wird per Gesetz streng überwacht.

Auf dem Lichtenauer See bei Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) wird deshalb jetzt das erste Sanierungsschiff für die Lausitzer Bergbaufolgelandschaft getestet. Der Katamaran "Barbara" gehört zum mobilen Einsatzplan der Bergbausanierer gegen das saure Wasser. Punktgenau auf die Bedingungen im jeweiligen Seekörper dosiert soll das alkalische Heilmittel vom Schiff in die Tiefe abgegeben werden. Denn jeder der Bergbaufolgeseen hat Stellen, die unterschiedlich stark versauern. Der Zustrom aus der Kippe ist nicht überall gleich. Ebenso ist die Bodenbeschaffenheit des Seegrundes unterschiedlich. Die nötigen Kalkmengen per Schiff gezielter einzubringen als über schon lange eingesetzte stationäre Sprenkler-Anlagen, verspricht eine sensiblere Wasserbehandlung zu vertretbaren Kosten. Überdosierungen sollen künftig praktisch ausgeschlossen werden. Denn das Schiff kann mit moderner Technik den Seegrund genau abtasten, die Konzentration der sauren Verbindungen und die Strömung messen und damit sehr gezielt auf die Wasserbeschaffenheit einwirken.

Diese in der Region entwickelte Technologie ist nicht die einzige, mit denen die Bergbausanierer das Lausitzer Flutungsfinale und auch die vermutlich deutlich bis über das Jahr 2050 hinaus notwendige Nachsorge vorbereiten. Das betont LMBV-Chef Mahmud Kuyumcu. Das Einspülen von Kalkmilch ist mit einem mobilen Bekalkungsschiff schwedischer Bauart auf dem Bernsteinsee (Restloch Burghammer/Kreis Bautzen) bereits erfolgreich erprobt worden.

Die LMBV hat Anfang dieses Jahres zudem eine weitere neuartige stationäre Neutralisationsanlage im Scheibe See bei Hoyerswerda (Kreis Bautzen) testen lassen. Die Kalkmilch ist dort nicht wie bisher üblich über dem Wasser versprüht, sondern mit Druck aus einer getauchten Schwimmleitung mit Düsen (GSD) im See verteilt worden. Dabei wurden in nur 16 Wochen etwa 15 000 Tonnen Branntkalk in den Scheibe See eingebracht, der seinen Endwasserstand erreicht hat. Die Erstneutralisation des Gewässers war erfolgreich.

Statt bislang geplanter großtechnischer Wasserreinigungsanlagen in den Seen und an deren Ausläufen soll per Sanierungsschiff das Reinigungsgerät punktgenau zum Problem gebracht werden. Die Bergbausaniererin LMBV will für die gewaltige Aufgabe der Wassersanierung nutzen, dass schon bald sieben Lausitzer Seen schiffbar verbunden sein werden.

Zum Thema:


In Brandenburg und Ostsachsen (Lausitzer Revier) haben derzeit sieben von 31 Tagebauseen den Endwasserstand erreicht. Die Lausitzer Seenkette soll im Jahr 2016 gefüllt sein. Der Altdöberner See (Oberspreewald-Lausitz) und der Klinger See (Spree-Neiße) werden planmäßig erst im Jahr 2021 voll. Im Mitteldeutschen Revier ist bereits für 13 der 20 zu flutenden Tagebauseen der Zielwasserstand zu verzeichnen.

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.05.2012 

 

Ausflug ins Vogel-Paradies

Halbinsel im Partwitzer See erleichtert die Orientierung

Partwitz. Zugegebenermaßen ist die Orientierung im Lausitzer Seenland nicht so einfach. 23 größere und eine ganze Anzahl kleinerer Gewässer lassen bisweilen den Überblick verloren gehen.

 Von Torsten Richter

                                                

 

Wie gut, dass es auf Luftbildern und Landkarten ganz markante Punkte gibt, die weder verwechselt, noch übersehen werden kön­nen. Dazu gehört zweifelsohne die Halbinsel im Partwitzer See. Das ungefähr zwei Kilometer lange und nur wenige hundert Meter breite Eiland wird auch als Halbinsel Skado bezeichnet. Namensgeber ist ein Dorf, das im Jahr 1964 dem benachbarten Tagebau Koschen weichen musste. Heute erinnert eine Gedenkstätte unweit der Geierswalder Kirche an den gewesenen Ort.

Die Halbinsel Skado ist auf jedem guten Luftbild von der Restlochkette, dem Herzstück des Lausitzer Seenlandes, erkennbar.

Ebenso fällt die markante Fläche aus der Vogelperspektive, beispielsweise bei einem Rundflug, sofort ins Auge. Sie erstreckt sich von Nordost nach Südwest und teilt den Partwitzer See in eine Nord- und eine Südhälfte. Das schmale Eiland ist keine Kippe, wie manchmal angenommen wird, sondern besteht aus gewachsenem Boden.

Als Teilstück der sogenannten Bahnsdorfer Rinne existiert unter ihr keine Braunkohle. So blieb dieses Landstück im Zuge des Tage­baus Skado, aus dem in den Jahren von 1940 bis 1977 rund 239 Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden, einfach stehen. Und mit der Halbinsel konnten sich auch einige Grundstücke der früheren Ortschaft Groß Partwitz, die ebenfalls der Grube zum Opfer fiel, erhalten bleiben. Noch heute künden alte Obstbäume von jenen Zeiten.

Allerdings ist das Betreten der Halbinsel Skado grundsätzlich nicht gestattet. Überall existieren an den Ufern des Eilandes steile Abhänge, durch deren mögliches Abrutschen Gefahr für Leib und Leben drohen könnte. Nicht zuletzt soll die Halbinsel langfristig dem Naturschutz vorbehalten bleiben. Schon heute gilt sie als Vogelparadies und Ersatzlebensraum. Schließlich werden durch die weitere Flutung des Partwitzer Sees die noch vorhandenen winzigen Inseln bald unter der Wasseroberfläche verschwinden. Charakteristisch für dieses Gebiet sind Möwenvorkommen. Darüber hinaus schätzen durchziehende Wildgänse den See mit seiner Halbinsel.

Trotz des Betretungsverbots brauchen interessierte Besucher nicht auf den Naturgenuss zu verzichten. Benötigt werden lediglich ein Fahrrad oder Skater, ein Fernglas sowie ein wenig Kondition. Dann kann man nämlich auf gut ausgebaauten Radwegen auf die Westseite des Partwitzer Sees radeln und von dort aus das geschäftige Treiben der Vögel auf der Halbinsel beobachten.

Quelle: Lausitz am Sonntag, 01.01.2012

 

Im Einklang mit der Natur

Am Neuwieser See genießen Tiere und Pflanzen Vorrang

Partwitz. Wer im Lausitzer Seenland dem großen Trubel entgehen will und eher ein ruhiges, idylli­ches Plätzchen sucht, wird ga­rantiert am Neuwieser See fündig. Dieses 632 Hektar große Gewässer befindet sich nordwestlich von Hoyerswerda und ist gut mit Auto, Fahrrad oder Skatern zu erreichen.

Von Torsten Richter

In unmittelbarer Nähe der Verbindungsstraße von Hoyerswerda nach Geierswalde befindet sich in Höhe des Einlaufbauwerks von der Schwarzen Elster ein kleiner Aussichtspunkt. Von dort aus können Besucher fast den kompletten See überblicken.

Außer einem Radweg, der am Südufer entlangführt, existiert keine touristische Infrastruktur. Und daran soll sich in den kommenden Jahren nicht viel ändern. Es ist nämlich geplant, im und rund um den Neuwieser See dem Naturschutz den Vortritt zu gewähren. Nach Angaben der Bergbausaniererin LMBV entwickelt sich das Areal zu einem Refugium für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Schließlich gehört der Neuwieser See zum Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seenland. Arten wie Brachpieper und Wiedehopf finden in der Bergbaufolgelandschaft ein neues Zuhause.

Mittelfristig wird der Neuwieser See das Eingangstor zum östlichen Bereich der durch Kanäle verbundenen Restlochkette präsentieren.

Drei Überleiter bilden die entsprechenden Verbindungen. Von der Brücke des Überleiters 6, der den Anschluss zum benachbarten Partwitzer See herstellt, können Neugierige schon jetzt Blicke auf das fast vollendete Bauwerk werfen. Die weiteren beiden Überleiter zum Blunoer Südsee sowie zum Bergener See befinden sich im Bau oder in der Planung.

Der nicht minder reizvolle Nordbereich des Neuwieser Sees ist derzeit nicht zugänglich. Bislang hatte man vom Partwitzer Rodelberg ei­ne schöne Aussicht auf das Gewässer. Aufgrund der gewaltigen Rutschung vom Oktober 2010 im früheren Tagebau Spreetal wurde das Gebiet vorsorglich gesperrt.

Allerdings können Wanderer einen Blick auf das Wasser erhaschen, wenn sie von der Klein Partwitzer Lindenallee aus südwärts wandern. Allzu weit kommt man aber nicht, da die Betreten-verboten­Schilder unbedingt beachtet werden müssen. Wer dann in Richtung der Staatsstraße gen Westen weiterläuft, sieht darüber hinaus mehrere sogenannte "Eichelhäher­Tankstellen", die von den Naturschützern aufgestellt wurden. Diese werden mit Eicheln aufgefüllt, die die Häher dann holen, im Wald verstecken und somit einen neuen Wald begründen.

Der Neuwieser See geht aus dem früheren Tagebau Bluno hervor.

LMBV-Angaben zufolge wurden dort in den Jahren von 1955 bis 1968 knapp 43 Millionen Tonnen Kohle gefördert.

Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich das dabei entstandene Restloch in Flutung. Voraussichtlich um das Jahr 2015 wird dieser Prozess abgeschlossen sein.

Beeindruckend ist jetzt in der kalten Jahreszeit das morgendliche und abendliche Naturschauspiel im Seen land. Dann steigen nämlich zahlreiche wilde Gänse aus dem Wasser auf beziehungsweise fallen wieder ein. Aufgrund der milden Witterung hat es die Vögel bereits zurückgezogen.

Quelle: Lausitz am Sonntag, 08.01.2012

 

 

 

 

 

 

Das Lausitzer Seenland weckt Begehrlichkeiten, jeder will eine Verbindung zu anderen Seen haben ...

 

Lohsa will Kanal bei Knappensee-Sanierung

Lohsa. Bei der Sanierung des Knappensees möchte die Gemeinde Lohsa (Kreis Bautzen) einen für Sportboote befahrbaren Kanal zwischen Knappensee und Graureihersee. Da­mit gäbe es eine befahrbare Verbindung von Groß Särchen bis zur Energiefabrik Knappenrode. Die Sanierung soll in einem Jahr (2013) beginnen. urnel

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.01.2012

 

Vom Tagebaurestloch ins Seenland – eine Überleitung

Spreetal/Senftenberg Voraussichtlich in einem halben Jahrzehnt werden fast alle schiffbaren Verbindungen im Lausitzer Seenland in Betrieb gehen. Der Spreetaler Grundbruch vom Herbst 2010 hat die Arbeiten um mehrere Jahre zurückgeworfen. Dennoch sehen sich die Experten von der Bergbausaniererin LMBV nach wie vor in der ursprünglich geplanten Zeitschiene.

Einmalige Landschaftsbaustelle: Ein Kanalnetz wird bis 2015/2016 die Tagebaurestlöcher in der Lausitz verbinden.

Fast majestätisch erhaben bildet der Überleiter 6 das maritime Tor zum östlichen Teil der Restlochkette zwischen Senftenberg und Hoyerswerda. Der gut 400 Meter lange Kanal verbindet den Partwitzer See im Westen mit dem Neuwieser See im Osten. Eine imposante Schleuse mit der darüber hinweg führenden Straßenbrücke stellt den Kern des Bauwerks dar. Im Kanalbett selbst befindet sich bereits Wasser. Kurzum, der Überleiter sieht aus wie vollendet.

„Ist er technisch auch“, bestätigt Hans-Jürgen Kaiser, Abteilungsleiter Planung Lausitz bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH. Aufgrund des technischen Fortschritts muss jedoch die elektronische Steuerung angepasst werden. Erst im Jahr 2014 werden dann die ersten Schiffe diesen Kanal passieren.

Viel Wasser für Partwitzer See. Klar wisse Kaiser von Bürgern, die sich fragen, warum die Wasserverbindung nicht bereits 2012 in Betrieb gehe. „Das würde unserem Flutungskonzept der Seen entgegenlaufen“, begründet der Fachmann. So werde in den kommenden Monaten der Wasserstand im Partwitzer See erheblich angehoben.

Selbst wenn der Überleiter 6 tatsächlich schon in diesem Jahr freigegeben würde, die Fahrgastschiffe und Wasserwanderer kämen nicht weit. Denn einerseits werde es im Neuwieser See aus Naturschutzgründen nur eine schmale Fahrrinne geben. Und andererseits wäre dort Endstation. Denn die weiter östlich gelegenen Kanäle existieren meist noch gar nicht. Beziehungsweise fristen ihr Dasein unter meterdicken Schlammschichten. So wurde der Überleiter 4, der eine Verbindung innerhalb des Bergener Sees schafft, durch den Grundbruch vom Oktober 2010 verschüttet.

Flächen sicher gestalten„Das Bauwerk war bereits im Jahr 2008 vollendet“, sagt Hans-Jürgen Kaiser. „Statt Wasser ist jetzt Schlamm drin.“ Jetzt gelte es, zunächst die Flächen so sicher zu gestalten, dass sie wieder gefahrlos betreten und befahren werden können. Dann erfolge eine technische Bewertung des Bauwerks. Bislang wisse kein Mensch, ob der Kanal „nur“ verschüttet oder zerstört worden ist.

Die weiteren Überleiter in der östlichen Restlochkette werden LMBV-Angaben zufolge in den kommenden Jahren in Angriff genommen. 2013 sei der Kanal vom Neuwieser zum Bergener See (Überleiter 5) an der Reihe. Ohne den Grundbruch wäre das Bauwerk bereits im vergangenen Jahr vollendet worden. Weitere zwölf Monate später sei der Überleiter 3 a zwischen dem Neuwieser und dem Blunoer Südsee an der Reihe.

Der Kanal am Blunodamm (Überleiter 3) komme nach heutigen Planungen im Jahr 2015. In diesen Zeitraum werde auch die Vollendung des Überleiters 1, des mit 2750 Metern längsten Kanals im Seenland, fallen. Er stellt die Verbindung vom schmalen Sabrodter See zum benachbarten Spreetaler See, mit dem angedachten Speedbootzentrum, her. Die Arbeiten haben dort indes begonnen. Ein vorzeitiger Baubeginn sei von den Behörden zugelassen worden. Letzter Überleiter im Bunde ist der „Zweier“, der vom Sabrodter See zum Bergener See führt. Frühestens 2016 solle dort Baubeginn sein.

Anwohner wollen Überleiter 7Trotz der Verzögerungen um zwei bis vier Jahre sehen sich die Fachleute von der LMBV noch immer im ursprünglich gesteckten Zeitplan. „Es war immer die Rede von der Vollendung der Kanäle bis zu den Jahren 2015 bis 2016. Und das werden wir, sofern es keine weiteren unvorhersehbaren Ereignisse gibt, schaffen“, gibt sich Hans-Jürgen Kaiser optimistisch.

Indes gibt es derzeit kaum Hoffnungen für die Realisierung des Überleiters 7 vom Partwitzer zum Blunoer Südsee. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums ist das entsprechende Geld nicht vorhanden. Die Rede ist von rund zehn Millionen Euro.

Inzwischen haben die Anwohner der an die Gewässer angrenzenden Orte eine Interessengemeinschaft (IG) „Überleiter 7“ gegründet. „Ohne diesen Kanal gerät die touristische Entwicklung im ganzen östlichen Seenland ins Stocken“, befürchtet Sprecher Lothar Seidel. Aus rein wasserwirtschaftlichen Gründen ist laut der LMBV hingegen keine Verbindung zwischen diesen beiden Seen notwendig. Die IG will indes weiter um den Überleiter 7 kämpfen.

Von Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.01.2012

 

Der Sornoer Kanal verbindet den Geierswalder mit dem Sediitzer See.

Rostiger Nagel wird aufgewertet

 Begehbarer Steg soll Besucher anlocken / Neue Sanitäreinrichtung entsteht

Die Landmarke am Sornoer Kanal gilt seit ihrer Eröffnung im Oktober 2008 als Wahrzeichen und Besuchermagnet des Lausitzer Seenlandes. Allerdings präsentiert sich das touristische Umfeld noch immer provisorisch. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Zumindest teilweise.

Von Torsten Richter

SENFTENBERG/GEI ERSWALDE.

                              

Rund 250 Meter vom Rostigen Nagel entfernt soll ab Juli ein schwimmender Steg begehbar sein. Auf ihm können Besucher 160 Meter in den Sedlitzer See hineinlaufen. In dieser Woche wurden die entsprechenden acht Pontonteile schon mal am Sedlitzer Ufer ins Wasser gehievt und in Richtung des endgültigen Standortes transportiert.

Dass derartige Attraktionen selbst Reisebusgesellschaften anlocken, versteht sich fast von selbst. Schon heute steuern die Busse auf schmaler Straße zum Rostigen Nagel. So weit, so gut. Doch eine Wendemöglichkeit existiert dort bislang nicht. "Ich muss meinen Gästen immer sagen, sie sollen beim Umdrehen des Fahrzeuges lieber die Augen schließen, so abenteuerlich ist das", erzählt die Partwitzer Reiseleiterin Anja Ittmann aus ihren Erfahrungen. Es grenze an ein Wunder, dass es bislang zu keinen Unfällen gekommen ist.

"Wir würden ja gern eine Buswendeschleife bauen, aber es geht nicht", erklärt Volker Mielchen, Infrastrukturchef beim Zweckver­band Lausitzer Seen land Brandenburg (LSB), während der jüngsten Versammlung des Fördervereins Wasserwelt Geierswalde. Grund sei die Eigentümerin der dafür vorgesehenen Flächen. "Sie will ihren Grund und Boden nicht verkaufen", begründet der LSB-Infrastrukturchef. Allerdings plane der Zweckverband einentsprechende Rückstoßmöglichkeit für die Busse. Damit dürfte zumindest das Abenteuer Wenden am Rostigen Nagel einen versöhnlichen Abschluss finden. Zudem werde es unterhalb des Aussichtsturmes zusätzliche Parkplätze geben.

Wer am Rostigen Nagel ein dringendes Bedürfnis verspürt, hat bislang genau drei Möglichkeiten. Entweder er benutzt ein Dixi-Klo, er geht in den nahen Wald oder hält inne. Eine "richtige", solide Toilette ist dagegen Fehlanzeige. Das werde sich jedoch in den kommenden Monaten ändern, versprach Mielchen. "Wir haben gemerkt, dass die Touristen an den Sehenswürdigkeiten immer auf der Suche nach einer Toilette sind", begründet Mielchen. Diesem Drang wolle der Zweckverband jetzt Rechnung tragen. Demnächst werde eine stabile und solide WC-Anlage im unmittelbaren Umfeld des 30 Meter hohen Aussichtsturmes entstehen. "Bis zu den Sommerferien ist alles fertig", verspricht der Fachmann.

 Quelle: Lausitz am Sonntag, 15.04.2012

 

Betonwände und Lichtkronen für Schiffsröhre

Tunnel des Seenland-Überleiters 11 zwischen Sedlitzer und Großräschener See fast fertig / Kanalbett folgt jetzt

Die gewaltige Schiffsröhre zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See (Überleiter 11) bekommt derzeit die Lichtkronen aufgesetzt. Mit 186 Metern wird dieser für Fahrgastschiffe taugliche Tunnel im Lausitzer Seenland zwar nur der zweitlängste, trotzdem aber der größte Europas. Der Weilburger Schiffstunnel an der Lahn hat neun Meter mehr, ist allerdings nur für kleine Wassergefährte nutzbar.

            

In der der gigantischen Schiffsröhre werden derzeit die letzten Betonsegmente der Tunnelwand unter der Bahntrasse gegossen.

Foto: Steffen Rasche/

Senftenberg/Sedlitz. Sechs Wochen haben die Vorbereitungen für die Schwertransporte für die Lichtkronen des Tunnels des schiffbaren Überleiters 11 zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See beansprucht. In der Nacht zum gestrigen Mittwoch sind die Stahlbetonteile auf der Baustelle angerollt. Innerhalb von fünf Stunden waren die ersten beiden konischen Beton-Schornsteine dann bei Tageslicht per Kran auf das Tunneldach gehievt. Mit 3,50 Metern Durchmesser haben die Schwergewichte zwischen 13 und 15 Tonnen gerade noch über das Straßennetz von Halberstadt in die Lausitz transportiert werden dürfen. Die mit sieben Metern Durchmesser noch gewaltigeren Lichtkronen der Tunnelmitte, die zwischen den Bahngleisen platziert werden, müssen dagegen vor Ort gegossen werden.

Tageslicht und Brandschutz

"Die brandschutztechnischen Anforderungen sind hier außerordentlich gut gelöst worden", stellt Jan Masnica, der Projektleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), mit Blick auf die Betontürme sichtlich zufrieden fest. Die Kombination von Licht-Einfall und Schornsteinwirkung gefällt ihm ausgesprochen gut. Auf Grund der Tunnellänge sei es eine echte Herausforderung gewesen, im Brandfall für einen guten Rauchabzug zu sorgen und die Erstickungsgefahr für Menschen zu bannen. "Denn inzwischen bestehen die meisten Bootsteile aus Plastik, das brennend sehr giftige Gase bildet", erklärt der Projektleiter, der bislang in Ostsachsen unter anderem am Berzdorfer See tätig und für die Sanierung der Teerdeponien bei Terpe verantwortlich war. Seine neue Baustelle zwischen Sedlitzer und Großräschener See hat der Bergbau-Ingenieur sofort ins Herz geschlossen – auch, weil der als Welle auszuformende Kanal ein ebenfalls wellenförmig verlaufendes Leucht-Stelen-Band bekommt. Das Probeleuchten am Informationspunkt an der Kante des Sanierungstagebaus Meuro hat Jan Masnica von der zwei Kilometer entfernt liegenden Hochkippe aus betrachtet. "Das wird richtig toll", zeigt er sich von dem Eindruck noch überwältigt.

Verkehrte Welt in der Tiefe

Im Schiffstunnel werden derzeit die letzten Betonarbeiten durchgeführt. Die Technologie ist ungewöhnlich. Denn auf Grund der kurzen Sperrzeiten für den Schienenweg nach Cottbus, der unterquert werden muss, werden die letzten Tunnelsegmente jetzt praktisch von oben nach unten erstellt. Die gewaltigen Spundwände, die in den Boden getrieben wurden, um die Verkehrsadern untertunneln zu können, haben sofort einen Beton-Deckel aufgesetzt bekommen. Auf dem rollen die Züge längst wieder auf den sicheren Bahngleisen. Das Stahlgeflecht und der Beton für die 80er-Tunnelwände kommen im Nachgang auf das Fundament. "Das ist eine besondere Technologie, die die Baustelle auch anspruchsvoller macht", bestätigt Thomas Kästner, der für die Bauüberwachung zuständige Ingenieur. Der Tunnel-Körper ist inzwischen fast fertig. Die technische Ausrüstung und der Gehweg (Steg), in dessen Geländer die Leuchtstelen integriert werden, sollen bis Ende des Jahres hergestellt werden.

Kanal-Baufeld ist gesichert

Der Kippenboden im Baufeld für den Schiffskanal in Richtung Sedlitzer See ist indes bergtechnisch gesichert. Das heißt, die locker gelagerten Sande aus dem Abraum über dem einst frei gelegten Kohleflöz des Alttagebaus sind zu einem festen Korngefüge gemacht worden. "Die Rütteldruckverdichtung ist abgeschlossen", bestätigt Projektleiter Jan Masnica. Nach den Oster-Feiertagen werde das Areal des östliche der Bundesstraße 169 gelegenen Kanalbettes mit der Fallplatte nachbearbeitet, damit der Graben für den künftigen Wasserweg ausgehoben werden kann.

Zum Thema:


Der schiffbare Kanal zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See (Überleiter 11) wird
1200 Meter lang. Er unterquert die Bahnstrecke Senftenberg – Cottbus sowie die Bundesstraße 169. Der bereits errichtete schiffbare Tunnel ist mit einer Gesamtlänge von 186 Metern eines der imposantesten Bauwerke der Art in Europa. Längster schiffbarer Tunnel bleibt allerdings der Weilburger Schiffstunnel an der Lahn (195 Meter, erbaut 1847). Der Tunnel und der Baugrund für das Kanalbett in Richtung Sedlitzer See (gekippte Areale) sollen im Jahr 2012 fertig gestellt werden. Der Kanaleinlauf des Großräschener Sees (gewachsener Boden) wird in diesem Jahr begonnen und 2013 beendet. Bauherr des Schiffstunnels ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Als Projektträger einschließlich der hydrologischen Verbindung beider Seen fungiert die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.04.2012

 

Baukosten für Seenland- Kanäle außer Kontrolle

Landesplanungsabteilung hält trotzdem alle Investitionsentscheidungen für richtig

Die Baukosten für die neuen schiffbaren Wasserwege des Lausitzer Seenlandes ufern in Brandenburg aus. Statt einst geplanter        29 Millionen Euro für die beiden größten Überleiter zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder sowie dem Sedlitzer und dem Großräschener See werden am Ende mehr als 98 Millionen Euro Steuergeld ausgegeben.

Von Kathleen Weser

Senftenberg/Cottbus. Die Kostenentwicklung beim Bau der schiffbaren Kanäle und Überleiter-Bauwerke im Lausitzer Seenland

"sind sehr bedrückend. Die Investitionsentscheidungen aber waren trotzdem richtig".

Das erklärt Klaus-Qtto Weymanns, der zuständige Referatsleiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg in Cottbus.

Laut Landesrechnungshof fallen für den

neuen touristischen Wasserweg zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See (Überleiter 12) statt der zum Baustart angekündigten 17,5 Millionen Euro nunmehr 51,4 Millionen Euro an.

Der schiffbare Kanal vom Sedlitzer zum Großräschener See (Überleiter 11) verursacht statt der geplanten zwölf Millionen Euro nunmehr Baukosten in Höhe von 46,9 Millionen Euro.

"Die Dimension der notwendigen Wasserbauwerke und die damit verbundenen Kosten sind an beiden Überleitern deutlich un­terschätzt worden", räumt Weymanns ein.

Dazu habe "höhere Gewalt" wie Starkregen und Hochwässer kostentreibend gewirkt.

 

Anmerkung d. Verfassers:

Gibt es keine Bauingenieure mehr, die in der Lage waren und sind die sog. "höhere Gewalt" realistisch in der Planungsphase

zu berücksichtigen.

Die Problematik des Grundwasserwiederanstiegs in aufgelassenen Tagebauen ist doch nicht erst seit gestern bekannt.

Und man kann es kaum glauben: Auch in der Lausitz soll es regnen.

 

Den Vorwurf, darüber hinaus sorglos den Weg für eine Luxus-Ausstattung der Schiffswege geebnet zu haben, weist er dagegen zurück.

"Das Land Brandenburg sorgt im Lausitzer Seenland lediglich für eine nutzbare touristische Basis-Infrastruktur", erklärt der Referatsleiter. Die Investitionsentscheidungen halte er nach wie vor für richtig,

Die Kostenkontrolle dagegen hätte "stringenter erfolgen müssen".

Dahingehend sei die Kritik des Landesrechnungshofes berechtigt und werde sehr ernst genommen.

Die Prüfer zeigen unter anderem Mängel in den Planungen und der Bauvorbereitung auf. Zudem sind nachträglich Extras bewilligt worden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.08.2012

 

... und hier noch etwas ausführlicher:

Für Mängel und Extras am Seenland - Kanal bezahlt

Alle Beteiligten haben bei der Kostenkontrolle an Überleitern versagt

Die Kosten-Explosion beim Bau der beiden größten Schiffskanäle des Lausitzer Seenlandes ist ein Gemeinschaftswerk aller Beteiligten. Ungebremst haben sich das Land Brandenburg als Bauherr und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für neue Extras und Folgekosten nach mangelhaften Planungen fortlaufend aus dem Braunkohle-Topf bedient.

Von Kathleen Weser

Senftenberg/Cottbus. Der touristische Wasserweg zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See (Überleiter 12) wird am Ende das Dreifache der geplanten Baukosten verschlingen. Statt der angekündigten 17,5 Millionen Euro mit Baustart im Jahr 2008 schlagen 51,4 Millionen Euro für das etwa einen Kilometer lange Kanalbett, zwei Tunnelbauwerke und die Schiffsschleuse im alten Flussbett der Schwarzen Elster ins Kontor.

Dimension deutlich unterschätzt

"Diese Kostenentwicklung ist bedrückend", sagt Klaus-Otto Weymanns, Referatsleiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin - Brandenburg im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL). Doch die getroffenen Investitionsentscheidungen in die schiffbaren Seenland-Verbindungen als zentraler Baustein des Lausitzer Seenlandes blieben trotzdem richtig.

"Die Dimension der Bauwerke, die damit verbundenen technischen Anforderungen und die zu erwartenden Kosten sind aber deutlich unterschätzt worden", räumt Weymanns ein.

Extrem kostentreibend ist laut des Landesrechnunghofes die mangelhafte Planung der Wasserhaltung auf der Baustelle des Überleiters 12 gewesen. Dafür ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau­ Verwaltungsgesellschaft (LMBV) als Projektträgerin verantwortlich.

Die tiefsten Fundamente für den Schiffsweg sind bis zu neun Meter unter dem Wasserspiegel des Geierswalder Sees gegründet worden. Doch das Trockenhalten der Baustelle war zum Baubeginn laut der vorgeprüften Planungen gar nicht berücksichtigt - und deshalb schon im Jahr 2008 als erhebliches finanzielles Risiko erkannt worden. Das bestätigt Klaus-Otto Weymanns.

Starkniederschläge und Hochwässer in den Jahren 2009 und 2010 haben neben dieser mangelhaften Bauvorbereitung dann noch dazu beigetragen, dass die Kosten für das Trockenhalten der Baustelle in Mehrkosten von mehr als fünf Millionen Euro mündeten.

 

Anmerkung d. Verf.: Mit Starkniederschlägen und Hochwässern muss doch ein verantwortungsvoller Planer rechnen.

 

Das Land Brandenburg hat gezahlt. Über "notwendige Anpassungen wurde der Auftraggeber regelmäßig informiert", teilt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber mit.

Alle am Bau und dessen laufender Kontrolle Beteiligten haben das abgesegnet - von der LMBV über den Sanierungsbeirat, die Landesplanung und den Steuerungs- und Budgetausschuss (Stuba) als letzte Instanz aller Wächter über das Braunkohle-sanierungsbudget.

Neben zahlreichen Planungsänderungen für den Bau des Überleiters haben auch die Stadt Senftenberg und der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) ihre Wunschliste abgearbeitet bekommen. Dazu gehören ein Großparkplatz am Senftenberger See und die Kommunalstraße neben dem Kanal.

Auch die Vorhäfen der Schleuse sind nicht vorgesehen gewesen und nachbewilligt worden.

Der Freistaat Sachsen hat auf diese Wartezonen am etwa baugleichen Schiffshebewerk des Überleiters 6 zwischen dem Partwitzer und dem Neuwieser See verzichtet.

In Brandenburg sind Millionen im Nachgang in Extras geflossen, die die funktionellen Anforderungen an einen sicheren Bootsverkehr weit übersteigen.

 

Anmerkung d. Verf.:

Alles was andere Bundesländer, hier der Freistaat Sachsen einsparen, geben die  „Schuldenländer“,

wie Brandenburg mit vollen Händen aus.

 

Außerdem stellt sich die Frage, inwieweit alle Beteiligten materiell für die von ihnen verursachten Mehrausgaben zur 

Verantwortung gezogen werden.

Sollte das nicht der Fall sein, sind  ein Landesrechnungshof  und seine Berichte völlig überflüssig.

 

Basis-Infrastruktur ohne Luxus

"Das Land schafft eine gut nutzbare Basis-Infrastruktur im Lausitzer Seenland", rechtfertigt Klaus-Otto Weymanns das. Der Referatsleiter betont, es sei kein unnötiger Luxus erlaubt worden.

Auch am Schiffsweg zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See (Überleiter 11) wird ein Finanz-Desaster offensichtlich. Der 1200 Meter lange Kanal unterquert die Bahnstrecke Senftenberg - Cottbus und die Bundesstraße 169.

Dafür wurde mit einem 186 Meter langen Schiffstunnel eines der imposantesten Bauwerke der Art in Europa gebaut - für fast den vierfachen Preis. Die Baukosten werden am Ende statt bei den geplanten zwölf bei nunmehr 46,9 Millionen Euro landen.

Auch das haben Experten des Landesrechnungshofes im Bau-Finale festgestellt.

 

ZUM THEMA NEUER SCHIFFSWEG

Der schiffbare Kanal, der den Senftenberger See (Oberspree­wald- Lausitz) mit dem Geierswalder See (Kreis Bautzen/Überleiter 12) verbindet, ist etwa einen Kilometer lang. Der Wasserweg unterquert die Bundesstraße 96 nach Hoyerswerda und die Schwarze Elster. Zwei Tunnelbauwerke sind dafür errichtet worden. Die Schiffsschleuse, über die Wasserfahrzeuge ab Juni 2013 den maximalen Höhenunterschied von 3,25 Metern zwischen beiden Gewässern überwinden sollen, ist derzeit noch im Bau.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.08.2012

 

Fazit: Wir haben es ja ...

 

Wettlauf mit der Zeit gegen das Waldsterben

Bei Laubusch retten Lausitzer Bergbausanierer etwa 300 Hektar Forsten vor bedrohlich ansteigendem Grundwasser

Kathleen Weser

Das natürliche Erbe des ausgekohlten Tagebaus Erika droht, bei Laubusch (Landkreis Bautzen) etwa 300 Hektar Wald unter Wasser zu setzen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) arbeitet ein gigantisches Sanierungsprogramm ab, um das grüne Eingangstor zum Lausitzer Seenland vor dem Waldsterben zu bewahren – in einem Wettlauf mit der Zeit.

                                                    

Um Lauta und Laubusch (Landkreis Bautzen) müssen riesige Waldflächen vor dem ansteigenden Grundwasser gesichert werden. Foto: LMBV

Lauta/Laubusch. "Die Natur behält immer recht", stellt Holger Gehm mit Blick auf das Waldgebiet um den Lugteich fest. Der Land- und Forstwirt ist einer der beiden großen Waldbesitzer, die auf etwa 70 Prozent der gekippten Forstflächen in der Bergbaufolgelandschaft bei Laubusch bedrohliche Vernässungen verkraften müssen.

Gewaltiges Sanierungsprogramm

Mit einem gigantischen Sanierungsprogramm bietet die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) dem aufsteigenden Grundwasser die Stirn. Und das drängt in rasantem Tempo nach oben. Bei 108 Metern über Normalnull (NN) ist der Grundwasserspiegel nach mehr als 90 Jahren seit Beginn des Aufschlusses der Grube Erika nunmehr wieder angekommen. Auf 114 Meter wird es noch weiter ansteigen, erklärt Jürgen Nagel, der Projektmanager der Bergbausaniererin. Forstwirt Holger Gehm sollte seine Waldflächen eigentlich Ende dieses Jahres trocken gelegt und aufgeforstet wieder in eigene Regie bekommen. Doch inzwischen steht fest: Diese Wald-Sanierung wird noch mindestens drei Jahre dauern.

Todesurteil für den Wald

Bei Laubusch war bis Anfang der 60er-Jahre die etwa zehn Meter mächtige Braunkohle-Lagerstätte im Lausitzer Urstromtal eines einstigen Gletschers aus einem Gebiet geborgen worden, in dem das Grundwasser sehr dicht unter der Oberfläche stand. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde begonnen, Deckgebirge und Kohle aufwendig zu entwässern. Jetzt erobert die Natur das Terrain, in das für die Stromerzeugung und Brikettproduktion gravierend eingegriffen wurde, deutlich schneller und heftiger zurück, als vor dem Jahr 2009 noch sicher vorhergesagt. Zwischen 50 und 100 Zentimeter steigt das Grundwasser im Jahr. In den Tieflagen stirbt der Wald inzwischen schon unaufhaltsam. Dort ist das Todesurteil der teilweise auch hochwertigen Misch-Bestände besiegelt. "Der Wald muss noch einmal gerodet werden", bestätigt Jürgen Nagel. Zwei Meter Erdreich sind den geotechnischen Bewertungen für die Kippenwald-Areale zufolge auf die Flächen aufzubringen, um die neue grüne Lunge anpflanzen zu können. Boden für eine Mächtigkeit von mindestens drei Metern wird angekarrt, um die Wege so neu herzurichten, dass die Waldpflege künftig von dort aus auch mit schwerem Arbeitsgerät möglich ist.

20 bis 30 Millionen Euro sind aufzuwenden, um die Flächen trittsicher und für die Bewirtschaftung flott zu machen. "Zwei Millionen Kubikmeter Erdmassen werden dafür von nahe gelegenen Hochhalden abgetragen", erklärt Jürgen Nagel.

Stützdamm-Raster in Arbeit

Ein Raster von Stützdämmen im Erdreich sorgt dafür, dass die locker gelagerten Kippensande künftig rutschungssicher gehalten werden. Den akkuraten preußischen Waldvorgaben folgend wird auch das Wegesystem neu angelegt. Die Sanierer haben die Arbeiten auf zwei Dritteln der betroffenen Gesamtfläche bereits abgeschlossen.

Über das gewaltige Wald-Schutzprogramm gegen das aufgehende Grundwasser bei Laubusch informiert die Bergbausaniererin LMBV während der nächsten Besuchertage im Lausitzer Seenland, die am letzten Juni-Wochenende stattfinden.

"In der Dimension ist das Problem im Lausitzer Revier einmalig", bestätigt der Projektleiter. Deutlich kleinere Areale mit bedrohten Waldbeständen sind noch im Nordraum um Schlabendorf (Landkreis Dahme-Spreewald) und bei Spreetal (Kreis Bautzen) zu sichern. Der Fall Laubusch ist beispiellos.

Lauta, die grüne Stadt am Tor zum Lausitzer Seenland, setzt für die Zukunft bewusst auf eine intakte Natur einschließlich eines sich künftig wieder weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes – auch und besonders in den Problemzonen am Rande der schiffbaren Seenkette. "Unsere Nachbarn haben genug Seen mit touristischen Angeboten. Für die Lautaer wird der Senftenberger See das Badegewässer bleiben", sagt Bürgermeister Hellfried Ruhland (CDU). Ausgedehnte Wälder mit Feuchtbiotopen, Reichtum an Wild und seltenen Arten wie der Seeadler sind ein Stück Lebensqualität für die Einheimischen und machen Lauta attraktiv für Gäste.

Das sieht auch Holger Gehm so, bei dem vier Leute ihr täglich Brot mit der Waldpflege und Baum-Ernte verdienen. Für den Forstwirt ist die Sanierung des Waldes Fluch und Segen zugleich – wie die Kohle für die Lausitz.

Zum Thema:
Die Gartenstadt "Erika" in Laubusch (Landkreis Bautzen) ist Hauptschauplatz der 10. Besuchertage im Lausitzer Seenland vom 30. Juni bis 1. Juli. Das Motto des Volksfestes, das den Wandel von der Bergbaufolgelandschaft zur modernen Energie- und Tourismusregion greifbar machen soll, heißt: "Willkommen im Grünen". Der dörfliche Ortsteil Laubusch der Stadt Lauta will dem Anspruch eines "grünen Tors" ins Lausitzer Seenland gerecht werden. An Standorten, an denen früher Braunkohle verstromt und Briketts gepresst wurden, werden heute alternativer Strom über Fotovoltaik und durch modernste Anlagen Druckluft erzeugt. Die schmuck sanierten Gartenstädte Lauta und Laubusch sind Architektur-Kleinode, die weiter belebt werden müssen und sich auch als Herbergen und für andere touristische Dienstleistungen am Rande der zentralen Seen-Kette der Reiseregion anbieten. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) arbeitet auf dem Areal des Tagebaus Erika/Laubusch (1918 bis 1962) das größte Wald-Sanierungsprojekt infolge des Grundwasserwiederanstieges ab.

 

Wasserschutz im Tagebaugebiet

Zweite Dichtwandfräse begann am Montag am Tagebau Welzow-Süd mit ihrer Arbeit

Proschim/Bluno Eine Dichtwand aus Ton soll den künftigen Braunkohletagebau Welzow-Süd vor dem Grundwasser des Lausitzer Seenlandes schützen und gleichzeitig das Wasser in den Seen halten. Dafür startete am Montag eine weitere Schlitzfräse ihre Arbeit.

Eine Dichtwand soll den künftigen Braunkohletagebau Welzow-Süd vor dem Grundwasser des Lausitzer Seenlandes schützen.Foto: dpa Foto: dpa

Sie fräst im Gebiet zwischen dem Welzower Ortsteil Proschim und dem sächsischen Bluno einen 95 bis 120 Meter tiefen senkrechten Schlitz in die Erde, der dann später mit einem Tongemisch aufgefüllt wird, das als Trennwand fungiert. Vor eineinhalb Jahren startete bereits eine erste Fräse. 2022 soll die Trennwand fertig sein, auf sächsischem Gebiet bereits 2015.

Die 10,6 Kilometer lange Dichtwand baut der Energiekonzern Vattenfall Europe. Die erste, rund 230 Tonnen schwere Fräse war am 1. Dezember 2010 nördlich der Bundesstraße 156 bei Lieske (Oberspreewald-Lausitz) gestartet.

Im Lausitzer Kohlerevier gibt es bereits mehrere unterirdische Dichtwände, so eine 10,7 Kilometer lange Sperrschicht am Tagebau Jänschwalde (Spree-Neiße). Eine 5,5 Kilometer lange Schutzwand entstand nahe dem sächsischen Berzdorf und eine 7,1 Kilometer lange Dichtwand am Tagebau Cottbus-Nord.

dpa/kr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.06.2012

 

Lauchhammer ist eine Löcherstadt

Ortsbild wird von vielen Tagebau-Gewässern geprägt

Lauchhammer Trüge Lauchhammer einen Beinamen, wäre die Bezeichnung Löcherstadt passend. Allerdings weniger in Bezug auf Straßenschäden, sondern vielmehr auf die früheren Tagebaugruben. In keiner anderen Stadt in der Niederlausitz existieren so viele Restlöcher wie in Lauchhammer.

                                            

                                            Blick über den Kuthteich zur Nikolaikirche (l.) und zur Christus-König-Kirche. Foto: T. Richter/trt1

Viel Wasser gab es in und um Lauchhammer schon immer. Schon das aus dem Sorbischen stammende Wort "Lauch" beschreibt sumpfiges Grasland. Kein Wunder, befindet sich der Ort inmitten des feuchten Lausitzer Urstromteils, das in erster Linie durch die Schwarze Elster entwässert wird.

Schon auf alten Karten aus der vorbergbaulichen Zeit ist neben dem Reichtum an Fließen auch eine Vielzahl von Teichen erkennbar. So erinnert ein Gedenkstein im Westen der jetzigen Stadt an die frühere Teichwirtschaft Mückenberg.

Noch heute ist das Lauchhammeraner Stadtgebiet reichlich mit Feuchtgebieten gesegnet. Nach Angaben des Sachraden-Buches von Dr. Dietrich Hanspach sind knapp 311 Hektar des insgesamt 8843 Hektar großen Stadtgebietes mit Wasser bedeckt. Das entspricht in etwa 3,5 Prozent der Gesamtfläche. Allerdings sind heutzutage die meisten Gewässer durch den Abbau von Bodenschätzen entstanden. Während das Strandbad West und der benachbarte Angelteich aus der Gewinnung von Ton hervorgingen, der in einer nahen Ziegelei verarbeitet wurde, wurde im übergroßen Teil der Restlöcher einst Braunkohle gefördert. Bereits im Jahr 1789 stießen Arbeiter im Bereich des Butterberges auf diesen Bodenschatz, ohne dessen Bedeutung zunächst zu erkennen. Das sollte sich in den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten gewaltig ändern. Sämtliche heutige Stadtteile wurden mehr oder weniger nach dem "schwarzen Gold der Lausitz" umgepflügt. Übrig blieben kleinere und größere Restlöcher, die teilweise noch immer auf ihre Rekultivierung warten.

Eines der bedeutenderen Gewässer ist der Kuthteich inmitten des Herzens der Stadt, von den Bergleuten nüchtern Restloch 38 genannt. An dessen Stelle soll sich nach Angaben des Lauchhammeraner Kultur- und Heimatvereins einst das Alte Dorf, der Vorgängerort des späteren Bockwitz und heutigen Lauchhammer-Mitte, befunden haben. Der Kuthteich ist derzeit für die Bevölkerung weitestgehend tabu, da dessen Ufer aus Sicherheitsgründen gesperrt sind. Nur im Südostbereich, etwa dort, wo eigenen Recherchen zufolge von der Ortrander Straße ein Waldweg nach Westen abzweigt, der zu einem Wildacker führt, ist ein ungefährdeter Blick auf das Gewässer möglich.

Der Kuthteich geht nach Angaben des Traditionsvereins Braunkohle Lauchhammer auf den Tagebau Kuth zurück. Dieser lief vor genau 90 Jahren aus. Die Grube war vier Jahre zuvor in Betrieb gegangen. Der östliche Nachbar des Kuthteichs, der Wehlenteich, ist ebenfalls durch den Bergbau, genauer durch den Tagebau Emanuel, entstanden. Der Aufschluss dieser Grube jährt sich in diesem Jahr zum 110. Mal. Unmittelbar nach Beendigung des Ersten Weltkrieges war dort die Kohlenförderung beendet.

Auch der Osten Lauchhammers, das frühere Naundorf, ist reichlich mit alten Kohlengruben gesegnet. Beispiele sind der Naundorfer See, der Salzteich sowie der zu großen Teilen bereits zu Schwarzheide gehörende Südteich. Der benachbarte Bunkerteich wurde dagegen vor wenigen Jahren im Zuge der Rekultivierung verkippt.

Und im Lauchhammeraner Norden beziehungsweise im Nordwesten schließt sich ein künstliches Seenland an, das vom Bergheider See bis kurz vor Plessa reicht. Wichtigste Gewässer sind in diesem Bereich auf Lauchhammeraner Gebiet das frühere Strandbad Kleinleipisch, der Schmale See, der Koynesee, der Kranichsee und einige mehr. Auch der Große und Kleine Wobergsee, die Linse, der Seewaldsee, der Grüne See und der Grünewalder Lauch nahe des gleichnamigen Stadtteils sind nicht natürlichen Ursprungs. Kostebrau kann mit dem recht romantisch gelegenen Friedrichsthaler See auftrumpfen. Insgesamt existieren auf dem Gebiet der 17 000-Einwohner-Stadt eigenen Recherchen zufolge ungefähr 35 Tagebau-Restlöcher. Somit darf sich Lauchhammer getrost als "Löcherstadt" bezeichnen.

Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.06.2012

 

Das nächste Problem lässt nicht auf sich warten:

Eindeutige Ursachen für die Braunfärbung durch Eisenhydroxid des Wassers der Spree sind nicht auszumachen:

Spremberg plagt sich mit brauner Spree

Spremberg. Das Problem der braunen Spree wird nach Ansicht des Naturschutzbundes in Spremberg (Spree-Neiße) noch für Generationen bestehen bleiben. Aufgrund des Grundwasseranstiegs im früheren Tagebau sammeln sich im Wasser Stoffe wie Schwefelsäure und Eisenhydroxid. Nun fürchten Tourismusvereine im Spreewald, dass der Fluss in ihrer Region beeinträchtigt wird.wr

Quelle: Lausitzer Rundschau. 06.07.2012

 

"Vattenfall hat keinerlei Anteil an den Braunfärbungen"

Die Vattenfall Europe AG nimmt den Leserbrief von Manfred Gäde (LR vom 19. Juli) zum Anlass, zur Thematik Stellung zu beziehen.

Manfred Gäde hatte sich in seinen Zeilen auf den RUNDSCHAU-Beitrag "Tiere fliehen aus der braunen Spree" (LR. vom 16. Juli) bezogen:

Verständlicherweise beobachten viele Bürgerinnen und Bürger mit Sorge die unterschiedlichen Braunfärbungen der Spree in Spremberg. Als Verursacher und Verantwortliche werden in dem genannten Beitrag und dem Leserbrief von Herrn Gäde die LMBV und Vattenfall in der Lausitz benannt.

Nachweislich hat Vattenfall keinerlei Anteil an den Braunfärbungen, deren Ursachen eindeutig festgestellt worden sind. Sie liegen in den diffusen Grundwasserzuströmungen in die Spree und aus den Grundwasseranstiegsgebieten der LMBV entlang von Kleiner und Großer Spree im ostsächsischen Raum.

Vattenfall hingegen leitet sein in den Tagebau-Bereichen gehobenes Grundwasser erst nach einer Wasserbehandlung in die Spree ein. In den Grubenwasserbehandlungsanlagen wird das Eisen mit speziellen Verfahren ausgeflockt. Die noch verbleibenden und von den Behörden genehmigten Resteisengehalte liegen unter der Sichtbarkeitsgrenze und sind ökologtsch vollkommen unbedenklich. Überzeugen kann man sich davon an den jeweiligen Einleitstellen nahe Kringelsdorf, Ruhlmühle und bei Spreewitz.

Die derzeitige Braunfärbung der Spree ist allerdings nicht allein auf das Eisen zurückzuführen, sondern auch auf die vielen Niederschläge der letzten Wochen. Dadurch wurden und werden z. B. Lehmteilchen aus Ackerböden der Spree zugeführt. Wer sich die Spree südlich von Uhyst, zum Beispiel in Lieske anschaut, wird diese Färbung bereits dort wahrnehmen, wo es niemals einen Bergbaueinfluss gegeben hat.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.07.2012

Mehrere Ideen für saubere Spree

Ministerin Tack äußert sich zu Eisengehalt des Flusses

Spremberg/Potsdam Eine kurzfristige Lösung für das Problem des hohen Eisengehalts in der Spremberger Spree wird unmöglich sein: Darauf weist Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Die Linke) hin. An der Landesgrenze zu Sachsen und bei Spremberg resultiere die starke Färbung des Flusses aus den stillgelegten Braunkohle-Tagebauen und dem damit verbundenen Grundwasseranstieg.

Eisenspree in Spremberg. Foto: wr Foto: wr

"Aufgrund der aktuellen Situation werden ehemals landwirtschaftlich entwässerte Torfböden wieder vernässt, sodass es auch hier zu einem Lösen und Ausspülen des Eisenhydroxids in die Fließe kommt", erklärt die Ministerin. Als langfristiges Mittel gegen den hohen Eisengehalt kämen mehrere Varianten in Frage: die Behandlung des Grundwassers, indem der Untergrund von Eisen befreit wird, das Heben, Reinigen und Wiedereinleiten des Grundwassers oder auch der Einsatz von Dichtwänden.

Eine weitere Chance besteht nach Auskunft der Umweltministerin im Bau einer Flusskläranlage. "Es wird noch zu entscheiden sein, welche konkreten Maßnahmen tatsächlich zur Anwendung kommen", erläutert Anita Tack. "Auch das Landesumweltamt hat eine Studie in Auftrag gegeben, womit die Folgen für die Talsperre Spremberg analysiert werden."

Eine Entscheidung zu möglichen Lösungswegen für den Zustand der Spree seitens der zuständigen Fachgruppe von Bund und Ländern, in die das Landesumweltamt einbezogen ist, stehe derzeit also noch aus.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.09.2012

 

Lausitzer Umweltschützer machen mobil für saubere Spree

Vetschau. Lausitzer Umweltschützer wollen ein Aktionsbündnis "Saubere Spree" gründen. Das gab der Chef des Touris­musverbandes Spreewald, Peter Stephan, bekannt. Neben Vertretern aus Tourismusorganisationen kündigten auch Naturschutzvereine an, sich dem Bündnis anschließen zu wollen. Die Initiatoren befürchten eine zunehmende Verockerung der Spree und eine Gefährdung des Biosphärenreservates. Die Umweltschützer machen dafür den Bergbau verantwortlich. Am 16. Oktober (2012) soll es zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion im Hotel Radduscher Hafen in Vetschau geben. Die Veranstaltung mit Wissenschaftlern, Politikern und Bürgern moderiert RUNDSCHAU -Chefredakteur Johannes M. Fischer.ald

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.10.2012

 

Braune Spree: Echte Gefahr oder bloß Panikmache?

Bei einer Podiumsdiskussion in Vetschau treffen Umweltgruppen, Touristiker, Ministeriumssprecher und Geotechniker aufeinander

Cottbus Glaubt man den Umweltgruppen, dann wird der Spreewald bald von einer braunen Flutwelle überrollt. Schuld soll der Tagebau in der Lausitz sein. Gegner dieser Theorie warnen vor sinnloser Panik mache.

Braune Suppe: Uwe Promnitz hat in Spremberg ein Konservenglas mit frischem Spree-Wasser befüllt. Archiv: Arlt/mat1

Wenn der Chef des Tourismusverbandes Spreewald, Peter Stephan, auf die Spree schaut, hat er in letzter Zeit ein mulmiges Gefühl. Immer mehr Eisenhydroxid gelangt in den Fluss. Er färbt sich braun. Es kommt zur Verockerung. "Die braungelbe Brühe hat erste Randbereiche des Spreewaldes erreicht", warnt Stephan. Auch aus diesem Grund will er gemeinsam mit anderen Lausitzer Touristikern und Umweltschützern das Aktionsbündnis "Saubere Spree" gründen. "Hier steht eine einzigartige Landschaft auf dem Spiel", ist sich Stephan sicher.

Auch bei den Grünen in Berlin ist man hellhörig geworden. Neben Eisenhydroxid gelangt auch Sulfat an die Erdoberfläche und belastet über diffuse Wege das Trinkwasser – auch in der Hauptstadt. Davon geht zumindest die Grüne Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm aus. Verantwortlich für die sulfatbelastete braune Suppe sei der Braunkohletagebau in der Lausitz. Laut Behm habe das eine Antwort auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion zur Gewässerqualität der Spree an die Bundesregierung ergeben. Nun kritisiert die Politikerin, dass trotz offensichtlicher Belastung der Fließgewässer im Spreewald weitere Tagebaue in der Lausitz genehmigt werden sollen. Unverantwortlich, da derzeit niemand wisse, was man gegen diese Verunreinigung tun könne. Das Biosphärenreservat Spreewald sei in akuter Gefahr, so Behm in einer Mitteilung.

Für den Präsidenten des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) sind solche Äußerungen plumpe Panikmache. "Der Spreewald ist nicht in Gefahr. Die Belastung ist nicht akut", sagt Klaus Freytag. Außerdem werde das Problem nicht gelöst, wenn man plötzlich alle Tagebau schließen würde. Denn über die Tagebaue in der Lausitz werden zwischen 10 und 15 Kubikmeter gereinigtes Grubenwasser pro Sekunde in den Spreewald geleitet. "Der noch aktive Tagebau ist also ganz im Gegenteil ein wichtiger und stabilisierender Faktor. Das Problem sind die Altlasten, die Sanierungstagebaue", so Freytag weiter.

Denn die braune Sulfatbrühe hat ihre Ursache im Boden der Lausitz. In den tertiären Bodenschichten lagern die Mineralien Markasit und Pyrit. Durch den Bergbau, wenn die Erde abgebaggert und umgekippt wird, kommen diese Mineralien mit der Luft in Berührung – Eisenhydroxid und Sulfat entstehen und schlummern in den Kippenböden. Wenn das Grundwasser in stillgelegten Tagebauen und benachbarten Böden wieder ansteigt, wird die problematische Fracht ausgewaschen und gelangt über diffuse Wege in große Wasseradern wie Spree und Schwarze Elster und damit auch in den Spreewald und irgendwann auch in die Hauptstadt.

Eisenhydroxid färbt das Wasser nur braun, ist aber ungefährlich. In großen Konzentrationen kann es für Kleinstlebewesen bedrohlich werden oder kann die Kiemen von Fischen verkleben. Umweltschützer befürchten, dass so eine gefährliche Kettenreaktion in Gang gesetzt werden könnte, an deren Ende Flora und Fauna der Spree zugrunde gehen. Noch setzt sich der Großteil des Eisenhydroxids an der Talsperre in Spremberg ab. Ende des Jahres will das Brandenburgische Umweltministerium (MUGV) Zahlen veröffentlichen, die klären sollen, ob die Talsperre auch künftig einen Großteil der Fracht abhalten kann, oder ob zusätzlicher Schutz nötig ist.

Nicht braun, aber gefährlicher für den Menschen ist das Sulfat. Allerdings wird derzeit der zulässige Grenzwert von 240 Milligramm pro Liter nicht einmal annähernd erreicht. In einer Stellungnahme der brandenburgischen Landesregierung heißt es, dass der derzeit größte Teil der Sulfatbelastung in der Spree wahrscheinlich vom aktiven Tagebau in Nochten komme. Laut MUGV-Zahlen sind die noch aktiven Tagebaue für 80 000 Tonnen Sulfatfrachten pro Jahr verantwortlich. Jedoch sinke diese Zahl kontinuierlich. Im Bereich Sanierungsbergbau, also den Altlasten, sind es 70 000 Tonnen pro Jahr.

Unsicher sind sich Experten derzeit, wie man die Belastung der Flüsse minimieren oder gar verhindern kann. Im MUGV werden im Wesentlichen zwei Möglichkeiten durchgespielt. Szenario eins sieht eine Reinigung des Grundwassers vor. So könnte es etwa in der Nähe von Fließgewässern gehoben, gereinigt und in die umliegenden Gewässer abgeleitet werden. Vorrichtungen, die das leisten, können beispielsweise Brunnenriegel, Horizontalfilterbrunnen oder Tiefendränagen sein.

Ein zweites Szenario dreht sich um die Reinigung von belasteten Flüssen. "Eine Möglichkeit wäre die Verdünnung", erklärt Kurt Augustin vom MUGV. Dafür wird sauberes Wasser benötigt. Falls dieses nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, müsste das belastete Wasser chemisch behandelt werden. "Dies würde allerdings einen stärkeren Eingriff in die Fließgewässer erfordern", so Augustin weiter. Möglich wäre der Bau von Reinigungsanlagen. Im MUGV wird in diesem Zusammenhang über naturräumliche Flusskläranlagen nachgedacht. "Vorteil wäre die sichere und unterhaltungsarme Betriebsweise", erläutert Augustin. Das sieht auch Bergamts-Chef Freytag so. Er plädiert dafür, dass an bestimmten Stellen Reinigungsanlagen gebaut werden. "Dafür müssen wir dem Bund das Geld aus den Rippen schneiden", sagt er. Um solche Filter flächendeckend zu installieren, wären Investitionen im zweistelligen Millionenbereich nötig.

Touristiker Peter Stephan plädiert dafür, ein breites Bündnis zu bilden. "Wir müssen gemeinsam überlegen, was wir tun können. Auch wenn die Ansichten unterschiedlich sind, sollte allen daran gelegen sein, der nachfolgenden Genration einen intakten Spreewald zu hinterlassen." Stephan ist Mitorganisator einer Podiumsdiskussion am morgigen Dienstag (siehe Infobox) in Vetschau. Er fordert auch, dass sich an der Diskussion mehr Menschen beteiligen. "Wo sind eigentlich die Experten unserer beiden Hochschulen? Da ist zu diesem Thema erstaunlich wenig zu hören", sagt er.

Alexander Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.10.2012

 

 

Hier scheint einer etwas von den wasserwirtschaftlichen Verhältnissen der Spree und im Spreewald zu verstehen:

 

Ursache und Wirkung

von Kahnfahrer

Wer halbwegs Durchblick im Spreewald hat, weiß die Einleitung aufbereiteten Grubenwassers aus dem aktiven Bergbau zu schätzen, ohne diese sehe es noch schlimmer aus. Spätestens im nächsten trockenen Sommer hört man dann wieder, wie konstant und reichlich das (zwar trübe) Wasser noch in den achtziger Jahren durch die Fließe rauschte.
Seit der Wende hat sich wasserwirtschaftlich und ökologisch im Spreewald Wesentliches verbessert.
Mann sollte die Auswirkungen von mehr als 100 Jahren Bergbau in der Lausitz nicht der Kohleförderung in den letzen 10 Jahren anlasten. Wie man auf der Karte sieht, sitzt mit der LMBV der richtige Adressat am Tisch, der neben Kanälen und Häfen auch Lösungen für Probleme aufbieten muss.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.10.2012, Leserforum

 

Braune Spree: Flächendeckender Schutz würde Millionen Euro verschlingen

Vetschau Der Schutz vor der braunen Eisenhydroxid-Welle wird vor allem eines: teuer. Das ist das Fazit einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend (16.10.2012) in Vetschau. Vor 150 Gästen diskutierten dort Experten, moderiert von RUNDSCHAU-Chefredakteur Johannes M. Fischer, über die Verockerung der Spree.

Ursache der Verockerung:

… Die Angst vieler Lausitzer hat ihre Ursache in den tertiären Bodenschichten. Dort lagern die Mineralien Markasit und Pyrit. Durch den Bergbau, wenn die Erde abgebaggert und umgekippt wird, kommen diese Mineralien mit der Luft in Berührung – Eisenhydroxid und Sulfat entstehen und schlummern in den Kippenböden. Wenn das Grundwasser in stillgelegten Tagebauen und benachbarten Böden wieder ansteigt, wird die problematische Fracht ausgewaschen und gelangt über diffuse Wege in große Wasseradern wie Spree und Schwarze Elster und damit auch in den Spreewald.

Eisenhydroxid färbt das Wasser braun, ist für den Menschen aber ungefährlich. Gefährlicher für den Menschen ist das Sulfat. Es verursacht Übelkeit und Erbrechen. Allerdings wird derzeit der zulässige Grenzwert von 240 Milligramm pro Liter im Spreewald nicht erreicht. Experten gehen davon aus, dass der derzeit größte Teil der Sulfatbelastung in der Spree wahrscheinlich vom aktiven Tagebau in Nochten kommt.

                           

Maßnahmen: "Wir brauchen dringend Konzepte für die Zukunft", forderte auch Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) und traf damit den Tenor der Podiumsdiskussion, auf den sich alle einigen konnten.

"Noch ist die Gefahr nicht akut", sagte der Präsident des Landesbergamtes, Klaus Freytag. Er kündigte aber an, mit anderen Behörden "schneller und unbürokratischer" zusammenzuarbeiten. So wolle man unter anderem Karten aller Spreewaldzuflüsse mit den relevanten Belastungs-Daten ins Internet stellen. "Wir brauchen mehr Transparenz", forderte er.

Neben dem Landesumweltamt kündigten auch Jürgen Kaiser und Eckhard Scholz von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV) weiteres Datenmaterial an.

Auf dessen Grundlagen sollen ab Mitte des kommenden Jahres (2013) Pilotprojekte zur Reduzierung der Eisenhydroxid-Belastung der Spree geplant und ab 2014 auch umgesetzt werden. Noch setzt sich der Großteil des Eisenhydroxids an der Talsperre in Spremberg ab.

Vorrichtungen, die zusätzlichen Schutz leisten können, sind beispielsweise Brunnenriegel, Horizontalfilterbrunnen oder Tiefendränagen.

Weitere Möglichkeiten wären auch die Verdünnung von belasteten Flüssen oder die Errichtung von naturräumlichen Flusskläranlagen. "Über finanzielle Folgen können wir derzeit aber nur spekulieren. Es wird aber ein erheblicher Betrag sein", so Scholz. Im Sanierungstopf der LMBV liegen für die Jahre 2013 bis 2017 mehr als 1,3 Milliarden Euro Steuergelder. Mehr als 700 Millionen sind für Brandenburg eingeplant. "Seien Sie sich sicher, das da auch Geld für den Spreewald dabei ist", so Scholz.

 Alexander Dinger

 Quelle: auszugsweise Lausitzer Rundschau, 18.10.2012

 

590 Millionen Euro fließen in die Braunkohlesanierung/

Fünftes Verwaltungsabkommen für die Lausitz bis 2017 wird unterzeichnet

Potsdam/Cottbus In die Sanierung der Lausitzer Bergbaugebiete in Südbrandenburg sollen in den kommenden fünf Jahren 590 Millionen Euro fließen. Das sieht das fünfte Verwaltungsabkommen von Bund und Ländern von 2013 bis 2017 vor.

                                                           

 Im frühen Stadium der Rekultivierung gleicht die Landschaft im Tagebau Nochten noch einem Wüstengebiet. Foto: Preikschat (LR-WWR-RED-101)

Das Abkommen soll für Brandenburg am kommenden Mittwoch (07.11.2012) in Potsdam unterzeichnet werden, wie die Ministerien für Infrastruktur und Finanzen am Donnerstag (01.11.2012) mitteilten. Die rot-rote Landesregierung hatte dem Abkommen bereits im Juni (2012)  zugestimmt. Bei den Arbeiten auf alten Tagebauflächen der DDR-Kohleindustrie in der Lausitz geht es künftig vor allem um die Flutung von Bergbauseen und die Absicherung der Areale.
Allein die Sanierungsmittel für Brandenburg machen fast die Hälfte der insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro aus, die für den fünfjährigen Zeitraum in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier geplant sind.

Bis 2017 soll die 10-Milliarden-Marke der Gesamtausgaben seit Anfang der 1990er Jahre überschritten werden. Der Bund und die vier Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bezahlen gemeinsam die Sanierungskosten. Projektträger der Braunkohlesanierung ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mit Hauptsitz in Senftenberg.

dpa/boc

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.11.2012

 

Cottbuser Ostsee bekommt sein Ufer

Vattenfall startet Böschungsverdichtung / Kooperation mit der Stadt für zwei Projekte

Cottbus Das Wasser kommt in fünf Jahren. Doch schon jetzt wird am Ufer des Cottbuser Ostsees gebaut. Der Energiekonzern Vattenfall hat dieser Tage (Nov. 2012) mit der Verdichtung von Böschungen begonnen. Bis zum Frühjahr könnten gar Lücken auf dem Seeradweg geschlossen sein.

Noch ist da nicht mehr als ein riesiges Loch. Aber Birgit Schroeckh hat bereits ziemlich klare Vorstellungen wie das Areal einmal aussehen kann. Bei Vattenfall ist sie Referentin für Tagebauplanung und stellte die Ostsee-Pläne am Mittwoch dem Stadtparlament während einer Aktuellen Stunde vor.

Dabei wurde schnell klar: Die Vorbereitungen für den See sind längst in vollem Gange. So hat das Bergbauunternehmen in der vergangenen Woche mit der Verdichtung der Böschungen am östlichen Ufer begonnen. Am südlichen Ende des Sees gibt es bereits einen breiten Strand. Der zieht sich von Schlichow bis Merzdorf – dem künftigen Stadtstrand. Allein das Wasser fehlt. Das kommt wahrscheinlich ab 2018. "Der Tagebau wird vorrangig mit Spreewasser geflutet", sagt Birgit Schroeckh. Bis zum Jahr 2030 soll der Ostsee vollgelaufen sein.

Lange vorher müssen von der Stadt wichtige Weichen gestellt werden. So sei es etwa erforderlich, bis zum Jahr 2018 die sicheren Grundfesten für den Stadthafen zu schaffen, erklärt die Referentin. Aber selbst jetzt schon ist das Tagebau-Areal ein Erholungsgebiet. Das beweisen die zahlreichen Radler. Für die gibt es gute Nachrichten. "Ich bin großer Hoffnung, dass im Frühjahr die Betriebswege für die Radfahrer freigegeben werden", erklärt Birgit Schroeckh. Dann gibt es einen durchgehenden Radweg vom Süden bis nach Neuendorf.

 

                                

Die Willmersdorfer sind schon jetzt ungeduldig. "Es sollte langsam zu konkreten Schritten kommen", fordert Ortsbeirat Hubertus Mader. Vorstellungen gibt es aus Willmersdorf einige: ein Radweg rund um den See gehört dazu, ein Fußgängersteg über den Hammergraben, ein Weg durch den Erlenbusch und die Gestaltung des Aussichtspunktes. "Das muss schon jetzt gemacht werden. Es kann doch nicht sein, dass wir nach Teichland schielen. Es ist auch in Cottbus die Zeit geboten, Geld zu investierten."

Die Schlichower sehen das ähnlich und haben sich deshalb selbst Gedanken gemacht. "Wir sind dagegen, dass der Lärmschutzdamm großflächig geöffnet wird", sagt Karsten Reimann. "Der hat bisher seine Funktion erfüllt und wird später eine gute Windbarriere sein." Die Schlichower setzen auf sanften Tourismus. Naturliebhaber und Aktiv-Urlauber hätten ihrer Ansicht nach in einem Sportareal mit Gasthaus einen guten Anlaufpunkt in der Dorfmitte.

Doch angesichts der leeren Stadtkasse konzentriert sich die Stadt Cottbus auf zwei Projekte, erklärt Baudezernentin Marietta Tzschoppe (SPD). Das sind der Stadthafen und die Seestraße. Für die Hauptanbindung von der Innenstadt zum Ostsee laufen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Denn die Straße soll in weiten Teilen auf der stillgelegten Gleistrasse Cottbus – Guben – Frankfurt (Oder) verlaufen. Der Grunderwerb kostet die Stadt Schätzungen zufolge rund 1,2 Millionen Euro. Die Gesamtkosten liegen bei 3,2 Millionen Euro. "Da ist die Frage, ob wir das angesichts der Haushaltslage verschieben können", so die Dezernentin. Der Stadthafen soll nach bisherigem Plan für rund zwei Millionen Euro im Jahr 2017 gebaut werden.

"Wir werden uns mit Vattenfall zusammensetzen, um eine Vereinbarung zur Umsetzung der Pläne zu erreichen", erklärt Marietta Tzschoppe und betont: "Es ist wichtig, für die Projekte private Investoren zu finden." Vattenfall hat bereits seine Unterstützung zugesichert. Demnach will sich das Unternehmen mit Studien für den Stadthafen und den Schlichower Damm beteiligen.

 

Zum Thema:

Der Tagebau Cottbus-Nord wird nach Angaben von Vattenfall im Jahr 2015 seine Endstellung erreicht haben. Im Osten wird es mehrere Inseln geben, die dem Naturschutz vorbehalten sein werden. Im Durchschnitt wird der Ostsee zwei bis 3,70 Meter tief sein. Mit einer Fläche von rund 1900 Hektar wird der Ostsee das größte Gewässer Brandenburgs. Anrainer des künftigen Ostsees sind die Cottbuser Ortsteile Schlichow, Merzdorf und Willmerdorf sowie Neuendorf der Gemeinde Teichland.Teichland hat jüngst eine Hafen-Entwurf prämiert.

Peggy Kompalla

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.11.2012

 

Nachsorge schiebt Flutung hinaus

Sichere Landschaftssanierung verschafft dem Tourismus mehr Spielraum

Senftenberg/Sedlitz Wenn Wolfgang Kaiser auf den Sedlitzer See schaut, verspürt er eine innere Unruhe. "Das Gewässer ist gerade mal halbvoll.

Der Sedlitzer See ist erst zu 51Prozent gefüllt. In spätestens vier Jahren hat das Gewässer seinen Endwasserstand erreicht. Mit rund 1400 Hektar ist es dann der größte See des Seenlandes.

                                                Foto: T. Richter/trt1

 

Jetzt wurde das Flutungsende erneut verschoben. Statt 2015 heißt es nun 2016. Das ist doch für die touristische Erschließung kontraproduktiv", erklärt der Sedlitzer Ortsvorsteher. Besonders wurmt ihn, dass das Gelände direkt am See bislang aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden darf. Zudem ist die landschaftlich attraktive Sedlitzer Halbinsel gesperrt. Daran, so Kaiser, dürfte sich in den kommenden Jahren kaum etwas ändern. So sei auch der Uferradweg teilweise nicht befahrbar. "Diese Pauschalsperrungen sind schon hart. Da werde ich mal laut nachfragen, wie lange das noch so bleiben soll", kündigt der Kommunalpolitiker an.

Wesentlich gelassener wird die Problematik bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) gesehen. "An den Flutungsterminen zum Erreichen der Zielwasserstände in der Restlochkette hat sich im Wesentlichen nichts geändert. Rund 80 Prozent der vorgesehenen Flutungsmengen wurden bereits erreicht", erklärt Unternehmenssprecher Dr.Uwe Steinhuber. Und das trotz der Starkniederschläge der Jahre 2011/2011 und damit ausgelöster Standprobleme mancher Innenkippen.

So werde der Sedlitzer See wie geplant in den Jahren 2015/2016 seinen Endwasserstand erreichen. Ursprünglich war der Termin 2015 genannt worden. Die "Verlängerung" begründet Steinhuber mit der Nachsorgephase. Selbst nach dem Erreichen der unteren Zielwasserstände sei weiter eine Einspeisung von Wasser erforderlich.

Hafen-Projekte planmäßig

 Nachteile für die touristische Entwicklung durch die geringe Verschiebung sieht die LMBV indes keineswegs. So würden die Projekte mit den Städten Senftenberg und Großräschen sowie des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) in enger Abstimmung mit der Bergbausaniererin umgesetzt. Nicht zuletzt sei ein Bauen im Trockenen zwingend notwendig. Darüber hinaus spielen die Arbeiten an den Überleitern 11 und 12 sowie obligatorische Ufersicherungen eine maßgebliche Rolle.

Steinhubers Angaben bestätigt Dana Hüttner vom Zweckverband LSB: "Eine dauerhafte sichere Sanierung der Landschaft geht grundsätzlich vor. Für alle Bauvorhaben in Wassernähe, zum Beispiel Lagunendorf bei Sedlitz, Seestrand Lieske, Seehafen Großräschen) verschafft eine spätere Flutung unserem Zweckverband mehr Spielräume. Hüttner räumt allerdings auch ein, dass die noch jahrelang anhaltende Flutungssituation für die Ansiedlung von Investoren sowie für die Nutzung der Gewässer eher negativ zu sehen sei.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.12.2012

 

63 Millionen Kubikmeter Wasser für Bergbauseen

Senftenberg. Die Bergbauseen in der Lausitz sind in diesem Jahr mit rund 63 Millionen Kubikme­ter Wasser geflutet worden. Aus der Spree kamen rund 40 Millionen Kubikmeter und aus der Schwarzen Elster rund 21 Millionen Kubikmeter, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau -Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mit, die für die Sanierung der alten Tagebauflächen zuständig ist.

So erhielt der Partwitzer See zwischen Brandenburg und Sachsen rund zwölf Millionen Kubikmeter.

Neun Millionen Kubikmeter flossen in den Großräschener See in Brandenburg.

Der Bärwalder See in Ostsachsen wird gegenwärtig mit einem Kubikmeter Wasser je Sekunde aus der Spree gespeist. dpa/kr

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.12.2012

 

Der letzte Stand :

 

 

Neue Wasserwege fürs Seenland erhitzen Gemüter

Brandenburg entgleitet Haushaltskontrolle / Sachsen baut hohe Förderhürden auf

Der aus Landesmitteln gespeiste Braunkohlesanierungstopf ist in Brandenburg ein Selbstbedienungsladen ohne parlamentarische Haushaltskontrolle. Der Finanzausschuss des Potsdamer Landtages beschäftigt sich am heutigen Donnerstag (14.03.2013) deshalb erneut mit der Kosten-Explosion an den schiffbaren Kanälen im Lausitzer Seenland.

Der Freistaat Sachsen hat indes die Förderhürden so hoch aufgebaut, dass die Seen-Anrainer um die Vollendung der Seenkette bangen.

Der schiffbare Kanal zwischen Sedlitzer und Großräschener See, Überleiter 11 des Lausitzer Seenlandes, beschäftigt den Finanzausschuss des Brandenburger Landtages am heutigen Donnerstag erneut. Foto: Peter Radke/pre1

Senftenberg/Hoyerswerda. Mit dieser als "unabweisbares Schicksal geschilderten Tatsache" will sich der finanzpolitische Sprecher der Christdemokraten im Brandenburger Landtag nicht abfinden: Die beiden größten Kanäle zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder (Überleiter 12) sowie dem Sedlitzer und dem Großrä schener See (Überleiter 11) sollen statt der geplanten 50 Millionen Euro am Ende mehr als 98 Millionen Euro Steuergeld verschlingen. Ludwig Burkhardt hat der mangelnden Haushaltskontrolle den Kampf angesagt und erwartet am heutigen Donnerstag von Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) im Finanzausschuss ebenso klare Worte zu den Herstellungskosten des Überleiters 11 wie zu Konsequenzen aus dem Kostendebakel.

Der baulich anspruchsvolle Wasserweg durch einen 186 Meter langen Tunnel, der die Bahnlinie Senftenberg-Cottbus und die Bundesstraße 169 unterquert, kostet am Ende wahrscheinlich zehn Millionen Euro mehr als veranschlagt. Um Baumängel an der Schiffsröhre und Versäumnisse bei der Planung wird kräftig gestritten. Das finanzielle Risiko aus noch offenen Nachträgen ist derzeit nicht einzuschätzen, bestätigt Klaus-Otto Weymanns, der für das Braunkohlebudget zuständige Referatsleiter der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg in Cottbus.

"Die Selbstbedienungsmentalität bei den Seenland-Großprojekten ist erschreckend", stellt Ludwig Burkhardt fest. Auch die Baukosten für den schiffbaren Kanal vom Senftenberger zum Geierswalder See haben sich fast verdoppelt. In den Akten sei "wie ganz selbstverständlich vermerkt", dass Geld teilweise noch nicht bewilligt war und anderen Vorhaben entzogen wurde, um immer wieder Mehrkosten an den schiffbaren Kanälen zu decken. Der Bauherr, das Land Brandenburg, pflege einen verantwortungslosen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Einzelpersonen in den Amtsstuben der Landesplanung gäben die Millionen freigiebig aus. Der Finanzausschuss werde erst im Nachgang informiert.

"Wir brauchen ein Instrument, mit dem die Haushaltsmittel rechtzeitig gesperrt werden können, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen", sagt Ludwig Burkhardt. Der Finanzexperte fordert – auch mit Blick auf weitere Großbaustellen wie den Flughafen Berlin-Brandenburg International (BER) – generell eine sorgfältige Planung vor Projektstart, seriöse Kostenplanungen, eine solide Steuerung und strenge Kontrolle. Die Landeshaushaltsverordnung müsse auf den Prüfstand. Die jeweiligen Jahresbudgets des Braunkohlesanierungstopfes (Paragraf-4-Mittel des Verwaltungsabkommens von Bund und Ländern) gehörten gedeckelt.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) räumt ein, die "höchst unerfreuliche Verteuerung" der schiffbaren Überleiter habe ihn einige Haare gekostet. "Wir haben bundesweit zu verzeichnen, dass Großprojekte generell sehr niedrig gerechnet werden, um sie politisch überhaupt durchzusetzen", stellt er fest. Dazu kämen Billigangebote der Baufirmen und hohe Nachträge. Diese extrem kostentreibenden Phänomene bei öffentlichen Ausschreibungen seien auch durch ein noch so strenges Kontrollregime nicht in den Griff zu bekommen. "So ärgerlich das auch alles ist, ich komme im Juni gern und auch mit Stolz zur feierlichen Einweihung des ersten nutzbaren schiffbaren Seenland-Kanals", erklärt der Regierungschef.

(Anm.: Typisch für Brandenburg … mehr ist dazu nicht zu sagen)

Das Land Brandenburg wird die beiden großen Wasserwege aus dem neuen 50-Millionen-Euro-Budget für das In-Wert-Setzen der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft bis zum Ende zu 100 Prozent voll ausfinanzieren. Das bestätigt Klaus-Otto Weymanns. Offen sei derzeit, was darüber hinaus bis zum Jahr 2017 aus dem aktuellen Braunkohleverwaltungsabkommen überhaupt noch in die Basis-Infrastruktur des Seenlandes investiert werden könne.

Die sächsischen See-Gemeinden werden indes vom Freistaat kurz gehalten. Aus dem bisherigen Finanzierungsprogramm der Braunkohlesanierung macht die Landesregierung in Dresden nunmehr einen Fördertopf. Die Folgen: Das Paragraf-4-Geld wird nur auszahlungsreif, wenn kein anderes Förderprogramm greift. Der kommunale Eigenanteil an den Investitionen steigt von zehn auf 25 Prozent. Damit droht die schiffbare Seenplatte unvollendet zu bleiben. Der mit zehn Millionen Euro veranschlagte Wasserweg vom Blunoer Südsee zum Partwitzer See (Überleiter 7) scheint nicht mehr finanzierbar.

Für das mitteldeutsche und das Lausitzer Sanierungsrevier stehen bis zum Jahr 2017 jeweils 25 Millionen Euro im Braunkohle-Aufwertungstopf bereit. Allein der dringlichste Finanzbedarf wird von den hiesigen Seenland-Anrainern im laufenden Finanzierungszeitraum mit mindestens 35 Millionen Euro beziffert.

Zum Thema:


Die Netto-Baukosten für den schiffbaren Kanal vom Sedlitzer und Großräschener See (Überleiter 11) werden derzeit mit etwa 34,6 Millionen Euro angegeben.

Zuzüglich der 4,8 Millionen Euro für die Projektträgerkosten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und der Mehrwertsteuer von rund drei Millionen Euro werden nunmehr wahrscheinlich 42,5 Millionen Euro – und damit am Ende zehn Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant – benötigt. Rechnungen aus dem Schiffstunnelbau in Höhe von etwa acht Millionen Euro sind noch strittig. Die Herstellungskosten dieses Überleiters werden zu 70 Prozent vom Land Brandenburg getragen.

Der Wasserweg vom Senftenberger zum Geierswalder See (Überleiter 12) soll Mitte des Jahres weitgehend fertig und nutzbar sein. Der Schiffskanal einschließlich der technischen Bauwerke wird dann etwa 51,4 Millionen Euro verschlungen haben, die vollständig vom Land Brandenburg finanziert werden. Die geplanten Kosten lagen zum Baustart bei 27,5 Millionen Euro.

Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.03.2014

 

Wie ein Senftenberger Ingenieurbüro mit seinem "Schnellverfahren" gegen saures Wasser im Lausitzer Seenland überzeugt

Senftenberg Es ist fast genau ein Jahr her, dass die GMB Senftenberg dem sauren Wasser des Scheibesees zu Leibe gerückt ist. Mit einem neuartigen Verfahren haben es die Ingenieure der Vattenfall-Tochter geschafft, das Gewässer nahe Hoyerswerda in nur 16 Wochen von sauer (pH-Wert 2,9) auf neutral (sieben) zu heben. Das hat den Bergbausanierer LMBV überzeugt. Die GMB erhielt den Auftrag, jetzt den benachbarten Bernsteinsee weiter zu bearbeiten.

                           

Eine halben Meter unter der Wasseroberfläche wird dem Scheibesee bei Hoyerswerda Kalk untergemischt – ein gelungenes Pilotverfahren gegen saures Wasser im Lausitzer Seenland. Foto: gmb

Michael Strzodka erinnert sich noch genau. Es war beim Berg- und Hüttenmännischen Tag in Freiberg 2008. Bei einem Bier fachsimpelte er am Abend mit Wissenschaftlern aus der Lausitz über die Wasserqualität im entstehenden Lausitzer Seenland. Die Expertenrunde war sich schnell einig, dass es nicht nur in der Lausitz nach der Kohle extrem saure Gewässer mit einem pH-Wert unter drei gibt (neutral ist das Wasser bei einem Wert von sieben). Mit dem Problem saurer Bergbauwässer hat man auf der ganzen Welt zu tun. Und überall gibt es Forschungen, wie das Wasser der Seen so "behandelt" werden kann, dass es neutral wird, seine Aggressivität verliert und bedenkenlos als Badegewässer ausgewiesen werden kann.

"Ein Wissenschaftler der BTU gab einen Hinweis auf die Freistrahltechnik – das war die Initialzündung", erklärt Strzodka, der Leiter des GMB-Ingenieurbüros. Zurück am Unternehmenssitz in Senftenberg hat er eine Idee entwickelt. Mit Forschern und Praktikern ist daraus letztlich ein Verfahren geworden, das von Oktober 2011 bis Januar 2012 am Scheibesee eingesetzt wurde. Auch die Bergbausanierer der LMBV waren gespannt. Bisher hatten sie von zwei Sanierungsschiffen aus Tausende Tonnen Kalk in die Gewässer im Lausitzer Seenland eingebracht. Eine in Schweden auf kleineren Seen durchaus erfolgreiche Methode, die auf den großen Wasserflächen in der Lausitz aber Geduld erfordert.

Und nun der Test mit dem Freistrahl. Dafür wurde eine neuartige schwimmende Leitung ins Wasser eingebracht, die mit Düsen versehen ist. An der Basisstation am Ufer mischt sich Kalk aus einem Silo mit angesaugtem See-Wasser. Unter Druck strömt die entstandene Kalkmilch über die Schwimmleitung in die einen halben Meter unter der Wasseroberfläche befindliche Düsenleitung – und die Lösung verbreitet sich im See.

Zunutze hat sich das Team unter Projektleiter Michael Strzodka zugleich die natürlichen Bedingungen im See gemacht. Denn im Frühjahr und Herbst durchmischt sich aufgrund der sich ändernden Wassertemperatur der gesamte Seekörper komplett. "Das Geniale liegt oft im ganz Einfachen", umreist Strzodka heute das zum Patent angemeldete Verfahren, das sich als ein "Schnellläufer" erwiesen hat. Denn bereits nach 16 Wochen wurde mit der Erstneutralisation des Scheibesees ein pH-Wert von mehr als sieben erreicht. Dafür wurden 15 200 Tonnen Branntkalk verwendet. "Das genutzte physikalische Prinzip des Freistrahls hat zu einer sehr guten Vermischung des Seewassers mit der Kalksuspension geführt", hat LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber unmittelbar nach dem Abschluss des Projektes am Scheibesee anerkannt. Obwohl damals eine abschließende Kostenbewertung noch ausstand, sagte er, dass das GMB-Verfahren für geeignete Bergbaufolgeseen effizient und wirtschaftlich sehr interessant sei.

Inzwischen hat die GMB die komplette Auswertung vorgelegt: Der Wirkungsgrad ihres Verfahrens gegen saures Wasser ist mit 80 Prozent überzeugend. Die Kosten sind halb so hoch wie bei einem Sanierungsschiff. Der Stolz über diese Ergebnisse ist bei Michael Strzodka nicht zu überhören. Immerhin geht es auch um Folgeaufträge. Auch für den Scheibesee, der nach der Erstneutralisation eine zweite Kur benötigt, um länger als nur ein Jahr den pH-Wert zu halten.

Doch die LMBV hat umdisponiert, wozu auch die Resultate des Pilotversuches geführt haben dürften. Statt das Projekt am Scheibesee weiterzuführen, hat die GMB den Zuschlag "für einen echten Kracher" erhalten, wie es Strzodka unumwunden formuliert. Das "patentierte Geheimnis vom Scheibesee" soll nun auf den Bernsteinsee angewandt werden.

"Das ist sinnvoll", erklärt Strzodka. Denn das pH-neutrale Wasser des Scheibesees gelangt zurzeit in den sauren Bernsteinsee (ehemaliger Tagebau Burghammer) und von dort in die Spree. Gleiches trifft übrigens auch auf das Wasser des Speicherbeckens Lohsa II zu. Für die Sachsen habe deshalb der Bernsteinsee eine herausragende Bedeutung auf die natürliche Vorflut der Spree.

Um dieses Anliegen zu realisieren, will die GMB jetzt noch einen Schritt weitergehen und ihr Verfahren verfeinern. Neben dem erfolgreichen Freistrahl soll Kohlendioxid zur Anwendung kommen, das im Seewasser gelöst und in Verbindung mit der Kalkmilch zu noch nachhaltigeren Effekten führen könnte. "Wir sind zuversichtlich, dass der Sprung vom Labor zur praktischen Anwendung gelingt", betont der GMB-Chef.

Zum Thema:  Foto
Der Speicher Burghammer oder Bernsteinsee ist ein See südlich von Burghammer bei Hoyerswerda. Es handelt sich um das Restloch des ausgekohlten Tagebaus Burghammer, das von Juli 1997 bis 2006 geflutet wurde. Der See hat die Funktion eines wasserwirtschaftlichen Speicherbeckens und steht mit dem Speicherbecken Lohsa II in Verbindung. Der Zulauf kommt aus Lohsa II, das Wasser läuft in die Kleine Spree ab.Im Lausitzer Seenland haben 13 Seen nach LMBV-Angaben bereits eine gute Wasserqualität, neun weitere sind noch stark sauer, fünf sauer und drei Gewässer sind leicht sauer. Durch die Flutung stillgelegter Braunkohlentagebaue des Lausitzer Braunkohlereviers soll bis zum Jahre 2018 Europas größte künstliche Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet entstehen. Das Lausitzer Seenland liegt zwischen Calau in Brandenburg und Görlitz in Sachsen. Die Gesamtausdehnung von Europas künftig größter künstlicher Seenplatte beträgt von West nach Ost rund 80 Kilometer, von Nord nach Süd zwischen 32 und 40 Kilometer.

Christian Taubert

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.03.2013

 

Stadthafen Senftenberg wird eröffnet

Erstes Eingangstor zur Wasserwelt des Lausitzer Seenlandes wird in Senftenberg eröffnet

Das erste Eingangstor zur schiffbaren Wasserwelt des Lausitzer Seenlandes ist vollendet. Der Stadthafen Senftenberg wird am heutigen Dienstag (23.04.2013) eingeweiht – mit 140 Bootsliegeplätzen, Service-Einrichtungen und dem Wahrzeichen, der 80 Meter langen Seebrücke mit Schiffsanleger.

Das 12,8 Millionen Euro schwere Werk ist vollbracht: In knapp zwei Jahren Bauzeit ist am Senftenberger Ufer des Wasserspeichers Niemtsch der erste Hafen des Lausitzer Seenlandes entstanden – auf lockerem Kippensand des Alttagebaus. Dieser schwierige Baugrund und die Anlagen barrierefrei zu errichten, sind die größten Herausforderungen gewesen.

Die Stadt (Senftenberg) ist baulich an den künstlichen See gerückt, der vor 40 Jahren als Naherholungsgebiet eröffnet worden war – und in wenigen Wochen als Muttergewässer des Lausitzer Seenlandes über den Koschener Kanal auch mit dem benachbarten Geiersewalder See schiffbar verbunden sein wird.

Die bis 18 Meter tief in den gewachsenen Boden gerammte Spundwand der Hafenmauer soll den statischen Berechnungen zufolge 100 Jahre halten. Und der barrierefrei gebaute Stadthafen muss zudem Wasserschwankungen von zwei Metern und auch den gewaltigen Druck des Eispanzers, der sich auf dem Senftenberger See im Winter bilden kann, schadenfrei überstehen können. Die erlaubten maximal sechs Prozent Gefälle von der Zufahrt über die Parkplätze, den Vorplatz, die Promenade bis zur Hafenmole und weiter auf die Stege zu gewährleisten, ist technisch anspruchsvoll. Denn auch die schwimmenden Bauteile müssen diese behindertengerechte Steigung trotz Wasserschwankungen akkurat einhalten können.

Nur die Seebrücke, die sich als Wahrzeichen des neuen Hafens fünf Meter über den Wasserspiegel erhebt, ist nicht behindertengerecht.

Mitglieder des Behindertenbeirates der Stadt Senftenberg haben die Anlagen während der gesamten Bauphase begleitend dem Praxistest unterzogen. Unter Beobachtung stand der barrierefreie Hafenbau zudem von Experten der Fachhochschule Münster.

Die Promenade des Stadthafens ist ein Ort der Begegnung mit vielen Nutzern. Die Verkehrsflächen sind klug geplant und fachgerecht umgesetzt. Tatsächlich wählen die Radler, wie gewollt, instinktiv die für sie bestimmte Fahrspur zwischen den Beleuchtungsmasten, die den schmalen Weg entlang der Eingangsbereiche des Hafenfunktionsgebäudes freihalten. Die Metallabdeckung der Regenwasserrinne wiederum meiden die Skater.

Zum Thema:

Die Lausitzer treiben den Wandel von der ausgekohlten Bergbaufolgelandschaft zur

größten künstlichen Seenplatte Europas

voran. Zehn der 25 neuen Seen mit insgesamt etwa 15 Hektar Fläche sollen bis zum Jahr 2018 zu einer

etwa 7000 Hektar großen schiffbaren Wasserwelt

verbunden sein. Zwei Stadthäfen bilden die großen Eingangstore zum Lausitzer Seenland: der nunmehr fertiggestellte Stadthafen Senftenberg mit 140 Bootsliegeplätzen und der 80 Meter langen Seebrücke, die als Aussichtsplattform und Fahrgastschiffsanleger dient, und der Stadthafen Großräschen. Dieser wird in einer im Lausitzer Seenland einmaligen Böschung von zwölf bis 15 Metern Höhe errichtet. Baustart soll im Herbst dieses Jahres sein. Nutzbar soll der Hafen im Jahr 2016 sein.

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.04.2013 (auszugsweise)


Park-Chaos im Senftenberger Wohngebiet am Hafen

Anwohner empört / Verantwortliche schieben sich Schwarzen Peter gegenseitig zu

Senftenberg Eine gewaltige Blech-Welle schwappt vom neu eröffneten Senftenberger Stadthafen ins nahe Wohngebiet Süd. In der Straße der Energie herrscht an Wochenenden der Ausnahmezustand. Die Bewohner fühlen sich von der Auto-Lawine regelrecht überrollt. Das Parkplatzproblem zu lösen entpuppt sich als zähe Sache.

Rentner Heinz Winopal wohnt nur einen Steinwurf von der Flaniermeile und der Seebrücke am Senftenberger Stadthafen entfernt. Er kann den Hafen von seinem Küchenfenster aus nicht sehen, ist aber näher dran als ihm und seinen Nachbarn lieb ist. Am Pfingst-Wochenende (19./20.05.2013) sind die Bewohner der Straße der Energie- und der Bergbaustraße aus dem Wohngebiet Süd von der Auto-Lawine, die sich ans Eingangstor zum Lausitzer Seenland zwängt, nahezu überrollt worden. …

Das Parkplatzproblem am Stadthafen sollte schon zum Saisonstart vom Tisch sein. Die Verhandlungen des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) mit dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz sind aber bisher zu keinem Ergebnis gekommen. Ziel ist es, den Parkplatz auf dem Hof der Kreisverwaltung an den Wochenenden in der Urlaubersaison für Hafenbesucher zu öffnen….

Diese einfache und nahe liegende Lösung schlagen auch die Bewohner des angrenzenden Wohngebietes vor. Die Realität ist komplizierter. Kreis-Finanzdezernent Wilfried Brödno (CDU) bestätigt lediglich, dass "verschiedene Varianten denkbar sind, die es nun zu hinterfragen gilt". Laut Brödno stehe der Landkreis dem Zweckverband für Gespräche zur Verfügung. Zweckverbandsvorsteher Michael Vetter spricht bereits von "einer ziemlich nahen Lösung". Gleichzeitig räumt er ein, dass die Stellflächen auf dem Hof der Kreisverwaltung nur Liegeplatz-Inhabern zur Verfügung gestellt werden sollen. Dem Verbandsvorsteher liegt eine schnelle Lösung am Herzen, damit im Wohngebiet kein Hafen-Stress wächst.

Andrea Budich

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.05.2013 (ausschnittsweise)

 

Anm.: Warum wurde bei diesem Millionenprojekt (oder besser: Milliardenprojekt)  „Seenland“ so etwas übersehen??

 

Mustergültiger Probe-Schleusengang im Schiffskanal

Wasserweg zwischen Senftenberger und Geierswalder See im Lausitzer Seenland betriebsbereit /

Koschener Kanal ab 2. Juni offen

Der erste schiffbare Wasserweg des Lausitzer Seenlandes vom Senftenberger zum Geierswalder See (Überleiter 12) ist technisch betriebsbereit. Die Premierefahrt durch die Schleuse hat mustergültig funktioniert. Am ersten Juni-Sonntag wird der 1050 Meter lange Kanal, der die Bundesstraße 96 und die Schwarze Elster unterquert, für jedermann nutzbar. Dirk Hartmann (50) aus Senftenberg, der Steuermann des Hebewerkes für die Wassergefährte, ist bereit.

                           

Der Probe-Schleusengang im schiffbaren Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See ist erfolgreich gewesen. Der Wasserweg ist betriebsbereit. Foto: Steffen Rasche/str1

Großkoschen. Bedächtig öffnet sich das untere Schleusentor im nunmehr fertiggestellten Wasserweg des schiffbaren Kanals vom Senftenberger zum Geierswalder See. Schleusenwart Dirk Hartmann fährt das Arbeitsboot des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) aus dem Vorhafen der Senftenberger See-Seite in die gewaltige Kammer, um den derzeit etwa einen Meter Höhenunterschied kanalaufwärts zum Nachbarsee zu überwinden. Gurgelnd läuft nach dem automatischen Schließen des Tores das Wasser ein. Innerhalb von etwa fünf Minuten klettert der Wasserstand auf die Spiegelhöhe des Geierswalder Sees. Das obere Schleusentor öffnet sich. Der Katamaran verlässt die Kammer – und nimmt Fahrt auf.

Die ersten Schleusungen durch den Kanal haben mustergültig funktioniert. Henry Kleinstück (32), Oberbauleiter des bauausführenden Unternehmens Strabag, zeigt sich zufrieden. Und auch Schleusen-Bauleiterin Karin Geyer (53) bestätigt sichtlich erfreut: "Ich hatte keinen Zweifel daran, dass dieses sehr schöne technische Bauwerk funktioniert." Die Bauingenieurin aus Cottbus hat federführend dafür gesorgt, dass diese – ihre erste – Schleuse korrekt in das alte Elsterbett vor der Kohlebahnausfahrt des Tagebaurestloches Koschen gesetzt wurde. …

Nunmehr ist Automatisierungstechniker Gerhard Neumann am Zug. Er programmiert die elektronische Steuerung der gängigen Schiffsschleuse routiniert. Die Tunnelbauwerke, unter denen der neue Wasserweg die Bundesstraße 96 zwischen Senftenberg und Hoyerswerda und die für die Schleuse in ein neues Bett verlegte Schwarze Elster unterquert, seien die neue Herausforderung. …

Im Muttergewässer des Lausitzer Seenlandes, das Fischer Gunter Sell bewirtschaftet, werden Forellen und weitere Flossentiere produziert.

Die Sorge vor einer Verschlechterung des pH-Wertes infolge des Zuflusses von saurem Wasser aus dem Geierswalder See bei den Schleusungen entkräftet die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Der sächsische Nachbarsee hat vor Eröffnung des Kanals eine 1300 Tonnen schwere Kalkkur erhalten. "Das Sanierungsziel ist damit schon erreicht", erklärt Unternehmenssprecher Uwe Steinhuber pünktlich vor dem ersten Schleusengang.

Mit derzeit 7,5 liegt der Wert hervorragend im von der Wasserbehörde des Landes Brandenburg geforderten neutralen Bereich zwischen sechs und acht .

Die Schleuse wird jetzt etwa einen Monat lang im Probebetrieb gefahren und währenddessen auch für den automatischen Betrieb per Selbstbedienung der Bootsführer eingestellt. Während der Hauptverkehrszeiten soll die Anlage allerdings generell vom Schleusenwart bedient werden. ...

Zum Thema:

Der Koschener Kanal, der den Senftenberger und den Geierswalder See (Überleiter 12) verbindet, wird zu den 11. Besuchertagen im Lausitzer Seenland am Wochenende vom 31. Mai bis 2. Juni mit den Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg und Sachsen eingeweiht. Schleusungen sind erst ab Sonntag, dem 2. Juni (2013), für jedermann möglich. Darauf weist der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) als Betreiber des schiffbaren Wasserweges ausdrücklich hin. Start ist 9 Uhr. Boote können an den Einlassstellen am Stadthafen Senftenberg, am Wassersportzentrum Großkoschen (Senftenberger See) und an der Südböschung des Geierswalder Sees eingesetzt werden. Der Schiffsweg verbindet den Geierswalder See (oberer Wasserspiegel) mit dem Endstau von 101 Metern über Normalnull und den Senftenberger See (unterer Wasserspiegel) bei 98 Meter über Normalnull über einen 1050 Meter langen Kanal. Über die Schleuse können Wassergefährte einen Höhenunterschied von bis zu 3,20 Metern überwinden. Laut LMBV hat der Überleiter 12 insgesamt 43 Millionen Euro (netto) gekostet.

Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.05.2013 (ausschnittsweise)

 

Durchzuführende Arbeiten, bevor eine Nutzung beginnen kann:

Experten für Heilplan im Anflug auf saure Lausitzer Seen

Erstes Bergbaufolgegewässer der Lausitz erhält nach der Kalkmilchkur nun eine Kohlendioxid-Dosis

Schlabendorf/Vetschau Dem Lichtenauer See (Oberspreewald-Lausitz) verpasst das Sanierungsschiff "Barbara" nach der ersten Kalkmilchkur nun eine Kohlendioxid-Dosis, um das extreme Versauern des Bergbaufolgegewässers effektiv zu stoppen. Der Heilungsplan für die Lausitzer Seen wird mit neuen Forschungen fortgeschrieben.

                                     

Bis zu vier Tiefenwasserproben werden den sauren Bergbaufolgeseen in der Lausitz im Jahr entnommen, um das Behandlungsprogramm festzulegen. Foto: Peter Radke/pre1

Schlabendorf/Vetschau. Im vergangenen Jahr sind den Tagebaurestlöchern in der Lausitz etwa 67 Millionen Kubikmeter Flutungswasser zugeführt worden. Das Wasserdefizit, das für den großflächigen Kohleabbau über ein Jahrhundert durch gezieltes Absenken des Grundwassers erzeugt worden war, ist in den vergangenen 20 Jahren von etwa 13 Milliarden Kubikmeter nunmehr bis auf ein Drittel wieder aufgefüllt worden. Das erklärt Prof. Mahmut Kuyumcu, der bergmännische Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Das wieder ansteigende Grundwasser spült aus den mächtigen Kippenmassiven der Bergbaufolgelandschaft allerdings weiter saure Eisen- und Schwefel-Verbindungen aus.

(Diese Behauptung ist nicht richtig!! Auch Journalisten sollten sich mit der Materie vertraut machen, siehe:

Information_zu_Eisenhydroxid_und_Sulfat_in_der_Spree_29505892.pdf

Hier ist u.a. Folgendes zu lesen:

1. Eisenocker ist ein natürlicher Bestandteil des

Lausitzer Bodens und führt jahreszeitbezogen in

Niederungsgebieten schon immer zur

Verfärbung der Gewässer.

 

2. Die teilweise jahrzehntelange bergbaubedingte

Grundwasserabsenkung hat in Gebieten mit

besonders viel im Boden eingelagertem

Eisenocker (z.B. Raseneisenstein) diesen durch

Austrocknung in feinste Partikel „zerlegt“.

 

3. Die Gebiete südlich von Spremberg bis Uhyst

und südlich des Spreewaldes von Glinzig bis

Lübbenau waren bis 1992 durch eine

Jahrzehnte andauernde Grundwasserabsenkung

geprägt. Seit circa fünf Jahren ist das

Grundwasser soweit angestiegen, dass der

Grundwasserstrom in Richtung Spree und deren

Zuflüsse verläuft. Dabei werden die feinsten

Eisenpartikel vom Grundwasser ausgeschwemmt,

mitgeführt und in die Flüsse gespült.

 

4. Der für die Ockerfärbung verantwortliche Eisenanteil

stammt ganz überwiegend aus dem Tagebauumfeld,

nicht aus den Tagebaukippen.

 

Mit einem pH-Wert von 2,4 ist der Schlabendorfer See (Dahme-Spreewald) eines der Bergbaufolgegewässer mit der größten Säurefracht. Das bestätigt auch die Messung der jüngsten Tiefenwasserbeprobung durch Experten der LUG Engineering GmbH Cottbus dieser Tage erneut. "Im Auftrag der Bergbausaniererin beproben wir regelmäßig Tagebaurestseen, Fließgewässer und Grundwasser-Messstellen", erklärt Geschäftsführer Martin Gast. Auf den Kontrollen der bergbaulich relevanten Daten wie den pH-Werten in den unterschiedlichen Wasserschichten, der Leitfähigkeit und der Eisenkonzentrationen fußt das Behandlungsprogramm.

Tiefenwasserbeprobung aus Luft

Die Messung ist ein Knochenjob. Gerd Beyreuther steuert den Helikopter des Neuhausener Unternehmens Aeroheli International. "Er ist ein erfahrener Pilot", versichert LUG-Umwelt-Ingenieurin Maria-Magdalena Matz, die für das Gewässermonitoring verantwortlich ist. Die Messstelle des Schlabendorfer Sees wird über GPS-Koordinaten (Globales Positionsbestimmungssystem) angeflogen. Denn der Weg übers Wasser ist tabu. Schon ein Boot könnte eine gefährliche Schwallwelle, also einen Mini-Tsunami, auslösen und Böschungen ins Wanken bringen. Während der Pilot den Hubschrauber fast auf dem Wasserspiegel und auf zehn Meter genau über der Messstelle des 30 Meter tiefen Sees hält, entnehmen Wolfgang Hartmann und Ralf Ziegner aus drei Schichten des Gewässers jeweils fünf Liter Wasser. Vom Anflug bis zur Tiefenlotung und Wasserentnahme werden die Daten automatisch aufgezeichnet und alle 15 Sekunden auf den Computer im fahrbaren Labor der Umweltingenieure am Boden übertragen. Hier erfolgt die Erstanalyse. Tagaktuell werden die Proben anschließend ins Labor gebracht.

Am Schlabendorfer See soll in wenigen Tagen die Erstneutralisation beginnen. Das bestätigt Klaus Zschiedrich, Leiter des Ingenieurbereiches der Bergbausaniererin. Aus dem Gewässer wird zudem Wasser in den benachbarten Lichtenauer See ausgeleitet.

Praxistest am Lichtenauer See

In diesen hat der Katamaran "Barbara" nunmehr bereits ein Jahr lang genau dosiert Kalk unter die Wasseroberfläche eingebracht. Derzeit wird eine Ring leitung, über die dem nunmehr erstmals neutralisierten Restsee Kohlendioxid zugeführt werden soll, flott gemacht. "Um die Säurefracht im Gewässer zu stabilisieren, soll ein Hydrogenkarbonat-Puffer erzeugt werden", erläutert Zschiedrich. Gleich dem Sprudeln in einem Sektglas wandert das Kohlendioxid im See nach oben – mit dem natürlichen Auftrag, das Lösungsverhalten des Wassers kräftig zu erhöhen. "Damit lösen sich die alkalischen Verbindungen besser, ohne den pH-Wert maßgeblich zu erhöhen. Aber der See kann neuen Säurefrachten dadurch besser standhalten", erklärt Klaus Zschied rich. Die Bergbausanierer versprechen sich nach erfolgreichen Labor- und Modellversuchen, nunmehr in den neuen Lausitzer Seen die Nachsorge mit weiteren Kalkmilchkuren erheblich reduzieren zu können. Statt bisher zwei bis drei alkalischen Folgebehandlungen im Jahr soll mit dem geschaffenen Puffer nunmehr eine genügen. Der Großversuch startet in wenigen Tagen.

 Kathleen Wese

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.05.2013

 

Gräbendorfer See teilweise gesperrt

Forst/Drebkau. Der Gräbendorfer See bei Drebkau ist ab sofort zum Teil für Badegäste und Boote gesperrt. Der Spree­Neiße-Kreis will den Vogelschutz rund um das Gewässer festigen, indem er auf mehr als 100 Hektar Land- und Wasserfläche - so der komplette Was­serbereich um die Insel - die Benutzung untersagt.alt

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.05.2013

 

Anm.: Bisher habe ich gedacht, dass die Nachnutzung von Tagebaurestlöchern sowohl der Erholung

als auch dem Vogelschutz einvernehmlich dienen soll.

Leider wird hier dem Vogelschutz anscheinend der Vorrang eingeräumt.

Ergibt sich die Frage: Wo bleibt der Mensch?

Reicht es nicht aus, den Motorbootverkehr zu untersagen?

 

Platzeck und Tillich eröffnen Kanal im Partyboot

Schiff ahoi

Senftenberg Freizeitkapitäne können in der Lausitz seit Samstag per Boot von einem Bergbausee zum nächsten schippern. Als erste Gäste legten Brandenburgs Regierungschef Platzeck und sein sächsischer Kollege Tillich ab.

 

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU/l) und sein brandenburgischer Kollege Matthias Platzeck (SPD/r) fahren am 01.06.2013 auf einem Boot zur Eröffnung des Koschener Kanals nahe Großkoschen (Brandenburg).

Im Lausitzer Seenland wurde heute der erste schiffbare Kanal eröffnet. Der Koschener Kanal verbindet den Senftenberger See mit dem Geierswalder See an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen. Foto: Patrick Pleul/dpa Foto: DPA Im Lausitzer Seenland haben die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Matthias Platzeck (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU), den ersten schiffbaren Kanal eröffnet. Beide Politiker erhoffen sich einen starken Tourismus in dem ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiet. «Wo der Tagebau geht, hinterlässt er eine verunstaltete Landschaft und die Frage nach neuen wirtschaftlichen Perspektiven», sagte Platzeck am Samstag. «Die Lausitzer Seenkette ist eine Antwort auf beides.» Die Verbindung zwischen den Seen und über die sächsisch-brandenburgische Grenze hinweg, nannte Tillich einen «Meilenstein».

Der Koschener Kanal verbindet seit dem Wochenende auf 1,1 Kilometern den Senftenberger See in Brandenburg mit dem Geierswalder See in Sachsen. Rund 1050 Meter legten die beiden Regierungschefs bei der Eröffnungsfeier auf einem Partyboot zurück. Im Lausitzer Seenland sollen künftig zehn Bergbauseen durch zwölf Kanäle für den Tourismus verbunden werden.

         

 

Die größte künstliche Wasserlandschaft Europas stehe für eine neue Lebensqualität in der Braunkohleregion, sagte Platzeck. Bereits in der Vergangenheit sind nach Angaben der Staatskanzleien die Übernachtungszahlen im Seenland gestiegen. Im sächsischen Teil verzeichnete die Branche demnach im vergangenen Jahr ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Länderübergreifend gebe es 400 000 Übernachtungen jährlich. «Unser Ziel ist, dass wir in zehn Jahren bei 1,5 Millionen sind», sagte Platzeck.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.06.2013

Lausitzer Tagebauseen zu 82 Prozent gefüllt

Bergbau-Restlöcher spielen beim Hochwasserschutz immer größere Rolle / Pilotvorhaben für bessere Wasserqualität

Senftenberg Mit neuen Verfahren soll die Wasserqualität in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft verbessert werden. Dazu gebe es mehrere Pilotvorhaben in Südbrandenburg und Ostsachsen.

                                                                

Gewässersanierung: Gute Ergebnisse hat man mit einem Sanierungsschiff erzielt, das Kalklösungen unter Wasser einträgt. Foto: LMBV

Rund 1,85 Milliarden Kubikmeter Wasser sind bislang in die 28 Lausitzer Tagebaugruben geflossen. Das entspricht einem Füllstand von 82 Prozent. Diese Zahlen nannte Klaus Zschiedrich, Leiter des Ingenieurbereiches bei der Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Dienstag bei einer Fachkonferenz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). Demnach habe sich eine Gesamtwasserfläche von knapp 130 Quadratkilometern gebildet.

Zum Vergleich: Der Stadtkreis Cottbus umfasst eine Fläche von gut 164 Quadratkilometern. LMBV-Angaben zufolge wird die Flutung der früheren Tagebaue auch in den kommenden Jahren weitergehen. Im Bereich der Restlochkette im Städtedreieck Senftenberg, Spremberg und Hoyerswerda solle dieser Prozess um 2016/2017 abgeschlossen sein. Indes erfüllen die neuen Gewässer bei Hochwasser eine immer wichtigere Funktion. Sie nehmen das überschüssige Nass aus den Fließgewässern der Region in großen Mengen auf.

Allein während des Starkregens im Frühsommer 2013 flossen rund 8,5 Millionen Kubikmeter Wasser in die Tagebau-Restlöcher. "Diese Einleitung verbessert die Wasserqualität spürbar", erklärte Zschiedrich.

Um die Wasserqualität insgesamt zu verbessern, gebe es mehrere Pilotvorhaben, sagte Eckhard Scholz, Leiter Geotechnik bei der LMBV. Die Wiederherstellung eines selbstregulierenden Wasserhaushaltes in Verantwortung der LMBV sei in dieser Dimension einzigartig. Deshalb seien neue Verfahren zur Gewässerbehandlung notwendig, bemerkte er vor Vertreter von Kommunen, Fachbehörden sowie Ministerien der Länder Brandenburg und Sachsen.

Die Lücke zwischen dem Stand der Technik und der Forschung sollen Pilot- und Demonstrationsvorhaben im Sanierungsgebiet schließen helfen. Ziel sei es, erfolgreich getestete Verfahren zur Gewässerbehandlung bei der Braunkohlesanierung einzusetzen, erläuterte Scholz. Als ein Beispiel nannte er die elektrochemische Sulfatabreinigung mithilfe der Zufuhr von Kohlendioxid. Dabei gebe es aber noch erhebliche technische Probleme und hohe Kosten.

Ein weiteres Vorhaben sei die Düseninjektion zur Sanierung des Grundwassers. Dieses Verfahren könne in Kippengrundwasserleitern angewendet und als Möglichkeit gegen Eiseneinträge in Fließgewässer weiterentwickelt werden. Gute Ergebnisse habe man mit einem Sanierungsschiff erzielt, das Kalklösungen unter Wasser einträgt. Künftig liege der Schwerpunkt der Forschungsvorhaben auf der Grundwassersanierung und dem Schutz von Fließgewässern. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist für die ostdeutsche Braunkohlesanierung zuständig.

Torsten Richter und Peter Jähnel / trt1

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.09.2013

Konzept für das Lausitzer Seenland wird überarbeitet


 

Sächsischer Zweckverband sucht Investoren

Hoyerswerda Eine Region, zwei Länder, viele Hürden und ein Ziel: Das ist der Weg des Lausitzer Seenlandes. Um ihn zu beschreiten, arbeitet der sächsische Zweckverband Lausitzer Seenland eng mit den Brandenburgern zusammen.

Das Lausitzer Seenland soll langfristig zu einer Region wachsen – über die Ländergrenzen von Brandenburg und Sachsen hinaus. Doch es stoßen verschiedene Verwaltungen und Entwicklungsstufen aufein ander. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen arbeitet eng mit seinem Pendant auf der brandenburgischen Seite zusammen. "Wir brauchen beide Zweckverbände, um die Verwaltungshürden zu meistern", erklärt Daniel Just, Geschäftsführer in der Hoyerswerdaer Geschäftsstelle des Zweckverbandes Lausitzer Seenlandes. "Wir sind Partner und keine Konkurrenten."

Infrastruktur im Fokus

Allein der Landkreis Bautzen und die Stadt Hoyerswerda halten jeweils 25 Prozent am Zweckverband. Auch Elsterheide, Spreetal, Lauta, Lohsa und Boxberg sind Mitglieder. Gemeinsam entscheiden sie, wie das Seenland in Sachsen strukturell vorangebracht werden kann. Dazu gehört unter anderem die Infrastruktur für Schiffe, Radfahrer, Wanderer und demnächst auch für den rollenden Verkehr. "Vorrangiges Ziel ist natürlich in der Schiffbarkeit, damit zukünftig die zehn Seen über die 13 Überleiter erreichbar sind", erklärt Just. "Wir gleichen auch die Wegeleitsysteme und Kilometrierung an", so Just.

Während der Tourismusverband Lausitzer Seenland die Vermarktung übernimmt, schaffe der Zweckverband die Grundlagen für den Tourismus, erklärt Just. Da der Zweckverband Mitglied im Tourismusverband ist, werde Hand in Hand gearbeitet. "Genauso läuft es auch mit dem brandenburgischen Zweckverband und dem Bergbausanierer LMBV", erklärt Just. Denn besonders von der Arbeit der LMBV hänge es ab, ob der Zweckverband Freiflächen verwenden darf. "Sicherheit geht immer vor. Wir können nicht auf wackligem Grund bauen", so Just.

Eines der größten Probleme ist daher derzeit der Mangel an verfügbaren Flächen. Das kann sich aber durchaus in einen Vorteil verwandeln, sagt Just: "Unsere Freiflächen entwickeln sich erst noch. Das heißt, die Investoren können ihre Ideen verwirklichen und sind nicht an Bestehendes gebunden." Das locke regionale Investoren, die an das Projekt Seenland glauben.

2003 entstand ein regionales Entwicklungskonzept. "Das wird überarbeitet. In zehn Jahren hat sich einiges verändert", sagt Just. So sei früher der Scheibesee nur als Grüngebiet gesehen worden, während heute über touristische Nutzung nachgedacht werde.

Stolz auf Bärwalder See

Auf die Entwicklung am Geierswalder und am Bärwalder See ist der Verband stolz: "So wünschen wir uns das auch für die nächsten Seen", sagt Just. Denn sie zeigen, dass durch die Ansiedlung von Investoren und Veranstaltungen ein begehrter Anlaufpunkt geschaffen werden kann.

Auch der Partwitzer See soll diesen Status erreichen. Der Barbara-Kanal soll daher nächstes Jahr (2014) schiffbar sein. "Das ist zumindest die Planung, doch es kann immer etwas dazwischen kommen und uns um Jahre zurückwerfen", erklärt Just und erinnert an die Rutschung vor drei Jahren nahe Bergen.


Anne Jurk

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.09.2013

 

Lausitz droht wieder zu versauern

Potsdamer Klimaexperten erläutern in Großräschen ihre Wasser-Prognosen für die Region

Großräschen Sie sind der Stolz der ganzen Lausitz: 23 geflutete Tagebaugruben zwischen Finsterwalde und Boxberg bilden das Lausitzer Seenland. Eine Gesamtwasserfläche von 14 000 Hektar weckt Hoffnungen bei Investoren und Touristen. Doch der Klimawandel bedroht den Traum.

Bereits heute kämpfen die Bergbausanierer mit vielfältigen Methoden gegen den hohen ph-Wert vieler Gewässer. Mal wird Kalk von einem Spezialschiff aus in die Seen gepumpt, . . . Foto: LMBV

Sieben – das ist die Zahl, um die sich im Lausitzer Seenland alles dreht. Denn wenn die künstlichen Gewässer diesen pH-Wert haben, gelten sie als neutral. Dann kann im Wasser nicht nur bedenkenlos gebadet werden, sondern bietet das Nass auch verschiedensten Lebewesen Raum. Nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausaniererin umfasst bereits mehr als die Hälfte der gefluteten Lausitzer Braunkohlengruben einen pH-Wert um sieben.

 Zeichen für Verschlechterung

Doch diesem Idealwert in Bezug auf den Säuregehalt des Wassers droht Gefahr. "Durch den Klimawandel könnten bereits neutrale Gewässer wieder versauern", zeichnet Prof. Uwe Grünewald, Inhaber der Professur Hydrologie und Wasserwirtschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, ein düsteres Bild. Allerdings liege die Betonung auf dem Wörtchen "könnte". Denn niemand habe die Möglichkeit, genau vorherzusagen, was in ein paar Jahrzehnten mit den Tagebauseen geschieht. Allerdings deute vieles darauf hin, dass sich die Wasserqualität zwischen Bärwalder und Bergheider See wieder massiv verschlechtert. Warum, erklärt der Akademiker so: "Durch den Klimawandel sinkt in unseren Flüssen, Bächen und Gräben der Wasserabfluss. Schließlich soll es wärmer werden, was eine höhere Verdunstung nach sich zieht. Das bedeutet für die Bergbaugewässer, dass ihnen von außen weniger Frischwasser zugeführt werden kann als heute."

 Das weitgehend neutrale Nass aus den Zuleitern besitze einen enormen Einfluss auf die Wasserqualität der Restlochgewässer. Würden diese davon abgeschnitten, könnte Grundwasser aus den angrenzenden Kippen nachströmen. Dann steige nicht nur der Säuregrad wieder an, sondern ebenso die Eisen- und Sulfatbelastung. Lebewesen, die sich dort angesiedelt hätten, kämen mit den neuen Verhältnissen kaum zurecht und würden zugrunde gehen.

Grünewalds These wird vom renommierten Institut für Wasser und Boden (IWB) aus Dresden untermauert. "Mit fortlaufender Zeit steigt die Gefahr der Wiederversauerung erheblich an", warnt Institutsmitarbeiter Kai Zimmermann. Je wärmer es werde und je geringer die Zu- beziehungsweise Durchflüsse seien, desto wahrscheinlicher sei dieses Szenario. Das IWB setzt sich bereits seit Jahren intensiv mit der Verockerung der Spree und ihrer Nebenflüsse auseinander. Einzige Lösung sei, dauerhaft Frischwasser in die Tagebauseen einzuleiten. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

 2012 so warm wie Hitzejahr 2003

Tatsächlich scheinen die Temperaturen zu steigen. Nach Angaben von Dr. Hagen Koch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) war das Jahr 2012 genauso warm wie das bisherige Hitzejahr 2003. "Das hat ein Großteil der Bevölkerung aber nicht so wahrgenommen", erklärt Koch. "Viele bringen damit Temperaturen um 35 Grad über mehrere Wochen in Verbindung, aber eben nicht längere Zeit vorherrschende Werte zwischen 26 und 28 Grad im Mai des vergangenen Jahres."

 Ob es allerdings in der Lausitz auch trockener werde, sei bislang umstritten. Die verschiedenen Klimaprognosen gingen in verschiedene Richtungen. Erhöhte sich die Temperatur im Jahresmittel um nur ein Grad, müssten rund sieben Prozent mehr Niederschlag fallen, damit die Grundwasserneubildung konstant bleibe. Das PIK gehe von einer grundsätzlichen Verlängerung der Dürreperioden aus. "Allerdings nehmen die Extremniederschläge zu, sodass die Trockenheit sich nicht so klar in der Regenbilanz niederschlägt", erklärt der Potsdamer Experte. Ohnehin könnten die Pflanzen das Wasser aus Wolkenbrüchen nur zu einem Bruchteil aufnehmen. Das meiste Nass fließe ungenutzt ab.

                                                    . . . mal wird der Kalk über eine Schwimmleitung ins Wasser abgegeben. Foto: LMBV

Torsten Richter / trt1

 

 

"Barbara" senkt die Säure im See

Bergbausanierer meldet erste Erfolge des Kalkschiffeinsatzes in Schlabendorf

Schlabendorf Solange es die Witterung erlaubt, sticht das Sanierungsschiff "Barbara" in diesem Jahr (2013) noch in den Schlabendorfer See, um seine Mission zu erfüllen. Es geht um die Anhebung des sauren pH-Wertes auf neutrale 7. Auch die Eisenbelastung des gefluteten Braunkohletagebaus zwischen Luckau und Calau soll gemindert werden. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Auftraggeber und der Schiffsbetreiber melden erste Erfolge.

Dreimal täglich wird das Schiff derzeit mit Branntkalk "betankt". Foto: rdh

Die Pumpen laufen an diesem kalten Novembermorgen (November 2013)  in der Marina in Schlabendorf auf Hochtouren. Bauleiter Klaus Noppe von der Brain Brandenburg Innovation GmbH ist mit seiner Schiffsbetreibermannschaft gerade dabei, die Kalksilos der "Barbara" zu befüllen. Routinearbeit für die Männer. Der Kalk stammt von der Fels-Werke GmbH Rüdersdorf. "Etwa 24 Tonnen Branntkalk mit hohem Wirkungsgrad füllen wir soeben aus einem Silo von einem Laster über Schläuche in das Sanierungsschiff", erläutert Noppe. Dann geht es mit der basischen Fracht wieder raus auf den Schlabendorfer See. Es ist die zweite Tour an diesem Tag. "Je nach Witterung fahren wir aktuell dreimal täglich", sagt Klaus Noppe. Marita Dittrich, Geschäftsführerin der Brain Brandenburg Innovation GmbH, ergänzt: "Seit August sind wir montags bis samstags mit der Bekalkung beschäftigt. Ausfahrstopp gab es nur bei Starkregen oder Sturm."

Bis kurz vor Weihnachten (2013) will die "Barbara" noch ihrer Mission nachgehen, bevor sie sich einen Winterschlaf gönnt. "Das Schiff wird dann mit einem Schwerlasttransport über Nacht abtransportiert und zur Heimatwerft Wendisch nach Prieros gebracht. Dort stehen Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen auf dem Programm", erläutert Klaus Noppe. Solange der Schlabendorfer See zugefroren ist, kann auf ihm nicht gefahren und bekalkt werden. "Ende Februar 2014 planen wir dann nach Eisaufbruch die Fortsetzung unserer Arbeiten", sagt der Bauleiter.

Diese Arbeiten gestalten sich durchaus positiv.

"Bisher sind im Auftrag der LMBV etwa 1000 Tonnen Kalksteinmehl und 4500 Tonnen Branntkalk im Schlabendorfer See zur Qualitätsverbesserung eingesetzt worden",

zieht LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber ein Zwischenfazit. Mit erstem Erfolg: der pH-Wert ist von ursprünglichen 2,8 im August auf aktuelle 3,3 gestiegen. "Der Säuregehalt im See hat sich parallel dazu verringert", so Steinhuber. Mit einem signifikanten Anstieg des pH-Wertes rechnen die mit dem Monitoring befassten wissenschaftlichen Mitarbeiter der LMBV nach Überwindung des Eisenpuffers Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2014. Im nächsten Sommer soll ein neutraler Wert erreicht sein. "Danach wird das Schiff weiter an der Qualitätsverbesserung im See arbeiten, um eine Wiederversauerung zu unterbinden", erklärt Steinhuber. Verschiedene Nachsorgevarianten würden derzeit geprüft, so der Pressesprecher.

Der im Sommer noch über dem Soll von 59,50 Metern liegende Wasserstand konnte durch die Überleitung zum Lichtenauer See und die Ausleitung aus dem Lorenzgraben abgesenkt werden, wie Steinhuber bestätigt. Nach Information der LMBV-Planungsabteilung erfüllten die fünf temporären Absetzbecken am Lorenzgraben ihre erwartete Funktion sehr gut, wurden schrittweise und abwechselnd mit Wasser befüllt.
"Anfallender Schlamm wurde zwischengelagert und getrocknet", so Steinhuber.
Wohin das getrocknete Material letztendlich gebracht wird, werde noch entschieden.

Rüdiger Hofmann

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.11.2013

 

Ostseeplanung nimmt Fahrt auf

Vattenfall finanziert Vorarbeiten für Kaimauer und Hafenbereich

Cottbus Die Zeit drängt: Schon 2018 soll die Flutung des Cottbuser Ostsees beginnen. Jetzt sind zumindest die nächsten Planungsschritte vorgezeichnet: Vattenfall finanziert die Ausarbeitung von Entwürfen für eine Kaimauer und den Hafenbereich.

Henry Ripke, Gastprofessor der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, ist begeistert von der Idee des Ostsees. "Welche Großstadt bekommt sonst schon die Chance, plötzlich Hafenstadt zu werden?" Er versucht, die Abgeordneten im Rathaus mit seiner Begeisterung anzustecken und bekommt jetzt Rückenwind von Vattenfall: Der Energiekonzern hat sich verpflichtet, in diesem Jahr eine Vorplanung die Kaimauer und Hafenbereich zu finanzieren.

                                       

Drei Grundvarianten

Dabei, so die Auflagen der Stadtverordneten, sollen Vattenfall von einem Planungsbüro mindestens drei Grundvarianten für die Kaimauer vorliegen. Zwei dieser Varianten sollen auf Grundtypen beruhen, die Henry Ripke zusammen mit seinen Studenten erarbeitet hat. Grundtyp A basiert dabei auf einer linearen Kaimauer, wie sie derzeit auch im Masterplan "Cottbuser Ostsee" vorgesehen ist.

Grundtyp B favorisiert eine frei geformte Kaimauer, die sich beispielsweise wellenförmig an die Uferlinie schmiegt. Voraussichtlich im September 2014 will sich die Stadt dann für eine Vorzugsvariante entscheiden, die weiter verfolgt werden soll.

Die bisher vorgelegten Entwürfe für die Kaimauer kosten je nach Länge der Mauer zwischen 1,4 Millionen und 5,2 Millionen Euro. Geld, das die Kommune nicht aufbringen kann. "Daher wäre es sinnvoll, wenn sich die Stadt darum bemüht, das Osthafenprojekt einzubetten. Am besten, Cottbus bemüht sich um eine Bundesgartenschau, in deren Rahmen der Osthafen finanziert werden kann", so die Empfehlung des Architekten Henry Ripke.

Ein Vorschlag, den auch der Stadtverordnete Denis Kettlitz, SPD, unterstützt. "Der Cottbuser Ostsee bietet eine einmalige Chance", sagt er. Eine Bundesgartenschau (Buga) am Wasser oder auch eine Internationale Gartenausstellung (IGA) könnten dem Projekt und damit der Stadt einen großen Schub geben. "Wir haben ja gesehen, was damals alles durch die Buga in Cottbus möglich wurde", sagt er. Gleichzeitig begrüßt der SPD-Stadtverordnete das weitere Vorgehen. "Es ist gut, dass wir die Bürger mitnehmen." Die Studentenentwürfe haben ihn begeistert.

Einen Favoriten hat er dabei auch: die Ostsee-Seeschlange. Bei dem Entwurf von David Hein und Simon Hawkins haben alle Hotelzimmer Seeblick, die Kaimauer an der Uferpromenade ist gleichzeitig Anleger für Boote. Durch die gewundene Form entstehen kleine Buchten. Das Gebäude selbst ist zum Wasser hin abgesenkt.

Zweite Buga-Chance?

Hagen Strese, CDU, glaubt dagegen nicht an eine zweite Buga-Chance für Cottbus. "2015 findet die Buga im Havelland statt, da wird es nicht so schnell wieder eine in Brandenburg geben." Die Bewerbung um eine IGA allerdings sei bestimmt ein guter Weg, die Osthafengestaltung voranzutreiben.

Torsten Kaps, AUB, appellierte kurz vor Ende der Legislaturperiode an die Mitglieder des Bauausschusses. "Cottbus hat viele Pläne, aber nur eine einzige Vision. Die Chance, die der Ostsee für die Stadt bedeutet, sollten wir nicht leichtfertig verspielen, indem wir immer neue Sparvarianten durchspielen. Dann bleibt am Ende von der Vision nichts übrig."

Andere Abgeordnete hatten sich in der Vergangenheit ebenfalls gegen ein zu starkes Spardiktat ausgesprochen. "Einen gewissen Standard müssen wir halten, sonst erleben wir eine böse Überraschung", erklärte Ulrich Schur (Linke). Das Lausitzer Seenland mit zum Teil großen Landesinvestitionen sei ein ernstzunehmender Konkurrent, wenn es um Touristen gehe. "Wir dürfen deshalb nicht zweit- oder drittklassig werden", so Schur.

Mit 1900 Hektar Wasserfläche wird der Ostsee der größte See im Land Brandenburg sein. Im Gegensatz zu anderen Tagebaurestseen ist laut Vattenfall mit einer guten Wasserqualität zu rechnen. "Das liegt vor allem an der direkten Anbindung an die Spree und an den hohen Anteilen natürlicher kalkhaltiger Sedimente in der Kippe", so Vattenfall-Sprecher Thoralf Schirmer.

Allerdings: Für Taucher wird das Gewässer weniger interessant werden. Denn besonders tief soll die Cottbuser Badewanne nicht sein – die Planungen sprechen von zwei Metern bis 3,70 Meter.

Andrea Hilscher und Sven Hering 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.03.2014

 

Schleuse im Koschener Kanal bleibt vorerst zu

Senftenberg. Zum Schutz des Senftenberger Sees hat das brandenburgische Landesumweltamt die Inbetriebnahme der Schleuse des Koschener Kanals  kurzfristig untersagt. Als Grund wurden schlechte Wasserwerte genannt. Die Probeschleusung habe ein Fischsterben ausgelöst. Eine Kalkung habe bisher nicht zum Erfolg geführt.                                        

Die Schleuse ist die erste, die mit dem  Senftenberger See  und Geierswalder See zwei schiffbare Gewässer im Seenland verbindet.

Kawe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.04.2014

 

Koschener Kanal führt saures Wasser in Senftenberger See

30-Millionen-Euro-Bauwerk funktioniert gut / Land sperrt wegen schlechter Wassergüte vorsorglich die Schleuse

Senftenberg Der Koschener Kanal funktioniert als Bauwerk sehr gut. Das touristische Konzept geht auf. Die Landes-Umweltbehörde hat den schiffbaren Wasserweg jetzt zum Schutz des Senftenberger Sees lahmgelegt. Der Schleusenbetrieb ist untersagt. Im Seenland herrscht Ratlosigkeit.

                                               

 

5500 Boote sind bislang durch den Koschener Kanal geschleust worden. Investiert wurden etwa 30 Millionen Euro. Zum Schutz des Senftenberger Sees hat das Land Brandenburg den Wasserweg jetzt vorsorglich dichtgemacht. Ausgang offen. Foto: Steffen Rasche

Seit Inbetriebnahme des ersten schiffbaren Seenland-Wasserweges zwischen dem Geierswalder und dem Senftenberger See vor knapp einem Jahr sind etwa 5500 Boote geschleust worden. Der Koschener Kanal ist in der vergangenen Premiere-Saison als schiffbares Landesgewässer bis Oktober freigegeben worden, solange das Wasser des höher gelegenen Geierswalder Sees im neutralen Bereich liegt (die Auflage: mindestens ein pH-Wert von 6,5). Das ist in der Plangenehmigung amtlich festgehalten worden.

Am letzten März-Tag ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) über neue Auflagen für den Betrieb des Kanals in Kenntnis gesetzt worden. Ab 1. April sind die Landesgewässer befahrbar. "Da die pH-Werte des Geierswalder Sees durch die Bekalkung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) weit besser als der geforderte Wert waren, hat es für uns keine Grundlage und keinen Anlass gegeben, die Sperrung der Schleuse zu erwarten", erklärt Seenland-Verbandsvorsteher Volker Mielchen. Daher sei die Schleuse pünktlich zum Start der Wassersportsaison technisch vorbereitet und personell besetzt worden. Die rechtliche Handlungsgrundlage habe den Verband von der Landesbehörde erst drei Tage später und nur auf Nachfrage erreicht.

Im März (2014)  hatte das Land Brandenburg gegenüber der Bergbausaniererin LMBV eine Anordnung nach Wassergesetz erlassen, die eine härtere Überwachung verlangt. Die Bestimmungen der Plangenehmigung für das Schleusen sind nachträglich verschärft worden. Konkret heißt das: Der Kanal selbst hat Messstellen erhalten. Und auch die Eisengehalte müssen nunmehr mit betrachtet werden. Ziel ist, schadhaften Einflüssen auf die Wasserqualität des Senftenberger Sees vorzubeugen.

"Ich begrüße das intensive Monitoring und die Bemühungen des Landes Brandenburg um den Senftenberger See und den Koschener Kanal", sagt Verbandsvorsteher Volker Mielchen. Denn die genauen Zusammenhänge zwischen Grundwasserwiederanstieg, Flutung mit Hochwasser aus der Schwarzen Elster und anderen Bedingungen wie Wettereinflüssen auf das Öko-System des Sees seien noch nicht genau bekannt. "Im Zuge der Planung sind Modelle erstellt worden, die einen negativen Einfluss des Kanals ausschließen. Darauf haben wir uns verlassen", betont Volker Mielchen. Das Landesamt, das den Koschener Kanal jetzt sperrt, hatte das Bauprojekt für den Wasserweg "in Kenntnis der Bedingungen" selbst genehmigt.

Nun sei eine gemeinsame Lösung gefragt, um den Betrieb der Schleuse neu zu regeln. Dazu, das kündigt der Verbandsvorsteher an, fänden in den nächsten Tagen erste Gespräche statt.

Volker Mielchen verweist darauf, dass der Senftenberger See auch im vergangenen Jahr eine sehr gute Badewasserqualität hatte. Diese wird hauptsächlich an hygienischen Parametern gemessen.

Die Wasserbeschaffenheit des Senftenberger Sees hatte seit dem Frühsommer allerdings Grund zur Sorge gegeben. Ein erhebliches Sauerstoff-Defizit ab sechs Metern Tiefe und fallende pH-Werte im Ostfeld, also in der Nähe des Kanal-Ausganges, wurden festgestellt. Fischbrut-Ausfälle, das Verschwinden von Zebramuschel und Süßwasserschwamm, eine reduzierte Eintagsfliegen-Population hatten die Alarmglocken bei den Gewässerbiologen schrillen lassen. Die Ursachen sind laut Brandenburger Umweltministerium bisher nicht exakt bestimmt.

Wegen der biologischen Ausfälle und der verschlechterten Wasserqualität ist Ende März (2014) eine intensivere Überwachung des Senftenberger Sees unter fachlicher Aufsicht des Instituts für angewandte Gewässerökologie Seddin gestartet worden. Monatlich werden jetzt an mehreren Messstellen alle Vor-Ort-Parameter wie Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt und –sättigung aufgenommen und analysiert. In Meter-Abschnitten sollen zudem ab August am Seegrund Sediment-Kerne entnommen und untersucht werden. Messungen der Eisengehalte und ph-Werte im Unterwasser der Schleuse sind nun wöchentlich neu gefordert. Das Ostfeld vor der Schleuse unterliegt dem einmal im Monat. Der Umgang mit den gegenwärtig überschrittenen Grenzwerten ist völlig offen.

Kathleen Weser

 

Schleuse des Koschener Kanals ist wieder in Betrieb

Landesbehörde ordnet systematisches Durchspülen des künstlichen Wasserweges zum Senftenberger See an

Großkoschen/Cottbus Großkoschen/Cottbus.

Die Schleuse des Koschener Kanals ist wieder offen.

Die Schleuse des Koschener Kanals ist unter Auflagen wieder für den Bootsverkehr geöffnet worden. Foto: Steffen Rasche/str1

Das ist eine der Auflagen, unter denen das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) in Cottbus den vorläufigen Betrieb der Schleuse am gestrigen Freitag (11.04.2014) erlaubt hat. Das bestätigen Präsident Matthias Freude und Abteilungsleiter Wolfgang Genehr.

                                                   

Zum Schutz des Senftenberger Sees war der Schleusenbetrieb zum Saisonstart wegen bedenklich hoher Eisen- und Sulfatwerte im Kanalwasser untersagt worden. Das natürliche und damit auch erwartete Phänomen, dass das künstliche neue Wasserbett ausblutet, war allerdings auch hausgemacht kräftig gefördert worden. In der hermetisch abgeriegelten Schleuse und über die Wintermonate nicht mehr durchspülten Koschener Kanal haben sich vor allem gelöste Eisenverbindungen aufkonzentriert. Diese strömen über das Grundwasser zu, denn der Kanal ist baulich dagegen nicht abgedichtet worden. Diese Eisenausfällungen entwickeln toxische Wirkung und haben beim Probe-Schleusen ein lokales Fischsterben ausgelöst. Spülgänge waren zuvor regelmäßig durchgeführt, aber von der Landesbehörde selbst zeitweise untersagt worden. Jetzt ist das Belüften des Kanalwassers Pflicht, um den natürlichen Vorgang durch eine konsequente Durchmischung zu vergleichmäßigen. Zudem werde an einer technischen Lösung für den Fall gearbeitet, dass die Einleitwerte in den Senftenberger See problematisch blieben. Der Anblick des braunen Wassers im Koschener Kanal werde den Lausitzern erhalten bleiben.

KaWe

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.04.2014

 

Cottbuser Ostsee wird ein Gigant

Cottbus Nur noch gut ein Jahr, dann wird der Tagebau Cottbus-Nord stillgelegt. Krach und Dreck sind dann für die Willmersdorfer Geschichte. Stattdessen entsteht vor ihrer Haustür der größte künstliche See Deutschlands. Die Anwohner sehen dem mit Hoffnung entgegen. Es gibt aber auch Sorgen.

Blick vom Aussichtsturm Merzdorf auf den künftigen Ostsee, dem jetzigen Tagebau Nord Foto: Michael Helbig

Mit Superlativen geizt Ingolf Arnold nicht. Der Vattenfall-Mitarbeiter ist derzeit in der Region auf Tour. Willmersdorf stand zuletzt in seinem Kalender. Dort hat er die Anwohner über den Cottbuser Ostsee informiert.

Die Größe: Mit 1900 Hektar Fläche wird der See ein Gigant, verriet Arnold. In Deutschland gibt es nur 14 Seen, die größer sind. In Ostdeutschland wird der Ostsee nur von der Müritz geschlagen. Unter den künstlich angelegten Gewässern katapultiert sich der Ostsee auf Anhieb an die Spitze.

Zum Vergleich: Die Talsperre in Spremberg ist von der Fläche nur halb so groß. Besonders tief wird der See nicht. Zwischen 2,50 Meter und 3,70 Meter bewegt er sich in der Regel. Allerdings wird es Randabschnitte geben, die zwischen 20 und 30 Meter tief sind.

Das Wasser: Der Ostsee soll vor allem mit Spreewasser gefüllt werden. 88 Prozent kommen nach derzeitigen Prognosen aus dem Fluss. Grundwasser wird nur zwölf Prozent der Gesamtmenge ausmachen. Das Wasser soll pH-neutral sein. Ein pH-Wert zwischen 7,5 und acht wird angestrebt. Sulfat und Eisen sollen keine Probleme darstellen. „Es sind keine zusätzlichen Maßnahmen zur Wasserbehandlung erforderlich“, erklärt Arnold. „Zum Baden und Schnorcheln ist der See sehr gut geeignet“, ergänzt er. Neben einem Zufluss wird es auch einen regulierbaren Abfluss geben. Der Ostsee ist damit eine Art Speicherbecken. Bei Hochwasser könnte er zum Beispiel zusätzliches Spreewasser aufnehmen.

Der Zeitplan: Der Tagebaubetrieb wird im September 2015 eingestellt. „Mit den Restarbeiten sind wir bis Weihnachten fertig“, sagt Ingolf Arnold. In den Jahren 2018/19 soll die Flutung beginnen. „Dann brauchen wir fünf bis sechs Jahre.“ 2024 ist der See voll – also schon in zehn Jahren. Die Flutung sei aber abhängig vom Wasserangebot, verrät der Vattenfall-Mitarbeiter. In sehr trockenen Perioden wird der Zufluss aus der Spree eingeschränkt.

Die Anwohner: „Der See wird eine herausragende Bedeutung haben“, sagt Ingolf Arnold. Das wünscht sich auch Ortsvorsteher Michael Kleitz. Allerdings treiben Kleitz Sorgen um. „Bis zur Flutung des Ostsees müssen die Gräben, die Willmersdorf entwässern, in Ordnung gebracht werden“, sagt er. Weil die Ortslage Willmersdorf auf gleicher Höhe wie der künftige Ostsee liegt, hofft Kleitz, dass die Dichtwand, die am Tagebaurand eingebracht wurde, auch bei geflutetem See hält. „Ich vermisse hier einen Plan B, falls das nicht so sein sollte“, sagt er. An die Adresse der Stadt gerichtet appelliert Kleitz: „Wir müssen uns schleunigst Gedanken über die Entwicklung der Infrastruktur machen.“ Bisher sei der Ort durch die Bundesstraße regelrecht vom See abgeschnitten.

Aussichtsturm Merzdorf am künftigen Ostsee, dem jetzigen Tagebau Nord

Foto: Michael Helbig

„Ich erwarte, dass es ein Verbesserungsgebot gibt“, erklärte der CDU-Stadtverordnete Hans Pschuskel. „Vom Gewinn, der nach Schweden abgeführt wird, wollen wir auch etwas haben“, sagte er.

Der Name: BTU-Studenten haben dem imaginären See dereinst seinen Namen gegeben. Das war im Jahr 1997 bei einer ersten Werkstatt zur Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft für den Tagebau Cottbus-Nord. Der Inselrat mit den Vertretern der Tagebau-Anrainergemeinden Teichland, Neuhausen/Spree und Wiesengrund sowie den beratenden Mitgliedern der Ortsbeiräte Willmersdorf, Merzdorf und Dissenchen hat zugestimmt. Die endgültige Entscheidung oblag schließlich den Cottbuser Stadtverordneten.

Die Beteiligung: In den kommenden Monaten soll die Öffentlichkeit an den Ostseeplänen beteiligt werden. Für Ingolf Arnold ist ein ähnlich umfassendes Verfahren wie für die jüngste Tagebau-Neuzulassung für Welzow-Süd II denkbar. „Es kann sein, dass dafür erneut die Messehallen in Cottbus genutzt werden.“ Anlieger und sonstige Betroffene haben im Rahmen des Verfahrens die Möglichkeit, Bedenken zu äußern. Diese würden dann abgewogen.

Schon vor der Auslegung der Unterlagen steht für Ingolf Arnold allerdings fest: „Der Ostsee wird für die Region eine ganz große Nummer.“ sh

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.05.2014

 

Uferarbeiten am künftigen Klinger See

Klinge Am künftigen Klinger See sind derzeit zwei Rütteldruckverdichter im Einsatz, um das Ufer zu stabilisieren. Das teilt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mit.

                               

In der Luftaufnahme ist der Einsatz auf dem unzugänglichen Kippengelände gut zu sehen. Foto: LMBV

Mittels der Rütteldruckverdichtung (RDV) soll ein "versteckter Kippendamm" für eine künftig bessere Standsicherheit des gekippten Uferbodens hergestellt werden, erläutert Pressesprecher Uwe Steinhuber. Dazu wird eine Rüttellanze bis zu 51 Meter tief in den Boden gelassen und das Kippenmaterial in vorgegebenen Rasterabständen Schicht für Schicht verdichtet. "Nachdem in den letzten Jahren über das gesamte Lausitzer Revier verteilt umfangreiche Verdichtungsmaßnahmen mittels Rütteldruck-, Rüttelstopf- und Fallgewichtsverdichtung zur Gewährleistung der Standsicherheit von gekippten Böschungen realisiert worden sind, geht es in den nächsten sieben Jahren verstärkt mit solchen Sicherungsarbeiten weiter", erklärt der LMBV-Bereichsleiter Dirk Sonnen.

 

 

 

 

Auch am künftigen Altdöberner See sind die Rüttler derzeit im Einsatz. Weitere Standorte sollen folgen. Sonnen: "Es wird eingeschätzt, dass für die Sicherung an gekippten Restlochböschungen und an den sich anschließenden Kippenbereichen in der Lausitz in den nächsten fünf Jahren über 20 Rüttler-Einheiten pro Jahr zum Einsatz gelangen. Schwerpunktgebiete in Brandenburg bilden der ehemalige Tagebau Greifenhain sowie die Böschungsgestaltung am zukünftigen Cottbuser Ostsee." Bob

 

 

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.06.2014

 

 

Teichländer sehen Ostsee mit gemischten Gefühlen

Vattenfall stellt Flutungskonzept vor / Anwohner fürchten sich vor Wiederanstieg des Grundwassers

Neuendorf Der Saal im Neuendorfer Haus der Vereine schien fast zu klein für die Vielzahl der Einwohner, die sich in dieser Woche über das Flutungskonzept für den Cottbuser Ostsee informieren lassen wollten.

Etwa 200 Männer und Frauen aus Maust, Neuendorf und Bärenbrück erfuhren in der Veranstaltung von Ingolf Arnold und Dr. Stephan Fisch vom Bergbauunternehmen Vattenfall, dass vor ihren Haustüren mit 1900 Hektar einer der größten Seen Deutschlands entstehen wird.

"2015 werden wir die letzte Kohle aus dem Tagebau holen, parallel dazu laufen die Genehmigungsverfahren, dann hoffen wir, dass wir Ende 2015 einen Planfeststellungsbeschluss für den Ostsee haben werden. Dann könnte 2016 mit dem Bau von Zuleitern begonnen werden. Ab 2018 wäre die Flutung mit 88 Prozent Spreewasser über den Hammergraben möglich. Nach fünf bis sechs Jahren wäre der See voll, sodass eine Nutzung ab Ende 2023/2024 möglich erscheint", erklärte Dr. Stephan Fisch. Von den Rednern wurde versichert, dass von Anfang an eine gute Wasserqualität, die eine touristische Nutzung zulässt, vorhanden sein wird. "Wir haben das Tagebauloch, das läuft sowieso zu. Wir haben aber die Chance, hier gestaltend einzugreifen und diese Chance wollen wir nutzen", warb Ingolf Arnold mit klaren Worten für das Vorhaben.

Die Teichländer stehen dem Ganzen mit gemischten Gefühlen gegenüber. "Der Ostsee wertet unsere Landschaft natürlich auf, auf der anderen Seite haben wir Mauster schon Sorge vor zu viel Wasser. Nach dem Tagebau werden die Grundwasserstände so hergestellt, wie vor dem Tagebau. Unsere damals vorhandenen Gräben funktionieren nicht mehr, die müssen wieder hergestellt werden, sonst kaufe ich mir Wasserbüffel und baue Reis an", betonte Frank Knorr aus Maust.

Die Bedenken bezüglich der nicht mehr funktionstüchtigen Gräben haben auch die Bärenbrücker. "Bei uns existiert kein Graben mehr, den es vor dem Bergbau gab, da müssen neue geschaffen werden", sagt Joachim Simmula. "Ich hoffe, die Gräben werden rechtzeitig wieder angelegt, nicht erst, wenn das Wasser bei uns in den Häusern steht", meinte Manfred Hoblisch trotz seiner positiven Haltung zum Vorhaben Ostsee: "Ich freue mich auf das Sitzen auf der Bank am Ostsee."

Auch die Neuendorfer sind gespaltener Meinung, obwohl schon heute beim Bürgermeister Anträge auf Schiffsliegeplätzen im Neuendorfer Hafen vorliegen. Mancher äußert sich überhaupt nicht zu diesem Thema, weil sie glauben, die Vorzüge des Sees nicht mehr genießen zu können und die Kinder sind weggezogen. Andere stehen dem Vorhaben optimistisch gegenüber. "Ich will meinen 60. Geburtstag auf einem Hausboot auf dem Ostsee feiern. Ich erwarte eine Wertsteigerung für unsere Grundstücke und ich hoffe, dass der See auch Arbeitsplätze bringt, sodass unsere Kinder hier bleiben und gut leben können", sagte Kerstin Schumann. Doreen Becker freut sich auf den Badespaß und hofft, dass auf Vattenfall Verlass ist. Ihr Mann Mathias versteht die Sorgen der Mauster und Sven Wollenick denkt schon an die Zeit nach 2024: "Hoffentlich ist der Touristenstrom ertragbar." Vereinbart wurden weitere Gesprächsrunden in den einzelnen Teichländer Ortsteilen.

Marion Hirche/jul1

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.06.2014

 

Beirat fordert Studie zur Ostsee-Flutung

Neues Gremium des Aktionsbündnisses Klare Spree ist berufen / Sorgen der Bürger werden bis 21. Juli erfasst

Lübbenau Der neu berufene Beirat des Aktionsbündnisses Klare Spree macht sich Sorgen über die bevorstehende Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord zum künftigen Ostsee. Wie Sprecher Peter Stephan erklärt, sei nicht auszuschließen, dass Eisenhydroxid direkt vor der Haustür des Spreewaldes ohne eine Zwischensperre wie in Spremberg das Unesco-Reservat belasten kann. Deshalb wird eine unabhängige belastbare Studie gefordert.

Steffen Franke (l.) von der Lübbenauer Kahnfährgenossenschaft und Beirats-Sprecher Peter Stephan (r.) haben sich im Radduscher Hafen getroffen. Fährmann Gerhard Noack steht wie so oft vor einer braunen Spree und muss Gästen dann erklären, wie das zusammenhängt. Foto: H. Kuschy

Zwischen Sachsen und Neuendorfer See sind mehr als 250 000 Menschen direkt oder indirekt von bergbaubedingtem Eisenhydroxid und Sulfateinträgen betroffen. Das ist ein sehr komplexes Problem. Hinzu kommen regionale Besonderheiten und unterschiedliche Zuständigkeiten, wenn es um Lösungen gegen die Eisenfracht in der Spree geht. Für eine fachliche Begleitung soll ein Beirat sorgen, der jetzt berufen wurde. Zu seinen 25 Mitgliedern gehören Vertreter aus Kommunen, des Bauernverbandes, Naturschutzverbänden, Behörden, unter ihnen sind auch Touristiker und engagierte Bürger. Das Büro der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau am Großen Hafen ist der zentrale Anlaufpunkt für den Beirat. Er ist auch per E-Mail zu erreichen unter info@klare-spree.de.

Bei der konstituierenden Sitzung des Beirats, so Peter Stephan, haben die Mitglieder bereits erste Festlegungen getroffen. So ist jedermann aufgefordert, seine konkreten Bedenken, Hinweise oder Informationen zum Thema verockerte Spree bis 21. Juli der Geschäftsstelle zu übermitteln. Steffen Franke, Chef der Kahnfährgenossenschaft, sagt: "Wir müssen jetzt nicht wie ein Wissenschaftler, sondern wie ein ‚ganz normaler' Bürger denken. Denn ein Landwirt fürchtet in der Zukunft um seinen weißen Blumenkohl, ein anderer bangt um seine Fische. Der Gastronom bangt um Gäste, wenn Eisenhydroxid auf Dauer die Farbe der Spree bestimmt, der Kanuverleiher um seine Zukunft." So gebe es mit Sicherheit viele Menschen, die mit ihren Befürchtungen an dieser Besorgnisliste mitschreiben können und sollen.

Das Material wird gesichtet und zum Anlass genommen, das weitere Vorgehen mit einer nationalen Umweltorganisation zu beraten. "Unser Ziel ist, eine unabhängige Gefahrenprognose zu erarbeiten", sagt Sprecher Peter Stephan. Für November dieses Jahres sei zudem geplant, dass Vertreter der Landesregierung, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und von Vattenfall Bürgern Rede und Antwort stehen und sie beraten.

Auf Antrag der Spremberger Vertreter fordert der Beirat, dass umgehend damit begonnen werden soll, die Haupt- und Vorsperre der Talsperre Spremberg zu beräumen. Mit den am 1. August beginnenden Bauarbeiten an der Talsperre und den damit verbundenen Wasserabsenkungen, so Peter Stephan, bestünden optimale Voraussetzungen für eine Sanierung. Es gehe darum, Tausende Kubikmeter eisenhydroxidhaltigen Schlamm zu beseitigen.

Sorgen treiben den Beirat außerdem zur bevorstehenden Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord zum Ostsee um. Das Eisenhydroxid direkt vor der Haustür des Spreewalds könnte ohne eine Zwischensperre wie in Spremberg das Unesco-Biosphärenreservat belasten. Deshalb regt der Beirat eine belastbare unabhängige Studie dazu an.

Erst wenige Tage alt, hat der Beirat schon die erste Spende überreicht bekommen. 1200 Euro übergab Steffen Franke von der Lübbenauer Kahnfährgenossenschaft anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens.

Hannelore Kuschy

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.07.2014

 

Start für Planverfahren zur Flutung des Tagebaus Cottbus-Nord

Cottbus Der Energiekonzern Vattenfall wird im Herbst die Unterlagen für das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren zur Flutung des Tagebaus Cottbus-Nord beim Brandenburger Landesbergamt einreichen. Das kündigte ein Unternehmenssprecher an.

Im Herbst 2015 wird die Förderbrücke in der Grube ihre Arbeit einstellen. Nach umfangreichen Sicherungsarbeiten an den Ufern und Böschungen soll 2018 die Flutung beginnen. Durch zusätzliche Überleitung von Spreewasser soll der 19 Quadratkilometer große See schon im Jahr 2024 fertig sein. Die vorhandene Dichtwand ermöglicht nach Auskunft von Ingolf Arnold, Chefgeotechniker von Vattenfall, die schnelle Füllung des Sees. Sim

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.07.2014

 

Reger Zulauf für Bürgerinitiative zum Ostsee

Maust Nur wenige Wochen nach ihrer Gründung erfährt die Bürgerinitiative „Achtung Ostsee“ regen Zulauf. Mauster Einwohner haben sich zusammengeschlossen, um von den Behörden und dem Energiekonzern Vattenfall detaillierte Informationen zu den Ostsee-Plänen zu bekommen.

Sie fordern eine Öffnung des alten Mauster Grabensystems. Außerdem soll die Wasserlinie des Sees nicht über der tiefsten Geländekante von Maust liegen. Hil

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.09.2014

 

Die Angst vor dem Ostsee wächst

Bürgerinitiative in Maust warnt vor unkalkulierbaren Risiken und Überschwemmungen

Seit Wochen brüten die Mitglieder der Bürgerinitiative "Achtung Ostsee" über Karten und Plänen, sprechen mit alten Einwohnern und sammeln Informationen. Die Mauster wollen den Ostsee nicht verhindern. Aber seine Dimensionen machen ihnen Angst.

Von Andrea Hilscher

Maust. Die Stimmung in Maust ist angespannt: Der Ort ist gespalten in Befürworter der Ostsee- Pläne und solche, die ihre Bedenken haben. Sascha Fussan, Mitglied der Bürgerinitiative "Achtung Ostsee": "Der Riss ist überall zu spüren. Uns wird vorgeworfen, wir machen den Ort schlecht und sind schuld an sinkenden Immobilienpreisen. Dabei wollen wir nur mehr Sicherheit und Aufklärung für Maust." Dinyar Moriabadi ist 1996 in den Ortsteil gezogen, liebt die ruhige Idylle. Das Nachdenken über den Ostsee hat er lange Zeit vor sich hergeschoben. "Wir dachten immer, wir werden rechtzeitig und ausführlich informiert. Jetzt machen wir uns Sorgen."

 

Ab 2018 wird der Ostsee geflutet. Innerhalb von nur sechs Jahren soll sich der See füllen, durch steigendes Grundwasser und Zuleitungen von Spreewas­ser über den Hammergraben.

Am Ende wird der See eine Fläche von 19 Quadratkilometern haben.

 

"Das sind kaum vorstellbare Dimensionen" ,sagt Dinyar Moriabadi.

 

"Schwielochsee und Scharmützelsee haben zu­sammen 23 Quadratkilometer. Das sind unglaubliche Wasser­massen."

Die größte Sorge bereitet den Maustern die geplante Tiefe des Gewässers. So soll es nach jetzigen Planungen auf eine

Höhe von 61,8 bis 63,5 Metern über dem Meeresspiegel gebracht werden.

Maust liegt auf 62 Metern über Null.

"Wir wissen, dass eine dammartige Lamellenwand uns schützen soll", sagt Anwohner Jörg Huschmann.

 

Anm 1.:

Sind die Gründungen der betroffenen Bebauungen auf die vorbergbaulichen  Hochgrundwasserstände ausgerichtet worden bzw. liegen entsprechende hydrologische Gutachten vor?

Die o.g. Stauhöhen entsprechen in etwa den vorbergbaulichen Grundwasserständen.

 

"Aber die Rutschungen in der Region haben gezeigt, wie anfällig Flächen in der Bergbaufolgelandschaft sind." Außerdem befürchten die Männer, dass das Grabensystem von Maust nicht für die kommenden Probleme ausgelegt ist.

"Viele der alten Gräben sind zugeschüttet, müssten erst wieder geöffnet werden", so Dieter Schenkling. "Selbst dann wären sie nur dazu in der Lage, Grundwasser zu regulieren.

" Da aber der Schwarze Graben als Abfluss des Ostsees dienen soll, fürchten die Mauster Überschwemmungen.

"Wir erinnern uns noch an die Sandsäcke des letzten Hochwassers in Cottbus. Mit dem See

und bei zunehmenden Extremwetterlagen haben wir Angst um unsere Häuser“, so Schenkling.

 

 Anm. 2.:

Hier sollte man doch mehr Sachkenntnis walten lassen und nicht unbedingt Apfel und Birnen versuchen miteinander zu vergleichen.

Die Ursachen für das sog. Spreehochwasser (2013) sind ganz woanders zu suchen und haben nichts mit evtl. Problemen des Grundwasseranstiegs nach Auflassung des  Tagebaus und seiner Flutung zu tun. Lediglich die Folgen sind evtl. die gleichen.

 

Er und seine Mitstreiter wollen den See nicht verhindern. Aber wir wünschen uns eine Antwort auf unsere Fragen." Eine mit Vattenfall vereinbarte Gesprächsrunde wurde auf Januar (2015) verschoben. „Das ist uns zu spät“, sagt Sascha Fussan. Die Initiative will rechtzeitig ins Planfeststellungsverfahren eingreifen können.

Kontakt über bi-achtung-ostsee@gmx.de

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.09.2014

 

Anm. 3:

Ich bin mir sicher, dass die Befürchtungen der Mauster von Vattenfall berücksichtigt werden.

 

 

Bergbausanierung mit Sahnehäubchen

Wie die Lausitz die Zauberformel IBA für ein neues Image genutzt hat und Anziehungspunkt für Urlauber wurde

Cottbus Zu DDR-Zeiten war Cottbus der Kohle- und Energiebezirk. Braunkohlegruben, Kraftwerke und Kokereien bestimmten das Bild in der Region vom Spreewald in Lübbenau über Cottbus und Senftenberg bis ins sächsische Weißwasser. Die Kohle gab den Menschen hier in der Lausitz Arbeit, sorgte aber auch für hässliche Landschaften und eine schmuddelige Lebensumwelt. Es grenzt an ein Wunder, dass 25 Jahre nach dem Mauerfall genau diese Region zum Anziehungspunkt für Urlauber geworden ist.

                                           

Professor Rolf Kuhn steht in der Nähe seines Wohnhauses in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) am Ufer des gleichnamigen Tagebausees. Bis Anfang der 1990er-Jahre ist hier aus der Grube Meuro Braunkohle gefördert worden – bis auch das Ende für den letzten DDR-Tagebau im Senftenberger Revier gekommen war. Jetzt dauert es noch gut drei Jahre, dann legen genau vor Kuhns Standort Schiffe an. Sie kommen vom Sedlitzer See durch einen schiffbaren Tunnel, der die B 169 und die Bahnstrecke Cottbus – Senftenberg unterquert, herüber. Kuhn hat für die Tunnelröhre und viele andere Projekte gestritten. Weil für ihn als Chef der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land (2000 bis 2010) immer feststand: „Wir brauchen hier nicht 30 Seen zum Baden. Uns muss etwas Einzigartiges, etwas Unverwechselbares gelingen. Unmögliches gibt es nicht.“


Genau dafür war Kuhn, der für das Abenteuer Lausitzer Seenland den Chefsessel im Bauhaus Dessau verlassen hatte, der richtige Mann zur rechten Zeit am richtigen Ort. Er hat als IBA-Geschäftsführer, als Visionär, Kämpfer und Diplomat ein „goldenes Jahrzehnt“ erlebt. Kuhn mag sich nicht vorstellen, wie es dieser Region und ihren Menschen ohne politische Wende, ohne die Hunderte Millionen Euro des Bundes für die Bergbausanierung, ohne die Bergbausanierer der LMBV und ohne die IBA ergangen wäre.

           


Am Großräschener Seeufer, wo Sanierungsbagger schon vor mehr als einem Jahrzehnt das Hafenbecken in die Böschung geschnitten hatten, lässt der 67-Jährige den Gedanken freien Lauf: das Seenland ohne den liegenden Eiffelturm (die Förderbrücke F 60 bei Lichterfeld), ohne den Stadthafen Senftenberg; ohne schwimmenden Wohnpark und schwimmende Tauchschule, ohne die Landmarke Lausitzer Seenland (die der Volksmund rostiger Nagel nennt) oder ohne Großräschener IBA-Terrassen – „unvorstellbar“, sagt Kuhn. Diese, von Einheimischen und Urlaubern längst in Besitz genommenen, Attraktionen prägen heute das Bild der Region. Und natürlich gehören jene von Menschenhand geformten schiffbaren Kanäle dazu, die zehn Seen im Inneren des Seenlandes miteinander verbinden und den Reiz für Wassersportler ausmachen.
Wenn Kuhn in das Jahr 1999 zurückschaut, dann kann er sich selbst und den politischen Entscheidern nur gratulieren, der „Zauberformel IBA“ gefolgt zu sein. Denn Brandenburgs Landesregierung unter SPD-Ministerpräsident Manfred Stolpe war zunächst zögerlich, einer kostspieligen Internationalen Bauausstellung über einen Zeitraum von zehn Jahren zuzustimmen. Als dies per Kabinettsbeschluss geschehen war, legte der Regierungschef dem IBA-Chef ans Herz, den Grundstein für ein neues Image der Lausitz zu legen.


Von der Kraft und den Chancen der IBA war Rolf Kuhn, der sich mit seinem handverlesenen Team für so manche Vision als Spinner bezeichnen lassen musste, von Anfang an überzeugt. Und davon, dass es nur diese eine Chance geben würde, der Bergbausanierung in der Lausitz ein Sahnehäubchen aufzusetzen. „Aber diese Chance haben wir genutzt“, resümiert er. Allein die drei Wettbewerbe zu den IBA-Terrassen Großräschen, zur Landmarke und zum Hafen Senftenberg hätten Architektur hervorgebracht, die das Lausitzer Seenland mit rund 14 000 Hektar Wasserfläche präge.


Wenngleich Brandenburgs Landesregierung grünes Licht für die IBA gegeben hatte, so befindet sich Kuhn bei seinem Blick ins Seenland an deren eigentlichem „Geburtsort“. Denn in Großräschen hatte der Senftenberger Stadtplaner Wolfgang Joswig 1994 eine „Hommage an Otto Rindt“ ins Leben gerufen. Jenem Lausitzer Landschaftsplaner, der schon in den 1960er-Jahren an der Vision einer Seenkette nach Braunkohlebergbau arbeitete. Rindt hatte mit dem Senftenberger See bereits zu DDR-Zeiten sein Meisterstück in Sachen Landschaftswandel abgeliefert. Joswig und dem Cottbuser Landschaftsarchitekten Helmut Rippl ist es zu verdanken, dass die kühnen Ideen nach der politischen Wende nicht weggebaggert wurden. Deshalb gilt die „Hommage an Otto Rindt“ als die Geburtsstunde der IBA. Denn hier sind in den wenigen noch erhalten gebliebenen Klinkerbauten der einstigen Ilse-Bergbau AG Rindtsche Visionen in Studenten-Workshops weiterentwickelt worden.


Zehn Jahre Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land haben in der Lausitz Wunder gewirkt. Sie hat unübersehbare Spuren hinterlassen, Image verändert. Ihre Kreativität ist überall in der Region nach dem Braunkohlebergbau zu sehen. Für Rolf Kuhn steht fest: „Ohne die IBA wäre das Lausitzer Seenland eine schöne Erholungsregion geworden. Aber nur durch die IBA wird ein neues Image der Lausitz in die Welt getragen.“ Den endgültigen Beweis dafür haben die Macher auf der mit 5000 Quadratkilometern größten Landschaftsbaustelle Europas mit ihrer internationalen Konferenz im Herbst 2009 angetreten. Experten aus 25 Ländern waren beeindruckt davon, wie sich die einst vom Braunkohlebergbau geprägte Landschaft verwandelt hat. Ihr Resümee: „So viele Projekte auf einer überschaubaren Fläche in so hoher Qualität – das ist weltweit einmalig.“ Auch deshalb hat die IBA eine „Lausitz-Charta“ zum Umgang mit geschundenen Landschaften erarbeitet und an die Teilnehmer versandt. „Wir haben unsere Erfahrungen der Welt übergeben“, sagt ein zufriedener Rolf Kuhn.

Gestaltung des Leipziger Neuseenlandes

„Vom Bergmann zum Seemann“ – diese Vision steht über dem Leipziger Neuseenland. 13 größere Gewässer rund um die traditionsreiche Messestadt entstanden überwiegend nach der Wende aus ehemaligen Braunkohletagebauen. Der bekannteste ist der Cospudener See (4,4 Hektar), der in Fahrradnähe zu Leipzig gelegen jedes Jahr gut eine halbe Million Gäste am rund einen Kilometer langen Sandstrand erwarten kann. Fertig gestellt ist bereits eine schiffbare Verbindung zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See. Modernste Fahrgastschiffe für bis zu 400 Personen kreuzen hier. An den Seen entstanden zudem zwei Ferienresorts für verschiedenste Geschmäcker.

Christian Taubert

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.10.2014

 

Zwenkauer See wird im Mai (2015) eröffnet

 Bergbausanierer LMBV schließt die Flutung des Tagebaulochs nach zehn Jahren ab

Der Zwenkauer See wird mit 970 Hektar Fläche das größte Gewässer im Leipziger Neuseen­land sein. Läuft die Flutung plan­mäßig, soll ein Großteil des Sees im Mai 2015 mit einem Hafenfest freigegeben werden. Abgeschlos­sen sind die Sanierungsarbeiten an dem Tagebaurestloch damit aber noch nicht. Im Norden muss noch ein Uferweg gebaut werden.

Der Bergbausanierer LMBV hat 2014 rund 256 Mio. Euro in die Sanierung ehemaliger Braunkoh letagebaue investiert. Das Geld floss in mehr als 500 Projekte.

In künftige Badeseen bei Leipzig und in der Lausitz wurden 85 Mio. m3 Wasser gepumpt. Außerdem wurden Maßnahmen zur Erhaltung der  Wasserqualität der eisenhaltig braunen Spree ergriffen.

 

 Quelle: SUPERillu, Nr. 03/2015

 

Seenkette soll Elster-Flut abfangen

Hochwasser-Studie im März erwartet / Bauplan für Pulsnitz-Deiche im Raum Ortrand

Die Hochwasser-Studie für die Lausitzer Seenkette steht vor dem Abschluss. Mit den Gewässern als große Notspeicher für die Flut aus der Schwarzen Elster vor den Toren Senftenbergs sollen die Stadt und die unteren Fluss-Anrainer deutlich entlastet werden. An der Pulsnitz will das Land Brandenburg bis zum Jahr 2018 kräftig in Wehre und Deiche investieren. Allerdings bleibt dieses Zeitfenster nur bei einem weitestgehend reibungslosen Planungsverfahren realistisch.

 

Die Lausitzer Seenkette soll als Hochwasserspeicher flott gemacht werden, um die Elster-Anrainer besser zu schützen. Foto: Millauer/ddp

Senftenberg/Ortrand. Die Machbarkeitsstudie für Speicherraum in den Lausitzer Seen steht kurz vor dem Abschluss. Das bestätigt Kurt Augustin, der Abteilungsleiter Wasser und Bodenschutz im Umweltministerium des Landes Brandenburg. Die Stadt Senftenberg, voran das Bürgerbündnis für trockene Keller in der geplagten Vogelsiedlung, hatte die Forderung aufgemacht, Hochwässer der Schwarzen Elster vor den Stadttoren in die Bergbaufolgeseen abzuleiten und generell auch das Speicherbecken Niemtsch weniger hoch anzustauen. Dies entlastet die Wohnsiedlungen, die vernässen. Der Hochwasserschütz würde auch für die unteren Elster-Anrainer deutlich kostengünstiger. Denn: "Was in den Seen zurückgehalten wird, kann in Lauchhammer, Bad Liebenwerda und Herzberg auch nicht mehr ankommen", sagt Reinhard Heepe, der Wasserwirtschaftler im Unruhestand.

Den Ergebnissen der Studie sehen die Senftenberger gespannt entgegen. An einem Runden Tisch versuchen sie, die Wasserprobleme komplex zu lösen. Am Dienstag nächster Woche tagt die Arbeitsgruppe wieder. Kurt Augustin stellt für diese Beratung erste Informationen zum Zwischenstand der Hochwasser-Studie in Aussicht. Die Fakten zu den notwendigen technischen Voraussetzungen und Kosten werden wahrscheinlich Ende März vorliegen. Aufschluss müsse die Studie vor allem auch dazu geben, wie in die Seenkette eingeleitete Hochwässer in der geforderten Qualität wieder in den Elster-Lauf ausgeleitet werden können. "Das ist entscheidend dafür, ob die Seenkette als Hochwasserspeicher ertüchtigt wird", betont Kurt Augustin. In den Startlöchern stehe das Land bereits. Für das nationale Hochwasserschutzprogramm, das Bund und Länder mit 5,7 Milliarden Euro gemeinsam finanzieren, ist das Vorhaben "Retensionsflächen in der Bergbaufolgelandschaft" (also natürlicher Speicherraum für den Hochwasserfall) schon angemeldet. Auf Platz 1 für das Jahr 2016. Acht Projekte hat Brandenburg angemeldet.

An der Pulsnitz hat der Freistaat Sachsen die Brandenburger Leidensgemeinschaft jetzt davon überzeugt, dass in der Königsbrücker Heide keine Rückhalte-Potenziale über die natürlichen Überschwemmungsflächen hinaus geschaffen werden können. Begründet wird dies mit zu hohen Kosten für die zwingend erforderliche Munitionsberäumung. "Jeder Deich im weiteren Pulsnitz-Verlauf ist wesentlich billiger", erklärt Kurt Augustin. Dies sei nachvollziehbar erläutert und auch akzeptiert worden. Die Pulsnitz sei in der Heide in einem guten ökologischen Zustand, durchfließe Auenwälder und könne sich breitmachen. Aber an der Grenze zu Brandenburg werde der Flusslauf nun mal eng.

Deshalb sollen die Hochwasserschutzanlagen und Deiche im Raum Ortrand komplett ertüchtigt werden. Das erforderliche Planfeststellungsverfahren soll schon in Kürze eröffnet werden. In neun bis zwölf Monaten sei es bestenfalls abzuschließen. Bei Widerstand der Anrainer könnten aber auch zwei bis drei Jahre ins Land gehen.

Vorgesehen ist, mit dem Bauprogramm in vier Jahren fertig zu sein. Und damit lösten sich auch für Ortrand akute Gefahren in Wohlgefallen auf. Noch ist die Pulsnitz für die bewohnten Grundstücke unmittelbar am Flusslauf äußerst bedrohlich.

Fest steht nun, dass das Pulsnitzwehr in Kroppen in diesem Jahr erneuert wird. Das Bauvorhaben war schon mehrfach in die Warteschleife gestellt worden.

 

Die Pulsnitz, hier im Juni vor zwei Jahren bei Lindenau, wird oft zum reißenden Fluss. Foto: Rudolf Kupfer/rkp1

 

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.02.2015

 

SPD fordert freien Ostsee-Zugang (auszugsweise)

Ufergrundstücke sollen öffentlich sein / Stadtverordnete sorgen sich um Finanzierung     

 

Cottbus Der Cottbuser Ostsee soll gestaltet und nicht nur verwaltet werden. Im Rathaus muss es einen Beauftragten für die Entwicklung des Gewässers geben. Die Grundstücke am Ufer müssen öffentlich zugänglich sein. Das fordern die Cottbuser Sozialdemokraten.

Schon bevor der Braunkohletagebau Cottbus-Nord ab 2018 geflutet wird, muss klar sein, in welche Richtung sich der künftig größte künstliche See in Deutschland entwickelt. Das sagen die Cottbuser Sozialdemokraten. Deshalb haben sie jetzt gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesbergamtes Klaus Freytag sowie Experten des Bergbau-Unternehmens das Thema in einer Mitgliederversammlung diskutiert.

"Die Lausitzer Tagebaulandschaft verändert ihr Gesicht, wobei der Cottbuser Ostsee das wichtigste Projekt in und für Südbrandenburg ist. Diesen Wandel wollen wir gestalten und nicht nur verwalten", beschreibt Martina Münch die Motivation der Cottbuser Sozialdemokraten, sich diesem Thema zu widmen.

….

Der Umweltverband Grüne Liga sieht hingegen in der geplanten Flutung des Tagebaus Cottbus-Nord eine schleichende Gefahr für das Biosphärenreservat Spreewald. Er fordert, den Tagebaubetreiber nicht aus der Haftung für Folgeschäden zu entlassen, die erst Jahre nach der Flutung des Sees auftreten können.

 

                          

 

"Die von Vattenfall vorgelegten Unterlagen können nicht ausschließen, dass eisenhaltiges Kippenwasser die unterirdische Dichtwand bei Neuendorf umströmt. Dann würde es sich ohne jede Barriere in Richtung Spreewald bewegen", so René Schuster.

Anm.: Bitte erst einmal sachkundig machen. Es gibt eine  Grundwasserhydraulik.

Vattenfall widerspricht dieser Darstellung. Der von der Grünen Liga prognostizierte unterirdische Abstrom aus dem See finde nicht statt. Vielmehr stelle der See überall, wo er nicht von einer Dichtwand umgeben ist, eine Senke für das Grundwasser dar. Damit fließe das Grundwasser in den See hinein, nicht hinaus. Aus dem See könne Wasser nur oberirdisch über den Auslauf in den Schwarzen Graben abfließen. Es würden keine schädlichen Eisenkonzentrationen über den Schwarzen Graben ausgeleitet, so eine Unternehmenssprecherin.

….

Sven Hering

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.02.2015

 

Frist für Einwendungen gegen Tagebausee läuft ab

Potsdam/Cottbus Nördlich von Cottbus soll aus dem noch betriebenen Tagebau einmal ein riesiger See entstehen. Nicht alle sind mit den Plänen zufrieden. Die Frist für Einwendungen endet.

Nur noch bis einschließlich Mittwoch (25.02.2015) können Einwendungen gegen den geplanten Tagebausee bei Cottbus eingereicht werden. Es lägen bereits mehrere Schreiben vor, teilte das Landesbergbauamt am Dienstag in Cottbus mit. Der Tagebau Cottbus-Nord von Vattenfall wird Ende des Jahres ausgekohlt sein. Der schwedische Energiekonzern plant, aus der Grube einmal einen riesigen See entstehen zu lassen.

Derzeit läuft dazu ein Planfeststellungsverfahren beim Landesbergauamt.

Der «Ostsee» mit geplanten 1900 Hektar soll einmal das größte Gewässer im Lausitzer Tagebauseengebiet werden; ab etwa 2019 wird die Grube voraussichtlich mit Wasser gefüllt.

Nicht alle sind mit den jetzigen Plänen zufrieden –

etwa Brandenburgs Bündnisgrüne, die verbindliche Grenzwerte für die Wasserqualität fordern. Konkret geht es um den Eisen- und Sulfatgehalt des Wassers, das eines Tages vom See auch in Richtung Spree abfließen wird.

Beim Sulfat sprachen sich die Grünen in der am Dienstag (24.02.2015) veröffentlichten Einwendung zum Planfeststellungsverfahren für einen Grenzwert von 250 Milligramm je Liter aus. Dies sei die gesetzliche Vorgabe für Trinkwasser.

Anm.:   Bade-und Erholungsgwässer mit Trinkwasserqualität ??? Wo leben wir denn ???

Auch der Umweltverband Grüne Liga legte Widerspruch ein. Für Eisen verlangen die Grünen eine Grenze von einem Milligramm je Liter.

Sie befürchten, dass die Wasserqualität im Spreewald durch die sogenannte Verockerung weiter beeinträchtigt wird. Damit hat Brandenburg vielerorts zu kämpfen.

Ein Grund sind stillgelegte Tagebaue: Dort dringt Eisenocker ins Grundwasser, färbt es braun und gelangt in die Flüsse. Als die Tagebaue noch in Betrieb waren, war das Grundwasser abgepumpt worden. Die Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren prüft das Landesbergbauamt. dpa

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.02.2015

 

Anm.:  Alle Skeptiker, wie die Bürgeriniative „Achtung Ostsee“, Grüne, Grüne Liga etc.

sollten sich vor ihren Kritiken, Bedenken und Zweifeln an Gutachten, erst einmal sachkundig

 machen und  vielleicht den nachstehenden Artikel studieren.

Herr Gockel ist einer der erfahrensten Grundwasserhydrologen und weiß durch seine

jahrzehntelange Tätigkeit auf diesem Gebiet, wovon er spricht.

 

Querelen um den künftigen Ostsee unnötig

Cottbus Zur Diskussion um die künftige Gestaltung des Cottbuser Ostsees, das Genehmigungsverfahren und die geplante Speicherfunktion schreibt Gert Gockel, er war Wasserwirtschaftler bei der LMBV. Mich als langjährig auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft Tätigen verwundern die dauernden Querelen um den künftigen Ostsee.

Schließlich dient die Herstellung des Bergbaufolgegewässers dem Ausgleich des bergbaulichen Eingriffs in den Wasserhaushalt und ist ein Baustein zur Wiederherstellung sich weitgehend natürlich regulierender wasserwirtschaftlicher Verhältnisse in den vom Bergbau beeinflussten Gebieten.

Die gesetzlichen Regelungen verpflichten den Veranlasser für die Gewässerherstellung mit dem Antrag auf Genehmigung die Umweltauswirkungen des Vorhabens zu untersuchen und im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung die Auswirkungen auf die Schutzgüter zu bewerten. Dabei gilt es auch, die Auswirkungen auf den Grundwasserstand durch die Gewässerherstellung auch bei Nutzung als Hochwasserspeicher zu betrachten. Das vorbergbauliche Niveau gilt als Maßstab und ist nicht zu überschreiten.

Vattenfall wie auch die LMBV verfügen über zuverlässige Werkzeuge (Hydrologische Modelle) für die Prognose der sich mit der Gewässerherstellung im Umfeld einstellenden Grundwasserstände. (…) Mit entscheidend für die Höhe der sich einstellenden Grundwasserstände im Umfeld des Ostsees ist die Vorflutgestaltung. Schon unsere Vorfahren haben lange vor dem Bergbau durch Anlage von Grabensystemen Vernässung bekämpft. So geschehen auch im Umfeld des künftigen Ostsees. Es gilt der Grundsatz: Was an Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung nicht ober- oder unterirdisch abgeleitet wird, führt zu Grundwasseranstieg bzw. auf Dauer zur Vernässung.

Leider sind diese Gräben in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt, teilweise überbaut oder zugeschüttet worden. Deshalb ist Hinweis des Ingenieurbüros Gerstgraser zur Anlage eines intakten Grabensystems für die Beherrschung starker Niederschläge, ein wichtiges Signal, das auch für andere bergbaulich grundwasserbeeinflusste Gebiete gilt. Gegenwärtig versickern, begünstigt durch die geologischen Verhältnisse starke Niederschläge und deren Abförderung erfolgt über die Anlagen des Tagebaus. Künftig müssen intakte Grabensysteme diese Aufgabe übernehmen.

An die Adresse der Bürgerinitiative "Achtung Ostsee" sei der Hinweis gerichtet:

Zweifel an den Aussagen des Gutachtens über den Einfluss des künftigen Cottbuser Ostsees, nur weil das Büro auch für Vattenfall arbeitet, sind unangemessen.

Ein Ingenieurbüro wird seinen fachlichen Ruf und damit den Verbleib am Markt nicht aufs Spiel setzen, nur um mit einer

zweifelhaften Aussage einem Auftraggeber einen Gefallen zu erweisen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.02.2015

 

Anm.: Dieser Meinungsäußerung ist überhaupt nichts hinzuzufügen und sie sollte zum Nachdenken anregen.

 

Der nachfolgende Artikel war schon unter der Rubrik "hochwasserspree5" zu lesen, aber wegen des Diskussionsbeitrages von Dr. Kühne

(letzter Absatz) wurde er an dieser Stelle noch einmal mit der entsprechenden Kommentierung aufgenommen:

 

Auch in der Lausitz gibt es ein Leben nach der Braunkohle

Filmische Bilanz der Spreeauen-Renaturierung

Cottbus. Es ist das größte Flussumbauprojekt Brandenburgs: Über einen Zeitraum von fast zehn Jahren wurde der Lauf der Spree zwischen Schmogrow (Spree-Neiße) und Cottbus-Döbbrick völlig verändert, die Uferzonen renaturiert und Lebensräume für bedrohte Tierarten geschaffen.

 

                                                          

Premiere im Obenkino: Lebensader Fluss – die Renaturierung der Spreeaue, ein Dokumentationsfilm von Donald Saischowa. Foto: mih1

 

Der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa hat die Renaturierungsmaßnahmen begleitet und im Auftrag des Energiekonzerns Vattenfall dokumentiert. Aus diesem Material und zahlreichen Interviews hat er jetzt den Film "Lebensader Fluss" zusammengestellt, der im Cottbuser Obenkino erstmals gezeigt wurde.

Der Film dokumentiert die Geschichte der Renaturierung: Das Energieunternehmen Vattenfall kompensiert damit die Abbaggerung der Fischzuchtteiche Lakoma, die unter europäischem Schutz standen. Die politischen Diskussionen um die damalige Abbaggerung, die vehementen Proteste von Umweltgruppen und die Besetzung der Lakomaer werden im Film ausgespart. Saischowa zeigt den technischen Vorgang des Flussumbaus: Da kommen Mitarbeiter der Baufirmen ebenso zu Wort wie Vertreter von Vattenfall, das federführende Ingenieurbüro Gerstgraser, Ornithologen und Vertreter der Teichwirtschaft, die ihre Karpfenaufzucht zugunsten des Tagebaus umstrukturiert haben. Das Fazit der Interviewpartner: Die neu entstandene Flusslandschaft sei ein vollwertiger Ersatz für die zerstörten Lakomaer Teiche, die Umsiedlung der bedrohten Tier- und Pflanzenarten geglückt, der Tourismus werde bereichert.

Dr. Christoph Gerstgraser, Chef des gleichnamigen Ingenieurbüros schilderte den Wandel einer strukur- und artenarmen Spree hin zu einem dynamischen Gewässer mit hoher Artenvielfalt und hohem Freizeitwert. Immerhin 30 Millionen Euro hat Vattenfall in das Projekt investiert – das Ergebnis wurde von fast allen Anwesenden als gelungen gelobt.

Einzig Dr. Martin Kühne, Stadtverordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erinnerte: "Lakoma musste verschwinden, damit das Kraftwerk Jänschwalde 18 Monate Volllast fahren konnte."

Auch vor dem nächsten Großprojekt der Renaturierung, dem Cottbuser Ostsee, warnte er. "Der See hat eine Fläche von 19 Quadratkilometern, ist aber im Schnitt nur 2,7 Meter tief. Man stelle sich vor, was aus so einem flachen See in einem heißen Sommer wird – eine trübe Brühe." hil

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.03.2015

 

Anm.: In der sich nach der Vorführung des Films anschließenden Diskussion kam auch das

 

Thema „Ostsee“ zur Sprache, obwohl es mit dem Thema des Abends fast nichts zu tun hatte (siehe letzter Absatz oben).

 

Leider wurden in dem Bericht die kritischen Worte von  Prof. Dr. Günter Bayerl,

BTU Cottbus-Senftenberg zu diesem Dikussionsbeitrag von Dr. Kühne nicht erwähnt.

Sinngemäß sagte Prof. Dr. Günter Bayerl, dass der Cottbuser Ostsee ein Segen für die

 Region sei. Er kenne keine andere Stadt in der Größe von Cottbus außer Konstanz (am

Bodensee), die direkt an einem großen See liegt und man solle nicht alles von Vornherein

kaputt reden.

 

Der Satz

"….Der See hat eine Fläche von 19 Quadratkilometern, ist aber im Schnitt nur 2,7 Meter tief. Man stelle sich vor, was aus so einem flachen See in einem heißen Sommer  wird – eine trübe Brühe."

von Dr. Kühne kann nicht unwidersprochen hingenommen werden.

Dr. Kühne sollte sich vor derartigen Aussagen erst einmal mit den mittleren Werten der

jährlichen Verdunstung freier Wasserflächen vertraut machen.

In unserer Region beträgt die mittlere Verdunstungshöhe freier Wasserflächen etwa 600 bis

650 mm (das sind etwa 60 bis 65 cm) und  selbst ohne Fremdwasserzuführung ist das für die

Nutzer kaum bemerkbar und wird definitiv zu keiner „trüben Brühe“ führen.

Ausgeglichen wird dieses Defizit meist durch die Winterniederschläge, verbunden mit einer geringeren  Verdunstungsrate.

 

Im Übrigen müssten alle Seen des Lausitzer Seenlandes schon oft wegen der

Verdunstungsraten nicht mehr nutzbar sein.

 

An dieser Stelle ein Link, der zu den den langjährigen Beobachtungswerten der Verdunstung

des Deutschen Wetterdienstes führt: 

http://www.dwd.de/sid_lpD3T9nJLvnppjYNz292nhpwFkLG8yLkznWknTlCxGvCfBykhyvv!63569606!826908601!1400760244081/bvbw/appmanager/bvbw/dwdwwwDesktop?_nfpb=true&_pageLabel=dwdwww_result_page&portletMasterPortlet_i1gsbDocumentPath=Navigation%2FOeffentlichkeit%2FKlima__Umwelt%2FHM%2FVerdunstung__node.html%3F__nnn%3Dtrue

 

 

Stadt will Ostsee ohne Speicher

Cottbus lehnt variable Wasserstände ab / Studie zu Grundwasser gibt Entwarnung

Cottbus Die Stadt Cottbus lehnt eine Speicherfunktion und damit variable Wasserstände im künftigen Ostsee ab. Für die Grundwasserhöhen in den Anliegerorten ist der See laut einer Studie unproblematisch.

Hunderte Seiten Papier mit Plänen für den künftigen Cottbuser Ostsee hat Christoph Gerstgraser in den vergangenen Wochen studiert. Das Urteil des Chefs des gleichnamigen Ingenieurbüros für Renaturierung ist deutlich: "Aus rein fachlicher Sicht reichen die Planungsunterlagen für eine Speicherfunktion des Sees nicht aus", erklärt er.

So sollen Ufer und Böschungen zwar so gestaltet werden, dass der Wasserstand zwischen mehreren Metern variieren kann. Doch damit alleine ist es nicht getan. Sorgen bereitet Gerstgraser vor allem der Abfluss. Sollte der See nämlich als Puffer, zum Beispiel bei Hochwasser, genutzt werden, müsste auch deutlich mehr Wasser innerhalb kürzerer Zeit abgeleitet werden. Das gelingt aber nur, wenn der Schwarze Graben als Ableiter ausgebaut wird. 13 Meter breit wäre der neue Graben laut Plan. Und sehr flach. "Der müsste permanent unterhalten werden, sonst würde er sofort verschilfen", erklärt Gerstgraser. Die Kosten müsste die Kommune tragen. "Die Ableitung wird aus unserer Sicht so nicht funktionieren", so Gerstgraser.

Schwankungen möglich

Doch warum soll der Ostsee überhaupt eine Speicherfunktion erhalten? Bereits im Jahr 1997 untersuchte ein Gutachten die Möglichkeit einer Speichernutzung bei verschiedenen Wasserständen. Daraufhin wurden beide Bergbauunternehmen, Vattenfall und LMBV, nach dem Abschlussbetriebsplan verpflichtet, alle Uferböschungen für Wasserstandsschwankungen zwischen 61,8 bis 63,5 Metern über Normallnull zu gestalten. Doch Vattenfall selbst plädiert im aktuellen Planverfahren für einen konstanten Seewasserstand von 62,5 Metern. Würde der See allerdings Speicherfunktionen übernehmen, würde er zum Gewässer erster Ordnung aufsteigen. Dann müsste das Land für einen Teil der Aufwendungen aufkommen. Ohne Speicherfunktion bleibt der See ein Gewässer zweiter Ordnung – und allein in kommunaler Verantwortung.

Die Stadt jedenfalls wird in ihrer Stellungnahme zum laufenden Planverfahren beim Landesbergamt eine Speicherfunktion ablehnen. Darauf hat sich der Umweltausschuss in dieser Woche verständigt. Zugleich hofft die Kommune auf eine schnelle Entscheidung in dieser Frage. Denn vom künftigen Wasserstand wird es abhängen, wie zum Beispiel die Hafenanlagen konzipiert und gebaut werden müssen.

Zu einem anderen umstrittenen Thema gibt es hingegen schon jetzt eine klare Aussage. So wird der Ostsee den Grundwasserstand in den Anliegerorten kaum beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Ingenieurbüros Gerstgraser. Die Fachleute haben danach Prognosen für die Zeit nach der Flutung des Sees erstellt. Nasse Füße wegen des Ostsees müsse kein Ortsteil befürchten, so Christoph Gerstgraser. Auch die Mülldeponie bei Saspow ist nach seinen Aussagen sicher. Zwischen Deponiefuß und Grundwasser werden demnach zwei Meter liegen.

Gräben für Regenwasser

Gerstgraser erneuerte allerdings seinen Appell, dass die Gräben dringend in Ordnung gebracht werden müssten. Das sei wichtig, um das Regenwasser ordentlich ableiten zu können.

Für Neu-Schmellwitz unterbreiten die Fachleute schon einen konkreten Vorschlag: Querschnitt verringern und die Sohle anheben. Erst dann sei dort gewährleistet, dass wieder regelmäßig Wasser durch die Gräben fließt. Gegenwärtig steht dort eine unansehnliche rot-braune Brühe. Sven Hering

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.04.2015

 

Stadt will einen Ostsee- Beauftragten

Experte soll sich hauptamtlich um Gewässer kümmern / Kommune gegen Speicherfunktion

 

Stellungnahme auf 46 Seiten: Die Stadt Cottbus stellt eine ganze Reihe Forderungen an die Flutung des Ostsees. Kritisch sieht sie un­ter anderem die Speicherfunktion des Sees und den Ausbau des Schwarzen Grabens. Mindestens genauso wichtig ist eine Ankündi­gung der Bürgermeisterin. Im Rat­haus soll es offenbar künftig einen Ostsee-Beauftragten geben.

 

Von Sven Hering und Peggy Kompalla

 

Cottbus. Bis Ende des Monats (Juni 2015) wird die Stellungnahme der Stadt Cottbus zur Flutung des Ostsees im Landesbergamt erwartet. Der Behörde obliegt die Planungsho­heit für das Mammut-Projekt. Denn in den Jahren 2018 bis 2024 entsteht vor den Toren der Stadt Brandenburgs größtes Gewässer. Dafür ist das wasserrechtliche Planverfahren notwendig, in des­sen Verlauf alle Betroffenen an­gehört werden. So auch die Stadt Cottbus.

Die Kernfrage, die auch andere Anrainer umtreibt, dreht sich da­bei um die künftige Funktion des Sees. Zwar ist eine Speichermög­lichkeit von Vattenfall nicht be­antragt worden. Aber die Böschungsgestaltung, die Größe des Auslaufbauwerkes und die Di­mension des Schwarzen Grabens als Ableiter lassen die Vermutung zu, dass der See durchaus als Speicherbecken dienen könnte. "Technisch ist das alles machbar", sagt der Wasserbauexperte Christoph Gerstgraser, der ge­meinsam mit der Stadt die Stel­lungnahme erarbeitet hat. "Doch viele Dinge werden dann auch wesentlich teurer", ergänzt er. Das Land müsse deshalb umge­hend diese Frage klären.

Ein Hauptkritikpunkt in der Stellungnahme ist der geplante massive Ausbau des Schwarzen Grabens. Über diesen soll künftig das Wasser aus dem Ostsee in Richtung Spreewald abgeleitet . werden. Doch laut Gerstgraser wird der Graben in den aktuell veranschlagten Ausmaßen nicht funktionieren. Weil er außerdem sehr breit und sehr flach sei und das Wasser in der Regel nur mit einer geringen Geschwindigkeit fließen wird, befürchtet Gerst­graser, dass sich innerhalb kurzer Zeit sehr viel Schilf bilden wird. Der Aufwand, um das Gewässer in Schuss zu halten, sei damit enorm. Die Kosten müssten die Stadt und Anliegergemeinden

tragen. Das lehnt Cottbus ab.

Geklärt werden müsse zudem die Ableitung von Regenwasser aus Sandow und den Gewerbege­bieten bei Merzdorf in den Ham­mergraben. Bei starken Nieder­schlägen drohe sonst ein Rück­stau. Außerdem fordert die Stadt, dass das Grabensystem in Will­mersdorf instand gesetzt wird. Das sei Voraussetzung, damit die Willmersdorfer keine nassen Fü­ße bekommen.

Der geplante Fischaufstieg im Willmersdorfer Seegraben funk­tioniert nach Auffassung der Stadt nicht. Stattdessen sollte ein Fisch-Kanu-Pass in den Graben eingebaut werden. Kanuten

könnten dann über die Spree in den Ostsee gelangen.

Auch um die Beschaffenheit der künftigen Strände geht der Stellungnahme. So soll überprüft werden, ob der vorhandene Sand überall geeignet ist. Es bestehe die Gefahr, dass langfristig Land durch die Wellen abgetragen wird und damit Strandbereiche verschwinden. .

Unterdessen ist die Stadt Cottbus offenbar dabei, im Rat einen Ostsee- Beauftragten zu installieren, der sich hauptamtlich mit dem Thema beschäftigt. „Das muss ein Experte sein", betont Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD). "Wir sind da in Vorbereitung." Nähere Auskunft wollte sie im Wirtschaftsaus- schuss am Mittwochabend nicht geben. Nur so viel: "Der Oberbürgermeister wird darüber informieren."

 

VOM TAGEBAU ZUM OSTSEE

 

. 1975 Entwässerungsbeginn.

. 1978 bis 1982 Aufschluss der Lagerstätte.

. 1981 Beginn der Kohleförderung.

. 1993 bis 2007 Herstellung Dichtwand (sieben Kilometer)

. 2015 Ende der Kohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord

. 2016 bis 2018 Sanierung Kippen- und Böschungsbereiche

. 2018 bis 2024 Flutung des Ostsees.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.06.2015

 

Cottbus macht ernst mit dem Ostsee

Projektleiter gesucht / Zweckverband im Gespräch / Spree-Neiße fordert Speicher

Cottbus Cottbus meint es ernst: Die Ostsee-Projektleiter-Stelle fürs Rathaus soll ausgeschrieben werden. Die Gründung eines Zweckverbandes wird geprüft und die Entscheidung zur Kaimauer steht an. Derweil hat der Landkreis Spree-Neiße andere Ansprüche an den künftigen See als die Stadt.

                                                  

Bislang ist der Ostsee ein Tagebau im Cottbuser Norden. Aus diesem Schlauch soll bis 2024 Brandenburgs größter See werden. Foto: mih

Der Wasserhahn für den Cottbuser Ostsee wird in drei Jahren aufgedreht. Bis dahin muss die Stadt eine Menge Vorkehrungen treffen. Erste Entscheidungen sind jetzt nötig, obwohl der Tagebau Cottbus-Nord bis dato nicht ausgekohlt ist. Dabei zeigt sich ein großes Manko: Cottbus hat bislang keine klare Vorstellung, wie seine Zukunft als Seestadt aussehen wird.

Exemplarisch ist das bei der aktuellen Diskussion um die Kaimauer zu beobachten. Die Mehrzahl der Abgeordneten fühlt sich unter Druck gesetzt und wohl auch teils überfordert. Denn sie müssen heute Entscheidungen für eine Zukunft fällen, die ihnen offenkundig nicht ganz klar ist.

Die Zeit drängt, denn die Uferbefestigung sollte nicht nur geplant, sondern auch gebaut sein, bevor das Wasser kommt. Jörg Schnapke (CDU) stellt mit Unmut fest: "Jahrelang haben wir nichts vom Ostsee gehört und jetzt müssen wir Entscheidungen fällen, die nachhaltig sind." Der Bauunternehmer und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses betont: "Wir dürfen nicht am falschen Ende sparen." Dietmar Schulz (CDU) aus Gallinchen legt nach: "Um mich auf eine Länge der Kaimauer und damit eine der drei Varianten festzulegen, muss ich doch wissen, was auf die Flächen kommen soll." Eine wirklich befriedigende Antwort darauf gibt es aus dem Stadtplanungsamt dazu nicht. Martin Kühne (Grüne) fordert vor allem eines: "Zwischen Uferkante und Bundesstraße muss möglichst viel Distanz."

Dann ist da noch die Sache mit dem Speicher. Das Land Brandenburg hat sich noch nicht festgelegt, ob der Ostsee künftig als Speicherbecken genutzt werden soll. Deshalb fragt Joachim Käks (CDU) provokant: "Es ist doch die Frage, ob der Speicher kommt oder nicht. Oder können wir künftig auf der Promenade ein Nichtschwimmerbecken anlegen?" Darauf gibt es diesmal eine klare Antwort von Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD). "Die Planungen für die Kaimauer sind so angelegt, dass sie auch für einen Speicher geeignet sind", betont die Chefin des Baudezernats.

In puncto Ostsee als Speicher gibt es darüber hinaus unterschiedliche Auffassungen zwischen Cottbus als größtem Anrainer und dem Landkreis Spree-Neiße. Während die Stadt die Speicherfunktion vor allem aus Kostengründen ablehnt, fordert der Landkreis eine Staubewirtschaftung des Ostsees, um bei Niedrigwasser Spree und Spreewald mit ausreichend Wasser zu versorgen. In der Stellungnahme heißt es darüber hinaus: "Der Stauraum der Talsperre Spremberg steht nur noch stark eingeschränkt zur sicheren Oberflächenwasserversorgung der Spree und des Spreewaldes zur Verfügung, da dieser derzeit eine wichtige Funktion für den Rückhalt von Eisenhydroxit zu erfüllen hat." Sprich: Die Talsperre ist unfreiwillig zum Fluss-Filter avanciert, dessen Fluttore nicht beliebig geöffnet werden können.

Es sind also eine Menge loser Enden, die in nächster Zeit vernünftig zusammengeführt werden müssen, damit Cottbus von seinem Seestadt-Status in Zukunft profitiert. Aus diesem Grund hat sich Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) für einen neuen Posten im Rathaus ausgesprochen: Projektleiter Ostsee. Die Stelle soll möglichst bald ausgeschrieben werden, damit sie bereits im September besetzt werden kann. "Das muss ein Fachmann sein", betont Kelch. Die zusätzliche Stelle geht in die Haushalts-Diskussion. Die Abgeordneten aller Parteien signalisieren Wohlwollen für diesen Vorstoß. Ebenso für einen Antrag der SPD, die Gründung eines Zweckverbandes Cottbuser Ostsee zu prüfen. Der könnte aus Sicht der Kommunalpolitiker dabei helfen, strategische Planungen für Tourismus oder die Betreibung der Infrastruktur zwischen allen öffentlichen Partnern zu koordinieren.

Rathaus und Kommunalpolitik haben offensichtlich den Ernst der Lage erkannt.

Zum Thema:

1975 Entwässerungsbeginn.

1978 bis 1982 Aufschluss der Lagerstätte.

1981 Beginn der Kohleförderung.

1993 bis 2007 Herstellung Dichtwand (sieben Kilometer).

2015 Ende der Kohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord.

2016 bis 2018 Sanierung Kippen- und Böschungsbereiche.

2018 bis 2024 Flutung des Ostsees.  Peggy Kompalla

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.06.2015

 

Bergbausanierer im Rückblick: «Es gab riesige soziale Probleme»

Senftenberg Den Braunkohlerevieren Ostdeutschlands steht erneut ein Strukturwandel bevor. Es ist nicht das erste Mal. Der Bergbausanierer LMBV, der jetzt seine 20 Jahre alte Geschichte feiert, gestaltete bereits große Umwälzungen nach der Wende mit. Wie war das damals?

ARCHIV - Klaus Zschiedrich, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am 16.05.2014 auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Raddusch (Brandenburg). Foto: dpa

Wo vor Jahrzehnten Bergbauarbeiter Braunkohle förderten, schwimmen heute Menschen. Aus vielen Kohlegruben in Ostdeutschland sind Seen geworden. Nach der Wende gab es einen großen Umbruch für viele Braunkohlereviere. Der Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gestaltete den Wandel maßgeblich mit. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Zschiedrich, spricht im dpa-Interview über die 20 Jahre alte Geschichte des Bundesunternehmens, die Veränderungen in der Braunkohleindustrie und die Flutung der Seen.

Frage: Wegen Hitze und Trockenheit wird in diesem Jahr weniger Flusswasser in die Tagebau-Seen geleitet als eigentlich geplant. Steht der langfristige Zeitplan zur Flutung der ehemaligen Gruben auf dem Spiel?

Antwort: Nein. Wir sehen aus der gegenwärtigen Situation keine gravierenden Verschiebungen. Die großen Seen als Folge des Bergbaus in der Lausitz werden seit vielen Jahren planmäßig geflutet. Wir haben dort parallel einen natürlichen Anstieg des Grundwassers und wir haben Fremdwasser aus der Schwarzen Elster, Spree und der Lausitzer Neiße zugeführt. 

 

Bergbausanierer im Rückblick: «Es gab riesige soziale Probleme»

 

Senftenberg Den Braunkohlerevieren Ostdeutschlands steht erneut ein Strukturwandel bevor. Es ist nicht das erste Mal. Der Bergbausanierer LMBV, der jetzt seine 20 Jahre alte Geschichte feiert, gestaltete bereits große Umwälzungen nach der Wende mit.

Wie war das damals?

Wo vor Jahrzehnten Bergbauarbeiter Braunkohle förderten, schwimmen heute Menschen. Aus vielen Kohlegruben in Ostdeutschland sind Seen geworden. Nach der Wende gab es einen großen Umbruch für viele Braunkohlereviere. Der Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gestaltete den Wandel maßgeblich mit. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Zschiedrich, spricht im dpa-Interview über die 20 Jahre alte Geschichte des Bundesunternehmens, die Veränderungen in der Braunkohleindustrie und die Flutung der Seen.

Frage: Wegen Hitze und Trockenheit wird in diesem Jahr weniger Flusswasser in die Tagebau-Seen geleitet als eigentlich geplant. Steht der langfristige Zeitplan zur Flutung der ehemaligen Gruben auf dem Spiel?

Antwort: Nein. Wir sehen aus der gegenwärtigen Situation keine gravierenden Verschiebungen. Die großen Seen als Folge des Bergbaus in der Lausitz werden seit vielen Jahren planmäßig geflutet. Wir haben dort parallel einen natürlichen Anstieg des Grundwassers und wir haben Fremdwasser aus der Schwarzen Elster, Spree und der Lausitzer Neiße zugeführt. 

 

 

Das Management der Seen-Flutung ist eine der LMBV-Kernaufgaben – hier der Kanal zwischen Sabrodter und Spreetaler See. Foto: LMBV/P. Radke

 

Frage: Wem gehören die Seen, die die LMBV betreut?

Antwort: Das ist unterschiedlich. Zum großen Teil noch dem Bund, aber auch schon vereinzelt Privateigentümern. Einige Seen gehören den Kommunen und einige werden einmal in Landeseigentum übergehen. Zum Beispiel hat das Land Sachsen schon 2009 entschieden, alle wichtigen Bergbauseen zu übernehmen. Brandenburg will die großen Seen im Land in Landeseigentum überführen, während in Sachsen-Anhalt fast alle Seen schon verkauft sind. Sie wurden zunächst den Anliegerkommunen angeboten und dann an deren Zweckverbände oder aber auch an private Unternehmen veräußert.

(Anm.: Die Gegner der Verklappung von Eisenhydroxidschlamm in den

 Altdöberner See sind noch nicht die EIGENTÜMER des Sees)

Frage: Bei der Flutung der Tagebau-Gruben ist das Problem Eisenocker aufgetaucht. Das Eisen mischt sich mit dem Wasser und färbt es braun, daher muss technisch gegengesteuert werden. Das kostet Geld. Werden sich Länder angesichts solcher Folgen womöglich als Käufer von Seen zurückziehen?

Antwort: Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Denn wir haben frühzeitig mit dem Bund und den jeweiligen Ländern – insbesondere Brandenburg und Sachsen - besprochen, dass die LMBV bei einer Übertragung eines Sees die höheren Ausgaben, die gegenüber einem natürlichen See entstehen, grundsätzlich erstattet. Mit anderen Worten: Das ist seitens des Bunds sicherlich eine Investition in die Zukunft. Die zusätzlichen Ausgaben für den Unterhalt der Seen werden dabei höher als der eigentliche Verkehrswert der Wasserflächen sein.

Frage: Der Bergbausanierer LMBV blickt auf eine 20 Jahre alte Geschichte zurück. Was war die Ausgangslage?

Antwort: Die LMBV ist mit wirtschaftlicher Wirkung vom 1.9.1995 gegründet worden. Wir haben zu diesem Zeitpunkt drei wesentliche Aufgaben übertragen bekommen: Die rasche Stilllegung der noch vorhandenen Produktionsbetriebe im Tagebau, die Sanierung der Bergbauflächen und den Verkauf sanierter Liegenschaften und nicht mehr benötigter Bergwerksanlagen. Die LMBV hatte bei der Stilllegung von Tagebauen eine Übergangsphase gehabt, den sogenannten Auslaufbergbau. Wir haben also zu diesem Zeitpunkt vor zwanzig Jahren als LMBV noch in fünf Tagebauen aktiv Kohle gefördert mit insgesamt 11 300 Mitarbeitern. 1996 hatten wir dann noch rund 6300 Beschäftigte. Wir haben dann die Stilllegung dieser Gruben bis 1999 abgeschlossen. 

Frage: Die noch aktiven Bergbaugebiete in Ostdeutschland stehen vor einem großen Strukturwandel. Es ist nicht das erste Mal, denn bereits nach der Wende wurde die Produktion in den meisten Gruben eingestellt. Wie war das damals?

Antwort: Es gab damals einen regelrechten wirtschaftlichen Umbruch in der ostdeutschen Energiewirtschaft mit enormen wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen aber auch für die Beschäftigten des Industriezweiges. In der Regel wurden die persönlichen Lebenspläne der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie völlig auf den Kopf gestellt. Es gab eine Fülle betriebsbedingter Kündigungen und es gab riesige soziale Probleme. Dieses Abrupte war in den Anfangsjahren nach 1990 das große Problem. Wenn heute ein Bergbaubetrieb zu Ende geht, ist ein Übergangszeitraum da, in dem man planen kann. Aber es eröffneten sich auch neue Chancen.

ZUR PERSON: Klaus Zschiedrich ist seit Januar 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung des Bergbausanierers LMBV. Zuvor war der studierte Maschinenbauer in zahlreichen Funktionen in dem staatseigenen Betrieb tätig. Seit den 70er Jahren arbeitete der heute 63-Jährige im Lausitzer Braunkohlenbergbau in Leitungsfunktionen in der Instandhaltung und im Technik-Bereich. Interview: Anna Ringle, dpa

Quelle: Lausitzer Rundschau; 01.09.2015

 

LMBV hält trotz Trockenheit an Flutungsplan für Tagebau-Seen fest

Senftenberg Wegen Hitze und Trockenheit kann in diesem Jahr weniger Flusswasser für die Flutung von ehemaligen Tagebaugruben in Ostdeutschland genutzt werden. Der langfristige Zeitplan für die künftigen Seen könne dennoch in etwa eingehalten werden, sagt Klaus Zschiedrich, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bergbausanierers LMBV.

Das bundeseigene Unternehmen feiert am Freitag (11.09.2015) den 20. Gründungstag.

Zugleich betont Zschiedrich, dass die LMBV aus der gegenwärtigen Situation keine gravierenden Verschiebungen für die Flutungen der Seen sehe. Die meisten Seen sollen in den nächsten Jahren gefüllt sein, bei einigen dauert es noch bis nach 2020. dpa/ta

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.09.2015

 

Blick auf die Landschaften nach der Kohle

Lausitzer Bergbausanierer arbeiten mit Hochdruck an gewaltigen Problemen

Klaus Zschiedrich, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), geht regelmäßig in die Luft. "Zwei- bis dreimal im Jahr", bestätigt er. Denn: "Am besten sind die Arbeiten und Ergebnisse der Sanierung in der Bergbaufolgelandschaften aus der Vogelperspektive zu sehen", ergänzt er.

 

Klaus Zschiedrich startet zum Rundflug über das Sanierungsgebiet Lausitz. Foto: Steffen Rasche

Abflug auf dem Flugplatz Kleinkoschen. Herr Zschiedrich, welche Sanierungsprojekte schauen Sie sich an?
Wir werden eine große Runde über die Lausitz fliegen und versuchen, so viel wie möglich in Augenschein zu nehmen.

In diesem Jahr ist das Flutungsende für den Sedlitzer und den Großräschener See erneut um weitere zwei Jahre verschoben worden. Der Ilsekanal, der beide Seen schiffbar verbindet, liegt damit bis einschließlich 2018 trocken.
Das gefällt uns auch nicht. Aber wir sind in der Bergbausanierung vor Überraschungen nie sicher. Die Aufgabe ist gewaltig, einmalig und deshalb absolute Pionierarbeit. Und es gibt leider auch kein Lehrbuch mit den Lösungen. An die müssen wir uns ständig herantasten – und den Kurs dabei gelegentlich auch korrigieren.

Was hat die Sanierer hier konkret überrascht?
Die Anfang der 90er-Jahre noch als sicher eingeschätzten gewachsenen Böschungen an einigen neuen Seen sind den Naturgewalten so stark ausgesetzt, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich geworden sind. Am Großräschener See hatten starker Wind, hoher Wellenschlag und Eisgang der Victoria-Böschung zugesetzt. Auch das Nordufer des Sedlitzer Sees reagiert während des Aufganges des Wasserspiegels sehr sensibel. Es muss mit Geotubes, das sind gefüllte Sandschläuche, aufwendig gesichert werden. Diese Technologie im Böschungsverbau ist im Lausitzer Sanierungsgebiet neu – und erfolgreich. Das braucht Zeit. Und bei der Sicherheit können wir keinerlei Risiko eingehen.

Das ist ebenso nachvollziehbar wie der Druck, der für längst avisierte Nachnutzungen entsteht. Am Nordufer des Sedlitzer Sees stehen Bewerber um Gewerbeflächen für wasseraffine Produkte und Dienstleistungen seit Jahren in der Warteschleife.


Zuerst müssen wir nachhaltig und dauerhaft sanieren. Das Hinterland ist schmal, Wohnbebauung und Infrastruktur sind zu schützen. Sanierungstechnologien mit größerem Flächenanspruch kommen hier deshalb nicht infrage.

Für den Großräschener See, an dessen Stadtufer derzeit der zweite große Seenlandhafen gebaut wird, wird trotzdem eher mit freier Fahrt auf dem Wasser geliebäugelt. Mit welcher Erfolgsaussicht?


Der Großräschener See ist mit dem Sedlitzer See verbunden. Das hydraulische Gefälle im Gebirge ist relativ gering. Und die Nachbarn werden einmal den gleichen Endwasserstand haben. Um den zu erreichen, brauchen wir in kurzer Zeit sehr viel Wasser. Deshalb wäre es durchaus interessant, einen der beiden Seen – den Großräschener – schon eher weiter zu fluten. In welche Höhe dies schadlos möglich ist, wird derzeit geprüft. Wir arbeiten unter Hochdruck daran, den Seenverbund flott zu machen. Die Seenkette hat verschiedene Zuflüsse und wird nur einen Abfluss bekommen. Der ist im Bau. Wir wollen den Ableiter, der über Kippenland verläuft, frühzeitig fertigstellen, damit der Abfluss über die Rainitza in die Schwarze Elster genutzt werden kann.

Die LMBV plant am Nordufer des Sedlitzer Sees den Sanierungsstützpunkt mit Schiffsanleger für die Gewässerkonditionierung der Seenkette. Die Stadt Senftenberg will das Gewerbegebiet andocken. Wann steht fest, ob beides im Paket geschnürt werden kann?


Ich bin sicher, wir werden noch in diesem Jahr Klarheit haben.

Das Sanierungsschiff ist im Bau?


Das Inlake-Verfahren (Einspülen von Kalkmilch durch mobile Bekalkungsschiffe – d. R.) ist ausgiebig getestet und hat sich bewährt. Die Technik ist so ausgereift, dass wir jetzt einen optimalen Schubverband bauen lassen können. Das ist eine große Herausforderung. Wir arbeiten in einer gleitenden Projektierung. Denn wir müsse mit der Technik durch die Verbindungskanäle der Seenkette und bringen die Stoffe zur Neutralisation der sauren Gewässer gezielt dosiert unter der Wasseroberfläche ein. Auch der Anspruch an die Steuerung ist deshalb sehr hoch. Der Katamaran wird viel Ladung aufnehmen können, sodass bisher teure Leerfahrten und damit auch die Kosten deutlich gesenkt werden können. Das Sanierungsschiff soll ab erstem Quartal des nächsten Jahres zum Einsatz kommen. Es wird ansehnlich sein, aber kein Luxusgefährt. Zu Wasser gelassen wird es am Partwitzer See, der als nächster zu konditionieren sein wird.

Die Sorge um den Senftenberger See treibt die Lausitzer um.
Das Wassermonitoring des Landes Brandenburg für den Senftenberger See zeigt, dass der Bergbau das Gewässer nicht negativ beeinflusst. Das belegen die bergbautypischen Beprobungen eindeutig. Die Austonnung um die Insel, die der Bergaufsicht unterliegt, und damit der nutzbaren Seewasserflächen muss gemeinsam neu bewertet werden. Bergtechnisch wird untersucht, ob sich die locker gelagerten Kippensande sowie die Strömungsverhältnisse und Uferbereiche verändern. Die Frage, ob nachsaniert werden muss oder alles so bleibt, ist noch unbeantwortet. Daten einer weiteren Tiefenlotung, die im Herbst stattfinden soll, werden noch benötigt.

                                  

Mit schwerer Technik machen die Bergbausanierer instabile Kippen-Areale sicher. Auch an der Kleinen Restlochkette zwischen Lichterfeld und Plessa wird auf Hochtouren gearbeitet. Foto: LMBV/Peter Radke

Der Ockerschlamm bringt vor allem die Touristiker zum Verzweifeln. Wie erfolgreich sind die Bergbausanierer an der Eisenhydroxidschlamm-Front?


Der Prozess der Oxidation von Pyrit- (Eisen- und Schwefelkiese – d. R.), die mit dem aufsteigenden Grundwasser in vielen Bereichen der Fließgewässer ausgeschwemmt werden und punktuell nicht zu erfassen sind, ist bergbaubedingt eines der größten Probleme. Wir bekommen es zunehmend besser in den Griff. Die Zuläufe der Fließgewässer in den Spreewald werden durch Absetzbecken geführt, in denen es gelingt, die eisenhaltige Schlammfracht extrem abzureichern. Wir haben Absetzraten von mehr als 90 Prozent. Wasserbehandlungsanlagen sind beispielsweise bei Vetschau und Eichow in Betrieb gegangen. Und wir arbeiten daran, den Zustrom über weitere Grabensysteme zu unterbinden. Mit den Ablagerungen werden wir Jahrzehnte zu kämpfen haben. Aber Brandenburg ist im Kampf gegen den Ocker gut aufgestellt. In Ostsachsen ist das schwieriger. Dort ist die Größenordnung eine andere. Über die Spreewitzer Rinne fließen die höchsten Eisenfrachten mit dem Grundwasserstrom auf die Kleine und die Große Spree zu. Die müssen wir vor den Flüssen abfangen. Dafür werden Brunnen getäuft. Sie müssen das Grundwasser heben und zur Reinigung führen. Das Pilotvorhaben zur mikrobiologischen Sulfatabreicherung läuft gut. Im Herbst und im Frühjahr werden uns weitere verlässliche Daten vorliegen. Parallel dazu prüfen wir, auch ein am Koschendamm bereits getestetes Verfahren einzusetzen.

Die Hauptspree wird mit Beflockungsmitteln, die bei Bülow zum Einsatz kommen, behandelt. Die Eisenverbindungen werden gut ausgefällt. Aber wir haben allein an der Talsperre Spremberg etwa 30 000 Kubikmeter Schlamm zu entsorgen. Lausitz weit fallen 200 000 Kubikmeter im Jahr an. Das Entsorgungsproblem ist zu lösen. Geprüft werden Möglichkeiten der Aufbereitung und Verwertung ebenso wie der Bau einer Deponie und die Tiefeneinspülung in Bergbauseen.

Steht die Lösung für die instabilen Innenkippen, auf denen bereits fertig sanierte Areale ins Rutschen gekommen sind?


Wir haben gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen intensiv geforscht. Unter anderem ist mit schonenden Sprengverdichtungen eine Technologie gefunden, die die Areale dauerhaft sicher macht. Bis zum Jahresende werden die Einzelbewertungen der Flächen soweit abgeschlossen sein, dass auch zeitlich festgelegt werden kann, welche Flächen mit welcher Technologie und auch möglichen Nutzungseinschränkungen nachsaniert werden.

Mit Klaus Zschiedrich sprach Kathleen Weser.

 

Zum Thema:
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist mit wirtschaftlicher Wirkung seit 1. September 1995 nach Verschmelzung der Lausitzer Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LBV/Lausitzer Sanierungsrevier) und der Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (MBV/Mitteldeutsches Revier) am Markt tätig. Das Unternehmen des Bundes nimmt, finanziert vom Bund und den vier ostdeutschen Braunkohleländern, die Aufgaben der Sanierung und Wiedernutzbarmachung in den Revieren wahr und verwertet die sanierten Liegenschaften.

Zum Thema:
Klaus Zschiedrich, Jahrgang 1951, ist seit Januar 2014 Geschäftsführer der LMBV. Zschiedrich hat Maschinenbau studiert und ist seit 1975 im Lausitzer Braunkohlenbergbau tätig. Seit dem Jahr 1996 leitete er den Länderbereich Ostsachsen. Anschließend übernahm er den Ingenieurbereich Sanierung der LMBV. Zschiedrich ist Sanierungsexperte in langfristigen Planungen, der Geotechnik, des Umweltschutzes und der bergbaulichen Rekultivierung.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.09.2015

 

Medical-Wellness-Resort nimmt nächste Hürde

Verbandsversammlung stimmt Bebauungsplan zu / Masterplan für Großräschener See wird abgearbeitet

Großräschen Das Millionenprojekt Medical-Wellness-Resort am Großräschener See kann weiter vorangetrieben werden. Die Versammlung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) hat dem Bebauungsplan zugestimmt.

                                         

Das Medical-Wellness-Resort mit Ferienhaussiedlung soll rechts vom Ilse-Kanal am Großräschener See entstehen. Foto: Paul Kitawa

Es darf mit realem Hintergrund durchaus von der nahen Zukunft geträumt werden. Noch während der Großräschener See in diesem Jahrzehnt vollständig geflutet sein wird, wird ein Vorhaben nach dem anderen aus dem sandigen Boden gestampft. In zehn, spätestens 15 Jahren dürfte die Landschaft rings um das Wasser im Wesentlichen gestaltet beziehungsweise bebaut sein. Der fertige Senftenberger See erhält einen ernst zu nehmenden Mitbewerber.

Wein und schaukelnde Boote

Während die Gäste auf den IBA-Terrassen den Wein von den zu ihren Füßen stehenden Reben genießen, schauen Bewohner der mediterran anmutenden Siedlung am Hang, einmalig im Seenland, auf die im Hafen schaukelnden Boote. Das Fahrgastschiff legt ab und steuert den Sedlitzer Anleger an. Es ist der einzige innerhalb der Wasserlandschaft mit einem direkten Bus-/Bahnanschluss für Touristen.

Auf den ufernahen Wander-, Rad- und Reitwegen, so sieht es der Masterplan vor, erkunden Einheimische und Gäste den Großräschener See. Südlich vom Hafen liegt der weiße städtische Badestrand. Wer ein Wehwehchen auszukurieren hat, macht sich ein Stück weiter auf in das Gesundheitsresort mit 100-Zimmer-Hotel auf 4-Sterne-Niveau, Wellnessangeboten, medizinischen Anwendungen, Saunaoase und Gastronomie. Manches steht direkt über dem Wasser. Wer es als Besucher individueller wünscht, mietet sich eines der 50 Ferienhäuser. Diese sind terrassenförmig aufgereiht. Das gesamte Medical-Wellness-Resort steht inmitten einer gestalteten 25 Hektar großen Landschaft mit Weihern und fließendem Wasser.

Das Fahrgastschiff hat in Sedlitz abgelegt und ist auf dem Weg durch den Ilse-Kanal in den Sedlitzer See. Die Radwanderer umfahren auf dem fertig asphaltierten Großräschener Seerundweg im Südwesten das Schutzgebiet für Tiere und Pflanzen. Ein Stück weiter, zu ihren Füßen das Westufer, genießen sie vom gestalteten Aussichtspunkt einen herrlichen Panoramablick auf die baulichen Veränderungen auf der Großräschener Seeseite. Weiter geht es durch eine landschaftliche schöne Bergbaufolgelandschaft in Richtung Freienhufen und in das sehr gut besiedelte Wohngebiet "Alma". Das Lachen der vielen Kinder ist schon von Weitem zu hören. Auf dem Aussichtsschiff nebenan, der Victoriahöhe unweit der IBA-Terrassen, endet die Erkundungstour rund um den Großräschener See. Der in die Zukunft gereiste Gast aus dem Jahr 2015 hat das Gewässer, wie es sich im Jahr 2025 zeigt, nicht mehr wiedererkannt.

                                         

Dass aus dem Traum Wirklichkeit wird, dafür sind einige Weichen längst gestellt. Dazu gehört der immer wieder präzisierte Masterplan. Dieser steht unter dem Leitbild "Wassersport – Tor zum Seenland". Die Bandbreite spannt sich von der in Ruhe gelassenen Natur bis hin zur aktiven Erholung.

Längst sind Projektentwickler wie Sina Steinführer vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) dabei, ins Detail zu gehen. Im jüngsten Braunkohlearbeitskreis Meuro/Seengebiet hatte sie den aktuellen Stand des Masterplanes Nord-Ost vorgestellt. Jetzt gibt es Vorschläge, wo die Wege für Fußgänger, Radfahrer und Reiter liegen könnten: stets ziemlich nah am Wasser. Die großen Ausnahmen sind das Vogelschutzgebiet und das Medical-Wellness-Resort.

Bei Letzterem, das hatte der Großräschener Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) in der LSB-Verbandsversammlung sehr deutlich gesagt, sieht er Veränderungsbedarf. Nach den Vorstellungen von Dr. Olaf Krüger, Mitinhaber des Unternehmens Resort Lausitzer Seenland GmbH (erneuerbare Energien und Dörrwalder Mühle), dürfen Fußgänger das Medical-Wellness-Resort nach der Fertigstellung durchqueren, nicht jedoch Radler. Angesichts der Unnachgiebigkeit von Thomas Zenker zeigt er sich aber gesprächsbereit.

Nachdem der Zweckverband dem Bebauungsplan "Erholungsgebiet See Nord-Ost" zugestimmt hat, soll Planungsrecht geschaffen werden. Dr. Olaf Krüger rechnet innerhalb des straffen Zeitplanes mit der Baugenehmigung Ende 2016. Bereits zur Saison 2018 sollen die ersten Gäste empfangen werden.

Die knapp 50 Beschäftigten, darunter Ärzte, sowie Übernachtungsgäste, Tagesbesucher, Lieferanten und Dienstleister werden täglich für rund 1000 Fahrzeugbewegungen sorgen. Die verkehrstechnische Erschließung soll aus zwei Richtungen erfolgen: über den Kreisel am Seehotel und über die B 96 (gegenüber der Einfahrt Dörrwalde). Ver- und Entsorgungshauptleitungen liegen an der B 169. Ein Großteil an Strom und Wärme soll jedoch selbst produziert werden.

Lärmschutz an der Bahntrasse

Eine Herausforderung ist es laut Dr. Krüger, den Lärm von der Bahntrasse abzuschirmen. Dazu soll etwa ein Viertel des 190 000 Kubikmeter umfassenden Aushubes für die Terrassensiedlung für einen 450 Meter langen, 50 Meter breiten und drei Meter hohen Wall verwandt werden. Darauf wird eine 350 Meter lange und bis zu sechs Meter hohe Schallschutzwand errichtet. Das große Hotel steht rückwärtig zur Bahnlinie und erhält ausschließlich Zimmer mit Seeblick. Manfred Feller

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.10.2015

 

Unter der Überschrift

Schierack bleibt Chef der Kreis-CDU 

Die Cottbuser CDUunterstützt  die  Bewirtschaftung des Cottbuser Ostsees

…  Mit dem Cottbuser Ostsee beschäftigten sich hingegen am Wochenende (07./08.11.2015) Mitglieder des CDU-Kreisvorstandes, der Kreistagsfraktion und die CDU-Bürgermeister im Spree-Neiße-Kreis bei ihrer traditionellen Herbstklausur.

Die Teilnehmer unterstützten die Stellungnahme von Verwaltung und Kreistag, die die Nutzung des Sees als Wasserreserve für die Spree und damit auch den Spreewald vorsieht. Eine Staulamelle soll Defizite im Wasserhaushalt ausgleichen. Sven Hering

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.11.2015 (auszugsweise)

 

Nächste Landmarke steht im Seenland auf dem Arbeitsplan

Hoyerswerda. Die Landmarke "Momentonium" am noch trockenen Wasserweg zwischen dem Partwitzer und dem Neuwieser See (Überleiter 6) steht auf dem Arbeitsplan des Seenland-Verbandes Sachsen. Das hat Geschäftsführer' Daniel Just während der jüngsten Seenland- Konferenz in Knappenrode versichert. Anna Schulze, damals Studentin der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, hatte mit dem schlichten Turm, der drei Dreieck-Säulen über eine Treppe miteinander verbindet und von mehreren Plattformen aus den Blick auf die Gewässerkette und den schiffbaren Kanal mit der Schleuse eröffnet, den im Jahr 2009 ausgelobten Wettbewerb des Landkreises Bautzen gewonnen.kw

 

Die Idee vom Turm am Kanal vom Partwitzer zum Neuwieser See ist an der BTU entstanden. Grafik: Schulze

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.11.2015

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzer Abriss über den Tagebau Cottbus-Nord und den Beginn für den Cottbuser Ostsee

 

Beginn des Aufschlusses mit ersten Entwässerungsarbeiten 1975, drei Jahre später (1978) begann der Abtrag des Bodens über der Kohle.

32 bis 45 Meter dick war die Erdschicht über dem rund zehn Meter starken Kohleflöz, das sich in zwei Flözbänke aufspaltete. Der erste Kohlezug verließ im Frühjahr 1981 den Tagebau. Insgesamt wurden in Cottbus-Nord fast eine Milliarde Kubikmeter Abraum bewegt, um rund 220 Millionen Tonnen Kohle zu fördern. Der Tagebau umfasste eine Gesamtfläche von rund 2700 Hektar. Für den Tagebau wurden die Dörfer Tranitz, Groß Lieskow, Klein Lieskow und Lacoma mit insgesamt rund 900 Einwohnern abgebaggert.1900 Hektar ehemaliger Tagebaufläche werden in den kommenden Jahren zum Cottbuser Ostsee.

In etwa zehn Jahren soll der dann größte künstliche See Brandenburgs fertig geflutet sein.

Quelle: Vattenfall

                                                                                                                                                                                     

 

 

 

 

 

 

Der erste Kohlezug 1981                                                Vorschnittbagger am Tagebaurand, 1992.

                                                                                        Im Hintergrund das Kraftwerk Jänschwalde

 

Letzte Fahrt aus der Grube

Vattenfall beendet planmäßig Tagebau Cottbus-Nord / Start für den Ostsee

Cottbus Mit einer emotionalen Feier ist am Mittwochabend (23.12.2015) der letzte Kohlezug aus dem Tagebau Cottbus-Nord auf seine Fahrt zum Kraftwerk Jänschwalde verabschiedet worden. Für den Betreiber Vattenfall markiert das einen Schichtwechsel. Die Bergleute werden Landschaftsgestalter.

Malte Helm fuhr am 23. Dezember 2015 den letzten Kohlezug aus dem Tagebau Cottbus-Nord. Foto: dpa

Malte Helm befördert am Mittwochabend die letzte Tonne Kohle aus dem Tagebau Cottbus-Nord. Der Vollmond steht am Himmel. Die Sonne ist hinter der Kippe verschwunden. Die roten Lichter an den Windrädern blinken. Der Lokführer sitzt im Führerstand, hinter sich 16 Waggons voll beladen mit Rohbraunkohle. Über sich ein Lichtermeer. Der Energiekonzern Vattenfall schickt den letzten Kohlezug mit einer emotionalen Lichter- und Musikshow auf seine letzte Fahrt. Hunderte Bergleute verfolgen das Spektakel. Als letzten Gruß schickt Malte Helm ein kräftiges Tuten gen Himmel. Bei vielen Zuschauern sitzt ein Kloß im Hals, Tränen kullern über Wangen. Diese Fahrt ist das Ende einer Ära.

Ganz planmäßig beendet Vattenfall den Tagebau am 23. Dezember 2015. Das ist auch der Geburtstag von Tagebauchef Dietmar Junker.

Insgesamt 220 Millionen Tonnen Braunkohle hat der Tagebau zu seinen Füßen geliefert, zutage gefördert von starken Bergbauhänden und schwerem Gerät – teils unter den widrigsten Umständen.

Diesen Männern und Frauen gilt sein Dank. Zuletzt hatten 160 Menschen im Tagebau Cottbus-Nord eine Arbeit. Nach Renten- und Altersteilzeitregelungen bleiben noch 70 Bergleute über. Sie wechseln in die Tagebaue Nochten und Reichwalde.

Junker betont: "Die Braunkohle hat im Jahr 2014 im Energiemix 28 Prozent ausgemacht. Das zeigt den hohen Stellenwert, der nicht leicht zu ersetzen ist."

Mit Blick gen Osten sagt er: "Andere Länder denken nicht einmal daran, auf diesen heimischen Energieträger zu verzichten."

Die Bergleute geben sich an diesem Abend kämpferisch, wünschen sich eine weitere Zukunft mit und in der Kohle. 

Da klingen die Worte von Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) wie Musik in den Ohren. "Eine zuverlässige Stromversorgung ist nach wie vor nur mit der Braunkohle möglich", sagt er und betont an die Bergleute gerichtet: "Deshalb ist dieser Tag kein Abschied von Ihnen und der Lausitzer Braunkohle."

Vattenfall-Vorstandsvorsitzende Hartmuth Zeiß betont dann auch: "Vattenfall ist immer ein zuverlässiger Partner im Energiemix gewesen und das wollen wir auch bleiben." Der Vorstandschef erinnert in seiner Rede auch an die Dörfer die dem Tagebau weichen mussten. "Menschen haben ihre Heimat verloren." Tranitz, Groß Lieskow, Klein Lieskow, Lakoma und Teile von Schlichow mussten dem Tagebau weichen, genauso wie die Lakomaer Teiche. "Aber wir haben den Menschen auch Arbeit gegeben." Mit der Renaturierung der Spreeaue haben sich die Bergleute bereits als Landschaftsgestalter erwiesen. Das werden sie erneut. Denn aus dem Tagebau Cottbus-Nord entsteht bis zum Jahr 2025 Deutschlands größter künstlicher See.

Dem Projekt steht die Umweltschutzgruppe Robin Wood skeptisch gegenüber, befürchtet sie doch Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Region und einen höheren Eintrag von Eisenocker und Sulfat in die Spree.

Ganz anders ist die Sicht des Cottbuser Oberbürgermeisters Holger Kelch (CDU): "Der Ostsee eröffnet uns ein Stück Zukunft." Unabhängig vom Betreiber sei für ihn wichtig, "dass die Kollegen die gleichen vor Ort bleiben". Da sei längst eine Vertrauensbasis gewachsen und auch Wirtschaftsminister Gerber gibt ein Versprechen ab: "Die Region kann gewiss sein, dass wir sie dabei nach Kräften unterstützen werden."

Peggy Kompalla

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.12.2015

 

                                                   

 

 

Hilfe für gestörte Landschaften

Neues Zentrum an der BTU sucht Lösungen gegen Ockerschlamm und Sulfatbelastung

            

Cottbus Forscher wussten längst, dass es kommt. Nur wann und in welchem Ausmaß, das konnten sie nicht vorhersehen: Sulfatbelastetes Wasser, brauner Schlamm und Kippenrutschungen sind Folgeerscheinungen des Bergbaus, die die Region vor immense Probleme stellen. Ein neues Forschungszentrum an der BTU Cottbus-Senftenberg soll nach Lösungen suchen.

Es ist neu, dieses "Zentrum für nachhaltige Landschaftsentwicklung", und der Name wirft zumindest eine Frage auf: Was genau macht eine Landschaft nachhaltig?

Eine Antwort geben kann Prof. Christoph Hinz, Hydrologe und Sprecher des neuen Zentrums. "Es geht um renaturierte Flächen, die sich selbst erhaltend und auf lange Sicht funktionstüchtig sind. Ihre Biodiversität muss der von intakten Relevanzflächen entsprechen." Klingt kompliziert – und birgt in der Realität immense Probleme. "Natürlich kann ich auf einen Kippenboden einfach Bäume pflanzen. Aber nach ein paar Jahren fallen sie einfach um – und ich muss herausfinden, warum."

Unerwartete Effekte nennen Wissenschaftler das, was weltweit in Bergbaufolgelandschaften zu beobachten ist. Unerwartet vor allem für die Öffentlichkeit. "Forscher wussten natürlich, dass es irgendwann zu Rutschungen, zu Sulfatbelastungen des Wassers oder Ockerschlamm kommen würde", erklärt Hinz. "Aber wann und vor allem in welchem Ausmaß das passieren würde, war nicht klar."

Dr. Werner Gerwin (l.) und Prof. Christoph Hinz. Foto: hil

Jetzt aber liegen die Probleme auf dem Tisch. In einer Größenordnung, die nur dann zu bewältigen ist, wenn Wirtschaft und Forschung ihre Kompetenzen bündeln. Christoph Hinz: "Wir treten nicht in Konkurrenz zu dem, was Vattenfall oder die LMBV erarbeitet haben, ebenso wenig wollen wir auf diesem Feld mit anderen Unis in Wettstreit treten." Der Zusammenschluss von Forschern des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam, des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin und der BTU bündelt interdisziplinäre Fachkompetenzen und Forschungsinfrastrukturen am Standort Cottbus.

Zunächst ist die Arbeit auf fünf Jahre angelegt, dann soll sie für weitere fünf Jahre verlängert werden. Langfristiges Ziel: Aus dem Zentrum soll sich ein eigenständiges Institut entwickeln. Der Weg dahin ist lang. Jede Institution bringt eigene Stärken in die Zusammenarbeit ein. Das GFZ etwa hat große Erfahrungen im Bereich der Fernerkundung per Satellit – hilfreich bei der Untersuchung von Verbreitungswegen des Eisenockers. Christoph Hinz: "Das GFZ verfügt über ein hervorragendes Instrumentarium im Bereich der Geowissenschaften. Fernerkundung, Modellierung von Landschaften, geophysikalische Messmethoden im Boden – das alles ergänzt unsere Arbeit wunderbar." Während das GFZ mit einer exzellenten Infrastruktur ausgestattet ist, punktet Leibniz auf dem Feld der aquatischen Ökologie. Fragen nach der Wirkung des Eisenockers auf Pflanzen und Tiere, das Sulfat in den Tagebauseen oder die Wiederbelebung trockengelegter Moore sind Aufgabe der Leibniz-Forscher. Und die BTU?

"Wir haben eine gute Expertise in Bezug auf extrem gestörte Systeme, erklärt Dr. Werner Gerwin vom Cottbuser Forschungszentrum Landschaftsentwicklung und Bergbaulandschaften (FZLB). "Mit dem ehemaligen Sonderforschungsbereich Hühnerwasser haben wir ein einmaliges Forschungsgelände zur Verfügung, das uns schon jetzt enorme Datenmengen liefert, die uns bei den unterschiedlichsten Fragestellungen helfen werden.

Die Erwartungen an das neue Zentrum jedenfalls sind hoch. Der Spreewald oder die Berliner Trinkwasserversorger warten auf Antworten. "Doch es wird Zeit brauchen, bis wir uns aufgestellt haben, die entsprechenden Projekte auf den Weg gebracht haben und sowohl Grundlagen- als auch anwendungsbezogene Forschung gleichberechtigt einen Platz im Zentrum gefunden haben", so Christoph Hinz.

Geplant sind Treffen mit den Betroffenen, sagt Werner Gerwin. "Wir wollen aufklären, die Diskussion versachlichen, auf eventuelle Risiken, aber auch Potenziale der Bergbaufolgelandschaften hinweisen."

Die Bandbreite der möglichen Fragestellungen ist groß: von der Verbesserung der Standsicherheit bei aufsteigendem Grundwasser über die Erhöhung der Fruchtbarkeit neuer Böden, die Eindämmung und Prävention der stofflichen Belastung der Fließgewässer und der neuen Seen bis hin zu multidisziplinär angelegten Langzeitbeobachtungen gestörter Ökosysteme. Christoph Hinz: "Wir stehen ganz am Anfang, sind dabei, unsere Ressourcen zu fokussieren. Wer mit uns kooperieren will – etwa die Landschaftsplanung – ist herzlich willkommen."

Zum Thema:
Das Zentrum für nachhaltige Landschaftsentwicklung ist an der BTU Cottbus-Senftenberg angesiedelt. Die drei Projektpartner bringen jährlich jeweils eine Million Euro an Finanz- und Personalmitteln in das Zentrum ein. Innerhalb weniger Jahre sollen die Partner einen möglichst hohen Anteil ihrer Arbeit über Drittmittel finanzieren. Das GFZ hat bereits angekündigt, zwei laufende Projekte in das Zentrum einzubringen. Die BTU bringt derzeit einen Forschungsantrag zur Systementwicklung auf den Weg. Hier soll geklärt werden, an welchem Punkt sich ein System schlagartig ändert (Kipppunkt). Das Cottbuser FZLB soll langfristig in dem neuen Zentrum für nachhaltige Landschaftsentwicklung aufgehen.
Andrea Hilscher

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.02.2016    

    

Bewegung auf der Ostsee-Baustelle

Vattenfall beginnt mit Herrichtung des Grundes / 200 Millionen Euro Gesamtkosten

Cottbus Aus dem Tagebau Cottbus-Nord entsteht bis zum Jahr 2024 der Ostsee. Mit der Verwandlung beginnt der Bergbaukonzern Vattenfall in den nächsten Wochen. Dafür werden rund 20 Millionen Kubikmeter Kippenboden bewegt, um den Seegrund herzurichten.

  

 

 

     

 

                                            

Flug in die Zukunft: So soll der Ostsee einmal aussehen. Mit 1900 Hektar Größe wird er das größte Gewässer Brandenburgs. Foto: Screenshot Vattenfall

Der Ostsee wird alles in allem rund 200 Millionen Euro kosten. Doch bis er im Jahr 2024 vollgelaufen ist, steht viel Arbeit an.

Alte Anlagen:

Der Energiekonzern Vattenfall hat bereits im Januar mit dem Rückbau der alten Tagebauanlagen begonnen. Bis Jahresende sollen Förderbrü- cke und Hubgeräte demontiert und verschrottet sein. Zeitgleich verschwinden die rund zehn Kilometer Gleise einschließlich Stellwerk und Bahnhof. Bergbauplanerin Birgit Schroeckh erklärt: „Dann werden wir ein neues Stück Land herstellen, um die alte Ausfahrt zu verfüllen.“

Seegrund:

Bereits in den nächsten Wochen rückt eine ganze Lkw-Armada von 50 bis 70 Fahrzeugen an, um den Seegrund herzurichten. „Es müssen 20 Millionen Kubikmeter Kippenboden zwischen einem und sieben Metern abgetragen und bewegt werden“, sagt die Planerin. „Die Arbeiten werden vom Merzdorfer Aussichtsturm aus gut zu sehen sein.“ Der Ostsee soll mindestens zwei Meter tief sein, der Durchschnittswert werde bei rund drei Metern liegen. Der Seegrund muss bis 2018 fertig hergerichtet sein.

Ufer:

Parallel dazu werden die Ufer abgeflacht. Diese Arbeiten haben bereits im Jahr 2009 mit dem Spatenstich am Südkap begonnen. „Wir sind schon bis Merzdorf vorangeschritten“, so Birgit Schroeckh. Für sichere Ufer sind an rund 14 Kilometern Erdarbeiten notwendig. Die flachen Böschungen dienen als Sicherheit gegen Wellenschlag. Darüber hinaus werden gekippte Flächen verdichtet. Dies sei insbesondere auf der Ostseite des Sees notwendig, die später der Natur überlassen wird. Das soll bis 2019 dauern. Dann sollte die Kaimauer am künftigen Hafenzentrum Merzdorf stehen.

Einlauf:

Damit im Herbst 2018 das Wasser in den einstigen Tagebau laufen kann, wird in diesem Jahr mit damit begonnen, das Einlaufbauwerk zu errichten. Dafür wird ein Zuleiter in Höhe des Wehres Lakoma den Hammergraben mit dem Einleitbauwerk am Ostsee verbinden. Diese Arbeiten ziehen sich bis 2017.

Auslauf:

Nach der Flutung regelt ein Auslauf, der den Schwarzen Graben bei Maust anbindet, den Seewasserstand. Das Bauwerk wird mit einem Fischaufstieg versehen. Darüber hinaus erhält der Ostsee nach der Flutung mit dem neuen Willmersdorfer Seegraben eine dauerhafte Verbindung zur Spree. Im Süden werden der Haasower und Kahren-Koppatzer Landgraben angebunden.

Wasser und Qualität:

Der Ostsee wird nach Auskunft von Chefgeotechniker Ingolf Arnold zu 80 Prozent aus der Spree gespeist. „Wir entnehmen nur, was die Spree entbehren kann“, erklärt er. „Egal ob es viele Trockenjahre geben wird, die Flutungszeit wird sich zwischen vier und sechs Jahren abspielen.“ Die restlichen 20 Prozent speisen sich aus aufsteigendem Grundwasser. Dabei profitiere der Ostsee von günstigen geochemischen Verhältnissen, so dass das Seewasser einen pH-Wert von sieben bis acht erreichen werde, was neutral ist. „Wir haben hier den Vorteil, dass die Abraumschichten einen erhöhten Anteil an Kalk in verschiedenen Verbindungen aufweisen. Der neutralisierende Kalkgehalt ist doppelt so hoch wie die Menge der zur Versauerung neigenden Pyrite, die mit dem Grundwasseranstieg in den See gelangen können“, sagt Arnold. „Eine Versauerung wird es nicht geben.“ Selbst wenn der Stausee Spremberg künftig nicht mehr als Eisenocker-Sperre funktioniert, würde das Eisenhydroxid in den Randschläuchen, die bis zu 40 Meter tief sind, auf den Boden sinken. „Und auch dort bleiben“, versichert Arnold.

Filterbrunnen:

Da während der gesamten Flutung eine Balance der Wasserstände im See und des Grundwassers in den Bö- schungen gewahrt bleiben muss, können die letzten Filterbrunnen erst 2023/2024 außer Betrieb genommen werden. Grundwasserstände: Die Grundwasserstände werden sich wieder auf dem ursprünglichen Niveau vor dem Tagebau einpendeln. Dabei sind sie im Norden etwas höher als im Süden des Ostsees. „Das war aber schon immer so“, erklärt Ingolf Arnold.

 

Einstiger Tagebau:

In den vergangenen 34 Jahren wurde die Kohle aus dem Tagebau Cottbus Nord abgebaut. 

 

WIE DER COTTBUSER OSTSEE WÄCHST

Der Energiekonzern Vattenfall erklärt in einem Film, wie der Ostsee entstehen soll. 

Quelle: YouTube; User: Vattenfall Deutschland

Peggy Kompalla

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.02.2016

 

 

Bund im Rückwärtsgang bei Bergbausanierung

Finanzministerium drängt auf strukturelle Veränderung bei Geldvergabe / Gravierende Auswirkungen für die Lausitz möglich

Cottbus Der Bund ist wichtigster Geldgeber für die Sanierung der Bergbaualtlasten. Das Finanzministerium will nun aber offenbar dabei sparen. Die Region könnte mit Ockerspree und Grundwasserproblemen allein gelassen werden.

Mit schwerer Technik werden instabile Kippen-Areale – wie hier an der Kleinen Restlochkette zwischen Lichterfeld und Plessa – sicher gemacht. Foto: LMBV/Peter Radke

Das Thema ist so heikel, dass keiner der Beteiligten offen reden will. Jede Äußerung, so wird befürchtet, könnte die Verhandlungen noch mehr belasten. Was jedoch vertraulich mehrere Insider übereinstimmend der RUNDSCHAU erzählen, lässt nichts Gutes ahnen.

Es geht um die weitere Finanzierung der Sanierung von Altbergbaulasten in Ostdeutschland. Brandenburg und Sachsen sind dabei die Hauptbetroffenen. Als Projektträger setzt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) um, was der Steuerungs- und Budgetausschuss (Stuba) von Bund und Ländern beschließen.

 

Auf Länderseite sitzen neben Brandenburg und Sachsen auch Sachsen-Anhalt und Thüringen mit am Tisch.

Jeweils für fünf Jahre vereinbaren Bund und Länder dafür die Finanzierung. Das derzeitige fünfte Verwaltungsabkommen, Volumen mehr als eine Milliarde Euro, endet im Dezember 2017. Seit mehr als einem halben Jahr drängen die Länder auf den Beginn der Verhandlungen für die Anschlussfinanzierung. Davon hängen auch längerfristige Vorhaben der LMBV ab, die über das Jahr 2022 hinausreichen.

Ursache der gegenüber den bisherigen Verhandlungszeiträumen ungewöhnlichen Verzögerung ist offenbar die Absicht des Bundes, sich aus der Finanzierung des Altlastenproblems punktuell zurückzuziehen. Eine schriftliche Anfrage dazu lässt das Bundesfinanzministerium unbeantwortet.

Nach RUNDSCHAU-Recherchen will der Bund sich ausschließlich auf bergrechtliche Pflichtaufgaben zurückziehen. Die sind in den Abschlussbetriebsplänen festgelegt und auf die Betriebsflächen begrenzt. Der Bund übernimmt dabei 75 Prozent der Kosten, die Länder die restlichen 25 Prozent.

Neben dieser "Grundsanierung" gibt es – geboren aus der Komplexität der praktischen Probleme – seit vielen Jahren einen zweiten Finanzierungstopf, Paragraf 3-Maßnahmen genannt, den Bund und Länder zu gleichen Teilen füllen. Von 2003 bis 2014 lagen darin mehr als 500 Millionen Euro. Daraus wurden bisher die Sanierungsmaßnahmen bezahlt, die über die Abschlussbetriebspläne hinausgehen.

Das sind vor allem die Probleme mit dem großflächigen Grundwasseranstieg, der zu nassen Kellern führt, rutschenden Altkippen bis zur braunen Eisenocker-Spree. Damit könnten Brandenburg und Sachsen bald weitgehend alleine dastehen, denn der Bund will aus der Paragraf 3-Finanzierung raus.

Während das bisherige Verhandeln zwischen Bund und Ländern auf Kompromiss und Ausgleich aus war, könnte nun bald Streit die Arbeit prägen: Was gehört zur Grundsanierung und was nicht? Vermutlich würden sogar Gerichte eingeschaltet.

Fachleute zweifeln sogar daran, dass der Bund dabei wirklich viel sparen würde. Denn ein Teil der Arbeit aus dem Paragraf 3-Bereich würde zweifelsohne in die Grundsanierung rutschen. Da dort der Finanzierungsanteil des Bundes höher ist, werde ein Teil der Einsparung wieder aufgefressen.

Bei der LMBV machen die Pläne aus dem Bundesfinanzministerium jetzt erst mal viel Arbeit. Alle Projekte müssen noch einmal durchforstet werden, was davon in die Grundsanierung fällt und was unter die Paragraf 3-Regel. Nach einem ersten Treffen Ende Januar sollen die Gespräche im Februar und März "auf Arbeitsebene" fortgesetzt und möglichst noch in diesem Jahr beendet werden, teilt das Bundesfinanzministerium auf Anfrage mit. Die betroffenen Bergbauländer, darunter Brandenburg und Sachsen, zeigen bis jetzt gegenüber dem zuständigen Ministerium große Einigkeit.

Vor wenigen Tagen schrieben Vertreter der Länder ihrem Gesprächspartner auf Bundesseite einen gemeinsamen Brief mit ihren Vorstellungen. Sie alle wollen an der Paragraf 3-Regelung festhalten, zügig verhandeln und die LMBV als wichtigen Partner mit am Tisch haben. Die Einigkeit der ostdeutschen Bergbauländer habe im Bundesfinanzministerium schon Eindruck hinterlassen, so ein Beteiligter: "Die dachten, wenn sie uns lange genug schmoren lassen, springen wir auch durch einen brennenden Reifen."

Zum Thema:
Bund und Länder haben gemeinsam die Verantwortung für Braunkohlentagebaue und Braunkohleveredelungsanlagen übernommen, die nach dem Ende der DDR nicht privatisiert werden konnten. Seit 1992 wurden rund zehn Milliarden Euro ausgegeben, um solche Anlagen auf 120 000 Hektar Flächen zu sanieren und einer Nachnutzung zu übergeben. Dazu gehört der größte Teil der Lausitzer Seenkette. Im Sanierungsbergbau fanden viele Menschen Arbeit. Er ist ein wichtiger Auftraggeber für Firmen in der Lausitz. Während in den ersten Jahren Abriss, Böschungssicherungen und Restlochflutungen die Arbeit der LMBV bestimmten, wird die Arbeit jetzt verstärkt von Problemen in Zusammenhang mit dem großflächigen Grundwasseranstieg geprägt. Der Eisenockereintrag in die Spree stellt dabei ein besonderes Problem dar.
Simone Wendler

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.02.2016

 

Anm.: Sind das schon die ersten Auswirkungen der Kosten für die Flüchtlingsintegration?

 

So wird aus dem Tagebau der Cottbuser Ostsee

Vattenfall stellt seine Sanierungspläne vor

Cottbus. Rund 200 Millionen Euro investiert Vattenfall in den kommenden Jahren, um aus der Grube des Tagebau Cottbus-Nord den Cottbuser Ostsee zu machen. Vergangene Woche stellte der Konzern erste Details der Arbeiten vor.

Auch nach der planmäßigen Beendigung der Kohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord wird es in der ehemaligen Grube noch lange sehr viel Bewegung geben. Die Restraumgestaltung für den künftigen Cottbuser Ostsee wird seit dem Januar intensiv fortgeführt, zunächst mit dem Rückbau von Anlagentechnik. Dazu gehören unter anderem die etwa 10 Kilometer Gleisanlagen, einschließlich Stellwerk und Bahnhof, denn Cottbus-Nord war der letzte deutsche Tagebau, in dem es bis Ende 2015 eine direkte Zugverbindung zwischen Kohlegrube und Kraftwerk gab.

In den nächsten Wochen wird im Auftrag des Bergbaubetreibers Vattenfall damit begonnen, den Seeboden für das einmal 1900 Hektar große Gewässer herzustellen. Eine Mindestwassertiefe von zwei Metern ist dabei zu gewährleisten, überwiegend wird die Wassertiefe etwa drei Meter betragen, im Bereich der Randschläuche kann sie auch bis zu 40 Meter erreichen. „Es wird sehr viel Technik zum Einsatz kommen, denn etwa 20 Millionen Kubikmeter Kippenboden sind in Mächtigkeiten von ein bis sieben Metern abzutragen und zu bewegen, um den Seegrund herzustellen“, erklärt Birgit Schroeckh, verantwortliche Bergbauplanerin und Tagebaureferentin bei Vattenfall. „Das wird eine riesige Baustelle, die man zwar, anders als den Tagebau, nicht direkt besuchen kann, die aber von unseren Aussichtspunkten aus gut zu beobachten sein wird.“

Parallel zum Seegrund wird die Abflachung der Uferbereiche fortgesetzt, die bereits im Sommer 2009 mit dem ersten Spatenstich am so genannten Südkap begonnen wurde. Auf insgesamt 14 Kilometern sind diese Erdarbeiten erforderlich. Die flache Uferböschung, deren Oberkante mit der Abgrabung bis zu 70 Meter nach außen verschoben wird, dient als Sicherheit gegen Wellenschlag und gewährleistet Badenden Trittsicherheit.

Bis Herbst 2018 muss außerdem das Flutungsbauwerk hergestellt werden. In Höhe des Wehres Lakoma wird ein Zuleiter den Hammergraben mit dem Einleitbauwerk am Ostsee verbinden und ihn so mit Wasser aus der Spree speisen. Sein künftiges Fassungsvermögen beträgt 150 Millionen Kubikmeter Wasser. Etwa 80 Prozent davon sollen dem Fluss entnommen werden, das verbleibende Fünftel steigt mit dem Grundwasser auf. Laut der Planungsunterlagen, die Vattenfall beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe eingereicht hat, soll die Flutung im Winterhalbjahr 2018/19 beginnen und kann, je nach Wasserangebot, in fünf bis sechs Jahren beendet sein. „Dabei haben in jedem Fall alle anderen Nutzer, die auf das Spreewasser angewiesen sind, Vorrang. Wir entnehmen nur das, was die Spree entbehren kann“, betont Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei Vattenfall.

Nach der Flutung regelt ein Auslaufbauwerk, das an den Schwarzen Graben bei Maust anbindet, den Seewasserstand. Damit auch Fische diese Hürde nehmen können, wird neben dem Wehr ein Fischaufstieg entstehen. Zudem erhält der Ostsee nach der Flutung am neuen Willmersdorfer Seegraben eine dauerhafte Verbindung zur Spree, die ebenfalls mit einer Fischtreppe ausgestattet werden soll. Im Süden werden der Haasower und der Kahren-Koppatzer Landgraben in den See eingebunden.

Was die Wasserqualität des künftigen Cottbuser Ostsees betrifft, hat Vattenfalls Chefgeotechniker Ingolf Arnold gute Nachrichten: „Unterstützt durch das Flutungskonzept wird der See stabil einen neutralen pH-Wert aufweisen und sich sehr gut für Wassersportaktivitäten eignen. Zudem ist der natürliche, neutralisierende Kalkgehalt im Kippenboden doppelt so hoch wie die Menge der zur Versauerung neigenden Pyrite, die mit dem Grundwasseranstieg in den See gelangen können.“

Quelle: Wochenkurier, 02.03.2016

Cottbus auf dem Weg zum Ostsee


 

Zahlreiche Bewerbungen für Managerposten / Potenzialanalyse in Arbeit

Cottbus Die Landschaftsgestalter haben im Cottbuser Norden die Arbeit von den Kohlekumpeln übernommen. Während sie im ehemaligen Tagebau mit großem Gerät anrücken, scheint es in Cottbus ruhig um den künftigen Ostsee geworden zu sein. Dabei müssen eine Menge Entscheidungen her.  

Noch halb Tagebau und doch ein bisschen See: Vom Schlichower Strand lässt sich schon heute ein wenig Ostsee erahnen. Foto: Annett Igel-Allzeit

Gerade erst ist der Koloss des Tagebaus Cottbus-Nord umgelegt worden. 24 Kilogramm Sprengstoff waren nötig, um die Förderbrücke F 34 aus ihrer Balance zu bringen. In den kommenden Monaten wird sie restlos abgetragen. Nach 32 Jahren im Dienst wird sie nicht mehr gebraucht. Der letzte Kohlezug fuhr am 23. Dezember zum Kraftwerk Jänschwalde. Jetzt wird aufgeräumt. Die Landschaftsbauer haben die Regie. Mit schwerem Gerät gestalten sie Ufer, sichern Böschungen, tragen die Kippe ab. Sie schaffen die Voraussetzung, damit Ende 2018 die Flutung beginnen kann und bis 2024 der Ostsee entsteht.

Unterdessen scheint die Stadtpolitik in Wartestellung. Da widerspricht Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD). Bis Mai rechnet sie mit einer Entscheidung für den Posten des Ostsee-Managers. Bis dahin ruhe das Geschäft nicht, versichert sie. "Wir stecken mitten in der Potenzialanalyse. Sie soll im Sommer vorliegen." Das Papier ist im Grunde eine Fortschreibung des Masterplans. "Darin soll geklärt werden, mit welchen Alleinstellungsmerkmalen sich der Ostsee zwischen Seenland und den zahlreichen Gewässern rund um Berlin etablieren kann", sagt Marietta Tzschoppe. Das sei ein herausfordernder Prozess, an dem alle Anrainer beteiligt sind.

Das sind nicht die einzigen Verhandlungen, erklärt die Bürgermeisterin. Darüber hinaus bemüht sich die Stadt beim Land Brandenburg um eine Förderung für das Millionenprojekt Ostsee. "Das Geld haben wir nicht in der Stadtkasse." Außerdem laufen Gespräche über Grundstückskäufe mit dem Energieversorger Vattenfall. Vom 23 Kilometer lange Rundweg um den See fehlten noch sieben Kilometer. "Unsere Position ist klar: Der Ostsee muss öffentlich zugänglich sein", betont Marietta Tzschoppe. Dies müsse auch bei Wohnbauprojekten in Merzdorf und Schlichow gesichert sein.

Derzeit laufen die behördlichen Prozesse, um den Bau der Kaimauer auf den Weg zu bringen. Sie ist die Voraussetzung für das Herzstück des Cottbuser Ostsees – die Marina. "Die Planungsleistungen werden in den nächsten Tagen ausgeschrieben", erklärt die Bürgermeisterin. Mit dem Bau soll Mitte 2017 begonnen werden. Die Kaimauer muss vor Flutungsbeginn stehen. Die Stadt rechnet mit 14 Monaten Bauzeit – bis zur zweiten Jahreshälfte 2018.

Dagegen wird die Seestraße nicht vor dem Jahr 2020 angegangen werden. Für die Stadtplaner wird es in den nächsten Jahren eine Herausforderung, Cottbus zum Ostsees auszurichten. Das Bewusstsein sei indes da – insbesondere bei den Anrainern. Aber auch darüber hinaus. Das zeigten die Debatten um die Ortsteilentwicklungskonzepte. "Alle wollen am Ostsee teilhaben", sagt die Bürgermeisterin. "Und wenn es nur ein Radweg zum See ist."

Um entscheidungskräftig zu werden, muss der Inselrat in einen Zweckverband überführt werden. "Erst mit solch einem Gremium sind wir mit allen Akteuren verhandlungsfähig in sämtlichen Projekten", betont Marietta Tzschoppe.

Die Erwartungen sind enorm. So erklärt Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), dass der Ostsee-Manager kein bloßer Touristen-Werber sein kann. "Wir erwarten dort Strukturpolitik mit dem Ostsee im Mittelpunkt."

Mehr dazu lesen Sie unter 

www.lr-online.de/kohle und www.lr-online.de/cottbuser-ostsee

Zum Thema:

Derzeit läuft beim Landesbergamt das wasserrechtliche Planverfahren. Eine der wichtigsten Fragen lautet: Wird der Ostsee ein Speichergewässer oder nicht? Während sich Cottbus gegen eine Stau-Funktion stellt, fordert der Landkreis Spree-Neiße genau dies, um bei Niedrigwasser Spree und Spreewald mit ausreichend Wasser versorgen zu können. Im Herbst sollen die Anhörungen in dem Planverfahren beginnen. Peggy Kompalla

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.03.2016

 

Großräschen schenkt ersten Seenland-Wein aus

Jungweinprobe am Großräschener See mit Doppel-Premiere:

Seenland-Edition und Roter aus dem Eichenfass

Großräschen Drei Traubensorten, vier Weine, ein Name. "WeinWobar vom Großräschener See" kredenzt am Samstag bei der Jungweinprobe auf den IBA-Terrassen die jungen Weine des Jahrganges 2015. Neu zur Kollektion gehören der über ein Jahr im Eichenfass gereifte rote Pinotin und der Cabernet Blanc.

 

 

Zwei Kenner prüfen die Qualität des Großräschener Pinotins, der zwölf Monate im Eichenfass auf dem Weingut Schloss Proschwitz gereift ist. Nach dem ersten Schluck sind sich Winzer Andreas Wobar (r.) und Reiner Christoph als rechte Hand des Kellermeisters einig: der Rote aus dem Barrique präsentiert sich weich mit langem Abgang. Foto: Steffen Rasche/str1

…Was den Großräschener Wein für Kenner so besonders macht, ist seine Steilhanglage am Großräschener See. Er speichert die Wärme, die die Trauben an den 5000 Rebstöcken über den Sommer aufsaugen und so vergleichsweise sehr hohe Mostgewichte erreichen. Auch der Solaris hatte im Vorjahr bei der Lese 93 Grad Öchsle.

….

Zum Thema:
Die Großräschener Jungweinprobe fand am Sonnabend
(23.04.2016) von 13 bis 18 Uhr auf Terrasse 3 der IBA-Terrassen statt. Der Eintritt ist frei. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden dabei: der Solaris, der Cabernet Blanc und der Pinotin aus dem Weinjahr 2015. Premiere hat auch der Pinotin aus dem Jahr 2014, der im Eichenfass gelagert wurde. Die Weine werden alle sortenrein im Meißener Weinhaus Prinz zur Lippe ausgebaut. Vorgestellt wurde auch die limitierte Seenland-Edition im Geschenkkarton – das erste Präsent direkt vom Großräschener See. ….

Kontakt:

IBA-Terrassen, Telefon 035753 26111, www.iba-terrassen.deInformation

zu den Weinen: www.weinbauwobar.de 

Andrea Budich 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.04.2016 (ausschnittsweise)

 

Weitere Einzelheiten unter: 

http://www.lr-online.de/regionen/senftenberg/Grossraeschen-schenkt-ersten-Seenland-Wein-aus;art1054,5451824

 

Viele Ferienhaus-Ideen liegen vor

Vetschau beginnt in diesem Jahr mit Erschließung des Gräbendorfer Seeufers bei Laasow

Viele Ferienhaus-Ideen liegen vor

Vetschau beginnt in diesem Jahr mit Erschließung des Gräbendorfer Seeufers bei Laasow

Vetschau Für das künftige Ferienhausparadies am Gräbendorfer See beginnt die Stadt Vetschau in diesem Jahr mit der Erschließung. Sechs Investoren interessieren sich inzwischen für Grundstücke am Laasower Ufer, um auf dem Land oder auf dem Wasser zu bauen.

Viele Ferienhaus-Ideen liegen vor

Diese Pfahlhäuser kann sich das Büro Klettarchitekten aus Dresden an der Laasower Badestelle im Gräbendorfer See vorstellen. Die Dresdener gehören zu sechs Interessenten, die ganz unterschiedliche Ferienhäuser auf dem Land oder im Wasser bauen wollen. Foto: Klettarchitekten

 

... Heißt: Die Straße zwischen Laasow und der Laasower Badestelle wird erweitert, so dass sich Fahrzeuge im Gegenverkehr begegnen können. Eine Stichstraße kommt neu hinzu, um das Baufeld zu erschließen. Dort entstehen auch ein Parkplatz und ein öffentliches WC-Gebäude. Strom, Wasser und eine dezen trale Abwasseranlage sind zudem geplant. Gerechnet wird mit Kosten von rund 600 000 Euro, die zur Hälfte gefördert werden.

Das ist die im Jahr 2013 beschlossene abgespeckte Variante, mit der sich die Stadt Vetschau nun auf Wesentliches beschränkt. Denn ursprünglich waren 3,5 Millionen Euro für die Erschließung im Gespräch und ein Investor, der die gesamte Fläche kauft. Die Stadt aber hätte für die Erschließung in Vorleistung gehen müssen. Außer der Tauchschule aber kam nichts.

...

Viele Ferienhaus-Ideen liegen vor

Für die Badestelle am Laasower Strand des Gräbendorfer Sees interessieren

sich Dresdener Architekten, die dort ihre Pfahlhäuser errichten würden. Foto: H. Kuschy

Floatinghouses mit Erfahrungen beim Bau von schwimmenden Häusern kann sich vorstellen, im Bereich der alten Tauchschule ein weiteres schwimmendes Haus oder, wie im Goitzsche Resort in Bitterfeld, einen langen Steg mit anliegenden Häusern zu errichten. Auch an der Ostsee sind schwimmende Häuser und Hausboote des Unternehmens zu finden. Das Dresdener Büro Klettarchitekten geht mit drei Ferienhäusern an der Laasower Badestelle ins Rennen, die praktisch auf Pfählen stehen. ...

 

Alle künftigen Ferienhäuser am Gräbendorfer See werden zu mieten, nicht zu kaufen sein. Der Strand werde an jeder Stelle öffentlich zugänglich bleiben, versichert Sven Blümel. Voraussichtlich im Mai wird die Stadtverwaltung ihre Investoren-Empfehlungen den Abgeordneten vorlegen.

Hannelore Kuschy

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.04.2016 (auszugsweise)

 

Weitere Einzelheiten unter:

http://www.lr-online.de/regionen/spreewald/luebbenau-calau/Viele-Ferienhaus-Ideen-liegen-vor;art13825,5439838

 

Barbarakanal weiter in Warteposition

Barbarakanal weiter in Warteposition

Senftenberg . Der Barbarakanal, auf dessen erklärte Schiffbarkeit sehnsüchtig gewartet wird, werde in diesem Jahr (2016) vermutlich nicht mehr nutzbar.

Das erklärt Volker Krause, Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Bergtechnisch seien Sanierung und Bau des Wasserweges abgeschlossen. Das Öffnen sei aber noch von Randbedingungen wie der Wasserqualität des Partwitzer Sees abhängig, so Krause.

Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.04.2016

 

Weitere Einzelheiten unter:

 

http://www.lr-online.de/regionen/senftenberg/Barbarakanal-weiter-in-Warteposition;art1054,5445083

 

 

Auch das gehört zum Seenland:

 

Tagebau Welzow-Süd: Dichtwand-Bauer vollziehen den Lückenschluss

 

Maschinist Nico Jäckel bedient eines der beiden Schlitzfräsgeräte an der Dichtwand Welzow-Süd Fotos: T. Richter-Zippack

Viereinhalb Kilometer des Schutzwerkes am Tagebau Welzow-Süd sind bereits vollendet / Bauwerk schützt Lausitzer Seenland:Welzow (trz).

Es ist vollbracht! Die erste Lücke ist geschlossen. Und zwar zwischen zwei bislang getrennten Abschnitten der Vattenfall-Dichtwand am Südrand des Tagebaus Welzow. Rund viereinhalb Kilometer des Schutzbauwerkes sind nach fast sechsjähriger Bauzeit inzwischen vollendet. Insgesamt wird die Dichtwand eine Länge von 10,6 Kilometern umfassen. Die Konstruktion entsteht aus einer Ton-Wasser-Emulsion und reicht bis in eine Tiefe von über 100 Metern. So soll sie das nahe Lausitzer Seenland schützen. Denn durch die Grundwasserabsenkung für den fortschreitenden Tagebau Welzow-Süd entsteht ein Absenkungstrichter. So schlagen die Ingenieure zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Bergleute können die wertvolle Braunkohle im Trockenen fördern. Und das Lausitzer Seenland behält sein Wasser.

 

Im Sachsenland

Derzeit sind an der Welzower Dichtwand, die südlich des Ortsteils Proschim verläuft, zwei Schlitzfräsgeräte im Einsatz. Der Lückenschluss fand nordwestlich von Bluno bereits auf sächsischem Gebiet statt. Die imposanten Geräte können pro Tag Strecken von zwei bis drei Metern zurücklegen. Jeden Monat werden 30 bis 40 Tonnen Tonemulsion in den dafür aufgeschlitzten Graben eingebracht. Auf 850 Liter Wasser kommen 150 Kilogramm Tonmehl. ...
...Die Dichtwand wird das Tagebau-Teilfeld Welzow-Süd I schützen. Sie hat nichts mit dem geplanten Teilfeld II zu tun, stellt Holzschuh klar. Käme dieses, müsste der Schutz in die nordwestliche Richtung erweitert werden.

Wasser ist tabu

Derzeit gibt es im Lausitzer Revier vier Dichtwände. Deren Gesamtlänge beläuft sich auf 33 Kilometer. Die älteste ihrer Art befindet sich am Ostrand des Tagebaus Jänschwalde bei Briesnig. Sie wurde bereits im Jahr 1978 errichtet und lässt nach wie vor kein Wasser hindurch. Neben den Bauwerken in Jänschwalde und Welzow-Süd existieren weitere dieser Trassen am Rande der Tagebaue Cottbus-Nord sowie Reichwalde.
Die Welzower Dichtwand, so lauten die Planungen, soll im Jahr 2022 vollendet sein. Dann ist der westliche Zielpunkt unweit des Dörfchens Lieske erreicht. Übrigens: Sobald die Dichtwand in einem Abschnitt fertiggestellt ist, beginnt die Rekultivierung. Landwirtschaftsflächen entstehen ebenso wie Waldstreifen. Nach wenigen Jahren ist von der einstigen Baustelle nichts mehr zu sehen.
Darüber hinaus gibt es eine weitere gute Nachricht: Seit Ende Juni ist die sogenannte „Welzow-Süd-Straße“, die von Bluno zum früheren Montageplatz führt, wieder frei. Die Trasse musste wegen des Dichtwandbaus für längere Zeit unterbrochen werden. Dafür erfolgt im Jahr 2018 die temporäre Unterbrechung der Ortsverbindung von Alt-Haidemühl nach Spremberg. Der Grund: Dort quert die Dichtwand ihre bereits dritte Straße.

 

Quelle: Märkischer Bote, 25.06.2016 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter:

http://maerkischer-bote.de/2016/06/24/tagebau-welzow-sued-dichtwand-bauer-vollziehen-den-lueckenschluss/

 

­Der Ostsee – Fakten: kurz und knapp

 

2018 wird mit der Flutung des einstigen Tagebaues Cottbus-Nord begonnen. Bis Mitte der 2020er Jahre soll dann mit 1.900 Hektar der flächenmäßig größte künstlich geschaffene See Deutschlands entstehen.

Der Cottbuser Ostsee soll etwa 126 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Das Spreewasser füllt den See deutlich schneller als das wiederansteigende Grundwasser und hataufgrund desneutralen ph-Wertes einen positiven Einfluss auf die Wasserqualität des Cottbuser Ostsees.

Die letzte Kohle aus dem einstigen Tagebau wurde im Dezember 2015 gefördert.

 

Quelle: Cottbuser Wochenkurier, 08.07.2016

 

Zum Planfeststellungsverfahren des künftigen Cottbuser Ostsees schreibt die

Landtagsabgeordnete Kerstin Kircheis (SPD):

 

Auch als Speicher 

In den nächsten zehn Jahren wird vor den Toren der Stadt Cottbus aus dem Tagebau Cottbus-Nord der größte künstliche See Deutschlands entstehen. Eine geordnete und zielorientierte Entwicklung mit einer Wertschöpfung für die Region liegt daher auch im Landesinteresse. Das Planfeststellungsverfahren ist angelaufen. 

Hier scheint es die Notwendigkeit zu geben, dass der Cottbuser Ostsee eine Speicherfunktion erhält. Aus Sicht der Abflussstabilisie­rung bei Niedrigwasser und ausgehend von den derzeitigen Bewirtschaftungsgrundsätzen der Länder für die Flussgebiete Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße muss nach 2050 von einer signifikanten Erforderlichkeit des Speichers ausgegangen werden.

Was die Förderung des Großprojektes "Cottbuser Ostsee" angeht, ist dies derzeit im Regionalen Wachstumskern Prozess (RWK Prozess) als Maßnahme mit Prüfungs- und Konkretisierungsbedarf eingeordnet. 

Aufgrund der Komplexität und des langen Realisierungszeitraums des Großprojektes können auch Teilprojekte als neue Maßnah­men im RWK Prozess angemeldet werden. Gleichzeitig ist die Maßnahme Bestandteil der im Stadt-Umland-Wettbewerb aus­gewählten Strategie der Region Cottbus-Guben- Forst.

 

Quelle: Märkischer Bote, 23.07.2016

 

Das Highlight auf dem Senftenberger- Geierswalder - See :

 

      

 

Naturschützer sieht Lausitz als Modell 

Spremberg/Welzow. Die Lausitz könnte als Modellregion für den Wandel von der Braunkohle zu den erneuerbaren Energien die­nen. Dafür hat sich am Dienstagabend (12.07.2016) der Vorsitzende des Bun­des für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger, bei einem Vortrag in Proschim ausgesprochen. Die Region allein schaffe es nicht, diesen Prozess zu stemmen: „ Das ist eine gemeinsame nationale Aufgabe", Hubert Weiger. wr 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.07.2016

 

Anm. Trotz unbestrittener Verdienste von Prof. Weiger ist er doch von der Lausitzer Realität meilenweit entfernt.

         Soll das die Zukunft der Lausitz sein und werden?

 

Neues Schiff bringt Heilmittel gegen saures Wasser

Schubverband der Bergbausanierer am Partwitzer See zu Wasser gelassen / Ersteinsatz über ein Jahr startet im September

Senftenberg/Klein Partwitz Über etwa 14 000 Hektar erstreckt sich die Wasserlandschaft des Lausitzer Seenlandes. Bis zum Jahr 2020 sollen die sanierten Bergbaukrater in Brandenburg und Sachsen nunmehr vollgelaufen sein. Naturgemäß geht das mit der Versauerung des Wassers einher. Ein neues Sanierungsschiff sticht deshalb in See, um diesen schädlichen Prozess zu stoppen.

Das Arbeitsschiff ist gestern per Kran auf das Wasser des Partwitzer Sees gesetzt worden. Der Schubverband sticht im September in See. Foto: Steffen Rasche/str1

Aus der durch den Braunkohleabbau tief verletzten Lausitzer Erde steigt saures Wasser auf. Dem setzen die Bergbausanierer gezielte Kalk-Kuren entgegen, um das Nass zu neutralisieren. Um das Versauern der neuen Seen effektiver und nachhaltiger zu stoppen, ist gestern am Partwitzer See ein neues Sanierungsschiff zu Wasser gelassen worden. Anfang September soll der etwa 20 Meter lange Schubverband, der aus einem Arbeitsschiff und zwei antriebslosen Schubleichtern besteht, in See stechen.

Dimension weltweit einmalig

… Jährlich sind bisher mehr als 100 000 Tonnen Kalksteinmehl in die Bergbaufolgeseen eingespült worden. Da der Zustrom des sauren Wassers aus den Kippen in die Seen aber nicht überall gleich ist, ist die flächendeckende chemische Behandlung eine sehr teure Investition und langwierige Angelegenheit. Das Ziel ist, Badegewässerqualitäten zu erreichen. Die Lausitzer Seenkette muss aber auch funktionieren, um Wasser bester Güte in die Schwarze Elster abgeben zu dürfen. …

…Aus der Wassernot in den heimischen Flüssen heraus ist der alternative Plan entwickelt worden, die unterschiedlich stark betroffenen Problemzonen der großen Gewässer gezielter per Schiff zu behandeln. Auf der Werft Hermann Barthel in Derben an der Elbe ist deshalb ein Arbeitsschiff für den Einsatz auf den Lausitzer Seen gebaut worden.

Lokal bedarfsgerechte Kur

Mit dem Wassergefährt kann jeder Quadratmeter Wasserfläche mit lokal bedarfsgerechten Kalk-Konzentrationen gezielt bearbeitet werden. Das senkt die Kosten für das Heilmittel enorm. Rechnerisch ist der neue Schubverband in der Lage, die schiffbar verbundene Seenkette in dreieinhalb bis fünf Jahren erstmals auf pH-Werte im neutralen Bereich zu heben. Fünf bis acht Kalkfrachten von etwa 25 Tonnen können pro Arbeitstag unterhalb der Wasserlinie gezielt eingespült werden. Dabei ist das Arbeitsschiff in der Lage, den Seegrund und die Säurekonzentrationen laufend zu erfassen. …

…Trotz des gezielten Großeinsatzes auf dem Wasser wird aber auch die Nachsorge auf den Lausitzer Seen nach der Erstneutralisation noch mindestens weitere 25 Jahre brauchen.

Ersteinsatzort für ein Jahr

… Statt bislang geplanter großtechnischer Wasserreinigungsanlagen in den Seen und an deren Ausläufen bringen die Sanierungsschiffe das Heilmittel punktgenau zum Problem…

… Die Bergbausaniererin will für die gewaltige Aufgabe der Wassersanierung die schiffbaren Kanäle zwischen den Lausitzer Seen nutzen. Auf die Eigenkräfte der Gewässer wird freilich auch gesetzt. Die natürliche Zirkulation im See muss dafür sorgen, dass das neutralisierte Wasser weiter verteilt wird und sich sowohl im Hauptwasserkörper als auch in den Flachwasser- und den Tiefenwasserbereichen ausbreitet. Das allerdings ist Winterarbeit von Mutter Natur.

 

Übersichtskarte zur Lausitzer Seenkette:

 

             

 

Zum Thema:

Die aus Tagebaukratern gefluteten Lausitzer Seen sind sauer. Denn um das Flöz freizulegen und die Kohle abzubauen, sind aus dem unterirdischen Gebirge über Jahrzehnte auch Pyrit- und Markasit-Verbindungen nach oben befördert worden. Diese reagieren mit dem aufgehenden Grundwasser vermischt sauer und bilden durch gelöstes Eisen auch braunen Schlamm. Diese für die Wasserqualität der neuen Seen schädlichen Prozesse sollten ursprünglich mit der Zugabe von Oberflächenwasser aus der Spree, der Lausitzer Neiße und der Schwarzen Elster stärker gebremst, das saure Wasser also verdünnt werden. Doch das Wasserangebot der heimischen Flüsse ist zu knapp. Statt die riesigen Bergbau-Trichter immer wieder flächendeckend zu bekalken, wird dem sauren Wasser mit Sanierungsschiffen zu Leibe gerückt… Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.08.2016 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Neues-Schiff-bringt-Heilmittel-gegen-saures-Wasser;art307853,5559864

 

 

Ostsee wird Sportsee

Masterplan konkretisiert Pläne für alle Standorte am und im Wasser

Cottbus Langsam wird es ernst: Nach einer Phase von Ideensuche und generellen, eher groben Planungen für den künftigen Ostsee, geht es jetzt in die Details und an die Umsetzung erster Maßnahmen. Für die Durchführung eines Wettbewerbs zum Hafenbecken gibt es eine Fördermittelzusage.

….Eine erste, wichtige Zusage brachte Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe gleich mit: 180 000 Euro kommen aus einem Programm "nationale Projekte des Städtebaus". Sie fließen in die Durchführung eines Wettbewerbs zum Hafenbecken.

Matthias Wedepohl von der Berliner Beratungsfirma "Project M", der bereits in mehreren Runden die Potenzialanalyse zum Ostsee vorgestellt hatte, warb erneut bei den Stadtverordneten für seine Visionen, die letztlich in den Masterplan der Stadt zur Entwicklung des Sees einfließen sollen. Und tatsächlich schaffte er es, in nur knapp einer Stunde fast alle Skeptiker zu überzeugen. Seine Vorschläge:

Der Ostsee soll zu einem Sportsee werden, der sich auf die Kerngruppen Radler, Badegäste sowie Freizeit- und Leistungssportler konzentriert…. Neben dem Thema "Sport" werden schwimmende Architektur, innovative Energiemodelle und die Landschaftsarchitektur in der Tradition Pücklers wichtig.

…Zu den konkreten Plänen: Der Cottbuser Strand wird Hauptstrand, mit 800 Metern Länge, drei Sanitäranlagen sowie einem Sport und Freizeitpark. Er soll Gäste aus der Region von Cottbus bis zum Spreewald anziehen. Kein Campingplatz. Der Cottbuser Hafen soll nur noch 200 statt vorher 400 Liegeplätze anbieten. Eine Mole wird es nicht geben – zu teuer. Das Umfeld soll zum Bummeln einladen, Wirtschafts- und Innovationsstandort werden – ganzjährig attraktiv. Der Seehafen Teichland soll Wassersportzentrum werden, mit Angeboten wie Hafenbüro, Slipanlage, Bootsverleih, Schulung und Liegeplätzen für bis zu 100 Boote.

Neuendorf beheimatet ein Urlauberzentrum mit Feriendorf und regionalem Strand. Schlichow soll ein ruhiger, hochwertiger Urlaubsort werden, mit etwa 30 Einheiten für Wohnen am See.

Ganz wichtig, so Wedepohl, sei der Uferweg, der bis 2020 fertig sein müsse. ….. "Wir müssen uns auf Erfolg versprechende Projekte konzentrieren", so der Experte. Der See müsse durchgängig öffentlich zugänglich bleiben. Und:

"Der Ostsee ist ein See für alle, aber nicht jeder kann alles bekommen."

Zum Thema:
Das Ingenieurbüro Gerstgraser hat untersucht, ob der Ostsee sinnvollerweise eine Speicherfunktion übernehmen soll, lehnt dies aber ab. Dr. Christoph Gerstgraser empfiehlt weiter einen Zielwasserstand von 62,5 Metern. Speicherkapazitäten vorzuhalten, mache keinen Sinn, da der Sulfatgehalt des Sees höher werde als der der Spree. Würde man Wasser aus dem See in die Spree leiten, würde man den dortigen Zustand verschlechtern.
Andrea Hilscher

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.09.2016 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter: 

http://www.lr-online.de/regionen/senftenberg/Ostsee-wird-Sportsee;art1054,5609880

 

Anm. zur künftigen Waserqualität: 

Unabhängig ob eine Nutzung des“Ostsees“ als Speicher oder nicht erfolgen wird, ist zu berücksichtigen, dass das aufgehende Grundwasser im ehem. Tagebau Cottbus-Nord bedingt durch die Geologie des Gebietes leicht basisch sein wird und nicht mit der des aufgehenden Grundwassers im Großraum Senftenberg zu vergleichen sein wird.

Eine Aussage zum Sulfatgehalt des Sees zu treffen, dürfte eine sehr gewagte Hypothese sein.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist die Berücksichtigung einer Speicherfunktion unter Beachtung aller Aspekte notwendig.

 

Hochbetrieb im Cottbuser Ostsee

Vattenfall-Nachfolger Leag bekennt sich zu Projekt / Anrainer werden in der nächsten Woche angehört

Cottbus Leag macht als neuer Besitzer des Lausitzer Reviers nahtlos dort weiter, wo Vattenfall aufgehört hat. Das Energieunternehmen bekennt sich zum Cottbuser Ostsee. Der Fahrplan geht unverändert weiter. Im ehemaligen Tagebau herrscht längst Hochbetrieb.

90 Riesenkipper sausen im Kreisverkehr durch den Tagebau. Sie transportieren den Abraum von der Innenkippe zur Bärenbrücker Bucht. Dort verfüllen sie die alte Ausfahrt der Grubenbahn. Foto: Angelika Brinkop

Im Sekundentakt rollen die Dumper über die Kuppe. Die Ladeflächen fassen 20 Kubikmeter. 90 Riesenkipper sind im Dauereinsatz. Sie werden bis Mitte 2018 insgesamt 17 Millionen Kubikmeter Abraum bewegen und damit die alte Ausfahrt der Grubenbahn verfüllen. Das Erdreich stammt von der Innenkippe. Gleichzeitig sind fünf Rütteldruckverdichter damit beschäftigt, die Ostufer des Sees und der Inseln zu sichern.

Die Böschungen zwischen Lakoma und der Bärenbrücker Bucht sollen bis Ende 2017 abgeflacht sein.

Es herrscht also Hochbetrieb im früheren Tagebau. …

Für diese Aufgabe habe die Leag finanzielle Vorkehrungen getroffen und aktuell 1,5 Milliarden Euro Rückstellungen für alle fünf Tagebaue im Lausitzer Revier gebildet.

Derweil fordern Umweltverbände eine langfristige Haftung des Tagebaubetreibers Leag für alle Folgeschäden. Sie begegnen dem Ostsee-Projekt mit Skepsis und sehen die Region über Jahrzehnte Risiken durch die Flutung für Anwohner und die Qualität des Trinkwassers ausgesetzt. Deshalb beharren die Bündnisgrünen auf verbindlichen Grenzwerten für Sulfat und Eisenocker für den Cottbuser Ostsee.

Anm.: Was hat denn die Trinkwasserversorgung eigentlich mit der Flutung des Tagebaus Cottbus- Nord zu tun?

 

Der Cottbuser Ostsee

Alles zum Thema Cottbuser Ostsee: Fakten Hintergründe, Meinungen:  zur Sonderseite

Die geschütteten Ufer auf der Ostseite des Sees werden mittels Rütteldruckverdichtung gesichert. Foto: Angelika Brinkop

Leag-Chefgeologe Ingolf Arnold kennt die Ängste.

Der See werde zu 88 Prozent aus Spreewasser gespeist. Das saure

 Wasser werde dadurch in der Kippe eingeschlossen.

Seine Botschaft ist: "Der See wird neutral sein, mit einer großen

Sichttiefe und extrem wenig Eisen." Nach der Flutung werde der See

 deutlich weniger Sulfat in die Spree abgeben als bislang. Der

 Spreewald werde nicht austrocknen in der Zeit der Flutung. Die

 werde dann auch entsprechend der Witterung andauern.

Leag veranschlagt dafür vier bis sechs Jahre. Der Wasserhahn soll Ende 2018 aufgedreht werden. Peggy Kompalla


Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.10.2016 (auszugsweise)


Ausführlich unter:
 

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Hochbetrieb-im-Cottbuser-Ostsee;art1049,5663429


 

Grüne und Leag streiten über Sulfatgrenze für Cottbuser Ostsee

Unterschiedliche Ansichten zu Grenzwerten

Cottbus Über die Sulfatbelastung der Spree und des künftigen Cottbuser Ostsees ist auf Twitter eine Debatte zwischen den

Tagebaubetreiber Leag und der bergbaupolitischen Sprecherin der Grünen in Brandenburg, Heide Schinowsky, entbrannt.

Die Frage ist: Braucht es Grenzwerte?

Nachdem der Vattenfall-Nachfolger Leag am Donnerstag (27.10.2016) den aktuellen Stand der Baustelle für den Cottbuser Ostsee

präsentiert hat, ist eine Debatte um die Flutung entbrannt. Umweltgruppen haben angesichts der am 1. November beginnenden

Erörterung zur Flutung strenge Grenzwerte und Kontrollen durch die Landesregierung gefordert. Heide Schinowsky,

Landtagsabgeordnete der Grünen, erklärt beispielsweise: „Um die Sulfatbelastung der Spree zu begrenzen und der drohenden

Verockerung des Spreewaldes wirksam entgegenzutreten, braucht es klare Regeln.“ Die Bündnisgrünen sprechen sich dafür aus, bei

der Ausleitung aus dem See Grenzwerte von Eisen in Höhe von 1 Milligramm pro Liter und bei Sulfat von 250 mg/l festzusetzen. 

 

Anm. Das ist Trinkwasserqualität.

 

"Mit dem Cottbuser Ostsee ist ein wesentlicher Anstieg der Sulfatkonzentration in der Spree nicht zu erwarten", kontert Leag am

Freitag via Twitter. 

"Gut. Dann spricht auch nichts gegen die Festlegung verbindlicher Grenzwerte", erwidert Schinowsky. 

"Sie wissen, dass das Spreewasser, mit dem wir fluten, schon heute einen höheren Sulfatwert hat, als sie als Grenzwert fordern", gibt

Leag zu bedenken. 

Forderungen gibt es auch vom Aktionsbündnis Klare Spree. „Eisenhaltige Grundwasserströme aus der Tagebaukippe gefährden auch

den Spreewald als wichtigstes Natur- und Tourismusgebiet der Region. Das Land muss deshalb mit scharfen Auflagen die

jahrzehntelange Beobachtung und eventuelle Gegenmaßnahmen sicherstellen. Der Steuerzahler darf weder jetzt noch später das

Risiko tragen“, sagt Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis. … bob
 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.10.2016 (auszugsweise)


Ausführlich unter:


http://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/Gruene-und-Leag-streiten-ueber-Sulfatgrenze-fuer-Cottbuser-Ostsee;art310462,5664916


Anm.: Es ist schon erstaunlich, dass solche Debatten über Twitter geführt werden können?


An dieser Stelle zum Verständnis die Vita von Heide Schinowski:

Heide Schinowsky absolvierte ihr Abitur 1995 am Musikgymnasium Georg-Friedrich-Händel in Berlin. Noch heute spielt sie Querflöte in einem Orchester.

Nach dem Abitur studierte sie 1996–1999 Evangelische Theologie und Religionslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1999 wechselte zum Studium a

n die Alice Salomon Hochschule Berlin. 2003 erlangte sie dort den Titel Diplom Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin.

Von 2008 bis 2014 war sie Mitglied im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg.

Von 1996 bis 2002 war Heide Schinowsky Mitglied in Landes- bzw. Bundesvorstand der BUNDjugend. Von 2013 bis 2015 war sie Landesvorsitzende des BUND Berlin.

Von 2007 bis 2014 war Schinowsky Referentin für Klima/Energie & Bauen/Wohnen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus,

von 2003 bis 2006 Büroleiterin des Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Reinhard Bütikofer und Stellvertretende Pressesprecherin beim Bundesvorstand

von Bündnis 90/Die Grünen.
 

Anm.: Mit solch´ einer Vita, kann man natürlich Gütekriterien von Gewässern fach- und sachkundig fordern und beurteilen.

 

Sanierungsschiff "Klara" macht guten Job auf dem Partwitzer See

Schwimmendes Arbeitsgerät absolviert Testphase mit Bravour / Schubverband jetzt im Dauerbetrieb auf Bekalkungsfahrt

Klein Partwitz Der mobile Einsatzplan der Bergbausanierer gegen das saure Wasser in den neuen Lausitzer Seen greift. Das Sanierungsschiff "Klara" hat die Testphase auf dem Partwitzer See bestanden und ist jetzt mit dem amtlichen Segen der Landesdirektion Dresden im Dauereinsatz.

Das Sanierungsschiff "Klara" hat den Dauerbetrieb auf dem Partwitzer See aufgenommen. Das Bekalken des Gewässers läuft nach Plan. Foto: Steffen Rasche/str1

Mit dem Sanierungsschiff "Klara", einem flexiblen Schubverband, bringen die Lausitzer Bergbausanierer das Arbeitsgerät gegen das Versauern des Partwitzer Sees punktgenau zum Problem. Das aufgehende Wasser in der gewaltigen Kohlegrube wird hier seit September (2016) erstmals neutralisiert…Mit Branntkalk…

Die Sanierer haben einen straffen Arbeitsplan. In gut einem Jahr muss der pH-Wert im noch quietschsauren Restloch Skado von 2,6 auf den Wert von 4,5 angehoben sein. Denn erst dann kann der Barbarakanal in den Geierswalder See als nächster schiffbarer Wasserweg der Lausitzer Seenkette geöffnet werden.

Und "Klara" sorgt nach Plan für klares Wasser im elf Quadratkilometer großen Partwitzer See….

Die Vorgaben für die Wasserkur des Partwitzer Sees sind streng. Der Kalk muss gleichmäßig verteilt werden. Von Geologen und Hydrologen im Globalen Positionsbestimmungssystem (GPS) festgelegte Korridore hat der Schiffsführer akkurat abzufahren. Das schließt das Abdrehen vor der brandenburgischen Landesgrenze noch ein. Denn die wasserrechtlichen Genehmigungen für den See, der die Drehscheibe der schiffbaren Seenkette wird, sind in beiden Ländern einzuholen. Sie liegen in der Startphase aber nur aus Sachsen vor.

… Jeweils zwölf Kubikmeter Kalk werden aus den Silos steuer- und backbord in einer Stunde ins Wasser abgegeben. Aus beiden Bunkern muss jeweils zeitgleich die gleiche Menge über die beiden Austragseinheiten ausgebracht werden. Bei einem Fahrtempo von zehn Kilometern pro Stunde wird eine optimale Vermischung erreicht, erklärt Jörg-Michael Pißang. …

Ziel ist es, den Partwitzer See bis zum Jahr 2018 so flott zu machen, dass in die regelmäßige Nachsorge eingetreten werden kann. Der Schubverband "Klara" soll dann auf den Sedlitzer See, das größte Gewässer der Seenkette, wechseln. An dessen Nordufer wird der Hafen für das Sanierungsschiff errichtet, das noch viele Jahre auf Kalktour sein wird. Die große Dosis Heilmittel wird über den Winter verteilt. Denn die Eigenzirkulation der gewaltigen Seen in den Bergbaukratern arbeitet in der kalten Jahreszeit besonders gut für die Wasserqualität.

Ab dem Frühjahr soll auch der Partwitzer See wieder begrenzt für den Wasserspaß genutzt werden. Und da Branntkalk ätzend wirkt und bei verirrten Surfern und Badenden schwere Hautverletzungen hervorrufen kann, wird das Schiff dann nur fernab der freigegebenen Strandbereiche arbeiten.

Zum Thema:
Die neuen Lausitzer Seen entstehen aus ausgekohlten Tagebauen. Da beim Bergen der Kohle aus dem unterirdischen Gebirge über Jahrzehnte auch Pyrit- und Markasit-Verbindungen nach oben befördert wurden, reagiert das aufsteigende Seewasser sauer. Deshalb müssen die Gewässer mit Kalk neutralisiert werden. Ursprünglich sollten dafür an den Seen feste Konditionierungsanlagen gebaut werden. Die mobile Technik auf dem Wasser ist jedoch deutlich günstiger und effektiver.
Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.11.2016 (ausschnittsweise)

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Sanierungsschiff-Klara-macht-guten-Job-auf-dem-Partwitzer-See;art307853,5708651

 

Wasser Marsch – für die Flutung des Großräschener Sees

Großräschen  Der Großräschener See wird geflutet. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe hat der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft grünes Licht für den Testbetrieb zur Wassereinleitung in das Restloch des ehemaligen Tagebaus Meuro gegeben. Das bestätigt Sanierungsbereichsleiter Manfred Kolba. "Wir planen unter der Voraussetzung, dass Wasser verfügbar ist, in diesen Tagen die Flutungsanlagen wieder zu betreiben und die Wassereinleitung im nächsten Jahr aufzunehmen", erklärt er.

Der Wasserspiegel des Sees soll im nächsten Jahr gezielt angehoben werden. Parallel laufen noch Sicherungsarbeiten an drei Böschungsabschnitten. Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.12.2016

 

Anm.: Großzügig gesehen gehört der Knappensee auch noch zum Lausitzer Seenland ... Seenland Sachsen

 

Ein Masterplan für den Knappensee

Die touristische Wiedererschließung des Gewässers wird von langer Hand vorbereitet

Lohsa/Groß Särchen Um nach der bergtechnischen Sanierung am Knappensee ab 2022 möglichst mit voller Kraft in die touristische Wiedererschließung des Gebietes starten zu können, hat der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) jetzt die ersten Weichen dafür gestellt: Für den Knappensee und seine Nachbargewässer wird ein Masterplan erarbeitet.

 

Der Knappensee aus der Vogelperspektive zu Beginn der Sanierung 2014. An den Uferbereichen werden seitdem Rütteldruckverdichtungen vorgenommen und neue Massen aufgebracht. Foto: Rundschau/dpa

"Der Knappensee war ein See mit hoher touristischer Bedeutung für unsere Region – und das soll er nach den Einschränkungen durch die Sanierung auch wieder werden", sagt Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes LSS. Dieses Ziel wollen die im Zweckverband vereinigten sieben Städte und Gemeinden mit aller Kraft gemeinsam verfolgen. Einhellig hat die Verbandsversammlung deshalb gestern Nachmittag die Erarbeitung eines Masterplanes für den Knappensee beschlossen. Für das Konzept sind mehr als 30 000 Euro im Wirtschaftsplan für 2017 vorgesehen.

Seit dem Jahr 2013 werden am Knappensee aufgrund von Standsicherheitsproblemen in den geschütteten Bereichen aus dem Altbergbaubestand und wegen der Gefahr von Setzungsfließen umfassende bergtechnische Sicherungsmaßnahmen durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) durchgeführt. Rütteldruckverdichtungen und das Aufbringen neuer Massen sind die Hauptmethoden der bergtechnischen Sanierung. ...

Der See ist seitdem für die Nutzung voll gesperrt und rundum mit einem Zaun abgesichert. Temporär werden geotechnische Sperrgebiete auch in angrenzenden besiedelten Bereichen ausgewiesen. Bauliche Anlagen und touristische Infrastruktur mussten dafür zurückgebaut werden. Die Dauer der Sanierung, die zum Start im Sommer 2014 mit Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro angegeben wurde, wird acht Jahre dauern.

Danach müsse die touristische (Neu)Erschließung des einst bei Wassersportlern und Campern so beliebten Knappensees als eine Chance für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Neuordnung verstanden werden. "Und so werden wir mit dem Masterplan natürlich auch die angrenzenden Seen mit betrachten", sagt Geschäftsführer Daniel Just. Ziel sei es, die kleine Seengruppe im südlichen Bereich des Lausitzer Seenlandes – mit dem Knappensee, Mortkaer See, Graureihersee und Silbersee – als eine Einheit zu sehen und neu auszurichten. In direkter Nachbarschaft zur Energiefabrik Knappenrode, die Nähe zu Bautzen und Hoyerswerda und nahe den neuen Gewässern im Osten des Seenlandes sollen für den Knappensee & Co. im neuen Konzept die Alleinstellungsmerkmale herausgestellt werden. "Und wir wollen die künftigen Nutzer am See bei der Planung so zeitig wie möglich mit ins Boot nehmen", sagt Lohsas Bürgermeister Thomas Lebe recht. Einige Nutzer von vor der Sanierung haben ihr Interesse bekundet, weiter am See wirken zu wollen.....

 

                                                                                                                                              Gegenwärtig werden Sande und Kiese am Südufer des Sees bei Groß Särchen aufgebracht und verdichtet. Foto: cw  Catrin Würz

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.12.2016 (auszugsweise)

 

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen:

 

http://www.lr-online.de/regionen/hoyerswerda/Ein-Masterplan-fuer-den-Knappensee;art1060,5731237

 

 

Großräschener See kann weiter geflutet werden

LMBV setzt Einleitung von Wasser ins Restloch fort

Senftenberg/Großräschen  Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe hat der LMBV grünes Licht für den Testbetrieb zur weiteren Wassereinleitung in das Restloch des ehemaligen Tagebaus Meuro gegeben. Darüber informierte Manfred Kolba, zuständiger LMBV-Sanierungsbereichsleiter.                                                   

Die LMBV beabsichtigte, unter der Voraussetzung der Wasserverfügbarkeit, in diesen Tagen die Flutungsanlagen wieder zu betreiben und die aktive Wassereinleitung dann im Jahr 2017 aufzunehmen. Dabei soll der Wasserspiegel im neuen Jahr gezielt angehoben werden. Parallel laufen noch Ufersicherungsarbeiten an drei Uferabschnitten. So wird unter anderem unterhalb der Victoria-Höhe bei Großräschen der Uferverbau mittels Steinschüttung bis Mai 2017 fortgesetzt.

"Insgesamt sind den Bergbaufolgeseen der LMBV in der Lausitz in diesem Jahr bis Mitte Dezember schon 82 Millionen Kubikmeter zugeflossen", ergänzt Doris Mischke von der Flutungszentrale bei der LMBV. Flutungsschwerpunkte waren dabei die Speicherseen Bärwalde und Lohsa II im Kreis Bautzen sowie der auch touristisch bereits intensiv genutzte Partwitzer See und der Geierswalder See an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen. pm

Quelle: Lausitzer Woche, 30.12.2016


 

 

Strammer Arbeitsplan für neue Ufer

Bergbausanierung auf Kippenflächen und Böschungen der Lausitzer Seen konzentriert

Senftenberg Das Erbe des Braunkohlenbergbaus in der Lausitz ist eine gewaltige Zukunftsaufgabe. Bund und Länder haben die Finanzierung für die nächsten fünf Jahre kurz vor dem Jahreswechsel weiter geregelt. Der Sanierungsfortschritt kann sich sehen lassen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und die Partner bleiben handlungsfähig.

 

Der Sedlitzer See bleibt in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Bergbausanierung. Am Liesker Ufer wird weiter gearbeitet. Auch Totholz muss aus dem See geborgen werden. Foto: LMBV

Sichere neue Ufer und Nutzflächen auf gekipptem Land alter Tagebaue stehen noch immer im Zentrum der Arbeiten. Das betont Uwe Steinhuber, Sprecher der Bergbausaniererin LMBV. Locker gelagerte Sande in feste Korngefüge zu zwingen und den Boden dadurch tritt- und gegen das Abrutschen sicher zu machen, ist ein Arbeitsfeld. Verdichtet wurde im vorigen Jahr mit Rütteldruckverfahren zum Beispiel am Restloch Greifenhain. Für die Nord-Ost-Böschung wird ein 1500 Meter langer Damm hergestellt. Auch die vor allem land- und forstwirtschaftlich genutzten Areale auf den Innenkippen der Lausitzer Tagebaue werden intensiv weiter bearbeitet. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung ist in den Tagebauen Seese-West und -Ost weiter getestet worden: erfolgreich, wie Uwe Steinhuber versichert. Dies sei die Basis für das weitere Bearbeiten der Flächen in diesem Jahr, die von Experten begleitet wird. Sedlitz und Spreetal waren weitere Sanierungsschwerpunkte. Die Landesstraße L 60 nach Kostebrau liegt wieder sicher in der Landschaft. Eine bergrechtliche Pflicht ist damit erfüllt.

In die Bergbaufolgeseen sind im zurückliegenden Jahr etwa 82 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Flüssen eingeleitet worden. Die Gewässergüte ist durch die Inlake-Neutralisation mit Sanierungsschiffen im Schlabendorfer See, in Burghammer und in Lohsa II verbessert worden. Im Scheibe-See ist eine getauchte Schwimmdüsen-Leitung im Einsatz. Das innovative Verfahren sei technisch weiter vervollkommnet worden. Seit September hat die LMBV ein eigenes Gewässerbehandlungsschiff, das auf dem Partwitzer See arbeitet. In den folgenden Jahren soll "Klara" auf der ganzen Restlochkette von Spreetal bis Großräschen zum Einsatz kommen.

 

 

Foto: LMBV

Auch an den von Ocker geplagten Fließgewässern sind weitere Fortschritte erreicht. "Das gilt besonders für den Schutz des Spreewaldes", bestätigt der LMBV-Sprecher. "Die ausgeleiteten eisenhaltigen Frachten über die Spree-Zuflüsse konnten teilweise um etwa das Zehnfache reduziert werden", erklärt Uwe Steinhuber. Die Eisenkonzentration im Lauf der Spree von der Talsperre Spremberg bis nach Berlin sei auf Werte unterhalb der Sichtbarkeitsgrenze für Eisen gesenkt worden.

Gezielt werde in diesem Jahr nun auch im ostsächsischen Einzugsbereich von Spree und Kleiner Spree darauf eingewirkt, Fortschritte in der Gewässergüteverbesserung zu erreichen. An der Kleinen Spree in Burgneudorf ist im September der Baustart für eine mobile Wasserbehandlungsanlage und eines Abfangriegels mit zehn Filterbrunnen erfolgt. 

Die Gefahrenabwehr gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges wird weiter verfolgt. Zwei weitere Horizontalfilterbrunnen, die den Ortsteil Brieske der Stadt Senftenberg trocken halten sollen, sind gut vorangekommen. Beide Brunnen werden im neuen Jahr in Betrieb gehen. "Die bereits arbeitenden Brunnen im Stadtgebiet von Senftenberg und Hoyerswerda leisten zuverlässig ihren Dienst", sagt Uwe Steinhuber.

Die Erdarbeiten für den Südgraben Altdöbern, ein Drainage-Kanal, der überschüssiges Wasser fassen und ableiten soll, sind im Oktober begonnen worden. 431 Gebäude werden dadurch künftig dauerhaft geschützt.

 

Brunnen müssen auch am Großräschener See verwahrt werden. Foto: Radke

Das Sichern der Uferböschungen am Alttagebau Knappensee verläuft planmäßig. Mitte des vorigen Jahres wurde ein Teil des Sperrbereiches um die Knappensee-Siedlung wieder aufgehoben. Der Deutschen Bahn konnte nach fünfjähriger Bauzeit der gesicherte Bahndamm im Bereich des Silbersees in Lohsa übergeben werden.

Das Arbeitsprogramm des noch jungen Jahres 2017 ist gewaltig. Neben dem Sichern von Ufern und Böschungen, beispielsweise am Altdöberner See, am Sedlitzer und Großräschener See, werden die Sanierungsarbeiten in Ost-sachsen am Knappensee fortgesetzt. Das Speichersystem Lohsa II wird weiter gefüllt und getestet. Am Berzdorfer See wird an der Neuberzdorfer Höhe eine Oberflächenentwässerung in die Böschung gebaut. Aber auch zwei Rettungstürme entstehen neben 20 neuen Fingerstegen und einer Wegeanbindung zwischen Bahnhof und Hafen an diesem Gewässer.

Die Konditionierung des Partwitzer Sees mit dem Gewässerbehandlungsschiff "Klara" wird eine Aufgabe sein ebenso wie der Aufbau einer schwimmenden Bekalkungsanlage für den Bernsteinsee. Alte Filterbrunnen werden in den Bereichen der ehemaligen Tagebaue Scheibe, Spreetal und Bärwalde gesichert. In Hoyerswerda werden drei Horizontalfilterbrunnen zur Grundwasserabsenkung weiter betrieben. Auf den Innenkippen in Spreetal wird die LMBV das Gelände teilweise aufhöhen und im Lausitzer Norden in Seese die schonende Sprengverdichtung vervollkommnen.

 

 

 

Um den Eisengehalt in der Spree und in der Kleinen Spree weiter zu senken, lässt die Bergbausaniererin dieses Jahr eine mobile Wasserbehandlungsanlage in Burgneudorf bauen. Auch das Bekalken der Spree in Wilhelmsthal wird weitergeführt. Weitere Wasserbehandlungsanlagen werden für Neustadt/Spree und an der Ruhlmühle geplant. Die berg-, wasser- und bauordnungsrechtlichen Hürden sind hoch. Mit naturschutzrechtlichen Auflagen muss hier ebenso noch gerechnet werden wie das Klären von Grundstücksfragen eine Voraussetzung ist. Das Ziel ist sportlich: Die Wasserbehandlungsanlagen sollen bis 2019 den Betrieb aufgenommen haben.

Zum Schutz der Kleinen Spree vor großen Eisenfrachten wird bei Burgneudorf in eine Behandlungsanlage investiert. Foto: LMBV

 

Zum Thema:
Weitere 252 Millionen Euro sind 2016 in die Bergbaufolgelandschaft investiert worden. In sichere Ufer und Nutzflächen auf geschüttetem Land (Paragraf 2 des Verwaltungsabkommens/Grundsanierung) sind 183 Millionen Euro geflossen. Gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges (Paragraf 3) wurde mit 58 Millionen Euro gearbeitet. In die Zukunft (Paragraf 4/Erhöhung des Folgenutzungsstands) haben die Länder elf Millionen gesteckt. Etwa 61 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Spree und 21 Millionen Kubikmeter aus der Schwarzen Elster sind 2016 in die neuen Seen geleitet worden. Hauptabnehmer waren die Speicher Bärwalde (31 Millionen Kubikmeter), Burghammer (Bernsteinsee/neun Millionen Kubikmeter) und Lohsa II (15 Millionen Kubikmeter). Der Partwitzer See und der Geierswalder See haben dem Sanierungsfortschritt folgend jeweils etwa zehn Millionen Kubikmeter Süßwasser erhalten. Rund zwei Millionen Kubikmeter gingen in den Dreiweiberner See. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 hatte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft nur etwa 65 Millionen Kubikmeter zum Fluten der Bergbaufolgeseen aus den Flüssen abzweigen können. Dabei kamen rund 47 Millionen Kubikmeter aus der Spree und 18 Millionen Kubikmeter aus der Schwarzen Elster. Profitiert hatten hauptsächlich die Wasserspeicher.
Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.01.2017 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/regionen/senftenberg/Strammer-Arbeitsplan-fuer-neue-Ufer;art1054,5772854

 

 

             

 

Vorhaben der LMBV im Jahr 2017 (zusammengefasst)

 . Altdöbern

Die Arbeiten am Bau des Südgrabens Altdöbern werden fortgesetzt. Mehr als 430 Gebäude sol­len  vor dem Zustrom von Grundwasser vom Lausitzer Grenzwall geschützt werden. Der Salzteich und der Michlenzteich werden entschlammt. Vier Einzelhaussicherungen stehen im Nordraum unter anderem in Heideblick und Lübbenau an.

 . Schlabendorf

Der Schlabendorfer, der Lichtenauer und der Drehnaer See werden weiter gegen das Versauern behandelt. Im Bereich der Tagebaufelder Seese wird mit einer leichten Rütteldruckverdichtung mit der Böschungssicherung für den Kittlitzer See begonnen. Vorbereitende Arbeiten für weiterführende schonende Sprengverdichtungen auf Kippenflächen in Seese-Ost stehen ebenfalls auf der Agenda 2017.

 . Cottbus

In den Bereichen der LMBV der Tagebaufelder Jänschwalde und Cottbus-Nord wird im Bereich des Rütteldammes am Klinger See die Bodenerosion bekämpft. Innenkippen werden mit dem Fallgewicht verdichtet. Der Erdbau entlang der Ostböschung des künftigen Cottbuser Ostsees steht auf dem Arbeitsplan, um das Gelände zu formen.

 . Sedlitz

Am Sedlitzer See wird die gewachsene Nordböschung weiter gesichert. Der Verbau der Böschung wird in diesem Jahr bis zum Ilsekanal fortgeführt. Zudem sind insgesamt 143 nicht mehr benötigte Filterbrunnen und 16 Pegel weiter zu verwahren. Im zweiten Halbjahr startet die Böschungssicherung im Bereich des Nordfeldes Sedlitz, dort soll ein Wohnstandort entstehen. Auch das Hafenbecken mit Wasserwanderrastplatz in der Sedlitzer Bucht steht auf dem Plan. Der Ableiter der Seenkette aus dem Sedlitzer See in die Schwarze Elster ist in Arbeit. Vorbereitend wird die Rainitza trockengelegt.

  . Großräschen

Am Großräschener See werden drei Baustellen fortgeführt. Dazu gehört die Böschungssicherung unterhalb der Victoriahöhe bis zur Seebrücke. Oberhalb der Steinschüttung wird ein Wirt­schaftsweg errichtet. Unterhalb der Gartensparte "Bergmannsfreud" in Sedlitz müssen noch zwei Abschnitte der Böschung gesichert werden. Die Planungen für den Lückenschluss des Rundweges am Großräschener See werden fortgeführt.

 . Lauchhammer

Am Kuthteich in Lauchhammer wird die Böschung in diesem Jahr durch Rütteldruckverdichten stabilisiert. Gegen den Grundwasserwiederanstieg in der Stadt werden Drainagen und Pumpwerke an der Franz-Mehring­-Straße, an der Finsterwalder Straße, in der Glück-Auf-Siedlung, am Pappelweg, in der Gru­benteichsiedlung sowie an der Külzstraße betrieben. Im Bereich der ehemaligen Kokerei wird die Grundwassersanierung fort gesetzt. Auch das Betreiben einer Bio-Oxidationszone zum Unterstützen des mikrobiellen Schadstoffabbaus im Grundwasser zum Abbau von Phenolen am ehemaligen Tanklager geht weiter.

 . Lichterfeld

Am Bergheider See soll durch den Bau einer Drainage die geotechnische Sicherheit der Haldenstütze für das Besucherbergwerk F 60 gewährleistet werden. Der Bau einer Steganlage geht weiter. Auch Planungen für die Nordböschung erfolgen. Ein Radweg von Kostebrau bis zur Grenze der Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster ist vorgesehen. Der Ausbau vorhandener Wirtschaftswege zu Radwegen, deren Beschilderung sowie das Gestalten von Aussichtspunk­ten werden angestrebt. Auch ein Radweg zwischen dem Kuthteich und den Biotürmen in Lauchhammer wird geplant. Kw

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.01.2017

 

Kohle für das Schöne nach der Kohle

Dresden Gerade aus Berlin zurück, freute sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), "gute Nachrichten" verkünden zu können. Das inzwischen 6. Folgeabkommen zwischen Bund und den Braunkohleländern Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist laut Dulig für die Länder besser ausgefallen als erwartet. Insgesamt 1,2 Milliarden Euro stellen Bund und Länder für die Sanierung der Braunkohlereviere bis zum Jahr 2022 bereit.

 

Mit Sanierungsgeldern ist beispielsweise auch der Schiffsanleger am Geierswalder See entstanden. Foto: Steffen Rasche/str1

Sachsen steuert 240 Millionen aus der Landeskasse bei, der Bund legt weitere 240 Millionen dazu. Den sächsischen Beitrag zur Finanzierung gab der Landtag in Dresden am Dienstag frei. Im Frühjahr soll das Verwaltungsabkommen unterzeichnet werden. Betroffen davon ist der Freistaat Sachsen mit seinen Revieren in Mitteldeutschland und der Lausitz – aber auch die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen….

…Das Geld soll in den nächsten fünf Jahren in Radwege, Bootsanleger, Schleusen und Schiffsanleger investiert werden. Bauten also, die gebraucht werden, damit Tourismus und das Wohnen am See in der Lausitz und südlich von Leipzig endlich richtig losgehen können. Diese Maßnahmen werden nur durch Landesmittel und Gelder der Projektträger finanziert.

Dulig sieht das Geld und das anstehende Abkommen als "unser positives Signal in die Region". Die Einigung sei "maßgeblich für die Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz".

Sachsens CDU-SPD Regierung will mit vernetzten Wasserrevieren, Wegen und Anlegern "praktikable Rahmenbedingungen für die Betreiber vor Ort" schaffen, sagt der 42-jährige Minister.

Sachsens mehr als 40 Tagebaurestseen in der Lausitz und im Leipziger Süden sind inzwischen alle geflutet. Die Endwasserstände sind nahezu erreicht. Größter See mit 13 Quadratkilometern Fläche ist der Bärwalder See, jüngster See ist der Zwenkauer See, um den herum schon viele schicke Häuser stehen. Demnächst soll die Verbindung zwischen Zwenkauer und Cospudener See durch den Harthkanal fertig werden.

In der Lausitz werden der Geierswalder, der Partwitzer, der Bärwalder und der Berzdorfer See schiffbar gemacht. Auf der technischen Seite wird sich in den nächsten fünf Jahren alles auf die Gewässernachsorge konzentrieren. Dabei geht es um die Wasserqualität und um stabile Böschungen. Weil das Grundwasser wieder ansteigt, werden die Ingenieure sich zudem viel um Kippenflächen und feuchte Gebäude kümmern müssen.

Für die Folgen des DDR-Bergbaus ist der Bund verantwortlich. Der hat aber, so Dulig, "nicht das Interesse, dauerhaft Verantwortung zu übernehmen", denn es geht um sehr viel Geld.

…Die Grünen im sächsischen Landtag finden es fragwürdig, dass nun eine weitere halbe Milliarde in die Reviere gesteckt werden muss, obwohl die bergtechnische Sanierung schon fertig ist. Der Freistaat müsse endlich auch für die aktiven Tagebaue bessere Vorsorge treffen, denn hier seien künftig ähnliche Ewigkeitskosten zu erwarten. Christine Keilholz / ckz

 

Anm.: Das macht doch lt. Vertrag wohl der neue Betreiber LEAG.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.02.2017 (auszugsweise)

 

 

Ausführlich unter: 

http://www.lr-online.de/nachrichten/wirtschaft/Kohle-fuer-das-Schoene-nach-der-Kohle;art1067,5820814

 

Ehemaliger Tagebau wird mit Hochdruck auf seine Flutung vorbereitet

Cottbus (trz). Die Lausitzer sollten sich schon mal den kommenden Sommer (2017) für den Cottbuser Ostsee reservieren. Denn dann  können sie Zeuge eines Erlebnisses werden, dass es nie wieder geben wird. Denn zum voraussichtlich letzten Mal lädt die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) zu Spaziergängen auf dem künftigen Grund des Cottbuser Ostsees ein. Bereits zum 1. November 2018, so informiert Birgit Schroeckh, LEAG-Projektleiterin für den Ostsee, beginnt die Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord, die sich bis in die Mitte des kommenden Jahrzehnts erstrecken wird.

Hunderte Dumper transportieren schier gigantisch wirkende Erdmassen. Mit ihnen wird der Grund des künftigen Ostsees hergestellt Foto: LEAG


In der Ende 2015 planmäßig ausgekohlten und anschließend stillgelegten Grube liegen die Sanierungsarbeiten voll im Zeitplan. Aus der Vogelperspektive geht es dort wie in einem Ameisenhaufen zu. Unablässig transportieren um die 100 Dumper das Erdreich an seinen neuen Bestimmungsort. Seit Beginn dieser Tätigkeit im Mai 2016 wurden bereits sechs Millionen Kubikmeter bewegt; die Gesamtmenge bewegt sich bei 17 Millionen Kubikmetern. Darüber hinaus haben die Bergleute die einstige Förderbrücke komplett demontiert sowie die Grubengeräte verkauft. Ebenso verschwunden sind die Gleisanlagen. „5000 Tonnen Schrott wurden entsorgt“, rechnet Birgit Schroeckh vor. Die Referentin für Bergbauplanung brennt für ihren Ostsee. Kein Wunder, hat doch die gebürtige Lausitzerin ihr Handwerkszeug von der Pieke auf gelernt. Sie kennt jede Zahl aus dem Effeff, ebenso jeden Quadratmeter des künftigen Sees.

26 Kilometer Ufer
Schroeckh berichtet außerdem von den vier Rütteldruckverdichtern, die bis Ende 2018 für die Standsicherheit in den Kippenbereichen sorgen. Bereits im vergangenen Jahr wurden die künftigen beiden Inseln fertig gerüttelt. Darüber  hinaus erfolgt die Abflachung des Nordufers. Zwischen der künftigen Bärenbrücker Bucht und Lakoma entsteht auf einer Strecke von rund fünf Kilometern ein weiterer Abschnitt des Ostseestrandes.  Insgesamt wird der Cottbuser Ostsee eine Uferlänge von 26 Kilometern umfassen, rund acht Kilometer mehr als der Senftenberger See.


Radweg wird gesperrt
Südlich von Lakoma und in unmittelbarer Nähe der B 168 von Cottbus nach Peitz entsteht das zukünftige Einlaufbauwerk. Über diese Einrichtung erfolgt die Flutung des Ostsees mit Wasser aus der Spree, das über den Hammergraben in den ehemaligen Tagebau geleitet wird. In diesem Bereich muss allerdings der dortige Wirtschaftsweg, der bereits intensiv von Radlern und Skatern genutzt wird, ab März
(2017) gesperrt werden. …

 

 

….Allerdings, so weiß Birgit Schroeckh, haben sich dort schon mehrfach Vandalen zu schaffen gemacht. Ebenso ärgert sich die Expertin über Schmierereien am Turm. Und auf dessen Plattform wurden bereits die Entfernungstafeln abgerissen und in die Tiefe geworfen…

… Entweder gleich bei der LEAG bzw. bei Gefahr im Verzug  der Polizei melden.   

Quelle: Märkischer Bote, 25.02.2017 (auszugsweise)

Ausführlich unter:

 

http://maerkischer-bote.de/2017/02/28/letzte-chance-im-sommer-zu-fuss-durch-den-ostsee/

 

 

Millionen mehr für die Ostsee-Kaimauer

Cottbus Die 831 Meter lange Kaimauer am künftigen Ostsee-Stadthafen wird mehr als sieben Millionen Euro kosten. In ersten Plänen wurde das Projekt noch mit 4,4 Millionen Euro veranschlagt.

So soll die Kaimauer am Cottbuser Ostsee einmal aussehen.

Das Stadtparlament votierte im Mai 2015 bewusst für die günstigste der drei Kaimauer-Varianten. Der Hauptgrund für die Kostensteigerung sind neue Gutachten zur Wasserqualität. Das überrascht auch die Abgeordneten kalt. Denn bislang wurde die Beschaffenheit des Ostsee-Wassers vom Bergbaubetreiber Vattenfall und seinem Nachfolger Leag gepriesen.

Stadtplaner Egbert Thiele erklärt: "Obwohl der See aus der Sicht der künftigen Nutzer eine tolle Wasserqualität haben wird, mussten die Spezialisten nach den Gutachten davon ausgehen, dass die Sicherheitsreserven für das Bauwerk vorsorglich höher angesetzt werden müssen." Sprich es werden höhere Anforderungen an Korrosion und Statik gestellt, was Konsequenzen für die Bautechnologie hat. Schließlich macht es einen gehörigen Unterschied, ob mit Beton oder Stahl gebaut wird. Die Planer haben sich für solch einen Materialwechsel entschieden. "Wir rechnen so, dass das Bauwerk mindestens 100 Jahre standhält", erklärt Thiele.

Für Martin Kühne (Grüne) sind die neuen Rechnungen zwar nachvollziehbar, aber sie überraschen ihn. "Es werden deutlich höhere Vorsichtsmaßnahmen angesetzt, weil man von einer stärkeren Aggressivität des Wassers ausgeht. Das macht das Bauprojekt erheblich teurer", sagt er nach dem Studium der Unterlagen aus dem Baudezernat. Die angepassten Standards seien zwar zu begrüßen, doch angesichts des höheren Sicherheitspuffers tauche Skepsis auf.

Anm.:

Herr Kühne scheint einer der wenigen Grünen zu sein, der mit Sachverstand an die vorgelegten Unterlagen beurteilt haben.

Den Fachleuten der Leag zufolge wird der See zu 80 Prozent aus der Spree gespeist. Darüber hinaus bestehe die Kippe aus kalkhaltigen Sedimenten, was die Wasserqualität zusätzlich positiv beeinflusse. Deshalb sei keine zusätzliche Behandlung des Wassers nötig. Der ph-Wert wird sich der Leag zufolge zwischen 7,5 und acht bewegen – also leicht basisch sein. Den Sulfat-Gehalt des Sees schätzen die Hydrologen des Bergbaubetreibers auf 500 Milligramm je Liter.

An diesem Punkt scheiden sich die Geister. Während die Leag versichert, dass sich diese Werte völlig im Rahmen bewegen, fordern Grüne einen Grenzwert von 250 Milligramm je Liter. Das entspricht Trinkwasserqualität. Fakt ist jedoch, dass Sulfat Beton zusetzt. Das Material sollte ursprünglich für die Spundwand verwendet werden. Nach den neuen Gutachten wird sie aus Stahl…

…Für die Planer im Cottbuser Rathaus bedeutete das Nacharbeit: Um Korrosionsschäden vorzubeugen, so Thiele, müsse die Stärke der Stahlspundwand erhöht werden, was statische Anpassungen erfordere. Darüber hinaus würden höhere Stahlfestigkeit und größere Elastizität für die Tragelemente gewählt, um Verformungen zu verhindern. All dies habe wiederum Auswirkungen auf die Rückverankerung der Spundwand im gewachsenen Boden. Das lässt die Kosten wachsen. "Nicht zu vernachlässigen sind die Veränderungen der Preise für Baumaterialien", ergänzt der Stadtplaner. "Hätten wir weiter mit den alten Werten geplant, dann wären wir später überrascht worden. Insofern können wir dankbar sein."

Peggy Kompalla

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.03.2017 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter: 

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Millionen-mehr-fuer-die-Ostsee-Kaimauer;art1049,5870430

 

Höhere Kosten für die Kaimauer schlagen Wellen

Cottbus Der RUNDSCHAU-Bericht über die deutlich gestiegenen Kosten für die Kaimauer am Ostsee schlagen Wellen. Für den Umweltverband Grüne Liga sei das nur ein Vorgeschmack auf künftige Folgekosten der Tagebaue, betont René Schuster.

Blick in den künftigen Ostsee bei Schlichow. Im Randschlauch sammelt sich bereits das Grundwasser. Foto: Peggy Kompalla

Gleichzeitig wiederholt die grüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky Sulfat-Grenzwerte für den Bergbaufolgesee.

Der 831 Meter lange Hafendamm wird mehr als sieben Millionen Euro kosten, statt 4,4 Millionen Euro. Das Cottbuser Baudezernat begründete dies mit höheren Ansprüchen an das Baumaterial. Das zog demnach einen Wechsel von Beton auf Stahl für die Spundwand nach sich.

Der Bergbaubetreiber Leag zeigt sich unterdessen irritiert von der Argumentation. Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer betont:

"Gegenüber dem Jahr 2014 gibt es keine neuen Erkenntnisse zur Wasserqualität, aus der sich für Wasserbauwerke am Ostsee die Wahl einer höheren Beton-Risikoklasse als XA 2 begründen ließe."

Seinen Angaben zufolge sei besagte Betonklasse für Sulfatwerte bis zu 3000 Milligramm je Liter geeignet. Für den Ostsee gelte weiterhin die Prognose, wonach das Wasser einen maximalen Sulfatwert von 500 Milligramm aufweisen wird. Allerdings habe das Unternehmen wegen hoher Sulfatwerte in der Spree in den Jahren 2014 und 2015 im schlimmsten Fall angenommen, dass im Ostsee vorübergehend Sulfatwerte von bis zu 620 Milligramm je Liter vorkommen könnten. Der See soll zu 80 Prozent aus Spreewasser gespeist werden.

René Schuster erklärt angesichts der Informationen: "Wir fordern, dass die Landesbehörden Zahlung von Sicherheitsleistungen anordnen, von denen spätere Folgeschäden für den Wasserhaushalt bezahlt werden können."

Heide Schinowsky ergänzt: "Angesichts der Kostenexplosion ist die Landesregierung gefordert, dem Bergbaubetreiber Vorgaben für den Sulfatgehalt zu machen.“

Die Grünen plädieren für einen Grenzwert von 250 Millilitern je Liter, was Trinkwasserqualität entspricht. Peggy Kompalla

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.03.2017 (auszugsweise)

Anm.:

Es stellt sich immer wieder die Frage, über welche fachliche Qualifikation die Kritiker aus den Reihen der Grünen Liga und der Grünen besitzen, um derartige Forderungen, wie z.B. Forderung einer Wasserqualität für den Cottbuser Ostsee, die der von Trinkwasser gleichzusetzen ist.

Eine derartige Forderung ist gelinde ausgedrückt „unanständig“.

Die gleichen Aussagen sind auch gegenüber dem Cottbuser Bauderzernat zutreffend. Hier wird scheinbar ohne Fachverstand über die Bauweise und die Auswahl von Baumaterialien der Kaimauer entschieden – „koste es was es wolle“.

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Hoehere-Kosten-fuer-die-Kaimauer-schlagen-Wellen;art1049,5877947

 

Achtung:  Die Stadt Cottbus lässt eine Kaimauer

am Cottbuser Ostsee planen und bauen …

 

Verwirrung um Ostsee-Kaimauer

Wechsel von Beton auf Stahl erheblicher Kostentreiber

Cottbus Cottbus Warum wird der Hafendamm im künftigen Ostsee statt rund vier Millionen Euro mehr als sieben Millionen Euro kosten? Das wollen die Abgeordneten von Bündnis 90/ Grüne genauer wissen und haben eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet, die am Mittwoch (29.03.2017) in der Sitzung des Stadtrates behandelt werden soll. Im Raum steht dabei als erheblicher Kostentreiber der Wechsel von Beton auf Stahl bei Verankerung und Spundwand der Kaimauer wegen der zu erwartenden Sulfatwerte, mit denen sich das Bauwerk auseinandersetzen muss.

Werte von bis zu 3000 Milligramm pro Liter Wasser wurden dabei von der Stadt angeführt. Sulfat kann in höheren Konzentrationen Beton angreifen.

Anm.: Woher stammen diese „illusorischen“ Werte?

Die Leag, die für die Flutung des Tagebaurestloches eine Genehmigung braucht, verweist dagegen auf ein Gutachten, das für den fertigen See 500, höchstens 650 Milligramm Sulfat pro Liter voraussagt.

"Das zweifeln wir auch gar nicht an", sagt Holger Palme vom Planungsbüro Inros Lackner, das in einer Arbeitsgemeinschaft im Auftrag der Stadt die Planung für den Ostsee-Hafen vornimmt. Für die Entscheidung über Material und Technik des Baus sei jedoch die aktuelle Situation in dem Böschungsbereich und in der Flutungsphase entscheidend: "Wir bauen ja da hinein."

Palme verweist auf zwei, aus seiner Sicht dafür kritische Werte. In einer nahe gelegenen Innenkippe sei eine Durchschnittskonzentration von 3000 Milligramm Sulfat pro Liter zu verzeichnen und im "Randschlauch" des ehemaligen Tagebaus schon heute ein sehr saurer ph-Wert.

Anm.: Was ist ein „heute schon sehr saurer ph_Wert“?

Diese Kombination, so Palme, sei problematisch, wenn sie der Verankerung der Kaimauer nahekäme. Dazu käme jedoch noch das Ergebnis eines Wind- und Wellengutachtens für den künftigen See. (??) …

Als weiteres Argument, um auf  Nummer sicher zu gehen, führt der Planer die Tatsache an, dass die Verankerung der Mauer in der Erde verbaut werde: "Wenn sich dann dort ein Problem entwickelt, ist nichts mehr zu retten."

… Als "zweite Meinung" zu der Entscheidung sei Kontakt mit dem Prüfingenieur aufgenommen worden, der die Planung zum Schluss absegnen muss. "Der hat unsere Überlegungen bestätigt", versichert Holger Palme. Auch die Entscheidung für einen der anderen Entwürfe der Kaimauer würde an all diesen Problemen nichts ändern.

Für die Stadt erhöht sich dadurch der Eigenanteil an den Baukosten deutlich. Doch 80 Prozent werden aus dem Topf des Sanierungsbergbaus gefördert. Ein Drittel des Sees, in dem auch die künftige Kaimauer liegt, gehört dem Bergbausanierer LMBV….

Die gemeinsame Landesplanung, die über die Ausreichung dieser Förderung wacht, wird die neuen Planungsunterlagen und ihre mögliche Auswirkung auf die Zuwendung nun zeitnah prüfen. Das bestätigte auf Nachfrage der zuständige Referatsleiter Klaus-Otto Weymanns. Die Zeit drängt. Wenn der Bau wie geplant im Herbst startet und ein Jahr dauert, ist die Kaimauer gerade fertig, wenn die Flutung des Sees beginnt….Simone Wendler / hil

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2017 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Verwirrung-um-Ostsee-Kaimauer;art1049,5908389

 

Großräschener See im Baufinale

Großräschen Das Wasser im Großräschener See steigt jetzt. Mit der wieder aufgenommenen Flutung liegt der Wasserspiegel derzeit bei 95 Metern über Normalnull. Von den 127 Millionen Kubikmeter Wasser, die in den Großräschener See passen, sind 95 Millionen Kubikmeter bereits geflutet.

Fünf Meter fehlen noch bis zum unteren Endwasserstand. Das sind  noch 32 Millionen Kubikmeter Wasser. Bis zum Saisonstart 2018  soll der Großräschener See  mit  100 Metern über Normalnull  gefüllt sein. Von den Bergbausanierern  wird der See im nächsten Jahr  zur Nutzung übergeben. Das hat  der  LMBV-Bereichsleiter  Lausitz, Manfred Kolba,  am Dienstagabend in Großräschen bestätigt. Parallel dazu werden derzeit  noch drei Böschungsbereiche  abschließend  gesichert. Die  Zeit, in der  der Großräschener Hafen  noch trocken liegt, läuft  ab. Ab

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.03.2017

 

LEAG: Stahl oder Beton? Zur künftigen Kaimauer am Ostsee

23.03.2017

Wasserqualität des Cottbuser Ostsees ist kein Preistreiber für die Kaimauer 

Cottbus. Die Wasserqualität des Cottbuser Ostsees ist kein Preistreiber für die Kaimauer, sagt LEAG.

Laut Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei LEAG, ist die höhere Einstufung bzw. Risikoklasse für den notwendigen Beton des kommunalen Kais nicht nachvollziehbar. Der Beitrag der Lausitzer Rundschau vom 04.03.2017 „Millionen mehr für die Ostseekaimauer“ thematisierte, dass der Hafendamm am künftigen Cottbuser Ostsee doppelt so teuer werden könnte als ursprünglich geplant. Ursache hierfür sei ein nach der Flutung erhöhter Sulfatgehalt des Seewassers: Dieser würde die Eignung des Baustoffes Beton, der nach Risikoklasse XA2 für Werte bis 3.000 mg/l geeignet ist, in Frage stellen.

 

LEAG gab im ersten Genehmigungsantrag für den See einen voraussichtlichen Maximalwert von 500 mg/l an. Hohe Sulfatwerte in der Spree in den Jahren 2014/15 führten in der ersten Ergänzung des Antrags zur Erhöhung des Wertes auf 620 mg/l, jedoch zu keiner Änderung der empfohlenen Risikoklasse. Dennoch entschieden sich die Planer der Stadt Cottbus für die höhere Widerstandsklasse XA3 (3.000 bis 6.000 mg/l) und wählten zusätzlich eine überwiegend aus Stahl bestehende Konstruktion – nicht nur wegen des erwarteten höheren Sulfatgehalts. „Da die Kaimauer mindestens 100 Jahre halten soll, müssen Restrisiken weitgehend ausgeschlossen werden“, so der Kommentar aus dem Rathaus. Statt von 4,4 Millionen veranschlagten Mitteln geht die Stadt Cottbus für den Bau der Kaimauer nun von 7,5 Millionen Euro aus.

Quelle: LEAG Newsletter v. 22.03.2017

 

Anm.: Eine Stimme eines sachkundigen Bürgers und Recht hat er.

         Es ist auch kein Wellenschlag verursacht durch einen Tsunami zu befürchten.

         Etwas Sach- und Fachkenntnis kann man wohl voraussetzen.

 

"Warum ist alles so kompliziert?

Zum Bauen in Cottbus

Zu Ihrem Beitrag zur Kaimauer am Ostsee, kommt es mir vor,

als wenn in ganz Deutschland noch nie eine Kaimauer in Häfen gebaut wurde. Das ist doch ein ganz normales Bauwerk.

Warum ist in Cottbus alles so kompliziert?

…So ein Unsinn ist aber geplant und von den Stadtplanern offenbar gewollt. (...)" 

Gottfried Schneider Cottbus

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.04.2017 – Leserbriefe (auszugsweise)

 

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